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BVB - Taktik-Thread

20.01.2006 - 12:09 Uhr
BVB - Taktik-Thread |#5991
05.01.2026 - 22:49 Uhr
Zitat von Ballzumir
Zitat von EJJaBVB

Zitat von BVBBC

Zitat von leipzig09

Ich hoffe mein nachfolgender Beitrag gehört in den Taktik-Thread, denke es aber schon.

Ich weiß nicht, wieviele User die PL-Spiele verfolgen, sprich diese regelmäßig ansehen, ich schaue da, relativ viel Spiele.
Speziell in der PL fallen ausgesprochen viele Weitschuss-Tore.
So auch gestern wieder im Spiel Fulham gegen Liverpool.
In einem ausgeglichenen, recht ansehlichen Spiel, gingen die Reds in der 90.+4 glücklich 2:1 in Führung.
Praktisch kurz vor Ultimo hielt ein Fulham-Spieler einfach mal drauf.
Mit einem geilen "Strahl" erzielte er in der 90.+7 den unhaltbaren Ausgleich.

Warum schreibe ich das?
Weil Weitschusstore besonders in der PL (aber nicht nur dort) ein gebräuchliches Stilmittel darstellen und sehr häufig auch erfolgreich sind.
Weitschusstore sind aus meiner Sicht für gute Fußballer, somit in erster Linie Profi-Fußballer, ein durchaus wichtiges Stilmittel.
Es kann
- ein Ball unhaltbar top getroffen werden
- von einem Mitspieler oder Gegner unhaltbar abgefälscht werden
- dem Keeper kann im Gewühle die Sicht versperrt sein
- der Keeper kann auf dem falschen Fuß stehen und dadurch nicht an den Ball kommen.
Es kann denn deren viele Möglichkeiten geben, wie man durch einen Weitschuss zum Erfolg kommen kann/könnte.

Taktisch ist das m.M.n. besonders gegen tiefstehende Abwehrreihen ein Mittel zur Torerzielung und dadurch
eine Möglichkeit als "Türöffner" zu dienen.
Es kann dann eine Möglichkeit zur Torerzielung sein, wenn es speziell gegen solche Teams gilt einen Rückstand zu beseitigen.
Es kann letztlich auch der Siegtreffer sein, wenn es so richtig zäh läuft.
Aber auch generell sollte es nicht verboten sein, jede sich bietende Lücke, d.h., Schusschance wahrzunehmen.

Leider sehe ich nichts dergleichen bei uns.
Das seit Jahren, nicht erst jetzt unter Kovac, sondern generell immer weniger werdend!
Wir pflegen bei Kovac das Spiel durch die Mitte, verzichten auf Flügelspieler und somit darauf, das Spielfeld "breitzuhalten", mithin uns dadurch Freiräume zu schaffen.
Wir verengen uns selbst den Raum und versuchen mit, gefühlt 5 Mann auf engsten Raum, mittig in den Strafraum zu kombinieren.
Das ist bei einer solchen Spielweise, bei einer solchen
Herangehensweise, an sich schon sehr schwierig.
Wenn man dann zwar schnelle, aber technisch nicht besonders gut befähigte Spieler (wie es z.B. Adeyemi und Beier auf engem Raum nun einmal sind) hat, nahezu ein Unding und eigentlich nur nach dem Prinzip Zufall erfolgreich
Es würde also das Stilmittel Fernschüsse nicht schaden.
Es ergäbe sich daraus noch der Nebeneffekt, dass der Gegner "heraustreten" muss und sich dadurch hinter ihm, ein kleiner Raum für "Steckpässe" anbietet.
Der Situation angepasst, ergeben sich quasi aus einem Stilmittel die Chance auf zwei
Nur wer schießt oder versucht es bei uns mal?
Hin und wieder Brandt, Adeyemi selten, Nmecha zu wenig, Sabitzer wenn er räumlich weiter vorn agiert.
Groß war bei Brighton dafür bekannt, es auch von der Ferne zu versuchen und hatte oft damit Erfolg.
Übrigens erzielte er in seiner Zeit bei Brighton
Spiele: 261
Tore: 32
Vorlagen: 53
Bei uns gelangen ihm in der
Bundesliga: 41 Spiele
Champions League: 16 Spiele
DFB-Pokal: 4 Spiele
Klub-WM: 5 Spiele
Gesamt: 66 Spiele.
17 Vorlagen und 1 Tor
Kein guter Vergleich.
Fernschussversuche sah man von ihm bei uns kaum.

Ich verstehe es einfach nicht, warum man sich jeweder Schusschance beraubt, diese Möglichkeit kaum bis gar nicht wahrnimmt.
So sehr man die PL verurteilen kann, ist sie die sportlich beste der Welt.
Warum also von den besten nicht das Gute abschauen?
Unsere Spieler sind doch nicht zu blöd dazu.
Warum also der weitestgehend Verzicht auf dieses Stilmittel?
Zumal man dazu nicht einmal besonders filigrane Technik benötigt und selbst in unteren Ligen damit erfolgreich ist.
Wer es nicht versucht, kann bekanntlich nicht treffen.
Mir kommt es manchmal so vor, als wenn man unseren Spielern das untersagt.

Letztlich hätte die Geschichte noch für uns Fans etwas Tolles.
Wir können uns nämlich über eine Menge solcher Tore, geile Schüsse und Torhüterparaden erfreuen.
Das ist bei weitem besser, als dieses tröge Quer- und Zurückgespiele sowie ideenlose langsame Offensivspiel ertragen zu müssen.
Was meint ihr dazu, liege ich da etwa falsch?


Ja, du liegst in meinen Augen falsch und lässt dich vermutlich zu sehr vom Spektakel dieser Tore leiten.

