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Finanzthread

22.07.2010 - 08:13 Uhr
Finanzthread |#81
16.04.2021 - 16:34 Uhr
Zitat von malcom3

Zitat von TheSuperdude

Werder benötigt das Kapital, um operativ weiter handlungsfähig bleiben zu können. Die Nummer mit der Anleihe ist aus Sicht der Werder Bremen GmbH & Co. KG in meinen Augen schon okay. Nur wie eben geschrieben. Für unbedarfte Fans und Kleinanleger eine echt risikobehaftete Asset-Klasse.


Wo soll das hinführen?
Wir brauchen das Geld um aktuell handlungsfähig zu bleiben, die Betonung liegt auf aktuell. Dafür zahlen wir in den nächsten 5 Jahren 6 Mio.€ Zinsen und müssen irgendwie die 20 MIo.€ zusammensparen, die wir ja jetzt schon nicht haben.
Also müsste man auf die 5 Jahre Laufzeit jedes Jahr 5,2 Mio.€ Zurück legen.
Die Corona-Krise ist aber noch lange nicht vorbei, das Loch wird also noch größer werden, ich sehe dieses Jahr noch keine Fans in den Stadien und bis zur ursprünglichen Auslastung an die 100% glaube ich die ganze nächste Saison noch nicht.
Wie soll eine zusammengesparte und mit Fehlinvestitionen besetzte Mannschaft durch sportlichen Erfolg die Finanzlücke ausgleichen? Dies wird so nicht möglich sein.
Die extrem teuren und risikobehafteten Transfers in Einklang mit dem Beschleuniger Corona werden den Verein finanziell zu Grunde richten und ich bin mir nicht sicher ob es dafür noch 5 Jahre bedarf.


Du hast natürlich völlig Recht mit dem was Du schreibst. Leider sind die Möglichkeiten von Werder jedoch aktuell sehr begrenzt. Üblicherweise erscheinen an dieser Stelle zu Recht die Verweise auf Alemania Aachen, Kaiserslautern etc.

Aber es geht auch anders. Ich denke da an Borussia Dortmund, die in schlimmster Phase ihr Vereins-Enblem verpfänden mussten. Das Comeback war wirtschaftlich aber fulminant! Es kamen eben Leute die straight und kompetent gewesen sind. Hut ab vor Herrn Watzke an dieser Stelle.

Warum soll das bei Werder Bremen nicht möglich sein? Im Verein fehlen wirklich Leute mit Visionen, Strahlkraft und Power! Es bedingt natürlich Aktivität sich diese zu suchen. Man muss schon selber tätig werden, die guten Leute kommen eher nicht von selbst oder fallen vom Himmel. Baumann und Bode? Lethargie pur…

Gleiches gilt für das Heranziehen finanzstarker Partner. Hier passiert seit Jahren gar nichts herausragendes. Die muss man sich auch selbst heranholen, die wachsen nicht einfach so an Bäumen. Die Errungenschaften der letzten Zeit haben die Fans jedenfalls nicht wirklich glücklich gemacht. Leider hat man hierbei auch das Zepter des Handels teilweise aus der Hand gegeben (Sport5 oder so was)… Man traut es sich wohl selbst nicht zu. Outsourcing ist durchaus eine gängige Art und Weise strukturell etwas zu verschlanken und Prozesse zu vereinfachen, aber hier ist es auch eher irgendwie unglücklich gelaufen.

Aber gerade jetzt redet man in Fußball-Deutschland ganz offen über das Kippen der 50+1 Regel. Hier muss man bei Werder schon jetzt, besser gestern, am besten vorgestern proaktiv sein, wuselig und findig nach Partnern zu suchen. Ich erwarte, dass man potentielle Geldgeber umwirbt und becirct. Und wenn Baumann und Filbry im Ballkleid vorstellig werden. Und ich denke direkt ganz groß. Ich denke an Amazon, Google, Alibaba, Tencent und Facebook. Warum eigentlich nicht? Hört sich nach Wahnsinn an, ich weiß, aber warum eigentlich nicht? Vorbild NFL! Aber wie ich Werder kenne macht man wieder gar nichts und lässt alles einfach so jeden Zug an sich vorbeirauschen…

Es muss einfach Werders natürlicher Anspruch sein, so weit wie möglich oben mitzuspielen und immer wieder Kandidat für die europäischen Wettbewerbe zu sein. Das ist einerseits sicher ein alter Anspruch aus vergangenen Tagen. Zum anderen reden wir hier aber auch über den 2. der ewigen Bundesligatabelle hinter Bayern und dem Verein mit den zweitmeisten Pokalsiegen nach Bayern, der längsten Bundesligazugehörigkeit sowie einer wirklich glorreichen Vergangenheit im internationalen Geschäft. Man ist also schon nicht irgendwer und könnte sich viiiiiiiiiiiiel besser verkaufen, auch wenn man das Gefühl bekommt, ein graues-Maus-Image wurde bewusst herbeigeführt…
Als Wirtschaftsunternehmen ist Werder Bremen eben auch eine Marke. Jede Marke muss aber auch gepflegt werden.

Das Label Werder muss attraktiv sein. Für Fans und Angestellte (Spieler). Hier geht es allerdings nur rapide bergab. War man früher so eine Art Adidas, Puma oder Nike, ist man heute eher das Model Hummel oder Deichmann Hausmarke. Ich persönlich muss mir jedes Wochenende hart überlegen, ob ich mir ein Werderspiel „antue“. Corona macht´s dann doch wieder möglich. Auch jeder Fußballprofi überlegt es sich mittlerweile lieber dreimal, ob er sich diesen Schuh anzieht.
Status Quo: Der schlechteste und unattraktivste Fußball der Liga, unsympathisches zuweilen unfaires Verhalten an der Seitenlinie (hört sich an wie in der Kreisliga) und das Selbstverständnis eines Kellerkindes.

