Alles Part II
04.07.2011 - 00:39 Uhr
25.11.2011 - 16:21 Uhr
Servus beinander, hier ist der angekündigte Bericht über die JHV. Ist mehr ein Protokoll geworden, ich hoffe, es machen sich ein paar die Mühe und lesen ihn ;)
Er ist übrigens auch (formatiert, das geht auf TM leider ned..) auf Haching11 zu finden.
„Der Platz von Türkgücü ist nicht in Unterhaching.“
Die Jahreshauptversammlung der SpVgg Unterhaching ist geprägt von der Frage nach der Identität des Vereins.
Nach einer Begrüßung und zwei Trauerminuten um verstorbene Ehrenmitglieder begann der Abend mit der Rede des Präsidenten Engelbert Kupka. Wichtigste Punkte seines Vortrags waren das neu entwickelte Jugendkonzept, wobei er Spielern, Trainerstab und Verantwortlichen ausdrücklich dankte. Außerdem wurde der Haching-Präsident nicht müde, wieder einmal zu betonen, wie wichtig ein Verein für die Integration in einer Region sei. In Unterhaching werde „Sozialarbeit mit anderen Mitteln“ betrieben, so Kupka, 700 Kinder seien aktuell bei der SpVgg und der Fortuna am Ball.
Das Wort wurde anschließend zum ersten Mal an den neuen Vizepräsidenten Can Cobanoglu übergeben, der nach ein paar Grußworten auf deutsch mit Hilfe seines Dolmetschers zunächst kurz seinen Werdegnag beschrieb. Danach erklärte er, dass er „stolz“ sei, in einem so „sauberen Verein“ wie der SpVgg Unterhaching mitzuarbeiten. Die Vereinspräsentation sei jetzt seit einer Woche fertig, jetzt werde begonnen, detaillierte Sponsorenverhandlungen zu führen, um den richtigen Sponsor zu finden.
Nach Cobanoglu erklärte Kupka die Verschiebung der Neuwahlen des Präsidiums auf das kommende Frühjahr. Ein genauer Termin könne allerdings noch nicht festgelegt werden, erstens brauche man Kandidaten und zweitens dürfe in Sponsorenverhandlungen auch nicht plötzlich die Führungsetage wechseln. Anschließend brachte Kupka aufs Neue die schwierige Situation aller Drittligisten zur Sprache. Zum Abschluss seiner Rede dankte Kupka u.a. allen ausgeschiedenen Präsidiumsmitgliedern und der Familie Stumpf. Hierbei wurde bekannt, dass Christian Schorbach kein Vizepräsident mehr ist. Er trat aus gesundheitlichen Gründen von diesem Amt zurück. Auch ein Anliegen an die Gemeinde formulierte der Präsident. So sei ein weiterer Kunstrasenplatz ein großes Anliegen der SpVgg.
Nach Kupka erklärte Schatzmeister Anton Schrobenhauser die finanzielle Lage des Vereins. Dabei betonte er zunächst, dass das Jugendkonzept nicht ganz freiwillig entstanden sei, die finanzielle Lage habe kaum etwas anderes zugelassen. Nichtsdestoweniger sei es der richtige Weg. Der Verkauf des VIP-Hauses im Frühjahr habe 1,7 Mio. Euro in die Kassen gespült, eine Großspende der Familie Stumpf brachte weitere 1,3 Mio. Durch diese Einnahmen wurden die Schulden getilgt, das Geschäftsjahr 2010/11 wurde mit einem Gewinn von ca. 850.000 Euro abgeschlossen. Das Vereinskapital sei dadurch zum ersten Mal nach dem Abstieg 2007 wieder positiv, es liege bei +8.000 Euro. Zur neuen Saison wurde der Lizenzspieleretat von 2,8 auf 1,7 Mio. gesenkt, die Einnahmen durch Co-Sponsoren konnten von 850.000 auf 1,3 Mio. Euro erhöht werden. Von einem neuen Hauptsponsor erhoffe man sich nun Beiträge, die an die Größenordnung des Generali-Sponsorings heranreichen.