Zum Einen ist es eben so, dass in der PL zwar mehr Tore aus Distanzschüssen fallen als in der Bundesliga, aber in der Bundesliga dafür umgekehrt deutlich mehr Abschlüsse aus der Distanz genommen werden. Es hat daher einiges mit der Qualität der Schüsse bzw. Schützen zu tun, inwiefern Distanzschusstore erfolgreich sind:

Liga | Distanzschüsse | Distanztore | Conversion Rate
PL | 3,89 | 0,21 | 5,3%
Buli | 4,33 | 0,15 | 3,5%

Selbst wenn man allerdings die Qualität für Distanzschüsse hat, bevorzugt man Abschlüsse in der Box. Diese haben eine deutlich höhere Trefferwahrscheinlichkeit. Aktuell gehen in der PL 13,8% aller Abschlüsse in der Box ins Tor, in der Bundesliga sogar 16,0% (es braucht in der Bundesliga also >4,5x so viele Abschlüsse aus der Distanz für ein Tor im Vergleich zu Abschlüssen in der Box). Es ist daher auch keine Überraschung, dass vor allem Teams, denen es schwer fällt gute Chancen herauszuspielen einen hohen Anteil an Abschlüssen aus der Distanz haben. Es ist jedenfalls so, dass in der PL (-0,33) und Bundesliga (-0,21) der Anteil Distanzschüssen und der gesamte xG negativ korrelieren.

Tendenziell gehen also ein hoher Anteil an Distanzschüsse mit niedrigerem xG einher, weil man mehr schlechte Chancen nimmt, statt bessere Chancen herauszuspielen. Somit ist es auch keine Überraschung, dass sich auch ein negativer Korrelationswert für Tore und den Anteil an Abschlüssen aus der Distanz für die PL (-0,34) und die Bundesliga (-0,14) ergibt. Wer überproportional häufig aus der Distanz abschließt verzichtet entweder auf bessere Chancen und daher mehr Tore oder hat Probleme diese überhaupt rauszuspielen.

Schaut man sich das Ganze zum Anderen mal konkret für den BVB an, dann ist das im Saisonverlauf ebenfalls spannend, da wir durchaus als Mannschaft bezeichnet werden müssen, der es schwer fällt sich viele gute Chancen herauszuspielen:

Spieltag | Abschlüsse | Tore | xG | mittlere Distanz Abschlüsse (Yrds) |
5 | 11,4 | 2,2 | 1,96 | 14,5
10 | 12,9 | 1,6 | 1,60 | 16,7
15 | 11,7 | 1,7 | 1,63 | 16,3

Zwischenzeitlich hatten wir eben durchaus mehr Distanzschüsse genommen, um unsere schwache Anzahl Abschlüsse aufzuwerten. Das Ergebnis war allerdings, dass der xG und die Anzahl der Tore deutlich gesunken sind, im Vergleich zum Saisonstart. Das hat sich seit dem Tiefpunkt dieser Entwicklung, rund um den 10. Spieltag, bislang auch nur leicht erholt.

Auch das keine Überraschung, da es ja bekannt ist, dass es die besten Chancen nah am Tor gibt und selten mal ein Distanzschuss einen xG > 0,1 erhält. Mehr Abschlüsse aus der Distanz gehen in der Regel somit mindestens in Summe auf Kosten besserer Abschlüsse und sind eben nicht automatisch zusätzliche Abschlüsse.

Davon abgesehen, ist es auch nicht so, dass wir das Zentrum dominieren, sondern nur sehr viele zentral orientierte Spieler aufbieten, die allerdings im Zentrum nicht alle genug Platz finden und daher nach außen abdriften müssen, wo sie schwächer sind, aber mehr Platz finden. Hier stehen also System und Besetzung nicht im Einklang und in der Folge schafft es das System auch aus Risikovermeidungsgründen nicht das Zentrum zu dominieren, sondern man versucht sehr bewusst und sehr schnell vertikal nach außen zu kommen. Nicht primär zum Zwecke der Torerzielung, sondern zur Torverhinderung.


Danke für die Frage leipzig09 und Antwort BVBBC 🙏

Mir kommt da immer wieder die Analyse von 442 über Lucien Favre‘s (einer meiner Lieblingstrainer) Mannschaften in den Sinn.
Wie Favre, ich meine auch bei uns, den xG-Wert overperformte. Ein Tor aus aussichtsreichereren Positionen zu erzielen ist logischerweise naheliegender als aus komplizierteren Situationen, was Weitschüsse natürlicherweise sind.
Deswegen auch hier alles sehr schlüssig nachzuvollziehen.

Was ich mich aber dennoch oft in unseren Spielen Frage ist, weshalb schiesst derjenige Spieler nicht?
Dass man Weitschüsse dosiert einzusetzen hat, versteht sich.
Zur Spieldiversifizierung mMn, wenn cleverer eingestreut, dennoch sehr wertvoll.
Und zwar nicht, weil es aussichtsreicher werde, je öfter man schiesst, sondern dass der Gegner sich nicht so sehr in Sicherheit wiegt, die schiessen von da sowieso nicht sondern wollen sich höchstwahrscheinlich duechkombinieren.

Belegen und weiter ausführen kann ichs nicht wirklich, aber ich hoffe, ich konnte es einigermaßen in Worte fassen, denn gefühlt
A) haben wir wenige dazu prädestinierte Spieler und
B) wird es mMn aber auch recht unclever als Stilmittel eingesetzt.
Will hier eigentlich nicht despektierlich unseren Spielern gegenüber sein oder wenns vom Trainer so instruiert wird, aber dennoch ab und an mal mindestens den Spielplan und sonst die generelle Spielintelligenz anprangern :/

Weitschüsse sollten mMn, in ausgewogenem Masse natürlich, zum Repertoire eines Offensivkonzepts dazugehören und nicht, gefühlt, aufgrund Ideenarmut und reiner Verzweiflung sondern durchaus durchdachter und mit Überzeugung eingesetzt.


Ich möchte nur nochmal einen Punkt ergänzen. Dortmund hat sicher keine solch guten Distanzschützen wie es leider Foden gegen den BVB gezeigt hat. Aber Nmecha,Brandt, Sabitzer und Groß haben trotzdem keinen schlechten Schuss. Auch Can, Schlotterbeck und Süle können anständig draufhalten, wenn sie den mal soweit aufrücken das sie die Gelegenheit dazu haben.

