Haching ist gerettet !!
26.10.2010 - 21:20 Uhr
29.10.2010 - 19:07 Uhr
Zitat von Kottan:
Zitat von rosa-lackiert:
Freut mich für euch, trotz all der Unwissenheit die im Moment noch herrscht.
Zitat von Underhaetsching:
Jetzt haun mir Jena weg.
Ja macht das bitte! :D
Ist das der Beginn einer wunderbaren Fanfreundschaft? :D
@Underhaetsching: Dein Beitrag oben stimmt von vorn bis hinten. Fernprost!
Wohl eher der Beginn einer wunderbaren Romanze. ;)
Auf nach Haching, morgen!
Zitat von rosa-lackiert:
Freut mich für euch, trotz all der Unwissenheit die im Moment noch herrscht.
Zitat von Underhaetsching:
Jetzt haun mir Jena weg.
Ja macht das bitte! :D
Ist das der Beginn einer wunderbaren Fanfreundschaft? :D
@Underhaetsching: Dein Beitrag oben stimmt von vorn bis hinten. Fernprost!
Wohl eher der Beginn einer wunderbaren Romanze. ;)
Auf nach Haching, morgen!
29.10.2010 - 19:20 Uhr
Na irgendwie hats wohl doch noch geklappt... ich hoffe man hat aus der Situation gelernt wieder etwas mehr auf alte Tugenden zu setzen.
Und jetzt am besten wieder voll auf den Sport konzentrieren und Samstag eine tolle Leistung gegen Jena zeigen!
Auf gehts Haching!
Und jetzt am besten wieder voll auf den Sport konzentrieren und Samstag eine tolle Leistung gegen Jena zeigen!
Auf gehts Haching!
29.10.2010 - 19:44 Uhr
Zitat von Parojani:
War lt. SZ doch Schrobenhauser:
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/sport/spvgg-unterhaching-ritt-auf-der-rasierklinge-1.1017852
Ändert sich also gar nichts!
Da steckt schon mehr da hinter weil 2,3 Millionen für 6 Monate das macht doch keiner :rolleyes
War lt. SZ doch Schrobenhauser:
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/sport/spvgg-unterhaching-ritt-auf-der-rasierklinge-1.1017852
Ändert sich also gar nichts!
Da steckt schon mehr da hinter weil 2,3 Millionen für 6 Monate das macht doch keiner :rolleyes
29.10.2010 - 19:47 Uhr
Zitat von Parojani:
Zitat von poldi_schweini09:
Zitat von Parojani:
War lt. SZ doch Schrobenhauser:
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/sport/spvgg-unterhaching-ritt-auf-der-rasierklinge-1.1017852
Ändert sich also gar nichts!
Da steckt schon mehr da hinter weil 2,3 Millionen für 6 Monate das macht doch keiner :rolleyes
Die glauben anscheinend wirklich noch an den Aufstieg.
Naja ich geh dann mal zu Lotto Totto und setz 2,3 Millionen auf den direkten Aufstieg :D
Zitat von poldi_schweini09:
Zitat von Parojani:
War lt. SZ doch Schrobenhauser:
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/sport/spvgg-unterhaching-ritt-auf-der-rasierklinge-1.1017852
Ändert sich also gar nichts!
Da steckt schon mehr da hinter weil 2,3 Millionen für 6 Monate das macht doch keiner :rolleyes
Die glauben anscheinend wirklich noch an den Aufstieg.
Naja ich geh dann mal zu Lotto Totto und setz 2,3 Millionen auf den direkten Aufstieg :D
29.10.2010 - 22:56 Uhr
Ich weiß beim besten Willen nicht, warum hier einige die Sektkorken knallen lassen. Schließlich wissen wir mal wieder gar nichts. Weder wer bezahlt, noch wer als Sponsor für die Zukunft zur Verfügung steht. Es ist noch nicht mal klar, dass der DFB in Frankfurt die eingereichten Papiere ähnlich positiv bewertet wie unser Präsident. Und Kupka hochleben lassen möchte ich auch nicht unbedingt, da er und Schrobenhauser schließlich maßgeblich am dilletantischen Levis-Deal beteiligt waren.
Für die Zukunft siehts so oder so schwarz aus: Last Exit 2. Liga - wie bitte schön soll das mit 14 Punkten Rückstand gehen? Mit dieser zutiefst durchschnittlichen Söldnermannschaft, die im Winter sowieso aus finanziellen Gründen abermals umgebaut wird?
