Ukraine / Україна [UKR]
30.11.2005 - 13:54 Uhr
Alles zu der ukrainischen Premier Liga bzw. dem Fußball in der Ukraine allgemein. Für die Nationalmannschaft, Marktwerte und den Europapokalspielen gibt es noch separate Threads.
Hier die Teams der Saison 2019/20:
Shakhtar Donetsk
Dynamo Kiew
Zorya Luhansk
FK Oleksandria
Desna Chernihiv
FK Mariupol
Vorskla Poltava
SK Dnipro-1
FK Lviv
Karpaty Lviv
Olimpik Donetsk
Kolos Kovalivka
Die Saison beginnt am 28. Juli mit der Partie Vorskla gegen Zorya, Shakhtar trifft auswärts auf Oleksandria, Dynamo ist bei Karpaty zu Gast.
Hier die Teams der Saison 2019/20:
Shakhtar Donetsk
Dynamo Kiew
Zorya Luhansk
FK Oleksandria
Desna Chernihiv
FK Mariupol
Vorskla Poltava
SK Dnipro-1
FK Lviv
Karpaty Lviv
Olimpik Donetsk
Kolos Kovalivka
Die Saison beginnt am 28. Juli mit der Partie Vorskla gegen Zorya, Shakhtar trifft auswärts auf Oleksandria, Dynamo ist bei Karpaty zu Gast.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Maitre-Zenit am 18.04.2020 um 23:59 Uhr bearbeitet Zeige Ergebnisse 1-8 von 8.
01.12.2024 - 16:06 Uhr
Ich versuche mal, den Thread wiederzubeleben, vielleicht interessieren sich ja hier ein paar für den ukrainischen Jugendfußball, dann kann ich dazu in der Zukunft auch noch mehr bringen 😄
Ab 2022 haben infolge der Fluchtbewegung, ausgelöst durch den Angriff Russlands auf die Ukraine, Millionen von Menschen ihr Heimatland, die Ukraine, verlassen müssen. Darunter sind natürlich auch eine ganze Menge von ukrainischen Jugendfußballern gewesen und die ersten von ihnen machen gerade ihre ersten, zarten Schritte im Profibereich.
Insgesamt sind die ukrainischen Jugendspieler in ganz Europa untergekommen, besonders in Deutschland, Tschechien, Polen und Italien kicken momentan eine ganze Reihe an interessanten jungen Ukrainern in den örtlichen Nachwuchsakademien, aber auch in Portugal und Spanien haben zahlreiche junge Kicker eine neue Heimat gefunden. Der ein oder andere Ukrainer zählt mittlerweile gar zu den talentiertesten Spielern seines Vereins und manch einer durfte sogar schon Profiluft schnuppern oder ist kurz davor.
Ein Name, der in den letzten Tagen im ukrainischen Fußball für mächtigen Wirbel gesorgt hat, ist Artem Stepanov. Geboren in Lutsk, wurden schnell Vertreter des örtlichen Fußballvereins Volyn Lutsk auf den damals noch jungen Artem Stepanov aufmerksam. Es dauerte wahrlich nicht lange, bis allen aufgefallen ist, welch großes Talent in dem Mittelstürmer schlummert, weshalb er - nicht zuletzt dank dem Fakt, dass er mit seiner imposanten Statur schon damals den meisten Altersgenossen physisch vorraus war - schon in Lutsk im nächsthöheren Jahrgang spielen durfte. Sein Vater Roman Stepanov, seinerseits ebenfalls Profifußballer auf regionalem Niveau, erkannte die Anlagen seines Sohnes jedoch ebenfalls schnell, weshalb es von seiner Seite auch noch Individualförderung gab. Eines Tages ergab sich für die Stepanovs die Möglichkeit, dass der damals 12-jährige Artem ein Probetraining beim ukrainischen Fußballriesen Shakhtar Donetsk absolviert, und zwar mit Erfolg. So wechselte er in das Nachwuchsleistungszentrum von den "Bergarbeitern", wo er das erste Mal über längeren Zeitraum getrennt von seiner Familie lebte. Trotzdem avanchierte er schnell zum Leistungsträger, bis der Krieg ausbrach und Stepanov die Ukraine verlassen hat. Zuerst absolvierte er zusammen mit seinen ehemaligen Teamkollegen Dmytro Strilchuk (heute Shakhtar) und Bohdan Olychenko (heute Bayern) ein Probetraining beim deutschen Rekordmeister, eine finale Einigung ist jedoch nicht zustande bekommen. Bereits kurze Zeit später hat der heute 17-jährige Stepanov allerdings zwei weitere Einladungen zum Probetraining bekommen - eine von Borussia Mönchengladbach und eine von Bayer Leverkusen, wobei er erstere abgelehnt hat. Das Probetraining lief erfolgreich und er wurde zuerst ein Teil der U17, bevor er dank starker Leistungen früh in den Kader der U19 hochgezogen wurde und schließlich vor wenigen Tagen sogar sein Champions League Debüt für die Werkself geben durfte. Damit avanchierte er nicht nur zum jüngsten Bayer-Spieler der Champions League-Geschichte, sondern auch zum jüngsten Ukrainer, der je in der Champions League debütiert hat.
Ein weiterer ukrainischer Stürmer, der in Deutschland gerade seine ersten Schritte im Männerfußball geht, hört auf den Namen Dmytro Bohdanov. In der ukrainischen Hauptstadt Kyiv geboren, dauerte es nicht lange, bis der ukrainische Fußballriese Dynamo Kyiv auf den Mittelstürmer mit den hellblonden Haaren aufmerksam wurde und sich Bohdanov im zarten Alter von zehn Jahren zuerst dem Nachwuchsleistungszentrum Dynamos anschließ, bevor auch er sein Heimatland infolge des Krieges verlassen musste. Über das benachbarte Polen gelang die Familie Bohdanov ins sächsische Dresden, wo sie ein neues Zuhause gefunden haben. Zuerst trug der Offensivspieler in Deutschland das Trikot des Dresdener SC, allerdings hat es wahrlich nicht lange gedauert, bis das große Talent von ihm zum Vorschein kam, so, dass der Kontakt zum Drittligisten Dynamo Dresden hergestellt wurde, in dessen Dienst er dann schlußendlich getreten ist. Als er einmal das schwarz-gelbe Trikot der Sachsen anhatte, hat er schnell angefangen, sein Talent zuerst in der U17-Bundesliga, später aber auch eine Jahrgangsstufe höher, in der U19-Bundesliga zu zeigen und hat schlußendlich mit seinem Torinstinkt, seinem starken Kopfballspiel und seiner Arbeitseinstellung die Herzen bei Dynamo schnell erobert und wurde dafür bereits Ende der letzten Saison mit einem Debüt in der ersten Mannschaft belohnt, seit dieser Saison ist er fester Bestandteil des ersten Kaders, auch wenn es bisher nur zu Kurzeinsätzen gereicht hat - eine Torbeteiligung hat er sich bereits erarbeitet. Bohdanov ist übrigens der vierte Ukrainer, der das Trikot der Dresdener in einem Pflichtspiel der ersten Mannschaft getragen hat: davor haben der Mittelfeldspieler Vladyslav Kosharnyi, der übrigens genau ein Jahr im Dienste Dynamos stand, der beim BVB ausgebildete Flügelspieler Ihor Bendovskyi und der Rechtsverteidiger Kyrylo Melichenko, der sein Heimatland ebenfalls in Folge des Krieges verlassen musste, in Dresden gespielt.
Ein weiterer Ukrainer, der bereits in jungen Jahren an die erste Mannschaft seines Vereins herangeführt wird, ist der beim italienischen FC Empoli unter Vertrag stehende Mittelstürmer Bohdan Popov. Der 17-Jährige, der mit 1,93m bereits beachtliche körperliche Maße angenommen hat, wurde in Nizhyn im Chernihiv Oblast geboren, einer mittelgroßen im Norden des Landes, die international hauptsächlich für die Produktion von in Konserven verpacktes Gemüse bekannt ist. Dort begann er auch mit dem Fußballspielen, unterstützt von seinem Vater Ruslan Popov, der ebenfalls Fußballspieler war. Während eines Testspiels gegen Dynamo Kyiv ist der junge Bohdan Popov den Scouts des 16-maligen ukrainischen Meisters aufgefallen, weshalb er sich ebenfalls dem Nachwuchs Dynamos anschloß. Dafür hat er viel in Kauf genommen, so ist er anfangs die ungefähr 150km lange Strecke zwischen Kyiv und Nizhyn regelmäßig gependelt, bis sich die Möglichkeit geboten hat, auf dem Akademiegelände unterzukommen. Als 2022 jedoch der Krieg gegen die Ukraine neue Maße annahm, tobten die Kämpfe auch in seiner Heimatregion, die Chernihiv Oblast wurde zu Beginn des Krieges ebenfalls stark angegriffen, weshalb Popov sofort wusste, dass er vorerst nicht nach Hause zurückkehren könne und sich zusammen mit seiner Familie so entschlossen hat, das Land zu verlassen. Zuerst ließ er sich mit anderen Teamkollegen in Polen nieder und streifte sich das Trikot von Gornik Zabrze über, wo er nicht in seinem Jahrgang, sondern im nächstälteren trainierte und spielte. Die Eingewöhnung fiel ihm laut eigener Aussage durch seine guten Englischkenntnisse als auch durch seine Selbstständigkeit in Folge des Faktes, dass er bereits im jungen Alter von 12 Jahren von Zuhause ins Internat Dynamos zog, nicht schwer. Trotzalledem verließ er das Land mithilfe eines Familienfreundes, der in Italien wohnt, nach einem Jahr schon wieder. Nachdem ein Probetraining bei Spezia zwar erfolgreich lief, aber vereinsinterne Gründe eine Verpflichtung verhinderten, nahm der Offensivspieler ein Probetrainingsangebot vom FC Empoli an, welches erfolgreich lief. Er unterschrieb den Vertrag und stieß zum Team. Von da ab an zeigte der Stürmer sein Talent im italienischen Jugendfußball, was dazu führte, dass er nicht nur zum ukrainischen U17-Nationalspieler avanchierte, sondern auch seit dieser Saison auch drei Mal im Kader der ersten Mannschaft stand. Auf sein Debüt im Herrenfußball muss er jedoch noch warten - vielleicht ja nicht mehr allzulange.
Dies waren drei interessante Namen, von denen ich mir gut vorstellen kann, dass sie im Laufe der nächsten 1 1/2 Saisons ihren endgültigen Durchbruch im Profifußball feiern werden. Mit den Jahren werden hoffentlich aber noch mehr von den Jungs, die die Ukraine in Folge der Ereignisse seit 2021 verlassen haben, ihren Durchbruch im Profifußball feiern. So durften bereits in ganz Europa junge Ukrainer in den ersten Mannschaften ihres jeweiligen Vereins mittrainieren, zum Beispiel die beiden Torhüter Illya Voloshyn (Real Madrid) und Oleksandr Petrenko (Bayer Leverkusen) oder Dortmunds Mittelfeldakteur Danylo Krevsun, der mittlerweile auch in der dritten Liga für die zweite Mannschaft des BVB zum Zug kommt.
Ab 2022 haben infolge der Fluchtbewegung, ausgelöst durch den Angriff Russlands auf die Ukraine, Millionen von Menschen ihr Heimatland, die Ukraine, verlassen müssen. Darunter sind natürlich auch eine ganze Menge von ukrainischen Jugendfußballern gewesen und die ersten von ihnen machen gerade ihre ersten, zarten Schritte im Profibereich.
Insgesamt sind die ukrainischen Jugendspieler in ganz Europa untergekommen, besonders in Deutschland, Tschechien, Polen und Italien kicken momentan eine ganze Reihe an interessanten jungen Ukrainern in den örtlichen Nachwuchsakademien, aber auch in Portugal und Spanien haben zahlreiche junge Kicker eine neue Heimat gefunden. Der ein oder andere Ukrainer zählt mittlerweile gar zu den talentiertesten Spielern seines Vereins und manch einer durfte sogar schon Profiluft schnuppern oder ist kurz davor.
Ein Name, der in den letzten Tagen im ukrainischen Fußball für mächtigen Wirbel gesorgt hat, ist Artem Stepanov. Geboren in Lutsk, wurden schnell Vertreter des örtlichen Fußballvereins Volyn Lutsk auf den damals noch jungen Artem Stepanov aufmerksam. Es dauerte wahrlich nicht lange, bis allen aufgefallen ist, welch großes Talent in dem Mittelstürmer schlummert, weshalb er - nicht zuletzt dank dem Fakt, dass er mit seiner imposanten Statur schon damals den meisten Altersgenossen physisch vorraus war - schon in Lutsk im nächsthöheren Jahrgang spielen durfte. Sein Vater Roman Stepanov, seinerseits ebenfalls Profifußballer auf regionalem Niveau, erkannte die Anlagen seines Sohnes jedoch ebenfalls schnell, weshalb es von seiner Seite auch noch Individualförderung gab. Eines Tages ergab sich für die Stepanovs die Möglichkeit, dass der damals 12-jährige Artem ein Probetraining beim ukrainischen Fußballriesen Shakhtar Donetsk absolviert, und zwar mit Erfolg. So wechselte er in das Nachwuchsleistungszentrum von den "Bergarbeitern", wo er das erste Mal über längeren Zeitraum getrennt von seiner Familie lebte. Trotzdem avanchierte er schnell zum Leistungsträger, bis der Krieg ausbrach und Stepanov die Ukraine verlassen hat. Zuerst absolvierte er zusammen mit seinen ehemaligen Teamkollegen Dmytro Strilchuk (heute Shakhtar) und Bohdan Olychenko (heute Bayern) ein Probetraining beim deutschen Rekordmeister, eine finale Einigung ist jedoch nicht zustande bekommen. Bereits kurze Zeit später hat der heute 17-jährige Stepanov allerdings zwei weitere Einladungen zum Probetraining bekommen - eine von Borussia Mönchengladbach und eine von Bayer Leverkusen, wobei er erstere abgelehnt hat. Das Probetraining lief erfolgreich und er wurde zuerst ein Teil der U17, bevor er dank starker Leistungen früh in den Kader der U19 hochgezogen wurde und schließlich vor wenigen Tagen sogar sein Champions League Debüt für die Werkself geben durfte. Damit avanchierte er nicht nur zum jüngsten Bayer-Spieler der Champions League-Geschichte, sondern auch zum jüngsten Ukrainer, der je in der Champions League debütiert hat.
