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BVB - Taktik-Thread

20.01.2006 - 12:09 Uhr
BVB - Taktik-Thread |#4541
20.09.2020 - 10:46 Uhr
Hoffentlich sieht unsere "Stamm-" Dreierkette bei der Rückkehr von Zagadou so aus:

Akanji-Hummels-Zagadou

Hummels hat zwar paar Wackler drin zur Zeit, aber bei Can bekomme ich jedes Mal Schnappatmung, wenn er am Ball ist und sich nicht schnell genug vom davon trennt.

Akanji scheint sich gefangen zu haben, das freut mich sehr. Er stand lange genug neben sich. zwinker

Ich würde gerne mal die Doppelsechs Can und Bellingham sehen. Witsel scheint sehr gut zu Bellingham zu passen, mal sehen, wie das mit Can dann aussehen wird.

Ansonsten gefällt mir die sehr gute Breite im Kader, da fallen drei Linksverteidiger aus, der Ersatz verletzt sich im Spiel und trotzdem kann man noch einen Passlack bringen, der das gegen einen so starken Gegner sehr ordentlich gemacht hat.

•     •     •

~Heja BVB!~
Sympathisch: VfL Osnabrück und FC Liverpool.
BVB - Taktik-Thread |#4542
20.09.2020 - 12:45 Uhr
Zitat von Wuschel90
Was mir besonders gut gefallen hat war die Entstehung zum 1:0. Die Raumaufteilung in einem engen 4eck und die Flanke ganz bewusst in dieses geschlagen. Und wie dann um den Ball gekämpft wurde und in diesem Moment dieser zuckerpass gespielt wird, das ist einfach stark und ich hoffe wir werden das noch häufiger sehen. Ich glaube in der situation kam der Ball von Can aber Meunier traue ich diesen auch zu. stark was uns ja letzte Saison auch den ein oder anderen Punkt gekostet hat war ja eine schwächelnde defensive. Mit Meunier bekommen wir hoffentlich ein bisschen mehr Sicherheit dort hinten rein.

Habe das hierhin verschoben.

Ich fand die Entstehung des Tores auch interessant.

In dem Spiel war es typisch, dass wir unser Kurzpassspiel aufziehen wollten und Gladbach das gut verteidigte, in dem sie zum Ball schoben und Überzahl herstellten.
Mit der Flanke überspielte Can viele Gladbacher, die gerade in seine Richtung schoben.
In der Mitte standen wir gut mit einigen Spielern, so dass die Aussichten auf eine Torchance nicht so schlecht war.

Ich fand daher, dass so ein Spielzug ein gutes Mittel gegen die Taktik der Gladbacher war.

Allerdings glaube ich nicht, dass das ein vorher besprochener Plan war.
Ich denke, solche Situationen sind Favre zu unkontrolliert. Normalerweise sind solche Halbfeldflanken auch ein schlechtes Mittel (hier aber eben nicht für mich).
Oft ist es dann typsache, ob man solche Flanken spielt. Piszczek spielt solche auch ganz gerne. Ansonsten eigentlich niemand von uns, vielleicht Can, der im Spiel nochmal eine ähnliche Flancke zeigte.
BVB - Taktik-Thread |#4543
26.09.2020 - 18:29 Uhr
Grundsätzlich finde ich es ganz gut, wenn man eine klare Taktik vorgibt und diese dann auch versucht gegen jeden Gegner durchzuziehen. Beim BVB muss man jetzt aber nicht zum ersten Mal feststellen, dass das so leider nicht funktioniert und eine Taktik, die letzte Woche noch gut war, heute nicht mehr aufgeht. Augsburg war anfangs dabei sogar nicht aggressiv genug, für ihr Vorgehen, hat das aber dann im Laufe der ersten Hälfte immer besser in den Griff bekommen, sodass sie effektiv die Räume im Zentrum verdichteten, in die der BVB aber im weiteren Spielverlauf immer noch stärker drängte. Dabei finde ich es grundsätzlich ebenfalls ganz gut, dass Favre mittlerweile schon etwas länger versucht das Zentrum deutlich dominanter aufzuziehen als zu Beginn und dort mehr Bälle durchlaufen lässt, aber wenn ein Gegner so kompakt ist, dann gibt es eben mehr Räume hinter den gegnerischen AV, die attackiert werden müssen, indem man sie über die Außenbahn überläuft. Dazu ist es aber aus mehreren Gründen nicht gekommen.

