Stadionverträge
22.02.2010 - 16:56 Uhr
Salü! Ich bin ein alter Dynamofan. Ich lebe in der Schweiz und habe net alles mitbekommen, nur gehört das die Stadionverträge die Existenz gefährten.
Ich habe absichtlich neuen Threat erstellt da der andere sich mehr ums Stadion mit Infrastruktur und Eintritt kümmert. Ich bin mir bewusst das dieses Thema schon bestimmt diskutiert wurde.
Ich habe nun folgende Fragen:
1. Wer ist der Vermieter des Stadions?
2. Wieviel Miete muss Dynamo zahlen (wirklich über zwei Mill)?
3. Welche Rolle spielt die Stadt Dresden?
4. Ist Dynamo gar nicht beteiligt beim Stadion ( z.B. prozentual bei ner Betriebsgmbh- Besitzanteile mein ich ) ?
5. Was geschieht mit Einnahmen durch Gatronomie?
6. Hat Dynamo irgendwelche Alternativen um den Druck zu erhöhen?
(die Summen die ich gehört habe ( 2,7 Mill) sind ganz schön krass und meines Erachtens in der 3. Liga kaum zu verdienen und wenn dann auf kosten der Mannschaft, dann kommen weniger Zuschauer und es geht gar nix mehr)
Ich hoffe, ihr könnt mir weiter helfen.
Ich habe absichtlich neuen Threat erstellt da der andere sich mehr ums Stadion mit Infrastruktur und Eintritt kümmert. Ich bin mir bewusst das dieses Thema schon bestimmt diskutiert wurde.
Ich habe nun folgende Fragen:
1. Wer ist der Vermieter des Stadions?
2. Wieviel Miete muss Dynamo zahlen (wirklich über zwei Mill)?
3. Welche Rolle spielt die Stadt Dresden?
4. Ist Dynamo gar nicht beteiligt beim Stadion ( z.B. prozentual bei ner Betriebsgmbh- Besitzanteile mein ich ) ?
5. Was geschieht mit Einnahmen durch Gatronomie?
6. Hat Dynamo irgendwelche Alternativen um den Druck zu erhöhen?
(die Summen die ich gehört habe ( 2,7 Mill) sind ganz schön krass und meines Erachtens in der 3. Liga kaum zu verdienen und wenn dann auf kosten der Mannschaft, dann kommen weniger Zuschauer und es geht gar nix mehr)
Ich hoffe, ihr könnt mir weiter helfen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Herr_Oe am 22.02.2010 um 16:58 Uhr bearbeitet Zeige Ergebnisse 1-9 von 9.
18.07.2019 - 13:47 Uhr
Fragen von Förder-, Investitionspolitik, Stadtentwicklungspolitik ist ein bestimmt weites sehr komplexes Feld.
Der gesellschaftliche, kulturelle und industrielle Wandel vollzieht sich fast schon atemberaubend rasant. Großstädte wie Dresden sind Zentren dieses tiefgreifenden Wandels, diese sich im Zuge der umfassenden Digitalisierung, immer mehr zu Dienstleistungs-, Kultur-, Sport-, Kultur- und Freizeitzentren entwickeln.
Große Städte einer Region stehen im Kampf um Marktanteile in diesem globalen Geschäft zunehmend in direkter Konkurrenz zueinander.
Es ist nicht anders als in vielen anderen Bereichen der globalen Welt ... wer den Anschluss verpasst ... wer Marktanteile an die Konkurrenz verliert ... wer zu spät kommt, der wird den Rückstand nur schwer wieder aufholen können.
Für das Selbstverständnis einer Stadt, für Image, für Status in der heutigen Medienwelt, ist es alles andere als unbedeutend, ob die großen Stars dieser Welt nach Berlin, nach Leipzig oder vielleicht doch einmal nach Dresden zu einem Besuch verirren
.
Die sogenannten Stadtväter Dresdens haben diese Kernkompetenz des heutigen politischen Geschäfts bis heute mMn. nicht verstanden. Ein angemessenes modernes Stadion, ein Eventzentrum ist unverzichtbar und gehört zur elementaren Infrastruktur einer Großstadt einfach dazu.
Vergleicht man das Aggieren der großen sächsischen Metropolen miteinander könnte man den Eindruck gewinnen ... in Dresden wird gelabert … in Leipzig wird einfach gemacht.
