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Kay Bernstein
Geburtsdatum 30.09.1980
Alter 43
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion ---
Akt. Verein ---

Kay Bernstein [✝]

26.06.2022 - 16:26 Uhr
Kay Bernstein [✝] |#2001
05.08.2023 - 21:19 Uhr
Zitat von FantasticDan
Ist doch egal was er macht. Hätte er das finanziell schlechtere Angebot angenommen, dann wäre hier genau das gleiche los. Bernstein hat diese Entscheidung begründet, ich nehme ihm das auch ab und jeder kann das Dilemma nachvollziehen. Er kriegt aufgrund des Versprechens zurecht einiges ab, dann ist aber auch gut.


Naja,es ist einfach eine Haltung/Moral zu propagieren und auszuüben, wenn das auch mit dem besten Angebot zusammenfällt.

Haltung oder Moral zeigt sich aber genau dann, wenn es nicht so ist. Sonst ist es nur brotloses Gequatsche, um Stimmen einzufangen.


Haltung hat KayBernstein null, das hat er eindrucksvoll gezeigt.



Und, dass bei einem anderen Sponsor, der dann 500k weniger zahlt das selbe los wäre, das ist doch einfach nur eine haltlose Behauptung, um etwas rechtzufertigen, was man nicht rechtfertigen kann.
Ich halte diese Aussage für Quatsch und denke auch, dass auch du das weißt.
Kay Bernstein [✝] |#2002
05.08.2023 - 21:35 Uhr
Zitat von DrDeDre
Aber -Satz-Konstrukte negieren alles vor dem Aber und erhögen alles danach.

Wenn also jemand sagt: "Ich bin ja kein Bernsteinfan, aber..." dann meint er das Gegenteil, dann ist er ganz klarer Bernsteinfan und das nach dem aber ist für ihn die bedeutende Aussage.

Lungistik-Grundkurs erstes Semester.


Die Lektion kam direkt nach Kapitel 1: "Monochromes Argumentieren: Denn bist du nicht gegen mich, dann bist du mein Jünger..." Zunge raus

Man kann Bernstein auch kritisieren oder verteidigen ohne sich zu ihm zu bekennen oder ihn öffentlich abzulehnen.

Diese Moral vorab zu propagieren und dann diesen Sponsor zu präsentieren, ist gelinde gesagt, unglücklich. Wenn man hart ist, könnte man auch sagen verlogen.
Aber, Moral muss man sich leisten können. Und wenn man vor der Wahl steht den Verein am Leben zu erhalten oder moralisch schön zu sterben, ist das keine einfache Entscheidung und sollte bei jeder Kritik zumindest erwähnt werden.

•     •     •

Springt gerne über Werbebanden.

"Qualität kommt von Quälen." (Toni Leistner)
Kay Bernstein [✝] |#2003
05.08.2023 - 21:49 Uhr
Zitat von Alpenbombe

...
Diese Moral vorab zu propagieren und dann diesen Sponsor zu präsentieren, ist gelinde gesagt, unglücklich. Wenn man hart ist, könnte man auch sagen verlogen.
Aber, Moral muss man sich leisten können. Und wenn man vor der Wahl steht den Verein am Leben zu erhalten oder moralisch schön zu sterben, ist das keine einfache Entscheidung und sollte bei jeder Kritik zumindest erwähnt werden.


Hertha wäre auch nicht in die Insolvenz geschlittert, wenn man 500k weniger von einem anderen Sponsor bekommen hätte.
Bei dem Saisonetat ist das nur ein kleiner Teil.
Dann holt man eben einen (relativ billigen) Spieler weniger zB. Palko wird mit Gehalt und Ablöse alleine 7stellig liegen, kann man dann eben nicht holen.
Oder man stellt keine neuen Mitarbeiter ein, wie scheinbar zB auch Köhler für den ja sogar eine Stelle geschaffen wurde.


Wenn man eh immer das finanziell beste Angebot annahemen will, dann hat man eben keine Moral, keine Haltung. Dann ist es im gegenteil verlogen, wenn man das beste Angebot annimmt und es als moralische Entscheidung verkauft, weil es gerade passt.

