Borussia Dortmund Borussia Dortmund
deadline-day banner

BVB - Taktik-Thread

20.01.2006 - 12:09 Uhr
BVB - Taktik-Thread |#4551
27.09.2020 - 13:52 Uhr
@BVBBC Da stimme ich zu Favre meint mit Geduld den richtigen Pass im richtigen Moment zu spielen um aus Chancen hochklassige Abschlüsse zu generieren aber dafür darf man nicht frustriert sein und mit dem Kopf durch die Wand gehen.Sprich zurechtlegen und dann wenn was frei ist sei es durch Fehler des Gegners oder Raumöffnung da zu sein und diese Möglichkeiten zu nutzen gegen einen tiefen Block.Sloganmäßig wäre das ein "Hot body cold mind".Auch die Aussagen von fehlenden diagonalen Pässen für Progression und mangelhafte bespielen der Seiten wurden u.a. auch in der PK genannt.
Das hat man gemerkt das die Spieler durch die Fouls und der Spielweise schnell Frustration aufbauten und sich nicht mehr fokussieren konnten.Dann kommen wie du bereits erwähnt hast keine sonderliche gute bis keine Alternativen dazu für eine 3er Kette
4er Kette wäre interessant gewesen.Wen hättest du ins MF geschickt?

Ich denke Ansatz mit einem extrem überlagerten Zentrum war gut die Ausführung ab der 25. war grausig aber dennoch ein möglicher Weg gegen solche Mannschaften.Ich hoffe ja das noch irgendwie ein IV kommt damit man die 4er Kette realistischer macht in der Liga.
BVB - Taktik-Thread |#4552
27.09.2020 - 13:59 Uhr
Meiner Meinung nach fehlt es uns mindestens 1, wenn nicht sogar 2 dribbler. Agierst du gegen dieses Augsburg von gestern im 4-3-3 wo die Außenpositionen nicht von meunier als verkappten rm belagert werden, sondern von sancho und mr. x und jagt ihn in 1 gg 1 Duelle an der Grundlinie gegen Lago/ frambeger, ist es eine Frage der Zeit bis gefährliche Situationen entstehen. Stattdessen, haben wir so unfassbar viel ähnliche spielertypen, die zentral agieren, technisch alle toll ausgebildet sind, aber keiner richtig im 1 gg 1 was ausrichten kann.
Passt ganz gut, das wir gegen Ende 6-7? Zentrale Spieler auf dem Feld hatten...
Nächster Punkt ist, wenn wir auf den Außenbahnen Platz haben, dauert es locker 3-4 Sekunden bis der Ball dort landet, weil er über 2-3 Stationen dort hingespielt wird, bis dahin ist die komplette gegnerische Mannschaft wieder verschoben, das hat keinen Sinn. Das muss viel schneller gehen, mittlerweile glaube ich aber das in der Mannschaft, außer Hummels, keiner dazu in der Lage ist einen hohen diagonalball zu spielen, witsel hat so oft die Möglichkeit, aber da passiert rein her nichts. So ist das halt auch irgendwann nicht mehr schwierig zu verteidigen...

•     •     •

.
BVB - Taktik-Thread |#4553
27.09.2020 - 14:29 Uhr
Für mich als Außenstehenden scheint das zwar eher eine Frage der Transferpolitik als eine der Taktik mit dem nun vorhandenen Spielermaterial, aber mMn hat der BVB zu viel Ressourcen im ZM gebündelt, die dort nicht ansatzweise alle zu Spielzeit kommen können: Witsel, Can, Delaney, Dahoud, Brandt, Bellingham.... für 2 Positionen. Weil es aber insbesondere in der Abwehr an Masse und Klasse mangelt, werden nun diese Spieler auf anderen Positionen zweckentfremdet, was auch suboptimal ist.