Ein weiterer ukrainischer Stürmer, der in Deutschland gerade seine ersten Schritte im Männerfußball geht, hört auf den Namen Dmytro Bohdanov. In der ukrainischen Hauptstadt Kyiv geboren, dauerte es nicht lange, bis der ukrainische Fußballriese Dynamo Kyiv auf den Mittelstürmer mit den hellblonden Haaren aufmerksam wurde und sich Bohdanov im zarten Alter von zehn Jahren zuerst dem Nachwuchsleistungszentrum Dynamos anschließ, bevor auch er sein Heimatland infolge des Krieges verlassen musste. Über das benachbarte Polen gelang die Familie Bohdanov ins sächsische Dresden, wo sie ein neues Zuhause gefunden haben. Zuerst trug der Offensivspieler in Deutschland das Trikot des Dresdener SC, allerdings hat es wahrlich nicht lange gedauert, bis das große Talent von ihm zum Vorschein kam, so, dass der Kontakt zum Drittligisten Dynamo Dresden hergestellt wurde, in dessen Dienst er dann schlußendlich getreten ist. Als er einmal das schwarz-gelbe Trikot der Sachsen anhatte, hat er schnell angefangen, sein Talent zuerst in der U17-Bundesliga, später aber auch eine Jahrgangsstufe höher, in der U19-Bundesliga zu zeigen und hat schlußendlich mit seinem Torinstinkt, seinem starken Kopfballspiel und seiner Arbeitseinstellung die Herzen bei Dynamo schnell erobert und wurde dafür bereits Ende der letzten Saison mit einem Debüt in der ersten Mannschaft belohnt, seit dieser Saison ist er fester Bestandteil des ersten Kaders, auch wenn es bisher nur zu Kurzeinsätzen gereicht hat - eine Torbeteiligung hat er sich bereits erarbeitet. Bohdanov ist übrigens der vierte Ukrainer, der das Trikot der Dresdener in einem Pflichtspiel der ersten Mannschaft getragen hat: davor haben der Mittelfeldspieler Vladyslav Kosharnyi, der übrigens genau ein Jahr im Dienste Dynamos stand, der beim BVB ausgebildete Flügelspieler Ihor Bendovskyi und der Rechtsverteidiger Kyrylo Melichenko, der sein Heimatland ebenfalls in Folge des Krieges verlassen musste, in Dresden gespielt.
Ein weiterer Ukrainer, der bereits in jungen Jahren an die erste Mannschaft seines Vereins herangeführt wird, ist der beim italienischen FC Empoli unter Vertrag stehende Mittelstürmer Bohdan Popov. Der 17-Jährige, der mit 1,93m bereits beachtliche körperliche Maße angenommen hat, wurde in Nizhyn im Chernihiv Oblast geboren, einer mittelgroßen im Norden des Landes, die international hauptsächlich für die Produktion von in Konserven verpacktes Gemüse bekannt ist. Dort begann er auch mit dem Fußballspielen, unterstützt von seinem Vater Ruslan Popov, der ebenfalls Fußballspieler war. Während eines Testspiels gegen Dynamo Kyiv ist der junge Bohdan Popov den Scouts des 16-maligen ukrainischen Meisters aufgefallen, weshalb er sich ebenfalls dem Nachwuchs Dynamos anschloß. Dafür hat er viel in Kauf genommen, so ist er anfangs die ungefähr 150km lange Strecke zwischen Kyiv und Nizhyn regelmäßig gependelt, bis sich die Möglichkeit geboten hat, auf dem Akademiegelände unterzukommen. Als 2022 jedoch der Krieg gegen die Ukraine neue Maße annahm, tobten die Kämpfe auch in seiner Heimatregion, die Chernihiv Oblast wurde zu Beginn des Krieges ebenfalls stark angegriffen, weshalb Popov sofort wusste, dass er vorerst nicht nach Hause zurückkehren könne und sich zusammen mit seiner Familie so entschlossen hat, das Land zu verlassen. Zuerst ließ er sich mit anderen Teamkollegen in Polen nieder und streifte sich das Trikot von Gornik Zabrze über, wo er nicht in seinem Jahrgang, sondern im nächstälteren trainierte und spielte. Die Eingewöhnung fiel ihm laut eigener Aussage durch seine guten Englischkenntnisse als auch durch seine Selbstständigkeit in Folge des Faktes, dass er bereits im jungen Alter von 12 Jahren von Zuhause ins Internat Dynamos zog, nicht schwer. Trotzalledem verließ er das Land mithilfe eines Familienfreundes, der in Italien wohnt, nach einem Jahr schon wieder. Nachdem ein Probetraining bei Spezia zwar erfolgreich lief, aber vereinsinterne Gründe eine Verpflichtung verhinderten, nahm der Offensivspieler ein Probetrainingsangebot vom FC Empoli an, welches erfolgreich lief. Er unterschrieb den Vertrag und stieß zum Team. Von da ab an zeigte der Stürmer sein Talent im italienischen Jugendfußball, was dazu führte, dass er nicht nur zum ukrainischen U17-Nationalspieler avanchierte, sondern auch seit dieser Saison auch drei Mal im Kader der ersten Mannschaft stand. Auf sein Debüt im Herrenfußball muss er jedoch noch warten - vielleicht ja nicht mehr allzulange.
Dies waren drei interessante Namen, von denen ich mir gut vorstellen kann, dass sie im Laufe der nächsten 1 1/2 Saisons ihren endgültigen Durchbruch im Profifußball feiern werden. Mit den Jahren werden hoffentlich aber noch mehr von den Jungs, die die Ukraine in Folge der Ereignisse seit 2021 verlassen haben, ihren Durchbruch im Profifußball feiern. So durften bereits in ganz Europa junge Ukrainer in den ersten Mannschaften ihres jeweiligen Vereins mittrainieren, zum Beispiel die beiden Torhüter Illya Voloshyn (Real Madrid) und Oleksandr Petrenko (Bayer Leverkusen) oder Dortmunds Mittelfeldakteur Danylo Krevsun, der mittlerweile auch in der dritten Liga für die zweite Mannschaft des BVB zum Zug kommt.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von WhiteRodman am 01.12.2024 um 16:29 Uhr bearbeitet
05.12.2024 - 23:26 Uhr
Vor 5 Tagen habe ich noch über Artem Stepanov geschrieben, mittlerweile geht in der ukrainischen Fußballmedienlandschaft das Gerücht umher, dass der Stürmer in Zukunft für ein anderes Land auf Torejagd gehen könnte, laut Angaben von Vatsko soll der DFB daran interessiert sein, Stepanov davon zu überzeugen, für Deutschland zu spielen, es soll wohl sogar schon ein konkretes Angebot vorliegen. Ich habe mir mal dazu Gedanken gemacht.
Stepanov selber schweigt eisern, während die Gerüchteküche brodelt. Will Stepanov für den DFB spielen? Will der DFB, dass Stepanov für Deutschland spielt? Fühlt er sich überhaupt noch als Ukrainer? All das sind Aussagen, die ich zu dem Thema bisher in den sozialen Netzwerken wahrgenommen habe. Der Trainer unserer U19-Nationalmannschaft, Dmytro Mykhailenko, hingegen hat sich bereits zu der Sache geäußert, so gab er an, davon "schon seit längerem zu hören, sowohl davon, dass Stepanov für Deutschland spielen möchte, als auch, dass Deutschland Stepanov einbürgern möchte", aber gibt auch an, dies sei keine Frage für ihn. Um ehrlich zu sein, allzu zuversichtlich klingen seine Worte nicht, wenn es darum geht, ob der junge Mittelstürmer in der Zukunft noch das Trikot der Ukraine trägt. So sagt er, Stepanov wurde für die Ukraine in allen Alterskategorien einberufen. Stepanov spielt für die ukrainische U17 und die einzige Frage ist: Hat Stepanov selber den Wunsch und das Verlangen für die Ukraine zu spielen? Wenn ja, wäre das toll, und wenn nein, dann ist das seine Entscheidung, wir können da keinen Druck auf ihn ausüben. Vielleicht fühlt er sich ja schon als Deutscher."
Ich ziehe da persönlich mit Mykhailenko mit. Es wäre natürlich extrem schön, wenn sich der junge Leverkusener dazu entscheidet, seinen Weg in der ukrainischen Nationalmannschaft fortzusetzen, besonders weil ich ihn nicht nur für einen der talentiertesten ukrainischen Jungstürmer halte, sondern der Meinung bin, dass Stepanov einer der interessantesten Talente weltweit auf seiner Position ist. Allerdings sage ich auch: Reisende soll man nicht aufhalten. Für welches Land er sich auch immer entscheidet, sowohl die ukrainische als auch die deutsche Nationalmannschaft werden nicht aufhören zu existieren durch diese Entscheidung. Es ist sicherlich ein großer Verlust für uns, aber ich bin extrem davon überzeugt, dass sich immer mindestens elf Ukrainer finden werden, die uns stolz in der Welt repräsentieren möchten. Sollte sich der Leverkusener Shootingstar gegen uns entscheiden, wäre er nicht der erste - und sicherlich auch nicht der letzte, der dies tun wird. Es haben sich schon einige Spieler, die rein theoretisch für die Ukraine hätten auflaufen können, für andere Nationen entschieden, und das aus den unterschiedlichsten Gründen. Ein Erik Sviatchenko, der stattdessen fünf Mal für Dänemark aufgelaufen ist, hat das Ganze zum Beispiel mit seiner Identifikation mit Dänemark, immerhin sein Geburtsland, begründet. Andere Spieler, wie z.B. Aserbaidschans Emil Mustafayev haben für sich keine Chance auf einen Platz in der Nationalmannschaft gesehen. Wieder andere haben sich aufgrund bessere Chancen für die Karriere in den Dienst eines anderen Landes gestellt.
Natürlich stellt sich bei mir auch die Frage, ob das ganze der Sinn von Nationalmannschaften ist, wenn ein in der Ukraine geborener ukrainischer Staatsangehöriger ohne Wurzeln in Deutschland plötzlich die Möglichkeit erhält, den DFB nach nur zwei Jahren Aufenthalt in diesem Land zu repräsentieren. Ich persönlich sehe das nicht so, das habe ich auch schon im Leverkusener Forum geschrieben, das ist für mich einfach nicht der Sinn von Nationalmannschaften. Langfristig läuft man Gefahr, dass die Nationalmannschaften zu einer Art "zweiter Vereinsebene" werden, wo man für das "größte" Land mit der stärksten Mannschaft aufläuft anstatt für das Land, was man im Herzen trägt oder sich mal eben im nächstbesten Land einbürgern lässt, um überhaupt eine Chance auf Länderspiele zu haben, weil es für das eigene Land nicht reicht, wie es schon der eine oder andere Spieler getan hat.
Kann man dem DFB einen Vorwurf machen, sollten die Behauptungen wahr sein und Deutschland versucht wirklich, den jungen Stürmer von einem Nationenwechsel zu überzeugen? Meine persönliche Meinung: Nein, kann man nicht, und wenn, dann wirklich nur bedingt. Der DFB macht nichts, was die UAF vermutlich nicht auch probieren würde, wenn man die Chance dazu hat. Auch wir haben anderen Ländern schon Jugendspieler weggeschnappt, teilweise knapp vor der Nase. Ein rezentes Beispiel wäre die Nominierung vom Gladbacher U17-Flügelspieler Artem Muradyan, welcher in der Ukraine als Sohn zweier armenischer Eltern geboren wurde. Dieser hat vor seiner Ukraine-Nominierung auch angegeben, dass er sich sehr freuen würde, für Armenien! zu spielen. Nach seiner Nominierung hat er in einem Interview angegeben, dass mit Armenien schon fast alles klar war, allerdings bürokratische Probleme eine Nominierung zumindest kurzfristig verhindert haben sollen, weshalb er schließlich - zumindest vorrübergehend, ein Verbandswechsel wäre immer noch möglich, das ukrainische Trikot trägt. Ich glaube, in Armenien war man darüber auch nicht begeistert. In Tadschikistan hätte man es sicherlich auch lieber gesehen, wenn Mukhammad Dzhurabayev für sein Geburtsland gespielt hätte anstatt für uns, wobei man in diesem Fall ja noch argumentieren kann, dass der in der tadschikischen Hauptstadt Dushanbe geborene Dzhurabayev als Fußballer nahezu ausschließlich bei Rukh Lviv, und damit in der Ukraine, ausgebildet wurde. Mal ist man der Baum, mal der Hund. Mal gewinnen wir im "Kampf" um Talente und gestandene Spieler, die für mehrere Nationen auflaufen können, mal verlieren wir.
Sportlich gesehen wäre es natürlich extrem schade und auch ein Rückschlag für die Ukraine. Menschlich gesehen kann ich nur betonen, dass Stepanov, so wie jeder andere Spieler auch, das Land repräsentieren sollte, das er in seinem Herzen trägt, ganz egal ob es nun die Ukraine oder Deutschland wird. Die Ukraine als auch Deutschland und jedes andere Land verdienen in jedem Jahrgang elf Spieler auf dem Feld, die ihr Land mit Herzblut in der Welt repräsentieren. Auch das habe ich im Leverkusener Forum in Stepanovs Thread schon geschrieben und werde es hier noch mal tun: Weder die ukrainische, noch die deutsche Nationalmannschaft werden aufhören zu existieren, ganz egal, wie sich Stepanov entscheiden wird. Die Uhren werden sich mit und ohne ihm weiter drehen.
"Und wer spielt in der Zukunft im Sturm für uns? Stepanov ist unser größtes Stürmertalent! Dovbyk wird auch nicht jünger!" - Auch dazu habe ich mir meine Gedanken gemacht und ich muss sagen, es gibt durchaus den einen oder anderen interessanten Jungstürmer in unseren Reihen. Einer davon wäre Dresdens Dmytro Bohdanov, über den ich ja in meinem vorherigen Beitrag schon ein wenig gesprochen habe. Ich bin sicherlich nicht der einzige, der dem Dresdener eine große Karriere vorraussagt und wenn er sich weiter so entwickelt wie bisher, sehe ich in ihm eine echter Alternative für die Nationalmannschaft.