Moral muss man sich leisten können, diese Aussage trifft nur dort zu, wo Menschen sich teurere Lebensmittel/Kleidung, etc. schlicht nicht leisten können, weil sie das Geld nicht haben. Den Fairtrade, made in Germany, Artgerechte Haltung, etc. kostet bedeutend mehr, so viel mehr, dass viele dieses Geld nicht haben und auch nicht anderswo einsparen können.
Es meint nicht, auf jeden gewohnten Luxus nicht verzichten zu wollen und deshalb nicht moralisch handeln zu können.

Andernfalls trifft dieser Spruch nur als Ausrede zu, wenn man eben keine Moral/Haltung hat. Das Moral/Haltung auch mit Verzicht zusammenläuft, das sollte klar sein.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von DrDeDre am 05.08.2023 um 21:52 Uhr bearbeitet
Kay Bernstein [✝] |#2004
05.08.2023 - 21:59 Uhr
Zitat von DrDeDre
Zitat von Alpenbombe

...
Diese Moral vorab zu propagieren und dann diesen Sponsor zu präsentieren, ist gelinde gesagt, unglücklich. Wenn man hart ist, könnte man auch sagen verlogen.
Aber, Moral muss man sich leisten können. Und wenn man vor der Wahl steht den Verein am Leben zu erhalten oder moralisch schön zu sterben, ist das keine einfache Entscheidung und sollte bei jeder Kritik zumindest erwähnt werden.


Hertha wäre auch nicht in die Insolvenz geschlittert, wenn man 500k weniger von einem anderen Sponsor bekommen hätte.
Bei dem Saisonetat ist das nur ein kleiner Teil.
Dann holt man eben einen (relativ billigen) Spieler weniger zB. Palko wird mit Gehalt und Ablöse alleine 7stellig liegen, kann man dann eben nicht holen.
Oder man stellt keine neuen Mitarbeiter ein, wie scheinbar zB auch Köhler für den ja sogar eine Stelle geschaffen wurde.


Wenn man eh immer das finanziell beste Angebot annahemen will, dann hat man eben keine Moral, keine Haltung. Dann ist es im gegenteil verlogen, wenn man das beste Angebot annimmt und es als moralische Entscheidung verkauft, weil es gerade passt.

Moral muss man sich leisten können, diese Aussage trifft nur dort zu, wo Menschen sich teurere Lebensmittel/Kleidung, etc. schlicht nicht leisten können, weil sie das Geld nicht haben. Den Fairtrade, made in Germany, Artgerechte Haltung, etc. kostet bedeutend mehr, so viel mehr, dass viele dieses Geld nicht haben und auch nicht anderswo einsparen können.
Es meint nicht, auf jeden gewohnten Luxus nicht verzichten zu wollen und deshalb nicht moralisch handeln zu können.

Andernfalls trifft dieser Spruch nur als Ausrede zu, wenn man eben keine Moral/Haltung hat. Das Moral/Haltung auch mit Verzicht zusammenläuft, das sollte klar sein.


Und wieder nur eine Argumentation in Extremen und schiefe Vergleiche. Natürlich hätte weniger Sponsorengeld nicht die Insolvenz bedeutet. Andererseits könnte es auch sein, dass uns dann bei einer weiteren, wichtigen Verpflichtung eben genau jene 500k fehlen. Wer weiß das schon.

Wenn man Verantwortung für eine größere Organisation trägt, ist moralisches Handeln sogar schwieriger als für jeden in seinen individuellen Lebensentscheidungen. Allein schon aufgrund der breiteren Öffentlichkeit. Ich glaube niemand findet sein Gesicht morgen auf der Titelseite der Bild, weil er grün wählt, aber dann Billigfleisch kauft. Insofern finde ich diesen Vergleich nicht besonders passend. In diesen Fällen bin ich dann mein einziger moralischer Kritiker.
Das oben genannte Bonmot ist also auch hier durchaus passend. Die Entscheidungen Bernsteins als verlogen zu bewerten, kritisiere ich auch gar nicht. Das gibt die Situation durchaus her. Mir missfällt nur diese einseitige Argumentation, die wichtige Aspekte unter den Tisch fallen lässt oder relativiert.

