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BVB - Taktik-Thread

20.01.2006 - 12:09 Uhr
BVB - Taktik-Thread |#5681
16.12.2024 - 23:36 Uhr
Zitat von Mogli99
Puh. Das Spiel war hart. Ich habe länger gebraucht, das zu verarbeiten. Aber ich möchte verstehen, warum unser Aufbauspiel wieder derart schwach schien und warum wir so wenig Chancen kreieren konnten.
Zunächst einmal die Kurzanalyse zweier Szenen in den zugänglichen Highlights. Ich halte sie dabei für stellvertetend:

1) https://m.youtube.com/watch?v=eAoWMuir67w&t=52s&pp=2AE0kAIB

Die Chance von Hoffenheim resultiert aus einem Aufbaufehler. Natürlich spielt Beier hier den Fehlpässe, aber mich stören hier noch viel mehr Aspekte. Auch wenn das Aufbauspiel gewisse Risiken in der Besetzung der Räume gehen darf, um die Belohnung beim Überspielen möglichst hoch zu halten, stimmt hier doch viel zu wenig, finde ich.
1. Kobel spielt den Ball, obwohl Nmecha und Groß ruhig noch einen kleinen Moment bekommen dürften.
2. Kobel spielt den Ball auf den linken Fuß von Can, sodass der sich halb zur Grundlinie dreht und damit in Bedrängnis gerät und eben nicht auf die entgegenkommenden ZM spielen kann, sondern über Couto geht.
3. Nmecha ist dadurch tot, Groß kann sich durch dynamische Nachteile nicht ausreichend lösen.
4. Beier macht es dann gut und kommt in den so freigewordenen Raum und erhält den Ball.
5. Im Zentrum hätte aber m.E. jetzt Reyna stehen müssen, um sich anspielbar zu machen. Der ist aber bei S.59 noch nicht im Bild. Dadurch haben wir faktisch keinen ZM, der anspielbar ist. Guirassy ist übrigens auch nicht zu sehen. Beier bleibt somit nur der gefährliche Doppelpass mit Couto, der ihm misslingt, wie ihm so ein paar Sachen zu unpräzise geraten. Aber am Ende sollte Beier gar nicht in diese Situationen kommen, wir dürfen ihn da außen gar nicht zu sehr in der eigenen Hälfte als Anspielstation nutzen.
--> für mich ist das Problem hier Kobel, Groß fehlende Dynamik und Reynas Freilaufverhalten.

2)https://m.youtube.com/watch?v=eAoWMuir67w&t=84s&pp=2AFUkAIB

Schlotterbecks Ball versucht einfach mal mehrere Linien zu überspielen. Aber warum geht er ein solches Risiko? Auch hier gefällt mir die Positionierung im ZM nicht. Nmecha würde ich mir weiter im Zentrum und Reyna mehr eingerückt wünschen. Denn Schlotterbeck kann ja alternativ nur auf Bensebaini spielen, und spätestens der wäre zugestellt. Zudem schaltet Beier dann auch zu langsam und lässt sich zu leicht da abkochen, finde ich.



Im Grunde sind das identische Aufbauszenarien nur auf gegenüberliegenden Seiten sowie etwas anders aus- und aufgelöst. In Szene 2 geht der Ball schließlich eher zu spät auf den IV und Schlotterbeck hat noch mehr Druck gegen sich, weil Hoffenheim gut durchgeschoben hat. Der Ball kommt damit auch in seinem Fall nicht so, dass er direkt nach außen weiterleiten kann, weil die Vororientierung dorthin gar nicht möglich ist, wodurch er blind spielen müsste und sich dann lieber für den langen Ball entscheidet, der schwer zu verarbeiten ist - generell glaube ich aber auch, dass seine Verletzung ihn behindert hat. Dabei ließ Hoffenheim auf AV noch am ehesten Luft, weil sie die Mitte nicht komplett preisgeben wollten und sonst mit dem ballfernen OA weite Wege hatten, um unseren ballfernen ZM wieder aufzunehmen, weil dessen Mann dann hätte früher verschieben müssen. In beiden Fällen ist es daher durchaus ok, dass die ZM die Räume recht breit besetzen und damit eventuell wieder eine Anspielstation für den AV bieten oder eben für den OA, falls der Ball die Linie entlang geht.

Problematisch daran ist allerdings, dass Groß und Reyna sich weder für ein Anspiel des AV vom Mann lösen können, noch für den Fall, dass der Ball die Linie lang geht und der OA einfach nur klatschen lässt, um im Anschluss tief zu gehen. Verstärkt dadurch, dass die ZM in den breiten Positionen keine Bindung zueinander haben. Letzteres ist dann sicher auch eine Geschichte, die man taktisch erörtern kann, wie man das trainerseitig angehen und eleganter lösen kann. Wenn der Aufbau aus der IV über Nmecha schließlich nicht möglich ist (müsste direkt vor dem Tor mit dem Rücken zum Mann aufdrehen --> will keiner, da selbst eine herausragend gute 10% Fehlerquote (realistisch reden wir eher von >40%, mit denen man rechnen müsste) sichere Gegentore mit sich bringen würde, weil keine Absicherung mehr möglich ist), würde es entweder Sinn machen ihn höher zu schieben, das 1-2 Mittelfeld in ein 2-1 zu drehen (Nmecha und ein weiterer 6, die sich gegenseitig absichern können müssen, damit der andere hochschieben kann bspw. breit, zentral davor ein 10er) oder den MS als Füller für die Lücke zu nutzen, wodurch dann eventuell auch ganz lange Bälle möglich werden, um die OA zentral tief zu schicken - zumindest aus etwas höheren Aufbaupositionen heraus.

So ist da aber ein großes Loch und der Gegner hat es zu einfach eine Seite zu überladen, weil keine Bindung mehr zu ballfernen Seite hergeleitet werden kann - im höheren Aufbau ist das kein Thema, da dann in der Kette Platz dafür bleibt und neu aufgebaut wird. Das wird in Szene 2 noch deutlicher, da hier der ballferne OA das Loch stopfen soll, ohne aber eine klare Anspielstation zu haben. Egal wie geplant oder ungeplant das von Schlotterbeck war, selbst wenn hier über die Seite nach Plan aufgelöst worden wäre, wäre es schwierig geworden sich durchzukombinieren, weil eher früher als später die Spieler zum Kombinieren ausgehen und die Flügel voneinander getrennt werden. Die ZM sind komplett im Deckungsschatten, obwohl sie zuvor schon nicht für IV und AV - wäre der Ball dorthingegangen - anspielbar waren und spätestens hier braucht es eben dann Dynamik, um sich vom Mann zu lösen. Kann ein offensiver auf einen ZM prallen lassen, überlegt sich der Gegner schließlich beim nächsten Mal, ob er so aggressiv zustellt, weil er damit schnell eine Unterzahl direkt vor der eigenen Kette riskiert. Aber nur, wenn die Offensiven konsequent mitmachen und die ZM schnell genug frei sind, damit vorne kein Ballstopping nötig ist, für das noch dazu der Druck aus dem Rücken viel zu groß ist.

Da gibt es also durchaus ein taktisches Problem, aber dieses taktische Problem ist eigentlich sekundär, da selbst bei Lösung dieses Problems noch immer das dynamische und daher individuelle Problem in der Freilaufbewegung bestünde. Daher sehe ich aktuell auch keine großen taktischen Hebel, die man vom Trainer erwarten darf. Wenn überhaupt, dann reden wir hier vielleicht von Geschichten, wie Duranville und Brandt als Doppel 8-10 und Nmecha, wie gehabt auf der 6, was im Kern aber individuelle Lösungen sind.

Das ist übrigens auch kein gegnerspezifisches Thema und war auch mit anderen Personalien schon so.

Barca: https://youtu.be/-ezwPzEp8YE?t=73 (der ZM darf bei dem Aufbauschema in meinen Augen nicht höher stehen als der OA, unabhängig davon, dass Duranville auf Ryerson unsauber zurückspielt)

Gladbach: https://youtu.be/PgaA-oggFaA?t=180 (so sollte das im Idealfall denke ich aussehen, wobei Weigl hier einen Fehler macht und Sabitzer aufnimmt, als wäre er ein Supersprinter, wodurch der Platz für Sabitzer nur bedingt durch dessen Lauf entsteht)

Zumal unsere Gegner glaube ich mittlerweile wohl gechekt haben, dass Bälle auf entgegenkommende ZM oder Nmecha zumeist breit auf die IV gespielt werden, um dadurch einen Raum zu bekommen, aus dem sauber rausgespielt werden kann. Wird das höher zugestellt, wie eben von Hoffenheim, sind die IV aber zu und die direkte Spielauslösung über die ZM wird sehr schwierig, selbst wenn man keine Ungenauigkeiten hat, wie bei dem Spielzug auch schon oft genug vorgekommen. Deswegen waren unsere AV zuletzt vermutlich auch einiges tiefer im Aufbau beteiligt. Der Gegner kann uns dadurch bewusst über unsere AV im Aufbau leiten und spätestens ab da beginnen dann schnell die Fehlerquellen, weil immer irgendwer ein Problem hat, um es sauber aufzulösen oder sich nicht freilaufen kann.