Ein weiterer vielversprechender Name ist Matviy Ponomarenko. Der 18-Jährige steht momentan bei Dynamo Kyiv, was auch sein Ausbildungsverein ist, unter Vertrag und fällt in erster Linie durch seine enorme Treffsicherheit auf: Für die U19 der Ukraine, die er momentan auch als Kapitän anführt, stehen momentan zehn Tore und ein Assist in 14 Spielen zu Buche, auf Vereinsebene konnte er diese Saison für die U19 von Dynamo in 11 Spielen ebenfalls zehn Tore schießen und zwei weitere vorbereiten, außerdem hat er diese Saison auch ein Kurzeinsatz für die erste Mannschaft gehabt. Allerdings sollte der Stürmer spätestens nächste Saison ausgeliehen werden, wenn Vanat und Guerrero verletzungsfrei bleiben und nicht mindestens einer der beiden den Verein verlässt - was ich gerade bei letzterem absolut nicht sehe, immerhin ist er erst diese Saison nach Kyiv gewechselt. Sein Vertrag mit dem ukrainischen Rekordmeister läuft noch bis 2026, daher ist auch ein permanenter Abschied aus der Hauptstadt nicht auszuschließen.
Ein weiteres interessantes Stürmertalent, was eigentlich für Dynamo Kyiv spielt, allerdings momentan an Zorya Luhansk ausgeliehen ist, ist Fedir Zadorozhnyi. Seltsamerweise läuft der in Donetsk geborene Mittelstürmer, der mit 1,95m ebenfalls beachtliche Körpermaße angenommen hat, von der Statur allerdings noch Potenzial nach oben hat, trotz furchterregender Statistiken komplett unter dem Radar, so hat er diese Saison in vierzehn Spielen 18! mal getroffen und hat auch noch 7 weitere Tore vorbereitet. Laut Transfermarkt trifft er alle 67 Minuten. Eine Berufung in die ukrainische Jugendnationalmannschaft blieb ihm allerdings bisher verwehrt. Allerdings wurde er letzten Spieltag mit seinem Herrendebüt belohnt. Fest steht, zumindest für mich, sollte er diese Entwicklung beibehalten könnte er spätestens in ein paar Jahren eine ernsthafte Alternative für die "Zbirna" sein.
Einige weitere Namen, die zwar noch ein wenig vom Herrenbereich entfernt sind, aber bereits jetzt großes Talent zeigen wären Ihor Zadvornyi (*2009, Eintracht Frankfurt Jugend), Illya Menshykov (*2008, Austria Wien U18) und Dmytro Zudin (*2008, Hajduk Split U17).
Aber im Endeffekt sind das alles nichts als Spekulationen und Gedankenspiele, zumindest solange Stepanov eisern schweigt, wie er es bisher tut. Bisher hat er sich nämlich zu der Saga absolut nicht geäußert, interessanterweise hat er aber auf meinem Instagramkanal einen Beitrag geliket, wo er sowohl im ukrainischen Nationaltrikot als auch im deutschen, in das ich ihn mit Photoshop reingesteckt habe, zu sehen war.
Stepanov selber schweigt eisern, während die Gerüchteküche brodelt. Will Stepanov für den DFB spielen? Will der DFB, dass Stepanov für Deutschland spielt? Fühlt er sich überhaupt noch als Ukrainer? All das sind Aussagen, die ich zu dem Thema bisher in den sozialen Netzwerken wahrgenommen habe. Der Trainer unserer U19-Nationalmannschaft, Dmytro Mykhailenko, hingegen hat sich bereits zu der Sache geäußert, so gab er an, davon "schon seit längerem zu hören, sowohl davon, dass Stepanov für Deutschland spielen möchte, als auch, dass Deutschland Stepanov einbürgern möchte", aber gibt auch an, dies sei keine Frage für ihn. Um ehrlich zu sein, allzu zuversichtlich klingen seine Worte nicht, wenn es darum geht, ob der junge Mittelstürmer in der Zukunft noch das Trikot der Ukraine trägt. So sagt er, Stepanov wurde für die Ukraine in allen Alterskategorien einberufen. Stepanov spielt für die ukrainische U17 und die einzige Frage ist: Hat Stepanov selber den Wunsch und das Verlangen für die Ukraine zu spielen? Wenn ja, wäre das toll, und wenn nein, dann ist das seine Entscheidung, wir können da keinen Druck auf ihn ausüben. Vielleicht fühlt er sich ja schon als Deutscher."
Ich ziehe da persönlich mit Mykhailenko mit. Es wäre natürlich extrem schön, wenn sich der junge Leverkusener dazu entscheidet, seinen Weg in der ukrainischen Nationalmannschaft fortzusetzen, besonders weil ich ihn nicht nur für einen der talentiertesten ukrainischen Jungstürmer halte, sondern der Meinung bin, dass Stepanov einer der interessantesten Talente weltweit auf seiner Position ist. Allerdings sage ich auch: Reisende soll man nicht aufhalten. Für welches Land er sich auch immer entscheidet, sowohl die ukrainische als auch die deutsche Nationalmannschaft werden nicht aufhören zu existieren durch diese Entscheidung. Es ist sicherlich ein großer Verlust für uns, aber ich bin extrem davon überzeugt, dass sich immer mindestens elf Ukrainer finden werden, die uns stolz in der Welt repräsentieren möchten. Sollte sich der Leverkusener Shootingstar gegen uns entscheiden, wäre er nicht der erste - und sicherlich auch nicht der letzte, der dies tun wird. Es haben sich schon einige Spieler, die rein theoretisch für die Ukraine hätten auflaufen können, für andere Nationen entschieden, und das aus den unterschiedlichsten Gründen. Ein Erik Sviatchenko, der stattdessen fünf Mal für Dänemark aufgelaufen ist, hat das Ganze zum Beispiel mit seiner Identifikation mit Dänemark, immerhin sein Geburtsland, begründet. Andere Spieler, wie z.B. Aserbaidschans Emil Mustafayev haben für sich keine Chance auf einen Platz in der Nationalmannschaft gesehen. Wieder andere haben sich aufgrund bessere Chancen für die Karriere in den Dienst eines anderen Landes gestellt.
Natürlich stellt sich bei mir auch die Frage, ob das ganze der Sinn von Nationalmannschaften ist, wenn ein in der Ukraine geborener ukrainischer Staatsangehöriger ohne Wurzeln in Deutschland plötzlich die Möglichkeit erhält, den DFB nach nur zwei Jahren Aufenthalt in diesem Land zu repräsentieren. Ich persönlich sehe das nicht so, das habe ich auch schon im Leverkusener Forum geschrieben, das ist für mich einfach nicht der Sinn von Nationalmannschaften. Langfristig läuft man Gefahr, dass die Nationalmannschaften zu einer Art "zweiter Vereinsebene" werden, wo man für das "größte" Land mit der stärksten Mannschaft aufläuft anstatt für das Land, was man im Herzen trägt oder sich mal eben im nächstbesten Land einbürgern lässt, um überhaupt eine Chance auf Länderspiele zu haben, weil es für das eigene Land nicht reicht, wie es schon der eine oder andere Spieler getan hat.
Kann man dem DFB einen Vorwurf machen, sollten die Behauptungen wahr sein und Deutschland versucht wirklich, den jungen Stürmer von einem Nationenwechsel zu überzeugen? Meine persönliche Meinung: Nein, kann man nicht, und wenn, dann wirklich nur bedingt. Der DFB macht nichts, was die UAF vermutlich nicht auch probieren würde, wenn man die Chance dazu hat. Auch wir haben anderen Ländern schon Jugendspieler weggeschnappt, teilweise knapp vor der Nase. Ein rezentes Beispiel wäre die Nominierung vom Gladbacher U17-Flügelspieler Artem Muradyan, welcher in der Ukraine als Sohn zweier armenischer Eltern geboren wurde. Dieser hat vor seiner Ukraine-Nominierung auch angegeben, dass er sich sehr freuen würde, für Armenien! zu spielen. Nach seiner Nominierung hat er in einem Interview angegeben, dass mit Armenien schon fast alles klar war, allerdings bürokratische Probleme eine Nominierung zumindest kurzfristig verhindert haben sollen, weshalb er schließlich - zumindest vorrübergehend, ein Verbandswechsel wäre immer noch möglich, das ukrainische Trikot trägt. Ich glaube, in Armenien war man darüber auch nicht begeistert. In Tadschikistan hätte man es sicherlich auch lieber gesehen, wenn Mukhammad Dzhurabayev für sein Geburtsland gespielt hätte anstatt für uns, wobei man in diesem Fall ja noch argumentieren kann, dass der in der tadschikischen Hauptstadt Dushanbe geborene Dzhurabayev als Fußballer nahezu ausschließlich bei Rukh Lviv, und damit in der Ukraine, ausgebildet wurde. Mal ist man der Baum, mal der Hund. Mal gewinnen wir im "Kampf" um Talente und gestandene Spieler, die für mehrere Nationen auflaufen können, mal verlieren wir.
Sportlich gesehen wäre es natürlich extrem schade und auch ein Rückschlag für die Ukraine. Menschlich gesehen kann ich nur betonen, dass Stepanov, so wie jeder andere Spieler auch, das Land repräsentieren sollte, das er in seinem Herzen trägt, ganz egal ob es nun die Ukraine oder Deutschland wird. Die Ukraine als auch Deutschland und jedes andere Land verdienen in jedem Jahrgang elf Spieler auf dem Feld, die ihr Land mit Herzblut in der Welt repräsentieren. Auch das habe ich im Leverkusener Forum in Stepanovs Thread schon geschrieben und werde es hier noch mal tun: Weder die ukrainische, noch die deutsche Nationalmannschaft werden aufhören zu existieren, ganz egal, wie sich Stepanov entscheiden wird. Die Uhren werden sich mit und ohne ihm weiter drehen.
"Und wer spielt in der Zukunft im Sturm für uns? Stepanov ist unser größtes Stürmertalent! Dovbyk wird auch nicht jünger!" - Auch dazu habe ich mir meine Gedanken gemacht und ich muss sagen, es gibt durchaus den einen oder anderen interessanten Jungstürmer in unseren Reihen. Einer davon wäre Dresdens Dmytro Bohdanov, über den ich ja in meinem vorherigen Beitrag schon ein wenig gesprochen habe. Ich bin sicherlich nicht der einzige, der dem Dresdener eine große Karriere vorraussagt und wenn er sich weiter so entwickelt wie bisher, sehe ich in ihm eine echter Alternative für die Nationalmannschaft.
Ein weiterer vielversprechender Name ist Matviy Ponomarenko. Der 18-Jährige steht momentan bei Dynamo Kyiv, was auch sein Ausbildungsverein ist, unter Vertrag und fällt in erster Linie durch seine enorme Treffsicherheit auf: Für die U19 der Ukraine, die er momentan auch als Kapitän anführt, stehen momentan zehn Tore und ein Assist in 14 Spielen zu Buche, auf Vereinsebene konnte er diese Saison für die U19 von Dynamo in 11 Spielen ebenfalls zehn Tore schießen und zwei weitere vorbereiten, außerdem hat er diese Saison auch ein Kurzeinsatz für die erste Mannschaft gehabt. Allerdings sollte der Stürmer spätestens nächste Saison ausgeliehen werden, wenn Vanat und Guerrero verletzungsfrei bleiben und nicht mindestens einer der beiden den Verein verlässt - was ich gerade bei letzterem absolut nicht sehe, immerhin ist er erst diese Saison nach Kyiv gewechselt. Sein Vertrag mit dem ukrainischen Rekordmeister läuft noch bis 2026, daher ist auch ein permanenter Abschied aus der Hauptstadt nicht auszuschließen.
Ein weiteres interessantes Stürmertalent, was eigentlich für Dynamo Kyiv spielt, allerdings momentan an Zorya Luhansk ausgeliehen ist, ist Fedir Zadorozhnyi. Seltsamerweise läuft der in Donetsk geborene Mittelstürmer, der mit 1,95m ebenfalls beachtliche Körpermaße angenommen hat, von der Statur allerdings noch Potenzial nach oben hat, trotz furchterregender Statistiken komplett unter dem Radar, so hat er diese Saison in vierzehn Spielen 18! mal getroffen und hat auch noch 7 weitere Tore vorbereitet. Laut Transfermarkt trifft er alle 67 Minuten. Eine Berufung in die ukrainische Jugendnationalmannschaft blieb ihm allerdings bisher verwehrt. Allerdings wurde er letzten Spieltag mit seinem Herrendebüt belohnt. Fest steht, zumindest für mich, sollte er diese Entwicklung beibehalten könnte er spätestens in ein paar Jahren eine ernsthafte Alternative für die "Zbirna" sein.
Einige weitere Namen, die zwar noch ein wenig vom Herrenbereich entfernt sind, aber bereits jetzt großes Talent zeigen wären Ihor Zadvornyi (*2009, Eintracht Frankfurt Jugend), Illya Menshykov (*2008, Austria Wien U18) und Dmytro Zudin (*2008, Hajduk Split U17).
Aber im Endeffekt sind das alles nichts als Spekulationen und Gedankenspiele, zumindest solange Stepanov eisern schweigt, wie er es bisher tut. Bisher hat er sich nämlich zu der Saga absolut nicht geäußert, interessanterweise hat er aber auf meinem Instagramkanal einen Beitrag geliket, wo er sowohl im ukrainischen Nationaltrikot als auch im deutschen, in das ich ihn mit Photoshop reingesteckt habe, zu sehen war.
06.12.2024 - 22:06 Uhr
Ein weiteres junges ukrainisches Talent durfte in der vergangenen Nacht einen Meilenstein in seiner noch jungen Karriere zelebrieren, und zwar Maksym Voronov, der 18-Jährige Torhüter des brasilianischen Erstligisten Athletico Paranaense. Während er momentan eigentlich noch für die U20 der "Furacao", wie das brasilianische Team von seinen Anhängern genannt wird, zum Einsatz kommt, wurde er gestern Nacht das erste Mal für den Kader der ersten Mannschaft vornominiert, hat allerdings den finalen Sprung in den Spieltagskader noch! nicht geschafft. Leider hat Athletico das Ligaspiel gegen den direkten Abstiegskonkurrenten RedBull Bragantino mit 2-1 verloren.
