Diskussionsrunde

Schuldenschnitt in Spanien

11.03.2012 - 21:13 Uhr
Schuldenschnitt in Spanien |#91
14.03.2012 - 16:19 Uhr
Spanien: Clubs verhandeln mit Regierung über Steuerschulden

Ein Schuldenerlass für spanische Fußballvereine? Die Madrider Regierung hat mit den Proficlubs Verhandlungen über einen Abbau von Steuerschulden aufgenommen. Damit löste sie Spekulationen aus, Spanien könnte den Vereinen mit einem Schuldenschnitt zu Hilfe kommen. Die Profi-Clubs schulden den Finanzämtern insgesamt 752 Millionen Euro. Diese Zahl gab die Regierung auf Anfrage der Vereinten Linken (IU) im Parlament bekannt.
Nichts Genaues weiß man nicht...

Wen es betrifft:

Zitat
Von den 752 Millionen Euro Schulden entfallen knapp 500 Millionen auf die Vereine der Primera División. Der größte Steuersünder ist mit über 200 Millionen Euro Atlético Madrid. Die Verbindlichkeiten bei den Finanzämtern machen nur einen kleinen Teil der Gesamtschulden aus. Wie viel Geld die Proficlubs der Sozialversicherung schuldig sind, wird aus Datenschutzgründen nicht mitgeteilt.

Dann kommen noch die Schulden bei Banken und Investoren hinzu. Der Ökonom José María Gay de Liébana schätzte die Verbindlichkeiten insgesamt auf über vier Milliarden Euro. Die Erstligisten Rayo Vallecano, Real Saragossa, Betis Sevilla, FC Granada, Racing Santander und RCD Mallorca haben Insolvenzverfahren beantragt. CA Osasuna bat das Finanzamt bei der Begleichung seiner Steuerschulden um einen Aufschub von 75 Jahren.
Schuldenschnitt in Spanien |#92
14.03.2012 - 16:26 Uhr
Zitat von Buzzurro:
Zitat von FCB-Witiko:
Das ist schon längst ein Politikum. Der spanische Staat will dem Volk eben weiterhin Brot und Spiele bereitstellen und dafür muss man eben den spanischen Fußball so retten wie er zur Zeit ist. Dass dieser Fußball mit seinen Stars aber auf Schulden und Krediten basiert interessiert nicht. Kommt es wirklich so, das vorallem Barcelona, Real und Valencia die Schulden erlassen werden, muss die europäische Fußballgemeinschaft handeln und diese Vereine aus den Wettbewerben ausschließen.


Ich habe keine Ahnung wie es um Barca und Valencia steht, aber Real ist DEFINITIV NICHT auf Hilfe angewiesen ;)


Barca meines Wissens nach auch nicht. Aber immer schön draufhauen Jungs, ohne Ahnung vom Thema zu haben.
Erinnert mich stark an den "Wettskandal" in Italien und die endlosen Threads mit Unwahrheiten und mit unzähligen Halbwissenden - und selbst Jahre danach wissen die meisten immer noch nicht, was wirklich los war ;-).
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Kokosnussmilch am 14.03.2012 um 16:28 Uhr bearbeitet
Schuldenschnitt in Spanien |#93
14.03.2012 - 16:31 Uhr
Zitat von Biberista84:
http://www.realmadrid.com/cs/Satellite/en/Actualidad/1330091096621/noticia/ComunicadoOficial/Official_Announcement_2012-03-14.htm


Ich hols nochmal hoch, bevors in Unmengen an Quatsch verschwindet.
Schuldenschnitt in Spanien |#94
14.03.2012 - 16:35 Uhr
Stimmt , wissen kann es hier niemand ganz genau , ob Real oder Barca Hilfe braucht. Aber fakt ist das beide Vereine enorme Schulden haben. Also kann da etwas ja nicht stimmen

•     •     •

Darmstadt 98... Glasgow Rangers ... Bayern München
Schuldenschnitt in Spanien |#95
14.03.2012 - 16:42 Uhr
Zitat von SVP23511:
Stimmt , wissen kann es hier niemand ganz genau , ob Real oder Barca Hilfe braucht. Aber fakt ist das beide Vereine enorme Schulden haben. Also kann da etwas ja nicht stimmen


Und was sagen Schulden an private Gläubiger alleine aus?

•     •     •

... ⣀⡈
⠀⣠⣄⠀ ⢠⣾⣿⣷⡄⠀⠀⠀
⢠⣿⣿⣿⣦⣿⣿⣿⣿⣧⡀⠀⠀⠀
.....⢸⣿⣿⣿⣿⣿⣿⣿⣿⣿⣿⣦⡄⠀⠀⠀
.....⢈⣿⣿⣿⣿⣿⣿⡿⢿⣿⣿⣿⡇⠀⠀⠀
..⠈⠻⣿⣿⣿⣿⣿⣿⣦⣀⣬⣿⣿⣧⡀⠀⠀
..⠠⠾⣿⣿⣿⣿⣿⣿⣿⣿⣿⣿⣿⣿⣿⡆⠀
..⢀⣴⣿⣿⣿⣿⣿⣿⣧⣄⠉⠉⠙⠛⠉⠀⠀
..⢠⡾⠿⠛⠛⢹⠿⠟⠹⠛⠻⢿⣾⡿⠋⠀
Schuldenschnitt in Spanien |#96
14.03.2012 - 16:46 Uhr
Zitat von SVP23511:
Stimmt , wissen kann es hier niemand ganz genau , ob Real oder Barca Hilfe braucht. Aber fakt ist das beide Vereine enorme Schulden haben. Also kann da etwas ja nicht stimmen