•     •     •

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"Qualität kommt von Quälen." (Toni Leistner)
Kay Bernstein [✝] |#2005
05.08.2023 - 22:08 Uhr
Zitat von Alpenbombe

Und wieder nur eine Argumentation in Extremen und schiefe Vergleiche. Natürlich hätte weniger Sponsorengeld nicht die Insolvenz bedeutet. Andererseits könnte es auch sein, dass uns dann bei einer weiteren, wichtigen Verpflichtung eben genau jene 500k fehlen. Wer weiß das schon.
...


Klar das kann sein, das wird ziemlich sicher auch so sein. Keine Frage.
Aber diese 500k weniger führen nicht zu einer Insolvenz, sie feheln dann nur beim "Luxus, einer weiteren Spielerverpflichtung".

Aber genau das hat dann eben nichts mit Haltung/Moral zu tun, wenn man eh das beste Angebot annimmt, weil man ja jeden Euro mehr dann auch einsetzen kann und will.
Und wenn man eben auf nichts verzichten, was aber nicht überlebensnotwendig ist.


Deshalb verstehe ich deinen Einwand hier wirklich so gar nicht. WIrklich überhaupt gar nicht.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von DrDeDre am 05.08.2023 um 22:10 Uhr bearbeitet
Kay Bernstein [✝] |#2006
05.08.2023 - 23:12 Uhr
Das mit crazybuzzer ist schon ein Schlag ins Kontor. Das sollte ihn die Wiederwahl kosten. Das muss er auch selbst gewusst haben, zumindest dass das Risiko besteht. Insofern scheint er immerhin hier das Wohl des Vereins über sein eigenes gestellt zu haben. Naja, wir werden sehen. Einfach so durchgehen lassen sollten wir ihm das als Fans aber nicht.
Kay Bernstein [✝] |#2007
05.08.2023 - 23:40 Uhr
Zitat von DrDeDre
Zitat von Alpenbombe

Und wieder nur eine Argumentation in Extremen und schiefe Vergleiche. Natürlich hätte weniger Sponsorengeld nicht die Insolvenz bedeutet. Andererseits könnte es auch sein, dass uns dann bei einer weiteren, wichtigen Verpflichtung eben genau jene 500k fehlen. Wer weiß das schon.
...


Klar das kann sein, das wird ziemlich sicher auch so sein. Keine Frage.
Aber diese 500k weniger führen nicht zu einer Insolvenz, sie feheln dann nur beim "Luxus, einer weiteren Spielerverpflichtung".

Aber genau das hat dann eben nichts mit Haltung/Moral zu tun, wenn man eh das beste Angebot annimmt, weil man ja jeden Euro mehr dann auch einsetzen kann und will.
Und wenn man eben auf nichts verzichten, was aber nicht überlebensnotwendig ist.


Deshalb verstehe ich deinen Einwand hier wirklich so gar nicht. WIrklich überhaupt gar nicht.


Zur Klarstellung ich war Anfangs sehr für Steffel, aber hatte Bernstein bis vor Kurzen absolut nichts vorzuwerfen. Ich will auch gar keine Diskussion aufkeimen lassen, ob und was Steffel ggf. besser gemacht hätte, weil das rein spekulativ ist, aber in den vergangenen Wochen sind mehrere Dinge passiert, die ich Bernstein, dem ich wie gesagt, bis dahin nichts vorzuwerfen hatte und dessen Arbeit ich als mindestens OK bezeichnen würde, nun doch ankreiden wollen würde.

