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BVB - Taktik-Thread

20.01.2006 - 12:09 Uhr
BVB - Taktik-Thread |#3951
14.08.2018 - 15:58 Uhr
Solange wir das 1:0 machen, sehe ich unser Spielsystem unter Favre als durchaus zielführend. Falls wir aber einen Rückstand hinterherlaufen, könnten wir Probleme bekommen, da mir Offensiv die Durchschlagskraft fehlt. Wir brauchen einfach auch einen Stürmer Typ, den du mal mit einer hohen Flanke füttern kannst und die dann völlig humorlos eingenickt wird. Diese Option haben wir mit Reus und Philipp einfach nicht, das müssen wir dann spielerisch lösen.
BVB - Taktik-Thread |#3952
14.08.2018 - 18:59 Uhr
Zitat von Vero-amore
Solange wir das 1:0 machen, sehe ich unser Spielsystem unter Favre als durchaus zielführend. Falls wir aber einen Rückstand hinterherlaufen, könnten wir Probleme bekommen, da mir Offensiv die Durchschlagskraft fehlt. Wir brauchen einfach auch einen Stürmer Typ, den du mal mit einer hohen Flanke füttern kannst und die dann völlig humorlos eingenickt wird. Diese Option haben wir mit Reus und Philipp einfach nicht, das müssen wir dann spielerisch lösen.


Der Brechertyp, bzw. ein solcher der Lufthoheit hat, ist aber nicht zwingend notwendig, wenn es dicht vorm gegnerischen Strafraum wird. Wenn für Kombinationen und Schnittstellenpässe nicht mehr genug Raum da ist, sind Flanken und Chipbälle für jedes Team ein probates Mittel. Die Frage ist, wo sollen sie hin und ich sehe nicht dass sie aus dem Halbraum zum Elfmeterpunkt müssen. Was man braucht, ist ein Freiraum, in den ein nachrückender Spieler vorstoßen und auch mit dem Fuß abschließen kann. Und solche kreiert man, wenn man mit einem flexiblem Sturm eine Seite überlagert und die Verteidiger rauszieht.
BVB - Taktik-Thread |#3953
14.08.2018 - 20:26 Uhr
Zitat von WalterFroschsErbe
Zitat von Vero-amore

Solange wir das 1:0 machen, sehe ich unser Spielsystem unter Favre als durchaus zielführend. Falls wir aber einen Rückstand hinterherlaufen, könnten wir Probleme bekommen, da mir Offensiv die Durchschlagskraft fehlt. Wir brauchen einfach auch einen Stürmer Typ, den du mal mit einer hohen Flanke füttern kannst und die dann völlig humorlos eingenickt wird. Diese Option haben wir mit Reus und Philipp einfach nicht, das müssen wir dann spielerisch lösen.


Der Brechertyp, bzw. ein solcher der Lufthoheit hat, ist aber nicht zwingend notwendig, wenn es dicht vorm gegnerischen Strafraum wird. Wenn für Kombinationen und Schnittstellenpässe nicht mehr genug Raum da ist, sind Flanken und Chipbälle für jedes Team ein probates Mittel. Die Frage ist, wo sollen sie hin und ich sehe nicht dass sie aus dem Halbraum zum Elfmeterpunkt müssen. Was man braucht, ist ein Freiraum, in den ein nachrückender Spieler vorstoßen und auch mit dem Fuß abschließen kann. Und solche kreiert man, wenn man mit einem flexiblem Sturm eine Seite überlagert und die Verteidiger rauszieht.