Der gesellschaftliche, kulturelle und industrielle Wandel vollzieht sich fast schon atemberaubend rasant. Großstädte wie Dresden sind Zentren dieses tiefgreifenden Wandels, diese sich im Zuge der umfassenden Digitalisierung, immer mehr zu Dienstleistungs-, Kultur-, Sport-, Kultur- und Freizeitzentren entwickeln.
Große Städte einer Region stehen im Kampf um Marktanteile in diesem globalen Geschäft zunehmend in direkter Konkurrenz zueinander.
Es ist nicht anders als in vielen anderen Bereichen der globalen Welt ... wer den Anschluss verpasst ... wer Marktanteile an die Konkurrenz verliert ... wer zu spät kommt, der wird den Rückstand nur schwer wieder aufholen können.
Für das Selbstverständnis einer Stadt, für Image, für Status in der heutigen Medienwelt, ist es alles andere als unbedeutend, ob die großen Stars dieser Welt nach Berlin, nach Leipzig oder vielleicht doch einmal nach Dresden zu einem Besuch verirren
. Die sogenannten Stadtväter Dresdens haben diese Kernkompetenz des heutigen politischen Geschäfts bis heute mMn. nicht verstanden. Ein angemessenes modernes Stadion, ein Eventzentrum ist unverzichtbar und gehört zur elementaren Infrastruktur einer Großstadt einfach dazu.
Vergleicht man das Aggieren der großen sächsischen Metropolen miteinander könnte man den Eindruck gewinnen ... in Dresden wird gelabert … in Leipzig wird einfach gemacht.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von F1953 am 18.07.2019 um 13:50 Uhr bearbeitet
18.07.2019 - 15:34 Uhr
Diese Diskussion hatten wir schon unzählige male. Wir sind nun mal ein Profiverein, dem die Stadt nicht einfach mal so paar Millionen zuschustern kann. Erkläre das mal den unzähligen kleinen Vereinen im Fußball, Handball, Volleyball, Turnen, Schwimmen etc. Die kämpfen um jeden Euro und bekommen keine 9 Mio. Euro Fernsehgeld. Da müssen wir schon selber die Ärmel hochkrempeln und neue Wege erschließen, wie es ja auch schon geklappt hat. Wir bekommen Zuschüsse für das neue Trainingsgelände und haben ein vorzeigbares Stadion. Viel mehr kannst du kaum erwarten. Die Stadt hat doch gerade bezüglich Infrastruktur, Schulen, Kitas, Sozialwohnungen usw. genug am Hals. Vielleicht gelingt es uns in Kooperation mit der Stadt, die Stadionverträge günstiger zu gestalten. Wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter und der Ball dreht sich weiter. Sport frei!
18.07.2019 - 18:36 Uhr
Zitat von Dursten
Hinzu kommt, dass die derzeitige Konstellation ganz sicher kein Minusgeschäft für die Stadt ist. Stichwort Steuern und Abgaben vom Verein direkt an die Stadt selbst und natürlich auch alles was ringsherum passiert. Da kann der kleine Turnverein nunmal nicht mithalten.
Aufgrund einer marktüblichen Miete steigen die Chancen für den Verein aufzusteigen um ein Vielfaches. Das ist natürlich keine Garantie, aber durchaus im Bereich des Möglichen.
Von einem Aufstieg würde die Stadt ganz sicher ein riesiges Plus im Finanzsäckel verzeichnen. Aber selbst eine auf Jahre gesicherte zweite Liga bringen allen auf Sicht Mehreinnahmen.
Zitat von msi999
Und zum Thema kleiner Vereine oder andere Sportarten: Keiner von denen hat annähernd das Interesse und auch die Imagewirkung für die Stadt wie eine Bundesligamannschaft im Fußball.
Und zum Thema kleiner Vereine oder andere Sportarten: Keiner von denen hat annähernd das Interesse und auch die Imagewirkung für die Stadt wie eine Bundesligamannschaft im Fußball.
Hinzu kommt, dass die derzeitige Konstellation ganz sicher kein Minusgeschäft für die Stadt ist. Stichwort Steuern und Abgaben vom Verein direkt an die Stadt selbst und natürlich auch alles was ringsherum passiert. Da kann der kleine Turnverein nunmal nicht mithalten.
Aufgrund einer marktüblichen Miete steigen die Chancen für den Verein aufzusteigen um ein Vielfaches. Das ist natürlich keine Garantie, aber durchaus im Bereich des Möglichen.