Das anschließende Statement von Kassenprüfer Sebastian Nunberger enthielt vor allem zwei wichtige Punkte. Erstens habe es bei der Prüfung keine Beanstandungen gegeben, zweitens wies er darauf hin, dass ohne die 3 Millionen durch VIP-Haus-Verkauf und Stumpfspende die letztjährige Bilanz tiefrot gewesen wäre. Dies solle man immer im Hinterkopf behalten.
Als nächstes ergriff Trainer Heiko Herrlich das Wort und lieferte die wohl beste Redevorstellung des Abend ab. In einem sehr strukturierten Vortrag wies er zunächst auf seine persönlichen Ziele hin. Ihm sei es wichtig, dass eine Mannschaft alles füreinander geben, dass jeder Spieler ein „Diener für die Sache“ sei. Zudem wolle er eine Mannschaft mit Siegermentalität, die immer gewinnen wolle, egal ob in Pflicht-, Freundschafts- oder Trainingsspiel, und eine Mannschaft mit Identifikationspotential. Über gute Mannschaftsleistungen müsse man auch für Sponsoren wieder attraktiver werden. Anschließend gab der Trainer einen Rückblick auf den bisherigen Saisonverlauf. Er ging dabei besonders darauf ein, welche Fehler dafür verantwortlich waren, dass nach einem grandiosen Saisonstart sportliche Misserfolge folgten. Neben dem Verletzungspech nannte er als entscheidendste Gründe, dass die junge Mannschaft teilweise „naiv, wie eine Schülermannschaft“ agiere und dass dadurch, dass viele Berater nach den tollen Spielen zu Saisonbeginn Spieler angefragt hatten, deren Konzentration möglicherweise um die wenigen Prozentpunkte gesunken sei, die zu den entscheidenden Fehlern führten. Bei der Fehleranalyse fasste sich der Trainer auch an die eigene Nase. So sei es ihm nicht gelungen, „die starke Leistung zu verankern.“ Das nächste Ziel sei es nun, die Qualität der ersten acht Spiele wieder herzustellen und die Spieler wieder aus der „Komfortzone“, wie es bereits Christoph Daum bezeichnete, wieder herauszuholen. Dass sich die Spieler selbst in der Fehleranalyse „selbstkritisch und willig“ zeigen, hob der Coach positiv hervor. Dagegen bemängelte er den fehlenden Druck aus der zweiten Reihe auf die Startformation. Ein Sonderlob von Herrlich bekam Jonas Hummels, mit seiner Vertragsverlängerung habe er ein Signal gesetzt, das auch auf den Rest der Mannschaft Wirkung zeigen könne. Leider sei es allerdings nicht möglich gewesen, die Spielerverträge langfristiger abzuschließen als geschehen, da zu wenig finanzielle Sicherheiten gegeben seien. Sowohl Herrlich als auch Hummels bekamen großen Applaus.
Nach Heiko Herrlich kamen die Vertreter der verschiedenen Sparten der SpVgg zu Wort. Neben Jugendleiter Klaus Tobis, der besonders die Aufstiege der Jugendmannschaften und die (kostenfreie) Kooperation mit der TU München hervorhob, und Nachwuchs-Koordinator Manfred Schwabl, der in seinem kurzen Statement die Wichtigkeit betonte, am Jugendkonzept festzuhalten, kam Schiedsrichter-Obmann Ullrich Preugschat zu Wort. Außerdem wurde ein Statement des Chefs der Bobabteilung, Georg Wörle, der erkrankt absagen musste, verlesen. Den Abschluss dieses Teils der JHV bildete ein Grußwort von Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer.