Für mich sieht das eher nach lebensverlängrnden Maßnahmen am Sterbebett aus. An der "Politik" der Vereinsoberen ändert sich ja mal wieder nix. Selbstverständlich erfahren wir hier unten nichts von den Beschlüssen, Geheimabkommen. Ja nichtmal Levis will man vor Gericht ziehen, wahrscheinlich wären die Vertragsdetails zu pikant.
Es ist schon ziemlich viel kaputt gegangen in den letzten Wochen, Monaten und Jahren. Ich hoffe schwer, dass sich irgendwann mal endlich etwas zum Positiven hin ändert - nur leider verliere ich mehr und mehr die Hoffung und leider geht auch jedes Mal ein Stück Identifikation mit der Spvgg flöten. Und bald ist für mich persönlich das Maß endgültig voll...
Für die Zukunft siehts so oder so schwarz aus: Last Exit 2. Liga - wie bitte schön soll das mit 14 Punkten Rückstand gehen? Mit dieser zutiefst durchschnittlichen Söldnermannschaft, die im Winter sowieso aus finanziellen Gründen abermals umgebaut wird?
Für mich sieht das eher nach lebensverlängrnden Maßnahmen am Sterbebett aus. An der "Politik" der Vereinsoberen ändert sich ja mal wieder nix. Selbstverständlich erfahren wir hier unten nichts von den Beschlüssen, Geheimabkommen. Ja nichtmal Levis will man vor Gericht ziehen, wahrscheinlich wären die Vertragsdetails zu pikant.
Es ist schon ziemlich viel kaputt gegangen in den letzten Wochen, Monaten und Jahren. Ich hoffe schwer, dass sich irgendwann mal endlich etwas zum Positiven hin ändert - nur leider verliere ich mehr und mehr die Hoffung und leider geht auch jedes Mal ein Stück Identifikation mit der Spvgg flöten. Und bald ist für mich persönlich das Maß endgültig voll...
30.10.2010 - 09:18 Uhr
Der Klub ist gerettet, die Gemeinde erleichtert
Die SpVgg Unterhaching wendet eine Insolvenz ab - das freut nicht nur die Politiker und den Pächter der Vereinsgaststätte
Von Stefan Galler
Unterhaching - Es sind Tage zwischen Hoffen und Bangen gewesen, geprägt von der ständigen Sorge um die eigene Existenz und um die der Kollegen. Reinhold Betzendörfer, Leiter der Geschäftsstelle des Fußball-Drittligisten SpVgg Unterhaching, hat schwere Stunden hinter sich: 'Es ist, als ob man völlig machtlos in einem Zug sitzt, der ohne Bremsen auf eine Wand zurast', sagte der 46 Jahre alte Familienvater und bestätigte, dass die drohende Insolvenz des Arbeitgebers für große Verunsicherung gesorgt hat: 'Wir haben in der Geschäftsstelle viele Diskussionen geführt und ganz ehrlich: Keiner hatte einen Notfallplan.'
Entsprechend groß ist nun die Erleichterung darüber, dass das kurzfristige Aus abgewendet werden konnte. Präsident Engelbert Kupka, der mit Betzendörfer in ständigem Dialog stand, war am Freitagmorgen persönlich in die Büroräume am Sportpark gekommen und hatte die hauptamtlichen Angestellten darüber informiert, dass das Defizit ausgeglichen und die Lizenzunterlagen beim DFB eingereicht werden konnten. 'Klar, dass wir diese Nachricht freudig entgegen genommen haben', sagt Betzendörfer, der einst selbst für die SpVgg Unterhaching gespielt hatte, damals nach dem ersten Aufstieg in die zweite Liga in der Saison 1989/90. Sein Dank gilt dem Präsidenten, dem er 'vollstes Vertrauen' entgegenbringt. Dennoch ist Betzendörfer nicht blauäugig: 'Wir sind jetzt zwar nicht mehr auf der Intensivstation, aber noch lange nicht gerettet. Es gibt noch keinen Grund für Friede, Freude, Eierkuchen.'
Eierkuchen steht zwar nicht auf der Speisekarte der Klubgaststätte 'Sportstadl', dennoch war auch hier die Stimmung prächtig, nachdem sich die Meldung von der Rettung des Vereins herumgesprochen hatte. 'Die letzten Tage waren sehr schwierig für den Kopf', sagte der neue Pächter Harpreet Singh, der das Lokal erst vor acht Wochen übernommen hat. Vielfach hätten sich besorgte Gäste erkundigt, wie es um die SpVgg stehe. Und Singh musste stets erwidern, dass er es nicht wisse. Auch ihn plagten existenzielle Sorgen, alleine 40 Prozent seines Umsatzes macht er durch den Fußball. 'Bisher läuft es seit der Übernahme sehr gut, aber das hätte sich natürlich bei einer Insolvenz der SpVgg schnell geändert', so der Wirt.