Irgendwie fehlt mir die klare Festlegung auf ein System und die Aufstellung eines dazu passenden (!) Kaders. Will man 3er-Kette spielen, dann braucht es dazu ausreichend IVs und dazu offensivstarke Linienläufer (ich sehe weder die IVs noch den Läufer für rechts), aber keine 6 ZM. Dennoch spielt man mit diesem System.
Für die 4er-Kette ist man ansich ganz ok aufgestellt, dort fehlt aber der LV mit ausreichend Defensivkompetenz.

Ich denke, dass man sich einen Gefallen getan hätte, das ZM auszumisten (und nicht weiter aufzublähen) und das Kapital in die wenigstens zu einem System passende Ausrüstung der Abwehr zu stecken.

•     •     •

X:" Wie wär's mit Fucile?"
UH:" Kenn' ich nicht!"
KHR:" Ist das nicht 'ne Nudelsorte?"
(copyright by user transfer_mark)
BVB - Taktik-Thread |#4554
27.09.2020 - 14:42 Uhr
Zitat von 1a2a3a

@BVBBC Da stimme ich zu Favre meint mit Geduld den richtigen Pass im richtigen Moment zu spielen um aus Chancen hochklassige Abschlüsse zu generieren aber dafür darf man nicht frustriert sein und mit dem Kopf durch die Wand gehen.Sprich zurechtlegen und dann wenn was frei ist sei es durch Fehler des Gegners oder Raumöffnung da zu sein und diese Möglichkeiten zu nutzen gegen einen tiefen Block.Sloganmäßig wäre das ein "Hot body cold mind".Auch die Aussagen von fehlenden diagonalen Pässen für Progression und mangelhafte bespielen der Seiten wurden u.a. auch in der PK genannt.



Das Schlimme daran ist: die Probleme waren bereits zur Halbzeit recht offensichtlich, obwohl die erste Hälfte überwiegend gut war. Favre hat nach dem Spiel direkt - also sogar schon vor der PK - die Probleme präzise aufgezeigt. Lösungen zur Halbzeitpause und im Verlauf der zweiten Hälfte, hatte er aber keine. Im Gegenteil, das war eher taktisch konfus, wie er wechselte und "versuchte" im System zu bleiben.


Das hat man gemerkt das die Spieler durch die Fouls und der Spielweise schnell Frustration aufbauten und sich nicht mehr fokussieren konnten.



Da müssen wir sicher noch cooler werden, nicht nur die Jungen, sondern alle. Für mich wäre es in der Phase vielleicht auch schlicht darum gegangen Augsburg Fouls anzuhängen. Ruhig mal in ungefährlichen Ballverlustzonen - also außen am 16er, mit guter Absicherung - mit Sancho, Reyna und Bellingham in Dribblings gehen und Fouls ziehen, die auf Sicht dann auch Karten geben. Der Schiri gab schließlich ja auch Karten. Können die Augsburger durch die Vorbelastung nicht mehr hinlangen, bekommt man umso mehr Situationen, die man ausspielen kann.


Dann kommen wie du bereits erwähnt hast keine sonderliche gute bis keine Alternativen dazu für eine 3er Kette
4er Kette wäre interessant gewesen.Wen hättest du ins MF geschickt?



Erst mal Can, wobei ich dann Brandt entweder für ihn oder Witsel relativ bald gebracht hätte, je nachdem, was mehr Sinn gemacht hätte vom Spielverlauf. Dazu Meunier zurückgezogen, um die IV defensiv zu unterstützen, sodass nur Guerreiro nach vorne seine Freiheiten bekommt, um dabei seine Läufe ins Zentrum zu machen. Sancho und Reyna hätte ich gerne etwas breiter gesehen - im Grunde so, wie Reyna am Ende gespielt hat, wobei das ohne Absicherung war, was mir daran nicht gefallen hat.


Ich denke Ansatz mit einem extrem überlagerten Zentrum war gut die Ausführung ab der 25. war grausig aber dennoch ein möglicher Weg gegen solche Mannschaften.Ich hoffe ja das noch irgendwie ein IV kommt damit man die 4er Kette realistischer macht in der Liga.