Ich denke aber das es auch eine Bedrohung über die Flügel braucht, damit Distanzschüsse aus dem Zentrum effektiv werden. Erst wenn man auf beiden Seiten Flügelspieler hat, die die Abwehr auseinander ziehen, von dort ins Zentrum zurück spielen und trotzdem eine ernste Gefahr ausstrahlen, die es den Abwehrspielern nicht erlaubt einzurücken, ergeben sich im Zentrum die Räume die aus der Distanz effektiv genutzt werden können.
Somit sind Distanzschüsse taktisch eigentlich keine sinnvolle Alternative zum Spiel über die Flügel, sondern eher eine Ergänzung, die umso besser funktionieren kann, je stärker das Spiel über die Flügel ist.
Das gilt besonders für tiefstehende, eingeschnürte Gegner.
Ansonsten wird es das typische hilflose Mittel, welches Mannschaften anwenden, denen andere Qualitäten fehlen und führt zu der erwähnten schlechten Quote. Das Dortmund wenige Tore aus der Distanz erzielt, könnte also auch am allgemein schwachen Offensivkonzept liegen, kann dann aber kaum eine sinnvolle Kompensation dafür ergeben.


Weitere Ergänzung: auch das Fluten des Strafraums, um möglichst viele Abschlussoptionen dort zu schaffen, verhindert letztendlich Distanzschüsse. Nicht nur, weil die Spieler schon im Strafraum sind, sondern weil damit natürlich auch die Schussbahn für nachrückende Spieler stark verdichtet wird. Das war vor allem in den letzten Wochen schließlich auch eine zunehmend beobachtbare Geschichte, dass Spieler im Strafraum nicht mehr nach außen unterstützten, wodurch es zwangsläufig recht flankenlastig wurde, weil man kaum Optionen schuf, um sich in den Strafraum zu kombinieren oder zu dribbeln. Außen und innen sowieso. Auch das also ein Faktor, warum sich für den BVB ganz konkret relativ selten wirklich gute Gelegenheiten für Distanzschüsse bieten.
BVB - Taktik-Thread |#5992
06.01.2026 - 12:32 Uhr
Nochmals ich:

Gewisse statistische Erfassungen haben durchaus ihren Wert.
Allerdings kann ich nichts mit dem statistische Umfang anfangen, mit dem jetzt alles überflutet wird.
Und ich bin da ganz ehrlich und offen, ich möchte es auch gar nicht.
Mir ist das, was ich mit eigenen Augen sehe, also temporeichen, technisch guten, durchdachten und herzerfrischenden Fußball ODER eben einschläfernde Spiele, viel mehr nah, als irgendwelche statistischen Werten es je sein werden.
Nicht genug, dass diese ganzen VAR-Ungereimtheiten den Fußball in seiner schönen einstigen "Urform" kaputtmachen, kommen jetzt noch derartige Statistiken ins Spiel, die man teils nur mit mathematischen Formeln noch deuten kann.
Sorry, mich ko.... bei Live-Übertragungen dieses statistische Geschwafel sogar an.
Ich möchte ein Fußballspiel sehen und dieses möglichst mit einem gemäßigt und fachlich gut daherkommenden Kommentator ergänzt wissen.
Nicht während des Spiels mit Boulevard-Gefasel, sprechen ohne Luft zu holen und dieses Einstreuen von irgendwelchen statistischen Werten zugetextet werden.
Nun, andere möchten das anders und das sei ihnen belassen.

Es ist doch im Grunde genommen schon pervers, wenn ein Spieler ein Tor schießt und MINUTENLANG warten muss, ob er nicht mit einem Millimeter seines Zehnagels im Abseits steht oder das Tor überhaupt zählt.
Statt spontane Feude, auf das Ergebnis der Überprüfung warten und erst dann nachgereichte Freude oder Enttäuschung der, natürlich vorhandenen, innerlichen Hoffnung.
Ebenso geht es uns Fans im Stadion oder am TV.
Und dann, WÄHREND EINES SPIELS, diese statistiche Überbordung dazu ... nein Danke.

Ich schreibe es mal einfach ... der Fußball ist ein einfaches und geiles Spiel, dass man nicht durch immer mehr fragwürdige Statistiken verkomplizieren sollte.
Ich sehe, was ich sehe und kann von daher, wie sicher sehr, sehr viele andere Fußballliebhaber, mit eigenen Augen fußballerisches Geschehen erfassen und gezeigte Leistungen auch ohne statistische Werte beurteilen.

Leider sehe ich gegenwärtig bei dem Verein, der mir mehr als drei Jahrzehnte ins Herz gewachsen ist, einen langsamen, kreativlosen Sicherheitsfußball.
Einen Fußball dem die Schönheit, die Geilheit früherer Jahre weitestgehend abhanden gekommen ist.
Und dazu kommt, dass man mit dem Wissen, dass es uns schwerfällt Torchancen zu kreiern, nahezu völlig auf das Stilmittel von Distanzschüssen verzichtet.
Lieber da oder dort noch ein Pass ins Nirgendwo, dem Gegner in die Beine oder, weil man nicht weiter weiß, nach hinten.
Oft hin bis zu einem wirklich super Keeper, dem aber für diese Spielart leider die fußballerischen Fähigkeiten fehlen.

Welchen Stellenwert ich dem Stilmittel von Distanzschüssen beimesse, habe ich versucht zu erklären.
Es ist doch letztlich egal, ob ein Schussversuch 10 m neben oder übers Tor geht.
Weil jeder dieser Versuche an sich von Mut zum Handeln zeugt. Etwas zu nutzen, das sich in einem gewissen Moment anbietet und so vielleicht eine Treffer zu erzielen, der uns taktisch hilft, der den Siegestreffer und vieles mehr bedeuten kann.

In manchem Spiel bieten sich mehrere Schusschancen, in anderen vielleicht nur eine oder keine.
Addiert man die Möglichkeiten mehrerer Spiele und dividiert den Gesamtwert durch die Anzahl dieser, kommt ein Mittelwert heraus, der nichts, wirklich nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat, wie jedes einzelnen Spiels gelaufen ist.
Lediglich die Werte von Einzelspielen haben m.M.n. eine wirkliche Aussagekraft.

Und eben genau das betrifft die Bewertung der Spielweise in der PL.
Nochmals, die PL ist eine Liga, der man sehr, sehr skeptisch bis hin zur Ablehnung gegenüber stehen kann.
Aber sie ist, trotz oder deswegen, die sportlich beste Liga der Welt!
Auch da gelten bezüglich der Anwendung von Statistiken die gleichen Aussagen, wie die, die ich speziell zum BVB getroffen habe.
Es ist das, was man sieht, die Realität und nicht das, was die Mittelwerte irgendwelcher Statistiken vermitteln.
Ich schaue ausgesprochen viel Fußball, immer den BVB und dazu jedes Spiel des LFC, dass sich nicht mit unserem überschneidet.
Dazu noch viele andere PL-Spiele, auch von Vereinen der mittleren Tabellenplätze.
Was sehe ich da nun bei diesen Spielen?
Distanzschüsse en masse.
Ja, auch daraus resultierend, viele Fehlversuche.
Aber eben auch viele wunderschöne Weitschusstore.