Die gute Laune über die positiven Nachrichten aus dem Sportpark schwappte auch ins eineinhalb Kilometer entfernte Rathaus hinüber. 'Mich freut es sehr, dass nun wieder ein Lichtblick für die SpVgg besteht und diese Geschichte um den dubiosen Investor überwunden ist', sagte Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD), der ebenfalls von Präsident Kupka bereits vorab informiert worden war. Was die Bedeutung der SpVgg für den Ort anbelangt, äußerte sich Panzer zurückhaltend: 'Den Verein als einen Werbeträger zu bezeichnen, damit tue ich mich schwer, aber natürlich sind die Fußballer ein gewisses Aushängeschild, ebenso wie die Volleyballer oder unser Geothermie-Projekt.'
Geradezu euphorisch reagierte der Sportreferent der Gemeinde, Richard Raiser (CSU): 'Der Fußball in Unterhaching lebt wieder, ich habe immer daran geglaubt', sagte der langjährige Jugendtrainer der SpVgg, der Präsidium und Sponsoren seinen Dank ausdrückte. 'Das war eine heikle Geschichte, aber jetzt müssen alle zusammen helfen, dass wir so dramatische Tage nicht noch einmal erleben.' Der Verein müsse sich um eine nachhaltige Lösung bemühen und könne dabei nicht auf die Hilfe der Kommune spekulieren: 'Rechtlich und politisch kann die Gemeinde nicht als Sponsor agieren', sagte Raiser, 'sie kann nur wie bisher durch Bereitstellung des Stadions und der Trainingsplätze sowie bei der Jugendförderung behilflich sein'.
Eine Glückwunsch-SMS bekam der Hachinger Fußball-Boss Kupka von seiner Volleyball-Kollegin Agnes Fischl. Die Chefin des Deutschen Pokalsiegers Generali Haching äußerte sich ebenfalls zutiefst erleichtert: 'Wir sind nicht Konkurrenten, sondern Partner, deshalb hätte ich regelrecht Trauer empfunden, wenn es bei der SpVgg zum Äußersten gekommen wäre.' Auch sie wisse von ihrer Tätigkeit als Volleyball-Funktionärin, 'wie es ist, wenn man klamm ist', so Fischl weiter. 'Die Leute meinen immer, irgendwie schaffen die das schon - und genau so eine öffentliche Meinung erzeugt zusätzlichen Druck.'
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr.252, Samstag, den 30. Oktober 2010 , Seite 9
Die SpVgg Unterhaching wendet eine Insolvenz ab - das freut nicht nur die Politiker und den Pächter der Vereinsgaststätte
Von Stefan Galler
Unterhaching - Es sind Tage zwischen Hoffen und Bangen gewesen, geprägt von der ständigen Sorge um die eigene Existenz und um die der Kollegen. Reinhold Betzendörfer, Leiter der Geschäftsstelle des Fußball-Drittligisten SpVgg Unterhaching, hat schwere Stunden hinter sich: 'Es ist, als ob man völlig machtlos in einem Zug sitzt, der ohne Bremsen auf eine Wand zurast', sagte der 46 Jahre alte Familienvater und bestätigte, dass die drohende Insolvenz des Arbeitgebers für große Verunsicherung gesorgt hat: 'Wir haben in der Geschäftsstelle viele Diskussionen geführt und ganz ehrlich: Keiner hatte einen Notfallplan.'
Entsprechend groß ist nun die Erleichterung darüber, dass das kurzfristige Aus abgewendet werden konnte. Präsident Engelbert Kupka, der mit Betzendörfer in ständigem Dialog stand, war am Freitagmorgen persönlich in die Büroräume am Sportpark gekommen und hatte die hauptamtlichen Angestellten darüber informiert, dass das Defizit ausgeglichen und die Lizenzunterlagen beim DFB eingereicht werden konnten. 'Klar, dass wir diese Nachricht freudig entgegen genommen haben', sagt Betzendörfer, der einst selbst für die SpVgg Unterhaching gespielt hatte, damals nach dem ersten Aufstieg in die zweite Liga in der Saison 1989/90. Sein Dank gilt dem Präsidenten, dem er 'vollstes Vertrauen' entgegenbringt. Dennoch ist Betzendörfer nicht blauäugig: 'Wir sind jetzt zwar nicht mehr auf der Intensivstation, aber noch lange nicht gerettet. Es gibt noch keinen Grund für Friede, Freude, Eierkuchen.'