Einerseits haben die Schienen so gespielt, wie in den letzten Spielen, indem sie früh ins Zentrum eingerückt sind, wo es allerdings heute keine Räume gab, sodass sie damit unnötig verdichtet haben, was zunächst dafür sorgte, dass man trotzdem dominant war, weil man selbst in der Ballrückeroberung viel Druck auf die Gegenspieler bekam, was aber auch schon aussagt, dass man zu viele Bälle verloren oder unsauber gespielt hat. Irgendwann ist selbst den besten Kombinationsspielern der Platz zu wenig. Anfangs hatte man so noch ein paar gute Kombinationen, aber mit giftigeren Augsburgern war das vorbei und man lag desöfteren auch zu schnell. Andererseits hat Augsburg mit den Außen gut gedoppelt, die 3er Kette meist 3er Kette sein lassen und so vielleicht zusätzlich dafür gesorgt, dass beide Schienen lieber ins Zentrum zogen, weil sie zu selten vielversprechende On- oder Off-Ball-1gg1 gegen die Augsburger AV bekamen. Vor allem dann, wenn man bedenkt, dass sie keinen Geschwindigkeitsvorteil hatten.

In der Konsequenz hat Augsburg daraus dann auch offensiv im Laufe des Spiels profit geschlagen, indem sie selbst dann die verwaiste Außenbahn genutzt haben, weil sie die IV oft mit einem einzigen Stürmer tief banden, um den BVB immer stärker auseinanderzuziehen, was sie mit gegenläufigen Bewegungen betonten. Dadurch ging die zumindest für die Ballrückeroberung gute Kompaktheit verloren und Augsburg bekam Raum für Konter. Im Wesentlichen haben sie damit beide Schwachstellen unserer 3er Kette ausgespielt, indem von unseren Schienen wenig Gefahr droht, dass sie die gegnerischen AV über die Außenbahn überlaufen und unsere IV ohne Kompaktheit schnell ins Schwimmen geraten kann, wenn man es schnell spielt - da kann man dankbar sein, dass das nicht so viele können. Wenn man so will, hat es also diese Saison nicht lange gedauert, bis ein erster Trainer aufzeigen konnte, wie es gegen die 3er Kette geht. Dass Herrlich dieser Trainer ist, ist dann schon ein Alarmsignal. Verstärkt wurde das dann sogar nochmal durch unsere Wechsel, durch die ich dann keine Struktur mehr in unserem Spiel gesehen habe, da man zwar weiterhin eine 3er Kette gespielt hat, aber viele Spieler auf Positionen, die ihnen nicht besonders gut stehen, sodass die Grundausrichtung theoretisch zwar nicht geändert wurde, aber praktisch schon. Das hilft dann eben auch nicht, wenn man in Plan A feststeckt, diesen aber eigentlich gar nicht mehr mit mehr Leben füllen kann, weil die Bank bzw. die Wechsel das nicht hergeben.

Natürlich muss man auch anfügen, dass das heute körperlich auch nicht genug war, aber eine Taktik muss bei unserer Anzahl an Spielen und der verfügbaren Qualität immer so gut sein, dass man einen individuell so unterlegenen Gegner gar keine Chance lässt, dass er sich so ins Spiel zurückkämpfen kann, wie das nach 25-30 Minuten heute passierte. Ansonsten muss man doch mehr Flexibilität beweisen, weil Plan A nicht gut genug ist, gegen die meisten Teams. Vielleicht kommt das Favre aber auch gar nicht so Unrecht, weil das Spiel ganz gut zeigte, dass die 3er Kette nicht die Lösung aller Probleme ist, selbst wenn sie diese bislang recht gut verstecken konnte.
BVB - Taktik-Thread |#4544
27.09.2020 - 08:06 Uhr
Nach dem gestrigen Spiel verstehe ich sogar Favre, wenn er sagt, "wir müssen geduldiger spielen".

Aber was heißt das, "noch langsamer" davon gehe ich nicht aus, dass er das meint. Auch wenn wir zu Beginn des Spiel's 2 bis 3 gute Aktionen hatten, eines konnte man schon klar erkennen, so dicht wie's da im letzten 3tel wird, dass wird ein "hartes Brett", dass es hier zu bohren gibt.

