BVB - Taktik-Thread
20.01.2006 - 12:09 Uhr
04.10.2023 - 22:52 Uhr
CL letzter mit 0 Toren
Wir sollten dringend noch einen Stürmer kaufen.
Wir sollten dringend noch einen Stürmer kaufen.
05.10.2023 - 10:02 Uhr
und ja holen wir noch einen gestandenen Bulispieler um die 30. WEr wäre da noch zu haben? Wer hat grad eine halbe Saison gut gespielt? Wenn brauchen die Bayern grad nicht? Eventuell einen von Leipzig? Kampl?
Nein, Spass bei Seite.
Im Endeffekt hat man das alles hervorsehen können. Die Spiele unter Terzic waren schon letzte Saison zum Teil recht unannsehnlich, das Spiel gegen Wolfsburg vielleicht mal ausgeklammert. Dazu hat man halt spielerisch eben nicht die Sahnefussballer geholt, sondern eher Spieler die über Mentalität, Kampf, Einsatz kommen.
Über einen Bellingham hat man zum Schluss schlecht geredet und die Spieler waren offenbar froh, als er weg war. Dabei hat Jude aber sehr gut die PRobleme angesprochen. Er wollte nämlcih nicht mehr mit Spielern wie Schulz spielen, bei dem schon ein 3 Meter Pass teilweise nicht ankommt.
Der BVB hätte spielstärkere AV und DM holen müssen. Acuh auf den Aussen ist die Konkurrenzsituation sehr dünn. Die Jungen sind nicht so weit. Wenn Malen ausfällt oder einen schlechten Tag hat, lahmt das Spiel. Reus war schon abgeschrieben, jetzt ist er plötzlcih wieder der beste da vorne.
Es fehlt mir die klare Linie im Aufbauspiel, alles viel zu lahm und nach selben Muster. Dazu die vielen langen Bälle die gefühlt immer beim Gegner landen...
So kann es echt nicht weiter gehen. GEstern musste man gegen so ein schlechtes Milan gewinnen, stattdessen wieder so eine maue Vorstellung, wo man mit zwei unkreativen 6ern das Spiel durchspielt....
05.10.2023 - 10:57 Uhr
Zitat von Lidjo123
und ja holen wir noch einen gestandenen Bulispieler um die 30. WEr wäre da noch zu haben? Wer hat grad eine halbe Saison gut gespielt? Wenn brauchen die Bayern grad nicht? Eventuell einen von Leipzig? Kampl?
Nein, Spass bei Seite.
Im Endeffekt hat man das alles hervorsehen können. Die Spiele unter Terzic waren schon letzte Saison zum Teil recht unannsehnlich, das Spiel gegen Wolfsburg vielleicht mal ausgeklammert. Dazu hat man halt spielerisch eben nicht die Sahnefussballer geholt, sondern eher Spieler die über Mentalität, Kampf, Einsatz kommen.
Über einen Bellingham hat man zum Schluss schlecht geredet und die Spieler waren offenbar froh, als er weg war. Dabei hat Jude aber sehr gut die PRobleme angesprochen. Er wollte nämlcih nicht mehr mit Spielern wie Schulz spielen, bei dem schon ein 3 Meter Pass teilweise nicht ankommt.
Der BVB hätte spielstärkere AV und DM holen müssen. Acuh auf den Aussen ist die Konkurrenzsituation sehr dünn. Die Jungen sind nicht so weit. Wenn Malen ausfällt oder einen schlechten Tag hat, lahmt das Spiel. Reus war schon abgeschrieben, jetzt ist er plötzlcih wieder der beste da vorne.
Es fehlt mir die klare Linie im Aufbauspiel, alles viel zu lahm und nach selben Muster. Dazu die vielen langen Bälle die gefühlt immer beim Gegner landen...
So kann es echt nicht weiter gehen. GEstern musste man gegen so ein schlechtes Milan gewinnen, stattdessen wieder so eine maue Vorstellung, wo man mit zwei unkreativen 6ern das Spiel durchspielt....
und ja holen wir noch einen gestandenen Bulispieler um die 30. WEr wäre da noch zu haben? Wer hat grad eine halbe Saison gut gespielt? Wenn brauchen die Bayern grad nicht? Eventuell einen von Leipzig? Kampl?
Nein, Spass bei Seite.
Im Endeffekt hat man das alles hervorsehen können. Die Spiele unter Terzic waren schon letzte Saison zum Teil recht unannsehnlich, das Spiel gegen Wolfsburg vielleicht mal ausgeklammert. Dazu hat man halt spielerisch eben nicht die Sahnefussballer geholt, sondern eher Spieler die über Mentalität, Kampf, Einsatz kommen.
Über einen Bellingham hat man zum Schluss schlecht geredet und die Spieler waren offenbar froh, als er weg war. Dabei hat Jude aber sehr gut die PRobleme angesprochen. Er wollte nämlcih nicht mehr mit Spielern wie Schulz spielen, bei dem schon ein 3 Meter Pass teilweise nicht ankommt.
Der BVB hätte spielstärkere AV und DM holen müssen. Acuh auf den Aussen ist die Konkurrenzsituation sehr dünn. Die Jungen sind nicht so weit. Wenn Malen ausfällt oder einen schlechten Tag hat, lahmt das Spiel. Reus war schon abgeschrieben, jetzt ist er plötzlcih wieder der beste da vorne.
Es fehlt mir die klare Linie im Aufbauspiel, alles viel zu lahm und nach selben Muster. Dazu die vielen langen Bälle die gefühlt immer beim Gegner landen...
So kann es echt nicht weiter gehen. GEstern musste man gegen so ein schlechtes Milan gewinnen, stattdessen wieder so eine maue Vorstellung, wo man mit zwei unkreativen 6ern das Spiel durchspielt....
Ich frage mich auch, wie Terzic die Spiele wahrnimmt.
Warum nimmt er Malen und Brandt raus?
Sollen die müde gewesen sein?
Eigentlich waren die beiden diejenigen, die noch am meisten in der Offensive bewirkten, finde ich.
Okay, mit Bynoe-Gittens hatte Terzic einen frischen Spieler, der ebenso wie Malen ins 1gegen1 gehen kann. Aber beide gemeinsam aufzubieten, sollte doch nicht das Problem sein?
Brandt war wieder sehr bemüht. Viel kam zwar nicht von ihm, aber es waren zumindest Ansätze da und er forderte Bälle. Damit hatte er schon weit mehr als beispielsweise Reus gezeigt.
Wer sollte überhaupt das Spiel zwischen DM und Offensive verbinden als Brandt ging?
8 Minuten später wurde dann Nmecha für Reus eingewechselt, der das etwas kann. Dennoch sehe ich das nicht als Gewinn gegenüber Brandt.
Der Plan muss da eigentlich gewesen sein, dass wir mit einem 0:0 gut leben können. Aber das heißt halt, dass man die nächsten Spiele gewinnen muss. Es wäre, meiner Meinung nach, ein höheres Risiko gegen Milan daher nötig gewesen. Die Angst vor einer Niederlage darf das nicht verhindern. Wir hätten 3 Punkte gebraucht. Das 0:0 hat den Druck für die kommenden, schwierigeren Spiele deutlich erhöht.
Wieso zog Terzic da seine Taktik mit 6 Defensiven bis zum Ende durch?
Dass ich hier von "Risiko" schreibe, ist also sogar deutlich übertrieben. Einen Defensiven rauszunehmen, sollte gar kein Problem sein.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von mba123 am 05.10.2023 um 11:00 Uhr bearbeitet
08.10.2023 - 10:40 Uhr
Vielleicht sollte man sich jetzt dafür entscheiden, endgültig auf die 3er Kette umzustellen. Kadertechnisch passt das aktuell am besten.
Im Heimspiel gegen Wolfsurg agierte man mit einer asymmetrie in der 4er Kette. Bense spielte dann als LIV und gab den 3. IV (neben Schlotti und Mats) und Ryerson schob hoch und war schon fast ein Flügelspieler (im Spiel mit Ball) Auch gestern in der 2. Halbzeit hat man auf die 3er Kette umgestellt und siehe an, es lief besser, und wesentlich flüssiger.