Von einem Aufstieg würde die Stadt ganz sicher ein riesiges Plus im Finanzsäckel verzeichnen. Aber selbst eine auf Jahre gesicherte zweite Liga bringen allen auf Sicht Mehreinnahmen.
Was aber im Sonderfall "Dynamo Dresden" eben nicht pauschal gesagt werden kann. Wie bereits erwähnt: Den Spielern von PSG wurde ein Stadtbummel untersagt und das ist auch kein Einzelfall. Natürlich wird es mit der Zeit besser was den Ruf des Vereins und der Stadt betrifft, aber es sollte erstmal zu denken geben, wenn die Spieler des Testspielgegners gewarnt werden.
Hinzu kommt, dass der Verein wirtschaftlich arbeitet und es auch dazu Zweifel gibt wie gemeinnützig so ein Profiverein sein kann, wenn er seine Amateurmannschaften aus finanziellen Zwecken abmeldet.
Das aber ist im Moment ein Frage für die Gerichte und für den Zuschauer/Bürger eine Gewissensfrage. Ich persönlich sehe keinen Grund, wieso eine Stadt ein nicht staatliches Unternehmen in irgendeiner Form unterstützen sollte.
Das der Vertrag so unterschrieben wurde wie er ist: Eigentlich Pech gehabt. In der normalen Wirtschaft hilft der Staat einem einzelnen kleinen Unternehmen wie wir es darstellen würden auch nicht. Wir wären schon lange abgewickelt worden.
Und genau an der Stelle kommen wir zu dem Punkt kleinere Vereine: Wir erhalten auch jetzt schon einen enormen Zuschuss durch die Stadt. Das eine wäre die Miete des Stadions, das andere aber ist, dass es nahezu keine Diskussion um die Polizeieinsätze innerhalb Dresdens gibt. Mit einer Stadtverwaltung wie in Bremen sähe die Sache nämlich deutlich anders aus. Auch hier weiß ich, dass sich viel getan hat und die Polizei auch regelmäßig in deren Stunden darauf hinweist, dass die notwendigen Mittel für die Einsätze von Jahr zu Jahr weniger werde, oder bei einer Steigung zumindest mit der höheren Anzahl an Ostvereinen in der Liga zusammenhängen.
Dieser Umstand wird nämlich gerne mal vergessen.
Natürlich MUSS eroiert werden wie man langfristig den Verein mit dieser Immobilie am Bein in ein ruhiges Fahrwasser verhelfen kann, denn ein langfristiger und dauerhafter Absturz des Vereins ist deutlich teurer für die Stadt, als ein Millionen Zuschuss (das betrifft im übrigen auch die Beispiele KSC und FCK).
Dennoch kann die Dauerlösung nicht sein, dass die Stadt Dresden dafür aufkommt, dass man in der Vergangenheit im Verein extreme Fehler gemacht hatte. Ja, wir befinden uns aktuell auf einen guten Weg, das kann sich aber, dafür ist es nun mal Fußball, sehr schnell ändern.
P.s. Ein Vergleich mit der Semperoper halte ich im übrigen für überaus schwierig und für sehr gewagt.
19.07.2019 - 15:38 Uhr
Zitat von F1953
Ein Fußballverein, der eine Region prägt hat subjektiv und emotional eine völlig andere Bedeutung für die Gesellschaft, als eine Würstchenbude xyz.
Ein Fußballverein, der eine Region prägt hat subjektiv und emotional eine völlig andere Bedeutung für die Gesellschaft, als eine Würstchenbude xyz.
Das ist richtig.
Zitat von F1953
Dynamo gehört ohne wenn und aber zu den wenigen Sportvereinen in Sachsen, die schon lange nicht mehr auf der Nehmerseite stehen, sondern Steuern in beträchtlichen Größenordnungen zahlen.
Ein Abstieg des Fußballunternehmens Dynamo kostet den Steuerzahler ca. 4 Mill Euro jährlich! (Lohnsteuer, Umsatzsteuer, höherer Stadionbeitrag der Stadt)
Dynamo gehört ohne wenn und aber zu den wenigen Sportvereinen in Sachsen, die schon lange nicht mehr auf der Nehmerseite stehen, sondern Steuern in beträchtlichen Größenordnungen zahlen.
Ein Abstieg des Fußballunternehmens Dynamo kostet den Steuerzahler ca. 4 Mill Euro jährlich! (Lohnsteuer, Umsatzsteuer, höherer Stadionbeitrag der Stadt)
Wenn die SGD (und auch jeder andere Fußballverein im Profibereich) ein sich selbst tragendes Wirtschaftsunternehmen wäre, hätten wir die Diskussion um die Stadionverträge nicht.