Danach folgte der interessanteste Teil des Abends, die Anträge. Genauer gesagt war es nur ein Antrag in Form einer Rede gegen das Präsidiums, der jedoch eine umso größerer Diskussion auslöste. Ein Mitglied des Vereins, das auch bei dem Gespräch mit Ex-Manager Markus Grünberger im Juli zu einer Art Wortführer des Vereins wurde, führte in seinem Vortrag einige Punkte gegen das Präsidium an. So bezeichnete er zum Beispiel die Aussage Kupkas von Anfang November, es könnten gerne Leute für einen Platz im Präsidium kandidieren, „die es besser können“, als „kindlich“. Des Weiteren kritisierte er die schlechte Informationspolitik des Vereins und den fehlenden Erfolg bei Sponsorenverhandlungen, obwohl der Generali-Ausstieg schon seit 2009 bekannt gewesen sei. Kupkas Meinung zur mangelnden Unterstützung durch den DFB unterstütze er zwar, so das Mitglied weiter, dennoch möchte er darauf hinweisen, dass der Umsatz der 3. Liga stetig steige, ganz im Gegenteil zum Umsatz der SpVgg. Den größten Punkt der Rede nahm jedoch die Frage ein, warum immer noch auf Klaus Augenthaler herumgehackt werde. Zu diesem Thema führte das Mitglied an, dass er selbst sich in Verbindung mit Svetits und Biberger gesetzt habe und rückblickend zu dem Schluss gekommen sei, dass das Präsidium keine Chance gehabt habe, Biberger als Sponsor zu gewinnen. Daher entschuldigte sich der Redner für die harsche Präsidiumskritik, die er damals geübt habe (Diese Entschuldigung wurde von Kupka fehlinterpretiert, der Haching-Präsident sah hier eine Anschuldigung gegen sich gerichtet. Dieses Missverständnis wurde später jedoch aus dem Weg geräumt). Zum Abschluss der Rede warnte er vor zu schnellen Schüssen bei unbekannten Leuten. Auch Can Cobanoglu dürfe nicht gleich in den Himmel gehoben werden, ohne etwas erreicht zu haben. Es sei zudem wichtig, dass kein „Türkgücü Haching“ entstehe. Zuletzt stellte er die Frage, warum von Präsidiumsseite nicht zu den Gerüchten um Erich Lejeune Stellung genommen worden sei. Nichtsdestotrotz betonte er, dass Kupka einen guten Abgang verdient habe.
Vor allem zwei Personen der Vorrede, Augenthaler und Cobanoglu, standen im Mittelpunkt der Gegenrede des Präsidenten Kupka. Diese betonte sichtlich sauer, dass die Rede des Mitglieds „keinen Nutzen für den Verein“ gebracht habe. Die Informationspolitik kommentierte der Haching-Präsident mit der Aussage, dass das Ehepaar Stumpf im Frühjahr ausdrücklich nicht gewollt habe, dass ihre Spende publik gemacht werden. In der Kritik an Cobanoglu sah Kupka eine Kritik an der Integration, die er vehement erwiderte.
Die Diskussion hatte nun Fahrt aufgenommen, Cobanoglu ergriff wieder das Wort. Er betonte, dass niemand die Macht habe, an den Wurzeln und der Tradition von Haching zu sägen. Dann sagte er Sätze, die wohl als die wichtigsten des Abend gelten können: „Der Platz von Türkgücü ist nicht in Unterhaching. [...] Hier ist ein deutscher Verein. Ein Verein mit Tradition. Und das wird auch so bleiben, dass das klar ist.“ Die Vorwürfe, er gefährde das Jugendkonzept wies Cobanoglu damit zurück, als er betonte, Manfred Schwabl und er hätten Aufgabengebiete, die miteinander kaum verzahnt seien. Cobanoglu sei weder sportlicher Leiter noch konkret für den Nachwuchs zuständig. Abschließend dankte er dem Mitglied für seine Offenheit, betonte jedoch, das man für Kritik „die richtigen Informationen und Kontakte“ haben müsse, die seiner Meinung nach dem Kritiker gefehlt hätten.
Letzterer setzte seinerseits zum Konter an. Niemand habe etwas dagegen, wenn Cobanoglu Vizepräsident o.Ä. werde. Er habe lediglich allgemein vor Schnellschüssen gewarnt, da solche dem Verein in letzter Zeit schon mehrfach zum Verhängnis geworden seien. Außerdem sei ihm die Motivation Cobanoglus für den Einstieg in Haching weiterhin unklar. Zum Schluss räumte er das oben bereits erwähnte Missverständnis mit Kupka aus und stellte abermals die Frage nach Erich Lejeune.