Wenn ein Hummels auch noch 20 Meter im gegnerischen Spielfeld nach vorne verteidigt, bleibt kein Platz mehr für saubere Aktionen und dann läuft das Spiel so wie gestern, d.h. man rennt sich immer mehr fest, es werden Räume für den Gegner mehr, es kommt immer Unzufriedenheit (Unruhe) in die Mannschaft und dann fängst dir einen Gegentreffer nach einer Standardsituation.

Wie haben wir in der Vergangenheit Tore erzielt, man kam über die Seite mit Tempo und konnte so immer gefährliche Situationen kreieren.
Wenn wir denn Gegner wie gestern so massiv in die eigene hälfte drängen und die machen es wie gestern sehr gut, haben wir ein echtes Problem.

Ich bin der Meinung, wir müssen die gegnerische Mannschaft mitspielen lassen, auf jedem Fall müssen sie mehr Ballbesitz haben um hier auch mehr nach vorne machen zu können.
Gladbach spielte letzte Woche mit und wie haben wir dann unsere Tore erzielt?

Darum kann es schon sein, dass unsere jungen Jungs gestern, die Taktik selbst in die Hand genommen haben und gleich von der 1 Minute den Gegner einfach keine Chance zu lassen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Herzog10 am 27.09.2020 um 08:07 Uhr bearbeitet
BVB - Taktik-Thread |#4545
27.09.2020 - 09:00 Uhr
Zitat von Herzog10
Nach dem gestrigen Spiel verstehe ich sogar Favre, wenn er sagt, "wir müssen geduldiger spielen".

Aber was heißt das, "noch langsamer" davon gehe ich nicht aus, dass er das meint. Auch wenn wir zu Beginn des Spiel's 2 bis 3 gute Aktionen hatten, eines konnte man schon klar erkennen, so dicht wie's da im letzten 3tel wird, dass wird ein "hartes Brett", dass es hier zu bohren gibt.

Wenn ein Hummels auch noch 20 Meter im gegnerischen Spielfeld nach vorne verteidigt, bleibt kein Platz mehr für saubere Aktionen und dann läuft das Spiel so wie gestern, d.h. man rennt sich immer mehr fest, es werden Räume für den Gegner mehr, es kommt immer Unzufriedenheit (Unruhe) in die Mannschaft und dann fängst dir einen Gegentreffer nach einer Standardsituation.

Wie haben wir in der Vergangenheit Tore erzielt, man kam über die Seite mit Tempo und konnte so immer gefährliche Situationen kreieren.
Wenn wir denn Gegner wie gestern so massiv in die eigene hälfte drängen und die machen es wie gestern sehr gut, haben wir ein echtes Problem.

Ich bin der Meinung, wir müssen die gegnerische Mannschaft mitspielen lassen, auf jedem Fall müssen sie mehr Ballbesitz haben um hier auch mehr nach vorne machen zu können.
Gladbach spielte letzte Woche mit und wie haben wir dann unsere Tore erzielt?

Darum kann es schon sein, dass unsere jungen Jungs gestern, die Taktik selbst in die Hand genommen haben und gleich von der 1 Minute den Gegner einfach keine Chance zu lassen.

Aber das Spiel wurde aus BVB-Sicht doch schlechter, als man angefangen hat, Augsburg im Spielaufbau etwas Luft zu lassen. Vorher hatte man das Spiel total im Griff, war ausschließlich in der gegnerischen Hälfte und hatte sogar Torchancen. Bis zu den beiden etwas härteren Fouls der Gastgeber bzw. der Rudelbildung war es ja wirklich ein guter Auftritt mit teils schönen schnellen Kombinationen, danach hat zu lange (bis zur Hummels-Chance kurz vor Schluss) die Durchschlagskraft gefehlt und es fällt ein überflüssiges (beginnt bei Cans unnötigem Foul und hört bei Bürki auf) Gegentor, anstatt dass man vorher selbst in Führung geht.