Hier übrigens einer der visualisierbaren Gründe, warum wir Guirassy nur schwer als Verbinder nutzen können und nicht allzu gerne tief ziehen, obwohl wir ihn auch nicht gut als Tiefenläufer nutzen können: https://youtu.be/PgaA-oggFaA?t=241 (Nmecha mit gutem Lauf, wie ich ihn oben auch im Kontext für Pass-Klatsch von den OA auf die ZM meine, Guirassy muss "nur" klatschen lassen, dreht aber grundlos in die andere Richtung auf, rutscht auch noch weg und hat damit sofort einen schlecht abgesicherten Ballverlust)
BVB - Taktik-Thread |#5682
17.12.2024 - 11:26 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von Mogli99

Puh. Das Spiel war hart. Ich habe länger gebraucht, das zu verarbeiten. Aber ich möchte verstehen, warum unser Aufbauspiel wieder derart schwach schien und warum wir so wenig Chancen kreieren konnten.
Zunächst einmal die Kurzanalyse zweier Szenen in den zugänglichen Highlights. Ich halte sie dabei für stellvertetend:

1) https://m.youtube.com/watch?v=eAoWMuir67w&t=52s&pp=2AE0kAIB

Die Chance von Hoffenheim resultiert aus einem Aufbaufehler. Natürlich spielt Beier hier den Fehlpässe, aber mich stören hier noch viel mehr Aspekte. Auch wenn das Aufbauspiel gewisse Risiken in der Besetzung der Räume gehen darf, um die Belohnung beim Überspielen möglichst hoch zu halten, stimmt hier doch viel zu wenig, finde ich.
1. Kobel spielt den Ball, obwohl Nmecha und Groß ruhig noch einen kleinen Moment bekommen dürften.
2. Kobel spielt den Ball auf den linken Fuß von Can, sodass der sich halb zur Grundlinie dreht und damit in Bedrängnis gerät und eben nicht auf die entgegenkommenden ZM spielen kann, sondern über Couto geht.
3. Nmecha ist dadurch tot, Groß kann sich durch dynamische Nachteile nicht ausreichend lösen.
4. Beier macht es dann gut und kommt in den so freigewordenen Raum und erhält den Ball.
5. Im Zentrum hätte aber m.E. jetzt Reyna stehen müssen, um sich anspielbar zu machen. Der ist aber bei S.59 noch nicht im Bild. Dadurch haben wir faktisch keinen ZM, der anspielbar ist. Guirassy ist übrigens auch nicht zu sehen. Beier bleibt somit nur der gefährliche Doppelpass mit Couto, der ihm misslingt, wie ihm so ein paar Sachen zu unpräzise geraten. Aber am Ende sollte Beier gar nicht in diese Situationen kommen, wir dürfen ihn da außen gar nicht zu sehr in der eigenen Hälfte als Anspielstation nutzen.
--> für mich ist das Problem hier Kobel, Groß fehlende Dynamik und Reynas Freilaufverhalten.

2)https://m.youtube.com/watch?v=eAoWMuir67w&t=84s&pp=2AFUkAIB

Schlotterbecks Ball versucht einfach mal mehrere Linien zu überspielen. Aber warum geht er ein solches Risiko? Auch hier gefällt mir die Positionierung im ZM nicht. Nmecha würde ich mir weiter im Zentrum und Reyna mehr eingerückt wünschen. Denn Schlotterbeck kann ja alternativ nur auf Bensebaini spielen, und spätestens der wäre zugestellt. Zudem schaltet Beier dann auch zu langsam und lässt sich zu leicht da abkochen, finde ich.



Im Grunde sind das identische Aufbauszenarien nur auf gegenüberliegenden Seiten sowie etwas anders aus- und aufgelöst. In Szene 2 geht der Ball schließlich eher zu spät auf den IV und Schlotterbeck hat noch mehr Druck gegen sich, weil Hoffenheim gut durchgeschoben hat. Der Ball kommt damit auch in seinem Fall nicht so, dass er direkt nach außen weiterleiten kann, weil die Vororientierung dorthin gar nicht möglich ist, wodurch er blind spielen müsste und sich dann lieber für den langen Ball entscheidet, der schwer zu verarbeiten ist - generell glaube ich aber auch, dass seine Verletzung ihn behindert hat. Dabei ließ Hoffenheim auf AV noch am ehesten Luft, weil sie die Mitte nicht komplett preisgeben wollten und sonst mit dem ballfernen OA weite Wege hatten, um unseren ballfernen ZM wieder aufzunehmen, weil dessen Mann dann hätte früher verschieben müssen. In beiden Fällen ist es daher durchaus ok, dass die ZM die Räume recht breit besetzen und damit eventuell wieder eine Anspielstation für den AV bieten oder eben für den OA, falls der Ball die Linie entlang geht.

Problematisch daran ist allerdings, dass Groß und Reyna sich weder für ein Anspiel des AV vom Mann lösen können, noch für den Fall, dass der Ball die Linie lang geht und der OA einfach nur klatschen lässt, um im Anschluss tief zu gehen. Verstärkt dadurch, dass die ZM in den breiten Positionen keine Bindung zueinander haben. Letzteres ist dann sicher auch eine Geschichte, die man taktisch erörtern kann, wie man das trainerseitig angehen und eleganter lösen kann. Wenn der Aufbau aus der IV über Nmecha schließlich nicht möglich ist (müsste direkt vor dem Tor mit dem Rücken zum Mann aufdrehen --> will keiner, da selbst eine herausragend gute 10% Fehlerquote (realistisch reden wir eher von >40%, mit denen man rechnen müsste) sichere Gegentore mit sich bringen würde, weil keine Absicherung mehr möglich ist), würde es entweder Sinn machen ihn höher zu schieben, das 1-2 Mittelfeld in ein 2-1 zu drehen (Nmecha und ein weiterer 6, die sich gegenseitig absichern können müssen, damit der andere hochschieben kann bspw. breit, zentral davor ein 10er) oder den MS als Füller für die Lücke zu nutzen, wodurch dann eventuell auch ganz lange Bälle möglich werden, um die OA zentral tief zu schicken - zumindest aus etwas höheren Aufbaupositionen heraus.

So ist da aber ein großes Loch und der Gegner hat es zu einfach eine Seite zu überladen, weil keine Bindung mehr zu ballfernen Seite hergeleitet werden kann - im höheren Aufbau ist das kein Thema, da dann in der Kette Platz dafür bleibt und neu aufgebaut wird. Das wird in Szene 2 noch deutlicher, da hier der ballferne OA das Loch stopfen soll, ohne aber eine klare Anspielstation zu haben. Egal wie geplant oder ungeplant das von Schlotterbeck war, selbst wenn hier über die Seite nach Plan aufgelöst worden wäre, wäre es schwierig geworden sich durchzukombinieren, weil eher früher als später die Spieler zum Kombinieren ausgehen und die Flügel voneinander getrennt werden. Die ZM sind komplett im Deckungsschatten, obwohl sie zuvor schon nicht für IV und AV - wäre der Ball dorthingegangen - anspielbar waren und spätestens hier braucht es eben dann Dynamik, um sich vom Mann zu lösen. Kann ein offensiver auf einen ZM prallen lassen, überlegt sich der Gegner schließlich beim nächsten Mal, ob er so aggressiv zustellt, weil er damit schnell eine Unterzahl direkt vor der eigenen Kette riskiert. Aber nur, wenn die Offensiven konsequent mitmachen und die ZM schnell genug frei sind, damit vorne kein Ballstopping nötig ist, für das noch dazu der Druck aus dem Rücken viel zu groß ist.

Da gibt es also durchaus ein taktisches Problem, aber dieses taktische Problem ist eigentlich sekundär, da selbst bei Lösung dieses Problems noch immer das dynamische und daher individuelle Problem in der Freilaufbewegung bestünde. Daher sehe ich aktuell auch keine großen taktischen Hebel, die man vom Trainer erwarten darf. Wenn überhaupt, dann reden wir hier vielleicht von Geschichten, wie Duranville und Brandt als Doppel 8-10 und Nmecha, wie gehabt auf der 6, was im Kern aber individuelle Lösungen sind.

Das ist übrigens auch kein gegnerspezifisches Thema und war auch mit anderen Personalien schon so.

Barca: https://youtu.be/-ezwPzEp8YE?t=73 (der ZM darf bei dem Aufbauschema in meinen Augen nicht höher stehen als der OA, unabhängig davon, dass Duranville auf Ryerson unsauber zurückspielt)

Gladbach: https://youtu.be/PgaA-oggFaA?t=180 (so sollte das im Idealfall denke ich aussehen, wobei Weigl hier einen Fehler macht und Sabitzer aufnimmt, als wäre er ein Supersprinter, wodurch der Platz für Sabitzer nur bedingt durch dessen Lauf entsteht)

Zumal unsere Gegner glaube ich mittlerweile wohl gechekt haben, dass Bälle auf entgegenkommende ZM oder Nmecha zumeist breit auf die IV gespielt werden, um dadurch einen Raum zu bekommen, aus dem sauber rausgespielt werden kann. Wird das höher zugestellt, wie eben von Hoffenheim, sind die IV aber zu und die direkte Spielauslösung über die ZM wird sehr schwierig, selbst wenn man keine Ungenauigkeiten hat, wie bei dem Spielzug auch schon oft genug vorgekommen. Deswegen waren unsere AV zuletzt vermutlich auch einiges tiefer im Aufbau beteiligt. Der Gegner kann uns dadurch bewusst über unsere AV im Aufbau leiten und spätestens ab da beginnen dann schnell die Fehlerquellen, weil immer irgendwer ein Problem hat, um es sauber aufzulösen oder sich nicht freilaufen kann.

Hier übrigens einer der visualisierbaren Gründe, warum wir Guirassy nur schwer als Verbinder nutzen können und nicht allzu gerne tief ziehen, obwohl wir ihn auch nicht gut als Tiefenläufer nutzen können: https://youtu.be/PgaA-oggFaA?t=241 (Nmecha mit gutem Lauf, wie ich ihn oben auch im Kontext für Pass-Klatsch von den OA auf die ZM meine, Guirassy muss "nur" klatschen lassen, dreht aber grundlos in die andere Richtung auf, rutscht auch noch weg und hat damit sofort einen schlecht abgesicherten Ballverlust)

Die von @Mogli99 gezeigten Szenen resultieren aus Abstößen, oder?
Zumindest scheint es sich mir um ganz typische Aufbausituationen zu handeln, die Sahin eigentlich mit hohen Fokus trainieren ließ. Ich würde hier einen größeren Automatismus erwarten, so dass wir uns nicht selber direkt in Drucksituationen bringen. Leider sind diese Szenen aber kein Einzelfall, sondern exemplarisch für Probleme im Aufbauspiel, meiner Meinung nach.