Das sehe ich ähnlich. Grundsätzlich dominiert man ein Spiel am besten über das Zentrum. Wenn man aber zu wenig Verlagerungen reinbekommt, die gerne auch durch das Zentrum laufen, bringt es nichts, weil dann zu viel klein-klein gespielt wird, in Räume, die dafür zu dicht besetzt sind. In den ersten 25 Minuten ist es vor allem der Kette sehr gut gelungen Augsburg in Bewegung zu versetzen. Das war definitiv etwas, um darauf aufzubauen, da das Spiel bis dahin im Aufbau sehr gut war. Allerdings haben wir davor nicht nur zu wenig aus den Chancen gemacht, sondern im Grunde auch zu wenig Chancen herausgespielt. Als Augsburg dann die Raumaufteilung im "Aufbau" verbesserte, haben sie uns dann auseinandergezogen und die - im Grunde klassischen und systemunabhängigen - Probleme begannen von Neuem ...

@Diama Auch das sehe ich ähnlich, was aber eben auch wieder schön zeigt, warum die 3er Kette nur für den Großteil der Verteidigung dem "Naturell" entspricht. Vorne brauchst du schlicht noch mehr Kreativität und Optionen, um den Matchups keine Überzahl zu erlauben, um in jeder Lebenslage die PS auf den Boden zu bringen. Das ist eben auch noch so eine Geschichte gewesen. Augsburg war im Zentrum so massiert, dass sie auf der Außenbahn trotzdem noch AV und AM frei hatten, um sich um unsere Schienen zu kümmern. Da ist dann eben die Chance als Schleicher durchzukommen nicht gegeben. Es benötigt individuelle Überlegenheit in den Skills oder der Dynamik. Daher war das ein gutes Beispiel, warum Hakimi auch gegen tiefstehende Gegner schlicht fehlt, mindestens für die Mitspieler Platz schafft und Meunier das nicht gleichwertig ersetzen kann - das war leider nicht nur ein gebrauchter Tag von ihm, sondern sein Skillset ...
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 27.09.2020 um 14:44 Uhr bearbeitet
BVB - Taktik-Thread |#4555
27.09.2020 - 15:54 Uhr
Zitat von Weekend_Warrior

Für mich als Außenstehenden scheint das zwar eher eine Frage der Transferpolitik als eine der Taktik mit dem nun vorhandenen Spielermaterial, aber mMn hat der BVB zu viel Ressourcen im ZM gebündelt, die dort nicht ansatzweise alle zu Spielzeit kommen können: Witsel, Can, Delaney, Dahoud, Brandt, Bellingham.... für 2 Positionen. Weil es aber insbesondere in der Abwehr an Masse und Klasse mangelt, werden nun diese Spieler auf anderen Positionen zweckentfremdet, was auch suboptimal ist.

Irgendwie fehlt mir die klare Festlegung auf ein System und die Aufstellung eines dazu passenden (!) Kaders. Will man 3er-Kette spielen, dann braucht es dazu ausreichend IVs und dazu offensivstarke Linienläufer (ich sehe weder die IVs noch den Läufer für rechts), aber keine 6 ZM. Dennoch spielt man mit diesem System.
Für die 4er-Kette ist man ansich ganz ok aufgestellt, dort fehlt aber der LV mit ausreichend Defensivkompetenz.

Ich denke, dass man sich einen Gefallen getan hätte, das ZM auszumisten (und nicht weiter aufzublähen) und das Kapital in die wenigstens zu einem System passende Ausrüstung der Abwehr zu stecken.


Würde ich so unterschreiben. So sehr mir Bellingham bisher gefällt, verstehe ich selber nicht warum man nochmal so viel Geld, für einen weiteren ZM, in die Hand genommen hat. Man wollte offensichtlich wider zur 4er-Kette zurückkehren, hat dafür aber die eigentlich Problemstellen, in IV und LV, komplett vernachlässig.