In Wirklichkeit sind Profivereine stark abhängig von Subventionen aus unterschiedlichen Quellen (Sponsoren, Mäzene, Investoren, Mitglieder, Steuerzahler). Die gezahlten Steuern stammen nur zum Teil aus selbst verdientem Geld. Die Konkurrenzfähigkeit wird wesentlich durch "nicht verdientes" Geld hergestellt.
Die Entscheidung für oder gegen einen Fußballstandort ist immer eine politische oder kulturelle. Aus wirtschaftlichen Gründen allein hat Profifußball keine Existenzberechtigung. Einige wenige Akteure profitieren, aber volkswirtschaftlich ist Profifußball ein Zuschussgeschäft. Wenn Fußball weniger emotional wäre, hätten die Vereine nur eine Nischenexistenz wie die in den sogenannten Randsportarten.
21.07.2019 - 13:07 Uhr
Zitat von spassmagnet
@F1953 so wie du es schreibst, hat die Stadt Dresden ein klares Minus durch den Verein. von Steuern, die an Bund oder Land gehen, hat man direkt erstmal nix.
aber auch generell ist diese Aufrechnung der gezahlten Steuern nicht zielführend. da könnte ja jeder kommen. ...
@F1953 so wie du es schreibst, hat die Stadt Dresden ein klares Minus durch den Verein. von Steuern, die an Bund oder Land gehen, hat man direkt erstmal nix.
aber auch generell ist diese Aufrechnung der gezahlten Steuern nicht zielführend. da könnte ja jeder kommen. ...
Die Fakten:
• 2 Millionen + XX betragen die die direkten Steuereinnahmen
• Stadiongesellschaft und Dynamo sind Endkundenbetriebe.
• 5,5 Prozent Umsatz-/+ Gewerbesteuer - auf 2/3 des Umsatzes erhoben – steht der Stadt zu
• Dazu kommt der 15 % Anteil an Einkommenssteuer.
• Indirekt sind die Steuereinnahmen Dresdens durch den Verein noch viel höher.
• 35 % der Steuereinnahmen Sachsens werden direkt den Kommunen zugeteilt
Welcher Sportverein gehört in Sachsen neben Dynamo noch tatsächlich zur Geberseite?
Der Konzernverein aus LE ausgenommen, bei dem der Mutterkonzern zunächst seine Steuerlast durch die Aufwendungen und Verluste des Vereines mindert.
Dynamo ist mindestens in der 2. Liga der EINZIEGE Profiverein, der zur Geberseite gehört, auch wenn man den Betrieb des Stadions als reinen Selbstzweck und "Privatvergnügen" gleich der Fabrikhalle einer Würstchenbude begreift.
Trotz der unfassbar miesen Stadion-Knebelverträge, bei dem sich leitende Mitarbeiter der Stadt durch HBM zulasten des Hauptmieters regelrecht über den Tisch haben ziehen lassen, wären wir evtl. in der Lage in Liga 2 aufgrund der Zinsminderung ab 2020 die Stadionlast allein zu tragen, wenn man die derzeitige finanzielle Belastung des Vereins beibehalten sollte.
Die Zinsminderung ab 2020 dürfte in etwa dem bisherigen "Stadionzuschuss" entsprechen.
Klar versucht die Stadt jetzt sich komplett aus der Verantwortung zu stehlen.
Motto: Dynamo ist doch "schuldenfrei"
Dabei ist klar, dass die ca. 1,5 Millionen die wir ab 2020 für das Trainingsgelände an Miete zahlen müssen, verringern unsere ohnehin eingeschränkte Wettbewerbsfähigkeit mMn bedrohlich.
Danke liebe Stadtverwaltung auch darfür.
In der Planungsphase war klar, dass die geplanten Traininsplätze am Stadion aufgrund der Verschiebung des Stadions (Schattenbildung zum benachbarten Bad) nicht möglich waren.
Somit hätte der Stadionstandort ausgeschlossen werden müssen, ohne wenn und aber.
Zu keinem Zeitpunkt wurde dieser Fakt öffentlich kommuniziert.
Wer darauf abstellt, dass Dynamo faktisch exklusiv für ein stätisches Stadion und für das Trainingsgelände gerade stehen soll, verkennt folgende Fakten:
1.