Man sollte eventuell die asymmetrische 3er Kette beibehalten und in den nächsten Spielen drauf setzen.
In diesem 3-4-2-1 ist natürlich nicht jede Position Top besetzt. Auch wenn Ryerson es gut macht, aber wir brauchen unbedingt einen neuen Top Stamm-RV. Am besten einer, der Offensiv einen guten Impact hat (Boey würde ins System echt gut passen) Bensebaini sehe ich nicht wirklich als Schienenspieler, aber auch nicht wirklich als Stamm-Alternative für die 3er Kette (da wäre ein Bella-Kotchap wirklich ein Gewinn) und dann könnte Bella-Kotchap ins Zentrum, LIV dann Schlotti und Mats oder Nikki als RIV. Sabitzer und Nmecha könnten im Zentrum für Dynamik sorgen und gegen den Ball eine robuste Art reinbringen. Über die linken Schienenseite, habe ich in dem Fall mal JBG reingenommen. Auch wenn ich ihn ganz klar als Joker sehe, der in der Rolle eine absolute Waffe ist. Als Starter ist das weiterhin weder Fisch noch Fleisch (verständlich aber) Wir haben entweder nicht die Optionen für die Linke Schienenseite oder die Spieler sind verletzt. Adeyemi? Könnte man probieren, aber aktuell ist er einfach nicht in Form. Hier könnte z.B ein Sancho-Transfer sehr spannend sein. Im Sturm agiert Füllkrug, obwohl ich auch mal Mouki da sehen würde. Im Halbraum agieren dann erstmal Brandt (der MUSS im Zentrum spielen) und Donny, der in guter Form ist. Auch ihm liegt die Halbraum-Position gut. In den Halbraum-Positionen kannst du ohne Probleme immer und immer wieder durchwechseln und dann auch Reus, Gio, Juju, JBG bringen.
Im Heimspiel gegen Wolfsurg agierte man mit einer asymmetrie in der 4er Kette. Bense spielte dann als LIV und gab den 3. IV (neben Schlotti und Mats) und Ryerson schob hoch und war schon fast ein Flügelspieler (im Spiel mit Ball) Auch gestern in der 2. Halbzeit hat man auf die 3er Kette umgestellt und siehe an, es lief besser, und wesentlich flüssiger.
Man sollte eventuell die asymmetrische 3er Kette beibehalten und in den nächsten Spielen drauf setzen.
In diesem 3-4-2-1 ist natürlich nicht jede Position Top besetzt. Auch wenn Ryerson es gut macht, aber wir brauchen unbedingt einen neuen Top Stamm-RV. Am besten einer, der Offensiv einen guten Impact hat (Boey würde ins System echt gut passen) Bensebaini sehe ich nicht wirklich als Schienenspieler, aber auch nicht wirklich als Stamm-Alternative für die 3er Kette (da wäre ein Bella-Kotchap wirklich ein Gewinn) und dann könnte Bella-Kotchap ins Zentrum, LIV dann Schlotti und Mats oder Nikki als RIV. Sabitzer und Nmecha könnten im Zentrum für Dynamik sorgen und gegen den Ball eine robuste Art reinbringen. Über die linken Schienenseite, habe ich in dem Fall mal JBG reingenommen. Auch wenn ich ihn ganz klar als Joker sehe, der in der Rolle eine absolute Waffe ist. Als Starter ist das weiterhin weder Fisch noch Fleisch (verständlich aber) Wir haben entweder nicht die Optionen für die Linke Schienenseite oder die Spieler sind verletzt. Adeyemi? Könnte man probieren, aber aktuell ist er einfach nicht in Form. Hier könnte z.B ein Sancho-Transfer sehr spannend sein. Im Sturm agiert Füllkrug, obwohl ich auch mal Mouki da sehen würde. Im Halbraum agieren dann erstmal Brandt (der MUSS im Zentrum spielen) und Donny, der in guter Form ist. Auch ihm liegt die Halbraum-Position gut. In den Halbraum-Positionen kannst du ohne Probleme immer und immer wieder durchwechseln und dann auch Reus, Gio, Juju, JBG bringen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von -Roman- am 08.10.2023 um 10:44 Uhr bearbeitet
08.10.2023 - 10:51 Uhr
Gegen Union begannen wir in einem 4-3-3, meiner Meinung nach. Man kann vielleicht darüber diskutieren, ob's nicht eher ein 4-2-3-1 war mit Reus als OM. Allerdings gab's die Aufteilung mit Can als Sechser, halblinks Reus und Nmecha halbrechts öfters. War für das Spiel aber letztendlich egal, denke ich.
Union verteidigte im 5-3-2. Dabei häufig sehr tief, wobei es vereinzelte gute Pressingauslöser und Ballgewinne in etwas höherer Position gab.
Insgesamt spielte Union aber tief, kompakt und hatte eine gute Breite durch die Fünferkette. Unsere dribbelstarken Außen Malen und Bynoe-Gittens hatten dadurch kaum Situationen für aussichtsreiche Dribblings. Da Reus und Nmecha auch nicht die großen Spielmacher sind, beschränkte sich unsere Torgefährlichkeit auf die von Reus sehr stark getretenen Standards. Die Verteidigung von Standards ist bei uns leider eine Schwäche, weswegen Union dadurch auch gefährlich wurde. Unions Chancen aus dem Spiel heraus durch Ballgewinne würde ich da nicht überbewerten. Das sah gefährlicher aus als es war, finde ich (wie der Schuss ans Lattenkreuz).
In der ersten Hälfte fiel uns im Ballbesitz eigentlich nichts ein. Aber wir können uns diese Saison darauf verlassen, dass wir dann wenigstens durch Standards gefährlich bleiben.
In der zweiten Hälfte dann die Umstellung auf Dreierkette mit Can zentral. Union passte seine Taktik nicht an und verteidigte weiter im 5-3-2.
Die erste Pressinglinie aus den beiden Unioner Stürmern konnten wir so sehr leicht mit Schlotterbeck und auch Hummels überspielen. Unions Stürmer versuchten oftmals gar nicht Anspiele auf Schlotterbeck und Hummels zu unterbinden bzw. waren sie nicht zur Stelle, wenn diese seitlich ins Mittelfeld vorstießen.
Unsere IVs mussten dann also vom Unioner Dreiermittelfeld aufgenommen werden. Mit drei Mann war da Union aber zahlenmäßig nicht ausreichend besetzt. Denn dort gab's von uns auch noch Nmecha, Reus, Brandt, der viel mehr in diesen Raum geht als Bynoe-Gittens und Malen gelegentlich. Die Breite hielten dann Wolf und Ryerson, die dafür sorgten, dass die Außen der Unioner Fünferkette nicht einrücken konnten.
Freiraum erhielten bei uns also hauptsächlich unsere IVs. Bei Schlotterbecks Sonntagsschuss war das sehr gut zu sehen. Zunächst hat Hummels den Freiraum zum Vorstechen. Anschließend kann auf den aufgerückten, frei stehenden Schlotterbeck verlagert werden.
Die Taktik in der zweiten Hälfte griff sehr gut, denke ich. Wir wurden auch direkt durch Schlotterbecks Sonntagsschuss belohnt.
Beim 3:2 hat Union dann nach Eckball die Absicherung vernachlässigt und wir fahren den Konter.
Union konnte dann sowieso nicht mehr auf eine so tiefe, kompakte Verteidigung setzen. Aber wie gesagt, haben wir zuvor schon die Räume viel besser gefunden. Das zog sich dann auch durch die ganze zweite Halbzeit. Wir konnten besser hinten rausspielen und kamen auch ordentlich ins letzte Drittel. Die großen Chancen erhielten wir aber nicht und so musste das Glück bei Ryerson Treffer nochmals etwas mithelfen. Wichtig war da aber sowieso eher, dass wir Unions Offensive im Griff hatten. Da ließen wir wenig zu und nichts Zwingendes.
Union verteidigte im 5-3-2. Dabei häufig sehr tief, wobei es vereinzelte gute Pressingauslöser und Ballgewinne in etwas höherer Position gab.