•     •     •

Wer uns in unser’m Stolz verletzt, der macht das nur einmal! Eine Liebe, die für alle Zeiten hält!
BVB - Taktik-Thread |#4546
27.09.2020 - 09:49 Uhr
Aus meiner Sicht gibt es folgende Probleme:

1. Unsere 5er Kette, im eigenen Ballbesitz, beraubt uns EINER Anspielstation im Mittelfeld.

2. Bei Körperlichkeit des Gegners wird man schnell eingeschüchtert, auch wenn man da oft die Spielleitung des Schiedsrichters hinterfragen muss. Denn wenn sich unsere Spieler wehren, dann gibt es oft erst da die 1. Gelbe Karte und das natürlich für uns.

3. Die Ballverluste die zu Gegentoren führen, passieren sehr oft beim Spielaufbau durch die Mitte beim eigentlich simplen Flachpassspiel.

4. Gegenpressing kann man eigentlich simpel umgehen, indem man nicht zum Mitspieler "hineilt" und ihn unterstützen möchte, sondern den Raum in der Tiefe sucht um den hohen Diagonalpass zu fordern. Denn ansonsten macht man das Spielfeld nur kleiner und das spielt dem Gegner in die Karten. Zudem kann der Gegner aus einem hohen Ball nicht so einfach einen Konter fahren da so ein Ball erst verarbeitet werden muss.
Wenn man mit 4er Kette spielt kommt man auch besser in den Kampf um die "zweiten Bälle" denn es wäre ja ein Spieler mehr in diesen Räumen unterwegs.

Fortsetzung folgt ... bin aber erst einmal auf Reaktionen von Euch gespannt. Verlegen

•     •     •

"Sich erheben, immer und immer wieder, bis die Lämmer zu Löwen werden."
BVB - Taktik-Thread |#4547
27.09.2020 - 10:12 Uhr
Zitat von linkef8

Zitat von Herzog10

Nach dem gestrigen Spiel verstehe ich sogar Favre, wenn er sagt, "wir müssen geduldiger spielen".

Aber was heißt das, "noch langsamer" davon gehe ich nicht aus, dass er das meint. Auch wenn wir zu Beginn des Spiel's 2 bis 3 gute Aktionen hatten, eines konnte man schon klar erkennen, so dicht wie's da im letzten 3tel wird, dass wird ein "hartes Brett", dass es hier zu bohren gibt.

Wenn ein Hummels auch noch 20 Meter im gegnerischen Spielfeld nach vorne verteidigt, bleibt kein Platz mehr für saubere Aktionen und dann läuft das Spiel so wie gestern, d.h. man rennt sich immer mehr fest, es werden Räume für den Gegner mehr, es kommt immer Unzufriedenheit (Unruhe) in die Mannschaft und dann fängst dir einen Gegentreffer nach einer Standardsituation.

Wie haben wir in der Vergangenheit Tore erzielt, man kam über die Seite mit Tempo und konnte so immer gefährliche Situationen kreieren.
Wenn wir denn Gegner wie gestern so massiv in die eigene hälfte drängen und die machen es wie gestern sehr gut, haben wir ein echtes Problem.

Ich bin der Meinung, wir müssen die gegnerische Mannschaft mitspielen lassen, auf jedem Fall müssen sie mehr Ballbesitz haben um hier auch mehr nach vorne machen zu können.
Gladbach spielte letzte Woche mit und wie haben wir dann unsere Tore erzielt?

Darum kann es schon sein, dass unsere jungen Jungs gestern, die Taktik selbst in die Hand genommen haben und gleich von der 1 Minute den Gegner einfach keine Chance zu lassen.

Aber das Spiel wurde aus BVB-Sicht doch schlechter, als man angefangen hat, Augsburg im Spielaufbau etwas Luft zu lassen. Vorher hatte man das Spiel total im Griff, war ausschließlich in der gegnerischen Hälfte und hatte sogar Torchancen. Bis zu den beiden etwas härteren Fouls der Gastgeber bzw. der Rudelbildung war es ja wirklich ein guter Auftritt mit teils schönen schnellen Kombinationen, danach hat zu lange (bis zur Hummels-Chance kurz vor Schluss) die Durchschlagskraft gefehlt und es fällt ein überflüssiges (beginnt bei Cans unnötigem Foul und hört bei Bürki auf) Gegentor, anstatt dass man vorher selbst in Führung geht.


