Diskussionsrunde

Überzahl/Unterzahl - Ein großer Vor oder Nachteil ?

11.02.2012 - 23:01 Uhr
Da die oben gestellte Frage mich schon lange beschäftigt mache ich nun einen Thread zu diesem Thema auf.

In diesem soll diskutiert werde ob eine Überzahl,wie auch immer sie zustande gekommen ist (Platzverweis,Keine Wechsel mehr möglich etc.),wirklich ein großer Vorteil für die in Überzahl agierende Mannschaft ist bzw. ein großer Nachteil für die in Unterzahl agierende Mannschaft ist.

Meiner Meinung nach ist es natürlich ein Vorteil,der besonders bei langen Überzahlspielen zu einem besonderen Faktor werden kann (heute zusehen bei Stuttgart vs. Hertha), jedoch nervt mich immer wieder die Einstellung,vorallem von einigen Fans,die meinen,dass seine eigene Mannschaft das Spiel auf jeden Fall gewinnen muss,wenn sie in Überzahl agiert. Das ist meiner Meinung nach nicht der Fall,denn häufig entdecken ja Mannschaften gerade in Unterzahl viele alte Tugenden wie z.B. Laufbereitschaft oder Einsatz wieder,was das Toreschießen wiederrum erschwert. Dieses Spiel kann man allerdings auch umdrehen und sagen,dass viele Mannschaften die einen Platzverweis erleiden nur noch auf verteidigen ausgerichtet sind und gar nicht mehr den unbedingten Willen haben ein Spiel noch zu gewinnen,sondern sich mit dem Unentscheiden (nur als Beispiel) zufrieden geben. Das wirft die Frage aus ob ein Über oder Unterzahl Spiel nicht doch sehr stark von psychischen Dingen abhängt,so nach dem Motto jetzt haben wir eine rote Karte bekommen jetzt müssen wir uns hinten reinstellen.

Diesen Thread kann man dann auch weiterführen zu Fragen wie:

--> Wie sollte eine Mannschaft versuchen ihre Überzahl auszuspielen ( Vielleicht den Ball laufen lassen um den Gegner viele Wege gehen zu lassen ? etc.)

--> Wie kann es einer Mannschaft gelingen in Unterzahl ein Tor zu schießen ? (Verstärkt auf Standards setzen ?)

--> Wie verteidigt man am besten in Unterzahl

--> Sollte man Über oder Unterzahlsituationen verstärkt im Training trainineren,da diese ja doch relativ häufig vorkommen ?

Ich hoffe es existiert nicht schon ein ähnlicher Thread und hoffe auf eine angeregte Diskussion.
Psychologisch haben sich Platzverweise irgendwie schon oft positiv auf Mannschaften ausgewirkt und die "Jetzt erst Recht" Mentalität der verbleibenden 10 Spieler geweckt.
Zitat von Kimi_R:
Psychologisch haben sich Platzverweise irgendwie schon oft positiv auf Mannschaften ausgewirkt und die "Jetzt erst Recht" Mentalität der verbleibenden 10 Spieler geweckt.


That's it... habe das so schon öfter wahrgenommen, wenn ich komplette Spiele gesehen hab!
Zitat von Suedberlin:
Zitat von Kimi_R:
Psychologisch haben sich Platzverweise irgendwie schon oft positiv auf Mannschaften ausgewirkt und die "Jetzt erst Recht" Mentalität der verbleibenden 10 Spieler geweckt.


That's it... habe das so schon öfter wahrgenommen, wenn ich komplette Spiele gesehen hab!


Das ist nur, weil das als Besonderheit angesehen wird und deshalb besser in Erinnerung bleibt. Die nackten Zahlen dürften aber ganz klar belegen, dass eine Mannschaft in Unterzahl die deutlich schlechteren Karten hat.
Um es kurz zu sagen: Wenn morgen der DFB entscheidet, dass Werder Bremens Gegner künftig nur noch mit zehn Mann auflaufen dürfen, würde ich da sofort zustimmen :D
Zitat
Wie sollte eine Mannschaft versuchen ihre Überzahl auszuspielen?