Abgesehen davon erweitert dieses Stilmittel die Unberechenbarkeit für alle Abwehrreihen und bietet, wie oben bereits geschrieben, Räume für andere Spielvarianten (z.B. Steckpässe).

Ich habe jetzt meine Meinung zu statistischen Werten dargestellt.
Eins möchte ich jedoch hervorheben.
Ich bin nicht generell gegen Statistik.
Ich messe bestimmten statistischen, besonders messbaren(!) Daten (z.B. Lauf- und Belastungswerte, etc.) eine wichtige Bedeutung bei.
Bezüglich der statistischen Bewertung bestimmter fußballerischer Elemente (z.B. Distanzschüsse) habe ich eine pragmatischere Denkweise bzw. Sicht.

•     •     •

EINMAL BVB - IMMER BVB
BVB - Taktik-Thread |#5993
06.01.2026 - 19:56 Uhr
Zitat von leipzig09
Nochmals ich:

Gewisse statistische Erfassungen haben durchaus ihren Wert.
Allerdings kann ich nichts mit dem statistische Umfang anfangen, mit dem jetzt alles überflutet wird.
Und ich bin da ganz ehrlich und offen, ich möchte es auch gar nicht.
Mir ist das, was ich mit eigenen Augen sehe, also temporeichen, technisch guten, durchdachten und herzerfrischenden Fußball ODER eben einschläfernde Spiele, viel mehr nah, als irgendwelche statistischen Werten es je sein werden.
Nicht genug, dass diese ganzen VAR-Ungereimtheiten den Fußball in seiner schönen einstigen "Urform" kaputtmachen, kommen jetzt noch derartige Statistiken ins Spiel, die man teils nur mit mathematischen Formeln noch deuten kann.
Sorry, mich ko.... bei Live-Übertragungen dieses statistische Geschwafel sogar an.
Ich möchte ein Fußballspiel sehen und dieses möglichst mit einem gemäßigt und fachlich gut daherkommenden Kommentator ergänzt wissen.
Nicht während des Spiels mit Boulevard-Gefasel, sprechen ohne Luft zu holen und dieses Einstreuen von irgendwelchen statistischen Werten zugetextet werden.
Nun, andere möchten das anders und das sei ihnen belassen.

Es ist doch im Grunde genommen schon pervers, wenn ein Spieler ein Tor schießt und MINUTENLANG warten muss, ob er nicht mit einem Millimeter seines Zehnagels im Abseits steht oder das Tor überhaupt zählt.
Statt spontane Feude, auf das Ergebnis der Überprüfung warten und erst dann nachgereichte Freude oder Enttäuschung der, natürlich vorhandenen, innerlichen Hoffnung.
Ebenso geht es uns Fans im Stadion oder am TV.
Und dann, WÄHREND EINES SPIELS, diese statistiche Überbordung dazu ... nein Danke.

Ich schreibe es mal einfach ... der Fußball ist ein einfaches und geiles Spiel, dass man nicht durch immer mehr fragwürdige Statistiken verkomplizieren sollte.
Ich sehe, was ich sehe und kann von daher, wie sicher sehr, sehr viele andere Fußballliebhaber, mit eigenen Augen fußballerisches Geschehen erfassen und gezeigte Leistungen auch ohne statistische Werte beurteilen.

Leider sehe ich gegenwärtig bei dem Verein, der mir mehr als drei Jahrzehnte ins Herz gewachsen ist, einen langsamen, kreativlosen Sicherheitsfußball.
Einen Fußball dem die Schönheit, die Geilheit früherer Jahre weitestgehend abhanden gekommen ist.
Und dazu kommt, dass man mit dem Wissen, dass es uns schwerfällt Torchancen zu kreiern, nahezu völlig auf das Stilmittel von Distanzschüssen verzichtet.
Lieber da oder dort noch ein Pass ins Nirgendwo, dem Gegner in die Beine oder, weil man nicht weiter weiß, nach hinten.
Oft hin bis zu einem wirklich super Keeper, dem aber für diese Spielart leider die fußballerischen Fähigkeiten fehlen.

Welchen Stellenwert ich dem Stilmittel von Distanzschüssen beimesse, habe ich versucht zu erklären.
Es ist doch letztlich egal, ob ein Schussversuch 10 m neben oder übers Tor geht.
Weil jeder dieser Versuche an sich von Mut zum Handeln zeugt. Etwas zu nutzen, das sich in einem gewissen Moment anbietet und so vielleicht eine Treffer zu erzielen, der uns taktisch hilft, der den Siegestreffer und vieles mehr bedeuten kann.

In manchem Spiel bieten sich mehrere Schusschancen, in anderen vielleicht nur eine oder keine.
Addiert man die Möglichkeiten mehrerer Spiele und dividiert den Gesamtwert durch die Anzahl dieser, kommt ein Mittelwert heraus, der nichts, wirklich nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat, wie jedes einzelnen Spiels gelaufen ist.
Lediglich die Werte von Einzelspielen haben m.M.n. eine wirkliche Aussagekraft.

Und eben genau das betrifft die Bewertung der Spielweise in der PL.
Nochmals, die PL ist eine Liga, der man sehr, sehr skeptisch bis hin zur Ablehnung gegenüber stehen kann.
Aber sie ist, trotz oder deswegen, die sportlich beste Liga der Welt!
Auch da gelten bezüglich der Anwendung von Statistiken die gleichen Aussagen, wie die, die ich speziell zum BVB getroffen habe.
Es ist das, was man sieht, die Realität und nicht das, was die Mittelwerte irgendwelcher Statistiken vermitteln.
Ich schaue ausgesprochen viel Fußball, immer den BVB und dazu jedes Spiel des LFC, dass sich nicht mit unserem überschneidet.
Dazu noch viele andere PL-Spiele, auch von Vereinen der mittleren Tabellenplätze.
Was sehe ich da nun bei diesen Spielen?
Distanzschüsse en masse.
Ja, auch daraus resultierend, viele Fehlversuche.
Aber eben auch viele wunderschöne Weitschusstore.