Die Mannschaft aus dem Süden Brasiliens dürfte für ukrainische Hardcore-Fußballfans keine Unbekannte sein, so gibt es doch die eine oder andere Überschneidung zwischen Athletico und dem ukrainischen Fußball, so ist Voronov nicht der erste Ukrainer, der das rot-schwarze Trikot trägt. Davor hat es ihm der 26-malige Nationalspieler Marlos gleich getan - es war die letzte Station in der Karriere der Shakhtar-Legende, die im Mai endgültig die Schuhe an den Nagel gehängt hat. Auch eine weitere Donetsker Fußballikone hat das Trikot Athleticos bereits in der Vergangenheit getragen und trägt es seit 2022 wieder: Die Rede ist von Fernandinho, der sich gleich bei drei Vereinen einen Legendenstatus erarbeitet hat: bei seinem Ausbildungsverein Athletico, in Donetsk als auch bei Manchester City. Dementsprechend gehe ich davon aus, dass der zweifache Sieger der Copa Sudamericana manch einem ukrainischem Fußballfan bekannt ist, besonders jenen, die Sympathien für Shakhtar hegen. Mit beiden steht Voronov übrigens im regelmäßigen Kontakt.
Der Schritt von Voronov, mit gerade mal 16 Jahren nicht nur das Heimatland, sondern gar den Kontinent zu verlassen und seine Laufbahn in Brasilien fortzusetzen, ist jedoch nicht nur für einen ukrainischen Jugendfußballer, sondern auch einen jungen europäischen Spieler ungewöhnlich, die Anzahl europäischer Spieler in brasilianischen Jugendmannschaften dürfte überschaubar sein, umgekehrt sieht man diese Transferbewegung deutlich häufiger. Aber wie kam es dazu, dass ein junger Torwart aus Luhansk plötzlich im Süden Brasiliens landet?
So wie im Fall von den meisten Jugendspielern, die die Ukraine seit 2022 verlassen haben und ihr Glück im Ausland probieren, war auch für Voronov, der bis dahin in der Akademie von Metalist Kharkiv ausgebildet wurde, die russische Invasion der finale Grund, die Koffer zu packen. In einem früheren Interview sagte der Torhüter, der Fußball in der Ukraine habe direkt nach der Invasion stillgestanden, weswegen er das Angebot von Athletico Paranaense schnell angenommen habe, als es sich angeboten hat. Möglicherweise wusste der junge Voronov schon damals, dass die Dinge in der Ukraine nun anders laufen, als sie es noch vor der Invasion taten. Allerdings ist aller Anfang schwer, auch in diesem Fall. Nicht nur war der junge Voronov jetzt Tausende Kilometer von seinem Zuhause, und damit auch von seinem Umfeld entfernt, nein, auch die Sprachbarriere hat dem Ukrainer zu erst Probleme bereitet - die Amtssprache Brasiliens, Portugiesisch, sprach er nämlich überhaupt nicht und auch auf Englisch war eine flüssige Kommunikation nicht möglich, weswegen Voronov schnell lernen musste, wie er selbst angab. Mittlerweile konnte er sich deutlich besser im südamerikanischen Land einleben und auch fußballerisch konnte er sich durchsetzen, so ist er mittlerweile in der U20 von Athletico Paranaense gesetzt und hat sogar in Brasilien für Schlagzeilen gesorgt, als er aus seinem eigenen Strafraum ins gegnerische Tor getroffen hat - zugebenermaßen sieht es aber stark danach aus, als hätte der Zufall bei diesem Tor auch seine Hand im Spiel gehabt, denn vermutlich war die Absicht des 18-Jährigen mehr das Klären des Balls aus der Gefahrenzone als ein Torschuss. Aber wen interessiert das schon? Tor ist Tor! Auch durfte Voronov laut eigener schon einige Male mit der ersten Mannschaft trainieren und wird als vierter Torhüter der ersten Mannschaft geführt, letzten Monat hat er sich mit seiner U20 den Copa Sul Sub gesichert.
Diese Leistungen haben nicht nur dazu geführt, dass der Name Maksym Voronov unter ukrainischen Fußballfans immer mehr an Bekanntheit gewinnt, sondern auch in seiner neuen Wahlheimat. Dort hat man bereits versucht, den Torhüter einzubürgern, so würde er nicht nur spielberechtigt für die brasilianische Jugendnationalmannschaft sein, sondern er würde auch als einheimischer Spieler gelten, was seinem Verein helfen würde, die Regelungen für ausländische Spieler zu umgehen. Voronov hingegen hat in einem Interview ausgesagt, dass er dieses Angebot zurückgewiesen hat, da dies keine Alternative für ihn darstelle - sein Traum ist es, die Ukraine international zu repräsentieren. Bisher muss er darauf noch warten, so wurde er bisher noch nicht für eine Alterskategorie der ukrainischen Nationalmannschaft nominiert, was nicht nur an der Entfernung von über 10.000km zwischen Heimatland und Wahlheimat liegt, sondern auch an dem Fakt, dass die Ukraine in fast jedem Jahrgang auf der Torhüterposition mit großem Talent besetzt ist und die Konkurrenz einfach extrem stark ist, wobei der 2006er-Jahrgang gerade in der Breite in meinen Augen im Vergleich einer der schwächeren ist.
Auf jeden Fall sieht die Zukunft für den jungen Torhüter vielversprechend aus, vielleicht steht ja auch bald das Pflichtspieldebüt in der ersten Mannschaft und/oder eine Nominierung für die ukrainische U19 an. Geht seine Entwicklung so weiter, sind das beides keine unrealistischen Ziele für Voronov, zudem dem Ukrainer auch zu Gute kommen könnte, dass niemand Geringeres als Manchester United Interesse an Athletico Paranaenses Stammtorhüter, Mycael, gezeigt hat. Bei einem Abgang besteht die Möglichkeit, in der internen Torhüterrangfolge aufzusteigen.
Die Mannschaft aus dem Süden Brasiliens dürfte für ukrainische Hardcore-Fußballfans keine Unbekannte sein, so gibt es doch die eine oder andere Überschneidung zwischen Athletico und dem ukrainischen Fußball, so ist Voronov nicht der erste Ukrainer, der das rot-schwarze Trikot trägt. Davor hat es ihm der 26-malige Nationalspieler Marlos gleich getan - es war die letzte Station in der Karriere der Shakhtar-Legende, die im Mai endgültig die Schuhe an den Nagel gehängt hat. Auch eine weitere Donetsker Fußballikone hat das Trikot Athleticos bereits in der Vergangenheit getragen und trägt es seit 2022 wieder: Die Rede ist von Fernandinho, der sich gleich bei drei Vereinen einen Legendenstatus erarbeitet hat: bei seinem Ausbildungsverein Athletico, in Donetsk als auch bei Manchester City. Dementsprechend gehe ich davon aus, dass der zweifache Sieger der Copa Sudamericana manch einem ukrainischem Fußballfan bekannt ist, besonders jenen, die Sympathien für Shakhtar hegen. Mit beiden steht Voronov übrigens im regelmäßigen Kontakt.
Der Schritt von Voronov, mit gerade mal 16 Jahren nicht nur das Heimatland, sondern gar den Kontinent zu verlassen und seine Laufbahn in Brasilien fortzusetzen, ist jedoch nicht nur für einen ukrainischen Jugendfußballer, sondern auch einen jungen europäischen Spieler ungewöhnlich, die Anzahl europäischer Spieler in brasilianischen Jugendmannschaften dürfte überschaubar sein, umgekehrt sieht man diese Transferbewegung deutlich häufiger. Aber wie kam es dazu, dass ein junger Torwart aus Luhansk plötzlich im Süden Brasiliens landet?
So wie im Fall von den meisten Jugendspielern, die die Ukraine seit 2022 verlassen haben und ihr Glück im Ausland probieren, war auch für Voronov, der bis dahin in der Akademie von Metalist Kharkiv ausgebildet wurde, die russische Invasion der finale Grund, die Koffer zu packen. In einem früheren Interview sagte der Torhüter, der Fußball in der Ukraine habe direkt nach der Invasion stillgestanden, weswegen er das Angebot von Athletico Paranaense schnell angenommen habe, als es sich angeboten hat. Möglicherweise wusste der junge Voronov schon damals, dass die Dinge in der Ukraine nun anders laufen, als sie es noch vor der Invasion taten. Allerdings ist aller Anfang schwer, auch in diesem Fall. Nicht nur war der junge Voronov jetzt Tausende Kilometer von seinem Zuhause, und damit auch von seinem Umfeld entfernt, nein, auch die Sprachbarriere hat dem Ukrainer zu erst Probleme bereitet - die Amtssprache Brasiliens, Portugiesisch, sprach er nämlich überhaupt nicht und auch auf Englisch war eine flüssige Kommunikation nicht möglich, weswegen Voronov schnell lernen musste, wie er selbst angab. Mittlerweile konnte er sich deutlich besser im südamerikanischen Land einleben und auch fußballerisch konnte er sich durchsetzen, so ist er mittlerweile in der U20 von Athletico Paranaense gesetzt und hat sogar in Brasilien für Schlagzeilen gesorgt, als er aus seinem eigenen Strafraum ins gegnerische Tor getroffen hat - zugebenermaßen sieht es aber stark danach aus, als hätte der Zufall bei diesem Tor auch seine Hand im Spiel gehabt, denn vermutlich war die Absicht des 18-Jährigen mehr das Klären des Balls aus der Gefahrenzone als ein Torschuss. Aber wen interessiert das schon? Tor ist Tor! Auch durfte Voronov laut eigener schon einige Male mit der ersten Mannschaft trainieren und wird als vierter Torhüter der ersten Mannschaft geführt, letzten Monat hat er sich mit seiner U20 den Copa Sul Sub gesichert.
Diese Leistungen haben nicht nur dazu geführt, dass der Name Maksym Voronov unter ukrainischen Fußballfans immer mehr an Bekanntheit gewinnt, sondern auch in seiner neuen Wahlheimat. Dort hat man bereits versucht, den Torhüter einzubürgern, so würde er nicht nur spielberechtigt für die brasilianische Jugendnationalmannschaft sein, sondern er würde auch als einheimischer Spieler gelten, was seinem Verein helfen würde, die Regelungen für ausländische Spieler zu umgehen. Voronov hingegen hat in einem Interview ausgesagt, dass er dieses Angebot zurückgewiesen hat, da dies keine Alternative für ihn darstelle - sein Traum ist es, die Ukraine international zu repräsentieren. Bisher muss er darauf noch warten, so wurde er bisher noch nicht für eine Alterskategorie der ukrainischen Nationalmannschaft nominiert, was nicht nur an der Entfernung von über 10.000km zwischen Heimatland und Wahlheimat liegt, sondern auch an dem Fakt, dass die Ukraine in fast jedem Jahrgang auf der Torhüterposition mit großem Talent besetzt ist und die Konkurrenz einfach extrem stark ist, wobei der 2006er-Jahrgang gerade in der Breite in meinen Augen im Vergleich einer der schwächeren ist.
Auf jeden Fall sieht die Zukunft für den jungen Torhüter vielversprechend aus, vielleicht steht ja auch bald das Pflichtspieldebüt in der ersten Mannschaft und/oder eine Nominierung für die ukrainische U19 an. Geht seine Entwicklung so weiter, sind das beides keine unrealistischen Ziele für Voronov, zudem dem Ukrainer auch zu Gute kommen könnte, dass niemand Geringeres als Manchester United Interesse an Athletico Paranaenses Stammtorhüter, Mycael, gezeigt hat. Bei einem Abgang besteht die Möglichkeit, in der internen Torhüterrangfolge aufzusteigen.
03.01.2025 - 22:41 Uhr
Neues aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Am Silvester-Tag wurde bekannt gegeben, dass sich die beiden Lokalrivalen Karpaty Lviv und Rukh Vynnyky "vereinigen".
Karpaty sind ja seit dieser Saison wieder erstklassig, wo Rukh schon ein paar Jahre länger ist. Ganz früher mal war Rukh so ein wenig der Farmclub für Karpaty gewesen - in der zweiten Liga spielend bekam man oft die jungen Talente der Grünweißen ausgeliehen, die dann später bei Karpaty in der UPL zum Einsatz kamen.
Seit dem Kollaps des alten PFK Karpaty waren die Kräfteverhältnisse umgekehrt: Rukh verpflichtete die talentiertesten Karpaty-Spieler und Akademie-Produkte quasi für lau, übernahm eine der beiden Karpaty-Ausbildungsstätten und stieg kurz darauf in die UPL auf.
Der heutige FC Karpaty ist eine Neugründung, die durch das Amateurlager, dritte und zweite Profiliga nun in die UPL aufgestiegen ist und mit ihrer guten Finanzierung einen starken Kader zusammenbekommen hat, mit dem man aktuell auf Platz 6 steht. Die Spiele gegen Rukh (eines in der Liga, eines im Pokal) waren echte Derbys, die mit viel Emotion und Leidenschaft angegangen wurden.
Wie es nun aussieht, hat der Besitzer von Rukh, Zigaretten-Baron Hrihorij Koslovskyj, seinen Club an Karpaty verkauft - Akademie, Immobilien und vor allem Spieler. In Zukunft soll in der UPL nur noch Karpaty spielen, Rukh hingegen formal immer noch unabhängig aber letztlich nur als Ausbildungs- und Farm-Verein für Karpaty agieren, also quasi "back to the roots".
In dieser Winterpause werden schon einige Rukh-Spieler den Verein wechseln, gleichzeitig werden Nachwuchsspieler ohne Stammplatz im Karpaty-Kader zu Rukh wechseln. Dem Vernehmen nach wird Koslovskyj einen Posten bei Karpaty bekleiden - Präsident oder Vizepräsident wird gemunkelt - womit in gewisser Weise ein alter Traum für ihn in Erfüllung gehten dürfte: er hatte schon einige Male versucht, selber Karpaty zu kaufen, was aber immer am damaligen Besitzer, Petro Dyminskyj, gescheitert war.
Wird nun bei Karpaty alles besser und der Club ukrainischer Meister? Wohl eher nicht. Man bekommt einige starke Spieler, die den Kader definitiv aufwerten werden. Aber dem Trainer wird damit auch die Möglichkeit genommen, sich seine Verstärkungen selber auszusuchen. Auch wird gemunkelt, dass die Agentur "PASS", die seit Saisonbeginn für Scouting und Transfers zuständig gewesen war (die waren verantwortlich für mehrere erfolgreiche Spielerverpflichtungen aus Brasilien und Spanien), keine Rolle mehr spielen wird - vor allem Koslovskyj möchte auf einheimische Talente setzen.