Dieses Anlaufverhalten der Hoffenheimer haben wir in ähnlicher Form schon von anderen Mannschaften gesehen und es hatte uns auch dann Probleme bereitet. Es handelt sich also um bekannte Situationen, für die man Lösungen trainieren könnte. Dennoch bedeutete bereits der erste Pass von Kobel, dass der Druck auf uns steigt und sich die Spielsituation für uns verschlechtert. In den Fällen wäre dann sogar ein direkter langer Pass auf Guirassy eine bessere Lösung gewesen, denke ich. Denn so wie Hoffenheim anläuft, ist die Spielfortsetzung schwierig, wenn der erste Ball von uns nach außen geht. Aber es ist eben eine typische Situation und wir könnten hierfür einen klaren Plan haben. Schlotterbecks Pass beispielsweise, finde ich grundsätzlich sogar gut. Dieser Pass könnte das Spiel öffnen, denn der Raum in dem Hoffenheim presst wird überspielt und dort, wo der Pass aufgenommen werden kann, ist Platz. Da der Pass flach gespielt wurde, wäre er auch gut kontrollierbar für unsere Offensivspieler. Das Risiko ist bei diesem Pass auch überschaubar, denke ich. Schließlich stehen wir tief mit vielen Mann hinten.
Es fehlt aber vorne ein abgestimmtes Freilaufverhalten. Es ist scheinbar nicht geplant, dass wir auf diese Weise unser Spiel eröffnen. In der Vorbereitung gab's zum Beispiel die Taktik, dass Gittens einrückt, wenn Brandt im Aufbau nach außen ging. Das wäre vielleicht auch hier eine Lösung, um nicht nur Guirassy vorne ins Spiel zu bringen und dem mannorientierten Hoffenheimer Mittelfeldpressing aus dem Weg zu gehen.
Wie auch immer. Typisch scheint mir eben, dass wir keine einstudierten Lösungen haben, wenn die Gegner vorne anlaufen und unser DM/ZM mannorientiert decken. In der Regel bekommen dann unsere Außen etwas Platz. Oft spielen wir dann im Aufbau auch raus. Aber dann verschieben die Gegner schnell dort hin und wir haben keine Ideen, um das Spiel wieder zu öffnen. Hierfür haben wir weder die individuelle Qualität, so dass die Spieler eigenständig Lösungen finden, noch haben wir einstudierte Abläufe, die Lösungen eben durch Trainingsarbeit erzeugen.
Ich denke, wir brauchen hier Lösungen wieder ins Zentrum zu kommen, wenn der Ball erstmal außen ist. Dafür sollten die Halbräume mit passenden Timing angelaufen werden. Wenn das ZM das nicht hinbekommt wegen physischer/dynamischer Nachteile, dann kann man es über die Offensivreihe versuchen. Hieße beispielsweise, dass die OAs mehr in die Halbräume müssten. Okay, die idealen Spieler haben wir auch dafür nicht. Aber wir sehen eben immer wieder, dass unser Spiel nach vorne lahmt und wir keine Ideen haben, wenn der Ball schon früh im Aufbau auf die Außen geht. Das Spiel kann man hier eigentlich nur wieder öffnen, wenn der Ball ins Zentrum geht. Daher sollte es hierfür klare Abläufe geben, denke ich. Heißt nicht, dass das klappt. Aber es wäre schon Fortschritt, wenn der Ball dann ins Zentrum kommt und man sich denkt, das Spiel könnte sich für uns öffnen, aber leider scheiterte es an den technischen Schwächen des OAs. Dabei sollte man eben auch die Fehlerquote eines Spielers berücksichtigen. Wenn kein Spieler zentral die Bälle sauber und mit hoher Sicherheit verarbeiten kann, braucht es eben mehr Absicherung. Dann spielt man den Ball ins Zentrum vielleicht weniger auf die ZM, sondern auf die OA oder den MS. Könnte man alles planen und trainieren, denke ich. Bisher erkenne ich aber noch kein Konzept, von dem ich beispielsweise sagen würde, so kommen wir gut nach vorne, es fehlt nur noch etwas individuelle Qualität.
BVB - Taktik-Thread |#5683
18.12.2024 - 07:10 Uhr
Zitat von mba123

Zitat von BVBBC

Zitat von Mogli99

Puh. Das Spiel war hart. Ich habe länger gebraucht, das zu verarbeiten. Aber ich möchte verstehen, warum unser Aufbauspiel wieder derart schwach schien und warum wir so wenig Chancen kreieren konnten.
Zunächst einmal die Kurzanalyse zweier Szenen in den zugänglichen Highlights. Ich halte sie dabei für stellvertetend:

1) https://m.youtube.com/watch?v=eAoWMuir67w&t=52s&pp=2AE0kAIB

Die Chance von Hoffenheim resultiert aus einem Aufbaufehler. Natürlich spielt Beier hier den Fehlpässe, aber mich stören hier noch viel mehr Aspekte. Auch wenn das Aufbauspiel gewisse Risiken in der Besetzung der Räume gehen darf, um die Belohnung beim Überspielen möglichst hoch zu halten, stimmt hier doch viel zu wenig, finde ich.
1. Kobel spielt den Ball, obwohl Nmecha und Groß ruhig noch einen kleinen Moment bekommen dürften.
2. Kobel spielt den Ball auf den linken Fuß von Can, sodass der sich halb zur Grundlinie dreht und damit in Bedrängnis gerät und eben nicht auf die entgegenkommenden ZM spielen kann, sondern über Couto geht.
3. Nmecha ist dadurch tot, Groß kann sich durch dynamische Nachteile nicht ausreichend lösen.
4. Beier macht es dann gut und kommt in den so freigewordenen Raum und erhält den Ball.
5. Im Zentrum hätte aber m.E. jetzt Reyna stehen müssen, um sich anspielbar zu machen. Der ist aber bei S.59 noch nicht im Bild. Dadurch haben wir faktisch keinen ZM, der anspielbar ist. Guirassy ist übrigens auch nicht zu sehen. Beier bleibt somit nur der gefährliche Doppelpass mit Couto, der ihm misslingt, wie ihm so ein paar Sachen zu unpräzise geraten. Aber am Ende sollte Beier gar nicht in diese Situationen kommen, wir dürfen ihn da außen gar nicht zu sehr in der eigenen Hälfte als Anspielstation nutzen.
--> für mich ist das Problem hier Kobel, Groß fehlende Dynamik und Reynas Freilaufverhalten.

2)https://m.youtube.com/watch?v=eAoWMuir67w&t=84s&pp=2AFUkAIB

Schlotterbecks Ball versucht einfach mal mehrere Linien zu überspielen. Aber warum geht er ein solches Risiko? Auch hier gefällt mir die Positionierung im ZM nicht. Nmecha würde ich mir weiter im Zentrum und Reyna mehr eingerückt wünschen. Denn Schlotterbeck kann ja alternativ nur auf Bensebaini spielen, und spätestens der wäre zugestellt. Zudem schaltet Beier dann auch zu langsam und lässt sich zu leicht da abkochen, finde ich.



Im Grunde sind das identische Aufbauszenarien nur auf gegenüberliegenden Seiten sowie etwas anders aus- und aufgelöst. In Szene 2 geht der Ball schließlich eher zu spät auf den IV und Schlotterbeck hat noch mehr Druck gegen sich, weil Hoffenheim gut durchgeschoben hat. Der Ball kommt damit auch in seinem Fall nicht so, dass er direkt nach außen weiterleiten kann, weil die Vororientierung dorthin gar nicht möglich ist, wodurch er blind spielen müsste und sich dann lieber für den langen Ball entscheidet, der schwer zu verarbeiten ist - generell glaube ich aber auch, dass seine Verletzung ihn behindert hat. Dabei ließ Hoffenheim auf AV noch am ehesten Luft, weil sie die Mitte nicht komplett preisgeben wollten und sonst mit dem ballfernen OA weite Wege hatten, um unseren ballfernen ZM wieder aufzunehmen, weil dessen Mann dann hätte früher verschieben müssen. In beiden Fällen ist es daher durchaus ok, dass die ZM die Räume recht breit besetzen und damit eventuell wieder eine Anspielstation für den AV bieten oder eben für den OA, falls der Ball die Linie entlang geht.

Problematisch daran ist allerdings, dass Groß und Reyna sich weder für ein Anspiel des AV vom Mann lösen können, noch für den Fall, dass der Ball die Linie lang geht und der OA einfach nur klatschen lässt, um im Anschluss tief zu gehen. Verstärkt dadurch, dass die ZM in den breiten Positionen keine Bindung zueinander haben. Letzteres ist dann sicher auch eine Geschichte, die man taktisch erörtern kann, wie man das trainerseitig angehen und eleganter lösen kann. Wenn der Aufbau aus der IV über Nmecha schließlich nicht möglich ist (müsste direkt vor dem Tor mit dem Rücken zum Mann aufdrehen --> will keiner, da selbst eine herausragend gute 10% Fehlerquote (realistisch reden wir eher von >40%, mit denen man rechnen müsste) sichere Gegentore mit sich bringen würde, weil keine Absicherung mehr möglich ist), würde es entweder Sinn machen ihn höher zu schieben, das 1-2 Mittelfeld in ein 2-1 zu drehen (Nmecha und ein weiterer 6, die sich gegenseitig absichern können müssen, damit der andere hochschieben kann bspw. breit, zentral davor ein 10er) oder den MS als Füller für die Lücke zu nutzen, wodurch dann eventuell auch ganz lange Bälle möglich werden, um die OA zentral tief zu schicken - zumindest aus etwas höheren Aufbaupositionen heraus.

So ist da aber ein großes Loch und der Gegner hat es zu einfach eine Seite zu überladen, weil keine Bindung mehr zu ballfernen Seite hergeleitet werden kann - im höheren Aufbau ist das kein Thema, da dann in der Kette Platz dafür bleibt und neu aufgebaut wird. Das wird in Szene 2 noch deutlicher, da hier der ballferne OA das Loch stopfen soll, ohne aber eine klare Anspielstation zu haben. Egal wie geplant oder ungeplant das von Schlotterbeck war, selbst wenn hier über die Seite nach Plan aufgelöst worden wäre, wäre es schwierig geworden sich durchzukombinieren, weil eher früher als später die Spieler zum Kombinieren ausgehen und die Flügel voneinander getrennt werden. Die ZM sind komplett im Deckungsschatten, obwohl sie zuvor schon nicht für IV und AV - wäre der Ball dorthingegangen - anspielbar waren und spätestens hier braucht es eben dann Dynamik, um sich vom Mann zu lösen. Kann ein offensiver auf einen ZM prallen lassen, überlegt sich der Gegner schließlich beim nächsten Mal, ob er so aggressiv zustellt, weil er damit schnell eine Unterzahl direkt vor der eigenen Kette riskiert. Aber nur, wenn die Offensiven konsequent mitmachen und die ZM schnell genug frei sind, damit vorne kein Ballstopping nötig ist, für das noch dazu der Druck aus dem Rücken viel zu groß ist.

Da gibt es also durchaus ein taktisches Problem, aber dieses taktische Problem ist eigentlich sekundär, da selbst bei Lösung dieses Problems noch immer das dynamische und daher individuelle Problem in der Freilaufbewegung bestünde. Daher sehe ich aktuell auch keine großen taktischen Hebel, die man vom Trainer erwarten darf. Wenn überhaupt, dann reden wir hier vielleicht von Geschichten, wie Duranville und Brandt als Doppel 8-10 und Nmecha, wie gehabt auf der 6, was im Kern aber individuelle Lösungen sind.