Manchmal sind es aber die total simplen Angriffe die für Torgefahr sorgen, als Beispiel die ersten beiden Bayern Tore im Supercup Endspiel. Flanke von außen in den Strafraum und Lewandowski ist zweimal mit dem Kopf zur Stelle, 2:0. Nur spielerisch die massiven Abwehrreihen zu knacken wird auf Dauer nicht funktionieren, da unsere Gegner sich darauf leicht einstellen können. Daher würde ich gerne noch einen MS holen, der auch für das eine oder andere Kopfball Tore gut ist.
BVB - Taktik-Thread |#3954
14.08.2018 - 20:35 Uhr
Zitat von Vero-amore
Zitat von WalterFroschsErbe

Zitat von Vero-amore

Solange wir das 1:0 machen, sehe ich unser Spielsystem unter Favre als durchaus zielführend. Falls wir aber einen Rückstand hinterherlaufen, könnten wir Probleme bekommen, da mir Offensiv die Durchschlagskraft fehlt. Wir brauchen einfach auch einen Stürmer Typ, den du mal mit einer hohen Flanke füttern kannst und die dann völlig humorlos eingenickt wird. Diese Option haben wir mit Reus und Philipp einfach nicht, das müssen wir dann spielerisch lösen.


Der Brechertyp, bzw. ein solcher der Lufthoheit hat, ist aber nicht zwingend notwendig, wenn es dicht vorm gegnerischen Strafraum wird. Wenn für Kombinationen und Schnittstellenpässe nicht mehr genug Raum da ist, sind Flanken und Chipbälle für jedes Team ein probates Mittel. Die Frage ist, wo sollen sie hin und ich sehe nicht dass sie aus dem Halbraum zum Elfmeterpunkt müssen. Was man braucht, ist ein Freiraum, in den ein nachrückender Spieler vorstoßen und auch mit dem Fuß abschließen kann. Und solche kreiert man, wenn man mit einem flexiblem Sturm eine Seite überlagert und die Verteidiger rauszieht.


Manchmal sind es aber die total simplen Angriffe die für Torgefahr sorgen, als Beispiel die ersten beiden Bayern Tore im Supercup Endspiel. Flanke von außen in den Strafraum und Lewandowski ist zweimal mit dem Kopf zur Stelle, 2:0. Nur spielerisch die massiven Abwehrreihen zu knacken wird auf Dauer nicht funktionieren, da unsere Gegner sich darauf leicht einstellen können. Daher würde ich gerne noch einen MS holen, der auch für das eine oder andere Kopfball Tore gut ist.


Die letzten Jahre hatten wir auch keinen kopfballstarken Stürmer. Scheint also auch gut ohne zu gehen. Bei Standards können die IV und andere die Kopfbälle übernehmen. Philipp ist auch nicht Kopfball schwach. Imo stärker als Auba. Da hätten wir uns sogar verstärkt. Wenn es nur darum ginge...

Und ein kopfballstarker (und ansonsten BU-) Stürmer auf der Bank hilft ja auch letztlich nicht.
BVB - Taktik-Thread |#3955
14.08.2018 - 20:45 Uhr
Zitat von Bremer_Hesse
Zitat von Vero-amore

Zitat von WalterFroschsErbe

Zitat von Vero-amore

Solange wir das 1:0 machen, sehe ich unser Spielsystem unter Favre als durchaus zielführend. Falls wir aber einen Rückstand hinterherlaufen, könnten wir Probleme bekommen, da mir Offensiv die Durchschlagskraft fehlt. Wir brauchen einfach auch einen Stürmer Typ, den du mal mit einer hohen Flanke füttern kannst und die dann völlig humorlos eingenickt wird. Diese Option haben wir mit Reus und Philipp einfach nicht, das müssen wir dann spielerisch lösen.


Der Brechertyp, bzw. ein solcher der Lufthoheit hat, ist aber nicht zwingend notwendig, wenn es dicht vorm gegnerischen Strafraum wird. Wenn für Kombinationen und Schnittstellenpässe nicht mehr genug Raum da ist, sind Flanken und Chipbälle für jedes Team ein probates Mittel. Die Frage ist, wo sollen sie hin und ich sehe nicht dass sie aus dem Halbraum zum Elfmeterpunkt müssen. Was man braucht, ist ein Freiraum, in den ein nachrückender Spieler vorstoßen und auch mit dem Fuß abschließen kann. Und solche kreiert man, wenn man mit einem flexiblem Sturm eine Seite überlagert und die Verteidiger rauszieht.