Solange diese beiden Verein ihre Schulden bedienen können (auch perspektivisch), gibt es nichts auszusetzen.
Es wäre eher verwunderlich und ökonomisch teilweise sinnlos eine Eigenkapitalquote von 100% anzustreben.
Schuldenschnitt in Spanien |#97
14.03.2012 - 17:08 Uhr
Ich denke die meisten Poster hier haben schon begriffen, dass Real Madrid und Barca nicht die (Haupt-) Adressaten sind wenn es um einen möglichen Schuldenschnitt geht. Es sind die Clubs darunter, die wohl daran interessiert sind. Allerdings haben Barca und Real Madrid Mitschuld an der Misere (Stichwort: Fernsehgelder).

Man muss sich schon fragen, wie es für einen Club wie Atletico bei so einer miesen Finanzlage möglich ist in Spanien weiter zu arbeiten. Und natürlich wie man zulassen konnte, dass es überhaupt so weit kommen konnte! Da ist das Kind doch schon viel früher in den Brunnen gefallen. Wie will man so außerdem die Financial Fair- Play erfüllen? Und da Atletico zum Beispiel in der EL teilnimmt und so auf europäische Konkurrenz trifft, ist es schon legitim zu hinterfragen, mit welchen Methoden da in Spanien gearbeitet wird.
Schuldenschnitt in Spanien |#98
14.03.2012 - 17:16 Uhr
Zitat von Kokosnussmilch:
Zitat von Buzzurro:
Zitat von FCB-Witiko:
Das ist schon längst ein Politikum. Der spanische Staat will dem Volk eben weiterhin Brot und Spiele bereitstellen und dafür muss man eben den spanischen Fußball so retten wie er zur Zeit ist. Dass dieser Fußball mit seinen Stars aber auf Schulden und Krediten basiert interessiert nicht. Kommt es wirklich so, das vorallem Barcelona, Real und Valencia die Schulden erlassen werden, muss die europäische Fußballgemeinschaft handeln und diese Vereine aus den Wettbewerben ausschließen.


Ich habe keine Ahnung wie es um Barca und Valencia steht, aber Real ist DEFINITIV NICHT auf Hilfe angewiesen ;)


Barca meines Wissens nach auch nicht. Aber immer schön draufhauen Jungs, ohne Ahnung vom Thema zu haben.
Erinnert mich stark an den "Wettskandal" in Italien und die endlosen Threads mit Unwahrheiten und mit unzähligen Halbwissenden - und selbst Jahre danach wissen die meisten immer noch nicht, was wirklich los war ;-).


Ändert aber immernoch nichts daran, dass vereine wie atletico sich spieler wie diego oder falcao leisten ihnen aber auf der anderen seite ein großteil der 200 mio steuerschulden erlassen werden sollen.

•     •     •

Ich fühl´ mich sicher!
Schuldenschnitt in Spanien |#99
14.03.2012 - 17:21 Uhr
Zitat von Fraking:
Zitat von AverageJoe:
Zitat von Fraking:
Zitat von AverageJoe:
Zitat von Fraking:
Zitat von Erwin:
Zitat von Fraking:
Lautern wurde der Mietzins reduziert, weil sie Rückstellungen bilden mussten. Macht ja auch Sinn, sonst habe ich ein großes Stadion ohne Pächter. Mainz 05 gehört das Stadion nicht, die zahlen einen Pachtzins. Bei Dresden kenne ich die Bedingungen nicht, die der Bürgschaft zu Grunde liegen. All das ist aber nicht im Ansatz mit einem Erlass von Steuerschulden zu vergleichen.
Warum nicht ? Ohne Erlass habe ich Steuerschulden ohne Steuerschuldner ,-)


Weil Steuerschulden meines Wissens vorrangig zu bedienen sind im Falle der Insovenz. Darüber hinaus sind diese ja schon entstanden, anders als die noch entstehenden Mietzinsen. Zuletzt gibt es noch das Argument der Steuergerechtigtkeit, heißt im Ergebnis, ich darf als Staat vielleicht eine Steuerschuld stunden, aber nicht erlassen.


Es geht hier nicht um juristische Feinheiten, sondern um ökonomische Prinzipien. Und da ist es egal ob der Staat Steuerschulden erlässt oder beim Stadionbau hilft - ohne die Hilfe des Staates wäre der eine Verein Pleite und der andere Verein muss kleinere Brötchen backen. In beiden Fällen greift der Staat ein und der Wettbewerb wird verzerrt - auch gegenüber den nationalen Mitbewerbern die keine derartige Hilfe bekommen.