Langer Rede kurzer Sinn: einiges ist jetzt durcheinandergewirbelt worden. Es werden Posten neu besetzt, und der Druck auf Trainer Lupaschko wird erheblich wachsen. Er hatte in dieser Saison alle positiv überrascht, aber er wird nun immer weiter liefern müssen, um das Vertrauen der Vereinsführung zu behalten.
Ich bin einerseits froh, das einige der "verlorenen Söhne" nun wieder die richtigen Farben tragen werden. Andererseits fände ich es sehr schade, wenn das bisherige Erfolgsmodell so einfach über Bord geworfen wird und ohne Not ein Richtungswechsel erzwungen wird. Ob es dazu kommt, ist aber derzeit noch offen.
Karpaty sind ja seit dieser Saison wieder erstklassig, wo Rukh schon ein paar Jahre länger ist. Ganz früher mal war Rukh so ein wenig der Farmclub für Karpaty gewesen - in der zweiten Liga spielend bekam man oft die jungen Talente der Grünweißen ausgeliehen, die dann später bei Karpaty in der UPL zum Einsatz kamen.
Seit dem Kollaps des alten PFK Karpaty waren die Kräfteverhältnisse umgekehrt: Rukh verpflichtete die talentiertesten Karpaty-Spieler und Akademie-Produkte quasi für lau, übernahm eine der beiden Karpaty-Ausbildungsstätten und stieg kurz darauf in die UPL auf.
Der heutige FC Karpaty ist eine Neugründung, die durch das Amateurlager, dritte und zweite Profiliga nun in die UPL aufgestiegen ist und mit ihrer guten Finanzierung einen starken Kader zusammenbekommen hat, mit dem man aktuell auf Platz 6 steht. Die Spiele gegen Rukh (eines in der Liga, eines im Pokal) waren echte Derbys, die mit viel Emotion und Leidenschaft angegangen wurden.
Wie es nun aussieht, hat der Besitzer von Rukh, Zigaretten-Baron Hrihorij Koslovskyj, seinen Club an Karpaty verkauft - Akademie, Immobilien und vor allem Spieler. In Zukunft soll in der UPL nur noch Karpaty spielen, Rukh hingegen formal immer noch unabhängig aber letztlich nur als Ausbildungs- und Farm-Verein für Karpaty agieren, also quasi "back to the roots".
In dieser Winterpause werden schon einige Rukh-Spieler den Verein wechseln, gleichzeitig werden Nachwuchsspieler ohne Stammplatz im Karpaty-Kader zu Rukh wechseln. Dem Vernehmen nach wird Koslovskyj einen Posten bei Karpaty bekleiden - Präsident oder Vizepräsident wird gemunkelt - womit in gewisser Weise ein alter Traum für ihn in Erfüllung gehten dürfte: er hatte schon einige Male versucht, selber Karpaty zu kaufen, was aber immer am damaligen Besitzer, Petro Dyminskyj, gescheitert war.
Wird nun bei Karpaty alles besser und der Club ukrainischer Meister? Wohl eher nicht. Man bekommt einige starke Spieler, die den Kader definitiv aufwerten werden. Aber dem Trainer wird damit auch die Möglichkeit genommen, sich seine Verstärkungen selber auszusuchen. Auch wird gemunkelt, dass die Agentur "PASS", die seit Saisonbeginn für Scouting und Transfers zuständig gewesen war (die waren verantwortlich für mehrere erfolgreiche Spielerverpflichtungen aus Brasilien und Spanien), keine Rolle mehr spielen wird - vor allem Koslovskyj möchte auf einheimische Talente setzen.
Langer Rede kurzer Sinn: einiges ist jetzt durcheinandergewirbelt worden. Es werden Posten neu besetzt, und der Druck auf Trainer Lupaschko wird erheblich wachsen. Er hatte in dieser Saison alle positiv überrascht, aber er wird nun immer weiter liefern müssen, um das Vertrauen der Vereinsführung zu behalten.
Ich bin einerseits froh, das einige der "verlorenen Söhne" nun wieder die richtigen Farben tragen werden. Andererseits fände ich es sehr schade, wenn das bisherige Erfolgsmodell so einfach über Bord geworfen wird und ohne Not ein Richtungswechsel erzwungen wird. Ob es dazu kommt, ist aber derzeit noch offen.
19.01.2025 - 09:55 Uhr
Kurzer Update zur "Rukh-paty" Saga. So richtig genau weiß man immer noch nicht, wie die Sache in Zukunft aussehen soll. Einige Details sind aber - unbestätigt - aus Insiderkreisen durchgesickert.
1. Rukh wird als eigenständiger Club bestehen bleiben und versuchen, in der UPL zu bleiben. Von einer "Vereinigung" redet aktuell niemand mehr. Dass es einen Interessenkonflikt geben könnte, wenn der Farmclub in Spielen allzu bereitwillig die Punkte dem "Oberclub" überlässt, dürfte klar sein. Allerdings ist das auch nichts ganz neues; Sowohl Dynamo als auch Schakhtar "halten" sich in der UPL Clubs, wo sie ihre Jungspieler parken.
2. Es gibt Anzeichen dafür, dass der Komplex, den Rukh für die Akademie verwendet, in Zukunft anders genutzt wird. Der Verein dürfte die Anlagen rund ums alte Marevytsch-Stadion in Vynnyky verweden.
3. Als Teil des Deals sollten die besten Rukh-Spieler, für die Karpaty-Trainer Lupaschko auch Verwendung hat, zu Karpaty wechseln. Das stand sehr unter einem Fragezeichen, als bekannt wurde, dass Oleksij Sytsch (einer der Topspieler des "Pakets") möglicherweise gar nicht zu Karpaty, sondern lieber zu Dynamo oder einem Club im Ausland wechseln würde. Ohne, dass näheres bekannt wurde, sind nun aber die 4 Spieler inklusive Sytsch, die auf der Wunschliste des Trainers standen, mit ins Trainingslager in die Türkei gefahren. Ob es hier eine Entwcheidung gibt, oder ob die einfach nur vertagt wurde, wissen wir nicht.
4. Karpaty haben sich - wie üblich - von Spielern getrennt. Die sind nicht direkt an Rukh transferiert worden sondern nun vertraglos und ablösefrei zu haben. Dabei sind u.a. junge Talente wie Jurij Tlumak und Artur Ryabov. Rukh soll Tlumak bereits verpflichtet haben, andere könnten folgen.
5. Karpaty wollten sich noch von weiteren Spielern trennen, die unter Lupaschko in der bisherigen Saison keine Rolle gespielt haben. Dem Vernehmen nach haben sich diese Spieler aber geweigert, einer Auflösung ihrer (sehr lukrativen) Verträge zuzustimmen und sind daher in die B-Mannschaft versetzt worden.
6. Personelle Verstärkung soll es bei Karpaty nicht nur durch die 4 Rukh-Spieler geben. Die Verpflichtung eines erfahrenen Innenverteidigers (Tymur Stetskov) ist bereits verkündet worden, und im Trainingslager sollen 2 junge Legionäre vorspielen und den Trainer überzeugen.
Die Rolle Von Hryhorij Koslowskyj im neuen Konstrukt verbleibt vorerst unbekannt. Dem Vernehmen nach erlaubt seine finanzielle Situation nicht mehr, einen UPL-Club von vorn bis hinten zu finanzieren, und Einnahmen durch Spielerverkäufe hat es auch nicht im notwendigen Maße gegeben. Der Kontakt zu Karpaty soll hinter verschlossenen Türen schon länger bestanden haben. Ob er jetzt im Club nur so eine Art "Ehrenpräsident" wird oder sogar nennenswert Einfluss gewinnt, verbleibt aktuell noch komplett im Dunkeln.
1. Rukh wird als eigenständiger Club bestehen bleiben und versuchen, in der UPL zu bleiben. Von einer "Vereinigung" redet aktuell niemand mehr. Dass es einen Interessenkonflikt geben könnte, wenn der Farmclub in Spielen allzu bereitwillig die Punkte dem "Oberclub" überlässt, dürfte klar sein. Allerdings ist das auch nichts ganz neues; Sowohl Dynamo als auch Schakhtar "halten" sich in der UPL Clubs, wo sie ihre Jungspieler parken.
2. Es gibt Anzeichen dafür, dass der Komplex, den Rukh für die Akademie verwendet, in Zukunft anders genutzt wird. Der Verein dürfte die Anlagen rund ums alte Marevytsch-Stadion in Vynnyky verweden.
3. Als Teil des Deals sollten die besten Rukh-Spieler, für die Karpaty-Trainer Lupaschko auch Verwendung hat, zu Karpaty wechseln. Das stand sehr unter einem Fragezeichen, als bekannt wurde, dass Oleksij Sytsch (einer der Topspieler des "Pakets") möglicherweise gar nicht zu Karpaty, sondern lieber zu Dynamo oder einem Club im Ausland wechseln würde. Ohne, dass näheres bekannt wurde, sind nun aber die 4 Spieler inklusive Sytsch, die auf der Wunschliste des Trainers standen, mit ins Trainingslager in die Türkei gefahren. Ob es hier eine Entwcheidung gibt, oder ob die einfach nur vertagt wurde, wissen wir nicht.
4. Karpaty haben sich - wie üblich - von Spielern getrennt. Die sind nicht direkt an Rukh transferiert worden sondern nun vertraglos und ablösefrei zu haben. Dabei sind u.a. junge Talente wie Jurij Tlumak und Artur Ryabov. Rukh soll Tlumak bereits verpflichtet haben, andere könnten folgen.
5. Karpaty wollten sich noch von weiteren Spielern trennen, die unter Lupaschko in der bisherigen Saison keine Rolle gespielt haben. Dem Vernehmen nach haben sich diese Spieler aber geweigert, einer Auflösung ihrer (sehr lukrativen) Verträge zuzustimmen und sind daher in die B-Mannschaft versetzt worden.
6. Personelle Verstärkung soll es bei Karpaty nicht nur durch die 4 Rukh-Spieler geben. Die Verpflichtung eines erfahrenen Innenverteidigers (Tymur Stetskov) ist bereits verkündet worden, und im Trainingslager sollen 2 junge Legionäre vorspielen und den Trainer überzeugen.
Die Rolle Von Hryhorij Koslowskyj im neuen Konstrukt verbleibt vorerst unbekannt. Dem Vernehmen nach erlaubt seine finanzielle Situation nicht mehr, einen UPL-Club von vorn bis hinten zu finanzieren, und Einnahmen durch Spielerverkäufe hat es auch nicht im notwendigen Maße gegeben. Der Kontakt zu Karpaty soll hinter verschlossenen Türen schon länger bestanden haben. Ob er jetzt im Club nur so eine Art "Ehrenpräsident" wird oder sogar nennenswert Einfluss gewinnt, verbleibt aktuell noch komplett im Dunkeln.
02.08.2025 - 10:36 Uhr
Durch einen Umzug und einige persönliche Angelegenheiten hat mir leider die Zeit gefehlt, hier regelmäßig zu posten.
Da die Saison 2024/25 nun in fast allen Ländern Geschichte ist, möchte ich diese Saison in Hinsicht auf unsere jungen Talente sowohl in der Ukraine als auch im Ausland einmal Revue passieren lassen. Einige von ihnen sind diese Saison ihre ersten Schritte im Männerfußball gegangen, einige konnten die Erwartungen bisher noch nicht erfüllen und wieder andere haben mit spannenden Wechseln im Transferfenster auf sich aufmerksam gemacht.
Fangen wir an mit Artem Stepanov. Der Leverkusener Shootingstar wurde teilweise heiß in den Medien diskutiert, nicht nur dank seiner starken Leistungen und seinem Debüt für die Werkself, sondern auch aufgrund vermeintlicher Gerüchte, dass er in Zukunft für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen möchte. Lange haben die Stepanovs, das heißt Artem selber als auch sein Vater Roman Stepanov, geschwiegen, doch dann hat sich zumindest vorerst alles aufgelöst. Der 17-Jährige sieht sich weiterhin als Teil der ukrainischen Nationalmannschaft, verpasste Spiele in den Juniorenjahrgängen der Zbirna hatten nicht etwa mit einem geplanten Verbandswechsel, sondern mit Unstimmigkeiten zwischen Spieler und Trainern zu tun. Durch eine Videokonferenz mit den Stepanovs, den Trainern und Vertretern des ukrainischen Fußballverbandes konnten diese Differenzen laut eigenen Angaben jedoch aus der Welt geräumt werden. Durch seine starken Leistungen in der Junioren-Bundesliga wurde der 17-Jährige mit einem Leihwechsel zum 1. FC Nürnberg belohnt, wo ihn seine erste Saison im Herrenfußball erwartet. Wer den ukrainischen Jugendfußball länger verfolgt, hat jetzt vielleicht auch ein Deja-vu. Junges Stürmertalent aus der ukrainischen Nationalmannschaft in Diensten des 1. FC Nürnberg wechselt den Verband und spielt für Deutschland, da war doch schon mal was... die Rede ist vom gebürtigen Bamberger Erik Shuranov, der heute übrigens für Schweinfurt auf Torejagd geht.
Seine erste Saison im Profifußball hat der Allrounder Danylo Krevsun bereits hinter sich. Der momentanige U20-Spieler der Ukraine wurde nach einem internen Wechsel aus der U19 in die zweite Mannschaft des BVB beförfert, wo er sich direkt durchsetzen konnte, wenn auch nicht auf seiner Stammposition, dem offensiven Mittelfeld, sondern als Rechtsverteidiger. Was erst eine Reaktion in Form einer Notlösung auf einen Personalausfall war, hat der 20-Jährige, der aus dem Nachwuchsleistungszentrum Shakhtars über den Umweg Preußen Münster beim Bundesligariesen gelandet ist, so gut gemacht, dass er sich dort einen Stammplatz erkämpft hat. Den Abstieg aus der dritten Liga konnte der junge Ukrainer aber auch nicht verhindern. Ob es in Zukunft für die erste Mannschaft Dortmunds reicht, ist die eine Frage, aber dass die Zweitvertretung der Schwarz-Gelben ein ideales Sprungbrett sein kann, haben sie in der Vergangenheit bereits öfters unter Beweis gestellt.