Um diese zu beantworten ging Schatzmeister Schrobenhauser erneut zum Rednerpult. Er habe schön öfter Gespräche mit Lejeune geführt, auch in der jüngeren Vergangenheit. Bei diesem habe er ihm klar gemacht, wie die allgemeine wirtschaftliche Situation der SpVgg sei. Daraufhin sei das Interesse Lejeunes wieder merkbar verebbt. Wichtig für den Verein seien vor allem Sicherheiten. Daher müsse Lejeune mehr als nur Worte vorweisen können. Sobald dies der Fall sei, sei er jederzeit herzlich Willkommen, in Haching mitzuhelfen. In diesem Kontext dankte der Schatzmeister noch einmal Cobanoglu, Schwabl und Herrlich, da sie den Verein spürbar nach vorne bringen und alles dafür tun würden, dass es in Haching aufwärts gehe.
Den Abschluss der Versammlung bildeten die Abstimmungen über die beiden Satzungsänderungen (diese waren vor einiger Zeit auf der Homepage nachzulesen), sowie die Entlastung des Präsidiums für das Geschäftsjahr vom 01.07.2010 bis zum 30.06.2011. Alle Abstimmungen endeten mit großer Zustimmung.
Er ist übrigens auch (formatiert, das geht auf TM leider ned..) auf Haching11 zu finden.
„Der Platz von Türkgücü ist nicht in Unterhaching.“
Die Jahreshauptversammlung der SpVgg Unterhaching ist geprägt von der Frage nach der Identität des Vereins.
Nach einer Begrüßung und zwei Trauerminuten um verstorbene Ehrenmitglieder begann der Abend mit der Rede des Präsidenten Engelbert Kupka. Wichtigste Punkte seines Vortrags waren das neu entwickelte Jugendkonzept, wobei er Spielern, Trainerstab und Verantwortlichen ausdrücklich dankte. Außerdem wurde der Haching-Präsident nicht müde, wieder einmal zu betonen, wie wichtig ein Verein für die Integration in einer Region sei. In Unterhaching werde „Sozialarbeit mit anderen Mitteln“ betrieben, so Kupka, 700 Kinder seien aktuell bei der SpVgg und der Fortuna am Ball.
Das Wort wurde anschließend zum ersten Mal an den neuen Vizepräsidenten Can Cobanoglu übergeben, der nach ein paar Grußworten auf deutsch mit Hilfe seines Dolmetschers zunächst kurz seinen Werdegnag beschrieb. Danach erklärte er, dass er „stolz“ sei, in einem so „sauberen Verein“ wie der SpVgg Unterhaching mitzuarbeiten. Die Vereinspräsentation sei jetzt seit einer Woche fertig, jetzt werde begonnen, detaillierte Sponsorenverhandlungen zu führen, um den richtigen Sponsor zu finden.
Nach Cobanoglu erklärte Kupka die Verschiebung der Neuwahlen des Präsidiums auf das kommende Frühjahr. Ein genauer Termin könne allerdings noch nicht festgelegt werden, erstens brauche man Kandidaten und zweitens dürfe in Sponsorenverhandlungen auch nicht plötzlich die Führungsetage wechseln. Anschließend brachte Kupka aufs Neue die schwierige Situation aller Drittligisten zur Sprache. Zum Abschluss seiner Rede dankte Kupka u.a. allen ausgeschiedenen Präsidiumsmitgliedern und der Familie Stumpf. Hierbei wurde bekannt, dass Christian Schorbach kein Vizepräsident mehr ist. Er trat aus gesundheitlichen Gründen von diesem Amt zurück. Auch ein Anliegen an die Gemeinde formulierte der Präsident. So sei ein weiterer Kunstrasenplatz ein großes Anliegen der SpVgg.
Nach Kupka erklärte Schatzmeister Anton Schrobenhauser die finanzielle Lage des Vereins. Dabei betonte er zunächst, dass das Jugendkonzept nicht ganz freiwillig entstanden sei, die finanzielle Lage habe kaum etwas anderes zugelassen. Nichtsdestoweniger sei es der richtige Weg. Der Verkauf des VIP-Hauses im Frühjahr habe 1,7 Mio. Euro in die Kassen gespült, eine Großspende der Familie Stumpf brachte weitere 1,3 Mio. Durch diese Einnahmen wurden die Schulden getilgt, das Geschäftsjahr 2010/11 wurde mit einem Gewinn von ca. 850.000 Euro abgeschlossen. Das Vereinskapital sei dadurch zum ersten Mal nach dem Abstieg 2007 wieder positiv, es liege bei +8.000 Euro. Zur neuen Saison wurde der Lizenzspieleretat von 2,8 auf 1,7 Mio. gesenkt, die Einnahmen durch Co-Sponsoren konnten von 850.000 auf 1,3 Mio. Euro erhöht werden. Von einem neuen Hauptsponsor erhoffe man sich nun Beiträge, die an die Größenordnung des Generali-Sponsorings heranreichen.