Das ist übrigens auch kein gegnerspezifisches Thema und war auch mit anderen Personalien schon so.

Barca: https://youtu.be/-ezwPzEp8YE?t=73 (der ZM darf bei dem Aufbauschema in meinen Augen nicht höher stehen als der OA, unabhängig davon, dass Duranville auf Ryerson unsauber zurückspielt)

Gladbach: https://youtu.be/PgaA-oggFaA?t=180 (so sollte das im Idealfall denke ich aussehen, wobei Weigl hier einen Fehler macht und Sabitzer aufnimmt, als wäre er ein Supersprinter, wodurch der Platz für Sabitzer nur bedingt durch dessen Lauf entsteht)

Zumal unsere Gegner glaube ich mittlerweile wohl gechekt haben, dass Bälle auf entgegenkommende ZM oder Nmecha zumeist breit auf die IV gespielt werden, um dadurch einen Raum zu bekommen, aus dem sauber rausgespielt werden kann. Wird das höher zugestellt, wie eben von Hoffenheim, sind die IV aber zu und die direkte Spielauslösung über die ZM wird sehr schwierig, selbst wenn man keine Ungenauigkeiten hat, wie bei dem Spielzug auch schon oft genug vorgekommen. Deswegen waren unsere AV zuletzt vermutlich auch einiges tiefer im Aufbau beteiligt. Der Gegner kann uns dadurch bewusst über unsere AV im Aufbau leiten und spätestens ab da beginnen dann schnell die Fehlerquellen, weil immer irgendwer ein Problem hat, um es sauber aufzulösen oder sich nicht freilaufen kann.

Hier übrigens einer der visualisierbaren Gründe, warum wir Guirassy nur schwer als Verbinder nutzen können und nicht allzu gerne tief ziehen, obwohl wir ihn auch nicht gut als Tiefenläufer nutzen können: https://youtu.be/PgaA-oggFaA?t=241 (Nmecha mit gutem Lauf, wie ich ihn oben auch im Kontext für Pass-Klatsch von den OA auf die ZM meine, Guirassy muss "nur" klatschen lassen, dreht aber grundlos in die andere Richtung auf, rutscht auch noch weg und hat damit sofort einen schlecht abgesicherten Ballverlust)

Die von @Mogli99 gezeigten Szenen resultieren aus Abstößen, oder?
Zumindest scheint es sich mir um ganz typische Aufbausituationen zu handeln, die Sahin eigentlich mit hohen Fokus trainieren ließ. Ich würde hier einen größeren Automatismus erwarten, so dass wir uns nicht selber direkt in Drucksituationen bringen. Leider sind diese Szenen aber kein Einzelfall, sondern exemplarisch für Probleme im Aufbauspiel, meiner Meinung nach.

Dieses Anlaufverhalten der Hoffenheimer haben wir in ähnlicher Form schon von anderen Mannschaften gesehen und es hatte uns auch dann Probleme bereitet. Es handelt sich also um bekannte Situationen, für die man Lösungen trainieren könnte. Dennoch bedeutete bereits der erste Pass von Kobel, dass der Druck auf uns steigt und sich die Spielsituation für uns verschlechtert. In den Fällen wäre dann sogar ein direkter langer Pass auf Guirassy eine bessere Lösung gewesen, denke ich. Denn so wie Hoffenheim anläuft, ist die Spielfortsetzung schwierig, wenn der erste Ball von uns nach außen geht. Aber es ist eben eine typische Situation und wir könnten hierfür einen klaren Plan haben. Schlotterbecks Pass beispielsweise, finde ich grundsätzlich sogar gut. Dieser Pass könnte das Spiel öffnen, denn der Raum in dem Hoffenheim presst wird überspielt und dort, wo der Pass aufgenommen werden kann, ist Platz. Da der Pass flach gespielt wurde, wäre er auch gut kontrollierbar für unsere Offensivspieler. Das Risiko ist bei diesem Pass auch überschaubar, denke ich. Schließlich stehen wir tief mit vielen Mann hinten.
Es fehlt aber vorne ein abgestimmtes Freilaufverhalten. Es ist scheinbar nicht geplant, dass wir auf diese Weise unser Spiel eröffnen. In der Vorbereitung gab's zum Beispiel die Taktik, dass Gittens einrückt, wenn Brandt im Aufbau nach außen ging. Das wäre vielleicht auch hier eine Lösung, um nicht nur Guirassy vorne ins Spiel zu bringen und dem mannorientierten Hoffenheimer Mittelfeldpressing aus dem Weg zu gehen.
Wie auch immer. Typisch scheint mir eben, dass wir keine einstudierten Lösungen haben, wenn die Gegner vorne anlaufen und unser DM/ZM mannorientiert decken. In der Regel bekommen dann unsere Außen etwas Platz. Oft spielen wir dann im Aufbau auch raus. Aber dann verschieben die Gegner schnell dort hin und wir haben keine Ideen, um das Spiel wieder zu öffnen. Hierfür haben wir weder die individuelle Qualität, so dass die Spieler eigenständig Lösungen finden, noch haben wir einstudierte Abläufe, die Lösungen eben durch Trainingsarbeit erzeugen.
Ich denke, wir brauchen hier Lösungen wieder ins Zentrum zu kommen, wenn der Ball erstmal außen ist. Dafür sollten die Halbräume mit passenden Timing angelaufen werden. Wenn das ZM das nicht hinbekommt wegen physischer/dynamischer Nachteile, dann kann man es über die Offensivreihe versuchen. Hieße beispielsweise, dass die OAs mehr in die Halbräume müssten. Okay, die idealen Spieler haben wir auch dafür nicht. Aber wir sehen eben immer wieder, dass unser Spiel nach vorne lahmt und wir keine Ideen haben, wenn der Ball schon früh im Aufbau auf die Außen geht. Das Spiel kann man hier eigentlich nur wieder öffnen, wenn der Ball ins Zentrum geht. Daher sollte es hierfür klare Abläufe geben, denke ich. Heißt nicht, dass das klappt. Aber es wäre schon Fortschritt, wenn der Ball dann ins Zentrum kommt und man sich denkt, das Spiel könnte sich für uns öffnen, aber leider scheiterte es an den technischen Schwächen des OAs. Dabei sollte man eben auch die Fehlerquote eines Spielers berücksichtigen. Wenn kein Spieler zentral die Bälle sauber und mit hoher Sicherheit verarbeiten kann, braucht es eben mehr Absicherung. Dann spielt man den Ball ins Zentrum vielleicht weniger auf die ZM, sondern auf die OA oder den MS. Könnte man alles planen und trainieren, denke ich. Bisher erkenne ich aber noch kein Konzept, von dem ich beispielsweise sagen würde, so kommen wir gut nach vorne, es fehlt nur noch etwas individuelle Qualität.


Der Pass auf außen ist ja auch eigentlich nur vorgesehen, um wieder zurück zur IV zu spielen oder, wenn es bereits vorbereitet ist und wir weiter vorne stehen, als Weiterleitung über die Linie auf Gittens. Generell wollen wir ja hier eher auf den DM spielen, der dann wieder nach außen hin öffnet auf den anderen IV oder AV, sodass bessere Passwinkel entstehen
Allerdings ist Nmecha eben zugestellt, und das wird wohl weiterhin so bleiben, sofern wir nicht andere Kulissen aufziehen.

Während wir in Situation 1 eben entweder mit einem dynamischeren Groß (denn für das Klatschenlassen darf ihm ja durchaus ein Gegner im Rücken stehen), dem es auch wirklich gelingt, vor dem Gegner zu stehen, oder in der Folge mit einem ballfernen ZM, der mehr Bindung aufbaut, oder einem sich fallen lassenden MS, die diesen riesigen leeren Raum im.MF auffüllen, hätten lösen können, finde ich auch, dass Schlotterbecks Ball gut sein kann, allerdings schien Beier nicht so recht darauf vorbereitet. Den einruckenden ROA als Anspielstation hinter den Pressinglinien sahen wir aber schon, Adeyemi hat das ja auch schon so gespielt. Es ist schade, dass wir auf diesen Automatismus scheinbar nicht personenunabhängog zurückgreifen können. Duranville müsste das übrigens auch können. Insofern war die Auswechslung von Beier nachvollziehbar, auch wenn ich Beier gegen Guirassy getauscht und diesen ausgewechselt hätte.

Während in Situation 1 ein anderer ZM also sehr geholfen hätte, sollte gleichzeitig taktisch auf den OA oder mit einem abkippenden MS mehr über Möglichkeiten gesprochen werden, hinter den Pressinglinien Anspielstationen zu bieten.

Hoffenheim hat uns in den ersten Minuten viel zu oft aufgezeigt, dass wir gegen ihr Pressing nicht genug in der Hand haben. Nicht verwunderlich, dass sich das in den Körper einschreibt und wir in HZ 2 so ängstlich die Führung zu verteidigen suchten statt mutig den Ball zirkulieren zu lassen.

•     •     •

Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.
- S. Beckett

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Mogli99 am 18.12.2024 um 07:25 Uhr bearbeitet
BVB - Taktik-Thread |#5684
23.12.2024 - 11:33 Uhr
Ich denke, es ist schwierig, die erfolgreiche Taktik gegen Wolfsburg in Bezug auf zukünftige Aufgaben zu bewerten.

Vor dem Spiel hielt ich es für eine schlechte Idee, auf einen dritten Mittelfeldspieler zu verzichten. Ich dachte, Wolfsburg könnte dadurch unseren Ballvortrag zu leicht stören und unsere vielen Abschlussspieler würden in der Luft hängen.
Allerdings verteidigte Wolfsburg passiv und störte unseren Aufbau spät. Durch Sahins Taktik hatten wir dann viele Spieler vorne zwischen den Linien; selbst Brandt war meistens dort vorne und übernahm kaum Mittelfeldaufgaben. Unsere Spieler bewegten sich vorne gut und Wolfsburg hatte Probleme, die vielen Spieler eng aufzunehmen. So konnten wir mit einfachen Pässen im Spielaufbau bereits an den Wolfsburger Strafraum kommen. Dort blitzte unsere individuelle Klasse in einzelnen Aktionen auf, wenn gut kombiniert wurde oder ein Dribbling gewonnen wurde.
Diese Taktik ging in der ersten Halbzeit komplett auf.

