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Ein Stimmungsbarometer

12.03.2015 - 09:48 Uhr
Als der Schiedsrichter beim Stande von 0:1 der SpVgg an diesem Dienstagabend zum Halbzeittee pfeifft, möchte ich mehr über die Stimmung der eingefleischten Fanszene auf der Südtribüne des Hachinger Sportparks erfahren.

Auf dem Weg mich des Inhalts meiner Vesica urinaria zu entledigen, ergibt sich kurzerhand die Gelegenheit zu einem Gespräch mit einem Anhänger der Periferia Combattente.

Die Verärgerung über die jüngste Entwicklung des Drittligisten steht dem jungen Mann buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Mit minutiöser Sorgfalt versucht er mir nach und nach die Vielzahl der Geschehnisse in der jüngeren Vergangenheit aus seiner Sicht darzustellen.

In seinem Enthusiasmus mir diese Dinge zu erläutern fällt er von einem Themenbereich in der nächsten. Im Verlaufe seines offensichtlich anregenden Monologs schließt sich uns ein weiterer interessierter Zuhörer an, welcher sich schnell in der wohl gleichen Weise den Worten unseres jungen Redners gebannt sieht.

Von Vetternwirtschaft, Veruntreuung und leeren Versprechungen ist die Rede. Für einen Moment spüre ich eine Form von Empathie in mir, ehe ich von zwei weiteren Anhängern der Szene höflich darauf hingewiesen werde, dass man gerne bereit ist, meinen Wissensdurst zu stillen. Die Lage, so der allgemeine Tenor sei inzwischen derart angestrengt, dass ein Dialog mit den Verantwortlichen von Vorstand und Präsidium kaum mehr möglich sei.

Offensichtlich ist man seitens der Vereinsführung entschlossen sämtliche Fahnen, Doppelhalter und Banner zu personalisieren. Uneinigkeit herrscht über die Intension der Verantwortlichen, so sieht man sich in Teilen seiner Persönlichkeitsrechte (Kontrollfunktion durch Registrierung) aber auch dem subjektiven Recht auf freie Rede sowie freie Äußerung und öffentliche Verbreitung seiner Meinung beraubt. Eine Antwort auf die Frage nach dem Warum? oder dem Zeitpunkt? dieser Vereinsresolution, kann mir niemand geben; diese Frage möchte ich mir selbst beantworten.

So spüre ich in diesen Minuten sehr wohl den Mut, das Engagement und auch das Feuer, dieser jungen heranwachsenden Fangemeinde der SpVgg Unterhaching. Jugendhafte Fussballromantiker, die nicht gewillt sind ihresgleichen, der schier übermächtigen Konkurrenz aus München nachzueifern. In gestikulierenden Ausführungen versucht man mir überzeugend darzustellen, dass es hier um die Fürsorgspflicht einer Passion geht, einer positiven Bürde die dieser jungen Generation von der schwindenen Aufstiegsgeneration auferlegt worden ist.

Die Mannschaften kommen zurück. Der Stadionsprecher schwört die 1200 Zuschauer lautstark auf die zweiten 45 Minuten ein. "Selbst bei uns sind die Leute inzwischen Müde geworden" gibt mir der freundliche junge Mann unter dem Beifall der versprengten Menge auf Südtribüne noch mit auf den Weg. Es stellt sich ein, dass Gefühl der Verzweiflung auch bei mir. Auch der sehenswerte Treffer zum zwischenzeitlichen Ausgleich schürt nur kurz die Hoffnung. 1:2 heisst es nach 90. Minuten.