Nicht nach Plan verlief die Saison jedoch für das Dresdener Toptalent Dmytro Bohdanov, von dem ich bekanntlich auch ein großer Fan bin. Zu Beginn der Saison konnte er noch erste Erfahrungen in der Erstvertretung Dynamos sammeln, später fand er sich aber zuerst immer häufiger ohne Einsatz auf der Bank wieder, später stand er dann häufig gar nicht mehr im Kader der ersten Mannschaft. Was zuerst ein Rätsel für viele Dresdener und auch für Anhänger der ukrainischen Jugendnationalmannschaften war, hat sich später aufgeklärt: Verein und Spieler liegen im Zwist miteinander! Während man in Dresden Professionalität und Einstellung Bohdanovs kritisiert, ist der Stürmer mit seinen Einsatzzeiten gar nicht zufrieden und geriet mit einigen Spielern aus der ersten Mannschaft während der Trainingseinheiten wiederholt aneinander. Der Verein hat Konsequenzen gezogen, der ehemalige Jugendspieler Dynamo Kyivs wird vorerst weiterhin für die U19 zum Einsatz kommen und war auch nicht im Trainingslager mit der ersten Mannschaft. Sehr zum Unmut von Dmytro Bohdanov und seinem Berater Frank Lieberam, welcher in einem Statement der Bildzeitung gegenüber öffentlich mit einem Wechsel liebäugelte. Unabhängig davon, wer jetzt Recht hat: Ukrainische Talente, deren Stern mangels professioneller Einstellung nie ganz aufgegangen ist oder sehr schnell wieder verglühte, gab es in der Vergangenheit genug. Ich hoffe, Bohdanov reiht sich nicht in die Liste ein.
Auf der anderen Seite durfte Oleh Skakun, der diesen Sommer von Viktoria Berlin in die Zweitvertretung St. Paulis gewechselt ist mit ins Trainingslager der ersten Mannschaft fahren. Skakun, der auch für den rumänischen Verband spielberechtigt wäre, ist einer der wenigen Ukrainer, die schon vor 2022 ihr Glück als Jugendspieler im Ausland suchen konnten, wo er über den Umweg vom Berliner AK schließlich in der Jugend Viktoria Berlins gelandet ist. Dort konnte er auch seinen Durchbruch als Profi feiern und wurde schließlich zu einem wichtigen Schlüsselspieler der Berliner Offensive. Kurze Zeit später hat der Kultverein aus Hamburg schließlich angeklopft.
Auch Kristian Shevchenko, Sohn von niemand geringerem als Milan-Legende Andriy Shevchenko, hat beim Championship-Klub FC Watford zusammen mit drei anderen Jugendspielern seinen ersten Profivertrag unterschrieben. Der Stürmer, der auch noch für England, Polen und die USA spielberechtigt wäre, wurde bei Chelsea ausgebildet, bevor er den Schritt nach Watford ging. Der 18-Jährige läuft regelmäßig für die ukrainische U19 auf. Eine außergewöhnliche Personalie.
Ebenfalls der talentierte Züricher Yevhen Morozov durfte sich über seinen ersten Profivertrag freuen, welcher ihn bis 2030 an die Schweizer bindet. Der 18-Jährige Kyjiwer, der im Gegensatz zu vielen anderen Talenten nicht den Weg über den ukrainischen Fußballriesen Dynamo Kyiv ging, sondern vor seinem Schritt in die Schweiz bei Arsenal Kyiv ausgebildet wurde, gilt schon länger intern als großes Talent und durfte im Winter sogar in einem Freundschaftsspiel gegen Schalke sein Profidebüt geben. Zur nächsten Saison wird er in den Profikader hochgezogen, wo er die Rolle als dritter Torhüter einnehmen soll.
Ähnlich verhält es sich auch beim Noch-Leverkusener Oleksandr Petrenko, der bereits mit zarten 16 Jahren unter Xabi Alonso mit den Profis trainieren durfte. Jetzt stehen alle Zeichen auf Abschied, so hat der 18-Jährige die letzte Hälfte der vorherigen Saison auf Leihe beim Drittligisten Viktoria Köln verbracht, zur Sommerpause stand ein Probetraining bei Werder Bremen an. Momentan ist Petrenko auf Probe bei Slavia Prag, wo man im Falle eines Transfers ein ähnliches Modell wie bei dem ebengenannten Morozov plant: Zwar soll Petrenko regelmäßig am Profitraining teilnehmen und auch die Rolle des dritten Torhüters einnehmen, bis er den endgültigen Schritt zu den Profis macht, wird er aber vermutlich fast ausschließlich in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kommen.
Da die Saison 2024/25 nun in fast allen Ländern Geschichte ist, möchte ich diese Saison in Hinsicht auf unsere jungen Talente sowohl in der Ukraine als auch im Ausland einmal Revue passieren lassen. Einige von ihnen sind diese Saison ihre ersten Schritte im Männerfußball gegangen, einige konnten die Erwartungen bisher noch nicht erfüllen und wieder andere haben mit spannenden Wechseln im Transferfenster auf sich aufmerksam gemacht.
Fangen wir an mit Artem Stepanov. Der Leverkusener Shootingstar wurde teilweise heiß in den Medien diskutiert, nicht nur dank seiner starken Leistungen und seinem Debüt für die Werkself, sondern auch aufgrund vermeintlicher Gerüchte, dass er in Zukunft für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen möchte. Lange haben die Stepanovs, das heißt Artem selber als auch sein Vater Roman Stepanov, geschwiegen, doch dann hat sich zumindest vorerst alles aufgelöst. Der 17-Jährige sieht sich weiterhin als Teil der ukrainischen Nationalmannschaft, verpasste Spiele in den Juniorenjahrgängen der Zbirna hatten nicht etwa mit einem geplanten Verbandswechsel, sondern mit Unstimmigkeiten zwischen Spieler und Trainern zu tun. Durch eine Videokonferenz mit den Stepanovs, den Trainern und Vertretern des ukrainischen Fußballverbandes konnten diese Differenzen laut eigenen Angaben jedoch aus der Welt geräumt werden. Durch seine starken Leistungen in der Junioren-Bundesliga wurde der 17-Jährige mit einem Leihwechsel zum 1. FC Nürnberg belohnt, wo ihn seine erste Saison im Herrenfußball erwartet. Wer den ukrainischen Jugendfußball länger verfolgt, hat jetzt vielleicht auch ein Deja-vu. Junges Stürmertalent aus der ukrainischen Nationalmannschaft in Diensten des 1. FC Nürnberg wechselt den Verband und spielt für Deutschland, da war doch schon mal was... die Rede ist vom gebürtigen Bamberger Erik Shuranov, der heute übrigens für Schweinfurt auf Torejagd geht.
Seine erste Saison im Profifußball hat der Allrounder Danylo Krevsun bereits hinter sich. Der momentanige U20-Spieler der Ukraine wurde nach einem internen Wechsel aus der U19 in die zweite Mannschaft des BVB beförfert, wo er sich direkt durchsetzen konnte, wenn auch nicht auf seiner Stammposition, dem offensiven Mittelfeld, sondern als Rechtsverteidiger. Was erst eine Reaktion in Form einer Notlösung auf einen Personalausfall war, hat der 20-Jährige, der aus dem Nachwuchsleistungszentrum Shakhtars über den Umweg Preußen Münster beim Bundesligariesen gelandet ist, so gut gemacht, dass er sich dort einen Stammplatz erkämpft hat. Den Abstieg aus der dritten Liga konnte der junge Ukrainer aber auch nicht verhindern. Ob es in Zukunft für die erste Mannschaft Dortmunds reicht, ist die eine Frage, aber dass die Zweitvertretung der Schwarz-Gelben ein ideales Sprungbrett sein kann, haben sie in der Vergangenheit bereits öfters unter Beweis gestellt.
Nicht nach Plan verlief die Saison jedoch für das Dresdener Toptalent Dmytro Bohdanov, von dem ich bekanntlich auch ein großer Fan bin. Zu Beginn der Saison konnte er noch erste Erfahrungen in der Erstvertretung Dynamos sammeln, später fand er sich aber zuerst immer häufiger ohne Einsatz auf der Bank wieder, später stand er dann häufig gar nicht mehr im Kader der ersten Mannschaft. Was zuerst ein Rätsel für viele Dresdener und auch für Anhänger der ukrainischen Jugendnationalmannschaften war, hat sich später aufgeklärt: Verein und Spieler liegen im Zwist miteinander! Während man in Dresden Professionalität und Einstellung Bohdanovs kritisiert, ist der Stürmer mit seinen Einsatzzeiten gar nicht zufrieden und geriet mit einigen Spielern aus der ersten Mannschaft während der Trainingseinheiten wiederholt aneinander. Der Verein hat Konsequenzen gezogen, der ehemalige Jugendspieler Dynamo Kyivs wird vorerst weiterhin für die U19 zum Einsatz kommen und war auch nicht im Trainingslager mit der ersten Mannschaft. Sehr zum Unmut von Dmytro Bohdanov und seinem Berater Frank Lieberam, welcher in einem Statement der Bildzeitung gegenüber öffentlich mit einem Wechsel liebäugelte. Unabhängig davon, wer jetzt Recht hat: Ukrainische Talente, deren Stern mangels professioneller Einstellung nie ganz aufgegangen ist oder sehr schnell wieder verglühte, gab es in der Vergangenheit genug. Ich hoffe, Bohdanov reiht sich nicht in die Liste ein.
Auf der anderen Seite durfte Oleh Skakun, der diesen Sommer von Viktoria Berlin in die Zweitvertretung St. Paulis gewechselt ist mit ins Trainingslager der ersten Mannschaft fahren. Skakun, der auch für den rumänischen Verband spielberechtigt wäre, ist einer der wenigen Ukrainer, die schon vor 2022 ihr Glück als Jugendspieler im Ausland suchen konnten, wo er über den Umweg vom Berliner AK schließlich in der Jugend Viktoria Berlins gelandet ist. Dort konnte er auch seinen Durchbruch als Profi feiern und wurde schließlich zu einem wichtigen Schlüsselspieler der Berliner Offensive. Kurze Zeit später hat der Kultverein aus Hamburg schließlich angeklopft.
Auch Kristian Shevchenko, Sohn von niemand geringerem als Milan-Legende Andriy Shevchenko, hat beim Championship-Klub FC Watford zusammen mit drei anderen Jugendspielern seinen ersten Profivertrag unterschrieben. Der Stürmer, der auch noch für England, Polen und die USA spielberechtigt wäre, wurde bei Chelsea ausgebildet, bevor er den Schritt nach Watford ging. Der 18-Jährige läuft regelmäßig für die ukrainische U19 auf. Eine außergewöhnliche Personalie.
Ebenfalls der talentierte Züricher Yevhen Morozov durfte sich über seinen ersten Profivertrag freuen, welcher ihn bis 2030 an die Schweizer bindet. Der 18-Jährige Kyjiwer, der im Gegensatz zu vielen anderen Talenten nicht den Weg über den ukrainischen Fußballriesen Dynamo Kyiv ging, sondern vor seinem Schritt in die Schweiz bei Arsenal Kyiv ausgebildet wurde, gilt schon länger intern als großes Talent und durfte im Winter sogar in einem Freundschaftsspiel gegen Schalke sein Profidebüt geben. Zur nächsten Saison wird er in den Profikader hochgezogen, wo er die Rolle als dritter Torhüter einnehmen soll.
Ähnlich verhält es sich auch beim Noch-Leverkusener Oleksandr Petrenko, der bereits mit zarten 16 Jahren unter Xabi Alonso mit den Profis trainieren durfte. Jetzt stehen alle Zeichen auf Abschied, so hat der 18-Jährige die letzte Hälfte der vorherigen Saison auf Leihe beim Drittligisten Viktoria Köln verbracht, zur Sommerpause stand ein Probetraining bei Werder Bremen an. Momentan ist Petrenko auf Probe bei Slavia Prag, wo man im Falle eines Transfers ein ähnliches Modell wie bei dem ebengenannten Morozov plant: Zwar soll Petrenko regelmäßig am Profitraining teilnehmen und auch die Rolle des dritten Torhüters einnehmen, bis er den endgültigen Schritt zu den Profis macht, wird er aber vermutlich fast ausschließlich in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kommen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von WhiteRodman am 02.08.2025 um 10:48 Uhr bearbeitet
31.07.2026 - 23:07 Uhr
Durch einige persönliche Umstände in meinem Leben ist es fast ein Jahr her, als ich meinen letzten Beitrag hier geschrieben habe. In dieser Zeit hat sich im ukrainischen Fußball ja auch einiges verändert.
Der Abstieg Zinchenkos geht weiter. Vor nicht allzulanger Zeit hat er noch mit Manchester City Titel gesammelt, nun steht er nach zwei erfolglosen Engagements bei Nottingham Forest und Ajax ohne Verein da. Selbst eine Rückkehr in die Ukraine, und zwar zurück in seine Heimatregion nach Polissya Zhytomyr war in den Medien Thema, allerdings soll er diese Möglichkeit wohl für sich ausgeschlagen haben, da er seine Karriere lieber in Europa fortsetzen möchte. Gehörte er zugegebenermaßen auch bei Manchester City nicht zur absoluten Weltklasse, hat er dennoch dort starke Leistungen gezeigt, die ihn dort zu einem wertvollem Kaderspieler gemacht haben, der in Topform sicherlich einigen Vereinen in Europa sehr weitergeholfen hätte. Dennoch sehen wir einen Abstieg, wie man ihn ihm Profifußball doch nur selten sieht. Vom Topverein in die Vereinslosigkeit. Zwar nährt er sich mit 29 Jahren langsam dem Herbst seiner Karriere, dennoch zeigt die Statistik, dass man als Fußballer in dem Alter durchaus noch einige gute Jahre haben kann. Wie es zu diesem tiefen Fall kommen konnte, ist wohl ein Geheimnis. Mangelnde Ambitionen kann ich mir kaum vorstellen, obwohl er in jungen Jahren schon einiges gewonnen hat. Dann hätte er das Angebot Polissyas aber wohl angenommen. Was gibt es schöneres für einen Fußballer, als nach einer vollendeten Karriere noch mal in die Heimat zurückzukehren, dort der absolute Fan-Favourite zu werden und noch ein wenig entspannt zu kicken? Auffällig ist nur, dass der Leistungsabfall Zinchenkos ungefähr zum Start der Invasion anfing, ein Thema, über welches er häufig sehr emotional gesprochen hat. Was nun der wahre Grund ist? Das weiß vermutlich nur sein enger Kreis. Es wäre aber schön, ein Comeback seinerseits zu erleben. Vielleicht hat ja eine Bundesligamannschaft aus der unteren Tabellenhälfte Interesse?