Insgesamt spielte Union aber tief, kompakt und hatte eine gute Breite durch die Fünferkette. Unsere dribbelstarken Außen Malen und Bynoe-Gittens hatten dadurch kaum Situationen für aussichtsreiche Dribblings. Da Reus und Nmecha auch nicht die großen Spielmacher sind, beschränkte sich unsere Torgefährlichkeit auf die von Reus sehr stark getretenen Standards. Die Verteidigung von Standards ist bei uns leider eine Schwäche, weswegen Union dadurch auch gefährlich wurde. Unions Chancen aus dem Spiel heraus durch Ballgewinne würde ich da nicht überbewerten. Das sah gefährlicher aus als es war, finde ich (wie der Schuss ans Lattenkreuz).
In der ersten Hälfte fiel uns im Ballbesitz eigentlich nichts ein. Aber wir können uns diese Saison darauf verlassen, dass wir dann wenigstens durch Standards gefährlich bleiben.
In der zweiten Hälfte dann die Umstellung auf Dreierkette mit Can zentral. Union passte seine Taktik nicht an und verteidigte weiter im 5-3-2.
Die erste Pressinglinie aus den beiden Unioner Stürmern konnten wir so sehr leicht mit Schlotterbeck und auch Hummels überspielen. Unions Stürmer versuchten oftmals gar nicht Anspiele auf Schlotterbeck und Hummels zu unterbinden bzw. waren sie nicht zur Stelle, wenn diese seitlich ins Mittelfeld vorstießen.
Unsere IVs mussten dann also vom Unioner Dreiermittelfeld aufgenommen werden. Mit drei Mann war da Union aber zahlenmäßig nicht ausreichend besetzt. Denn dort gab's von uns auch noch Nmecha, Reus, Brandt, der viel mehr in diesen Raum geht als Bynoe-Gittens und Malen gelegentlich. Die Breite hielten dann Wolf und Ryerson, die dafür sorgten, dass die Außen der Unioner Fünferkette nicht einrücken konnten.
Freiraum erhielten bei uns also hauptsächlich unsere IVs. Bei Schlotterbecks Sonntagsschuss war das sehr gut zu sehen. Zunächst hat Hummels den Freiraum zum Vorstechen. Anschließend kann auf den aufgerückten, frei stehenden Schlotterbeck verlagert werden.
Die Taktik in der zweiten Hälfte griff sehr gut, denke ich. Wir wurden auch direkt durch Schlotterbecks Sonntagsschuss belohnt.
Beim 3:2 hat Union dann nach Eckball die Absicherung vernachlässigt und wir fahren den Konter.
Union konnte dann sowieso nicht mehr auf eine so tiefe, kompakte Verteidigung setzen. Aber wie gesagt, haben wir zuvor schon die Räume viel besser gefunden. Das zog sich dann auch durch die ganze zweite Halbzeit. Wir konnten besser hinten rausspielen und kamen auch ordentlich ins letzte Drittel. Die großen Chancen erhielten wir aber nicht und so musste das Glück bei Ryerson Treffer nochmals etwas mithelfen. Wichtig war da aber sowieso eher, dass wir Unions Offensive im Griff hatten. Da ließen wir wenig zu und nichts Zwingendes.
08.10.2023 - 11:13 Uhr
Zitat von YellowClaw
Die situative 3er Kette (es ist in der Grundformation weiterhin ein 4-2-3-1 gewesen) haben wir auch letzte Saison bereits mehrfach gespielt. Wir bauen dann im 3-1 oder 3-2 auf um mehr Flexibilität im Aufbau zu haben und schneller auf die AV oder zwischen die Linie spielen zu können (so Terzic). Meines Wissens hat sich dieser Aufbau sogar durch die gesamte Rückrunde gespielt und er war auch Teil der ersten Spiele. Ich war dann überrascht, dass er bspw. gegen Milan und auch anderen letzten Bundesligaspielen nicht mehr verwendet wurde.
Zitat von -Roman-
Vielleicht sollte man sich jetzt dafür entscheiden, endgültig auf die 3er Kette umzustellen. Kadertechnisch passt das aktuell am besten.
Im Heimspiel gegen Wolfsurg agierte man mit einer asymmetrie in der 4er Kette. Bense spielte dann als LIV und gab den 3. IV (neben Schlotti und Mats) und Ryerson schob hoch und war schon fast ein Flügelspieler (im Spiel mit Ball) Auch gestern in der 2. Halbzeit hat man auf die 3er Kette umgestellt und siehe an, es lief besser, und wesentlich flüssiger.
Man sollte eventuell die asymmetrische 3er Kette beibehalten und in den nächsten Spielen drauf setzen.
(...)
Vielleicht sollte man sich jetzt dafür entscheiden, endgültig auf die 3er Kette umzustellen. Kadertechnisch passt das aktuell am besten.
Im Heimspiel gegen Wolfsurg agierte man mit einer asymmetrie in der 4er Kette. Bense spielte dann als LIV und gab den 3. IV (neben Schlotti und Mats) und Ryerson schob hoch und war schon fast ein Flügelspieler (im Spiel mit Ball) Auch gestern in der 2. Halbzeit hat man auf die 3er Kette umgestellt und siehe an, es lief besser, und wesentlich flüssiger.
Man sollte eventuell die asymmetrische 3er Kette beibehalten und in den nächsten Spielen drauf setzen.
(...)
Die situative 3er Kette (es ist in der Grundformation weiterhin ein 4-2-3-1 gewesen) haben wir auch letzte Saison bereits mehrfach gespielt. Wir bauen dann im 3-1 oder 3-2 auf um mehr Flexibilität im Aufbau zu haben und schneller auf die AV oder zwischen die Linie spielen zu können (so Terzic). Meines Wissens hat sich dieser Aufbau sogar durch die gesamte Rückrunde gespielt und er war auch Teil der ersten Spiele. Ich war dann überrascht, dass er bspw. gegen Milan und auch anderen letzten Bundesligaspielen nicht mehr verwendet wurde.
Auch wenn es irgendwie eine sehr simple Veränderung der Positionierung ist, aber genau das habe ich so auch gestern gesehen.
Can steht tiefer zwischen Hummels und Schlotterbeck und schon läuft es besser. Genauso war es in der Rückrunde, er fing zwar meist als 6er an, ließ sich dann aber fallen und das Spiel wurde direkt besser.
So kann Can seine Stärken besser einbringen, seine Schwächen werden nicht offenbart.
Es macht die Mannschaft auch direkt unanfälliger für lange, tiefe Bälle, da Can sie mit seiner Schnelligkeit ablaufen kann. Die Abwehr kann höher stehen, Hummels und Schlotterbeck können aggressiv nach vorne verteidigen, da sie mit Can diese Absicherung haben. Nach vorne können sie sich so auch besser entfalten, ob mit Pässen oder Verstößen.
Auch ist Can so nicht mehr unter Druck, wie wenn er zwischen den Linien des Gegners steht und dort das Spiel mit aufbauen soll, was nicht seine Parade Disziplin ist.
Verstehe irgendwie nicht, wieso man diese Aufstellung nicht bewusst mal von Anfang an bringt, sie hat sich doch nun als Erfolgreich erwiesen.
08.10.2023 - 12:05 Uhr
Ich glaube die 3er Kette ist immer so ein wenig eine Nebelkerze, wenn mehr oder weniger darauf zurückgegriffen wird und daraus dann eine Verbesserung entsteht. Häufig passiert dabei eigentlich nicht viel mehr, als dass man den Gegner spiegelt, dadurch defensiv eine klarere Zuordnung erhält und daraus dann auch eine gewisse Stabilität darstellen kann, die wiederum auch offensiv einen Schub bringt. Es hat daher schon Sinn gemacht, dass man die 3er Kette eigentlich nur gegen Teams ausgepackt hat, die selbst mit 3er Kette spielen. Ansonsten hatte man zuletzt mehr oder weniger mit Asymmetrien gearbeitet, die man durchaus so auffassen kann, dass sie gut zur Mannschaft auf dem Platz passten und daher als Anpassungen an die eigenen Spieler darstellen, aber ich glaube das wäre dann doch zu einfach, weil die Asymmetrien letztendlich doch recht verschieden aufgebaut wurden und daher nicht dieses Patentrezept besteht. Das ist auch nicht die 3er Kette.