Manchmal sind es aber die total simplen Angriffe die für Torgefahr sorgen, als Beispiel die ersten beiden Bayern Tore im Supercup Endspiel. Flanke von außen in den Strafraum und Lewandowski ist zweimal mit dem Kopf zur Stelle, 2:0. Nur spielerisch die massiven Abwehrreihen zu knacken wird auf Dauer nicht funktionieren, da unsere Gegner sich darauf leicht einstellen können. Daher würde ich gerne noch einen MS holen, der auch für das eine oder andere Kopfball Tore gut ist.


Die letzten Jahre hatten wir auch keinen kopfballstarken Stürmer. Scheint also auch gut ohne zu gehen. Bei Standards können die IV und andere die Kopfbälle übernehmen. Philipp ist auch nicht Kopfball schwach. Imo stärker als Auba. Da hätten wir uns sogar verstärkt. Wenn es nur darum ginge...

Und ein kopfballstarker (und ansonsten BU-) Stürmer auf der Bank hilft ja auch letztlich nicht.


Wie oft haben wir uns in den letzten Spielzeiten schwer getan, die massiven Abwehrreihen zu knacken, da uns diese Option so gut wie gar nicht zur Verfügung stand, die hohen Flanken in den Strafraum, weil wir keinen richtigen Abnehmer dafür hatten. Die gegnerische Abwehr brauchte sich darauf nicht einstellen, da kam logischerweise nichts von außen, wenn du dafür keinen Abnehmer in der Mitte hast.
BVB - Taktik-Thread |#3956
14.08.2018 - 20:52 Uhr
Zitat von Vero-amore
Zitat von WalterFroschsErbe

Zitat von Vero-amore

Solange wir das 1:0 machen, sehe ich unser Spielsystem unter Favre als durchaus zielführend. Falls wir aber einen Rückstand hinterherlaufen, könnten wir Probleme bekommen, da mir Offensiv die Durchschlagskraft fehlt. Wir brauchen einfach auch einen Stürmer Typ, den du mal mit einer hohen Flanke füttern kannst und die dann völlig humorlos eingenickt wird. Diese Option haben wir mit Reus und Philipp einfach nicht, das müssen wir dann spielerisch lösen.


Der Brechertyp, bzw. ein solcher der Lufthoheit hat, ist aber nicht zwingend notwendig, wenn es dicht vorm gegnerischen Strafraum wird. Wenn für Kombinationen und Schnittstellenpässe nicht mehr genug Raum da ist, sind Flanken und Chipbälle für jedes Team ein probates Mittel. Die Frage ist, wo sollen sie hin und ich sehe nicht dass sie aus dem Halbraum zum Elfmeterpunkt müssen. Was man braucht, ist ein Freiraum, in den ein nachrückender Spieler vorstoßen und auch mit dem Fuß abschließen kann. Und solche kreiert man, wenn man mit einem flexiblem Sturm eine Seite überlagert und die Verteidiger rauszieht.


Manchmal sind es aber die total simplen Angriffe die für Torgefahr sorgen, als Beispiel die ersten beiden Bayern Tore im Supercup Endspiel. Flanke von außen in den Strafraum und Lewandowski ist zweimal mit dem Kopf zur Stelle, 2:0. Nur spielerisch die massiven Abwehrreihen zu knacken wird auf Dauer nicht funktionieren, da unsere Gegner sich darauf leicht einstellen können. Daher würde ich gerne noch einen MS holen, der auch für das eine oder andere Kopfball Tore gut ist.


Für so ein Tor braucht man eher Kimmich als Rechtsverteidiger. Wie kopfballstark der Stürmer ist, kann man bei solchen Dingern ja fast vernachlässigen. Hinsichtlich der Bedeutung von Kopfballtoren hat @BVBBC detailliert ausgeführt, wie wenig Relevanz selbst eine enorme Steigerung für Saison haben würde.
Beim Kopfball sehe ich das Hauptproblem in der Defensive (vor allem in der Rückwärtsbewegung), und da mit Delaney und Witsel eine enorme Verbesserung.
BVB - Taktik-Thread |#3957
01.09.2018 - 08:37 Uhr
Die ersten beiden Spiele haben es für mich klar gezeigt, ein ruhiger Spielaufbau, wie es noch vor 2 oder 3 Jahren in der Bundesliga möglich war, wird es so wahrscheinlich nicht mehr geben.
Julian Weigl auf der 6, gefühlte 250 Pässe über 5 Meter und das ohne wirklich aggressiv angelaufen zu werden -Geschichte-.