Das anschließende Statement von Kassenprüfer Sebastian Nunberger enthielt vor allem zwei wichtige Punkte. Erstens habe es bei der Prüfung keine Beanstandungen gegeben, zweitens wies er darauf hin, dass ohne die 3 Millionen durch VIP-Haus-Verkauf und Stumpfspende die letztjährige Bilanz tiefrot gewesen wäre. Dies solle man immer im Hinterkopf behalten.
Als nächstes ergriff Trainer Heiko Herrlich das Wort und lieferte die wohl beste Redevorstellung des Abend ab. In einem sehr strukturierten Vortrag wies er zunächst auf seine persönlichen Ziele hin. Ihm sei es wichtig, dass eine Mannschaft alles füreinander geben, dass jeder Spieler ein „Diener für die Sache“ sei. Zudem wolle er eine Mannschaft mit Siegermentalität, die immer gewinnen wolle, egal ob in Pflicht-, Freundschafts- oder Trainingsspiel, und eine Mannschaft mit Identifikationspotential. Über gute Mannschaftsleistungen müsse man auch für Sponsoren wieder attraktiver werden. Anschließend gab der Trainer einen Rückblick auf den bisherigen Saisonverlauf. Er ging dabei besonders darauf ein, welche Fehler dafür verantwortlich waren, dass nach einem grandiosen Saisonstart sportliche Misserfolge folgten. Neben dem Verletzungspech nannte er als entscheidendste Gründe, dass die junge Mannschaft teilweise „naiv, wie eine Schülermannschaft“ agiere und dass dadurch, dass viele Berater nach den tollen Spielen zu Saisonbeginn Spieler angefragt hatten, deren Konzentration möglicherweise um die wenigen Prozentpunkte gesunken sei, die zu den entscheidenden Fehlern führten. Bei der Fehleranalyse fasste sich der Trainer auch an die eigene Nase. So sei es ihm nicht gelungen, „die starke Leistung zu verankern.“ Das nächste Ziel sei es nun, die Qualität der ersten acht Spiele wieder herzustellen und die Spieler wieder aus der „Komfortzone“, wie es bereits Christoph Daum bezeichnete, wieder herauszuholen. Dass sich die Spieler selbst in der Fehleranalyse „selbstkritisch und willig“ zeigen, hob der Coach positiv hervor. Dagegen bemängelte er den fehlenden Druck aus der zweiten Reihe auf die Startformation. Ein Sonderlob von Herrlich bekam Jonas Hummels, mit seiner Vertragsverlängerung habe er ein Signal gesetzt, das auch auf den Rest der Mannschaft Wirkung zeigen könne. Leider sei es allerdings nicht möglich gewesen, die Spielerverträge langfristiger abzuschließen als geschehen, da zu wenig finanzielle Sicherheiten gegeben seien. Sowohl Herrlich als auch Hummels bekamen großen Applaus.
Nach Heiko Herrlich kamen die Vertreter der verschiedenen Sparten der SpVgg zu Wort. Neben Jugendleiter Klaus Tobis, der besonders die Aufstiege der Jugendmannschaften und die (kostenfreie) Kooperation mit der TU München hervorhob, und Nachwuchs-Koordinator Manfred Schwabl, der in seinem kurzen Statement die Wichtigkeit betonte, am Jugendkonzept festzuhalten, kam Schiedsrichter-Obmann Ullrich Preugschat zu Wort. Außerdem wurde ein Statement des Chefs der Bobabteilung, Georg Wörle, der erkrankt absagen musste, verlesen. Den Abschluss dieses Teils der JHV bildete ein Grußwort von Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer.