Wir waren, im Zentrum, mit Can, Witsel, Delaney, Brandt, Dahoud, und Raschl, schon so gut aufgestellt wie in keinem anderen Mannschaftsteil... dazu sehe ich persönlich Guerreiro auch im ZM, falls man zur 4er-Kette zurückkehren sollte. Bellingham kann man verpflichten, wenn man 1. das Zentrum, rund um der aufgelisteten Spieler, etwas ausmistet und 2. es nicht auf die Kosten eigentlicher Problemstellen im Kader geht. Beides ist nicht passiert.

Dazu dann die Verpflichtung von Reinier, ein weiterer 10er, der auf dem Flügel weder der Sturmspitze wirklich zur Geltung kommt, obwohl man mit Reyna, Reus, und mit Abstichen Brandt, dort schon mehr als gut besetzt ist, und es rundet die Transferperiode ab. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass man sich auf ein klares Konzept, System und Spielweise, einigen konnte.

Der Kader ist mMn., auch wenn gespickt mit absoluten Top-Spielern, alles andere als rund.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BigDogTinyHome am 27.09.2020 um 15:56 Uhr bearbeitet
BVB - Taktik-Thread |#4556
27.09.2020 - 16:07 Uhr
Was mich am meisten stört sind die Schwächen bei ruhenden Bällen ! Besonders bei eigenen . Wir kriegen immer unzählige Ecken , doch aus keiner entsteht Gefahr .
Aber auch kein verteidigen , sind wir schwach wenn es um ruhende Bälle geht .

Ist ja nicht so das wir nur kleine Leute auf dem Feld haben . Für mich aber unerklärlich wie man so unfassbar wenige Gefahr besonders aus Ecken erzeugen kann .

•     •     •

——— You’ll never Walk alone——-
BVB - Taktik-Thread |#4557
28.09.2020 - 19:29 Uhr
Folgende Beobachtung könnte ich in viele Threads schreiben, ich platziere sie mal hier.

Vergleicht man den FCB mit dem BVB fällt mir schon länger auf, dass beim FCB hohe Bälle als direkte Torvorlage (nicht nur für Kopfbälle) oder als spielverändernde Pässe über gegnerische Spieler hinweg eine viel größere Rolle spielen als beim BVB. Umgekehrt formuliert: Dem BVB scheint es weniger möglich zu sein, durch den Gegner überspielende hohe Pässe/Flanken Torgefährlichkeit zu generieren - oder er soll es nicht.

Schaut man sich den FCB im Viertel- und Halbfinale sowie im Finale der CL und beim 8:0 über Schalke im ersten BL-Spiel der Saison an, kann man feststellen, dass von insgesamt 20 Treffern 13 direkt oder indirekt von einem hohen Pass/einer hohen Flanke eingeleitet wurden.

https://www.youtube.com/watch?v=M0sZ4JTDBCs
https://www.youtube.com/watch?v=DB2ux6Ca4UA
https://www.youtube.com/watch?v=6WiobSWRhAg
https://www.youtube.com/watch?v=tYUeyg3NG_Q

Sucht man nach den letzten 20 Treffern des BVB muss man schon relativ weit zurückgehen. Man kommt auf 7 Spiele, in denen der BVB Treffer erzielt hat, nämlich insgesamt 21.
Extrem auffällig ist, dass von diesen 21 Treffern nur 4 nach hohen Bällen (direkt oder als Spieleröffnung für einen dieser Treffer) erzielt wurden.

https://www.youtube.com/watch?v=v1j3uoesFsg
https://www.youtube.com/watch?v=b0CezpnBtjw
https://www.youtube.com/watch?v=p5ZewH2McEA
https://www.youtube.com/watch?v=BJDRmPjBpFU
https://www.youtube.com/watch?v=Gai4O7evS0k
https://www.youtube.com/watch?v=YJgtlVJLa9s
https://www.youtube.com/watch?v=RUaORAinaoc