Erfreuliche Nachrichten gibt es auf der anderen Seite für den ehemaligen Hoffnungsträger der Nationalmannschaft, Mykhailo Mudryk. Die Dopingstrafe des Flügelspielers wurde nach 18 Monaten aufgehoben und ihm wurde die Erlaubnis zur Rückkehr in den Fußball gegeben. Was nun daraus wird, ist die andere Frage. Findet er zu seiner Form zurück, kann er mit seinen Anlagen die Nationalmannschaft pushen und unverzichtbar für diese werden. Seine Kombination an Fähigkeiten mit seinem extremen Tempo, seiner Kreativität und seinem Spiel mit dem Ball hat so im Kader kein Spieler. Als Chelsea-Spieler hatte er sicherlich auch den Vorteil, Zugriff zu den besten Experten was Sportpsychologie, Regeneration und Fitness angeht, zu haben. Dennoch sind 18 Monate ohne Spielpraxis und Mannschaftstraining im Fußball eben eine sehr lange, karriereverändernde Zeit. Besonders, da die Sperre bei ihm auch zu einem denkbar ungünstigem Zeitpunkt kam, so war er noch nicht lange bei Chelsea und hat gerade begonnen, seine Shakhtar-Form auch bei Chelsea abzurufen nach holprigem Start. Vermutlich wäre das Beste für ihn eine Leihe zu einem Verein aus einer schwächeren Liga. Die Premier League dürfte wohl die beste Liga der Welt sein, dementsprechend schwer würde es auch für Mudryk werden, nach so langer Zeit ohne Fußball, dort wieder Fuß zu fassen, zudem ja auch eine Menge Augen auf ihn als Chelsea-Spieler gerichtet sein werden, was für zusätzlichen Druck sorgt. Eine Leihe zu einem kleineren Verein könnte ihm helfen, wieder zurück zu seiner Form zu finden. Strasbourg war oft Thema in den Medien, aber ich könnte mir auch eine 1-jährige Rückleihe zu Shakhtar vorstellen. Dort hat er ein vertrautes Umfeld und durch den Vorteil, dass nicht allzuviele Augen auf die ukrainische Liga gerichtet sind, könnte er dort auch in Ruhe zurück in den Fußball finden.
Seine Breakout-Saison durfte der großgewachsene Mittelstürmer Artem Stepanov feiern. Nach einer Leihe von Leverkusen nach Nürnberg, die in einem Desaster endete und nach 0 Toren in der zweiten Bundesliga nach einer halben Saison abgebrochen wurde, wurde er prompt in die Niederlande zum FC Utrecht verliehen, wo er schließlich aufblühte, in 15 Spielen hat der 18-jährige Mittelstürmer fünf Tore für die Niederländer erzielt und ein weiteres vorbereitet. Daher hat man sich dort entschieden, die Leihe um ein weiteres Jahr zu verlängern und eine Kaufoption zu inkludieren, eine Nachricht, die von den Utrecht-Fans begeistert aufgenommen wurde. Mit 18 ist er absolut noch am Anfang seiner Laufbahn, dennoch sollte man sich überlegen, ob er mit diesen Leistungen nicht auch in Zukunft in die Nähe der Nationalmannschaft rutschen sollte. Auch, wenn er auf seiner Position mit Spielern wie Dovbyk und Ponomarenko natürlich starke Konkurrenten hat. Der Fall Stepanov sollte jedoch auch an ukrainische Vereine ein Signal sein, jungen Spielern mehr zuzutrauen und sie einfach mal reinzuwerfen, so hat man einem Ponomarenko, der schon seit längerem als sehr großes Stürmertalent gilt, erst in der vergangenen Saison echte Chancen gegeben, die er auch prompt genutzt hat. Bei der U19-EM konnte man durchaus sehen, dass wir viel Talent im Land haben.
Nicht nach Plan verlaufen ist die Saison jedoch für Artem Dovbyk. Der torgefährliche Stürmer wechselte vor zwei Jahren nach einer starken Saison beim FC Girona in die italienische Serie A zum AS Rom, wo er auch eine starke Einstandssaison gespielt hat, in welcher er 17 mal getroffen hat. Zu seinem Leidwesen hat der hiesige Trainer Gasperini später jedoch nicht mehr auf ihn gesetzt, weswegen er die letzte Saison nur auf 18 Pflichtspiele kam, die meisten davon jedoch kürzere Einsätze. Ein Neustart beim FC Bologna, wo er für diese Saison hinverliehen wurde, soll das Blatt jedoch für ihn wieder wenden.
Auch für das ukrainische Offensivduo Tsyhankov und Vanat ist die Saison bei Girona nicht so verlaufen, wie die beiden sich das wahrscheinlich vorgestellt hatten. Zwar waren die beiden die Lebensversicherung der Offensive Gironas, allerdings haben alle Bemühungen nicht gereicht und der katalanische Verein musste den schweren Gang in die zweite Liga antreten. Während es besonders um Tsyhankov immer wieder Abgangsgerüchte gibt, so sind wohl spanische Vereine wie Valencia oder Sevilla als auch ausländische Vereine wie z.B. Trabzonspor an ihm interessiert. Das Problem scheint bei der Ablöseforderung zu liegen, weswegen Tsyhankov wohl angefragt hat, ob man ihn ablösefrei ziehen lässt, was der Verein aus offensichtlichen Gründen abgelehnt haben soll. Jetzt scheint es kräftig zwischen Spieler und Verein zu brodeln. Bei Vanat hingegen ist die Wahrscheinlichkeit etwas höher, dass er den Katalanen auch nach dem Abstieg enthalten bleibt, damit würde er vermutlich zum absoluten Fan-Favourite avanchieren, zudem ein Spieler seiner Klasse natürlich auch ein großen Teil beim Wiederaufstieg mitspielen kann. Der 2,04 große Neuzugang Pyshchur und Zweittorhüter Krapyvtsov werden dem Verein wahrscheinlich ebenfalls erhalten bleiben.
Mykolenko macht bei Everton weiter wie zuvor, defensiv sicher mit kleineren Patzern, offensiv hat er allerdings nicht all zu viel anzubieten. Ein solider Spieler für einen Verein wie Everton, könnte sicherlich auch für Vereine aus der Tabellenmitte anderer europäischer Ligen eine Verstärkung sein, allerdings denke ich, dass er seinen spielerischen Zenit auch erreicht hat. Weiterhin ein sehr wichtiger Spieler für die Nationalmannschaft, nicht zuletzt durch seine Erfahrung. Vor kurzem hat er seinen Vertrag bis 2029 verlängert, gehen wir davon aus, dass er seinen Vertrag voll erfüllt, würde er 7 1/2 Jahre in der Premier League spielen. Wenn wir mal ehrlich sind: so lange in einer Top-Liga zu spielen, haben bisher nicht viele Ukrainer geschafft.
Konoplya ist im Sommer in die Bundesliga nach Mönchengladbach gewechselt, hat sich aber in einem Testspiel das Innenband angerissen und fällt nun für unbestimmte Zeit aus. Ein Ausfall direkt nach einem Transfer zu einem neuen Verein ist natürlich immer eine ungünstige Sache, besonders, wenn es wie in seinem Fall das erste Auslandsengagement ist und damit auch eine komplett neue Herausforderung und ein neues Umfeld. Dennoch hoffe ich, dass er schnell wieder zurück ist, ich freue mich nämlich sehr darauf, einen Ukrainer in der Bundesliga zu sehen.
In den nächsten Tagen möchte ich auch wieder etwas über unsere Jugendspieler schreiben.
Der Abstieg Zinchenkos geht weiter. Vor nicht allzulanger Zeit hat er noch mit Manchester City Titel gesammelt, nun steht er nach zwei erfolglosen Engagements bei Nottingham Forest und Ajax ohne Verein da. Selbst eine Rückkehr in die Ukraine, und zwar zurück in seine Heimatregion nach Polissya Zhytomyr war in den Medien Thema, allerdings soll er diese Möglichkeit wohl für sich ausgeschlagen haben, da er seine Karriere lieber in Europa fortsetzen möchte. Gehörte er zugegebenermaßen auch bei Manchester City nicht zur absoluten Weltklasse, hat er dennoch dort starke Leistungen gezeigt, die ihn dort zu einem wertvollem Kaderspieler gemacht haben, der in Topform sicherlich einigen Vereinen in Europa sehr weitergeholfen hätte. Dennoch sehen wir einen Abstieg, wie man ihn ihm Profifußball doch nur selten sieht. Vom Topverein in die Vereinslosigkeit. Zwar nährt er sich mit 29 Jahren langsam dem Herbst seiner Karriere, dennoch zeigt die Statistik, dass man als Fußballer in dem Alter durchaus noch einige gute Jahre haben kann. Wie es zu diesem tiefen Fall kommen konnte, ist wohl ein Geheimnis. Mangelnde Ambitionen kann ich mir kaum vorstellen, obwohl er in jungen Jahren schon einiges gewonnen hat. Dann hätte er das Angebot Polissyas aber wohl angenommen. Was gibt es schöneres für einen Fußballer, als nach einer vollendeten Karriere noch mal in die Heimat zurückzukehren, dort der absolute Fan-Favourite zu werden und noch ein wenig entspannt zu kicken? Auffällig ist nur, dass der Leistungsabfall Zinchenkos ungefähr zum Start der Invasion anfing, ein Thema, über welches er häufig sehr emotional gesprochen hat. Was nun der wahre Grund ist? Das weiß vermutlich nur sein enger Kreis. Es wäre aber schön, ein Comeback seinerseits zu erleben. Vielleicht hat ja eine Bundesligamannschaft aus der unteren Tabellenhälfte Interesse?
Erfreuliche Nachrichten gibt es auf der anderen Seite für den ehemaligen Hoffnungsträger der Nationalmannschaft, Mykhailo Mudryk. Die Dopingstrafe des Flügelspielers wurde nach 18 Monaten aufgehoben und ihm wurde die Erlaubnis zur Rückkehr in den Fußball gegeben. Was nun daraus wird, ist die andere Frage. Findet er zu seiner Form zurück, kann er mit seinen Anlagen die Nationalmannschaft pushen und unverzichtbar für diese werden. Seine Kombination an Fähigkeiten mit seinem extremen Tempo, seiner Kreativität und seinem Spiel mit dem Ball hat so im Kader kein Spieler. Als Chelsea-Spieler hatte er sicherlich auch den Vorteil, Zugriff zu den besten Experten was Sportpsychologie, Regeneration und Fitness angeht, zu haben. Dennoch sind 18 Monate ohne Spielpraxis und Mannschaftstraining im Fußball eben eine sehr lange, karriereverändernde Zeit. Besonders, da die Sperre bei ihm auch zu einem denkbar ungünstigem Zeitpunkt kam, so war er noch nicht lange bei Chelsea und hat gerade begonnen, seine Shakhtar-Form auch bei Chelsea abzurufen nach holprigem Start. Vermutlich wäre das Beste für ihn eine Leihe zu einem Verein aus einer schwächeren Liga. Die Premier League dürfte wohl die beste Liga der Welt sein, dementsprechend schwer würde es auch für Mudryk werden, nach so langer Zeit ohne Fußball, dort wieder Fuß zu fassen, zudem ja auch eine Menge Augen auf ihn als Chelsea-Spieler gerichtet sein werden, was für zusätzlichen Druck sorgt. Eine Leihe zu einem kleineren Verein könnte ihm helfen, wieder zurück zu seiner Form zu finden. Strasbourg war oft Thema in den Medien, aber ich könnte mir auch eine 1-jährige Rückleihe zu Shakhtar vorstellen. Dort hat er ein vertrautes Umfeld und durch den Vorteil, dass nicht allzuviele Augen auf die ukrainische Liga gerichtet sind, könnte er dort auch in Ruhe zurück in den Fußball finden.
Seine Breakout-Saison durfte der großgewachsene Mittelstürmer Artem Stepanov feiern. Nach einer Leihe von Leverkusen nach Nürnberg, die in einem Desaster endete und nach 0 Toren in der zweiten Bundesliga nach einer halben Saison abgebrochen wurde, wurde er prompt in die Niederlande zum FC Utrecht verliehen, wo er schließlich aufblühte, in 15 Spielen hat der 18-jährige Mittelstürmer fünf Tore für die Niederländer erzielt und ein weiteres vorbereitet. Daher hat man sich dort entschieden, die Leihe um ein weiteres Jahr zu verlängern und eine Kaufoption zu inkludieren, eine Nachricht, die von den Utrecht-Fans begeistert aufgenommen wurde. Mit 18 ist er absolut noch am Anfang seiner Laufbahn, dennoch sollte man sich überlegen, ob er mit diesen Leistungen nicht auch in Zukunft in die Nähe der Nationalmannschaft rutschen sollte. Auch, wenn er auf seiner Position mit Spielern wie Dovbyk und Ponomarenko natürlich starke Konkurrenten hat. Der Fall Stepanov sollte jedoch auch an ukrainische Vereine ein Signal sein, jungen Spielern mehr zuzutrauen und sie einfach mal reinzuwerfen, so hat man einem Ponomarenko, der schon seit längerem als sehr großes Stürmertalent gilt, erst in der vergangenen Saison echte Chancen gegeben, die er auch prompt genutzt hat. Bei der U19-EM konnte man durchaus sehen, dass wir viel Talent im Land haben.
Nicht nach Plan verlaufen ist die Saison jedoch für Artem Dovbyk. Der torgefährliche Stürmer wechselte vor zwei Jahren nach einer starken Saison beim FC Girona in die italienische Serie A zum AS Rom, wo er auch eine starke Einstandssaison gespielt hat, in welcher er 17 mal getroffen hat. Zu seinem Leidwesen hat der hiesige Trainer Gasperini später jedoch nicht mehr auf ihn gesetzt, weswegen er die letzte Saison nur auf 18 Pflichtspiele kam, die meisten davon jedoch kürzere Einsätze. Ein Neustart beim FC Bologna, wo er für diese Saison hinverliehen wurde, soll das Blatt jedoch für ihn wieder wenden.