Dynamo ist nicht allein auf dieser Fußballwelt, auch wenn es bisweilen so manchem Bewohner des Elbtals schwer fällt dies wahrzunehmen.
Durchschnittlich ca. 3 - 4 Mill Euro muss Dynamo derzeit aufgrund der Stadionbelastung mehr für den Spielbetrieb aufwenden, als die Zweitligakonkurrenz.
Die Kosten für das Trainingsgelände werden diese Diskrepanz weiter verschärfen.
Der Wettbewerbsnachteil wird mittelfristig nicht nur den Verbleib in Liga 2 zu einem Glücksspiel werden lassen.
Wir sind heute der 4. Liga näher, als der 1. Liga, auch wenn diesen Fakt keiner wahrhaben möchte.
2.
Das Dresdener Stadion als reines Privatvergnügen eines Wirtschaftsunternehmens betrachten zu wollen … was für ein Schmarren!
Selbst wenn Dynamo in Liga 4 spielen würde und sich nicht einmal einen eigenen Geräteschuppen leisten könnte, würde es dieses Stadion geben und geben müssen.
Es ist ein Märchen, dass die liebe Stadt das Stadion Dynamo zuliebe hat bauen lassen.
Einziger Grund war die wirtschaftliche Notwendigkeit.
Ohne einen Neubau hätte die Stadt mehrere Millionen in eine Ruine stecken müssen.
Nur deshalb hat es diesen Neubau plötzlich nach der WM gegeben, denn noch vor der WM war man sich schlicht provinziell verhalten, und die Bedeutung eins solchen Eventtempels für eine Entwicklung der Stadt erkennen zu können. Diese Chance 55 Millionen Euro Bundesmittel zu nutzen um eine WM-Arena mit entsprechender Strahlkraft für die Stadt errichten zu können wird es nie mehr geben.
3.
Durch den Verzicht auf diesen Eventtempel hat sich Dresden von Leipzig regelrecht abhängen lassen. Während Leipzig bewusst und konsequent u.a. ein Image als Sport- Kultur- und Eventzentrum förderte und aufbaute verpasste Dresden in einer Mischung von Selbstzufriedenheit und Lethargie den Anschluss.
4.
Die Stadt kann heute froh sein, dass sie wenigstens dieses Stadion vorweisen kann, um so wenigstens hin und wieder für einen emotionalen Höhepunkt mit Strahlkraft über das Elbtal hinaus sorgen zu können.
Auch durch die kluge Förderpolitik hat Leipzig sich zunehmend ein Image, als jung, dynamisch, offen, cool und modern verpasst. Leipzig gilt heute als eine der angesagtesten Citys Deutschlands.
Das 3. Sport- und Eventzentrum, die 100 Mill.-Ballsporthalle, wird in LE nicht wirklich für einen Handballprofiverein gebaut.
Die Stadt investiert, um im Kampf um die Weltstars auch in Zukunft mit dabei sein zu können. Die Stadtväter wissen nur zu gut, dass Besuche der Stars in der heutigen Medienwelt, der Stadt direkt und indirekt nicht nur zu Steuereinnahmen verhelfen, sondern der Stadt zu Glanz und Stolz verhelfen.
Dresden kann froh sein, dass dieses Stadion vorweisen kann, um wenigstens hin und wieder für einen emotionalen Höhepunkt mit überregionaler Bedeutung sorgen zu können.
Was wäre Dresden, wenn nicht mal Stimmung in die Bude kommt und Stars wie Helene Fischer, Rammstein oder auch Udo Lindenberg (meist nur mal schnell mal unter der Woche) auch hier vorbei schauen
. Was wäre Dresden, wenn nicht Veranstaltungen, wie das Weihnachtssingen oder ein Winter Eishockey-Derbys möglich wären.
Diese Events braucht Dresden mindestens genauso, wie die Frauenkirche, den Kulti oder die Semperoper, um in der Außendarstellung nicht nur als schön und jemütlich, aber eben auch als etwas altmodisch und zurückgewandt wahrgenommen zu werden.
5.
Die Stadt Dresden sollte im Ureigensten Interesse ihren einzigen Sportverein mit überregionaler Bedeutung fördern so gut es nur eben geht, trotz aller Probleme.
Es wäre nicht nur aus finanzieller Sicht fatal, diesen Fakt erst zu erkennen, wenn es zu spät ist.