Danach folgte der interessanteste Teil des Abends, die Anträge. Genauer gesagt war es nur ein Antrag in Form einer Rede gegen das Präsidiums, der jedoch eine umso größerer Diskussion auslöste. Ein Mitglied des Vereins, das auch bei dem Gespräch mit Ex-Manager Markus Grünberger im Juli zu einer Art Wortführer des Vereins wurde, führte in seinem Vortrag einige Punkte gegen das Präsidium an. So bezeichnete er zum Beispiel die Aussage Kupkas von Anfang November, es könnten gerne Leute für einen Platz im Präsidium kandidieren, „die es besser können“, als „kindlich“. Des Weiteren kritisierte er die schlechte Informationspolitik des Vereins und den fehlenden Erfolg bei Sponsorenverhandlungen, obwohl der Generali-Ausstieg schon seit 2009 bekannt gewesen sei. Kupkas Meinung zur mangelnden Unterstützung durch den DFB unterstütze er zwar, so das Mitglied weiter, dennoch möchte er darauf hinweisen, dass der Umsatz der 3. Liga stetig steige, ganz im Gegenteil zum Umsatz der SpVgg. Den größten Punkt der Rede nahm jedoch die Frage ein, warum immer noch auf Klaus Augenthaler herumgehackt werde. Zu diesem Thema führte das Mitglied an, dass er selbst sich in Verbindung mit Svetits und Biberger gesetzt habe und rückblickend zu dem Schluss gekommen sei, dass das Präsidium keine Chance gehabt habe, Biberger als Sponsor zu gewinnen. Daher entschuldigte sich der Redner für die harsche Präsidiumskritik, die er damals geübt habe (Diese Entschuldigung wurde von Kupka fehlinterpretiert, der Haching-Präsident sah hier eine Anschuldigung gegen sich gerichtet. Dieses Missverständnis wurde später jedoch aus dem Weg geräumt). Zum Abschluss der Rede warnte er vor zu schnellen Schüssen bei unbekannten Leuten. Auch Can Cobanoglu dürfe nicht gleich in den Himmel gehoben werden, ohne etwas erreicht zu haben. Es sei zudem wichtig, dass kein „Türkgücü Haching“ entstehe. Zuletzt stellte er die Frage, warum von Präsidiumsseite nicht zu den Gerüchten um Erich Lejeune Stellung genommen worden sei. Nichtsdestotrotz betonte er, dass Kupka einen guten Abgang verdient habe.
Vor allem zwei Personen der Vorrede, Augenthaler und Cobanoglu, standen im Mittelpunkt der Gegenrede des Präsidenten Kupka. Diese betonte sichtlich sauer, dass die Rede des Mitglieds „keinen Nutzen für den Verein“ gebracht habe. Die Informationspolitik kommentierte der Haching-Präsident mit der Aussage, dass das Ehepaar Stumpf im Frühjahr ausdrücklich nicht gewollt habe, dass ihre Spende publik gemacht werden. In der Kritik an Cobanoglu sah Kupka eine Kritik an der Integration, die er vehement erwiderte.
Die Diskussion hatte nun Fahrt aufgenommen, Cobanoglu ergriff wieder das Wort. Er betonte, dass niemand die Macht habe, an den Wurzeln und der Tradition von Haching zu sägen. Dann sagte er Sätze, die wohl als die wichtigsten des Abend gelten können: „Der Platz von Türkgücü ist nicht in Unterhaching. [...] Hier ist ein deutscher Verein. Ein Verein mit Tradition. Und das wird auch so bleiben, dass das klar ist.“ Die Vorwürfe, er gefährde das Jugendkonzept wies Cobanoglu damit zurück, als er betonte, Manfred Schwabl und er hätten Aufgabengebiete, die miteinander kaum verzahnt seien. Cobanoglu sei weder sportlicher Leiter noch konkret für den Nachwuchs zuständig. Abschließend dankte er dem Mitglied für seine Offenheit, betonte jedoch, das man für Kritik „die richtigen Informationen und Kontakte“ haben müsse, die seiner Meinung nach dem Kritiker gefehlt hätten.