Selbstredend wird das ein mordsmäßig schwieriger Gang zurück dahin, wo man schon einmal stand bzw. sich für eine neue Zukunft rechtzeitig gut zu positionieren . Fordern kann jeder und ich fordere gerade verdammt sehr viel, ist mir klar. Trotzdem erwarte ich, hart zu arbeiten und auch mal unbequeme Entscheidungen zu treffen. Die Chancen nach oben zu kommen sind derzeit wohl nur über exzellente Nachwuchsarbeit herzuleiten, durch formidables weltweites Scouting und mit Top-Personal auf allen Ebenen. Außer eben man schafft den Bezug zu einem wirklich guten großen Investor. Aber warum soll das grundsätzlich nicht möglich sein? Der Mann der den Berg abgetragen hat war der Mann der angefangen hat die kleinen Stein wegzuräumen.

Durch Vereinsmeierei wird dies jedenfalls nicht erreichbar sein. Wenn die erste Qualifikation Vereinszugehörigkeit sein muss, geht dies mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zwangsläufig schief. Dann ist von vornherein klar, dass bestimmte Posten wiederkehrend mit durchschnittlichem Personal oder schlechter besetzt werden. Schon der alte Buffet wusste, dass jedes Unternehmen irgendwann von einem absoluten Voll ***** en geführt wird… Wehe Werder hat dann kein eingreifendes Korrektiv!

•     •     •

Woe to you, oh earth and sea
For the Devil sends the beast with wrath
Because he knows the time is short
Let him who hath understanding reckon the number of the beast
For it is a human number
Its number is six hundred and sixty-six

-Buch der Offenbarung-

Dieser Beitrag wurde zuletzt von TheSuperdude am 16.04.2021 um 16:37 Uhr bearbeitet
Finanzthread |#82
17.04.2021 - 10:04 Uhr
Zitat von Gullivero
Im Grunde sehe ich den wirtschaftlichen Teil auch so. Ich bin aber nicht so pessimistisch von einem Dauerzustand auszugehen. Die Frage ist für mich, wie lange die Pandemie noch anhält und wie sich Werder danach aufstellt. Wenn wir wieder in die Stadien dürfen, wird die Bundesliga meiner Meinung nach einen neuen Boom erleben. Die Leute sind so ausgehungert, nachdem über einen so langen Zeitraum niemand in die Stadien durfte, dass ich fest davon ausgehe, dass die nächste Saison unter normalen Bedingungen zur “Dauerparty” wird. Da wir jetzt in Corona gezwung3n waren unseren Etat zu reduzieren und das mit Abgängen teurer Spieler (Moisander, Selassie, Osako...) hoffentlich weiter tun, wird dann finanziell schon was hängen bleiben. Das darf dann natürlich nicht gleich wieder in teure Spieler investiert werden. Wir werden halt noch einige Jahre an dem Kurs auf junge Leute wie Schmid, Agu, Mbom & Co. zu setzen festhalten müssen. Im nächsten Jahr müssen genau diese Jungs den nächsten Schritt machen und Spieler wie Mina, Goller, Dinkci oder Woltemade müssen sich so entwickeln, wie die 3 erstgenannten in dieser Saison. Ausserdem bin ich sicher, das insbesondere England und Spanien nach der Pandemie sehr schnell wieder in den alten Modus zurück fallen, was uns Transfererlöse bringt, wenn sich ein Spieler richtig entwickelt. Mit viel Glück kann da dann auch mal einer dabei sein, der den Verein auf einen Schlag saniert.
Da es aber eher unwahrscheinlich ist, dass wir in den nächsten zwei Jahren aus einem Transfer 50 Mio Einnehmen, wäre die Entschuldung wohl eher ein Prozess, der ein pasr Jahre dauert. Und damit kämpfen wir sportlich aus meiner Sicht die nächsten 3-5 Jahre gegen den Abstieg.
Ich glaube aber schon, dass wir eine relistische Chance haben in Liga 1 zu blieben. Vereinen wie Mainz, Augsburg, Freiburg oder Köln geht es ja nicht anders.

Bei aller Kritik hier finde ich das gerade Baumann, Kohfeldt und Fritz das aktuell recht gut machen.
Ich sehe niemanden dem ich das besser zutrauen würde. Ein Top Mann wäre natürlich Rangnik. Der hatte aber überall wo er bisher war Unmengen an Geld zur Verfügung. Ich glaube der würde bei uns nicht funktionieren.

Ich hoffe das Trio Baumi, Flo und Fritz bleibt uns langfristig erhalten.


Naja “Boom” ist auch irgendwie schwierig. Stimme dir grundsätzlich zu, dass die Leute Durst nach Live Events haben werden aber mehr als 40,000 kriegste trotzdem nicht ins Weserstadion, so dass sich da keine größeren Expansionsmöglichkeiten ergeben. Im Gegenteil könnte sich dieser Durst vielleicht auf Dauer noch negativ auf TV Verträge auswirken (wobei ich da doch eher meine Zweifel hab).
Mittelfristig wird man auf wirtschaftlich wohl auf Pre-Covid Level zurückkehren, was heißt, ab und an paar Milliönchen an EK aufbauen (in guten Jahren).