So wurde bspw. gestern häufig geschrieben, dass die AV nach dem Zurückziehen von Can deutlich offensiver wurden, was in meinen Augen aber nicht stimmt. Sie waren lediglich weniger am Ball, wurden aus dem Aufbau rausgehalten und dadurch weniger ihren Schwächen ausgesetzt:
Spieler | Halbzeit | Ballaktionen | Anteil gegnerische Hälfte
Wolf | 1 | 49 | 53,1%
Wolf | 2 | 39 | 52,8%
Ryerson | 1 | 55 | 61,8%
Ryerson | 2 | 39 | 59,0%
Selbst ballbesitzbereinigt kamen Wolf (-16,5%) und Ryerson (-19,4%) in der zweiten Halbzeit auf deutlich weniger Ballaktionen. Die 3er Kette hat hier keinen Offensivpunch über die AV ermöglicht, sondern hauptsächlich dazu geführt, dass sie uns im Aufbau weniger schwächen, weil viele Bälle dort hingingen, dann aber nicht nach vorne kamen, weil das Zentrum dicht war. Auch dafür war die 3er Kette eine geeignete Maßnahme, um Can aus den Zonen rauszuziehen, die er im Ballbesitz nicht ausfüllen kann, weil er nicht pressingresistent genug ist und zu lange braucht, um gute Lösungen zu finden. Ähnliches wurde zu Reus geschrieben, der wieder ein schwaches Spiel hatte, trotzdem er an fast allen gefährlichen Aktionen beteiligt war, aber eben auch ein Hemmschuh dafür ist, um zu mehr solcher Aktionen zu kommen.
Das war für mich daher alles nicht der Gamechanger, warum man mehr Räume für Nmecha hatte - der in der ersten Hälfte kaum schwächer hätte agieren können - und das Spiel häufiger über Füllkrug überbrücken konnte, indem man mehr lang spielte. Man bekam einfach mehr Platz und war nicht derjenige, der dafür gesorgt hat. Der Schlüssel zum Spiel war für mich schließlich, dass Union bereits nach dem 2:2 deutlich mehr für das Spiel investierte und damit die Räume für das 3:2 öffnete, was umso mehr dazu führte, dass sie weiterhin so viel mehr für das Spiel investieren mussten als noch bis zum 2:2. Das 2:2 war nun mal aber nicht taktisch bedingt, sondern ein überragendes Tor - wie schon letztens von Ryerson - von Schlotterbeck, das sich hauptsächlich aus einer individuellen Leistung ergab. Zwar kann man argumentieren, dass die 3er Kette die Freiheiten für den Vorwärtsgang gab, aber letztendlich hatte man ja auch bei 4er Kette dasselbe Prinzip ermöglicht, weil Can dann häufig in die IV einrückte, um die Absicherung zu übernehmen - gab bspw. eine Aktion, als Hummels Becker nicht hinterherkommt, er und Can ihn aber dann noch soweit abdrängen, dass der Abschluss kein Problem wurde.
Daher ergab sich meines Erachtens folgende Kettenreaktion:
Allgemein bleibt daher zu konstatieren, dass auch Union enorme Probleme aufzeigen konnte, die der BVB hat, um aus dem eigenen Ballbesitz Chancen zu kreieren und überhaupt erst mal den Ballvortrag sicherzustellen. Glücklicherweise konnte man den Spielverlauf, durch den Ausgleich, noch so bestimmen, dass Union sein Spiel nicht mehr durchziehen konnte, weil sie selbst auf Sieg spielen mussten, angesichts ihrer Punktausbeute und wahrscheinlich dadurch zu früh zu viel Risiko gingen, womit sie dem BVB nicht mehr ihr Spiel aufzwingen konnten, in dem sie bis dahin besser waren. Die Begründung zum Sieg liegt für mich daher mehr in der Dynamik des Spiels, die sicherlich durchaus durch die taktische Umstellung begünstigt wurde, was aber nicht hätte passieren müssen, wenn Schlotterbeck nicht getroffen hätte. Passiert das Tor nicht, will ich nicht wissen, was für einen Pfeil man noch im Köcher gehabt hätte ...
So wurde bspw. gestern häufig geschrieben, dass die AV nach dem Zurückziehen von Can deutlich offensiver wurden, was in meinen Augen aber nicht stimmt. Sie waren lediglich weniger am Ball, wurden aus dem Aufbau rausgehalten und dadurch weniger ihren Schwächen ausgesetzt:
Spieler | Halbzeit | Ballaktionen | Anteil gegnerische Hälfte
Wolf | 1 | 49 | 53,1%
Wolf | 2 | 39 | 52,8%
Ryerson | 1 | 55 | 61,8%
Ryerson | 2 | 39 | 59,0%
Selbst ballbesitzbereinigt kamen Wolf (-16,5%) und Ryerson (-19,4%) in der zweiten Halbzeit auf deutlich weniger Ballaktionen. Die 3er Kette hat hier keinen Offensivpunch über die AV ermöglicht, sondern hauptsächlich dazu geführt, dass sie uns im Aufbau weniger schwächen, weil viele Bälle dort hingingen, dann aber nicht nach vorne kamen, weil das Zentrum dicht war. Auch dafür war die 3er Kette eine geeignete Maßnahme, um Can aus den Zonen rauszuziehen, die er im Ballbesitz nicht ausfüllen kann, weil er nicht pressingresistent genug ist und zu lange braucht, um gute Lösungen zu finden. Ähnliches wurde zu Reus geschrieben, der wieder ein schwaches Spiel hatte, trotzdem er an fast allen gefährlichen Aktionen beteiligt war, aber eben auch ein Hemmschuh dafür ist, um zu mehr solcher Aktionen zu kommen.
Das war für mich daher alles nicht der Gamechanger, warum man mehr Räume für Nmecha hatte - der in der ersten Hälfte kaum schwächer hätte agieren können - und das Spiel häufiger über Füllkrug überbrücken konnte, indem man mehr lang spielte. Man bekam einfach mehr Platz und war nicht derjenige, der dafür gesorgt hat. Der Schlüssel zum Spiel war für mich schließlich, dass Union bereits nach dem 2:2 deutlich mehr für das Spiel investierte und damit die Räume für das 3:2 öffnete, was umso mehr dazu führte, dass sie weiterhin so viel mehr für das Spiel investieren mussten als noch bis zum 2:2. Das 2:2 war nun mal aber nicht taktisch bedingt, sondern ein überragendes Tor - wie schon letztens von Ryerson - von Schlotterbeck, das sich hauptsächlich aus einer individuellen Leistung ergab. Zwar kann man argumentieren, dass die 3er Kette die Freiheiten für den Vorwärtsgang gab, aber letztendlich hatte man ja auch bei 4er Kette dasselbe Prinzip ermöglicht, weil Can dann häufig in die IV einrückte, um die Absicherung zu übernehmen - gab bspw. eine Aktion, als Hummels Becker nicht hinterherkommt, er und Can ihn aber dann noch soweit abdrängen, dass der Abschluss kein Problem wurde.
Daher ergab sich meines Erachtens folgende Kettenreaktion:
- Der BVB wurde defensiv stabiler, durch eine klarer Zuordnung, weil man Union spiegelte (also nicht per se wegen der 3er Kette)
- Der BVB machte den Ausgleich
- Union machte hinten stärker auf, investierte offensiv mehr, wobei der BVB defensiv stabil blieb und erst wieder etwas zuließ als man wieder führt, wofür Union defensiv etwas aufgeben musste, wodurch der BVB führte
- Der BVB konnte die Führung ausspielen und dadurch letztendlich nochmal glücklich erhöhen
Allgemein bleibt daher zu konstatieren, dass auch Union enorme Probleme aufzeigen konnte, die der BVB hat, um aus dem eigenen Ballbesitz Chancen zu kreieren und überhaupt erst mal den Ballvortrag sicherzustellen. Glücklicherweise konnte man den Spielverlauf, durch den Ausgleich, noch so bestimmen, dass Union sein Spiel nicht mehr durchziehen konnte, weil sie selbst auf Sieg spielen mussten, angesichts ihrer Punktausbeute und wahrscheinlich dadurch zu früh zu viel Risiko gingen, womit sie dem BVB nicht mehr ihr Spiel aufzwingen konnten, in dem sie bis dahin besser waren. Die Begründung zum Sieg liegt für mich daher mehr in der Dynamik des Spiels, die sicherlich durchaus durch die taktische Umstellung begünstigt wurde, was aber nicht hätte passieren müssen, wenn Schlotterbeck nicht getroffen hätte. Passiert das Tor nicht, will ich nicht wissen, was für einen Pfeil man noch im Köcher gehabt hätte ...