Die Schwierigkeit, die ich hier habe, ist die, meiner Meinung nach, fehlende Stabilität dieser Taktik. Dies konnte man schon in der zweiten Halbzeit sehen, denke ich. Aber auch in einigen anderen Spielen gab's Probleme, wenn viele Abschlussspieler auf dem Feld waren und die spielerische Substanz zu wenig war. Viele Gegner konnten dann dafür sorgen, dass bei uns vorne zu wenig brauchbare Bälle ankamen. Jetzt war das Spiel gegen Wolfsburg aber wieder ein Beispiel, dass diese Taktik eben auch aufgehen kann. Man muss hier aufpassen, die Taktik richtig einzuordnen, denke ich. Man sollte sie als starke Einzelanpassung an den Gegner sehen, scheint mir. Aber eben nicht als allgemein richtigen Weg. Denn hier würde ich fürchten, dass es wieder Rückschläge gäbe, weil die Gegner unseren Ballvortrag unterbinden können. So bliebe es weiterhin bei unseren schwankenden Leistungen.

Sorgt also die starke erste Halbzeit dafür, dass wir den falschen Weg gehen werden, um eine erfolgsstabile Taktik zu entwickeln?
Oder kann man diese Taktik doch als Blaupause für eine erfolgsstabile Taktik sehen?
Oder spielt das Wolfsburg Spiel keine Rolle, weil wir bereits die richtigen Stellschrauben gefunden haben und diese nun mit dem ein oder anderen Neuzugang und fitten Spielern drehen werden?
BVB - Taktik-Thread |#5685
23.12.2024 - 12:34 Uhr
Zitat von mba123
Ich denke, es ist schwierig, die erfolgreiche Taktik gegen Wolfsburg in Bezug auf zukünftige Aufgaben zu bewerten.

Vor dem Spiel hielt ich es für eine schlechte Idee, auf einen dritten Mittelfeldspieler zu verzichten. Ich dachte, Wolfsburg könnte dadurch unseren Ballvortrag zu leicht stören und unsere vielen Abschlussspieler würden in der Luft hängen.
Allerdings verteidigte Wolfsburg passiv und störte unseren Aufbau spät. Durch Sahins Taktik hatten wir dann viele Spieler vorne zwischen den Linien; selbst Brandt war meistens dort vorne und übernahm kaum Mittelfeldaufgaben. Unsere Spieler bewegten sich vorne gut und Wolfsburg hatte Probleme, die vielen Spieler eng aufzunehmen. So konnten wir mit einfachen Pässen im Spielaufbau bereits an den Wolfsburger Strafraum kommen. Dort blitzte unsere individuelle Klasse in einzelnen Aktionen auf, wenn gut kombiniert wurde oder ein Dribbling gewonnen wurde.
Diese Taktik ging in der ersten Halbzeit komplett auf.

Die Schwierigkeit, die ich hier habe, ist die, meiner Meinung nach, fehlende Stabilität dieser Taktik. Dies konnte man schon in der zweiten Halbzeit sehen, denke ich. Aber auch in einigen anderen Spielen gab's Probleme, wenn viele Abschlussspieler auf dem Feld waren und die spielerische Substanz zu wenig war. Viele Gegner konnten dann dafür sorgen, dass bei uns vorne zu wenig brauchbare Bälle ankamen. Jetzt war das Spiel gegen Wolfsburg aber wieder ein Beispiel, dass diese Taktik eben auch aufgehen kann. Man muss hier aufpassen, die Taktik richtig einzuordnen, denke ich. Man sollte sie als starke Einzelanpassung an den Gegner sehen, scheint mir. Aber eben nicht als allgemein richtigen Weg. Denn hier würde ich fürchten, dass es wieder Rückschläge gäbe, weil die Gegner unseren Ballvortrag unterbinden können. So bliebe es weiterhin bei unseren schwankenden Leistungen.

Sorgt also die starke erste Halbzeit dafür, dass wir den falschen Weg gehen werden, um eine erfolgsstabile Taktik zu entwickeln?
Oder kann man diese Taktik doch als Blaupause für eine erfolgsstabile Taktik sehen?
Oder spielt das Wolfsburg Spiel keine Rolle, weil wir bereits die richtigen Stellschrauben gefunden haben und diese nun mit dem ein oder anderen Neuzugang und fitten Spielern drehen werden?


Auf jeden Fall scheint eine solche Taktik ein passendes Werkzeug gegen bestimmte Gegner oder für bestimmte Situationen zu sein. Dass Sahin dieses Werkzeug im richtigen Moment und gegen den richtigen Gegner erfolgreich eingesetzt hat, ist sehr erfreulich. Aber das muss ja deshalb keine dauerhafte Spielweise und Herangehensweise sein/bleiben, sondern es bleibt eben ein Werkzeug. Je mehr solche Werkzeuge sich eine Mannschaft erarbeiten kann, umso vielversprechender kann man auf die Herausforderungen völlig verschiedener Gegner und eigener Formkurven reagieren.
BVB - Taktik-Thread |#5686
23.12.2024 - 14:48 Uhr
Zitat von Utzel
Zitat von mba123

Ich denke, es ist schwierig, die erfolgreiche Taktik gegen Wolfsburg in Bezug auf zukünftige Aufgaben zu bewerten.

Vor dem Spiel hielt ich es für eine schlechte Idee, auf einen dritten Mittelfeldspieler zu verzichten. Ich dachte, Wolfsburg könnte dadurch unseren Ballvortrag zu leicht stören und unsere vielen Abschlussspieler würden in der Luft hängen.
Allerdings verteidigte Wolfsburg passiv und störte unseren Aufbau spät. Durch Sahins Taktik hatten wir dann viele Spieler vorne zwischen den Linien; selbst Brandt war meistens dort vorne und übernahm kaum Mittelfeldaufgaben. Unsere Spieler bewegten sich vorne gut und Wolfsburg hatte Probleme, die vielen Spieler eng aufzunehmen. So konnten wir mit einfachen Pässen im Spielaufbau bereits an den Wolfsburger Strafraum kommen. Dort blitzte unsere individuelle Klasse in einzelnen Aktionen auf, wenn gut kombiniert wurde oder ein Dribbling gewonnen wurde.
Diese Taktik ging in der ersten Halbzeit komplett auf.

Die Schwierigkeit, die ich hier habe, ist die, meiner Meinung nach, fehlende Stabilität dieser Taktik. Dies konnte man schon in der zweiten Halbzeit sehen, denke ich. Aber auch in einigen anderen Spielen gab's Probleme, wenn viele Abschlussspieler auf dem Feld waren und die spielerische Substanz zu wenig war. Viele Gegner konnten dann dafür sorgen, dass bei uns vorne zu wenig brauchbare Bälle ankamen. Jetzt war das Spiel gegen Wolfsburg aber wieder ein Beispiel, dass diese Taktik eben auch aufgehen kann. Man muss hier aufpassen, die Taktik richtig einzuordnen, denke ich. Man sollte sie als starke Einzelanpassung an den Gegner sehen, scheint mir. Aber eben nicht als allgemein richtigen Weg. Denn hier würde ich fürchten, dass es wieder Rückschläge gäbe, weil die Gegner unseren Ballvortrag unterbinden können. So bliebe es weiterhin bei unseren schwankenden Leistungen.

Sorgt also die starke erste Halbzeit dafür, dass wir den falschen Weg gehen werden, um eine erfolgsstabile Taktik zu entwickeln?
Oder kann man diese Taktik doch als Blaupause für eine erfolgsstabile Taktik sehen?
Oder spielt das Wolfsburg Spiel keine Rolle, weil wir bereits die richtigen Stellschrauben gefunden haben und diese nun mit dem ein oder anderen Neuzugang und fitten Spielern drehen werden?


Auf jeden Fall scheint eine solche Taktik ein passendes Werkzeug gegen bestimmte Gegner oder für bestimmte Situationen zu sein. Dass Sahin dieses Werkzeug im richtigen Moment und gegen den richtigen Gegner erfolgreich eingesetzt hat, ist sehr erfreulich. Aber das muss ja deshalb keine dauerhafte Spielweise und Herangehensweise sein/bleiben, sondern es bleibt eben ein Werkzeug. Je mehr solche Werkzeuge sich eine Mannschaft erarbeiten kann, umso vielversprechender kann man auf die Herausforderungen völlig verschiedener Gegner und eigener Formkurven reagieren.

Die Fragen dabei sind für mich:

- Inwieweit wählt Sahin seine "Werkzeuge" überhaupt nach den Gegnern aus? Gibt es regelmäßig deutliche Gegneranpassungen oder versucht Sahin eher den einen erfolgreichen Plan zu entwickeln?

- Inwieweit hatte man gegen Wolfsburg Kontrolle darüber, dass der Plan funktioniert? Konnte man Wolfsburgs Taktik genauso erwarten? Hätten sie nicht genauso wie in der zweiten Halbzeit agieren können oder wie es einige andere Mannschaften taten?
Die Trainer entscheiden sich für ihre Aufstellungen, ohne die gegnerische zu kennen. Konnte man eine Wolfsburger Fünferkette und einen passiven Ansatz erwarten?

Ich meine, Sahin wählte exakt die selbe Startelf wie beim Pokalaus gegen den selben Gegner. Was sagt das darüber aus, inwieweit das "Werkzeug" passend ist?
Nun, es gehört immer etwas Glück dazu, dass der Gegner genau das anbietet, was man für seine eigene Taktik braucht. Das gilt immer und ist keine Kritik. Die Frage ist für mich, ob das die eigene Schwächen in der Taktik überspielte und einer positiven Entwicklung im Wege steht.
BVB - Taktik-Thread |#5687
23.12.2024 - 16:08 Uhr
Zitat von mba123
Zitat von Utzel

Zitat von mba123

Ich denke, es ist schwierig, die erfolgreiche Taktik gegen Wolfsburg in Bezug auf zukünftige Aufgaben zu bewerten.

Vor dem Spiel hielt ich es für eine schlechte Idee, auf einen dritten Mittelfeldspieler zu verzichten. Ich dachte, Wolfsburg könnte dadurch unseren Ballvortrag zu leicht stören und unsere vielen Abschlussspieler würden in der Luft hängen.
Allerdings verteidigte Wolfsburg passiv und störte unseren Aufbau spät. Durch Sahins Taktik hatten wir dann viele Spieler vorne zwischen den Linien; selbst Brandt war meistens dort vorne und übernahm kaum Mittelfeldaufgaben. Unsere Spieler bewegten sich vorne gut und Wolfsburg hatte Probleme, die vielen Spieler eng aufzunehmen. So konnten wir mit einfachen Pässen im Spielaufbau bereits an den Wolfsburger Strafraum kommen. Dort blitzte unsere individuelle Klasse in einzelnen Aktionen auf, wenn gut kombiniert wurde oder ein Dribbling gewonnen wurde.
Diese Taktik ging in der ersten Halbzeit komplett auf.