A) viele seiner Versprechen waren leider nur heiße Luft. Ja, es stimmt, man spürt wieder eine stärkere Bindung zum Verein, aber hier hat zB auch Schwarz, der leider sportlich versagte, gut mitgewirkt, aber wenn es um Themen wie Ticket- bzw Dauerkartenpreise ging, sind Bernsteins Versprechungen bislang nicht aufgegangen. Ist das ob der finanziellen Situation nachvollziehbar? Zu 100%. Dennoch ist es natürlich einfach mit unrealistischen aber populistischen Versprechungen in einen Wahlkampf zu gehen, die nie und nimmer haltbar waren (und die finanzielle Situation war zumindest soweit bekannt, als dass das damals schon hanebüchen klang).

B) Bernstein spricht viel und gerne in jedes Mikro was ihm über den Weg läuft, dass hatte ihm auch schon Bobic voraus, doch leider ist das für unseren Verein und dessen Standing oftmals von Nachteil. Hat er recht, wenn er das System Bundesliga kritisiert, mit seinem ständigen Zwang frisches Geld zu akquirieren? Absolut! Doch als Verein, der sich die Taschen mit Investoren Geld gefüllt hat und unter seiner Regie dem nächsten Investor um den Hals fiel (erneut nachvollziehbar) hinterlässt ein solches, wiederholtes Statement einen gewissen Beigeschmack bei Dritten. Die ihm ständig gebotene Bühne nutzte er aber nicht für:

- Kritik an dem ständigen Zündeln in unserem Block, dass uns seit seiner Ernennung etwa so viel Geld gekostet hat, wie die kumulierten Transfergebühren in diesem Sommer. Eher legitimierte er dieses Verhalten sogar noch in einem seiner Statements, falls man dies so lesen wollte.
- die Causa Gersbeck (ja, laufende Ermittlungen, aber manchmal ist es auch sinnvoll die Geschichte selbst zu schreiben, statt ihr nur zu folgen) - steht für mich außerdem in starkem Kontrast zu Bobic, Kalou und Jarstein. Mir geht es noch nicht einmal um die ggf justiziablen Anschuldigungen, aber sein unerlaubtes Fernbleiben wiegt für mich nicht weniger schwer, als die Vergehen die einem Jarstein zu Lasten gelegt wurden, der damals bereits ein verdienter Spieler war. Sollte sich auch nur ein Teil der Anschuldigungen als Wahrheit erweisen (wonach es zu mindest im Grundtenor ausschaut), so würde dies die drei vorgenannten Fälle in den Schatten stellen.

- dem Fall Leistner, der nach wie vor in der Kurve als Mensch zweiter Klasse behandelt wird, obwohl er sich mit aller Macht versucht in den Dienst des Vereins zu stellen.

C) Das leidige Thema Glücksspiel. Ist es notwendig und außer unserer Kontrolle gewesen? Ja, vermutlich sogar Beides. Doch den Vertrag mit Sport 5 hätte es nicht mehr geben müssen. Und das Statement zum Thema Glücksspiel (dem ich beipflichte) entstammte seinem eigenen Ideal und er legte nach und sagte, dass die finanzielle Situation hierbei keine Rolle spielen dürfe (kritisch). Sich mit der finanziellen Situation raus zu reden ist erneut nachvollziehbar, steht aber im krassen Kontrast zu genau dem, wofür er sich hat wählen lassen.

D) Finanzierung der Hertha. Ich gebe ihm nicht die Schuld an der finanziellen Lage, aber erneut war das Mikrofon wieder näher als die Wahrheitsfindung. Aufgrund von falschen Informationen zum Mikro zu greifen und von einer durchfinanzierten Saison zu sprechen, obwohl es nun sogar einen Aufstieg benötigt, um die momentan auferlegten Finanzpläne zu befriedigen ist fahrlässig. Gleichzeit wird von „noch kein Saisonziel“ gesprochen, obwohl den Anlegern eben ein Saisonziel für die Verlängerung genannt wurde. Es fehlt eine Stringenz in der Kommunikation. Warum man bei der Finanzlage Kreditrahmen auslaufen ließ erschließt sich mir auch nicht. Es ist nicht alleine Bernsteins Verantwortung und natürlich sollten Kontrollinstanzen solche Mängel aufdecken, aber warum in jedes Mikro hineinsprechen BEVOR man sich eben jene Informationen gesichert eingeholt hat? Und warum so fatale Entscheidungen in einem finanziell für jeden ersichtlich in Schieflage geratenen Verein zulassen, BEVOR man diese hat extern prüfen lassen.