08.10.2023 - 13:44 Uhr
Zitat von BVBBC
Ich glaube die 3er Kette ist immer so ein wenig eine Nebelkerze, wenn mehr oder weniger darauf zurückgegriffen wird und daraus dann eine Verbesserung entsteht. Häufig passiert dabei eigentlich nicht viel mehr, als dass man den Gegner spiegelt, dadurch defensiv eine klarere Zuordnung erhält und daraus dann auch eine gewisse Stabilität darstellen kann, die wiederum auch offensiv einen Schub bringt. Es hat daher schon Sinn gemacht, dass man die 3er Kette eigentlich nur gegen Teams ausgepackt hat, die selbst mit 3er Kette spielen. Ansonsten hatte man zuletzt mehr oder weniger mit Asymmetrien gearbeitet, die man durchaus so auffassen kann, dass sie gut zur Mannschaft auf dem Platz passten und daher als Anpassungen an die eigenen Spieler darstellen, aber ich glaube das wäre dann doch zu einfach, weil die Asymmetrien letztendlich doch recht verschieden aufgebaut wurden und daher nicht dieses Patentrezept besteht. Das ist auch nicht die 3er Kette.
So wurde bspw. gestern häufig geschrieben, dass die AV nach dem Zurückziehen von Can deutlich offensiver wurden, was in meinen Augen aber nicht stimmt. Sie waren lediglich weniger am Ball, wurden aus dem Aufbau rausgehalten und dadurch weniger ihren Schwächen ausgesetzt:
Spieler | Halbzeit | Ballaktionen | Anteil gegnerische Hälfte
Wolf | 1 | 49 | 53,1%
Wolf | 2 | 39 | 52,8%
Ryerson | 1 | 55 | 61,8%
Ryerson | 2 | 39 | 59,0%
Selbst ballbesitzbereinigt kamen Wolf (-16,5%) und Ryerson (-19,4%) in der zweiten Halbzeit auf deutlich weniger Ballaktionen. Die 3er Kette hat hier keinen Offensivpunch über die AV ermöglicht, sondern hauptsächlich dazu geführt, dass sie uns im Aufbau weniger schwächen, weil viele Bälle dort hingingen, dann aber nicht nach vorne kamen, weil das Zentrum dicht war. Auch dafür war die 3er Kette eine geeignete Maßnahme, um Can aus den Zonen rauszuziehen, die er im Ballbesitz nicht ausfüllen kann, weil er nicht pressingresistent genug ist und zu lange braucht, um gute Lösungen zu finden. Ähnliches wurde zu Reus geschrieben, der wieder ein schwaches Spiel hatte, trotzdem er an fast allen gefährlichen Aktionen beteiligt war, aber eben auch ein Hemmschuh dafür ist, um zu mehr solcher Aktionen zu kommen.
Das war für mich daher alles nicht der Gamechanger, warum man mehr Räume für Nmecha hatte - der in der ersten Hälfte kaum schwächer hätte agieren können - und das Spiel häufiger über Füllkrug überbrücken konnte, indem man mehr lang spielte. Man bekam einfach mehr Platz und war nicht derjenige, der dafür gesorgt hat. Der Schlüssel zum Spiel war für mich schließlich, dass Union bereits nach dem 2:2 deutlich mehr für das Spiel investierte und damit die Räume für das 3:2 öffnete, was umso mehr dazu führte, dass sie weiterhin so viel mehr für das Spiel investieren mussten als noch bis zum 2:2. Das 2:2 war nun mal aber nicht taktisch bedingt, sondern ein überragendes Tor - wie schon letztens von Ryerson - von Schlotterbeck, das sich hauptsächlich aus einer individuellen Leistung ergab. Zwar kann man argumentieren, dass die 3er Kette die Freiheiten für den Vorwärtsgang gab, aber letztendlich hatte man ja auch bei 4er Kette dasselbe Prinzip ermöglicht, weil Can dann häufig in die IV einrückte, um die Absicherung zu übernehmen - gab bspw. eine Aktion, als Hummels Becker nicht hinterherkommt, er und Can ihn aber dann noch soweit abdrängen, dass der Abschluss kein Problem wurde.
Daher ergab sich meines Erachtens folgende Kettenreaktion:
Allgemein bleibt daher zu konstatieren, dass auch Union enorme Probleme aufzeigen konnte, die der BVB hat, um aus dem eigenen Ballbesitz Chancen zu kreieren und überhaupt erst mal den Ballvortrag sicherzustellen. Glücklicherweise konnte man den Spielverlauf, durch den Ausgleich, noch so bestimmen, dass Union sein Spiel nicht mehr durchziehen konnte, weil sie selbst auf Sieg spielen mussten, angesichts ihrer Punktausbeute und wahrscheinlich dadurch zu früh zu viel Risiko gingen, womit sie dem BVB nicht mehr ihr Spiel aufzwingen konnten, in dem sie bis dahin besser waren. Die Begründung zum Sieg liegt für mich daher mehr in der Dynamik des Spiels, die sicherlich durchaus durch die taktische Umstellung begünstigt wurde, was aber nicht hätte passieren müssen, wenn Schlotterbeck nicht getroffen hätte. Passiert das Tor nicht, will ich nicht wissen, was für einen Pfeil man noch im Köcher gehabt hätte ...
Ich glaube die 3er Kette ist immer so ein wenig eine Nebelkerze, wenn mehr oder weniger darauf zurückgegriffen wird und daraus dann eine Verbesserung entsteht. Häufig passiert dabei eigentlich nicht viel mehr, als dass man den Gegner spiegelt, dadurch defensiv eine klarere Zuordnung erhält und daraus dann auch eine gewisse Stabilität darstellen kann, die wiederum auch offensiv einen Schub bringt. Es hat daher schon Sinn gemacht, dass man die 3er Kette eigentlich nur gegen Teams ausgepackt hat, die selbst mit 3er Kette spielen. Ansonsten hatte man zuletzt mehr oder weniger mit Asymmetrien gearbeitet, die man durchaus so auffassen kann, dass sie gut zur Mannschaft auf dem Platz passten und daher als Anpassungen an die eigenen Spieler darstellen, aber ich glaube das wäre dann doch zu einfach, weil die Asymmetrien letztendlich doch recht verschieden aufgebaut wurden und daher nicht dieses Patentrezept besteht. Das ist auch nicht die 3er Kette.
So wurde bspw. gestern häufig geschrieben, dass die AV nach dem Zurückziehen von Can deutlich offensiver wurden, was in meinen Augen aber nicht stimmt. Sie waren lediglich weniger am Ball, wurden aus dem Aufbau rausgehalten und dadurch weniger ihren Schwächen ausgesetzt:
Spieler | Halbzeit | Ballaktionen | Anteil gegnerische Hälfte
Wolf | 1 | 49 | 53,1%
Wolf | 2 | 39 | 52,8%
Ryerson | 1 | 55 | 61,8%
Ryerson | 2 | 39 | 59,0%
Selbst ballbesitzbereinigt kamen Wolf (-16,5%) und Ryerson (-19,4%) in der zweiten Halbzeit auf deutlich weniger Ballaktionen. Die 3er Kette hat hier keinen Offensivpunch über die AV ermöglicht, sondern hauptsächlich dazu geführt, dass sie uns im Aufbau weniger schwächen, weil viele Bälle dort hingingen, dann aber nicht nach vorne kamen, weil das Zentrum dicht war. Auch dafür war die 3er Kette eine geeignete Maßnahme, um Can aus den Zonen rauszuziehen, die er im Ballbesitz nicht ausfüllen kann, weil er nicht pressingresistent genug ist und zu lange braucht, um gute Lösungen zu finden. Ähnliches wurde zu Reus geschrieben, der wieder ein schwaches Spiel hatte, trotzdem er an fast allen gefährlichen Aktionen beteiligt war, aber eben auch ein Hemmschuh dafür ist, um zu mehr solcher Aktionen zu kommen.