Letzterer setzte seinerseits zum Konter an. Niemand habe etwas dagegen, wenn Cobanoglu Vizepräsident o.Ä. werde. Er habe lediglich allgemein vor Schnellschüssen gewarnt, da solche dem Verein in letzter Zeit schon mehrfach zum Verhängnis geworden seien. Außerdem sei ihm die Motivation Cobanoglus für den Einstieg in Haching weiterhin unklar. Zum Schluss räumte er das oben bereits erwähnte Missverständnis mit Kupka aus und stellte abermals die Frage nach Erich Lejeune.
Um diese zu beantworten ging Schatzmeister Schrobenhauser erneut zum Rednerpult. Er habe schön öfter Gespräche mit Lejeune geführt, auch in der jüngeren Vergangenheit. Bei diesem habe er ihm klar gemacht, wie die allgemeine wirtschaftliche Situation der SpVgg sei. Daraufhin sei das Interesse Lejeunes wieder merkbar verebbt. Wichtig für den Verein seien vor allem Sicherheiten. Daher müsse Lejeune mehr als nur Worte vorweisen können. Sobald dies der Fall sei, sei er jederzeit herzlich Willkommen, in Haching mitzuhelfen. In diesem Kontext dankte der Schatzmeister noch einmal Cobanoglu, Schwabl und Herrlich, da sie den Verein spürbar nach vorne bringen und alles dafür tun würden, dass es in Haching aufwärts gehe.
Den Abschluss der Versammlung bildeten die Abstimmungen über die beiden Satzungsänderungen (diese waren vor einiger Zeit auf der Homepage nachzulesen), sowie die Entlastung des Präsidiums für das Geschäftsjahr vom 01.07.2010 bis zum 30.06.2011. Alle Abstimmungen endeten mit großer Zustimmung.
25.11.2011 - 17:35 Uhr
Vielen Dank!!
25.11.2011 - 19:25 Uhr
Dickes Danke an DerHachinga, super Berichterstattung.
Es ruehrt sich ja was anscheinend im Verein.
Wer hat das VIP Haus eigentlich gekauft, die Gemeinde oder Schrobenhauser ?
Wer nett wenn mich jemand diesbzgl. aufklaeren kann.
Es ruehrt sich ja was anscheinend im Verein.
Wer hat das VIP Haus eigentlich gekauft, die Gemeinde oder Schrobenhauser ?
Wer nett wenn mich jemand diesbzgl. aufklaeren kann.
25.11.2011 - 19:28 Uhr
Vielen Dank für die ausführliche Zusammenfassung!
Schön langsam wirds echt Zeit dass für Kupka ein jüngerer Nachfolger kommt, er ist anscheinend nicht mehr in der Lage mit Kritik umzugehen.
Trotz Allem scheint man zumindest auf einem besseren Weg zu sein als man es letztes Jahr zu der Zeit war.
Schön langsam wirds echt Zeit dass für Kupka ein jüngerer Nachfolger kommt, er ist anscheinend nicht mehr in der Lage mit Kritik umzugehen.
Trotz Allem scheint man zumindest auf einem besseren Weg zu sein als man es letztes Jahr zu der Zeit war.
25.11.2011 - 20:13 Uhr
@DerHachinger
Ich möchte dir auch für deinen objektiven und sachlichen sehr guten Beitrag danken. Du hast die Jahreshauptversammlung wirklich sehr gut wiedergegeben.
@Haching74: Das Vipgebäude wurde auch von Familie Stumpf gekauft. Heißt Familie Stumpf hat 3 Millionen in den Verein gepumpt, eine wirklich verdammt geniale Sache!
Anmerken möchte ich zur JHV noch folgende Punkte:
Unser Präsident hat noch erzählt, dass er Haching drei Mal vor dem Aus bewahrt hat. Einmal 1973 als sich keiner melden wollte Präsident zu werden und dann letztes Jahr und dieses Jahr.
Weiter gab es noch von einem Mitglied die Frage wann den nun genau im Frühjahr die Wahlen wären. Herr Kupka konnte natürlich keine genaue Auskunft darüber geben. Es werde aber so lange dauern bis ein neuer Vorstand gefunden wird, da ein Verein ja nicht ohne Führung sein darf. Auf die Frage ob er eine weitere Periode dranhängen wurde, antwortete Kupka mit einem klaren Nein.