Fritz wird wohl auf Dauer, Baumann beerben und ich find das auch grundlegend positiv wenn man einen langfristigen Personalplan hat. Allerdings sollte man diesen auch nicht blind durchziehen. Die aktuelle Saison wird für mich ein Erfolg sein sofern man den Klassenerhalt erreicht, grottiger Fußball hin oder her.

Danach wird sich Baumann allerdings auch mal wieder zeigen müssen. Die letzten Transfers waren eher von mäßigem sportlichen Erfolg und finanziell eben auch fast ein Nackenschlag. Eichin hat in seiner Zeit von “kreativen” Transfers gesprochen, diese muss Baumann auch wieder realisieren müssen. Delaney, Ludde, Kruse waren ohne Zweifel sehr starke Transfers, Selke, Bittencourt aber auch Fülle allerdings weniger.
Finanzthread |#83
17.04.2021 - 14:58 Uhr
Zitat von Eifelturm2017
Zitat von Vela7

Zitat von malcom3

Zitat von TheSuperdude

Werder benötigt das Kapital, um operativ weiter handlungsfähig bleiben zu können. Die Nummer mit der Anleihe ist aus Sicht der Werder Bremen GmbH & Co. KG in meinen Augen schon okay. Nur wie eben geschrieben. Für unbedarfte Fans und Kleinanleger eine echt risikobehaftete Asset-Klasse.


Wo soll das hinführen?
Wir brauchen das Geld um aktuell handlungsfähig zu bleiben, die Betonung liegt auf aktuell. Dafür zahlen wir in den nächsten 5 Jahren 6 Mio.€ Zinsen und müssen irgendwie die 20 MIo.€ zusammensparen, die wir ja jetzt schon nicht haben.
Also müsste man auf die 5 Jahre Laufzeit jedes Jahr 5,2 Mio.€ Zurück legen.
Die Corona-Krise ist aber noch lange nicht vorbei, das Loch wird also noch größer werden, ich sehe dieses Jahr noch keine Fans in den Stadien und bis zur ursprünglichen Auslastung an die 100% glaube ich die ganze nächste Saison noch nicht.
Wie soll eine zusammengesparte und mit Fehlinvestitionen besetzte Mannschaft durch sportlichen Erfolg die Finanzlücke ausgleichen? Dies wird so nicht möglich sein.
Die extrem teuren und risikobehafteten Transfers in Einklang mit dem Beschleuniger Corona werden den Verein finanziell zu Grunde richten und ich bin mir nicht sicher ob es dafür noch 5 Jahre bedarf.

So funktioniert das System mit Anleihen ja nicht. Wenn die Anleihe sich normal entwickelt, die Zinsen bezahlt werden und Werder weiterhin stabil bleibt - auch jetzt ist man finanziell gesehen stabil, das wird nur aufgrund der erstmaligen Schulden sehr dramatisch dargestellt - dann wird das Interesse an der Neuauflage dieser Anleihe sehr groß sein. Da investieren Menschen ihr Geld und bekommen eine recht gute Rendite. Das Risikoverhältnis würde ich hier als moderat einstufen, wenn man die Anleihe ins Portfolio einstreut. Wenn man seine hart ersparten 5-10k investiert, würde ich immer davon abraten. Aber dafür gibt es in Deutschland ja die Pflicht zur Anlageberatung.

Zurück zum SVW: Im Endeffekt deckt man das Corona-Loch von 35 Mio. € durch 20 Mio. € aus dem Kredit sowie den 30 Mio. € aus der Anleihe. Das sichert unter dem Strich die Investition in das neue JLZ. Dies ist genau genommen ein cleverer Schritt, da die Anleihe deutlich leichter zu platzieren ist, als die komplette Finanzierung über Kredite, da die Banken deutlich mehr Absicherung benötigen.

Zeitgleich ist die Anleihe Sichtbetone gute Möglichkeit mit Investoren ins Gespräch zu kommen. Wenn es dann wirklich zu einer Beteiligung kommt, kann der Imvestor die Anleihe direkt ablösen. Das sind einfache Einstiegsmöglichkeiten, die man so generiert. Allein die Tatsache, dass man vor der Zeichnung bereits 10 Mio. € von Investoren einsammeln konnte, stimmt hier optimistisch.

Ob man sich nun bei potentiellen Investoren anbieten und ihnen den Hof machen muss, weiß ich nicht. In meinen Augen sollte so etwas auf Augenhöhe stattfinden, da man eine Partnerschaft anstrebt und kein Abhängigkeit. Die Nachhaltigkeit ist hier sehr entscheidend. Werder kann sich Sprunghaftigkeit eines strategischen Partners nicht leisten. Aus diesem Grund halte ich es auch für schwierig, eine Partnerschaft mit den großen US-Unternehmen (Amazon, Facebook etc.) anzustreben. Diese Unternehmen sind unberechenbar hinsichtlich ihrer Strategie und Schnelllebigkeit.


Zumal die Firmen wie Amazon, Facebook oder Tesla kein Sponsoring nötig haben. Es sind alles bereits Weltmarken und die können mit einen Sponsoring nichts anfangen. Selbst in den USA Sponsoren sie keine Sportvereine, oder? Mir sind jedenfalls keine bekannt.
Wenn internationale Großkonzerne einsteigen, dann bei Vereinen die aktuell bereits Erfolgreich sind und das Risiko des Scheiterns sehr begrenzt ist.

Hertha hatte ja auch von Tesla und sonstigen Größen geträumt und was ist es jetzt?