Die Schwierigkeit, die ich hier habe, ist die, meiner Meinung nach, fehlende Stabilität dieser Taktik. Dies konnte man schon in der zweiten Halbzeit sehen, denke ich. Aber auch in einigen anderen Spielen gab's Probleme, wenn viele Abschlussspieler auf dem Feld waren und die spielerische Substanz zu wenig war. Viele Gegner konnten dann dafür sorgen, dass bei uns vorne zu wenig brauchbare Bälle ankamen. Jetzt war das Spiel gegen Wolfsburg aber wieder ein Beispiel, dass diese Taktik eben auch aufgehen kann. Man muss hier aufpassen, die Taktik richtig einzuordnen, denke ich. Man sollte sie als starke Einzelanpassung an den Gegner sehen, scheint mir. Aber eben nicht als allgemein richtigen Weg. Denn hier würde ich fürchten, dass es wieder Rückschläge gäbe, weil die Gegner unseren Ballvortrag unterbinden können. So bliebe es weiterhin bei unseren schwankenden Leistungen.

Sorgt also die starke erste Halbzeit dafür, dass wir den falschen Weg gehen werden, um eine erfolgsstabile Taktik zu entwickeln?
Oder kann man diese Taktik doch als Blaupause für eine erfolgsstabile Taktik sehen?
Oder spielt das Wolfsburg Spiel keine Rolle, weil wir bereits die richtigen Stellschrauben gefunden haben und diese nun mit dem ein oder anderen Neuzugang und fitten Spielern drehen werden?


Auf jeden Fall scheint eine solche Taktik ein passendes Werkzeug gegen bestimmte Gegner oder für bestimmte Situationen zu sein. Dass Sahin dieses Werkzeug im richtigen Moment und gegen den richtigen Gegner erfolgreich eingesetzt hat, ist sehr erfreulich. Aber das muss ja deshalb keine dauerhafte Spielweise und Herangehensweise sein/bleiben, sondern es bleibt eben ein Werkzeug. Je mehr solche Werkzeuge sich eine Mannschaft erarbeiten kann, umso vielversprechender kann man auf die Herausforderungen völlig verschiedener Gegner und eigener Formkurven reagieren.

Die Fragen dabei sind für mich:

- Inwieweit wählt Sahin seine "Werkzeuge" überhaupt nach den Gegnern aus? Gibt es regelmäßig deutliche Gegneranpassungen oder versucht Sahin eher den einen erfolgreichen Plan zu entwickeln?

- Inwieweit hatte man gegen Wolfsburg Kontrolle darüber, dass der Plan funktioniert? Konnte man Wolfsburgs Taktik genauso erwarten? Hätten sie nicht genauso wie in der zweiten Halbzeit agieren können oder wie es einige andere Mannschaften taten?
Die Trainer entscheiden sich für ihre Aufstellungen, ohne die gegnerische zu kennen. Konnte man eine Wolfsburger Fünferkette und einen passiven Ansatz erwarten?

Ich meine, Sahin wählte exakt die selbe Startelf wie beim Pokalaus gegen den selben Gegner. Was sagt das darüber aus, inwieweit das "Werkzeug" passend ist?
Nun, es gehört immer etwas Glück dazu, dass der Gegner genau das anbietet, was man für seine eigene Taktik braucht. Das gilt immer und ist keine Kritik. Die Frage ist für mich, ob das die eigene Schwächen in der Taktik überspielte und einer positiven Entwicklung im Wege steht.


Natürlich sind das passende Fragen, wenn man zu negativen Antworten kommen will. Aber solche Denkweisen sind mir als Fan fremd. Ich fand es sehr schlau, die gleiche Aufstellung zu wählen und hätte in der Kabine vor dem Spiel sicher an die Ehre appelliert, dass die Spieler nun beweisen können, ob sie es besser als im Pokal hinbekommen. Und insgeheim hätte ich natürlich auch gehofft, dass der Gegner eher mit einer Umstellung rechnet und daher nicht mit der gleichen Aufstellung, aber da hast du natürlich auch recht, dass sowas immer auch Glück ist. Letztendlich dann zu schlussfolgern, dass man das nicht garantieren konnte und deswegen müsse man an Sahin zweifeln, ist doch wirklich schon Negativ-Suche auf Verdacht.

Was die Anpassungen bei gegnerischen Umstellungen angeht, bin ich hier kein Taktik-Fachmann. Nach meinem Eindruck war man in der ersten Halbzeit sehr gut im Spiel und musste nichts anpassen. In der zweiten Halbzeit wurden Anpassungen erschwert, weil durch Gegentor und Rote Karte die Bedingungen in den ersten 15 Minuten zu oft wechselten. Aber ich glaube, es standen auch schon Wechselspieler an der Seite, als die Rote Karte kam und noch einmal umgeplant werden musste. Die letzten 30 Minuten passten für mich dann aber auch wieder, ich fand die Mannschaft nach der Roten Karte konzentrierter und geschlossener und hätte es total überzogen gefunden, mit 10 Mann noch ein Offensiv-Feuerwerk anzustreben. Drohende Konterspieler waren aber ausreichend auf dem Platz und wurden mit Adeyemi auch aufgefrischt, was ich sehr gut fand.

Ob man das Missmatch Groß/RV besser hätte auflösen können oder müssen, kann ich also schlechter beurteilen als ihr Fachleute. Aber wir wissen auch, dass Couto nicht der Verlässlichste in der Defensive war in den letzten Spielen, also das war auch Risiko, wenn man da früher hätte wechseln wollen, als es durch die Karte erzwungen wurde.

Grundsätzlich denke ich aber auch, dass man vorsichtig sein muss mit der Logik "hinterher weiß man es immer besser" und dass man zweitens vorsichtig sein muss mit Bewertungen von Spielern oder Trainern, wenn man nicht alle Internas über körperliche oder psychische Verfassung hat oder was da sonst noch alles beachtet werden muss. Allein dass Malen in der Startelf stand kann auch damit zusammen hängen, dass er noch einmal für einen Wechsel ins Schaufenster gestellt werden sollte, da könnten also auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle spielen.
BVB - Taktik-Thread |#5688
23.12.2024 - 17:45 Uhr
Zitat von Utzel
Zitat von mba123

Zitat von Utzel

Zitat von mba123

Ich denke, es ist schwierig, die erfolgreiche Taktik gegen Wolfsburg in Bezug auf zukünftige Aufgaben zu bewerten.

Vor dem Spiel hielt ich es für eine schlechte Idee, auf einen dritten Mittelfeldspieler zu verzichten. Ich dachte, Wolfsburg könnte dadurch unseren Ballvortrag zu leicht stören und unsere vielen Abschlussspieler würden in der Luft hängen.
Allerdings verteidigte Wolfsburg passiv und störte unseren Aufbau spät. Durch Sahins Taktik hatten wir dann viele Spieler vorne zwischen den Linien; selbst Brandt war meistens dort vorne und übernahm kaum Mittelfeldaufgaben. Unsere Spieler bewegten sich vorne gut und Wolfsburg hatte Probleme, die vielen Spieler eng aufzunehmen. So konnten wir mit einfachen Pässen im Spielaufbau bereits an den Wolfsburger Strafraum kommen. Dort blitzte unsere individuelle Klasse in einzelnen Aktionen auf, wenn gut kombiniert wurde oder ein Dribbling gewonnen wurde.
Diese Taktik ging in der ersten Halbzeit komplett auf.

Die Schwierigkeit, die ich hier habe, ist die, meiner Meinung nach, fehlende Stabilität dieser Taktik. Dies konnte man schon in der zweiten Halbzeit sehen, denke ich. Aber auch in einigen anderen Spielen gab's Probleme, wenn viele Abschlussspieler auf dem Feld waren und die spielerische Substanz zu wenig war. Viele Gegner konnten dann dafür sorgen, dass bei uns vorne zu wenig brauchbare Bälle ankamen. Jetzt war das Spiel gegen Wolfsburg aber wieder ein Beispiel, dass diese Taktik eben auch aufgehen kann. Man muss hier aufpassen, die Taktik richtig einzuordnen, denke ich. Man sollte sie als starke Einzelanpassung an den Gegner sehen, scheint mir. Aber eben nicht als allgemein richtigen Weg. Denn hier würde ich fürchten, dass es wieder Rückschläge gäbe, weil die Gegner unseren Ballvortrag unterbinden können. So bliebe es weiterhin bei unseren schwankenden Leistungen.

Sorgt also die starke erste Halbzeit dafür, dass wir den falschen Weg gehen werden, um eine erfolgsstabile Taktik zu entwickeln?
Oder kann man diese Taktik doch als Blaupause für eine erfolgsstabile Taktik sehen?
Oder spielt das Wolfsburg Spiel keine Rolle, weil wir bereits die richtigen Stellschrauben gefunden haben und diese nun mit dem ein oder anderen Neuzugang und fitten Spielern drehen werden?


Auf jeden Fall scheint eine solche Taktik ein passendes Werkzeug gegen bestimmte Gegner oder für bestimmte Situationen zu sein. Dass Sahin dieses Werkzeug im richtigen Moment und gegen den richtigen Gegner erfolgreich eingesetzt hat, ist sehr erfreulich. Aber das muss ja deshalb keine dauerhafte Spielweise und Herangehensweise sein/bleiben, sondern es bleibt eben ein Werkzeug. Je mehr solche Werkzeuge sich eine Mannschaft erarbeiten kann, umso vielversprechender kann man auf die Herausforderungen völlig verschiedener Gegner und eigener Formkurven reagieren.

Die Fragen dabei sind für mich:

- Inwieweit wählt Sahin seine "Werkzeuge" überhaupt nach den Gegnern aus? Gibt es regelmäßig deutliche Gegneranpassungen oder versucht Sahin eher den einen erfolgreichen Plan zu entwickeln?

- Inwieweit hatte man gegen Wolfsburg Kontrolle darüber, dass der Plan funktioniert? Konnte man Wolfsburgs Taktik genauso erwarten? Hätten sie nicht genauso wie in der zweiten Halbzeit agieren können oder wie es einige andere Mannschaften taten?
Die Trainer entscheiden sich für ihre Aufstellungen, ohne die gegnerische zu kennen. Konnte man eine Wolfsburger Fünferkette und einen passiven Ansatz erwarten?