Eierkuchen steht zwar nicht auf der Speisekarte der Klubgaststätte 'Sportstadl', dennoch war auch hier die Stimmung prächtig, nachdem sich die Meldung von der Rettung des Vereins herumgesprochen hatte. 'Die letzten Tage waren sehr schwierig für den Kopf', sagte der neue Pächter Harpreet Singh, der das Lokal erst vor acht Wochen übernommen hat. Vielfach hätten sich besorgte Gäste erkundigt, wie es um die SpVgg stehe. Und Singh musste stets erwidern, dass er es nicht wisse. Auch ihn plagten existenzielle Sorgen, alleine 40 Prozent seines Umsatzes macht er durch den Fußball. 'Bisher läuft es seit der Übernahme sehr gut, aber das hätte sich natürlich bei einer Insolvenz der SpVgg schnell geändert', so der Wirt.
Die gute Laune über die positiven Nachrichten aus dem Sportpark schwappte auch ins eineinhalb Kilometer entfernte Rathaus hinüber. 'Mich freut es sehr, dass nun wieder ein Lichtblick für die SpVgg besteht und diese Geschichte um den dubiosen Investor überwunden ist', sagte Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD), der ebenfalls von Präsident Kupka bereits vorab informiert worden war. Was die Bedeutung der SpVgg für den Ort anbelangt, äußerte sich Panzer zurückhaltend: 'Den Verein als einen Werbeträger zu bezeichnen, damit tue ich mich schwer, aber natürlich sind die Fußballer ein gewisses Aushängeschild, ebenso wie die Volleyballer oder unser Geothermie-Projekt.'
Geradezu euphorisch reagierte der Sportreferent der Gemeinde, Richard Raiser (CSU): 'Der Fußball in Unterhaching lebt wieder, ich habe immer daran geglaubt', sagte der langjährige Jugendtrainer der SpVgg, der Präsidium und Sponsoren seinen Dank ausdrückte. 'Das war eine heikle Geschichte, aber jetzt müssen alle zusammen helfen, dass wir so dramatische Tage nicht noch einmal erleben.' Der Verein müsse sich um eine nachhaltige Lösung bemühen und könne dabei nicht auf die Hilfe der Kommune spekulieren: 'Rechtlich und politisch kann die Gemeinde nicht als Sponsor agieren', sagte Raiser, 'sie kann nur wie bisher durch Bereitstellung des Stadions und der Trainingsplätze sowie bei der Jugendförderung behilflich sein'.
Eine Glückwunsch-SMS bekam der Hachinger Fußball-Boss Kupka von seiner Volleyball-Kollegin Agnes Fischl. Die Chefin des Deutschen Pokalsiegers Generali Haching äußerte sich ebenfalls zutiefst erleichtert: 'Wir sind nicht Konkurrenten, sondern Partner, deshalb hätte ich regelrecht Trauer empfunden, wenn es bei der SpVgg zum Äußersten gekommen wäre.' Auch sie wisse von ihrer Tätigkeit als Volleyball-Funktionärin, 'wie es ist, wenn man klamm ist', so Fischl weiter. 'Die Leute meinen immer, irgendwie schaffen die das schon - und genau so eine öffentliche Meinung erzeugt zusätzlichen Druck.'
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr.252, Samstag, den 30. Oktober 2010 , Seite 9
30.10.2010 - 09:21 Uhr
KommentarEin Verein am Tropf
Von Andreas Liebmann
Ende der sechziger Jahre entdeckten amerikanische Psychologen das Phänomen der erlernten Hilflosigkeit. Ihre Experimente mit Hunden und Stromschlägen tun nichts zur Sache, wichtig ist nur die These, dass eine andauernde Einflusslosigkeit auf die eigene Situation zur Apathie führt. Womit der Bogen zur SpVgg Unterhaching gespannt wäre. Seit vielen Jahren ist der Fußballklub auf das Geld seines Mäzens Anton Schrobenhauser angewiesen, und er hat sich damit eingerichtet. Wann immer er in Not geriet, zahlte der Bauunternehmer. Dessen Spenden sind schwerlich mit Stromschlägen zu vergleichen, sie sind lobenswert. Doch bringen sie dem Verein zwei Nachteile: Erstens ist er abhängig vom wirtschaftlichen Erfolg seines Mäzens, zweitens von dessen Gnade. Ohne Schrobenhausers Okay wird bei der SpVgg weder ein Spieler verpflichtet noch eine Flasche geöffnet. Trainer Ralph Hasenhüttl hat ihm einst die Stirn geboten und wurde entlassen; Manager Erich Meidert ging freiwillig. Wer Schrobenhauser unbequem wird, wird ersetzt.