Auch für das ukrainische Offensivduo Tsyhankov und Vanat ist die Saison bei Girona nicht so verlaufen, wie die beiden sich das wahrscheinlich vorgestellt hatten. Zwar waren die beiden die Lebensversicherung der Offensive Gironas, allerdings haben alle Bemühungen nicht gereicht und der katalanische Verein musste den schweren Gang in die zweite Liga antreten. Während es besonders um Tsyhankov immer wieder Abgangsgerüchte gibt, so sind wohl spanische Vereine wie Valencia oder Sevilla als auch ausländische Vereine wie z.B. Trabzonspor an ihm interessiert. Das Problem scheint bei der Ablöseforderung zu liegen, weswegen Tsyhankov wohl angefragt hat, ob man ihn ablösefrei ziehen lässt, was der Verein aus offensichtlichen Gründen abgelehnt haben soll. Jetzt scheint es kräftig zwischen Spieler und Verein zu brodeln. Bei Vanat hingegen ist die Wahrscheinlichkeit etwas höher, dass er den Katalanen auch nach dem Abstieg enthalten bleibt, damit würde er vermutlich zum absoluten Fan-Favourite avanchieren, zudem ein Spieler seiner Klasse natürlich auch ein großen Teil beim Wiederaufstieg mitspielen kann. Der 2,04 große Neuzugang Pyshchur und Zweittorhüter Krapyvtsov werden dem Verein wahrscheinlich ebenfalls erhalten bleiben.
Mykolenko macht bei Everton weiter wie zuvor, defensiv sicher mit kleineren Patzern, offensiv hat er allerdings nicht all zu viel anzubieten. Ein solider Spieler für einen Verein wie Everton, könnte sicherlich auch für Vereine aus der Tabellenmitte anderer europäischer Ligen eine Verstärkung sein, allerdings denke ich, dass er seinen spielerischen Zenit auch erreicht hat. Weiterhin ein sehr wichtiger Spieler für die Nationalmannschaft, nicht zuletzt durch seine Erfahrung. Vor kurzem hat er seinen Vertrag bis 2029 verlängert, gehen wir davon aus, dass er seinen Vertrag voll erfüllt, würde er 7 1/2 Jahre in der Premier League spielen. Wenn wir mal ehrlich sind: so lange in einer Top-Liga zu spielen, haben bisher nicht viele Ukrainer geschafft.
Konoplya ist im Sommer in die Bundesliga nach Mönchengladbach gewechselt, hat sich aber in einem Testspiel das Innenband angerissen und fällt nun für unbestimmte Zeit aus. Ein Ausfall direkt nach einem Transfer zu einem neuen Verein ist natürlich immer eine ungünstige Sache, besonders, wenn es wie in seinem Fall das erste Auslandsengagement ist und damit auch eine komplett neue Herausforderung und ein neues Umfeld. Dennoch hoffe ich, dass er schnell wieder zurück ist, ich freue mich nämlich sehr darauf, einen Ukrainer in der Bundesliga zu sehen.
In den nächsten Tagen möchte ich auch wieder etwas über unsere Jugendspieler schreiben.
03.08.2026 - 16:20 Uhr
Danke, @WhiteRodman, das nehme ich gern zum Anlass, ein paar Zeilen zu meinen Grünweißen, FK Karpaty, zu schreiben. Die letzte Saison war recht turbulent verlaufen - nach einem enttäuschenden Saisonstart war in der Winterpause Trainer Vladyslav Lupaschko entlassen worden, unter dem der Verein in der Vorsaison knapp an den internationalen Plätzen vorbeigeschrammt war. Nach einigem hin und her wurde dann Fran Fernández verpflichtet, ein Spanier, der davor vor allem Clubs in der spanischen zweiten Liga trainiert hatte.
Die Vorbereitung auf die Rückrunde war ziemlich ernüchternd, und die ersten paar Spiele nach der Winterpause gelinde gesagt katastrophal. Viele, mich eingeschlossen, konnten es nicht erwarten, dass dieser Typ wieder entlassen würde. Aber interessanterweise fing sich die Mannschaft dann recht schnell und begann, einen konsistenten schön anzusehenden und auch effizienten Kombinationsfußball zu spielen, der auch Punkte einbrachte. Besonders hoch anzurechnen ist dem Trainer, dass das Team unter ihm wirklich nervenstark geworden ist - unter Lupaschko hatte es immer wieder so Spiele gegeben, die ab irgendeinem Punkt ganz einfach völlig außer Kontrolle gerieten und das Team auf dem Platz nichts mehr zustande brachte. Das sieht man jetzt überhaupt nicht mehr, bei Druckphasen des Gegners und auch Rückständen wird weiter sauber kombiniert, die Fehlerquote bleibt niedrig, und die meisten Spiele konnten am Ende immer noch gedreht werden.
Zum Star der letzten Saison wurde dann ganz überraschend Torwart Nasar Domtschak. Man hatte ja letzten Sommer gleich 2 starke Torhüter verloren - Kemkin hatte man gehen lassen, weil er im Konkurrenzkampf gegen Kinarejkin den kürzeren gezogen hatte, der dann wiederum in letzter Minute zu Villareal ging. Es blieb Youngster Domtschak mit gerade mal 18 Jahren. Der mauserte sich ganz gewaltig, wurde zum Elfmeterschreck (von 6 Elfmetern gegen ihn 3 gehalten, einer verfehlte das Tor) und zum Rückhalt seiner Mannschaft. Platz 9 am Ende der letzten Saison war im Grunde das Resultat der schlechten Hinrunde.
In dieser Sommerpause gingen dann für ordentliche Summen gleich 4 wichtige Leistungsträger - Domtschak, Bruninho, Faal und Nationalspieler Sytsch. Für sie wurden für überschaubare Summen drei junge Torhüter, drei Mittelfeldspieler - davon ein erfahrener und zwei junge - sowie ein erfahrener Außenverteidiger und mit Nasarij Rusyn einen erfahrenen Offensivspieler verpflichtet. Davon waren gleich vier "Latinos". Wir erleben gerade so eine Art Revival von "Los Karpatos" (aktuell: 6 Spanier und Brasilianer plus 1 aktuell in der Jugendmannschaft), wobei man fairerweise sagen muss, dass Trainer Fernández gleich zwei Spieler verpflichtete, die er aus früherer Zusammenarbeit kennt, und genau das hatte im letzten Winter mit Xeber Alkain bereits ziemlich gut funktioniert. Aktuell sucht man noch nach einem Mittelstürmer, der Baboucarr Faal ersetzen kann.
Vorgestern war dann Saisonstart bei Kryvbas, und nach dem Spiel dürften die Erwartungen in Lviv schon wieder gen Himmel gehen - nach anfänglichem Rückstand glich man noch vor der Pause aus und ging am Ende nicht unverdient mit einem satten 4:1 nach hause. Eine der Neuverpflichtungen, Moha Moukhliss, spielte knapp 80 Minuten und zeigte sich locker auf gehobenem UPL-Niveau - gutes Spielverständnis, Ruhe, Ballsicherheit und starke Pässe. Kurz vor Schluss kam auch noch Brasilianer Fellipe Vieira herein, ein interessanter offensiver Mittelfeldspieler, der in der Vorbereitung auch schon getroffen hatte.
Wenn es gelingt, auf dem Transfermarkt noch einen guten hochgewachsenen und kopfballstarken Mittelstürmer zu finden, kann das Team durchaus um die ersten 4 mitspielen, auch wenn Schakhtar, Dynamo und Polissya deutlich höhere Budgets haben und LNZ, Kharkiv und Soriya von der Kaderstärke her mindestens genauso hoch einzuschätzen sind. Entscheidend wird sein, ob es dem Trainerteam gelingen wird, diese Spielkultur weiterzuentwickeln und auf diesem hohen Niveau zu halten, denn es ist auch schon durchgesickert, dass die Vereinsführung nicht bereit sei, ein unbegrenztes finanzielles "Wettrüsten" (vor allem gegen Polissya) im Kampf um die Top-4 mitzumachen.
Ich denke, das wird eine richtig spannende Saison. Ach ja, wer sich auch für Karpaty interessiert, mag mal nach "Karpaty Lviv Nachrichten" googlen, da verfasse ich regelmäßig meine Spielberichte und natürlich auch Nachrichten rund um den Verein und das Team.
In der Jugendabteilung soll in Zukunft die bisherige Rukh-Akademie (die zuvor wiederum die Karpaty-Akademie gewesen war) für "Nachschub" an Talenten aus der Region sorgen. Die frisch gegründete U21 macht einen guten Eindruck, und einige Spieler, etwa Mittelfeldspieler Resnik, Außenverteidiger Kokodynyak und Mittelstürmer Dyedov, sind schon regelmäßig beim ersten Team auf der Bank. Ach ja, und Rukh hat sich aus der UPL zurückgezogen und wird nun in der Druha Liha (ukr. 3. Liga) weiter Talente entwickeln, die am Ende wiederum auch Karpaty zugute kommen sollen. Wie genau das aussehen soll, ist mir ehrlich gesagt etwas unklar. Aber so wie es aussieht, hat Hrihorij Koslovskyj nicht mehr die finanziellen Mittel und vielleicht auch nicht mehr den Ehrgeiz, ein eigenes UPL-Team zu betreiben.
Die Vorbereitung auf die Rückrunde war ziemlich ernüchternd, und die ersten paar Spiele nach der Winterpause gelinde gesagt katastrophal. Viele, mich eingeschlossen, konnten es nicht erwarten, dass dieser Typ wieder entlassen würde. Aber interessanterweise fing sich die Mannschaft dann recht schnell und begann, einen konsistenten schön anzusehenden und auch effizienten Kombinationsfußball zu spielen, der auch Punkte einbrachte. Besonders hoch anzurechnen ist dem Trainer, dass das Team unter ihm wirklich nervenstark geworden ist - unter Lupaschko hatte es immer wieder so Spiele gegeben, die ab irgendeinem Punkt ganz einfach völlig außer Kontrolle gerieten und das Team auf dem Platz nichts mehr zustande brachte. Das sieht man jetzt überhaupt nicht mehr, bei Druckphasen des Gegners und auch Rückständen wird weiter sauber kombiniert, die Fehlerquote bleibt niedrig, und die meisten Spiele konnten am Ende immer noch gedreht werden.
Zum Star der letzten Saison wurde dann ganz überraschend Torwart Nasar Domtschak. Man hatte ja letzten Sommer gleich 2 starke Torhüter verloren - Kemkin hatte man gehen lassen, weil er im Konkurrenzkampf gegen Kinarejkin den kürzeren gezogen hatte, der dann wiederum in letzter Minute zu Villareal ging. Es blieb Youngster Domtschak mit gerade mal 18 Jahren. Der mauserte sich ganz gewaltig, wurde zum Elfmeterschreck (von 6 Elfmetern gegen ihn 3 gehalten, einer verfehlte das Tor) und zum Rückhalt seiner Mannschaft. Platz 9 am Ende der letzten Saison war im Grunde das Resultat der schlechten Hinrunde.
In dieser Sommerpause gingen dann für ordentliche Summen gleich 4 wichtige Leistungsträger - Domtschak, Bruninho, Faal und Nationalspieler Sytsch. Für sie wurden für überschaubare Summen drei junge Torhüter, drei Mittelfeldspieler - davon ein erfahrener und zwei junge - sowie ein erfahrener Außenverteidiger und mit Nasarij Rusyn einen erfahrenen Offensivspieler verpflichtet. Davon waren gleich vier "Latinos". Wir erleben gerade so eine Art Revival von "Los Karpatos" (aktuell: 6 Spanier und Brasilianer plus 1 aktuell in der Jugendmannschaft), wobei man fairerweise sagen muss, dass Trainer Fernández gleich zwei Spieler verpflichtete, die er aus früherer Zusammenarbeit kennt, und genau das hatte im letzten Winter mit Xeber Alkain bereits ziemlich gut funktioniert. Aktuell sucht man noch nach einem Mittelstürmer, der Baboucarr Faal ersetzen kann.
Vorgestern war dann Saisonstart bei Kryvbas, und nach dem Spiel dürften die Erwartungen in Lviv schon wieder gen Himmel gehen - nach anfänglichem Rückstand glich man noch vor der Pause aus und ging am Ende nicht unverdient mit einem satten 4:1 nach hause. Eine der Neuverpflichtungen, Moha Moukhliss, spielte knapp 80 Minuten und zeigte sich locker auf gehobenem UPL-Niveau - gutes Spielverständnis, Ruhe, Ballsicherheit und starke Pässe. Kurz vor Schluss kam auch noch Brasilianer Fellipe Vieira herein, ein interessanter offensiver Mittelfeldspieler, der in der Vorbereitung auch schon getroffen hatte.
Wenn es gelingt, auf dem Transfermarkt noch einen guten hochgewachsenen und kopfballstarken Mittelstürmer zu finden, kann das Team durchaus um die ersten 4 mitspielen, auch wenn Schakhtar, Dynamo und Polissya deutlich höhere Budgets haben und LNZ, Kharkiv und Soriya von der Kaderstärke her mindestens genauso hoch einzuschätzen sind. Entscheidend wird sein, ob es dem Trainerteam gelingen wird, diese Spielkultur weiterzuentwickeln und auf diesem hohen Niveau zu halten, denn es ist auch schon durchgesickert, dass die Vereinsführung nicht bereit sei, ein unbegrenztes finanzielles "Wettrüsten" (vor allem gegen Polissya) im Kampf um die Top-4 mitzumachen.
Ich denke, das wird eine richtig spannende Saison. Ach ja, wer sich auch für Karpaty interessiert, mag mal nach "Karpaty Lviv Nachrichten" googlen, da verfasse ich regelmäßig meine Spielberichte und natürlich auch Nachrichten rund um den Verein und das Team.
In der Jugendabteilung soll in Zukunft die bisherige Rukh-Akademie (die zuvor wiederum die Karpaty-Akademie gewesen war) für "Nachschub" an Talenten aus der Region sorgen. Die frisch gegründete U21 macht einen guten Eindruck, und einige Spieler, etwa Mittelfeldspieler Resnik, Außenverteidiger Kokodynyak und Mittelstürmer Dyedov, sind schon regelmäßig beim ersten Team auf der Bank. Ach ja, und Rukh hat sich aus der UPL zurückgezogen und wird nun in der Druha Liha (ukr. 3. Liga) weiter Talente entwickeln, die am Ende wiederum auch Karpaty zugute kommen sollen. Wie genau das aussehen soll, ist mir ehrlich gesagt etwas unklar. Aber so wie es aussieht, hat Hrihorij Koslovskyj nicht mehr die finanziellen Mittel und vielleicht auch nicht mehr den Ehrgeiz, ein eigenes UPL-Team zu betreiben.
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