Als ich das Stadion verlasse denke ich an den Mut, das Engagement und auch das Feuer. Es lodert aber es brennt nicht mehr...
Ein Stimmungsbarometer |#1
12.03.2015 - 20:04 Uhr
Zitat von Hachinger1925
Als der Schiedsrichter beim Stande von 0:1 der SpVgg an diesem Dienstagabend zum Halbzeittee pfeifft, möchte ich mehr über die Stimmung der eingefleischten Fanszene auf der Südtribüne des Hachinger Sportparks erfahren.
Auf dem Weg mich des Inhalts meiner Vesica urinaria zu entledigen, ergibt sich kurzerhand die Gelegenheit zu einem Gespräch mit einem Anhänger der Periferia Combattente.
Die Verärgerung über die jüngste Entwicklung des Drittligisten steht dem jungen Mann buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Mit minutiöser Sorgfalt versucht er mir nach und nach die Vielzahl der Geschehnisse in der jüngeren Vergangenheit aus seiner Sicht darzustellen.
In seinem Enthusiasmus mir diese Dinge zu erläutern fällt er von einem Themenbereich in der nächsten. Im Verlaufe seines offensichtlich anregenden Monologs schließt sich uns ein weiterer interessierter Zuhörer an, welcher sich schnell in der wohl gleichen Weise den Worten unseres jungen Redners gebannt sieht.
Von Vetternwirtschaft, Veruntreuung und leeren Versprechungen ist die Rede. Für einen Moment spüre ich eine Form von Empathie in mir, ehe ich von zwei weiteren Anhängern der Szene höflich darauf hingewiesen werde, dass man gerne bereit ist, meinen Wissensdurst zu stillen. Die Lage, so der allgemeine Tenor sei inzwischen derart angestrengt, dass ein Dialog mit den Verantwortlichen von Vorstand und Präsidium kaum mehr möglich sei.
Offensichtlich ist man seitens der Vereinsführung entschlossen sämtliche Fahnen, Doppelhalter und Banner zu personalisieren. Uneinigkeit herrscht über die Intension der Verantwortlichen, so sieht man sich in Teilen seiner Persönlichkeitsrechte (Kontrollfunktion durch Registrierung) aber auch dem subjektiven Recht auf freie Rede sowie freie Äußerung und öffentliche Verbreitung seiner Meinung beraubt. Eine Antwort auf die Frage nach dem Warum? oder dem Zeitpunkt? dieser Vereinsresolution, kann mir niemand geben; diese Frage möchte ich mir selbst beantworten.
So spüre ich in diesen Minuten sehr wohl den Mut, das Engagement und auch das Feuer, dieser jungen heranwachsenden Fangemeinde der SpVgg Unterhaching. Jugendhafte Fussballromantiker, die nicht gewillt sind ihresgleichen, der schier übermächtigen Konkurrenz aus München nachzueifern. In gestikulierenden Ausführungen versucht man mir überzeugend darzustellen, dass es hier um die Fürsorgspflicht einer Passion geht, einer positiven Bürde die dieser jungen Generation von der schwindenen Aufstiegsgeneration auferlegt worden ist.
Die Mannschaften kommen zurück. Der Stadionsprecher schwört die 1200 Zuschauer lautstark auf die zweiten 45 Minuten ein. "Selbst bei uns sind die Leute inzwischen Müde geworden" gibt mir der freundliche junge Mann unter dem Beifall der versprengten Menge auf Südtribüne noch mit auf den Weg. Es stellt sich ein, dass Gefühl der Verzweiflung auch bei mir. Auch der sehenswerte Treffer zum zwischenzeitlichen Ausgleich schürt nur kurz die Hoffnung. 1:2 heisst es nach 90. Minuten.
Als ich das Stadion verlasse denke ich an den Mut, das Engagement und auch das Feuer. Es lodert aber es brennt nicht mehr...


Sehr interessant, danke für den Beitrag. Aber lodert das Feuer nur noch, wegen der genannten Gründe, oder gibt es noch andere Gründe? Hat das Mitglied der Gruppe eventuell noch erwähnt, ob in naher Zukunft ein Umdenken denkbar ist?
Ein Stimmungsbarometer |#2
14.03.2015 - 00:01 Uhr
Ich denke: Zum Umdenken wird der Verein den ersten Schritt tun müssen. Die Chancen dafür schätz ich als eher schlecht ein. Aber wer weiß das schon.

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27.10.2015: Marinovic - Dombrowka, Winkler, Welzmüller, Bauer - Taffertshofer, Rosenzweig (46. Nicu) - Steinherr (86. Reisner), Sieghart, Piller (64. Marseiler) - Einsiedler
Ein Stimmungsbarometer |#3
17.03.2015 - 22:40 Uhr
Update in der Causa Stimmung: Auf der nach oben offenen Kindergarten-Skala werden neue Spitzenwerte gemessen.