Aus diesem Vergleichsbefund lässt sich Folgendes ableiten:

Der FCB scheut in keiner Weise hohe Bälle, sondern er bevorzugt sie sogar relativ gesehen häufiger zur Einleitung von Toren als Flachpässe oder Dribbling, ob nun als direkte hohe Flanke als Assist zum Tor (nicht unbedingt Kopfball), als hohe Flanke von der Grundlinie zurück zentral vor oder in den gegnerischen 16er oder als hohe Flanke auf die Außenbahn über den gegnerischen AV hinweg.
Der BVB hingegen scheut nahezu hohe Bälle in fast jeder Variante und versucht fast ausschließlich über Flachpässe Tore vorzubereiten.

Wichtig ist hier anzumerken, dass es nur geringfügig um hohe Bälle (Flanken) für Kopfballtore geht, sondern generell um das Mittel, mit hohen oder höheren Bällen eine Abwehr zu überspielen und torgefährliche Situationen zu erzeugen. Die Fokussierung des BVB auf Flachpassspiel (bis auf hohe Bälle als Seitenverlagerung) beraubt den BVB offensichtlich eines Mittels zur Entwicklung von Torgefährlichkeit, die der erfolgreichere FCB wie selbstverständlich anwendet, sogar häufiger als das reine Flachpassspiel.

Zu diesem Befund passt auch, das der BVB bei Eckbällen und meist auch bei Freistößen vor dem gegnerischen 16er, wenn dieser wegen Entfernung nicht direkt verwandelt werden kann, auffällig wenig Torgefahr entwickelt.

Zugespitzt formuliert:

Hohe Bälle sind beim BVB (wegen favrescher Risikominderung bei der Ballannahme hoher Bälle?) nahezu verpönt. Das scheint bzgl. der Möglichkeiten, Torgefahr zu entwickeln, wie der Vergleich mit dem FCB zeigt, ein erheblicher Nachteil zu sein.

Wie seht ihr das?

•     •     •

Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; 
aber soviel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.
Georg Christoph Lichtenberg
BVB - Taktik-Thread |#4558
28.09.2020 - 21:02 Uhr
@arche Das war schon zu Kovacs Zeiten so und ich hab damals hier gesagt, dass ich die viele Tiefenläufe der Außenspieler (die in die Mitte des 16ers starten) und den zentralen MFs richtig gut finde, weil sie sehr schwer zu verteidigen sind.

Bayern hat bei eigenem Angriff nicht Stelen 5-6 Mann im Strafraum, bei uns ist es 1-2...da bringt dir ne Flanke natürlich nix.

Flick hat dazu das extrem hohe Pressing eingeführt, was viele Gegnern Probleme bereitet - aber die eigene Abwehr auch anfällig macht, da sie an der Mittellinie stehen muss.

Kurzum: Ich würde mir mehr Tiefe in unserem Spiel wünschen, mehr Leute im 16er und wenige Hackentricks.
BVB - Taktik-Thread |#4559
28.09.2020 - 21:35 Uhr
Zitat von Diama
Zitat von arche

Folgende Beobachtung könnte ich in viele Threads schreiben, ich platziere sie mal hier.

Vergleicht man den FCB mit dem BVB fällt mir schon länger auf, dass beim FCB hohe Bälle als direkte Torvorlage (nicht nur für Kopfbälle) oder als spielverändernde Pässe über gegnerische Spieler hinweg eine viel größere Rolle spielen als beim BVB. Umgekehrt formuliert: Dem BVB scheint es weniger möglich zu sein, durch den Gegner überspielende hohe Pässe/Flanken Torgefährlichkeit zu generieren - oder er soll es nicht.