Nach der Rudelbildung und den Fouls wurde man aufgewühlt und, wenn du aufegewühlt bist kannst du nicht mehr zu 100% die richtigen Entscheidungen treffen inklusive von Einflüssen auf ein sauberes Passpiel.Das aber gehört beim spielen gegen einen tiefen Block dazu das man sich nicht davon beeinflussen lässt, wenn doch Fehler passieren fängt die Progression wieder von vorne an oder frisst direkt ein Konter, was umso mehr frustriert-ein Teufelkreislauf.Am Ende hatte man gefühlt 3-0-7 gespielt, weil man eh all in gegangen als man Rapha und später Meunier runternahm.Die Bank gab ehrlich gesagt keine Leute her die wirklich das Momentum auf uns hätten schieben können.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von 1a2a3a am 27.09.2020 um 10:12 Uhr bearbeitet
BVB - Taktik-Thread |#4548
27.09.2020 - 10:30 Uhr
Mir sind gestern unabhängig vom Ergebnis besonders drei Sachen aufgefallen, die ich als schlecht erachte:

1. Du kannst den Gegner nur müde spielen, wenn du die Seiten SCHNELL verlagerst. Dies ist gestern insbesondere bei Witsel und Akanji überhaupt nicht passiert. Während es bei Witsel vor allem das fehlende Tempo beim laufen mit Ball ist, spielte Akanji gestern jeden Ball mit viel zu wenig Tempo. So hatte Augsburg nie Probleme sich auf die Seitenverlagerungen einzustellen und wir hatten keinen Raumgewinn.

2. Konter: Favre hat selbst bereits einige Male gesagt:“Eine Top-Mannschaft muss kontern können.“ Auch gestern gab es einige wenige Situationen in denen Augsburg aufgerückt war und sich kontermöglichkeiten ergeben hätten, diese aber sofort abgebrochen wurden bzw. das Tempo deutlich zu langsam war, um diese erfolgreich umzusetzen.

3. unter anderem sind diese fehlenden Konter auch dadurch bedingt, dass die Mannschaft für meinen Geschmack bei gegnerischem ballbesitz zu tief steht. Hierbei gebe ich nicht Favre die Schuld, denn meiner Meinung nach ist die Mannschaft einfach nicht für hohes stehen gemacht - wir haben kaum pressing Spieler und insbesondere Hummels und can haben ihre Stärken nicht in 1 vs. 1 Laufduellen. Dies führt dazu, dass wir die Gegner oft unnötig stark machen und selbst einen längeren Weg zum gegnerischen Tor haben, sodass sich die Gegner in Ruhe wieder stellen können.
BVB - Taktik-Thread |#4549
27.09.2020 - 10:39 Uhr
Zitat von 1a2a3a

Zitat von linkef8

Zitat von Herzog10

Nach dem gestrigen Spiel verstehe ich sogar Favre, wenn er sagt, "wir müssen geduldiger spielen".

Aber was heißt das, "noch langsamer" davon gehe ich nicht aus, dass er das meint. Auch wenn wir zu Beginn des Spiel's 2 bis 3 gute Aktionen hatten, eines konnte man schon klar erkennen, so dicht wie's da im letzten 3tel wird, dass wird ein "hartes Brett", dass es hier zu bohren gibt.

Wenn ein Hummels auch noch 20 Meter im gegnerischen Spielfeld nach vorne verteidigt, bleibt kein Platz mehr für saubere Aktionen und dann läuft das Spiel so wie gestern, d.h. man rennt sich immer mehr fest, es werden Räume für den Gegner mehr, es kommt immer Unzufriedenheit (Unruhe) in die Mannschaft und dann fängst dir einen Gegentreffer nach einer Standardsituation.

Wie haben wir in der Vergangenheit Tore erzielt, man kam über die Seite mit Tempo und konnte so immer gefährliche Situationen kreieren.
Wenn wir denn Gegner wie gestern so massiv in die eigene hälfte drängen und die machen es wie gestern sehr gut, haben wir ein echtes Problem.

Ich bin der Meinung, wir müssen die gegnerische Mannschaft mitspielen lassen, auf jedem Fall müssen sie mehr Ballbesitz haben um hier auch mehr nach vorne machen zu können.
Gladbach spielte letzte Woche mit und wie haben wir dann unsere Tore erzielt?

Darum kann es schon sein, dass unsere jungen Jungs gestern, die Taktik selbst in die Hand genommen haben und gleich von der 1 Minute den Gegner einfach keine Chance zu lassen.