Der Verein lässt über den Fanbetreuer "bis zu 100 Freikarten" für die Süd herausgeben - Bedingung: Die Empfänger müssen "unterstützen und anfeuern".

Klingt erstmal harmlos - im Lichte dieser ganzen Affäre ist das aber so peinlich, dass mir fast die Worte fehlen. Offenbar versucht man (ehe man sich mit den Ultras an einen Tisch setzt), sich ad hoc eine neue Fanszene heranzuzüchten. Das ist nicht nur ein Himmelfahrtskommando, sondern auch ein Armutszeugnis und zeigt deutlich, dass in der Vereinsführung trotzige Kinderchen sitzen...

Ich schäme mich zunehmend für die Gesamtsituation in diesem Club und schlage vor: Sperrt's zu. Für wen denn noch das ganze Kasperletheater... Gut: Für mich, 30-40 andere Herzblutfans und gefühlte fünf Angestellte. Aber ist das ein Grund, in diesem Big Business? Die Damen auf der Geschäftsstelle und Schromm finden schon einen neuen Job, Copado und Wörns (hat den eigentlich mal wer gesehen?) brauchen nun wirklich keinen.

Ich bin am Samstag auf eine wichtige private Veranstaltung in 500 Kilometer Entfernung eingeladen, und dachte ernsthaft drüber nach, da 3-4 Stunden zu spät zu kommen, um das Spiel sehen zu können. Aber nach all dem Rotz hier, von Finanz- und Fan- bis zu sportlichen ***** en-Problemen (pardon) fehlt mir dazu nun wirklich der Antrieb.

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27.10.2015: Marinovic - Dombrowka, Winkler, Welzmüller, Bauer - Taffertshofer, Rosenzweig (46. Nicu) - Steinherr (86. Reisner), Sieghart, Piller (64. Marseiler) - Einsiedler
Ein Stimmungsbarometer |#4
18.03.2015 - 11:40 Uhr
In Anbetracht der zu erwartenden Heerschaften an "neuen Fans" werde ich dann wohl auch lieber "Platz machen" und auf meinen angedachten Besuch verzichten. Hey, was passiert eigentlich, wenn die 100 neuen Fans keine Stimmung machen? Müssen Sie dann nachträglich Eintritt zahlen.

Spaßmodus aus. Jetzt haben sie sich endgültig auf allen Ebenen der Lächerlichkeit preis gegeben. Eine Vereinsführung, die es nicht nur schafft, systematisch Sponsoren zu vergraulen und nicht in der Lage, bzw. nicht Willens ist, einen Vermarkter einzuschalten, will jetzt allen Ernstes die letzten verbliebenen Fans loswerden und gegen Jubelperser eintauschen? So eine Vereinsführung hat definitiv keine Zukunft mehr. Das war's!
Ein Stimmungsbarometer |#5
18.03.2015 - 14:14 Uhr
Für mich kann es jetzt eigentlich nur eine Reaktion der bestehenden Fanszene geben! Ich hoffe, man weiß was zu tun ist!
Ein Stimmungsbarometer |#6
18.03.2015 - 17:24 Uhr
Wir hätten vor Jahren die Nummer "Neues aus Unterhaching" vom DSF übernehmen sollen und eine Daily Reality Sitcom daraus machen sollen - wir würden in Geld und Zuschauern schwimmen, denn soviel Real Satire und Absurditäten fallen keinem Autor ein!
Ein Stimmungsbarometer |#7
18.03.2015 - 21:21 Uhr
Allerdings - und soviel Stolz muss noch in der dunkelsten Stunde sein - mit deutlicher Konkurrenz von den 60ern. Die haben ja sogar wirklich eine Daily Sitcom.

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27.10.2015: Marinovic - Dombrowka, Winkler, Welzmüller, Bauer - Taffertshofer, Rosenzweig (46. Nicu) - Steinherr (86. Reisner), Sieghart, Piller (64. Marseiler) - Einsiedler
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