Abgesehen davon erweitert dieses Stilmittel die Unberechenbarkeit für alle Abwehrreihen und bietet, wie oben bereits geschrieben, Räume für andere Spielvarianten (z.B. Steckpässe).

Ich habe jetzt meine Meinung zu statistischen Werten dargestellt.
Eins möchte ich jedoch hervorheben.
Ich bin nicht generell gegen Statistik.
Ich messe bestimmten statistischen, besonders messbaren(!) Daten (z.B. Lauf- und Belastungswerte, etc.) eine wichtige Bedeutung bei.
Bezüglich der statistischen Bewertung bestimmter fußballerischer Elemente (z.B. Distanzschüsse) habe ich eine pragmatischere Denkweise bzw. Sicht.


Ich übersetz das mal zugespitzt mit "du findest nur Statistiken gut die deiner Wahrnehmung" entsprechen.

Der große Vorteil von Statistiken ist doch aber das man sie heranziehen kann um zu gucken ob die eigene Wahrnehmung wirklich der Realität entsprechen kann. Dabei meine ich nicht dass man zwingend von der eigenen Meinung/Wahrnehmung abstand nehmen muss wenn die Daten in eine andere Richtung deuten, aber dann sollte man zumindest einen guten Grund dafür haben warum die Statistiken dies nicht richtig erfassen.

In deinem Fall gibt es mmn einfach keinen Grund warum gleichzeitig gütlig sein sollte dass man in der PL tatsächlich öfter aus der Distanz aufs Tor schießt (deine Behauptung) und gleichzeitig die mittlere Anzahl an Distanzschüssen (Statistik) aber geringer ist. Entweder musst du dich hinterfragen ob deine Aussage zu allgemein formuliert war und du vielleicht durch den Fokus auf LFC eben kein generalisierbaren Eindruck der PL hast (vielleicht sind Distanzschüssen ja vor allem von oder gegen den LFC ein Stilmittel?) oder halt auch deine Meinung revidieren. Solche Ausreden dass du ja schon weißt was du am Fernseher siehst oder Mittelwerte keine Aussagekraft haben weil nur Einzelspiele zählen, zeigen vor allem dass du nicht willig bist deine eigene Wahrnehmung zu hinterfragen und dass du dich vielleicht mal mit dem Thema Wahrnehmungsverzehrungen (Biases) und Statistiken etwas mehr auseinander setzen solltest, weil du dann vielleicht verstehen würdest wieso 10 Leute die vom Fussball sogar Ahnung haben ein Spiel gucken können und auf Grund ihrer Vorannahmen und Überzeugung, ihrem Fokus im Spiel und ähnlichem trotzdem alle mit vollkommen anderen und teilweise widersprüchlichen Überzeugungen aus der Partie rausgehen können und warum Statistik eben schon in vielen Fällen eine sehr valide Option ist um zu testen ob man da gerade einer selektiven Wahrnehmung aufsitzt oder der Eindruck doch der Realität entsprechend könnte.
BVB - Taktik-Thread |#5994
06.01.2026 - 21:27 Uhr
Zitat von barcaberlin
Zitat von leipzig09

Nochmals ich:

Gewisse statistische Erfassungen haben durchaus ihren Wert.
Allerdings kann ich nichts mit dem statistische Umfang anfangen, mit dem jetzt alles überflutet wird.
Und ich bin da ganz ehrlich und offen, ich möchte es auch gar nicht.
Mir ist das, was ich mit eigenen Augen sehe, also temporeichen, technisch guten, durchdachten und herzerfrischenden Fußball ODER eben einschläfernde Spiele, viel mehr nah, als irgendwelche statistischen Werten es je sein werden.
Nicht genug, dass diese ganzen VAR-Ungereimtheiten den Fußball in seiner schönen einstigen "Urform" kaputtmachen, kommen jetzt noch derartige Statistiken ins Spiel, die man teils nur mit mathematischen Formeln noch deuten kann.
Sorry, mich ko.... bei Live-Übertragungen dieses statistische Geschwafel sogar an.
Ich möchte ein Fußballspiel sehen und dieses möglichst mit einem gemäßigt und fachlich gut daherkommenden Kommentator ergänzt wissen.
Nicht während des Spiels mit Boulevard-Gefasel, sprechen ohne Luft zu holen und dieses Einstreuen von irgendwelchen statistischen Werten zugetextet werden.
Nun, andere möchten das anders und das sei ihnen belassen.

Es ist doch im Grunde genommen schon pervers, wenn ein Spieler ein Tor schießt und MINUTENLANG warten muss, ob er nicht mit einem Millimeter seines Zehnagels im Abseits steht oder das Tor überhaupt zählt.
Statt spontane Feude, auf das Ergebnis der Überprüfung warten und erst dann nachgereichte Freude oder Enttäuschung der, natürlich vorhandenen, innerlichen Hoffnung.
Ebenso geht es uns Fans im Stadion oder am TV.
Und dann, WÄHREND EINES SPIELS, diese statistiche Überbordung dazu ... nein Danke.

Ich schreibe es mal einfach ... der Fußball ist ein einfaches und geiles Spiel, dass man nicht durch immer mehr fragwürdige Statistiken verkomplizieren sollte.
Ich sehe, was ich sehe und kann von daher, wie sicher sehr, sehr viele andere Fußballliebhaber, mit eigenen Augen fußballerisches Geschehen erfassen und gezeigte Leistungen auch ohne statistische Werte beurteilen.

Leider sehe ich gegenwärtig bei dem Verein, der mir mehr als drei Jahrzehnte ins Herz gewachsen ist, einen langsamen, kreativlosen Sicherheitsfußball.
Einen Fußball dem die Schönheit, die Geilheit früherer Jahre weitestgehend abhanden gekommen ist.
Und dazu kommt, dass man mit dem Wissen, dass es uns schwerfällt Torchancen zu kreiern, nahezu völlig auf das Stilmittel von Distanzschüssen verzichtet.
Lieber da oder dort noch ein Pass ins Nirgendwo, dem Gegner in die Beine oder, weil man nicht weiter weiß, nach hinten.
Oft hin bis zu einem wirklich super Keeper, dem aber für diese Spielart leider die fußballerischen Fähigkeiten fehlen.