Da wenig Druck auf IVs,AVs besteht: Spiel breit machen, schnell Seiten wechseln, Gegner nach hinten drücken, Stürmer: Abseitsfalle strapazieren. Auf Konter aufpassen. Psychologisch nicht unter Druck bringen lassen und dem Gegner symbolisieren, dass er da nicht mehr rauskommt. Ruhig Ballbesitz verwalten.
Das wichtigste aber wie so oft die Stürmer, dass die ja nicht faul herumstehen, sondern sich immer bewegen, arbeiten und sich anbieten müssen, damit die die Abwehrkette nach hinten gedrückt wird!
Ein paar Basics gegen so ein 441:

http://www.youtube.com/watch?v=jwh2mX4AFP4&feature=plcp&context=C32584fbUDOEgsToPDskLECe5pbP5lFxqMVC32n3jy


Zitat
Wie kann es einer Mannschaft gelingen in Unterzahl ein Tor zu schießen ?

Man wird bei Rückstand hohes Risiko eingehen müssen, die Laufwege werden größer, man muss stärker verschieben. Gegen eine stärkere Mannschaft wird man kaum Druck aufbauen können. Ein paar Spielzüge mit 342 in Rückstand:
http://www.youtube.com/watch?v=1s0-3M7LCro&feature=relmfu



Man sollte den Fans einfach erklären, warum der 1 Mann weniger auf Bundesliga-Level so wichtig ist und wieso es so schwer ist in Unterzahl Druck auf den Spielaufbau einer spielstarken Mannschaft auszuüben ohne alles aufzumachen und die Unterzahlmannschaft oft nach hinten gedrückt wird, ohne es verhidnern zu können.

Empfehlung: die Barcelona vs Real in Unterzahl Videos. Das spielen beide Seiten mE perfekt. Da kann man viel lernen.

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"Alle verteidigen, alle greifen an"
"Anbieten - Annahme - Pass - Anbieten - Annahme - Pass - Anbieten"
"Verschieben und Überzahlsituation am Ball schaffen"
Mit dieser Frage hat sich die Wissenschaft bereits lange beschäftigt, zumindest in der Form von Untersuchungen des statistischen Zusammenhangs zwischen roten Karten und Ergebnisveränderungen.
Resultat:
Rote Karten in der letzten halben Stunde sind nicht sonderlich schlimm; je später, desto eher unwichtiger; wenn durch die Rote tatsächlich ein Tor verhindert werden konnte, lohnt sie sich in der letzten halben Stunde.
Mannschaften, die bereits vor der 60. oder gar in der ersten Halbzeit in Unterzahl geraten, können allerdings auf Dauer nicht mehr mithalten. Der psychische Effekt des "für ihn mitlaufen" reicht nicht, um länger als einige Minuten tatsächlich mehr zu laufen; bei 30+ in Unterzahl sind die Beine halt müde.
Lässt sich ergoogeln.
Wer mir widersprechen will, sollte das tun, die entsprechenden Studien lesen, und widerlegen.

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Mike: „Ich habe in den eineinhalb Jahren unter Lucien Favre unheimlich viel gelernt. Ich will mich auch nächste Saison jeden Tag verbessern. Dann wird auch die DFB-Auswahl wieder ganz schnell ein Thema.“
Zitat von El_Jogi:
Mit dieser Frage hat sich die Wissenschaft bereits lange beschäftigt, zumindest in der Form von Untersuchungen des statistischen Zusammenhangs zwischen roten Karten und Ergebnisveränderungen.
Resultat:
Rote Karten in der letzten halben Stunde sind nicht sonderlich schlimm; je später, desto eher unwichtiger; wenn durch die Rote tatsächlich ein Tor verhindert werden konnte, lohnt sie sich in der letzten halben Stunde.
Mannschaften, die bereits vor der 60. oder gar in der ersten Halbzeit in Unterzahl geraten, können allerdings auf Dauer nicht mehr mithalten. Der psychische Effekt des "für ihn mitlaufen" reicht nicht, um länger als einige Minuten tatsächlich mehr zu laufen; bei 30+ in Unterzahl sind die Beine halt müde.
Lässt sich ergoogeln.
Wer mir widersprechen will, sollte das tun, die entsprechenden Studien lesen, und widerlegen.