Das war für mich daher alles nicht der Gamechanger, warum man mehr Räume für Nmecha hatte - der in der ersten Hälfte kaum schwächer hätte agieren können - und das Spiel häufiger über Füllkrug überbrücken konnte, indem man mehr lang spielte. Man bekam einfach mehr Platz und war nicht derjenige, der dafür gesorgt hat. Der Schlüssel zum Spiel war für mich schließlich, dass Union bereits nach dem 2:2 deutlich mehr für das Spiel investierte und damit die Räume für das 3:2 öffnete, was umso mehr dazu führte, dass sie weiterhin so viel mehr für das Spiel investieren mussten als noch bis zum 2:2. Das 2:2 war nun mal aber nicht taktisch bedingt, sondern ein überragendes Tor - wie schon letztens von Ryerson - von Schlotterbeck, das sich hauptsächlich aus einer individuellen Leistung ergab. Zwar kann man argumentieren, dass die 3er Kette die Freiheiten für den Vorwärtsgang gab, aber letztendlich hatte man ja auch bei 4er Kette dasselbe Prinzip ermöglicht, weil Can dann häufig in die IV einrückte, um die Absicherung zu übernehmen - gab bspw. eine Aktion, als Hummels Becker nicht hinterherkommt, er und Can ihn aber dann noch soweit abdrängen, dass der Abschluss kein Problem wurde.
Daher ergab sich meines Erachtens folgende Kettenreaktion:
- Der BVB wurde defensiv stabiler, durch eine klarer Zuordnung, weil man Union spiegelte (also nicht per se wegen der 3er Kette)
- Der BVB machte den Ausgleich
- Union machte hinten stärker auf, investierte offensiv mehr, wobei der BVB defensiv stabil blieb und erst wieder etwas zuließ als man wieder führt, wofür Union defensiv etwas aufgeben musste, wodurch der BVB führte
- Der BVB konnte die Führung ausspielen und dadurch letztendlich nochmal glücklich erhöhen
Allgemein bleibt daher zu konstatieren, dass auch Union enorme Probleme aufzeigen konnte, die der BVB hat, um aus dem eigenen Ballbesitz Chancen zu kreieren und überhaupt erst mal den Ballvortrag sicherzustellen. Glücklicherweise konnte man den Spielverlauf, durch den Ausgleich, noch so bestimmen, dass Union sein Spiel nicht mehr durchziehen konnte, weil sie selbst auf Sieg spielen mussten, angesichts ihrer Punktausbeute und wahrscheinlich dadurch zu früh zu viel Risiko gingen, womit sie dem BVB nicht mehr ihr Spiel aufzwingen konnten, in dem sie bis dahin besser waren. Die Begründung zum Sieg liegt für mich daher mehr in der Dynamik des Spiels, die sicherlich durchaus durch die taktische Umstellung begünstigt wurde, was aber nicht hätte passieren müssen, wenn Schlotterbeck nicht getroffen hätte. Passiert das Tor nicht, will ich nicht wissen, was für einen Pfeil man noch im Köcher gehabt hätte ...
Schöner Beitrag, 2 Punkte würde ich gern aufgreifen.
Bezüglich dies Spiegelns..sehe das nicht zu 100% so.
In der Rückrunde der letzten Saison hat man auch häufig den Ansatz mit dem abkippenden Can gewählt. Ich bezweifle, dass die Gegner dort alle mit einer Dreierkette aufgelaufen sind. Ist es nicht eher so, dass man hiermit eher auf zwei pressende Stürmer reagiert?
Der zweite Punkt sind die AVs.
Das ist mir in der ersten Halbzeit auch sauer aufgestoßen und finde ich eine schrecklichen Aufbau, der für mich total riskant ist.
Damit meine ich: Ball geht nach außen zu Wolf, der spielt die Linie lang auf einen entgegenkommenden Außenspieler. An dieser Stelle ist der Ball oft genug weg.
Schlimmer noch. Wolf rennt nach vorne, versucht hier einen Doppelpass zu spielen.
Der Ball geht verloren, und es entsteht direkt ein gefährlicher Konter (vgl zB den Elfmeter in Hoffenheim oder die dicke Chance von Wind beim Spiel gegen Wolfsburg.
Verstehe nicht, wieso man ständig diesen Aufbau wählt und was man sich dadurch erhofft. Es heißt zwar, ein Ballverlust auf außen ist eine weniger gefährliche Zone, das Gegenteil ist doch regelmäßig der Fall..
08.10.2023 - 14:12 Uhr
Das schöne an der Aufstellung von – Roman - ist doch, dass hier sämtliche Spieler innerhalb ihrer Komfortzone agieren können. Das trifft nicht nur auf die gezeigte 11 zu, sondern lässt sich auch auf die weiteren Spieler des Kaders anwenden. Natürlich sind im Rahmen dieses taktischen Korsetts auch marginale Änderungen möglich (z.B. eher in Richtung Doppelspitze gehend). Aber ich sehe es in der momentanen Verfassung des Teams als notwendig an, eine gewisse taktische Stabilität bzw. Kontinuität zu erlangen. Die Spieler müssen verstärkt Vertrauen in das System, in sich selbst und in den Nebenmann erlangen. Stichwort Komfortzone, Stichwort Kontinuität.
Ob das nun das Patentrezept ist, oder nicht… hier würde man sich wahrscheinlich in Diskussionen um Wortdefinitionen verlieren. Mir geht es darum, aus dem jetzigen Personal das bestmögliche zu machen und dabei für den Moment externe Korrekturmöglichkeiten in Form von Transfers auszuklammern. Roman hat ja selbst eingeräumt, dass seine Formation nicht am potenziellen Optimum eines BVB-Kaders rangiert. Aber ich finde, sie hat sich in der laufenden Saison bereits als zweckmäßig erwiesen und ich glaube, viel mehr als Zweckmäßigkeit ist in taktischer Hinsicht für diese Saison nicht zu erwarten.
Ob das nun das Patentrezept ist, oder nicht… hier würde man sich wahrscheinlich in Diskussionen um Wortdefinitionen verlieren. Mir geht es darum, aus dem jetzigen Personal das bestmögliche zu machen und dabei für den Moment externe Korrekturmöglichkeiten in Form von Transfers auszuklammern. Roman hat ja selbst eingeräumt, dass seine Formation nicht am potenziellen Optimum eines BVB-Kaders rangiert. Aber ich finde, sie hat sich in der laufenden Saison bereits als zweckmäßig erwiesen und ich glaube, viel mehr als Zweckmäßigkeit ist in taktischer Hinsicht für diese Saison nicht zu erwarten.
09.10.2023 - 17:10 Uhr
Zitat von BVBBC
Ich glaube die 3er Kette ist immer so ein wenig eine Nebelkerze, wenn mehr oder weniger darauf zurückgegriffen wird und daraus dann eine Verbesserung entsteht. Häufig passiert dabei eigentlich nicht viel mehr, als dass man den Gegner spiegelt, dadurch defensiv eine klarere Zuordnung erhält und daraus dann auch eine gewisse Stabilität darstellen kann, die wiederum auch offensiv einen Schub bringt. Es hat daher schon Sinn gemacht, dass man die 3er Kette eigentlich nur gegen Teams ausgepackt hat, die selbst mit 3er Kette spielen. Ansonsten hatte man zuletzt mehr oder weniger mit Asymmetrien gearbeitet, die man durchaus so auffassen kann, dass sie gut zur Mannschaft auf dem Platz passten und daher als Anpassungen an die eigenen Spieler darstellen, aber ich glaube das wäre dann doch zu einfach, weil die Asymmetrien letztendlich doch recht verschieden aufgebaut wurden und daher nicht dieses Patentrezept besteht. Das ist auch nicht die 3er Kette.