Schaut man sich den FCB im Viertel- und Halbfinale sowie im Finale der CL und beim 8:0 über Schalke im ersten BL-Spiel der Saison an, kann man feststellen, dass von insgesamt 20 Treffern 13 direkt oder indirekt von einem hohen Pass/einer hohen Flanke eingeleitet wurden.

https://www.youtube.com/watch?v=M0sZ4JTDBCs
https://www.youtube.com/watch?v=DB2ux6Ca4UA
https://www.youtube.com/watch?v=6WiobSWRhAg
https://www.youtube.com/watch?v=tYUeyg3NG_Q

Sucht man nach den letzten 20 Treffern des BVB muss man schon relativ weit zurückgehen. Man kommt auf 7 Spiele, in denen der BVB Treffer erzielt hat, nämlich insgesamt 21.
Extrem auffällig ist, dass von diesen 21 Treffern nur 4 nach hohen Bällen (direkt oder als Spieleröffnung für einen dieser Treffer) erzielt wurden.

https://www.youtube.com/watch?v=v1j3uoesFsg
https://www.youtube.com/watch?v=b0CezpnBtjw
https://www.youtube.com/watch?v=p5ZewH2McEA
https://www.youtube.com/watch?v=BJDRmPjBpFU
https://www.youtube.com/watch?v=Gai4O7evS0k
https://www.youtube.com/watch?v=YJgtlVJLa9s
https://www.youtube.com/watch?v=RUaORAinaoc

Aus diesem Vergleichsbefund lässt sich Folgendes ableiten:

Der FCB scheut in keiner Weise hohe Bälle, sondern er bevorzugt sie sogar relativ gesehen häufiger zur Einleitung von Toren als Flachpässe oder Dribbling, ob nun als direkte hohe Flanke als Assist zum Tor (nicht unbedingt Kopfball), als hohe Flanke von der Grundlinie zurück zentral vor oder in den gegnerischen 16er oder als hohe Flanke auf die Außenbahn über den gegnerischen AV hinweg.
Der BVB hingegen scheut nahezu hohe Bälle in fast jeder Variante und versucht fast ausschließlich über Flachpässe Tore vorzubereiten.

Wichtig ist hier anzumerken, dass es nur geringfügig um hohe Bälle (Flanken) für Kopfballtore geht, sondern generell um das Mittel, mit hohen oder höheren Bällen eine Abwehr zu überspielen und torgefährliche Situationen zu erzeugen. Die Fokussierung des BVB auf Flachpassspiel (bis auf hohe Bälle als Seitenverlagerung) beraubt den BVB offensichtlich eines Mittels zur Entwicklung von Torgefährlichkeit, die der erfolgreichere FCB wie selbstverständlich anwendet, sogar häufiger als das reine Flachpassspiel.

Zu diesem Befund passt auch, das der BVB bei Eckbällen und meist auch bei Freistößen vor dem gegnerischen 16er, wenn dieser wegen Entfernung nicht direkt verwandelt werden kann, auffällig wenig Torgefahr entwickelt.

Zugespitzt formuliert:

Hohe Bälle sind beim BVB (wegen favrescher Risikominderung bei der Ballannahme hoher Bälle?) nahezu verpönt. Das scheint bzgl. der Möglichkeiten, Torgefahr zu entwickeln, wie der Vergleich mit dem FCB zeigt, ein erheblicher Nachteil zu sein.

Wie seht ihr das?


Genau meine Beobachtung, die ich auch heute erst im Favre Thread angesprochen habe. Wir schränken uns dadurch unnötig im Angriff ein was die Variabilität betrifft. Wie du schon sagst nutzen die Bayern diese hohen Bälle auch nicht immer als direkte Vorlage sondern positionieren sich sehr kompakt im und um den Strafraum, wo auch der Ball hinein geschlagen wird, wodurch sie auch sehr oft die zweiten Bälle gewinnen und daraus erst das Tor resultiert.
Mag natürlich sein dass statistisch betrachtet durch Flanken wenig Tore fallen, aber dafür sorgen diese für Gefahr und Unordnung in der gefährlichen Zone des Gegners. Deshalb werde ich es nie verstehen wieso man nicht alle Mittel eingesetzt die einem zur Verfügung stehen. Zumal wir mittlerweile eine sehr robuste Mannschaft haben, die auch hohe Bälle gewinnen kann.