Ich meine, Sahin wählte exakt die selbe Startelf wie beim Pokalaus gegen den selben Gegner. Was sagt das darüber aus, inwieweit das "Werkzeug" passend ist?
Nun, es gehört immer etwas Glück dazu, dass der Gegner genau das anbietet, was man für seine eigene Taktik braucht. Das gilt immer und ist keine Kritik. Die Frage ist für mich, ob das die eigene Schwächen in der Taktik überspielte und einer positiven Entwicklung im Wege steht.


Natürlich sind das passende Fragen, wenn man zu negativen Antworten kommen will. Aber solche Denkweisen sind mir als Fan fremd. Ich fand es sehr schlau, die gleiche Aufstellung zu wählen und hätte in der Kabine vor dem Spiel sicher an die Ehre appelliert, dass die Spieler nun beweisen können, ob sie es besser als im Pokal hinbekommen. Und insgeheim hätte ich natürlich auch gehofft, dass der Gegner eher mit einer Umstellung rechnet und daher nicht mit der gleichen Aufstellung, aber da hast du natürlich auch recht, dass sowas immer auch Glück ist. Letztendlich dann zu schlussfolgern, dass man das nicht garantieren konnte und deswegen müsse man an Sahin zweifeln, ist doch wirklich schon Negativ-Suche auf Verdacht.

Was die Anpassungen bei gegnerischen Umstellungen angeht, bin ich hier kein Taktik-Fachmann. Nach meinem Eindruck war man in der ersten Halbzeit sehr gut im Spiel und musste nichts anpassen. In der zweiten Halbzeit wurden Anpassungen erschwert, weil durch Gegentor und Rote Karte die Bedingungen in den ersten 15 Minuten zu oft wechselten. Aber ich glaube, es standen auch schon Wechselspieler an der Seite, als die Rote Karte kam und noch einmal umgeplant werden musste. Die letzten 30 Minuten passten für mich dann aber auch wieder, ich fand die Mannschaft nach der Roten Karte konzentrierter und geschlossener und hätte es total überzogen gefunden, mit 10 Mann noch ein Offensiv-Feuerwerk anzustreben. Drohende Konterspieler waren aber ausreichend auf dem Platz und wurden mit Adeyemi auch aufgefrischt, was ich sehr gut fand.

Ob man das Missmatch Groß/RV besser hätte auflösen können oder müssen, kann ich also schlechter beurteilen als ihr Fachleute. Aber wir wissen auch, dass Couto nicht der Verlässlichste in der Defensive war in den letzten Spielen, also das war auch Risiko, wenn man da früher hätte wechseln wollen, als es durch die Karte erzwungen wurde.

Grundsätzlich denke ich aber auch, dass man vorsichtig sein muss mit der Logik "hinterher weiß man es immer besser" und dass man zweitens vorsichtig sein muss mit Bewertungen von Spielern oder Trainern, wenn man nicht alle Internas über körperliche oder psychische Verfassung hat oder was da sonst noch alles beachtet werden muss. Allein dass Malen in der Startelf stand kann auch damit zusammen hängen, dass er noch einmal für einen Wechsel ins Schaufenster gestellt werden sollte, da könnten also auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle spielen.

Als Fan kann man sich natürlich einfach über den wichtigen Sieg in einer schwierigen Phase freuen.

Was denkst du, wie man intern das Spiel aufarbeitet?
Werden dabei solche Fragen nicht gestellt? Führen diese Fragen wirklich dazu, dass man nur negative Schlussfolgerungen zieht oder gehören sie bei einer objektiven Bewertung dazu?

Ich würde hier gerne verstehen, warum dieser Ansatz mit vielen Abschlussspielern und weniger Kreativität und Verbindungsspielern erfolgsstabil sein kann.
Zumindest ging aber schonmal die Anzahl der "Malocher" runter, was ich gut finde.
Allerdings sind eben immer noch recht wenige Spieler auf dem Platz, die viele Ballkontakte sammeln und ein gegnerisches Pressing überwinden. Mein Eindruck ist, dass wir dadurch öfters mal die Kontrolle verlieren und eben in den Leistungen schwanken. Hilfreich scheint mir dagegen beispielsweise, wenn wir drei echte Mittelfeldspieler aufbieten und auch auf den Flügel jemanden haben, der eher einleitet als dass er ein Abschlussspieler ist.
Hat Sahin ja alles auch schon gemacht. Nur ob er diesen Weg weitergeht?
Gegen Wolfsburg waren es dann vier Abschlussspieler und ein Zweiermittelfeld. Das hat sehr gut funktioniert. Bitte hier erklären, warum das allgemein ein guter Ansatz sein könnte. Ansonsten könnte es eben sein, dass man sich zu unrecht in diesem Ansatz bestätigt fühlt.
So empfand ich es letzte Saison beispielsweise als wir in der Champions League stark spielten, aber man sich beschwerte, dass wir das nicht auch in der Bundesliga konstant abrufen konnten. Auch da hatten wir keinen Fußball gespielt, um Gegner zu beherrschen und so konstant Erfolg zu haben. Aber Qualität war damals wie heute da und so haben wir eben auch einzelne starke Leistungen abrufen können.

Aktuell sind wir aufgrund der dürftigen Punkteausbeute und der anstehenden Winter-Transferphase an einem Punkt, wo wir genau wissen sollten, wo wir uns hin entwickeln wollen. Der Raum für Fehler ist nun gering. Die Einordnung der Spiele in der Hinrunde ist hierfür entscheidend. Dabei spielt das letzte Spiel, in dem ja schon die meisten Erkenntnisse aus der Hinrunde eingehen sollten, eine wichtige Rolle, denke ich.
BVB - Taktik-Thread |#5689
23.12.2024 - 19:12 Uhr
Zitat von mba123
Zitat von Utzel

Zitat von mba123

Zitat von Utzel

Zitat von mba123

Ich denke, es ist schwierig, die erfolgreiche Taktik gegen Wolfsburg in Bezug auf zukünftige Aufgaben zu bewerten.

Vor dem Spiel hielt ich es für eine schlechte Idee, auf einen dritten Mittelfeldspieler zu verzichten. Ich dachte, Wolfsburg könnte dadurch unseren Ballvortrag zu leicht stören und unsere vielen Abschlussspieler würden in der Luft hängen.
Allerdings verteidigte Wolfsburg passiv und störte unseren Aufbau spät. Durch Sahins Taktik hatten wir dann viele Spieler vorne zwischen den Linien; selbst Brandt war meistens dort vorne und übernahm kaum Mittelfeldaufgaben. Unsere Spieler bewegten sich vorne gut und Wolfsburg hatte Probleme, die vielen Spieler eng aufzunehmen. So konnten wir mit einfachen Pässen im Spielaufbau bereits an den Wolfsburger Strafraum kommen. Dort blitzte unsere individuelle Klasse in einzelnen Aktionen auf, wenn gut kombiniert wurde oder ein Dribbling gewonnen wurde.
Diese Taktik ging in der ersten Halbzeit komplett auf.

Die Schwierigkeit, die ich hier habe, ist die, meiner Meinung nach, fehlende Stabilität dieser Taktik. Dies konnte man schon in der zweiten Halbzeit sehen, denke ich. Aber auch in einigen anderen Spielen gab's Probleme, wenn viele Abschlussspieler auf dem Feld waren und die spielerische Substanz zu wenig war. Viele Gegner konnten dann dafür sorgen, dass bei uns vorne zu wenig brauchbare Bälle ankamen. Jetzt war das Spiel gegen Wolfsburg aber wieder ein Beispiel, dass diese Taktik eben auch aufgehen kann. Man muss hier aufpassen, die Taktik richtig einzuordnen, denke ich. Man sollte sie als starke Einzelanpassung an den Gegner sehen, scheint mir. Aber eben nicht als allgemein richtigen Weg. Denn hier würde ich fürchten, dass es wieder Rückschläge gäbe, weil die Gegner unseren Ballvortrag unterbinden können. So bliebe es weiterhin bei unseren schwankenden Leistungen.

Sorgt also die starke erste Halbzeit dafür, dass wir den falschen Weg gehen werden, um eine erfolgsstabile Taktik zu entwickeln?
Oder kann man diese Taktik doch als Blaupause für eine erfolgsstabile Taktik sehen?
Oder spielt das Wolfsburg Spiel keine Rolle, weil wir bereits die richtigen Stellschrauben gefunden haben und diese nun mit dem ein oder anderen Neuzugang und fitten Spielern drehen werden?


Auf jeden Fall scheint eine solche Taktik ein passendes Werkzeug gegen bestimmte Gegner oder für bestimmte Situationen zu sein. Dass Sahin dieses Werkzeug im richtigen Moment und gegen den richtigen Gegner erfolgreich eingesetzt hat, ist sehr erfreulich. Aber das muss ja deshalb keine dauerhafte Spielweise und Herangehensweise sein/bleiben, sondern es bleibt eben ein Werkzeug. Je mehr solche Werkzeuge sich eine Mannschaft erarbeiten kann, umso vielversprechender kann man auf die Herausforderungen völlig verschiedener Gegner und eigener Formkurven reagieren.

Die Fragen dabei sind für mich:

- Inwieweit wählt Sahin seine "Werkzeuge" überhaupt nach den Gegnern aus? Gibt es regelmäßig deutliche Gegneranpassungen oder versucht Sahin eher den einen erfolgreichen Plan zu entwickeln?

- Inwieweit hatte man gegen Wolfsburg Kontrolle darüber, dass der Plan funktioniert? Konnte man Wolfsburgs Taktik genauso erwarten? Hätten sie nicht genauso wie in der zweiten Halbzeit agieren können oder wie es einige andere Mannschaften taten?
Die Trainer entscheiden sich für ihre Aufstellungen, ohne die gegnerische zu kennen. Konnte man eine Wolfsburger Fünferkette und einen passiven Ansatz erwarten?

Ich meine, Sahin wählte exakt die selbe Startelf wie beim Pokalaus gegen den selben Gegner. Was sagt das darüber aus, inwieweit das "Werkzeug" passend ist?
Nun, es gehört immer etwas Glück dazu, dass der Gegner genau das anbietet, was man für seine eigene Taktik braucht. Das gilt immer und ist keine Kritik. Die Frage ist für mich, ob das die eigene Schwächen in der Taktik überspielte und einer positiven Entwicklung im Wege steht.