Die Studie wollte ich auch zitieren ;)

Wer selbst spielt kennt das ja selbst:
20-30 Minuten kann man durch erhöhten Einsatz irgendwie noch überbrücken.
Aber gegen einen gut spielende Mannschaft, die einen viel laufen lässt, wird das enorm anstrengend und irgendwann merkt man es dann ja doch.
Wichtig ist natürlich auch, welcher Spieler ausfällt: einen Mitläufer kann man dann eher mal ersetzen, als den Mann, der das Spiel lenkt und für Entlastung sorgen könnte.
Dazu kommt natürlich auch noch, dass man im Normalfall am Ende in Unterzahl ist, nicht am Anfang, wenn die Beine noch fit sind.


Und von wegen psychologische Auswirkungen: klar, es kann ein "jetzt-erst-Recht" bei der Mannschaft in Unterzahl erzeugen, aber es kann auch zu einem "jetzt-zeigen-wir-es-denen" bei der Mannschaft in Überzahl sein. Also das ist Spekulation.
Die in Überzahl spielende Mannschaft muss die Situation annehmen und auf jeden Fall das Spiel machen. Wie schon weiter oben erwähnt fällt besonders konterstarken Mannschaft das Umschalten auf ein Spiel, das auf viel Ballbesitz ausgelegt ist, des öfteren schwer.

Psychologische Stärke ist hingegen für die in Unterzahl spielende Mannschaft das ausschlaggebende Attribut. Wenn auch nur 1-2 Spieler den Kopf hängen lassen und das Spiel abhacken, können es die anderen Feldspieler nicht kompensieren.
Also aus Sicht des FCK in dieser Saison, ist beide (Überzahl und Unterzahl) ein Nachteil. :ugly

In Überzahl (jeweils mehr als 45 Minuten) konnte man in Hamburg und in Wolfsburg nur einen Punkt holen.
Und gegen Köln gab es kurz vor der HZ eine gelb-rote Karte für Borysiuk und man verlor m it 0:1.

Aber mit 11 gg. 11 sieht die Bilanz insgesamt auch nicht viel besser aus. :rolleyes

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"Wenn am Wochenend' die Massen, in die Fußballstadien ziehn,
da kann ich es nicht lassen, mich ziehts zum Betze hin.

Die Stimmung ist dort ganz famos, wie kanns auch anders sein,
und geht das Spiel dann richtig los, stimmen alle mit mir ein:

Olé Olé, Olé Ola, der FCK ist wieder da!
Olé Olé, Olé Ola,
die roten Teufel sind ganz wunderbar!"
"Mannschaften, die bereits vor der 60. oder gar in der ersten Halbzeit in Unterzahl geraten, können allerdings auf Dauer nicht mehr mithalten. Der psychische Effekt des "für ihn mitlaufen" reicht nicht, um länger als einige Minuten tatsächlich mehr zu laufen; bei 30+ in Unterzahl sind die Beine halt müde. Lässt sich ergoogeln. Wer mir widersprechen will, sollte das tun, die entsprechenden Studien lesen, und widerlegen."

http://www.fussballdaten.de/zweiteliga/1990/7/muenster-hannover/
das kommt wahrscheinlich ganz auf die fitness der mannschaft in unterzahl und die spielstärke der anderen Mannschaft an.
Außerdem hängt es wohl von der Einstellung/Motivation der Mannschaften ab.
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