Aber das Spiel wurde aus BVB-Sicht doch schlechter, als man angefangen hat, Augsburg im Spielaufbau etwas Luft zu lassen. Vorher hatte man das Spiel total im Griff, war ausschließlich in der gegnerischen Hälfte und hatte sogar Torchancen. Bis zu den beiden etwas härteren Fouls der Gastgeber bzw. der Rudelbildung war es ja wirklich ein guter Auftritt mit teils schönen schnellen Kombinationen, danach hat zu lange (bis zur Hummels-Chance kurz vor Schluss) die Durchschlagskraft gefehlt und es fällt ein überflüssiges (beginnt bei Cans unnötigem Foul und hört bei Bürki auf) Gegentor, anstatt dass man vorher selbst in Führung geht.


Nach der Rudelbildung und den Fouls wurde man aufgewühlt und, wenn du aufegewühlt bist kannst du nicht mehr zu 100% die richtigen Entscheidungen treffen inklusive von Einflüssen auf ein sauberes Passpiel.Das aber gehört beim spielen gegen einen tiefen Block dazu das man sich nicht davon beeinflussen lässt, wenn doch Fehler passieren fängt die Progression wieder von vorne an oder frisst direkt ein Konter, was umso mehr frustriert-ein Teufelkreislauf.



Richtig, für mich hat Augsburg nicht mehr am Spiel teilgenommen, sondern lediglich den Ball besser halten können, nachdem die ersten Konter saßen, weil sie mehr Raum hatten und das dann meist recht schnell nach vorne gespielt haben, wo sie nun desöfteren einen eigenen Mann gefunden haben - dazu hatte ich gestern zur Halbzeit im STT aber schon etwas geschrieben. Wenn immer mehr Raum aufgeht und das Gegenpressing des BVB nicht mehr greift, geht natürlich automatisch die Dominanz im Ballbesitz verloren. Das hat dann aber weniger mit Augsburg zu tun, als mit dem BVB, der zu viel Kompaktheit verloren hat, was schrittweise geschah, indem Augsburg tiefsten und höchsten BVB Spieler immer weiter auseinanderzog. Das geschah aber zu Beginn fast nur Off-Ball, mit guten Laufwegen, die uns in Rotationen brachten, die allzu sehr individuelle Schwächen herausstellen und vor allem in den Zwischenräumen von IV und DM dann für viel Platz für Augsburg sorgte. Im Endeffekt war es daher nicht so, dass der BVB den Augsburgern mehr das Spiel überließ, sondern man nur selbst mehr Räume hergab.


Am Ende hatte man gefühlt 3-0-7 gespielt, weil man eh all in gegangen als man Rapha und später Meunier runternahm.Die Bank gab ehrlich gesagt keine Leute her die wirklich das Momentum auf uns hätten schieben können.


Im Prinzip war man auf der Bank nur nicht mehr weiter für die 3er Kette aufgestellt. Daher wäre ein Wechsel zur 4er Kette angezeigt gewesen, wodurch man auch Augsburg allein im besagten Zwischenraum IV-DM eine neue Aufgabe gegeben hätte, weil hier dann mindestens ein Mann mehr gewesen wäre, der die Räume zugemacht hätte, wo Augsburg fast alles initial hinspielte, was am Ende gefährlich wurde. Dazu hätte man mit Sancho und Reyna die AV attackieren können, statt mit Meunier, der dafür schlicht nicht geeignet ist und nicht genutzt werden kann, wie Hakimi. Auch Guerreiro ist kein Spieler, mit dem man über den Flügel attackieren kann. Dafür ist er zu sehr Raumdeuter, der nach innen zieht, um dort ins Kombinationsspiel zu kommen. Um die gegnerischen AV zu überlaufen, wo Augsburg Platz ließ, weil sie lediglich das Zentrum kompakt hielten, hatte man daher nicht die passenden Spieler im 3er Ketten System. Favre selbst sagte ja nach dem Spiel auch, dass man es verpasst habe mehr über den Flügel zu spielen. Daran ist er aber eben auch durch die unterlassene Systemumstellung selbst Schuld, weil die Wechsel effektiv tatsächlich ein 3-0-7 oder bestenfalls 3-1-6 provozierte und jede Struktur verloren ging. Dabei hätte es vermutlich keinen Wechsel für die Systemumstellung benötigt. Mich würde daher zu gerne interessieren, wer oder was Favre daran hindert, warum er so in die 3er Kette gezwungen wird, obwohl man in der Vorbereitung ja sah, dass er zur 4er Kette will. Diese mangelhafte Flexibilität, die mit dieser Kaderzusammenstellung schlichtweg notwendig ist - auch wenn ich lieber einen allgemein funktionierenden Plan A hätte -, hat meines Erachtens gestern die Punkte gekostet. Ich glaube jedenfalls, dass Augsburg gegen eine 4er Kette defensiv mehr Probleme gehabt hätte und die Konterabsicherung letztendlich sogar besser gewesen wäre, weil man die Schnittstellen, die gestern für die gefährlichen Augsburger Angriffe sorgten, besser besetzt hätte - also auch zwischen AIV und Schienen. So war ein Spieler der 3er Kette nicht zum ersten Mal offensiv quasi ein toter Mann, der defensiv aber auch keinen Zusatznutzen hatte.