Welchen Stellenwert ich dem Stilmittel von Distanzschüssen beimesse, habe ich versucht zu erklären.
Es ist doch letztlich egal, ob ein Schussversuch 10 m neben oder übers Tor geht.
Weil jeder dieser Versuche an sich von Mut zum Handeln zeugt. Etwas zu nutzen, das sich in einem gewissen Moment anbietet und so vielleicht eine Treffer zu erzielen, der uns taktisch hilft, der den Siegestreffer und vieles mehr bedeuten kann.

In manchem Spiel bieten sich mehrere Schusschancen, in anderen vielleicht nur eine oder keine.
Addiert man die Möglichkeiten mehrerer Spiele und dividiert den Gesamtwert durch die Anzahl dieser, kommt ein Mittelwert heraus, der nichts, wirklich nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat, wie jedes einzelnen Spiels gelaufen ist.
Lediglich die Werte von Einzelspielen haben m.M.n. eine wirkliche Aussagekraft.

Und eben genau das betrifft die Bewertung der Spielweise in der PL.
Nochmals, die PL ist eine Liga, der man sehr, sehr skeptisch bis hin zur Ablehnung gegenüber stehen kann.
Aber sie ist, trotz oder deswegen, die sportlich beste Liga der Welt!
Auch da gelten bezüglich der Anwendung von Statistiken die gleichen Aussagen, wie die, die ich speziell zum BVB getroffen habe.
Es ist das, was man sieht, die Realität und nicht das, was die Mittelwerte irgendwelcher Statistiken vermitteln.
Ich schaue ausgesprochen viel Fußball, immer den BVB und dazu jedes Spiel des LFC, dass sich nicht mit unserem überschneidet.
Dazu noch viele andere PL-Spiele, auch von Vereinen der mittleren Tabellenplätze.
Was sehe ich da nun bei diesen Spielen?
Distanzschüsse en masse.
Ja, auch daraus resultierend, viele Fehlversuche.
Aber eben auch viele wunderschöne Weitschusstore.

Abgesehen davon erweitert dieses Stilmittel die Unberechenbarkeit für alle Abwehrreihen und bietet, wie oben bereits geschrieben, Räume für andere Spielvarianten (z.B. Steckpässe).

Ich habe jetzt meine Meinung zu statistischen Werten dargestellt.
Eins möchte ich jedoch hervorheben.
Ich bin nicht generell gegen Statistik.
Ich messe bestimmten statistischen, besonders messbaren(!) Daten (z.B. Lauf- und Belastungswerte, etc.) eine wichtige Bedeutung bei.
Bezüglich der statistischen Bewertung bestimmter fußballerischer Elemente (z.B. Distanzschüsse) habe ich eine pragmatischere Denkweise bzw. Sicht.


Ich übersetz das mal zugespitzt mit "du findest nur Statistiken gut die deiner Wahrnehmung" entsprechen.

Der große Vorteil von Statistiken ist doch aber das man sie heranziehen kann um zu gucken ob die eigene Wahrnehmung wirklich der Realität entsprechen kann. Dabei meine ich nicht dass man zwingend von der eigenen Meinung/Wahrnehmung abstand nehmen muss wenn die Daten in eine andere Richtung deuten, aber dann sollte man zumindest einen guten Grund dafür haben warum die Statistiken dies nicht richtig erfassen.

In deinem Fall gibt es mmn einfach keinen Grund warum gleichzeitig gütlig sein sollte dass man in der PL tatsächlich öfter aus der Distanz aufs Tor schießt (deine Behauptung) und gleichzeitig die mittlere Anzahl an Distanzschüssen (Statistik) aber geringer ist. Entweder musst du dich hinterfragen ob deine Aussage zu allgemein formuliert war und du vielleicht durch den Fokus auf LFC eben kein generalisierbaren Eindruck der PL hast (vielleicht sind Distanzschüssen ja vor allem von oder gegen den LFC ein Stilmittel?) oder halt auch deine Meinung revidieren. Solche Ausreden dass du ja schon weißt was du am Fernseher siehst oder Mittelwerte keine Aussagekraft haben weil nur Einzelspiele zählen, zeigen vor allem dass du nicht willig bist deine eigene Wahrnehmung zu hinterfragen und dass du dich vielleicht mal mit dem Thema Wahrnehmungsverzehrungen (Biases) und Statistiken etwas mehr auseinander setzen solltest, weil du dann vielleicht verstehen würdest wieso 10 Leute die vom Fussball sogar Ahnung haben ein Spiel gucken können und auf Grund ihrer Vorannahmen und Überzeugung, ihrem Fokus im Spiel und ähnlichem trotzdem alle mit vollkommen anderen und teilweise widersprüchlichen Überzeugungen aus der Partie rausgehen können und warum Statistik eben schon in vielen Fällen eine sehr valide Option ist um zu testen ob man da gerade einer selektiven Wahrnehmung aufsitzt oder der Eindruck doch der Realität entsprechend könnte.


Naja, Statistiken sind etwas sehr komplexes, es ist ein eigener Bachelorstudiengang.
Man kann bei manchen Statistiken im Fußball durchaus mal die statistische Signifikanz hinterfragen, wenn z.B. die Zahl der Fernschüsse an sich nicht hoch ist. Oder die wirklich mannigfaltigen Einflussgrößen.
Mich nervt es tatsächlich auch, wenn man irgendwelche banalen, teils nichtssagenden Statistiken um die Ohren gehauen bekommt. Diese mögen für den Trainerstab und die Sportwissenschaft relevant sein, aber für mich als Zuschauer, der diese Statistiken ohnehin nicht einordnen und auch deren Relevanz und Signifikanz nicht überprüfen kann, ist das ganze wenig interessant. Es mag auch sicherlich Zuschauer geben, die das gut finden, aber ich finde es überflüssig.
Und ich als Fan, der ein schwaches Spiel gesehen hat, möchte auch oft gar nicht von einer Statistik vermeintlich des Besseren belehrt werden. So z.B. beim unsäglichen xGoals Wert, der den tatsächlichen Spielverlauf nur bedingt abbilden kann, somit auf das Einzelspiel bezogen mitunter keine Aussagekraft hat und dann als systemtischer Fehler auch auf eine ganze Saison betrachtet seine Schwächen hat. Da wird teilweise eine Pseudoobjektivität generiert, die mit der tatsächlichen, zugegeben auch subjektiv gefärbten, Beobachtung manchmal nichts gemein hat.