Gestern, unsere AV stehen beim Abstoß auf der Grundlinie, können aber nicht angespielt werden, da der Gegner schon so hoch steht und es fast unmöglich, oder viel zu Riskant wäre, hier heraus zu spielen.
Dieses taktische Verhalten ist natürlich nicht ganz neu, aber es trauen sich immer mehr Mannschaften zu, d.h. der Spielaufbau wie unter TT mit Julian Weigl wird es nicht mehr (oder ganz selten) geben.

Wenn man dann in verschiedenen Threads ließt, wie hier bereits wieder die Mannschaft an die Wand genagelt wird, obwohl die IV und die MF-Zentrale fast gänzlich neu ist, dann frag ich mich schon, wie soll das ein Trainer in wenigen Wochen auf die Reihe kriegen.
Bayern hat natürlich sehr gute Einzelspieler, aber das größte Plus ist die Eingespieltheit, dies wird beim BVB noch einige Zeit dauern und auch wenn ein Pulisic nächstes Jahr gehen sollte, wird sich ein Kern heraus kristallisieren und es werden die Abläufe sicherer und genauer.

Durch die immer höher werden Laufbereitschaft, wird ein ruhiges und geordnetes Spiel immer schwieriger, auf dieses werden wir uns einstellen müssen.

Ansätze zu Verbesserung gibt es sicher überall, wie gestern z.b. einige Male nach Standard oder Eckball gegen uns, wäre einiges an Raum für einen schnellen Gegenzug möglich gewesen, da wurde einiges liegen gelassen.

Man hat schon bei der WM im Sommer gesehen, die Spielsysteme ändern sich immer wieder und müssen laufend angepasst und verfeinert werden, wenn man dann wie der BVB diese Saison, einen derartigen Umbruch durchführt, wird es halt etwas ruckeln bis man in einen sauberen und gleichmäßigen Lauf kommt.
BVB - Taktik-Thread |#3958
01.09.2018 - 09:16 Uhr
Aus meiner Sicht als "Auswärtiger" hat der BVB einfach zu viele Spieler internationaler Klasse in den letzten Jahren verloren. Die einfach nicht 1:1 zu ersetzen waren.

Logische Konsequenz war die notwendige Umstrukturierung der Manschaft mit vielen Spielern, vor allem auch jungen Spielern.

Man muss sich nur die hohe Zahl an Zu- und Abgängen in den letzten Jahren anssehen!

Es wird viel Zeit benötigen, bis wieder eine auch nach internationalen Maßstäben schlagkräftige konstant spielende Manschaft zur Verfügung steht.

Vor diesem Hintergrund sind Spiele wie gestern (auswärts zu Null gegen eine Mannschaft wie Hannover) für mich als Schritt in die richtige Richtung anzusehen.

Favre sollte die Mannschaft von "hinten nach vorn" durchstrukturieren, heisst aus einer defensiven Stabilität heraus weiterentwickeln.

Dabei ist aufgrund der Klasse des Kaders die Qualifikation für die Champions- League sicher ein "muss". Mehr sollte man nicht einfordern. Für mich ist der BVB eines der spannendsten Fussball Projekte hierzulande und ich bin mir sicher das es auch wieder grosse Erfolge und Titel zu feiern gibt. Lediglich die grosse Erwartungshaltung von außen, wie sie auch hier im Forum anzutreffen ist, könnte einen Strich durch die Rechnung machen.
BVB - Taktik-Thread |#3959
01.09.2018 - 09:34 Uhr
Zitat von Herzog10
Die ersten beiden Spiele haben es für mich klar gezeigt, ein ruhiger Spielaufbau, wie es noch vor 2 oder 3 Jahren in der Bundesliga möglich war, wird es so wahrscheinlich nicht mehr geben.
Julian Weigl auf der 6, gefühlte 250 Pässe über 5 Meter und das ohne wirklich aggressiv angelaufen zu werden -Geschichte-.