Erneut, dies ist nicht gegen Bernstein als Menschen gerichtet und ich glaube ihm ehrlich, dass ihm dieser Verein am Herzen liegt, aber für mich zeichnen sich langsam zwei Dinge ab. Er ging mit falschen Vorstellungen und dadurch auch Versprechen in den Wahlkampf, von denen abseits von einmalig Würstchen und einer besseren Bindung zur Fanszene (der momentan etwas Kritik ganz gut täte) nicht viel übrig blieb. Und er scheint erst viel zu spät die vergangenen Akteure hinterfragt und die einfachen schnellen Antworten gefressen zu haben und uns damit nachhaltig in eine noch größere Abhängigkeit gebracht zu haben (Kreditrahmen, Sport5, Anleihe, Sponsor - alle voneinander abhängig).
Ich möchte noch einmal betonen, dass es keine Garantie dafür gibt, dass es Steffel besser gemacht hätte, aber es spielt für die individuelle Kritik an Kay Bernstein zum jetzigen Zeitpunkt auch keine Rolle. Es hätte alles noch schlimmer kommen können, aber es hätte definitiv auch besser laufen können und müssen.

Absoluter Lichtblick: Weber macht einen aufgeräumten und nicht überhasteten Eindruck. Allerdings möchte ich mich zu Neuendorf lieber nicht äußern.
Kay Bernstein [✝] |#2008
06.08.2023 - 00:11 Uhr
Zitat von Alpenbombe
Zitat von DrDeDre

Zitat von Alpenbombe

...
Diese Moral vorab zu propagieren und dann diesen Sponsor zu präsentieren, ist gelinde gesagt, unglücklich. Wenn man hart ist, könnte man auch sagen verlogen.
Aber, Moral muss man sich leisten können. Und wenn man vor der Wahl steht den Verein am Leben zu erhalten oder moralisch schön zu sterben, ist das keine einfache Entscheidung und sollte bei jeder Kritik zumindest erwähnt werden.


Hertha wäre auch nicht in die Insolvenz geschlittert, wenn man 500k weniger von einem anderen Sponsor bekommen hätte.
Bei dem Saisonetat ist das nur ein kleiner Teil.
Dann holt man eben einen (relativ billigen) Spieler weniger zB. Palko wird mit Gehalt und Ablöse alleine 7stellig liegen, kann man dann eben nicht holen.
Oder man stellt keine neuen Mitarbeiter ein, wie scheinbar zB auch Köhler für den ja sogar eine Stelle geschaffen wurde.


Wenn man eh immer das finanziell beste Angebot annahemen will, dann hat man eben keine Moral, keine Haltung. Dann ist es im gegenteil verlogen, wenn man das beste Angebot annimmt und es als moralische Entscheidung verkauft, weil es gerade passt.

Moral muss man sich leisten können, diese Aussage trifft nur dort zu, wo Menschen sich teurere Lebensmittel/Kleidung, etc. schlicht nicht leisten können, weil sie das Geld nicht haben. Den Fairtrade, made in Germany, Artgerechte Haltung, etc. kostet bedeutend mehr, so viel mehr, dass viele dieses Geld nicht haben und auch nicht anderswo einsparen können.
Es meint nicht, auf jeden gewohnten Luxus nicht verzichten zu wollen und deshalb nicht moralisch handeln zu können.

Andernfalls trifft dieser Spruch nur als Ausrede zu, wenn man eben keine Moral/Haltung hat. Das Moral/Haltung auch mit Verzicht zusammenläuft, das sollte klar sein.


Und wieder nur eine Argumentation in Extremen und schiefe Vergleiche. Natürlich hätte weniger Sponsorengeld nicht die Insolvenz bedeutet. Andererseits könnte es auch sein, dass uns dann bei einer weiteren, wichtigen Verpflichtung eben genau jene 500k fehlen. Wer weiß das schon.