Um den Bogen zurück zur Taktik zu schlagen: Wollte man jetzt herausfinden, ob es sinnig oder unsinnig ist, Distanzschüsse abzufeuern, muss man sehr viel mehr mit einbeziehen, als nur die Zahl der Schüsse aus der Distanz vs. aus der Box vs. Treffer oder nicht Treffer. Nur als ein Beispiel von vielen: Man müsste z.B. feststellen, ob ein Distanzschuss, auch wenn er nicht zu einem Tor führt, als "Dosenöffner" fungieren kann. Sprich das Team motiviert oder wie es so schön heißt "mal ein Zeichen gesetzt wird". Man müsste dann untersuchen, ob sich das Verhalten ändert, z.B. mehr Strafraumsezenen, die ja auch mit höherer Wahrscheinlichkeit zu einem Tor führen, entstehen. Ob sich das Zweikampfverhalten ändert, u.s.w. u.s.f.. Alles viel zu komplex für eine Sportmoderation im Fernsehen.
BVB - Taktik-Thread |#5995
11.01.2026 - 13:15 Uhr
Wie riskant eine aktivere Spielweise gegen uns ist, hängt vermutlich sehr stark von unseren 2 zentralen Mittelfeldspielern ab.
Das System scheint defensivtaktisch sehr viel von ihnen zu verlangen, womöglich zu viel.
Ein Beispiel wäre Leverkusens Tor im Pokalspiel gegen uns.
Wir stehen hoch an ihrem Strafraum, selbst Schlotterbeck bedrängt den Gegner im Spielaufbau.
Leverkusen befreit sich geschickt und verlagert das Spiel.
Der nachgerückte Bellingham orientiert sich nachvollziehbar am Ball und dadurch vom Zentrum weg nach außen. Doch dies zwingt Nmecha dazu, wegen Tillman die Mitte zu halten.
Hätte Jobe den gerade Rückweg ins Zentrum gewählt, hätte Nmecha nach außen rücken und Grimaldo stellen können.
(Ich bin natürlich ein Laie und schätze die Situation hier vielleicht falsch ein. Zumindest ist das hier ein Beipiel für die schwierigen Entscheidungen, die im Verteidigen getroffen werden müssen.)
Das Tor ist trotzdem nicht selbstverständlich.
Ein spielschwächeres Team hätte den Ball womöglich verloren und einen Konter riskiert.
Selbst Frankfurt ist dies kurz vor der Weihnachtspause in Hamburg passiert, wodurch sie in Rückstand gerieten.
BVB - Taktik-Thread |#5996
13.01.2026 - 12:40 Uhr
@BVBBC Würde es Sinn manchen Couto vor Ryerson spielen zu lassen? Also eine 4-er Kette mit Ryerson als AV und Couto als RA um vielleicht etwas die defensive Struktut beizubehalten oder würde das nicht so viel Sinn machen?
BVB - Taktik-Thread |#5997
13.01.2026 - 13:02 Uhr
Zitat von BVBFK
@BVBBC Würde es Sinn manchen Couto vor Ryerson spielen zu lassen? Also eine 4-er Kette mit Ryerson als AV und Couto als RA um vielleicht etwas die defensive Struktut beizubehalten oder würde das nicht so viel Sinn machen?


Kommt darauf an, wie man die Rollen daneben - insbesondere ballfern - besetzt und dadurch von Couto erwartet. Prinzipiell ist es nicht ausgeschlossen, aber man muss sich halt im Klaren darüber sein, was man dann von der Seite erwarten kann und was nicht. Wenn man bspw. von Couto erwartet, dass er einen kreative RA gibt, dann wird man enttäuscht werden. Nutzt man ihn lediglich als Breitengeber, der vorrangig abseits vom Ball wirken soll, weil die Kreativseite eher links ist oder wenigstens im Zentrum, dann kann das aber gut funktionieren. Bspw. mit Läufen an der Linie, die hauptsächlich über Verlagerungen genutzt werden, ansonsten aber vor allem andernorts Platz schaffen sollen. Dazu kann man ihn in Richtung Strafraum nutzen, um den zweiten Pfosten für Abschlüsse zu besetzen, wobei die Tiefenläufe ebenfalls von anderer Stelle kommen müssten.

Prinzipiell kann ich mir die Rolle auch bei Adeyemi gut vorstellen, wobei man hier sicher von Ryerson im Spiel nach vorne wieder mehr erwarten muss, um Adeyemi auch mal früher ins Zentrum rücken zu lassen, damit dessen Tempo für Tiefenläufe effektiv nutzbar wird. Insbesondere in Sachen Breitenbesetzung, müsste Ryerson dann höher aufrücken und vor allem diszipliniert die Seite halten und wäre weniger in absichernder Position, wie es mit Couto der Fall wäre, der überwiegend die Linie halten sollte. Somit wäre Couto defensiver, würde für mehr Breite sorgen, aber Kreativität und Tiefe müssten an anderer Stelle geschaffen werden.
BVB - Taktik-Thread |#5998
13.01.2026 - 15:02 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von BVBFK

@BVBBC Würde es Sinn manchen Couto vor Ryerson spielen zu lassen? Also eine 4-er Kette mit Ryerson als AV und Couto als RA um vielleicht etwas die defensive Struktut beizubehalten oder würde das nicht so viel Sinn machen?


Kommt darauf an, wie man die Rollen daneben - insbesondere ballfern - besetzt und dadurch von Couto erwartet. Prinzipiell ist es nicht ausgeschlossen, aber man muss sich halt im Klaren darüber sein, was man dann von der Seite erwarten kann und was nicht. Wenn man bspw. von Couto erwartet, dass er einen kreative RA gibt, dann wird man enttäuscht werden. Nutzt man ihn lediglich als Breitengeber, der vorrangig abseits vom Ball wirken soll, weil die Kreativseite eher links ist oder wenigstens im Zentrum, dann kann das aber gut funktionieren. Bspw. mit Läufen an der Linie, die hauptsächlich über Verlagerungen genutzt werden, ansonsten aber vor allem andernorts Platz schaffen sollen. Dazu kann man ihn in Richtung Strafraum nutzen, um den zweiten Pfosten für Abschlüsse zu besetzen, wobei die Tiefenläufe ebenfalls von anderer Stelle kommen müssten.