Konkret zum Thema Geduld noch: an sich hat Favre damit immer Recht, weil es sich so vielseitig auslegen lässt, dass man sich damit immer etwas zurechtzimmern kann. Grundsätzlich meint Favre meines Erachtens allerdings damit, dass man sich den Gegner besser zurechtlegen muss, bevor man attackiert und dabei schlechte Bälle riskiert. Beispielhaft waren hier vor allem Meuniers Pässe und Flanken gestern, die schlichtweg Murks waren und sehr weit weg von Favres bisher offenbartem Spielverständnis waren. Damit ist daher nicht langsamer spielen gemeint - eher das Gegenteil -, aber nicht so ungeduldig auf die Torchance, die mit der Aktion eh nicht vielversprechend ist. Im Grunde muss man sich dabei ja immer nur im Kopf behalten, dass Favre den xG immer gerne schlagen will, um es zu verstehen. Es geht darum bestmögliche Chancen herauszuspielen, die man schlussendlich noch effektiver verwandelt.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 27.09.2020 um 10:40 Uhr bearbeitet
BVB - Taktik-Thread |#4550
27.09.2020 - 13:44 Uhr
Zitat von BVBBC

Konkret zum Thema Geduld noch: an sich hat Favre damit immer Recht, weil es sich so vielseitig auslegen lässt, dass man sich damit immer etwas zurechtzimmern kann. Grundsätzlich meint Favre meines Erachtens allerdings damit, dass man sich den Gegner besser zurechtlegen muss, bevor man attackiert und dabei schlechte Bälle riskiert. Beispielhaft waren hier vor allem Meuniers Pässe und Flanken gestern, die schlichtweg Murks waren und sehr weit weg von Favres bisher offenbartem Spielverständnis waren. Damit ist daher nicht langsamer spielen gemeint - eher das Gegenteil -, aber nicht so ungeduldig auf die Torchance, die mit der Aktion eh nicht vielversprechend ist. Im Grunde muss man sich dabei ja immer nur im Kopf behalten, dass Favre den xG immer gerne schlagen will, um es zu verstehen. Es geht darum bestmögliche Chancen herauszuspielen, die man schlussendlich noch effektiver verwandelt.


Das Problem dabei ist doch, dass uns gewisse Gegner auch mit großer Geduld keine Geschenke geben und über 90 Minuten diszipliniert verteidigen. Deshalb ist es meiner Meinung nach verständlich dass auch unsere Spieler irgendwann die Geduld verlieren, weil sie merken, dass das Warten auf die Fehler der Gegner zu nichts führt.
Solche Situationen hatten wir schon unzählige Male, wo das Geduldsspiel einfach nicht aufging und wir dann zum Glück einen Ausnahmespieler hatten, namentlich Sancho, der mit Einzelaktionen für Chancen und Tore sorgte. Also meistens dann wo wir auch mal Risiko in Kauf nahmen und Fehler bei den Gegner erzwungen haben.
Ich glaube einfach dass unsere Spieler nicht dieses Naturell haben, 80 Minuten lang den Ball umher zu passen und dann aus einem Fehler das Tor zu machen um 1:0 zu gewinnen. Und weil das nicht dem Naturell der Spieler entspricht, wird Favre vermutlich auch immer die Ungeduld beanstanden.
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