Genau das gleiche meinte ich mit verschiedenen Aussagen zuletzt auch. Mir geht es da noch nichtmal um direkt Torvorbereitung oder -einleitung.

Wir definieren unser Spiel ja jetzt schon länger über hohe Ballbesitzanteile. Seitenverlagerungen gehen bei uns aber zu 99% über mindestens 3-4 Stationen. Das ist dann einfach relativ leicht zu verteidigen bzw. ist es für uns schwer so Lücken zu reißen.

Bei Bayern sieht man es extrem häufig, dass von einem IV/DM ein langer hoher Diagonalball auf die andere Seite gespielt wird. Ist dort bereits genug Platz geht es mit Zug zum Tor. Ist es das nicht, wird der Ball häufig schnell eine Position zurückgespielt und von dort genauso auf die andere Seite gespielt.

Dadurch muss der Gegner ständig in hohem Tempo verschieben um die Räume zu schließen und es entstehen sehr oft eben früher oder später Lücken.

Mir fällt es so oft auf, dass bei uns auf einer Seite extrem viel Platz und ein freier Spieler steht, es sich aber so gut wie keiner traut (ob auf Anweisung oder nicht) den direkten Ball dorthin zu spielen.
Stattdessen wird dann sehr oft über 2 IV (auch das dann ohne viel Tempo) die Seite verlagert.

Meiner Meinung ist das eigentlich eine sehr gute Möglichkeit so Spiele wie gegen Augsburg anders zu gestalten.
BVB - Taktik-Thread |#4560
28.09.2020 - 21:38 Uhr
Zitat von arche
Folgende Beobachtung könnte ich in viele Threads schreiben, ich platziere sie mal hier.

Vergleicht man den FCB mit dem BVB fällt mir schon länger auf, dass beim FCB hohe Bälle als direkte Torvorlage (nicht nur für Kopfbälle) oder als spielverändernde Pässe über gegnerische Spieler hinweg eine viel größere Rolle spielen als beim BVB. Umgekehrt formuliert: Dem BVB scheint es weniger möglich zu sein, durch den Gegner überspielende hohe Pässe/Flanken Torgefährlichkeit zu generieren - oder er soll es nicht.

Schaut man sich den FCB im Viertel- und Halbfinale sowie im Finale der CL und beim 8:0 über Schalke im ersten BL-Spiel der Saison an, kann man feststellen, dass von insgesamt 20 Treffern 13 direkt oder indirekt von einem hohen Pass/einer hohen Flanke eingeleitet wurden.

https://www.youtube.com/watch?v=M0sZ4JTDBCs
https://www.youtube.com/watch?v=DB2ux6Ca4UA
https://www.youtube.com/watch?v=6WiobSWRhAg
https://www.youtube.com/watch?v=tYUeyg3NG_Q

Sucht man nach den letzten 20 Treffern des BVB muss man schon relativ weit zurückgehen. Man kommt auf 7 Spiele, in denen der BVB Treffer erzielt hat, nämlich insgesamt 21.
Extrem auffällig ist, dass von diesen 21 Treffern nur 4 nach hohen Bällen (direkt oder als Spieleröffnung für einen dieser Treffer) erzielt wurden.

https://www.youtube.com/watch?v=v1j3uoesFsg
https://www.youtube.com/watch?v=b0CezpnBtjw
https://www.youtube.com/watch?v=p5ZewH2McEA
https://www.youtube.com/watch?v=BJDRmPjBpFU
https://www.youtube.com/watch?v=Gai4O7evS0k
https://www.youtube.com/watch?v=YJgtlVJLa9s
https://www.youtube.com/watch?v=RUaORAinaoc