Die bescheidenen wirtschaftlichen Erfolge unseres Vereins sind trügerisch und täuschen darüber hinweg, wie verdammt dünn das Eis ist, auf dem wir uns bewegen.
21.07.2019 - 14:34 Uhr
Ok, das ist aber nicht ganz korrekt. Nicht das mich jemand als Klugscheißer sieht, aber ich will nochmal einwas klar stellen, weil hier manchmal verschiedene Summen durcheinander gebracht oder vergessen werden.
Es gibt einmal den in den Konzessionverträgen festgelegt Zuschuss, den die Stadt immer zahlen muss.
Das sind für Liga Zwei 620k € und für Liga Drei 2,29 Mill €.
Zusätzlichen kommen noch die vom Stadtrat jährlichen beschlossenen Zuschüsse hinzu, die beliefen sich in den letzten Jahren in dem von dir genannten Bereich von um die 1,2 - 1,5 €.
In der von dir beschriebenen Saison 13/14 belief sich die Rechnung also auf:
630k + 750k = 1.380K
nach dem Abstieg, also in der Saison 14/15 kamen wir auf
1,3 M + 2,23 M = 3,53 M
sowie der aktuelle Stand von
630k + 1.500k = 2.230K
alle Angaben in €
Nur um das mit den Zuschüssen nochmal für alle zu verdeutlichen.
Es gibt einmal den in den Konzessionverträgen festgelegt Zuschuss, den die Stadt immer zahlen muss.
Das sind für Liga Zwei 620k € und für Liga Drei 2,29 Mill €.
Zusätzlichen kommen noch die vom Stadtrat jährlichen beschlossenen Zuschüsse hinzu, die beliefen sich in den letzten Jahren in dem von dir genannten Bereich von um die 1,2 - 1,5 €.
In der von dir beschriebenen Saison 13/14 belief sich die Rechnung also auf:
630k + 750k = 1.380K
nach dem Abstieg, also in der Saison 14/15 kamen wir auf
1,3 M + 2,23 M = 3,53 M
sowie der aktuelle Stand von
630k + 1.500k = 2.230K
alle Angaben in €
Nur um das mit den Zuschüssen nochmal für alle zu verdeutlichen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von SGD_Strike am 21.07.2019 um 14:35 Uhr bearbeitet
22.07.2019 - 14:09 Uhr
Ihr klingt ja alle so, als ob man damals einfach mal so ohne NOt ein neues Stadion wollte und dabei auf dem Flohmarkt übers Ohr gezogen wurde.
1. Dynamo brauchte ein Stadion, mit dem alten hätten wir keine Lizenz mehr bekommen. So war man letztendlich so stark unter Zeitdruck, zu unterschreiben, dass sogar ein Ausweichen nach leipzig in Erwägung gezogen wurde.
2. Die Stadt war Eigentümer des alten Stadions und auch der Grundfläche. Eine Modernisierung des alten RSH wurde wegen der riesigen Kosten verworfen
3. Die Stadt dachte, dass sie, obwohl sie Eigentümer sind und waren, keine oder kaum Kosten tragen müssen. Unter Vorkosjan war es Tenor, dass Dynamo, wenn es ein Stadion braucht, es dieses gefälligst selbst bezahlen soll. Und das, obwohl nichts davon Dynamo gehört.
4. es wurde damals das aus Punkt3-Sicht günstigste Angebot ausgewählt mit einem Finanz-Konstrukt, was die Stadt nicht belasten sollte, und Dynamo nicht ablehenen durfte (sonst Punkt 1- keine Lizenz). Nur deshalb hatte Vorkosjan überhaupt zugestimmt.
Dynamo hatte damals keine Change, diesen Vertragswerk nicht zuzustimmen (deswegen hatte ja RM auch hingeworfen), die die Stadt hatte sich damals ebenfalls in eine Ecke hineinbeweggt, aus der sie aus Zeitgründen nicht mehr raus gekommen wäre. Und darin baden wir noch heute.
1. Dynamo brauchte ein Stadion, mit dem alten hätten wir keine Lizenz mehr bekommen. So war man letztendlich so stark unter Zeitdruck, zu unterschreiben, dass sogar ein Ausweichen nach leipzig in Erwägung gezogen wurde.
2. Die Stadt war Eigentümer des alten Stadions und auch der Grundfläche. Eine Modernisierung des alten RSH wurde wegen der riesigen Kosten verworfen
3. Die Stadt dachte, dass sie, obwohl sie Eigentümer sind und waren, keine oder kaum Kosten tragen müssen. Unter Vorkosjan war es Tenor, dass Dynamo, wenn es ein Stadion braucht, es dieses gefälligst selbst bezahlen soll. Und das, obwohl nichts davon Dynamo gehört.