Prinzipiell kann ich mir die Rolle auch bei Adeyemi gut vorstellen, wobei man hier sicher von Ryerson im Spiel nach vorne wieder mehr erwarten muss, um Adeyemi auch mal früher ins Zentrum rücken zu lassen, damit dessen Tempo für Tiefenläufe effektiv nutzbar wird. Insbesondere in Sachen Breitenbesetzung, müsste Ryerson dann höher aufrücken und vor allem diszipliniert die Seite halten und wäre weniger in absichernder Position, wie es mit Couto der Fall wäre, der überwiegend die Linie halten sollte. Somit wäre Couto defensiver, würde für mehr Breite sorgen, aber Kreativität und Tiefe müssten an anderer Stelle geschaffen werden.

Vielen Dank für die Antwort!

Ja so dachte ich mir das auch?

Kleine Nachfrage: Siehst du bei Couto nicht das Potenzial eine Art Spielmacher/Kreativspieler zu sein. Könnte ihn mir bspw gut als 10er vorstellen
BVB - Taktik-Thread |#5999
13.01.2026 - 16:02 Uhr
Zitat von BVBFK
Zitat von BVBBC

Zitat von BVBFK

@BVBBC Würde es Sinn manchen Couto vor Ryerson spielen zu lassen? Also eine 4-er Kette mit Ryerson als AV und Couto als RA um vielleicht etwas die defensive Struktut beizubehalten oder würde das nicht so viel Sinn machen?


Kommt darauf an, wie man die Rollen daneben - insbesondere ballfern - besetzt und dadurch von Couto erwartet. Prinzipiell ist es nicht ausgeschlossen, aber man muss sich halt im Klaren darüber sein, was man dann von der Seite erwarten kann und was nicht. Wenn man bspw. von Couto erwartet, dass er einen kreative RA gibt, dann wird man enttäuscht werden. Nutzt man ihn lediglich als Breitengeber, der vorrangig abseits vom Ball wirken soll, weil die Kreativseite eher links ist oder wenigstens im Zentrum, dann kann das aber gut funktionieren. Bspw. mit Läufen an der Linie, die hauptsächlich über Verlagerungen genutzt werden, ansonsten aber vor allem andernorts Platz schaffen sollen. Dazu kann man ihn in Richtung Strafraum nutzen, um den zweiten Pfosten für Abschlüsse zu besetzen, wobei die Tiefenläufe ebenfalls von anderer Stelle kommen müssten.

Prinzipiell kann ich mir die Rolle auch bei Adeyemi gut vorstellen, wobei man hier sicher von Ryerson im Spiel nach vorne wieder mehr erwarten muss, um Adeyemi auch mal früher ins Zentrum rücken zu lassen, damit dessen Tempo für Tiefenläufe effektiv nutzbar wird. Insbesondere in Sachen Breitenbesetzung, müsste Ryerson dann höher aufrücken und vor allem diszipliniert die Seite halten und wäre weniger in absichernder Position, wie es mit Couto der Fall wäre, der überwiegend die Linie halten sollte. Somit wäre Couto defensiver, würde für mehr Breite sorgen, aber Kreativität und Tiefe müssten an anderer Stelle geschaffen werden.

Vielen Dank für die Antwort!

Ja so dachte ich mir das auch?

Kleine Nachfrage: Siehst du bei Couto nicht das Potenzial eine Art Spielmacher/Kreativspieler zu sein. Könnte ihn mir bspw gut als 10er vorstellen


Nein, kann ich mir nicht vorstellen. Es gibt schließlich nicht nur defensive Gründe, warum er kein echter RV ist, sondern auch durchaus am Ball. Denn auch im Aufbauspiel gibt es klare Schwächen in Sachen Spielübersicht und Pressingresistenz. Auf kurze Distanzen kann man mit ihm durchaus gut ins Kombinationsspiel, aber es ist nicht so, dass er vor sich das Spiel immer im Blick behalten kann und dadurch sind in seiner Entscheidungsfindung dann immer wieder Fehler drin. Teilweise passt es auch im Timing (Tendenz zu zu langen Ballhaltezeiten) und in der Umsetzung im Passspiel nicht, was aber seltener das Problem ist. Die Pressingresistenz ist zudem auch wegen seiner Physis mit Limitationen verbunden. Daher gibt es Gründe, warum er in engen Räumen nicht so gut funktioniert und bspw. auch als Dribbler nur eingeschränkt in 1gg1 gehen kann. Enge Räume sind auf der 10 aber unvermeidbar, sodass man ihn dort wohl gut festpinnen könnte, während die Probleme im Aufbau auf der 10 auch nochmal stärker ins Gewicht fallen würden. Für mich ist er schlicht kein Kreativspieler, sondern jemand, der Abseits vom Ball mit seinen Läufen Gefahr initiieren kann, wenn man ihm zu viel Platz lässt, wodurch man ihm nicht zu viel Platz lassen darf. Der Schaden für den Gegner ist daher meines Erachtens nur außen hoch. Er ist eben auch ein völlig anderer Spielertyp als es Guerreiro bspw. ist, mit dem man das auf der 10 durchaus mal machen kann - aber auch das funktioniert nur im richtigen Setup, angesichts der Physis, obwohl Guerreiro in Sachen Spielübersicht, Kreativität und Passspiel sehr viel besser ist.
BVB - Taktik-Thread |#6000
13.01.2026 - 21:52 Uhr
Mal alle Themen am Ball beiseite: was wir im Pressing als Ausgangsformation setzen auf den Schienen, ist schon die gesamte Saison problematisch, aber wird heute gegen eine andere 3er Kette so richtig hops genommen. Wir helfen mit unseren Schienen immer den AIV, um die Kette enger zu stellen, lassen damit aber den gegnerischen Schienen viel Platz, um sich einfach die Bälle abzuholen. Sind das dann auch noch relativ ballsichere Jungs, bekommt man die nicht mehr unter Druck gesetzt, mit diesen langen Wegen und das Pressing vorne hat 0 Erfolgsaussichten, außer nach Prinzip Zufall. Es sind immer 2 Spieler außen gratis frei für den Gegner. Vermutlich nur, weil wir die Buxen voll haben, dass wir dann wieder in der 3er Kette übersprintet werden, was damit aber erst recht riskiert wird, weil die Schienen ja doch rausrücken müssen und die AIV somit allein lassen. Macht einfach keinen Sinn ...
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