Ein bisschen weniger Selbstgefälligkeit beim Thema 'Finanzen' würde den deutschen Vereinen gut zu Gesicht stehen.

Und zum Thema Lautern: Es geht hier nicht nur um Mietzinsen

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/beck-und-der-1-fc-kaiserslautern-so-eine-kuh-laesst-man-nicht-verhungern-1547956.html


Klar geht es um juristische Feinheiten, sonst würde sich doch hier gar keine Diskusions lohnen. Es geht darum, ob das vermeintliche Verhalten Spanien zulässig ist oder nicht. Die moralische Schiene wurde hier doch spätestens Verlassen, als man angefangen hat, Vergleiche zu ziehen. Außerdem sind hier die Moralverstellung, abhängig von der individuellen Betroffenheit, sehr unterschiedlich.

Bei Kaiserlautern geht es noch immer um Mietzins, da der 1. FcK nicht Eigentümer des Stadions ist (oder irre ich mich da).


Wenn du Experte im spanischen Steuer- und Insolvenzrecht bist, und dich auch mit dem EU Wirschafts- und Verwaltungsrecht auskennst, darfst du uns allen gerne erklären warum das Verhalten des spanischen Staates gegen eben diese Gesetze verstösst. Aber bitte nicht vom deutschen Recht auf das spanische Recht schliessen. Andernfalls steht die Aussage es gehe um die 'juristischen Feinheiten' auf sehr wackligen Füssen.

'Moralisch' wurde es, als von deutscher Seite der Vorwurf aufkam, das das Verhalten des spanischen Staates wettbewerbsverzerrend ist. Und daraufhin habe ich ein paar Beispiele gegeben wie auch in Deutschland der Staat beim Fussball eingreift.

Und was Kaiserslautern angeht, einfach den Link folgen den Ich vorhin gepostet. Um es kurz zu machen. Im Rahmen der Vorbereitung auf die WM 2006 wurden in Kaiserslautern Gelder und Eigentumsrechte hin- und hergeschoben.


Experte im spanischen Recht bin ich nicht, dafür verfüge ich über gewisse Kenntisse im europäischen "Verwaltungsrecht". Dass der Erlass von Steuern den Beihilfenbegriff erfüllt dürfte wohl unstreitig sein (vgl. EuGH: Urteil vom 22.12.2010 - C-507/08 od. EuG: Urteil vom 09.09.2009 - T-32/01). Ob irgendein Freistellungstatbestand greift, sehe ich derzeit nicht. Da aber im Falle einer entsprechenden Gewährung durch den Staat eine Notifizierung erforderlich sein wird, lassen wir uns überraschen, wie argumentiert werden wird und was die Kommission dazu sagt.

Klar wäre das Verhalten des spanischen Staates wettbewerbsverzerrend. Da helfen auch keine Gegenbeispieler Deutscher Seite. Nur wenn hier ein Verein durch "Bürgschaft" gerettet wurde, würde es das spansiche Verhalten nicht besser machen.

Auch bei Kaiserslautern verändert sich nichts. Es muss doch um eine Leistung an den 1. FC gehen. Das wäre dann nur eine zu niedrige Stadionmiete, da das Eigentum meines Wissens dort zu keinem Zeitpunkt angekommen ist. Um dir aber ein konkretes problematisches Beispiel zu geben, so verweise ich auf meinen eigenen Verein. So hat die Stadt Mönchengladbach einen Kredit gewährt, der in den ersten Jahren gestundet wurde. Diese Tendenz zur Durchreichung von Kommunalkrediten halte ich für überaus bedenklich, weil auf diesem Wege private Unternehmen bzw. Vereine von den günstigen Kreditkonditionen der Kommunen profitieren. Das ist nicht im Sinne des Erfinders. Aber was da in Spanien angekündigt wurde, ist noch immer einen deutlichen Zacken schärfer, da voraussichtlich rechtswidrig.


Mal gucken ob sich die EU Kommission da einmischt, Ich glaube eher nicht. Es sei denn die Konkurrenz klagt vor dem EU-Gerichtshof.

Und Beihilfe ist in meinen Augen nun mal Beihilfe, egal wie sie nun konkret aussieht.

Es ging mir auch gar nicht darum zu behaupten das das spanischen Verhalten besser ist als das deutsche, sondern um das reflexhaft von deutscher Seite kommende 'das ist Wettbewerbsverzerrung' zu kritisieren. Dieses Verhalten ist nun mal heuchlerisch, insbesondere weil der deutsche Profifussball auch keine weisse Weste hat.
Schuldenschnitt in Spanien |#100
14.03.2012 - 17:24 Uhr
Zitat von bvbBomber:

Ändert aber immernoch nichts daran, dass vereine wie atletico sich spieler wie diego oder falcao leisten ihnen aber auf der anderen seite ein großteil der 200 mio steuerschulden erlassen werden sollen.

Befremdlich ist es auf jedenfall unter diesem Hintergrund ca 70 (!) mio. Euro an Transfers innerhalb einer Saison auszugeben.
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