Dass die Hachinger sich auf Geschäfte mit dem zweifelhaften Investor Franco Levis eingelassen haben, hat mehrere Gründe. Der Verein stand finanziell bereits am Abgrund und war verzweifelt. Der Mäzen wiederum witterte die Chance auf einen potenten Nachfolger. Und der Sportliche Leiter Francisco Copado kaufte ungehemmt ein. Levis hatte sich auf Investoren berufen, an deren Existenz Klubchef Engelbert Kupka viel zu lange glauben wollte. Die Hoffnung auf ein Ende der Abhängigkeit war einfach zu verlockend.
Die nun mit viel Mühe abgewendete Insolvenz ist ein klares Zeichen dafür, dass Meidert recht hatte mit seiner Forderung nach moderneren Strukturen und einer Emanzipation von Schrobenhauser. Dieser musste erneut den Löwenanteil dazu beitragen, das Defizit von 2,3 Millionen Euro auszugleichen. Der SpVgg war es nicht gelungen, auf die Schnelle andere Geldquellen aufzutun. Die Episode dürfte dennoch allen gezeigt haben, dass der Drittligist Unterhaching nach altem Muster nicht mehr überlebensfähig ist.
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr.252, Samstag, den 30. Oktober 2010 , Seite 22
Von Andreas Liebmann
Ende der sechziger Jahre entdeckten amerikanische Psychologen das Phänomen der erlernten Hilflosigkeit. Ihre Experimente mit Hunden und Stromschlägen tun nichts zur Sache, wichtig ist nur die These, dass eine andauernde Einflusslosigkeit auf die eigene Situation zur Apathie führt. Womit der Bogen zur SpVgg Unterhaching gespannt wäre. Seit vielen Jahren ist der Fußballklub auf das Geld seines Mäzens Anton Schrobenhauser angewiesen, und er hat sich damit eingerichtet. Wann immer er in Not geriet, zahlte der Bauunternehmer. Dessen Spenden sind schwerlich mit Stromschlägen zu vergleichen, sie sind lobenswert. Doch bringen sie dem Verein zwei Nachteile: Erstens ist er abhängig vom wirtschaftlichen Erfolg seines Mäzens, zweitens von dessen Gnade. Ohne Schrobenhausers Okay wird bei der SpVgg weder ein Spieler verpflichtet noch eine Flasche geöffnet. Trainer Ralph Hasenhüttl hat ihm einst die Stirn geboten und wurde entlassen; Manager Erich Meidert ging freiwillig. Wer Schrobenhauser unbequem wird, wird ersetzt.
Dass die Hachinger sich auf Geschäfte mit dem zweifelhaften Investor Franco Levis eingelassen haben, hat mehrere Gründe. Der Verein stand finanziell bereits am Abgrund und war verzweifelt. Der Mäzen wiederum witterte die Chance auf einen potenten Nachfolger. Und der Sportliche Leiter Francisco Copado kaufte ungehemmt ein. Levis hatte sich auf Investoren berufen, an deren Existenz Klubchef Engelbert Kupka viel zu lange glauben wollte. Die Hoffnung auf ein Ende der Abhängigkeit war einfach zu verlockend.
Die nun mit viel Mühe abgewendete Insolvenz ist ein klares Zeichen dafür, dass Meidert recht hatte mit seiner Forderung nach moderneren Strukturen und einer Emanzipation von Schrobenhauser. Dieser musste erneut den Löwenanteil dazu beitragen, das Defizit von 2,3 Millionen Euro auszugleichen. Der SpVgg war es nicht gelungen, auf die Schnelle andere Geldquellen aufzutun. Die Episode dürfte dennoch allen gezeigt haben, dass der Drittligist Unterhaching nach altem Muster nicht mehr überlebensfähig ist.
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr.252, Samstag, den 30. Oktober 2010 , Seite 22
30.10.2010 - 10:20 Uhr
@ Haching17
Mal ein Dank von mir an dich für das regelmäßige reinstellen der Zeitungsberichte :)
Mal ein Dank von mir an dich für das regelmäßige reinstellen der Zeitungsberichte :)
30.10.2010 - 14:10 Uhr
Dem schließ ich mich an. Vielen Dank für die Berichte!
30.10.2010 - 18:36 Uhr
Gern geschehen, für was hat man das E-Paper von der SZ. :D
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