Gestern, unsere AV stehen beim Abstoß auf der Grundlinie, können aber nicht angespielt werden, da der Gegner schon so hoch steht und es fast unmöglich, oder viel zu Riskant wäre, hier heraus zu spielen.
Dieses taktische Verhalten ist natürlich nicht ganz neu, aber es trauen sich immer mehr Mannschaften zu, d.h. der Spielaufbau wie unter TT mit Julian Weigl wird es nicht mehr (oder ganz selten) geben.

Wenn man dann in verschiedenen Threads ließt, wie hier bereits wieder die Mannschaft an die Wand genagelt wird, obwohl die IV und die MF-Zentrale fast gänzlich neu ist, dann frag ich mich schon, wie soll das ein Trainer in wenigen Wochen auf die Reihe kriegen.
Bayern hat natürlich sehr gute Einzelspieler, aber das größte Plus ist die Eingespieltheit, dies wird beim BVB noch einige Zeit dauern und auch wenn ein Pulisic nächstes Jahr gehen sollte, wird sich ein Kern heraus kristallisieren und es werden die Abläufe sicherer und genauer.

Durch die immer höher werden Laufbereitschaft, wird ein ruhiges und geordnetes Spiel immer schwieriger, auf dieses werden wir uns einstellen müssen.

Ansätze zu Verbesserung gibt es sicher überall, wie gestern z.b. einige Male nach Standard oder Eckball gegen uns, wäre einiges an Raum für einen schnellen Gegenzug möglich gewesen, da wurde einiges liegen gelassen.

Man hat schon bei der WM im Sommer gesehen, die Spielsysteme ändern sich immer wieder und müssen laufend angepasst und verfeinert werden, wenn man dann wie der BVB diese Saison, einen derartigen Umbruch durchführt, wird es halt etwas ruckeln bis man in einen sauberen und gleichmäßigen Lauf kommt.


Das ist mir streckenweise leider zu einfach. Insbesondere der letzte Absatz ist für mich problematisch, da die Dinge eben nicht so neu sind, wie man es gerne durch die WM hätte. Da hat Löw sich auch schön selbst in seiner Analyse widersprochen, womit er indirekt zugegeben hat, dass er die Trends der vergangenen 2-3 Jahre verpennt hat. Und genau das ist doch auch beim BVB ersichtlich, da die Probleme nach dem Umbruch 2016 anfingen, indem das Ballbesitzspiel erst in Einzelfällen erfolgreich unterbunden wurde, dann aber immer regelmäßiger.

Der wichtigste Schritt dafür war, wie du es im Prinzip schon sagst, dass man Weigl als zentralen Spielaufbau aus dem Spiel genommen hat, indem man dort nach physischen und dynamischen Gesichtspunkten einen oder mehrere Gegenspieler abstellte, durch die der Gegner nahezu problemlos defensiv dominieren konnte. Die Herausforderungen sind mit Witsel statt Weigl nun für den Gegner höher, da Witsel weiträumiger und vor allem physisch stärker ist, aber eben auch nur minimal dynamischer, sodass sich immer noch dominante Gegenspieler finden lassen. Ein sehr schneller Athlet, wie gestern Bebou, kann offensichtlich jedenfalls einen Witsel nach wie vor nahezu problemlos aus dem Spiel nehmen - einen Weigl also erst recht -, obwohl er kein Defensivspezialist ist. Zur Not hätte Hannover aber gestern sogar noch die Angreifer frei gehabt, um nachzuhelfen, falls das nicht geklappt hätte.