Lese aus betriebswirtschaftlichem Interesse in den Finanzthreads anderer Clubs mit. Wollte hier kurz reingrätschen, weil in einer Tour "Sponsoring" und "Beteiligungsfinanzierung mit Eigenkapital" durcheinandergeworfen wird. Ein Sponsoring taucht bei dem Verein als Umsatz auf, bei dem Sponsor als Aufwand, also Kosten. Die Gegenleistung ist die Präsenz des Sponsors bei dem Verein, in welcher Form auch immer (z.B. Trikotsponsor, Namensrechte am Stadion oder Bandenwerbung). Bei einer Übernahme gibt das Unternehmen dem Verein (genauer gesagt der Kapitalgesellschaft) Eigenkapital und bekommt dafür Anteile an der Gesellschaft. Dementsprechend: Mitspracherecht und Gewinnbeteiligung.

Hier wird von Amazon, Tesla und Facebook als Investoren geredet, was natürlich völlig abwegig ist, da diese Unternehmen keinen Verein in ihrem Portfolio haben wollen. Als Investoren kommen höchstens Private-Equity Firmen (wie z.B. Tennor bei Hertha) oder wohlhabende Privatpersonen in Frage. Auch bei Hertha hat man dementsprechend von Tesla als Sponsor "geträumt", tatsächlich gab es soweit ich weiß nur irgendeinen losen Kontakt durch Jürgen Klinsmann.

Das wollte ich nur mal eben wertungsfrei gerade ziehen, ansonsten wünsche ich euch morgen viel Glück!

•     •     •

Solange wir zusammen in der Kurve stehen, die Lieder sing´, die Fahnen weh´n...
solange wird die alte Dame nicht untergeh´n, weil wir zu ihr steh´n!
Finanzthread |#84
14.05.2021 - 17:40 Uhr
Ich würde doch gerne mal ein paar Worte sagen, zu den doch mittlerweil zahlreichen Doom-Artikeln die erscheinen bezüglich der prekären finanziellen Situation von Werder.

Die Information, des Risikos einer Zahlungsunfähigkeit stammt aus einem Wertpapierprospekt. Dieser Prospekt unterliegt den Anforderungen der sogenannten "prospectus regulation" seitens der EU. Diese regulation oder Verordnung bestimmt was an Informationen in Prospekte einfliessen muss, sollten die Wertpapiere weitläufig vermarktet werden (was bei Werder der Fall ist). Teil dieser Informationen sind die sogenannten Risikofaktoren (Seite 14 - 40 im Wertpapierprospekt). Da dies regulatorische Pflicht ist, und Missrepräsentation Sanktionen nach sich zieht, ist es nicht unüblich diese Risikofaktorensektion üppig zu füllen, so dass das Risiko der Missrepräsentation (und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Endinvestor vielleicht mal vor Gericht zieht) minimisiert wird.

Zusätzlich dazu, reden wir von einer Anleihe. Das erste Risiko welches es bei einer Anleihe gibt, ja sogar bei Staatsanleihen ist nun mal die Zahlungsunfähigkeit der Emittentin. Das blosse Aufführen dieses Risikos ist aber keineswegs aussagekräftig inwiefern dieses Risiko wahrscheinlich ist.

Ich arbeite selbst in der Luxemburgischen Fondsindustrie, und die meisten Fonds müssen eben auch solche Wertpapierprospekte produzieren und beinhalten ähnliche Wortfassungen. Da die Werder-Anleihe an der Luxemburger Börse "gehandelt" wird und deswegen abgesegnet werden muss von der Luxemburger Finanzaufsicht (CSSF), wundert mich der Inhalt nicht.

Es erscheint mir, als würde jedes Sportblatt, resp. Online-Sportmedium diese Formalität als Ursache für "breaking news" sehen.

Ich will in keinster Weise die prekäre Situation kleinreden, aber man sollte schon die Fakten aufzeigen, wenn die Medien es schon nicht tun.
Finanzthread |#85
27.05.2021 - 07:43 Uhr
Quelle: Deichstube
Allein durch die nicht mehr gültige Kaufverpflichtung für Davie Selke, der nach dem verpassten Klassenerhalt zur Hertha BSC zurückkehrt, sinken die Verbindlichkeiten von 75 auf etwa 61 Millionen Euro. In dieser Summe seien dann auch der über eine Landesbürgschaft abgesicherte 20-Millionen-Euro-Kredit und die Anleihe mit einer erhofften Höhe von 20 Millionen Euro enthalten. Weil es sich dabei um langfristige Verbindlichkeiten handelt, die erst in den nächsten fünf Jahren zurückgezahlt werden müssen, verbleiben kurzfristige Verbindlichkeiten von nur 20 Millionen Euro. Und ein Großteil dieser 20 Millionen Euro würde wiederum durch die Anleihe abgesichert, so Filbrys Rechnung. „Wir spielen da wie immer fair“, betont der Boss des SV Werder Bremen: „Wir können alle Rechnungen bezahlen, das ist das Entscheidende.“


Die Gehaltsreduktion war eine gute Verhandlungssache von Baumann, dies muss man so anerkennen.
Werder hat wohl ca. 60 Mio.€ Verbindlichkeiten/Schulden. 20 Mio.€ sind durch den Kredit mit Landesbürgschaft abgesichert, die anderen 20 Mio.€ erhofft man sich durch die Anleihe und 20-25 Mio.€ sollen durch Spielerverkäufe rein kommen, knappe 10 Mio.€ davon bis Ende Juni.

Wir müssen quasi jetzt Spieler verkaufen und parallel eine wettbewerbsfähige Mannschaft samt neuen Trainer installieren und verantwortlich dafür ist ein Manager welcher die letzten beiden Transferperioden alles in den Sand gesetzt hat und noch keinen externen Trainer verpflichten konnte, das sind verdammt düstere Aussichten.