Natürlich sind das passende Fragen, wenn man zu negativen Antworten kommen will. Aber solche Denkweisen sind mir als Fan fremd. Ich fand es sehr schlau, die gleiche Aufstellung zu wählen und hätte in der Kabine vor dem Spiel sicher an die Ehre appelliert, dass die Spieler nun beweisen können, ob sie es besser als im Pokal hinbekommen. Und insgeheim hätte ich natürlich auch gehofft, dass der Gegner eher mit einer Umstellung rechnet und daher nicht mit der gleichen Aufstellung, aber da hast du natürlich auch recht, dass sowas immer auch Glück ist. Letztendlich dann zu schlussfolgern, dass man das nicht garantieren konnte und deswegen müsse man an Sahin zweifeln, ist doch wirklich schon Negativ-Suche auf Verdacht.

Was die Anpassungen bei gegnerischen Umstellungen angeht, bin ich hier kein Taktik-Fachmann. Nach meinem Eindruck war man in der ersten Halbzeit sehr gut im Spiel und musste nichts anpassen. In der zweiten Halbzeit wurden Anpassungen erschwert, weil durch Gegentor und Rote Karte die Bedingungen in den ersten 15 Minuten zu oft wechselten. Aber ich glaube, es standen auch schon Wechselspieler an der Seite, als die Rote Karte kam und noch einmal umgeplant werden musste. Die letzten 30 Minuten passten für mich dann aber auch wieder, ich fand die Mannschaft nach der Roten Karte konzentrierter und geschlossener und hätte es total überzogen gefunden, mit 10 Mann noch ein Offensiv-Feuerwerk anzustreben. Drohende Konterspieler waren aber ausreichend auf dem Platz und wurden mit Adeyemi auch aufgefrischt, was ich sehr gut fand.

Ob man das Missmatch Groß/RV besser hätte auflösen können oder müssen, kann ich also schlechter beurteilen als ihr Fachleute. Aber wir wissen auch, dass Couto nicht der Verlässlichste in der Defensive war in den letzten Spielen, also das war auch Risiko, wenn man da früher hätte wechseln wollen, als es durch die Karte erzwungen wurde.

Grundsätzlich denke ich aber auch, dass man vorsichtig sein muss mit der Logik "hinterher weiß man es immer besser" und dass man zweitens vorsichtig sein muss mit Bewertungen von Spielern oder Trainern, wenn man nicht alle Internas über körperliche oder psychische Verfassung hat oder was da sonst noch alles beachtet werden muss. Allein dass Malen in der Startelf stand kann auch damit zusammen hängen, dass er noch einmal für einen Wechsel ins Schaufenster gestellt werden sollte, da könnten also auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle spielen.

Als Fan kann man sich natürlich einfach über den wichtigen Sieg in einer schwierigen Phase freuen.

Was denkst du, wie man intern das Spiel aufarbeitet?
Werden dabei solche Fragen nicht gestellt? Führen diese Fragen wirklich dazu, dass man nur negative Schlussfolgerungen zieht oder gehören sie bei einer objektiven Bewertung dazu?

Ich würde hier gerne verstehen, warum dieser Ansatz mit vielen Abschlussspielern und weniger Kreativität und Verbindungsspielern erfolgsstabil sein kann.
Zumindest ging aber schonmal die Anzahl der "Malocher" runter, was ich gut finde.
Allerdings sind eben immer noch recht wenige Spieler auf dem Platz, die viele Ballkontakte sammeln und ein gegnerisches Pressing überwinden. Mein Eindruck ist, dass wir dadurch öfters mal die Kontrolle verlieren und eben in den Leistungen schwanken. Hilfreich scheint mir dagegen beispielsweise, wenn wir drei echte Mittelfeldspieler aufbieten und auch auf den Flügel jemanden haben, der eher einleitet als dass er ein Abschlussspieler ist.
Hat Sahin ja alles auch schon gemacht. Nur ob er diesen Weg weitergeht?
Gegen Wolfsburg waren es dann vier Abschlussspieler und ein Zweiermittelfeld. Das hat sehr gut funktioniert. Bitte hier erklären, warum das allgemein ein guter Ansatz sein könnte. Ansonsten könnte es eben sein, dass man sich zu unrecht in diesem Ansatz bestätigt fühlt.
So empfand ich es letzte Saison beispielsweise als wir in der Champions League stark spielten, aber man sich beschwerte, dass wir das nicht auch in der Bundesliga konstant abrufen konnten. Auch da hatten wir keinen Fußball gespielt, um Gegner zu beherrschen und so konstant Erfolg zu haben. Aber Qualität war damals wie heute da und so haben wir eben auch einzelne starke Leistungen abrufen können.

Aktuell sind wir aufgrund der dürftigen Punkteausbeute und der anstehenden Winter-Transferphase an einem Punkt, wo wir genau wissen sollten, wo wir uns hin entwickeln wollen. Der Raum für Fehler ist nun gering. Die Einordnung der Spiele in der Hinrunde ist hierfür entscheidend. Dabei spielt das letzte Spiel, in dem ja schon die meisten Erkenntnisse aus der Hinrunde eingehen sollten, eine wichtige Rolle, denke ich.


Also ich weiß nicht, ob wir uns richtig verstehen, aber ich danke dir, dass wie sachlich und respektvoll darüber diskutieren können. Ist leider nicht mehr selbstverständlich hier.

Also ich habe nicht geschrieben, dass der Sonntag DIE künftige Spielweise war oder sein soll. Sondern dass ich es als EIN Werkzeug ansehe und dieses Werkzeug war qua Ergebnis zunächst mal am Sonntag erfolgreich. Dass da weitere Werkzeuge benötigt werden, ist doch selbstredend. Keine europäische Spitzenmannschaft (zum erweiterten Kreis zählen wir wohl) kommt mit einem einzigen Werkzeug zum Erfolg, nicht mal Real Madrid. Die grundsätzliche Spielanlage in Richtung Ballbesitz zu entwickeln, empfinde ich aber als richtig. Ich sehe sie fast als alternativlos angesichts der ständig steigenden Belastungen, unter denen zum Beispiel ein Leipziger Stil nach meinem begrenzten Sachverstand einfach nicht sinnvoll sein kann.

Die "Malocher", wie du sie nennst, sind aber auch wichtig. Nicht für jedes Spiel oder für jede Situation, mindestens aber auch für die Team-Chemie. Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten vor 2 und mehr Jahren, als wir manchmal ganz toll zaubern konnten, aber regelmäßig untergegangen sind, wenn Resilienz gefordert war. Ich finde, da sind wir einen deutlichen Schritt besser geworden. Was wir (gerade letzte CL) schon für Fights geliefert haben, war doch vor einigen Jahren noch kaum vorstellbar. Das ganze "Mentalitäts-Gerede" der Medien kommt doch genau aus dieser Zeit.

Dass das in der Bundesliga nicht so ausreicht, weil wir da oft der Favorit sind und selbst das Spiel machen (müssen), bleibt doch davon unbenommen. Allein das bedingt schon sehr unterschiedliche Werkzeuge, die man aber nicht per Knopfdruck einschalten kann, sondern Trainer und Spieler gemeinsam aufbauen müssen. Warum sollte man dem nicht vertrauen? Weil man es jetzt noch nicht problemlos schafft?
BVB - Taktik-Thread |#5690
01.01.2025 - 13:41 Uhr
Ich habe mich gefragt, ob der Wechsel von Can zu Nmecha auf der 6 wirklich gut war, wie es hier immer geschrieben wird, da die Ergebnisse am Anfang der Saison, wo Can noch DM gespielt hat auch nicht soo schlecht waren.

Deshalb habe ich mir die Mühe gemacht und geschaut welche Auswirkungen der Wechsel auf die Defensive und die Offensive hatte.

Can hat folgende Spiele im DM absolviert (laut TM)

BVB-Eintracht Frankfurt (81 Minuten Spielzeit)

Werder Bremen-BVB (90 Minuten Spielzeit)

BVB-Heidenheim (11 Minuten Spielzeit)

VFB Stuttgart-BVB (18 Minuten Spielzeit)

BVB-VFL Bochum (90 Minuten Spielzeit)

Union Berlin-BVB (76 Minuten Spielzeit)

BVB-St. Pauli (69 Minuten Spielzeit)

Insgesamt hat er dort 435 Minuten als DM gespielt. In dieser Zeit hat der BVB in diesen 435 Minuten 6 Tore kassiert, was heißt das wir durchschnittlich jede 72.5 Minuten ein Tor kassiert haben. In diesen 435 Minuten hat Borussia Dortmund 10 Tore geschossen. das macht ein Durchschnitt von 43.5 Minuten pro Tor.

Nmecha hat folgende Spiele im DM absolviert (laut TM)

BVB-RB Leipzig (90 Minuten Spielzeit)

FSV Mainz 05-BVB (~30 Minuten Spielzeit)

Laut TM hat er im Spiel gegen Mainz 59 Minuten Als DM gespielt. Das stimmt aber nicht. Kurz nach der roten Karte durch Emre Can (27. Minute) hat Nuri Sahin Felix Nmecha in die Innenverteidigung zurückgezogen. Deshalb habe ich hier nur mit ca. 30 Minuten gerechnet.

BVB-SC Freiburg (90 Minuten Spielzeit)

BVB-FC Bayern München (90 Minuten Spielzeit)

Borussia Mönchengladbach-BVB (90 Minuten Spielzeit)

BVB-TSG Hoffenheim (90 Minuten Spielzeit)

Wolfsburg-BVB (90 Minuten Spielzeit)

Insgesamt hat Nmecha dort 567 Minuten gespielt. In dieser Zeit hat der BVB nur 4 Tore kassiert. Das heißt das der BVB durchschnittlich sich jede 141.75 Minuten ein Gegentor eingefangen hat. In diesen 567 Minuten hat der BVB 12 Tore geschossen. Das heißt das jede 47.25 Minuten ein Tor vom BVB geschossen wurde.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Defensive mit Nmecha deutlich gestärkt wurde. Das hängt natürlich nicht nur vom DM ab, sondern auch von anderen Komponenten. Ein Großteil kann man hier aber gewiss Nmecha zurechnen. Überraschenderweise war die Offensive mit Can besser. Aber die 2 Zahlen geben sich kaum was. Außerdem wurden die Hälfte der Tore unter Can gegen Kellerkinder geschossen (Heidenheim und Bochum). Fairerweise muss man auch sagen, dass man mit Can im DM gegen schwächere Gegner gespielt hat wie mit Nmecha im DM.

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