4. es wurde damals das aus Punkt3-Sicht günstigste Angebot ausgewählt mit einem Finanz-Konstrukt, was die Stadt nicht belasten sollte, und Dynamo nicht ablehenen durfte (sonst Punkt 1- keine Lizenz). Nur deshalb hatte Vorkosjan überhaupt zugestimmt.
Dynamo hatte damals keine Change, diesen Vertragswerk nicht zuzustimmen (deswegen hatte ja RM auch hingeworfen), die die Stadt hatte sich damals ebenfalls in eine Ecke hineinbeweggt, aus der sie aus Zeitgründen nicht mehr raus gekommen wäre. Und darin baden wir noch heute.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Babbichs_Guutsl am 22.07.2019 um 14:10 Uhr bearbeitet
05.01.2025 - 11:48 Uhr
Frage an einen der sich auskennt:
Dynamo zahlte also seit 15 Jahren (zusammen mit der Stadt) Miete, aber auch Baukosten und Kreditzinsen - daher 3 Mille im Jahr, richtig?
Wieso, wenn uns dann das Stadion in 14 Jahren nicht gehört? Wem gehört es dann?
Und was passiert, wenn wir die nächsten 14 Jahre es allein abzahlen? Gehört uns weiterhin dann nichts?
Die "Miete" beinhaltet die Baukosten und Kreditzinsen, als auch die Betriebskosten.
Problem beim Bau war ja, dass weder der Verein noch die Stadt die Finanzierung übernehmen konnte (Dynamo) bzw. wollte (Stadt).
Das hat dann der Bauherr übernommen (damals HBM), der sich das fürstlich bezahlen lässt.
Ich hatte vor einigen Jahren gelesen, dass das Stadion nach dem Ende der Abzahlung in den Besitz der Stadt übergeht. Die Quelle kann ich allerdings leider nicht mehr finden.
Dynamo zahlte also seit 15 Jahren (zusammen mit der Stadt) Miete, aber auch Baukosten und Kreditzinsen - daher 3 Mille im Jahr, richtig?
Wieso, wenn uns dann das Stadion in 14 Jahren nicht gehört? Wem gehört es dann?
Und was passiert, wenn wir die nächsten 14 Jahre es allein abzahlen? Gehört uns weiterhin dann nichts?
Die "Miete" beinhaltet die Baukosten und Kreditzinsen, als auch die Betriebskosten.
Problem beim Bau war ja, dass weder der Verein noch die Stadt die Finanzierung übernehmen konnte (Dynamo) bzw. wollte (Stadt).
Das hat dann der Bauherr übernommen (damals HBM), der sich das fürstlich bezahlen lässt.
Ich hatte vor einigen Jahren gelesen, dass das Stadion nach dem Ende der Abzahlung in den Besitz der Stadt übergeht. Die Quelle kann ich allerdings leider nicht mehr finden.
05.01.2025 - 13:31 Uhr
Zitat von SirKilkenny
Okay, danke für die Aufklärung ... spannend wird dann nun aber, wenn die Stadt "ihren" Anteil (weiß nicht, ob man das so nennen kann), ab 25 nicht mehr leisten kann und Dynamo es allein stemmen muss.
Geht dann ein Teil in den Besitz von Dynamo über?
Zitat von LarsSGD
Frage an einen der sich auskennt:
Dynamo zahlte also seit 15 Jahren (zusammen mit der Stadt) Miete, aber auch Baukosten und Kreditzinsen - daher 3 Mille im Jahr, richtig?
Wieso, wenn uns dann das Stadion in 14 Jahren nicht gehört? Wem gehört es dann?
Und was passiert, wenn wir die nächsten 14 Jahre es allein abzahlen? Gehört uns weiterhin dann nichts?
Die "Miete" beinhaltet die Baukosten und Kreditzinsen, als auch die Betriebskosten.
Problem beim Bau war ja, dass weder der Verein noch die Stadt die Finanzierung übernehmen konnte (Dynamo) bzw. wollte (Stadt).
Das hat dann der Bauherr übernommen (damals HBM), der sich das fürstlich bezahlen lässt.
Ich hatte vor einigen Jahren gelesen, dass das Stadion nach dem Ende der Abzahlung in den Besitz der Stadt übergeht. Die Quelle kann ich allerdings leider nicht mehr finden.