Haben sie aber nicht gebraucht, sodass das ihnen zusätzlich in die Hände spielte. Denn so haben sie auf die mittlerweile spielstarken IV Druck ausüben können, um das Spiel früh auf die AV umzuleiten, die eben hinsichtlich Spielstärke so ihre Probleme haben. Schmelzer hatte gestern einen sehr interessanten, jungen Gegenspieler und Piszczek hat eben das gespielt, was man offensiv von ihm erwarten kann. In Summe kamen so viele hohe Bälle nach vorne raus, die man dort, mit dem Personal, gegen solche Gegner, nicht kontrollieren kann oder sogar direkt der Ballverlust. Denn die Anspielstationen für die AV waren schlichtweg nicht da, weil im Zentrum ja nicht nur Witsel zugestellt wurde, sondern auch Dahoud (meist durch den athletisch ebenfalls sehr starken Walace) und Delaney. Delaney hatte dabei den athletisch schwächsten Gegenspieler und folgerichtig auch noch die meisten Ballaktionen im Zentrum, aber auch da befindet sich jeder Gegner in der Komfortzone, da mit Delaney der spielschwächste Stratege das Spiel im Zentrum machen muss. Da ist nicht allzu viel Struktur zu erwarten.

Kurz: es ist nach wie vor sehr einfach das Spiel des BVB über bestimmte Positionen zu leiten und damit die immergleichen Ballverluste zu provozieren. Dahingehend war die Transferpolitik auch nicht gut, da sie rein auf die defensive Verstärkung abzielte, die bislang auch klar greift, indem man stabil ist. Nur die Probleme im Ballbesitz, die sich nun seit mindestens 2 Jahren aufgestaut und kontinuierlich verschlimmert haben, hat man nicht gelöst. Favre kannte das Problem bisher so nicht und ihm ist gestern auch nichts taktisches dazu eingefallen, was angesichts des Personals auf der Bank auch nicht verwunderlich ist, da die athletische Dominanz des Gegners nur noch verstärkt werden konnte, wenn man 1zu1 gewechselt hätte. Das gefährdet schnell auch die defensive Stabilität, weswegen Favre in meinen Augen auch ein Stück weit die Hände gebunden sind, da er nur Wege um das Problem herum suchen und finden könnte, aber an der Wurzel packen, kann er wenig.

Mit der Strategie geben die Gegner im Ballbesitz natürlich teilweise auch einiges auf, wie gestern Hannover, da Bebou vor allem bei Kontern ein starker Spieler ist, aber sicher kein Spielgestalter auf der 10. Somit verkommt so ein Spiel dann irgendwie auch zu einem Nichtangriffspakt, da keiner mehr das Spiel machen kann. Paradoxerweise aber mit asymmetrischen Voraussetzungen, da die Mannschaft, die das Spiel machen will, schon im Ansatz unterbunden wird und dadurch die Mannschaft das Spiel machen muss, die es eigentlich gar nicht will. Am Ende ist es also das spieltheoretische Gefangenendilemma: alle könnten sich besser stellen, aber durch den defensiven Ansatz schafft es keiner.

Daher: "Willkommen in der Bundesliga!" Das Spiel gestern kam nicht unerwartet, es wird kein Einzelfall bleiben, sondern nur ein Vorgeschmack, auf die meisten Spiele dieser Saison. Positiv ist nur, dass man Platz für Konter hatte, die man aber teilweise mit viel zu wenig Tempo ausspielte und trotzdem hatte man die besseren Chancen, die man normalerweise nutzen muss, um den 3er mitzunehmen. Wie schon in der nahen Vergangenheit, wird die Saison also maßgeblich davon abhängen, dass man vorne effizient seine Chancen nutzt, wie noch gegen RB. Denn der BVB wird in dieser Saison schwerer zu schlagen sein, als im Vorjahr, aber das heißt noch lange nicht, dass er deswegen häufiger gewinnt, da die eigene und gegnerische Spielanlage in der Regel auf ein Unentschieden ausgelegt ist. Dahingehend ist der BVB dann auch nicht so stark, dass man garantiert die individuelle Qualität ausspielen kann.
BVB - Taktik-Thread |#3960
01.09.2018 - 09:52 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von Herzog10

Die ersten beiden Spiele haben es für mich klar gezeigt, ein ruhiger Spielaufbau, wie es noch vor 2 oder 3 Jahren in der Bundesliga möglich war, wird es so wahrscheinlich nicht mehr geben.
Julian Weigl auf der 6, gefühlte 250 Pässe über 5 Meter und das ohne wirklich aggressiv angelaufen zu werden -Geschichte-.