Wenn man Verantwortung für eine größere Organisation trägt, ist moralisches Handeln sogar schwieriger als für jeden in seinen individuellen Lebensentscheidungen. Allein schon aufgrund der breiteren Öffentlichkeit. Ich glaube niemand findet sein Gesicht morgen auf der Titelseite der Bild, weil er grün wählt, aber dann Billigfleisch kauft. Insofern finde ich diesen Vergleich nicht besonders passend. In diesen Fällen bin ich dann mein einziger moralischer Kritiker.
Das oben genannte Bonmot ist also auch hier durchaus passend. Die Entscheidungen Bernsteins als verlogen zu bewerten, kritisiere ich auch gar nicht. Das gibt die Situation durchaus her. Mir missfällt nur diese einseitige Argumentation, die wichtige Aspekte unter den Tisch fallen lässt oder relativiert.


Solange uns das Bernsteinsche Wahlvolk regelmäßig Strafzahlungen im 5-stelligen Bereich kostet, weil sie sich einfach nicht benehmen können, solange ist es einfach eine Milch Mädchen Rechnung.

•     •     •

"Der Ball ist rund. Wäre er eckig, wäre es ja ein Würfel." - Gyula Lorant
Kay Bernstein [✝] |#2009
06.08.2023 - 00:35 Uhr
Zitat von ricktap
Zitat von DrDeDre

Zitat von Alpenbombe

Und wieder nur eine Argumentation in Extremen und schiefe Vergleiche. Natürlich hätte weniger Sponsorengeld nicht die Insolvenz bedeutet. Andererseits könnte es auch sein, dass uns dann bei einer weiteren, wichtigen Verpflichtung eben genau jene 500k fehlen. Wer weiß das schon.
...


Klar das kann sein, das wird ziemlich sicher auch so sein. Keine Frage.
Aber diese 500k weniger führen nicht zu einer Insolvenz, sie feheln dann nur beim "Luxus, einer weiteren Spielerverpflichtung".

Aber genau das hat dann eben nichts mit Haltung/Moral zu tun, wenn man eh das beste Angebot annimmt, weil man ja jeden Euro mehr dann auch einsetzen kann und will.
Und wenn man eben auf nichts verzichten, was aber nicht überlebensnotwendig ist.


Deshalb verstehe ich deinen Einwand hier wirklich so gar nicht. WIrklich überhaupt gar nicht.


Zur Klarstellung ich war Anfangs sehr für Steffel, aber hatte Bernstein bis vor Kurzen absolut nichts vorzuwerfen. Ich will auch gar keine Diskussion aufkeimen lassen, ob und was Steffel ggf. besser gemacht hätte, weil das rein spekulativ ist, aber in den vergangenen Wochen sind mehrere Dinge passiert, die ich Bernstein, dem ich wie gesagt, bis dahin nichts vorzuwerfen hatte und dessen Arbeit ich als mindestens OK bezeichnen würde, nun doch ankreiden wollen würde.

A) viele seiner Versprechen waren leider nur heiße Luft. Ja, es stimmt, man spürt wieder eine stärkere Bindung zum Verein, aber hier hat zB auch Schwarz, der leider sportlich versagte, gut mitgewirkt, aber wenn es um Themen wie Ticket- bzw Dauerkartenpreise ging, sind Bernsteins Versprechungen bislang nicht aufgegangen. Ist das ob der finanziellen Situation nachvollziehbar? Zu 100%. Dennoch ist es natürlich einfach mit unrealistischen aber populistischen Versprechungen in einen Wahlkampf zu gehen, die nie und nimmer haltbar waren (und die finanzielle Situation war zumindest soweit bekannt, als dass das damals schon hanebüchen klang).