Um diese Summen einzunehmen müssen wir schon einige Spieler verkaufen, je nachdem wer geht und ich davon ausgehe für Zugänge erst handlungsfähig zu sein, wenn genug „Überschuss“ aus Verkäufen vorhanden ist.
Pavlenka 3-4 Mio.€
Augustinsson 6-7 Mio.€
Friedl 7 Mio.€
Veljkovic 4-5 Mio.€
M.Eggestein 7-8 Mio.€
Rashica 7-8 Mio.€
Sargent 8 Mio.€

Zusätzlich müssen wir in den nächsten Jahren ja auch die Kredite und Anleihe bedienen, hierfür bleibt als Einnahme ja auch nur der Erlös aus Spielerverkäufen.
Unser NLZ ist nicht konkurrenzfähig und wir sind darauf angewiesen Nachwuchsspieler zu integrieren und gewinnbringend weiter zu verkaufen.

Ich hoffe auch das wir uns von anderen Klubs abheben und den Schuldenberg abbauen können, statt wie andere Klubs dann Kredite mit Krediten und Anleihen mit weiteren Anleihen abzulösen, die Zukunft ist verpfändet an der Weser und das alles innerhalb von 2 Jahren nach über 40 Jahren voller Erfolgen und hanseatischen Handeln.

Wir müssen ja quasi bei den langfristigen Verbindlichkeiten Gelder zurück zahlen, welche wir jetzt schon nicht haben, welche in der Vergangenheit ausgegeben wurden, diese aber durch zukünftige Überschüsse getilgt werden müssen.

Zu guter Letzt, was glaub Filbry eigentlich bei folgender Aussage:
Quelle: Deichstube
Die versucht Filbry zu liefern, indem er offensiv vom Wiederaufstieg spricht. Aber noch viel mehr von einer völlig neu zusammengestellten Mannschaft, die angetrieben von einem neuen Trainer richtig viel Spaß machen soll. Sportchef Frank Baumann und Clemens Fritz als Leiter Profi-Fußball hätten schon gute Vorarbeit geleistet, interessante Spieler an der Angel. Der Markt würde durch die Corona-Pandemie einige Möglichkeiten bieten, gerade auch bei ablösefreien Spielern oder Leihgaben. Andere Verpflichtungen seien nicht denkbar. Denn es müssen in diesem Sommer unbedingt Transfererlöse her.

Das ablösefreie Spieler nur darauf warten bei Werder zu unterschreiben, hier sind einige schon wieder vom Markt, nur mit ablösefreien und geliehenen Spielern wird man keine Mannschaft zusammen stellen können, welche um den Aufstieg spielt, bei Abgängen/Substanzverlust der Mannschaft über 25 Mio.€
Zumal man neuen potenziellen Spielern noch nicht mal genau sagen kann wer in Zukunft ihr Trainer sein soll.

Was ich damit sagen will, die aktuelle Mannschaft hat bereits 2.Liga-Niveau und wir verkaufen dann noch für 20-25 Mio.€ Spieler, wollen dafür mit ablösefreien (Handgeld nicht vergessen) und geliehenen Spielern eine attraktive Mannschaft bilden und in einer Liga mit dem HSV, S04, Düsseldorf, Nürnberg, H96 und wohl dem 1.FC Köln um den Aufstieg spielen und dies möchte uns ein GF glaubhaft machen, welcher auch den Abstieg nicht für möglich gehalten hat...

Schalke geht in 3 Wochen bereits ins Trainingslager, bei uns ist noch nichts geklärt, kein neuer Trainer obwohl Kohfeldt schon länger wackelte, kein neuer Spieler bisher und verkauft wurde auch noch niemand, obwohl bekannt war das bspw. Rashica abgegeben wird.
Ich sehe es schon vor meinem geistigen Auge, Last-Minute-Baumi schafft es nicht alles zeitnah abzuarbeiten und der neuen Mannschaft samt Trainer die nötige und ohnehin knappe Zeit zu gewähren sich vor dem Ligastart zu finden.

Desto mehr man darüber nachdenkt, desto mehr wird einen bewusst das Werder aktuell nicht geleitet wird, sondern nur noch reagiert statt zu agieren.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von malcom3 am 27.05.2021 um 07:45 Uhr bearbeitet
Finanzthread |#86
27.05.2021 - 17:52 Uhr
Zitat von malcom3

Quelle: Deichstube
Allein durch die nicht mehr gültige Kaufverpflichtung für Davie Selke, der nach dem verpassten Klassenerhalt zur Hertha BSC zurückkehrt, sinken die Verbindlichkeiten von 75 auf etwa 61 Millionen Euro. In dieser Summe seien dann auch der über eine Landesbürgschaft abgesicherte 20-Millionen-Euro-Kredit und die Anleihe mit einer erhofften Höhe von 20 Millionen Euro enthalten. Weil es sich dabei um langfristige Verbindlichkeiten handelt, die erst in den nächsten fünf Jahren zurückgezahlt werden müssen, verbleiben kurzfristige Verbindlichkeiten von nur 20 Millionen Euro. Und ein Großteil dieser 20 Millionen Euro würde wiederum durch die Anleihe abgesichert, so Filbrys Rechnung. „Wir spielen da wie immer fair“, betont der Boss des SV Werder Bremen: „Wir können alle Rechnungen bezahlen, das ist das Entscheidende.“


Die Gehaltsreduktion war eine gute Verhandlungssache von Baumann, dies muss man so anerkennen.
Werder hat wohl ca. 60 Mio.€ Verbindlichkeiten/Schulden.