Gestern, unsere AV stehen beim Abstoß auf der Grundlinie, können aber nicht angespielt werden, da der Gegner schon so hoch steht und es fast unmöglich, oder viel zu Riskant wäre, hier heraus zu spielen.
Dieses taktische Verhalten ist natürlich nicht ganz neu, aber es trauen sich immer mehr Mannschaften zu, d.h. der Spielaufbau wie unter TT mit Julian Weigl wird es nicht mehr (oder ganz selten) geben.

Wenn man dann in verschiedenen Threads ließt, wie hier bereits wieder die Mannschaft an die Wand genagelt wird, obwohl die IV und die MF-Zentrale fast gänzlich neu ist, dann frag ich mich schon, wie soll das ein Trainer in wenigen Wochen auf die Reihe kriegen.
Bayern hat natürlich sehr gute Einzelspieler, aber das größte Plus ist die Eingespieltheit, dies wird beim BVB noch einige Zeit dauern und auch wenn ein Pulisic nächstes Jahr gehen sollte, wird sich ein Kern heraus kristallisieren und es werden die Abläufe sicherer und genauer.

Durch die immer höher werden Laufbereitschaft, wird ein ruhiges und geordnetes Spiel immer schwieriger, auf dieses werden wir uns einstellen müssen.

Ansätze zu Verbesserung gibt es sicher überall, wie gestern z.b. einige Male nach Standard oder Eckball gegen uns, wäre einiges an Raum für einen schnellen Gegenzug möglich gewesen, da wurde einiges liegen gelassen.

Man hat schon bei der WM im Sommer gesehen, die Spielsysteme ändern sich immer wieder und müssen laufend angepasst und verfeinert werden, wenn man dann wie der BVB diese Saison, einen derartigen Umbruch durchführt, wird es halt etwas ruckeln bis man in einen sauberen und gleichmäßigen Lauf kommt.


Das ist mir streckenweise leider zu einfach. Insbesondere der letzte Absatz ist für mich problematisch, da die Dinge eben nicht so neu sind, wie man es gerne durch die WM hätte. Da hat Löw sich auch schön selbst in seiner Analyse widersprochen, womit er indirekt zugegeben hat, dass er die Trends der vergangenen 2-3 Jahre verpennt hat. Und genau das ist doch auch beim BVB ersichtlich, da die Probleme nach dem Umbruch 2016 anfingen, indem das Ballbesitzspiel erst in Einzelfällen erfolgreich unterbunden wurde, dann aber immer regelmäßiger.

Der wichtigste Schritt dafür war, wie du es im Prinzip schon sagst, dass man Weigl als zentralen Spielaufbau aus dem Spiel genommen hat, indem man dort nach physischen und dynamischen Gesichtspunkten einen oder mehrere Gegenspieler abstellte, durch die der Gegner nahezu problemlos defensiv dominieren konnte. Die Herausforderungen sind mit Witsel statt Weigl nun für den Gegner höher, da Witsel weiträumiger und vor allem physisch stärker ist, aber eben auch nur minimal dynamischer, sodass sich immer noch dominante Gegenspieler finden lassen. Ein sehr schneller Athlet, wie gestern Bebou, kann offensichtlich jedenfalls einen Witsel nach wie vor nahezu problemlos aus dem Spiel nehmen - einen Weigl also erst recht -, obwohl er kein Defensivspezialist ist. Zur Not hätte Hannover aber gestern sogar noch die Angreifer frei gehabt, um nachzuhelfen, falls das nicht geklappt hätte.