B) Bernstein spricht viel und gerne in jedes Mikro was ihm über den Weg läuft, dass hatte ihm auch schon Bobic voraus, doch leider ist das für unseren Verein und dessen Standing oftmals von Nachteil. Hat er recht, wenn er das System Bundesliga kritisiert, mit seinem ständigen Zwang frisches Geld zu akquirieren? Absolut! Doch als Verein, der sich die Taschen mit Investoren Geld gefüllt hat und unter seiner Regie dem nächsten Investor um den Hals fiel (erneut nachvollziehbar) hinterlässt ein solches, wiederholtes Statement einen gewissen Beigeschmack bei Dritten. Die ihm ständig gebotene Bühne nutzte er aber nicht für:

- Kritik an dem ständigen Zündeln in unserem Block, dass uns seit seiner Ernennung etwa so viel Geld gekostet hat, wie die kumulierten Transfergebühren in diesem Sommer. Eher legitimierte er dieses Verhalten sogar noch in einem seiner Statements, falls man dies so lesen wollte.
- die Causa Gersbeck (ja, laufende Ermittlungen, aber manchmal ist es auch sinnvoll die Geschichte selbst zu schreiben, statt ihr nur zu folgen) - steht für mich außerdem in starkem Kontrast zu Bobic, Kalou und Jarstein. Mir geht es noch nicht einmal um die ggf justiziablen Anschuldigungen, aber sein unerlaubtes Fernbleiben wiegt für mich nicht weniger schwer, als die Vergehen die einem Jarstein zu Lasten gelegt wurden, der damals bereits ein verdienter Spieler war. Sollte sich auch nur ein Teil der Anschuldigungen als Wahrheit erweisen (wonach es zu mindest im Grundtenor ausschaut), so würde dies die drei vorgenannten Fälle in den Schatten stellen.

- dem Fall Leistner, der nach wie vor in der Kurve als Mensch zweiter Klasse behandelt wird, obwohl er sich mit aller Macht versucht in den Dienst des Vereins zu stellen.

C) Das leidige Thema Glücksspiel. Ist es notwendig und außer unserer Kontrolle gewesen? Ja, vermutlich sogar Beides. Doch den Vertrag mit Sport 5 hätte es nicht mehr geben müssen. Und das Statement zum Thema Glücksspiel (dem ich beipflichte) entstammte seinem eigenen Ideal und er legte nach und sagte, dass die finanzielle Situation hierbei keine Rolle spielen dürfe (kritisch). Sich mit der finanziellen Situation raus zu reden ist erneut nachvollziehbar, steht aber im krassen Kontrast zu genau dem, wofür er sich hat wählen lassen.

D) Finanzierung der Hertha. Ich gebe ihm nicht die Schuld an der finanziellen Lage, aber erneut war das Mikrofon wieder näher als die Wahrheitsfindung. Aufgrund von falschen Informationen zum Mikro zu greifen und von einer durchfinanzierten Saison zu sprechen, obwohl es nun sogar einen Aufstieg benötigt, um die momentan auferlegten Finanzpläne zu befriedigen ist fahrlässig. Gleichzeit wird von „noch kein Saisonziel“ gesprochen, obwohl den Anlegern eben ein Saisonziel für die Verlängerung genannt wurde. Es fehlt eine Stringenz in der Kommunikation. Warum man bei der Finanzlage Kreditrahmen auslaufen ließ erschließt sich mir auch nicht. Es ist nicht alleine Bernsteins Verantwortung und natürlich sollten Kontrollinstanzen solche Mängel aufdecken, aber warum in jedes Mikro hineinsprechen BEVOR man sich eben jene Informationen gesichert eingeholt hat? Und warum so fatale Entscheidungen in einem finanziell für jeden ersichtlich in Schieflage geratenen Verein zulassen, BEVOR man diese hat extern prüfen lassen.