Ja, Werder wird Ende Juni um die 60 Mio. € Verbindlichkeiten haben. Aber diese Zahl hat kaum einen Aussagewert. Zu den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten zählen nämlich beispielsweise auch:

- Lohnsteuerverbindlichkeiten, die jeder Erst- und Zweitligaverein hat (da die Lohnsteuer erst im Folgemonat an das Finanzamt abgeführt werden muss).

- Normale Lieferantenrechnungen, die noch nicht fällig sind.

- Zahlungen an andere Vereine und Spielerberater wegen in der Vergangenheit getätigter Spielertransfers. Werder kann z.B. die Ablösesummen für Toprak und Bittencourt in Raten abzahlen (die noch nicht fälligen Raten werden als Verbindlichkeiten ausgewiesen). Ratenzahlungen sind bei Spielertransfers gängige Praxis. Ajax Amsterdan hat Werder Bremen z.B. auch erst einen Teil der Transfersumme von Davy Klaassen überwiesen.

- Erstattungsansprüche von Dauerkarteninhabern wegen der Geisterspiele.

Laut DFL hatte Bayern München zum Stichtag 30. Juni 2019 (also noch vor der Corona-Krise) Verbindlichkeiten von EUR 128 Mio., Dortmund von EUR 115 Mio. und Hertha von EUR 92 Mio. Zum Stichtag 31. Dezember 2019 hatte Frankfurt Verbindlichkeiten von EUR 96 Mio. und Gladbach von EUR 96 Mio. Geht es diesen Vereinen finanziell schlechter als Werder? Definitiv nicht. Und deshalb sagt der Betrag der Gesamtverbindlichkeiten wenig aus.


Relevanter sind die Finanzverbindlichkeiten, also die Verbindlichkeiten, für die Werder Zinsen zahlen muss. Diese beliefen sich bei Werder zum Stichtag 31. Dezember 2020 auf EUR 19,83 Mio. (nach Abzug der Bankguthaben). Zum Vergleich: Schalke hatte zum gleichen Zeitpunkt Finanzverbindlichkeiten von EUR 148,3 Mio. Selbst unter Hinzurechnung der Verbindlichkeiten der Stadiongesellschaft (etwa EUR 60 Mio.) sind Werders Finanzverbindlichkeiten nur etwa halb so hoch wie die von Schalke.

Werder hat jetzt u.a. deshalb einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf, weil Werder die Dauerkarteninhaber für die Geisterspiel-Saison finanziell entschädigen muss. Außerdem sind die Ratenzahlungen, die Werder für vergangene Spielertransfer noch leisten muss und die demnächst fällig sind, um einige Millionen höher als die Ratenzahlungen, die Werder noch von Ajax Amsterdam für Klaassen erhalten wird.

Deshalb begibt Werder die Anleihe und will Transfererlöse erzielen. Durch die Anleihe werden die Finanzverbindlichkeiten deutlich steigen, wohl auf mindestens EUR 35 Mio. Auch unter Berücksichtigung der Anleihe werden Werders Finanzverbindlichkeiten aber weiterhin sehr viel geringer sein als z.B. die von Schalke und ungefähr auf dem Niveau des HSV.

Der "nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag" ist bei Werder zudem nicht einmal halb so hoch wie bei Schalke und auch der HSV weist nur deshalb noch ein positives Eigenkapital aus, weil man die eigene Marke in der Bilanz als ein Vermögenswert von über EUR 40 Mio. ausweist.

Werders finanzielle Situation ist durchaus kritisch (sonst müsste Werder keine Anleihe begeben), aber meines Erachtens aktuell nicht existenzgefährdend (entgegen der reißerischen Berichterstattung von Sportjournalisten, die von Finanzdingen null Ahnung haben).

Wer sich wirklich mit den Wertpapierprospekten auseinandergesetzt hat, kann eigentlich nur zur dem Ergebnis kommen, dass die Werder-Anleihe vom Rendite/Risiko-Verhältnis deutlich attraktiver als die neue Schalke-Anleihe ist. Letztlich sind Fußball-Anleihen aber immer mit Risiken behaftet und auch ein bisschen Liebhaberei. Wer auf das Geld angewiesen ist, sollte generell keine Anleihen von Fußballvereinen erwerben.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von mabo am 27.05.2021 um 17:58 Uhr bearbeitet
Finanzthread |#87
04.06.2021 - 11:13 Uhr
Zitat von malcom3


Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2020/21, also von Anfang Juli bis Ende Dezember 2020, brach der Umsatz gegenüber dem Vorjahr sogar um ein Drittel von 65 auf 43 Millionen Euro ein. Die Personalkosten jedoch blieben gegenüber dem Vorjahreszeitraum praktisch unverändert bei rund 33 Millionen Euro. Damit lag die Personalkostenquote in der ersten Saisonhälfte bei 75 Prozent vom Umsatz – ein Wahnsinnswert, wie ihn selbst die größten Fußball-Finanz-Hasardeure aus Italien, Spanien und der Türkei kaum erreichen.
Der ganze Artikel ist echt heftig zu lesen.


Das unterstreicht nur noch deutlicher wie wenig Kompetenz eigentlich auf GF-Ebene und AR herrscht. Ich lasse die Ausrede Corona für’s Geschäftsjahr 19/20 voll und ganz gelten. Für 20/21 allerdings nicht mehr. Klar kann man nachwievor nix dafür, dass Einnahmen fehlen. Fußball ist und bleibt ein Eventgeschäft und somit mit am härtesten getroffen von der Pandemie, allerdings entzieht sich mir komplett wie man guten Gewissens den Kostenetat auf dem gleichen Niveau belassen konnte, trotz Abgang eines Topverdieners wie Klaassen.

