Interview mit Fabian Bröcker
Fabian Bröcker ist seit dem Sommer vereinslos, obwohl er eine erfolgreiche Vita hat. Über die Gründe sprach er mit Sven Bauer (Lapdog).
Transfermarkt.de: Herr Bröcker, im Vorjahr Regionalliga, heute arbeitslos. Wie konnte es so weit kommen?
Fabian Bröcker: Ich denke, dass so etwas im Fußball schnell mal passieren kann. In meinem Fall war es so, dass ich meinen auslaufenden Vertrag in Elversberg nicht verlängert habe. Daraufhin gab es 2,3 Angebote, es war jedoch noch nicht das passende für mich dabei.
Transfermarkt.de: Haben Sie Existenzängste oder hoffen Sie, in der Winterpause einen neuen Verein zu finden?
Fabian Bröcker: Natürlich macht man sich als Fußballer, vor allem aber auch als Familienvater, so seine Gedanken. Dennoch bin ich aber zuversichtlich, im Winter einen neuen Verein zu finden.
Transfermarkt.de: Wie würden Sie Ihre derzeitige Lage beschreiben?
Fabian Bröcker: Wie schon zuvor gesagt bin ich optimistisch, bald wieder auf hohem Niveau spielen zu dürfen.
Transfermarkt.de: Sollte es mit dem Fußball nicht mehr klappen: Was haben Sie dann vor?
Fabian Bröcker: Natürlich versuche ich, auch ein 2. Standbein aufzubauen.
Ich habe Abitur und ein erstes Studium bereits abgeschlossen, weil ich denke, dass man sich in diesem Geschäft nie zu sicher sein sollte.
Transfermarkt.de: Würden Sie auch in der Oberliga spielen oder was ist Ihr primäres Ziel?
Fabian Bröcker: Mein primäres Ziel ist weiter oder wieder auf hohem Niveau zu spielen, daher möchte ich mich derzeit noch nicht auf die Oberliga konzentrieren.
Transfermarkt.de: Sie halten sich beim HSV fit. Wie würden Sie Ihren Fitnesszustand beschreiben?
Fabian Bröcker: Derzeit absolviere ich alle Einheiten mit der Mannschaft und bin auf dem besten Weg, wieder topfit zu sein.
Transfermarkt.de: Wie ist es dazu gekommen, dass Sie sich beim HSV fit halten?
Fabian Bröcker: Ich habe einfach meinen ehemaligen Trainer Karsten Bäron gefragt, ob er mir die Möglichkeit gibt, mich in seiner Mannschaft fitzuhalten.
Daraufhin hat er nicht lange gezögert und so kann ich mich auf sehr gutem Niveau und unter professionellen Bedingungen bewähren.
Transfermarkt.de: Sie haben sich schlussendlich beim SV Elversberg nicht durchsetzen können.
Woran lag dieses?
Fabian Bröcker: Das sehe ich etwas anders.
Bis zu einem gewissen Zeitpunkt habe ich den Großteil aller Spiele meist über die volle Distanz absolviert.
Als ich dann aber meinen Vertrag im Winter nicht vorzeitig um 2 Jahre verlängern wollte, musste ich die Rückrunde leider zum größten Teil von der Tribüne aus verfolgen. Das hat natürlich die Suche nach einem neuen Club deutlich erschwert.
Transfermarkt.de: Sie waren ein Jahr in der 2. Bundesliga bei Ergebirge Aue. Wie würden Sie die Zeit dort beschreiben?
Fabian Bröcker: Die Auer, insbesondere in Person von Gerd Schädlich, hatten sich sehr bemüht, mich vom HSV nach Aue zu holen. Doch nach anfänglicher Euphorie wurde es zunehmend schwierig für die jungen Spieler. Das Vertrauen vom Trainer war eigentlich zu keiner Zeit spürbar, so dass es für mich nur für ein paar Einsätze gereicht hat. Unterm Strich habe ich mich dort nicht durchsetzen können.
Transfermarkt.de: 2000 sind Sie vom FC St. Pauli zum HSV gewechselt. Vergleichen Sie bitte beide Vereine.
Fabian Bröcker: Sowohl St. Pauli als auch der HSV sind beides Traditionsvereine, dennoch ist es schwierig, beide Vereine miteinander zu vergleichen. Ich denke, dass in beiden Vereinen, wenn auch mit unterschiedlichen Mitteln, hervorragende Arbeit geleistet wird.
Transfermarkt.de: Haben Sie als Spieler die Rivalität der Vereine gespürt?
Fabian Bröcker: Natürlich war damals eine gewisse Rivalität zwischen den Vereinen zu spüren, gerade wenn ich an einige Derbys in der 3. Liga denke. Aber bei all der Rivalität ging es trotzdem immer sehr fair zur Sache.
Transfermarkt.de: Sie haben mit Wolfgang Vöge einen sehr prominenten Berater. Inwiefern ist er in der jetzigen Position für Sie da?
Fabian Bröcker: Zu meinem Berater möchte ich derzeit keinen Kommentar abgeben.
Transfermarkt.de: Bitte geben Sie ein paar Kommentare zu Ihren bisherigen Vereinen ab!
Fabian Bröcker: FC St. Pauli: - ein Verein mit viel Charme und Herzblut
HSV: - `Hamburg meine Perle` - professionelle Bedingungen von A bis Z
FC Erz. Aue: - geordnet geführter Verein
SV Elversberg: - guter Teamgeist in der Mannschaft - Vereinsführung??
Transfermarkt.de: Mit wem und gegen wen haben Sie gerne bzw. ungerne gespielt?
Fabian Bröcker: Gegen wen ich spiele ist mir egal, man sollte gegen jeden Gegner Alles geben. Andersherum habe ich schon viele super Teamkollegen gehabt, da wäre es nicht gerecht, jemanden herauszuheben.
Transfermarkt.de: Wer war Ihr bester Trainer und warum? Und mit wem kamen Sie nicht allzu gut klar?
Fabian Bröcker: Ich finde es nicht einfach mit Superlativen umzugehen, aber am schwersten ist es mir mit Gerd Schädlich gefallen, da auf der zwischenmenschlichen Ebene einfach nichts stattgefunden hat. Mein bester Trainer war mein Vater.
Seine Worte waren zwar oft hart, aber auf jeden Fall immer ehrlich.
Transfermarkt.de: Bitte erzählen Sie eine Anekdote aus Ihrem Fußballerleben!
Fabian Bröcker: Als A- Jugendlicher musste ich einmal in voller HSV-Montur (vom Trainingsanzug bis zur Tasche) meinen Vater von einem ausverkauften St. Pauli-Spiel abholen. Als ich mit einem mehr als mulmigen Gefühl an der Tribüne vorbeiging, rechnete ich mit dem Schlimmsten.
Doch es kam ganz anders - vom gesamten Publikum mit Beifall für meinen "Mut" oder "Leichtsinn" bedacht wurde ich zu allem Überfluss auch noch vom Stadionsprecher herzlich begrüßt.
Mehr peinlich geht nicht!
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- Geb./Alter:
- 15.04.1983 (43)
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Nat.:
- Akt. Verein:
- Karriereende
- Vertrag bis:
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- Position:
- Zentrales Mittelfeld
- Marktwert:
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