Aus diesem Vergleichsbefund lässt sich Folgendes ableiten:

Der FCB scheut in keiner Weise hohe Bälle, sondern er bevorzugt sie sogar relativ gesehen häufiger zur Einleitung von Toren als Flachpässe oder Dribbling, ob nun als direkte hohe Flanke als Assist zum Tor (nicht unbedingt Kopfball), als hohe Flanke von der Grundlinie zurück zentral vor oder in den gegnerischen 16er oder als hohe Flanke auf die Außenbahn über den gegnerischen AV hinweg.
Der BVB hingegen scheut nahezu hohe Bälle in fast jeder Variante und versucht fast ausschließlich über Flachpässe Tore vorzubereiten.

Wichtig ist hier anzumerken, dass es nur geringfügig um hohe Bälle (Flanken) für Kopfballtore geht, sondern generell um das Mittel, mit hohen oder höheren Bällen eine Abwehr zu überspielen und torgefährliche Situationen zu erzeugen. Die Fokussierung des BVB auf Flachpassspiel (bis auf hohe Bälle als Seitenverlagerung) beraubt den BVB offensichtlich eines Mittels zur Entwicklung von Torgefährlichkeit, die der erfolgreichere FCB wie selbstverständlich anwendet, sogar häufiger als das reine Flachpassspiel.

Zu diesem Befund passt auch, das der BVB bei Eckbällen und meist auch bei Freistößen vor dem gegnerischen 16er, wenn dieser wegen Entfernung nicht direkt verwandelt werden kann, auffällig wenig Torgefahr entwickelt.

Zugespitzt formuliert:

Hohe Bälle sind beim BVB (wegen favrescher Risikominderung bei der Ballannahme hoher Bälle?) nahezu verpönt. Das scheint bzgl. der Möglichkeiten, Torgefahr zu entwickeln, wie der Vergleich mit dem FCB zeigt, ein erheblicher Nachteil zu sein.

Wie seht ihr das?


Genau meine Beobachtung, die ich auch heute erst im Favre Thread angesprochen habe. Wir schränken uns dadurch unnötig im Angriff ein was die Variabilität betrifft. Wie du schon sagst nutzen die Bayern diese hohen Bälle auch nicht immer als direkte Vorlage sondern positionieren sich sehr kompakt im und um den Strafraum, wo auch der Ball hinein geschlagen wird, wodurch sie auch sehr oft die zweiten Bälle gewinnen und daraus erst das Tor resultiert.
Mag natürlich sein dass statistisch betrachtet durch Flanken wenig Tore fallen, aber dafür sorgen diese für Gefahr und Unordnung in der gefährlichen Zone des Gegners. Deshalb werde ich es nie verstehen wieso man nicht alle Mittel eingesetzt die einem zur Verfügung stehen. Zumal wir mittlerweile eine sehr robuste Mannschaft haben, die auch hohe Bälle gewinnen kann.

Gerade wo man das schreibt schießt Liverpool das 2:1 gegen Arsenal. Natürlich durch eine Flanke (sogar aus dem Halbfeld) Lachend
  Post-Optionen
Den kompletten Thread wirklich löschen?

  Paten-Optionen
Möchtest Du den Beitrag wirklich löschen?
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Lesezeichen
  Abonnierte Threads
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Post-Optionen
Nutze die Thread-Suche, wenn Du diesen Post in einen anderen Thread verschieben möchtest. Drücke Thread erstellen, wenn aus diesem Post ein eigenständiger Thread werden soll.
Widerruf Tracking & Cookies

Du hast erfolgreich deine Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die du zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt hast. Du kannst dich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden. Bitte beachte, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wende dich diesbezüglich an datenschutz@transfermarkt.de.