Frage an einen der sich auskennt:
Dynamo zahlte also seit 15 Jahren (zusammen mit der Stadt) Miete, aber auch Baukosten und Kreditzinsen - daher 3 Mille im Jahr, richtig?
Wieso, wenn uns dann das Stadion in 14 Jahren nicht gehört? Wem gehört es dann?
Und was passiert, wenn wir die nächsten 14 Jahre es allein abzahlen? Gehört uns weiterhin dann nichts?
Die "Miete" beinhaltet die Baukosten und Kreditzinsen, als auch die Betriebskosten.
Problem beim Bau war ja, dass weder der Verein noch die Stadt die Finanzierung übernehmen konnte (Dynamo) bzw. wollte (Stadt).
Das hat dann der Bauherr übernommen (damals HBM), der sich das fürstlich bezahlen lässt.
Ich hatte vor einigen Jahren gelesen, dass das Stadion nach dem Ende der Abzahlung in den Besitz der Stadt übergeht. Die Quelle kann ich allerdings leider nicht mehr finden.
Okay, danke für die Aufklärung ... spannend wird dann nun aber, wenn die Stadt "ihren" Anteil (weiß nicht, ob man das so nennen kann), ab 25 nicht mehr leisten kann und Dynamo es allein stemmen muss.
Geht dann ein Teil in den Besitz von Dynamo über?
Ich hab mich da vor Jahren mal mit beschäftigt, weil es mich interessiert hat. Überall, inkl. Wikipedia, steht ja immer nur Eigentümer sei die Stadt Dresden, aber über die genauen Verhältnisse spricht keiner öffentlich. Was ich rausbekommen habe ist, dass ursprünglicher Bauherr und auch Eigentümer erstmal die Stadiongesellschaft ist. Die Frage ist, wem diese gehört? Es ist eine GmbH & Co KG, d.h. es gibt einen Komplementärgesellschafter (die GmbH) und mehrere Kommanditgesellschafter. Laut https://www.northdata.de/Stadion+Dresden+Projektgesellschaft+mbH+%26+Co.KG,+Dresden/HRA+6647 ist eine Stadion Dresden Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH Komplementär und zwei Tochterunternehmen der Zech Hochbau AG, welche die BAM AG zu der HBM gehörte übernommen hat, vollständige Kommanditaktionäre. D.h. HBM/Zech gehört die Stadiongesellschaft und damit das Stadion komplett. Aussage war damals, dass die Konzession welche die Stadt der Stadiongesellschaft gegeben hat, ausläuft und somit die Stadt vollständiger Eigentümer der Stadiongesellschaft wird, wenn der Baukredit abbezahlt ist (2039). Ab dann könne theoretisch die Miete deutlich gesenkt werden, weil dann nur noch die Betriebskosten fällig werden, aber keine Zinsen (zu Sätzen von 2007) mehr. Allerdings wie schon korrekt vor mir angemerkt wurde, ist das Stadion dann komplett renovierungsbedürftig. D.h. dafür dürfte dann ein neuer Kredit über eine zweistellige Millionensumme anstehen. Dynamo hat jedenfalls keinerlei Rechte am Stadion, auch nach Kreditende nicht. Sie sitzen nur im Beirat der Stadiongesellschaft ohne Gesellschafter zu sein.
Das rechtliche Konstrukt ist ein Knebelvertrag für Dynamo das vollkommen auf Kooperation der Stadt angewiesen ist. Diese wiederum, genauer gesagt ein gewisser Hartmut Vorjohann, hat das 2007 so durchgesetzt, weil sie sich dem Druck ein drittligataugliches Stadion bereitzustellen letzendlich beugen musste. Dafür hat sie versucht das Finanzierung, soweit wie möglich auf Dynamo abzuwälzen. Denn natürlich haftet die Stadt falls die Stadiongesellschaft pleite geht und den Kredit udn die Betriebskosten nicht mehr stemmen kann, z.B. wenn der Hauptmieter Dynamo ausfällt. So kam es dann zu diesen Knebelbedingungen, wo Dynamo fast den gesamten Kredit über die Miete alleine abbezahlen soll, und zudem einen Löwenanteil an Catering-, Werbe-, Stadionnamen und sogar Zuschauereinnahmen an die Stadiongesellschaft abtreten muss.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von amras1311 am 05.01.2025 um 13:48 Uhr bearbeitet
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