So wurde bspw. gestern häufig geschrieben, dass die AV nach dem Zurückziehen von Can deutlich offensiver wurden, was in meinen Augen aber nicht stimmt. Sie waren lediglich weniger am Ball, wurden aus dem Aufbau rausgehalten und dadurch weniger ihren Schwächen ausgesetzt:
Spieler | Halbzeit | Ballaktionen | Anteil gegnerische Hälfte
Wolf | 1 | 49 | 53,1%
Wolf | 2 | 39 | 52,8%
Ryerson | 1 | 55 | 61,8%
Ryerson | 2 | 39 | 59,0%
Selbst ballbesitzbereinigt kamen Wolf (-16,5%) und Ryerson (-19,4%) in der zweiten Halbzeit auf deutlich weniger Ballaktionen. Die 3er Kette hat hier keinen Offensivpunch über die AV ermöglicht, sondern hauptsächlich dazu geführt, dass sie uns im Aufbau weniger schwächen, weil viele Bälle dort hingingen, dann aber nicht nach vorne kamen, weil das Zentrum dicht war. Auch dafür war die 3er Kette eine geeignete Maßnahme, um Can aus den Zonen rauszuziehen, die er im Ballbesitz nicht ausfüllen kann, weil er nicht pressingresistent genug ist und zu lange braucht, um gute Lösungen zu finden. Ähnliches wurde zu Reus geschrieben, der wieder ein schwaches Spiel hatte, trotzdem er an fast allen gefährlichen Aktionen beteiligt war, aber eben auch ein Hemmschuh dafür ist, um zu mehr solcher Aktionen zu kommen.
Das war für mich daher alles nicht der Gamechanger, warum man mehr Räume für Nmecha hatte - der in der ersten Hälfte kaum schwächer hätte agieren können - und das Spiel häufiger über Füllkrug überbrücken konnte, indem man mehr lang spielte. Man bekam einfach mehr Platz und war nicht derjenige, der dafür gesorgt hat. Der Schlüssel zum Spiel war für mich schließlich, dass Union bereits nach dem 2:2 deutlich mehr für das Spiel investierte und damit die Räume für das 3:2 öffnete, was umso mehr dazu führte, dass sie weiterhin so viel mehr für das Spiel investieren mussten als noch bis zum 2:2. Das 2:2 war nun mal aber nicht taktisch bedingt, sondern ein überragendes Tor - wie schon letztens von Ryerson - von Schlotterbeck, das sich hauptsächlich aus einer individuellen Leistung ergab. Zwar kann man argumentieren, dass die 3er Kette die Freiheiten für den Vorwärtsgang gab, aber letztendlich hatte man ja auch bei 4er Kette dasselbe Prinzip ermöglicht, weil Can dann häufig in die IV einrückte, um die Absicherung zu übernehmen - gab bspw. eine Aktion, als Hummels Becker nicht hinterherkommt, er und Can ihn aber dann noch soweit abdrängen, dass der Abschluss kein Problem wurde.
Daher ergab sich meines Erachtens folgende Kettenreaktion:
Allgemein bleibt daher zu konstatieren, dass auch Union enorme Probleme aufzeigen konnte, die der BVB hat, um aus dem eigenen Ballbesitz Chancen zu kreieren und überhaupt erst mal den Ballvortrag sicherzustellen. Glücklicherweise konnte man den Spielverlauf, durch den Ausgleich, noch so bestimmen, dass Union sein Spiel nicht mehr durchziehen konnte, weil sie selbst auf Sieg spielen mussten, angesichts ihrer Punktausbeute und wahrscheinlich dadurch zu früh zu viel Risiko gingen, womit sie dem BVB nicht mehr ihr Spiel aufzwingen konnten, in dem sie bis dahin besser waren. Die Begründung zum Sieg liegt für mich daher mehr in der Dynamik des Spiels, die sicherlich durchaus durch die taktische Umstellung begünstigt wurde, was aber nicht hätte passieren müssen, wenn Schlotterbeck nicht getroffen hätte. Passiert das Tor nicht, will ich nicht wissen, was für einen Pfeil man noch im Köcher gehabt hätte ...
Ich glaube die 3er Kette ist immer so ein wenig eine Nebelkerze, wenn mehr oder weniger darauf zurückgegriffen wird und daraus dann eine Verbesserung entsteht. Häufig passiert dabei eigentlich nicht viel mehr, als dass man den Gegner spiegelt, dadurch defensiv eine klarere Zuordnung erhält und daraus dann auch eine gewisse Stabilität darstellen kann, die wiederum auch offensiv einen Schub bringt. Es hat daher schon Sinn gemacht, dass man die 3er Kette eigentlich nur gegen Teams ausgepackt hat, die selbst mit 3er Kette spielen. Ansonsten hatte man zuletzt mehr oder weniger mit Asymmetrien gearbeitet, die man durchaus so auffassen kann, dass sie gut zur Mannschaft auf dem Platz passten und daher als Anpassungen an die eigenen Spieler darstellen, aber ich glaube das wäre dann doch zu einfach, weil die Asymmetrien letztendlich doch recht verschieden aufgebaut wurden und daher nicht dieses Patentrezept besteht. Das ist auch nicht die 3er Kette.
So wurde bspw. gestern häufig geschrieben, dass die AV nach dem Zurückziehen von Can deutlich offensiver wurden, was in meinen Augen aber nicht stimmt. Sie waren lediglich weniger am Ball, wurden aus dem Aufbau rausgehalten und dadurch weniger ihren Schwächen ausgesetzt:
Spieler | Halbzeit | Ballaktionen | Anteil gegnerische Hälfte
Wolf | 1 | 49 | 53,1%
Wolf | 2 | 39 | 52,8%
Ryerson | 1 | 55 | 61,8%
Ryerson | 2 | 39 | 59,0%
Selbst ballbesitzbereinigt kamen Wolf (-16,5%) und Ryerson (-19,4%) in der zweiten Halbzeit auf deutlich weniger Ballaktionen. Die 3er Kette hat hier keinen Offensivpunch über die AV ermöglicht, sondern hauptsächlich dazu geführt, dass sie uns im Aufbau weniger schwächen, weil viele Bälle dort hingingen, dann aber nicht nach vorne kamen, weil das Zentrum dicht war. Auch dafür war die 3er Kette eine geeignete Maßnahme, um Can aus den Zonen rauszuziehen, die er im Ballbesitz nicht ausfüllen kann, weil er nicht pressingresistent genug ist und zu lange braucht, um gute Lösungen zu finden. Ähnliches wurde zu Reus geschrieben, der wieder ein schwaches Spiel hatte, trotzdem er an fast allen gefährlichen Aktionen beteiligt war, aber eben auch ein Hemmschuh dafür ist, um zu mehr solcher Aktionen zu kommen.
Das war für mich daher alles nicht der Gamechanger, warum man mehr Räume für Nmecha hatte - der in der ersten Hälfte kaum schwächer hätte agieren können - und das Spiel häufiger über Füllkrug überbrücken konnte, indem man mehr lang spielte. Man bekam einfach mehr Platz und war nicht derjenige, der dafür gesorgt hat. Der Schlüssel zum Spiel war für mich schließlich, dass Union bereits nach dem 2:2 deutlich mehr für das Spiel investierte und damit die Räume für das 3:2 öffnete, was umso mehr dazu führte, dass sie weiterhin so viel mehr für das Spiel investieren mussten als noch bis zum 2:2. Das 2:2 war nun mal aber nicht taktisch bedingt, sondern ein überragendes Tor - wie schon letztens von Ryerson - von Schlotterbeck, das sich hauptsächlich aus einer individuellen Leistung ergab. Zwar kann man argumentieren, dass die 3er Kette die Freiheiten für den Vorwärtsgang gab, aber letztendlich hatte man ja auch bei 4er Kette dasselbe Prinzip ermöglicht, weil Can dann häufig in die IV einrückte, um die Absicherung zu übernehmen - gab bspw. eine Aktion, als Hummels Becker nicht hinterherkommt, er und Can ihn aber dann noch soweit abdrängen, dass der Abschluss kein Problem wurde.