Erneut, dies ist nicht gegen Bernstein als Menschen gerichtet und ich glaube ihm ehrlich, dass ihm dieser Verein am Herzen liegt, aber für mich zeichnen sich langsam zwei Dinge ab. Er ging mit falschen Vorstellungen und dadurch auch Versprechen in den Wahlkampf, von denen abseits von einmalig Würstchen und einer besseren Bindung zur Fanszene (der momentan etwas Kritik ganz gut täte) nicht viel übrig blieb. Und er scheint erst viel zu spät die vergangenen Akteure hinterfragt und die einfachen schnellen Antworten gefressen zu haben und uns damit nachhaltig in eine noch größere Abhängigkeit gebracht zu haben (Kreditrahmen, Sport5, Anleihe, Sponsor - alle voneinander abhängig).
Ich möchte noch einmal betonen, dass es keine Garantie dafür gibt, dass es Steffel besser gemacht hätte, aber es spielt für die individuelle Kritik an Kay Bernstein zum jetzigen Zeitpunkt auch keine Rolle. Es hätte alles noch schlimmer kommen können, aber es hätte definitiv auch besser laufen können und müssen.

Absoluter Lichtblick: Weber macht einen aufgeräumten und nicht überhasteten Eindruck. Allerdings möchte ich mich zu Neuendorf lieber nicht äußern.



Danke für diese ausgewogene und eloquent formulierte Kritik. Ich kann mich zwar nicht jedem einzelnen deiner Punkte 100% anschließen, teile aber dennoch deine insgesamt Einschätzung der Person Bernstein. Willkommene Abwechslung in diesem doch sehr stark polarisierten Thread.
Kay Bernstein [✝] |#2010
06.08.2023 - 10:40 Uhr
Zitat von DrDeDre
Zitat von Alpenbombe

Und wieder nur eine Argumentation in Extremen und schiefe Vergleiche. Natürlich hätte weniger Sponsorengeld nicht die Insolvenz bedeutet. Andererseits könnte es auch sein, dass uns dann bei einer weiteren, wichtigen Verpflichtung eben genau jene 500k fehlen. Wer weiß das schon.
...


Klar das kann sein, das wird ziemlich sicher auch so sein. Keine Frage.
Aber diese 500k weniger führen nicht zu einer Insolvenz, sie feheln dann nur beim "Luxus, einer weiteren Spielerverpflichtung".

Aber genau das hat dann eben nichts mit Haltung/Moral zu tun, wenn man eh das beste Angebot annimmt, weil man ja jeden Euro mehr dann auch einsetzen kann und will.
Und wenn man eben auf nichts verzichten, was aber nicht überlebensnotwendig ist.


Deshalb verstehe ich deinen Einwand hier wirklich so gar nicht. WIrklich überhaupt gar nicht.


Zitat von alpenbombe
"Mir missfällt nur diese einseitige Argumentation, die wichtige Aspekte unter den Tisch fallen lässt oder relativiert.


Mir ging es um eine unausgewogene Argumentation. Wenn man Bernstein unmoralisches Verhalten vorwirft, darf man nicht nur moralisieren, sondern sollte auch auf alle wesentlichen Einflüsse eingehen. @ricktap hat das sehr gut gemacht, auch wenn ich einige Dinge differenzierter sehe.

Bei der Bewertung von Bernsteins Handeln gibt es mMn. zwei Ebenen. Zum einen, die im Vorfeld formulierten Versprechen und moralischen Grenzen. Und zum anderen die "Normative Kraft des Faktischen". Also die Frage, ob sich Versprechen und moralische Grenzen durch reale Notwendigkeiten so verwirklichen lassen.

Aber, wenn Bernstein als Vereinsvertreter solche Aussagen öffentlich tätigt, schädigt er den Verein mittelbar, wenn er dann gegensätzlich handelt.
Spannend ist doch hier aber auch die Frage, ob ein langfristiger Nutzen für die Entwicklung des Vereins, den kurzfristigen Schaden legitimiert. Das lässt sich aber leider erst am Ende des Sanierungsprozesses feststellen.
Insofern bleibt die kurzfristige Kritik bestehen. Ich denke so langsam überspannt Bernstein den Bogen und die letzten Krisen könnten ihn vielleicht sogar das Amt kosten.

Vielleicht sollte aber bedacht werden, dass gerade personelle Fluktuation bei den allermeisten Krisenklubs der letzten Jahr zu nur noch mehr Chaos geführt hat.

•     •     •

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