Man wird vermutlich über die Konkurrenzfähigkeit argumentieren, allerdings wissen wie ja wo uns dieser konkurrenzfähige Kader hingeführt hat. Ebenfalls wäre es interessant die Zahlen im Kontext mit anderen Vereinen zu sehen.

Nachwievor unverständlich wie man so viel verbocken kann und trotzdem sicher auf seinem Stuhl sitzen bleiben darf. Da hat unser Finanzchef Filbry mal so richtig seine Finanzkünste ausgepackt. Aber gut, ist ja ne gute Ausrede wenn es 21/22 mal wieder sportlich nicht laufen wird.

Ebenfalls unverständlich wie man in einem Atemzug einem neuen Trainer klar macht, dass finanziell nix läuft und dann eine Ablöse für eben jenen Trainer zu zahlen. Einfach nur noch grotesk.
Finanzthread |#88
04.06.2021 - 18:06 Uhr
Zitat von Schilkseeschnack
Zitat von Lux-men

Zitat von Agraine

Zitat von Lux-men

Zitat von malcom3



Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2020/21, also von Anfang Juli bis Ende Dezember 2020, brach der Umsatz gegenüber dem Vorjahr sogar um ein Drittel von 65 auf 43 Millionen Euro ein. Die Personalkosten jedoch blieben gegenüber dem Vorjahreszeitraum praktisch unverändert bei rund 33 Millionen Euro. Damit lag die Personalkostenquote in der ersten Saisonhälfte bei 75 Prozent vom Umsatz – ein Wahnsinnswert, wie ihn selbst die größten Fußball-Finanz-Hasardeure aus Italien, Spanien und der Türkei kaum erreichen.
Der ganze Artikel ist echt heftig zu lesen.


Das unterstreicht nur noch deutlicher wie wenig Kompetenz eigentlich auf GF-Ebene und AR herrscht. Ich lasse die Ausrede Corona für’s Geschäftsjahr 19/20 voll und ganz gelten. Für 20/21 allerdings nicht mehr. Klar kann man nachwievor nix dafür, dass Einnahmen fehlen. Fußball ist und bleibt ein Eventgeschäft und somit mit am härtesten getroffen von der Pandemie, allerdings entzieht sich mir komplett wie man guten Gewissens den Kostenetat auf dem gleichen Niveau belassen konnte, trotz Abgang eines Topverdieners wie Klaassen.

Man wird vermutlich über die Konkurrenzfähigkeit argumentieren, allerdings wissen wie ja wo uns dieser konkurrenzfähige Kader hingeführt hat. Ebenfalls wäre es interessant die Zahlen im Kontext mit anderen Vereinen zu sehen.

Nachwievor unverständlich wie man so viel verbocken kann und trotzdem sicher auf seinem Stuhl sitzen bleiben darf. Da hat unser Finanzchef Filbry mal so richtig seine Finanzkünste ausgepackt. Aber gut, ist ja ne gute Ausrede wenn es 21/22 mal wieder sportlich nicht laufen wird.

Ebenfalls unverständlich wie man in einem Atemzug einem neuen Trainer klar macht, dass finanziell nix läuft und dann eine Ablöse für eben jenen Trainer zu zahlen. Einfach nur noch grotesk.


Tja, die Spieler haben ja nunmal gültige Verträge. Wie soll man da also den Etat groß senken, ohne Die halbe Mannschaft zu entlassen? Statt Klaassen hatte man ja das Gehalt von Selke, der war im Vorjahreszeitraum ja noch nicht da. Darüberhinaus wird man wohl auf Zuschauereinnahmen irgendwann im Laufe der Saison gesetzt haben, denke das die Zahlen bei anderen BuLi vereinen vergleichbar sein werden.


Naja Selke war 19/20 6 Monate dabei und ich hoffe jetzt für Werder, dass der übernommene Teil des Selkes Gehaltes nicht das Gehalt von Klaassen abgedeckt hat.

Davon mal abgesehen, was will man machen? Ausmisten, Verträge auflösen .. etc. .
Diese Zahlen verdeutlichen ebenfalls umso mehr das falsche Handeln bezüglich der Rashica Personalie im letzten Sommer. Man fragt sich eigentlich wie Budgetrechnungen bei Werder gemacht werden.


Der Umsatzeinbruch muss 2020/21 höher gewesen sein, als der durch den Gehaltsverzicht eingesparte Gesamtbetrag. Selkes Gehalt stand im Vorjahreszeitraum im zweiten Geschäftshalbjahr auf der Kostenseite, doch im ersten Halbjahr fehlten die Zuschauereinnahmen noch nicht. Möglicherweise war Selkes Gehalt in der Größenordnung von Klaassens Gehalt.

Baumann kann man den zweimal gescheiterten Verkauf Rashicas anlasten. Beim Angebot aus England hätte er bereits zuschlagen müssen, falls Aston Villa 30 Mio. geboten hatte. Vielleicht weigerte sich Rashica aber auch, zu Aston Villa zu wechseln.
Spätestens mit Leverkusen hätte sich Baumann einigen müssen.