Von meiner Seite möchte ich noch sagen, dass ich die Anmerkung zu unserer Satzung §13 gestern bei der JHV bereits heute schriftlich formuliert habe und der Antrag auf Satzungsänderung in den nächsten Tagen auf der Geschäftsstelle eingehen wird.
In §13 geht es um Anträge zur Mitgliederversammlung. Die Führung kann die Mitgliederversammlung innerhalb von 8 Tagen berufen. Anträge zur Änderung der Satzung müssen aber 30 Tage vorher eingereicht werden. Die daraus resultierende Diskrepanz (Anträge können so vom Präsidium abgeschmettert werden) habe ich bemängelt und werde dementsprechend einen Antrag einreichen.
Ich möchte dir auch für deinen objektiven und sachlichen sehr guten Beitrag danken. Du hast die Jahreshauptversammlung wirklich sehr gut wiedergegeben.
@Haching74: Das Vipgebäude wurde auch von Familie Stumpf gekauft. Heißt Familie Stumpf hat 3 Millionen in den Verein gepumpt, eine wirklich verdammt geniale Sache!
Anmerken möchte ich zur JHV noch folgende Punkte:
Unser Präsident hat noch erzählt, dass er Haching drei Mal vor dem Aus bewahrt hat. Einmal 1973 als sich keiner melden wollte Präsident zu werden und dann letztes Jahr und dieses Jahr.
Weiter gab es noch von einem Mitglied die Frage wann den nun genau im Frühjahr die Wahlen wären. Herr Kupka konnte natürlich keine genaue Auskunft darüber geben. Es werde aber so lange dauern bis ein neuer Vorstand gefunden wird, da ein Verein ja nicht ohne Führung sein darf. Auf die Frage ob er eine weitere Periode dranhängen wurde, antwortete Kupka mit einem klaren Nein.
Von meiner Seite möchte ich noch sagen, dass ich die Anmerkung zu unserer Satzung §13 gestern bei der JHV bereits heute schriftlich formuliert habe und der Antrag auf Satzungsänderung in den nächsten Tagen auf der Geschäftsstelle eingehen wird.
In §13 geht es um Anträge zur Mitgliederversammlung. Die Führung kann die Mitgliederversammlung innerhalb von 8 Tagen berufen. Anträge zur Änderung der Satzung müssen aber 30 Tage vorher eingereicht werden. Die daraus resultierende Diskrepanz (Anträge können so vom Präsidium abgeschmettert werden) habe ich bemängelt und werde dementsprechend einen Antrag einreichen.
25.11.2011 - 20:35 Uhr
Vielen Dank für die ausführliche Berichterstattung :)
27.11.2011 - 13:20 Uhr
wie wärs den damit einigen U19 Spielern schonmal nen Vertrag zu geben
wie zum Bespiel den Hingerl und vorallem dem Basti Fischer der heute wieder zum entscheidenen 1:0 gegen Lautern getroffen hat
wie zum Bespiel den Hingerl und vorallem dem Basti Fischer der heute wieder zum entscheidenen 1:0 gegen Lautern getroffen hat
01.12.2011 - 09:47 Uhr
Sorry, ich muss mal wieder meckern, aber die Sponsorenreise in die Türkei finde ich für einen Verein wie uns doch etwas lächerlich. Es kann ja wohl nicht sein, dass wir keinen deutschen Partner finden. Was bitte soll ein türkischer Sponsor für unternehmerisches Interesse haben, uns zu unterstützen. Die beschriebene Integration und soziale Verantwortung vollzieht in Deutschland jeder Sportverein und das ist auch verdammt gut so, da brauchen wir uns jetzt aber nicht besonders hervortun.
Tut mir leid, aber wir haben immer noch keinen Plan, keine Strategie und kein Konzept und dummerweise auch keine Alternativen, da muss ich unserem Management recht geben.
Tut mir leid, aber wir haben immer noch keinen Plan, keine Strategie und kein Konzept und dummerweise auch keine Alternativen, da muss ich unserem Management recht geben.
02.12.2011 - 09:20 Uhr
Kann man nicht "der gerät" als sponsor mitbringen? :)
02.12.2011 - 12:56 Uhr
Kapier i net :(
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