Haben sie aber nicht gebraucht, sodass das ihnen zusätzlich in die Hände spielte. Denn so haben sie auf die mittlerweile spielstarken IV Druck ausüben können, um das Spiel früh auf die AV umzuleiten, die eben hinsichtlich Spielstärke so ihre Probleme haben. Schmelzer hatte gestern einen sehr interessanten, jungen Gegenspieler und Piszczek hat eben das gespielt, was man offensiv von ihm erwarten kann. In Summe kamen so viele hohe Bälle nach vorne raus, die man dort, mit dem Personal, gegen solche Gegner, nicht kontrollieren kann oder sogar direkt der Ballverlust. Denn die Anspielstationen für die AV waren schlichtweg nicht da, weil im Zentrum ja nicht nur Witsel zugestellt wurde, sondern auch Dahoud (meist durch den athletisch ebenfalls sehr starken Walace) und Delaney. Delaney hatte dabei den athletisch schwächsten Gegenspieler und folgerichtig auch noch die meisten Ballaktionen im Zentrum, aber auch da befindet sich jeder Gegner in der Komfortzone, da mit Delaney der spielschwächste Stratege das Spiel im Zentrum machen muss. Da ist nicht allzu viel Struktur zu erwarten.

Kurz: es ist nach wie vor sehr einfach das Spiel des BVB über bestimmte Positionen zu leiten und damit die immergleichen Ballverluste zu provozieren. Dahingehend war die Transferpolitik auch nicht gut, da sie rein auf die defensive Verstärkung abzielte, die bislang auch klar greift, indem man stabil ist. Nur die Probleme im Ballbesitz, die sich nun seit mindestens 2 Jahren aufgestaut und kontinuierlich verschlimmert haben, hat man nicht gelöst. Favre kannte das Problem bisher so nicht und ihm ist gestern auch nichts taktisches dazu eingefallen, was angesichts des Personals auf der Bank auch nicht verwunderlich ist, da die athletische Dominanz des Gegners nur noch verstärkt werden konnte, wenn man 1zu1 gewechselt hätte. Das gefährdet schnell auch die defensive Stabilität, weswegen Favre in meinen Augen auch ein Stück weit die Hände gebunden sind, da er nur Wege um das Problem herum suchen und finden könnte, aber an der Wurzel packen, kann er wenig.

Mit der Strategie geben die Gegner im Ballbesitz natürlich teilweise auch einiges auf, wie gestern Hannover, da Bebou vor allem bei Kontern ein starker Spieler ist, aber sicher kein Spielgestalter auf der 10. Somit verkommt so ein Spiel dann irgendwie auch zu einem Nichtangriffspakt, da keiner mehr das Spiel machen kann. Paradoxerweise aber mit asymmetrischen Voraussetzungen, da die Mannschaft, die das Spiel machen will, schon im Ansatz unterbunden wird und dadurch die Mannschaft das Spiel machen muss, die es eigentlich gar nicht will. Am Ende ist es also das spieltheoretische Gefangenendilemma: alle könnten sich besser stellen, aber durch den defensiven Ansatz schafft es keiner.

Daher: "Willkommen in der Bundesliga!" Das Spiel gestern kam nicht unerwartet, es wird kein Einzelfall bleiben, sondern nur ein Vorgeschmack, auf die meisten Spiele dieser Saison. Positiv ist nur, dass man Platz für Konter hatte, die man aber teilweise mit viel zu wenig Tempo ausspielte und trotzdem hatte man die besseren Chancen, die man normalerweise nutzen muss, um den 3er mitzunehmen. Wie schon in der nahen Vergangenheit, wird die Saison also maßgeblich davon abhängen, dass man vorne effizient seine Chancen nutzt, wie noch gegen RB. Denn der BVB wird in dieser Saison schwerer zu schlagen sein, als im Vorjahr, aber das heißt noch lange nicht, dass er deswegen häufiger gewinnt, da die eigene und gegnerische Spielanlage in der Regel auf ein Unentschieden ausgelegt ist. Dahingehend ist der BVB dann auch nicht so stark, dass man garantiert die individuelle Qualität ausspielen kann.


So sieht's leider aus. Es wird halt drum gehen vorne dann die Chancen zu nutzen, die sich einem bieten. Gestern muss man dann halt mindestens einen machen und dann fährt man mit nem 1:0 nach Hause, zumindest die erste Chance von Reus muss halt drin sein.
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