Zu Filbry: Welche schlechten Finanzkünste wirfst du ihm genau vor?
Wenn der Umsatz unverschuldet einbricht und der Sportdirektor durch Spielerverkäufe die Einnahmenseite nicht erhöht, kann man nicht seine Finanzkünste bzw. seine Arbeit dafür verantwortlich machen, es sei denn, daß er als Vorsitzender der GF in Transferfragen gegenüber dem Sportdirektor weisungsberechtigt ist.
Sonst kann man ihm nur vorwerfen, daß er Werders schlechte finanzielle Lage öffentlich teilweise beschönigt hat.


Als kaufmännischer GF steht man letztendlich in der Verantwortung für den Bereich Finanzen. Dies beinhaltet wahrscheinlich ebenfalls das Festsetzen von jährlichen Budgets, abhängig von Ambitionen und herrschendem Marktumfeld. Dieses Budget widerrum steht der GF Sport zur Verfügung um etwaige Ziele zu erreichen und entsprechende Investitionen zu tätigen.
Wenn man also Stand 30/06/2020 den Corona-Impakt miterlebt hat, samt Umsatzeinbussen, müsste man als Finanzvorstand das doch eigentlich in die Planungen für 20/21 einfliessen lassen. Falls die Umsatzeinbussen wahrscheinlich bestehen bleiben, muss man die Löcher halt mit der Kostenschraube stopfen und / oder Spieler verkaufen.

Ich gebe dir Recht, dass Filbry nicht direkt verantwortlich für Baumann's Unvermögen, hinsichtlich des Rashica's Verkauf ist. Als Finanzvorstand hätte man in der Situation aber sicherlich auf eine tiefere Ablöse beharren müssen um Kapitalfluss zu generieren. Baumann's Beharren auf die min. 20 Mio. Ablöse sind ja kein Alleingang gewesen, sondern wurde wahrscheinlich doch schon von der ganzen GF (inkl. Filbry) mitgetragen.
Finanzthread |#89
19.08.2021 - 17:27 Uhr
Zitat von Agraine
Zitat von Contabile

Ja, ist mein Fehler. Hatte Bremen zu lange als super solide geführten Club im Kopf. Aber irgendwo ist man falsch abgebogen und hat sich vergaloppiert, besonders bei Transfers, oder?

Ist das Kind schon unter Allofs in den Brunnen gefallen?


Weder wurde auch in den letzten Jahren solide geführt.
Man hatte ja jedes Jahr eine etwa ausgeglichene Bilanz und sogar etwas Eigenkapital angehäuft.
Aber natürlich angewiesen auf ein volles Stadion und die fehlenden 30-40 Mio der letzten beiden saisons kann Werder ohne dicken Sponsoren im Nacken natürlich kaum verkraften.


Trotzdem wurde in meinen Augen die Vereins Philosophie komplett verändert..

Ging es Jahre Lang, Talente auszubilden und diese dann Gewinnbringend zu verkaufen, war gerade nach dem Jahr wo man die EL immer erreicht hätte, (17/18?) komplett Sense.. Statt sich wieder aufzurichten, Werbung zu machen, und Junge Talente zu verpflichten, kamen Toprak, Bittencourt und Füllkrug.. alles 3 Spieler, wo man wusste, das sie nicht das wieder einbringen, was sie gekostet haben.. (15-20 Mio)

Klar brauchen Spieler wie Eggestein auch Nebenleute..

Aber guckt mal nach Hoffenheim, die holen nur sowas, nun Stiller um mal ein Beispiel zu nennen..

wenn man das nach der Saison gemacht hätte, wäre man sicherlich noch in der 1. Liga.. man verlor immer mehr an Stahlkraft, weil man das HSV 2.0 wurde, und auf Alte Stars gesetzt hat, statt auf ein Funktionales Gerüst ..

Klar ist natürlich auch extremes Pech dabei gewesen, in sachen Füllkrug und Toprak.. Aber man Ging von der Taktik her All In ..

Das die Zahlen stimmten, lag auch am Guten TV Vetrag, der in den letzten 2 Jahren Explodierte..

Klar ist auch, das ohne Corona nun mehr Mittel zur Verfügung stehen würde.. Klar wäre aber auch.. das Baumann den Abstieg MIT Fans im Stadion nicht überlebt hätte, (Berufsbedingt natürlich) da wäre viel Früher Stimmung gemacht worden im Stadion..

Viel Hätte Hätte.. Aber auch jetzt sind die Fehler wieder zu sehen.. Bei Werder Verwehst der Fisch schon .. und zwar von Oben ..

Die Krohne Ausstieg aus dem Aufsichtsrat zeigt es mehr als Deutig.. Die Oberen sind sich zu Fein, dazwischen zu hauen, darunter sitzen Fränky und Clemens, und Experimentieren mit Lösungen, die 2 Regale zu hoch sind..

Und Darunter hast du die Arme Sau den Florian gehabt, der zwar Fehler machte, aber mit dieser Erfahrung auch normal, nun ist es der Markus, der aus einen Scherbenhaufen, wieder einen Spiegel machen soll, bzw zumindest ein Ansehnliches Mosaik..
Finanzthread |#90
21.08.2021 - 08:24 Uhr
Moin,

Der Ansatz klingt gut, dass im Vorfeld darauf geachtet wird.

Jedoch wage ich zu bezweifeln, dass dies so durchsetzbar ist. Der zukünftige Trainer muss eine solche Klausel unterschreiben und sie muss zwingend einer juristischen Überprüfung standhaben. Formulieren wie "es läuft sportlich schlecht" oder ähnliches sind zu unbestimmt.

Das größte Hinderniss ist für mich jedoch, dass der Pool an Trainern die solche Klauseln unterschreiben nicht so groß sein wird.
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