Daher ergab sich meines Erachtens folgende Kettenreaktion:
- Der BVB wurde defensiv stabiler, durch eine klarer Zuordnung, weil man Union spiegelte (also nicht per se wegen der 3er Kette)
- Der BVB machte den Ausgleich
- Union machte hinten stärker auf, investierte offensiv mehr, wobei der BVB defensiv stabil blieb und erst wieder etwas zuließ als man wieder führt, wofür Union defensiv etwas aufgeben musste, wodurch der BVB führte
- Der BVB konnte die Führung ausspielen und dadurch letztendlich nochmal glücklich erhöhen
Allgemein bleibt daher zu konstatieren, dass auch Union enorme Probleme aufzeigen konnte, die der BVB hat, um aus dem eigenen Ballbesitz Chancen zu kreieren und überhaupt erst mal den Ballvortrag sicherzustellen. Glücklicherweise konnte man den Spielverlauf, durch den Ausgleich, noch so bestimmen, dass Union sein Spiel nicht mehr durchziehen konnte, weil sie selbst auf Sieg spielen mussten, angesichts ihrer Punktausbeute und wahrscheinlich dadurch zu früh zu viel Risiko gingen, womit sie dem BVB nicht mehr ihr Spiel aufzwingen konnten, in dem sie bis dahin besser waren. Die Begründung zum Sieg liegt für mich daher mehr in der Dynamik des Spiels, die sicherlich durchaus durch die taktische Umstellung begünstigt wurde, was aber nicht hätte passieren müssen, wenn Schlotterbeck nicht getroffen hätte. Passiert das Tor nicht, will ich nicht wissen, was für einen Pfeil man noch im Köcher gehabt hätte ...
Der größte Faktor im Spiel gegen Union war für mich die Chancenverwertung.
In der zweiten Halbzeit hatten wir nur eine sehr gute Torchance, die Brandt zum 3:2 verwertete. Ansonsten gab's keine! guten Chancen in der zweiten Hälfte.
Wir hatten in der zweiten Hälfte in Summe einen xG-Wert von 0,5 bis wir das dritte Tor nach der Halbzeit zum 4:2 schossen (danach gab's noch kleinere Chancen, so dass der xG-Wert für die zweite Halbzeit 0,77 betrug; alle xG-Werte von understat).
In der ersten Halbzeit waren wir durch unsere Standards sogar torgefährlicher demnach (xG erste Halbzeit von 1,0).
Auch hier muss man also wieder aufpassen, inwieweit man die geschossenen Tore mit der tatsächlichen Leistung gleichsetzt. Die Chancen geben es nicht her, dass man hier von einer sehr starken zweiten Halbzeit sprechen könnte. Die Tore von Schlotterbeck und Ryerson kann man nicht erwarten. Selbst das Tor von Brandt muss man erstmal machen. Nach xG-Wert zu urteilen, braucht man drei solcher Chancen, um ein Tor erwarten zu können.
Allerdings empfand ich uns dennoch in der zweiten Halbzeit deutlich besser. Denn die Torchancen sagen nicht alles. Wir kamen, meiner Meinung nach, viel besser in die Räume, aus denen etwas entstehen kann. Der Spielaufbau funktionierte viel besser.
In Summe kann man mit der Spielweise in der zweiten Halbzeit einfach viel mehr Torgefahr erwarten als mit der Spielweise aus der ersten Halbzeit. Denn in der ersten Halbzeit kann man die Torgefährlichkeit auf die Standards reduzieren. Aber es gibt für mich keinen Grund, weswegen die erste Halbzeit starke Standards mehr begünstigen sollte. Im Gegenteil, mit der Spielweise der zweiten Halbzeit sollte man auf Dauer mehr Standards in aussichtsreicher Position erhalten.
Und darüber hinaus konnte man sich mit der Spielweise der zweiten Halbzeit auch viel eher Chancen aus dem Spiel heraus erhoffen. In der zweiten Halbzeit kam man eher mal in gute Positionen (man denke zum Beispiel an sowas wie den Durchbruch von Wolf, nach dem Reus ihn außen steil schickte).
Aber wie gesagt, allzu viel würde ich da nicht loben; Abschlussglück war ein wesentlicher Teil dieser Geschichte, meiner Meinung nach. Die Leistung würde halt nur durch die Tore wiedergegeben werden, wenn man jedes Mal drei Tore bei der Leistung nach der Halbzeit erwarten dürfte.
Das soll jetzt aber nicht zu negativ klingen. Wenn Schlotterbeck so einen Schuss abgibt, ist es für mich dennoch verdient und eine geile Sache. Es ist halt nur nicht nachhaltig, weil man das in Zukunft halt nicht so erwarten kann.
Das Gleiche gilt für die Dynamik des Spiels. Die spielte uns in die Karten. Da fiel der Ausgleich in der zweiten Halbzeit früh und Union war auch nicht mehr so kompakt. In Zukunft wird es auch wieder anders laufen.
Die Taktikumstellung möchte ich an dieser Stelle aber nochmals loben. Ich denke, es passte gut, wie Terzic reagierte. Das Überladen des Zentrums mit Brandt und der Dreieraufbau haben es uns leichter gemacht, nach vorne zu spielen. Das war gutes Ingame-Coaching. Herunterspielen würde ich diese Maßnahme nicht. Das hatte einen Effekt und mit der Taktik der ersten Hälfte wäre vergleichbares nur schwer möglich gewesen. Ein Abkippen von Can hat da nicht gereicht. Brandts zentralere und umtriebige Rolle, während Bynoe-Gittens außen und berechenbar agierte, sind auch ein wichtiges Element gewesen, um Räume zu schaffen (Ich hätte es sehr spannend gefunden, wenn Bynoe-Gittens dann die Schiene besetzt hätte und ein AV ausgewechselt geworden wäre).
Ich fand zudem interessant, dass Nmecha den alleinigen Sechser vor der Dreierkette spielte. In der Rolle hatte ich ihn nicht erwartet. Damit haben wir nun eine weitere Alternative, nachdem Sabitzer schon gegen Köln überraschend den Sechser spielte, der uns im DM spielerisch voranbringen kann.
Insgesamt war das ein offensiv ausgerichtetes Mittelfeld nach der Halbzeit mit Nmecha, Reus, oftmals Brandt und gelegentlich Malen/Füllkrug. Da das gut funktionierte, muss man nun auch nicht zu viel Angst vor solch offensiven Ausrichtungen haben. Das halte ich für wichtig, denn im Ballvortrag gibt's da für zukünftige Spiele sicherlich noch wichtiges Potenzial.
So profitierten gegen Union, nach meinem Empfinden, vor allem die IVs und das Mittelfeld war weniger gefragt. Die IVs bekamen mehr Freiraum nach vorne und nutzten ihn. Auch Nmecha fand deutlich besser ins Spiel. Dennoch lief nicht viel über das Mittelfeld. Gegen andere Gegner, die vorne anders pressen, wird das Mittelfeld wieder mehr leisten müssen. Da bin ich gespannt, ob Terzic irgendwann die ZM/OM tieferzieht, um mehr Anspielstation und kreative Momente im Spielaufbau zu ermöglichen.
Nachdem Spiel gegen Union wäre ja sogar ein kreatives Mittelfeld mit Nmecha, Brandt und Reyna alles andere als unrealistisch vor einer Dreierkette.
Da bin ich gespannt, was passieren wird. Denn die Dreierkette wird nicht allein die Lösung sein können. Es passte sehr gut gegen Union. Allgemein löst sie aber nicht unsere Probleme. Meiner Meinung nach, haben wir hauptsächlich Probleme in der Verbindung von Abwehr und Offensive und der Kreativität, wenn es ins letzte Drittel geht. Ein spielstarkes Mittelfeld, das sich am Aufbau beteiligt, könnte daher eher eine Lösung sein.
Personell hat Terzic im Mittelfeld nun beinahe jede erdenkliche Kombination ausprobiert. Fehlt für mich nur noch, dass Reyna zentral mal eine Chance bekommt; immerhin stand er nun schon mal auf dem Platz.
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