Taktik(tisch)thread
17.12.2008 - 20:13 Uhr
15.06.2015 - 14:59 Uhr
@ Kohlmeyer wenn wir hier ein Button hätten wo Wayne und Garth auf die Knie gehen und zusammen sagen wir sind Unwürdig ich würd ihn sofort drücken.
Vielen Dank für diese Ansicht dafür lese ich so gerne hier im Forum weil es einige User gibt sich mit Materie auseinander setzen und aus dem Puzzel ein Bild machen und das zum Teil in Form wie es mir nicht möglich ist.
Vielen Dank für diese Ansicht dafür lese ich so gerne hier im Forum weil es einige User gibt sich mit Materie auseinander setzen und aus dem Puzzel ein Bild machen und das zum Teil in Form wie es mir nicht möglich ist.
15.06.2015 - 15:30 Uhr
Danke für den Post, Kohlmeyer. Ich möchte an mehreren Stellen einhaken.
Punkt 1 ist derjenige, an dem du - richtigerweise - schreibst, Kurzpass- und Umschaltspiel schließen sich nicht gegenseitig aus. Das ist natürlich korrekt. In der Lautrer Praxis sieht das leider anders aus. Das FCK-Spiel ist in großem Maß darauf ausgelegt, den Ball nach dem Gewinn sicher zu machen und dann von hinten heraus kontrolliert aufzubauen. Die Ballgewinne aus unserem guten Angriffspressing finden des Öfteren weit vorne statt, der Ball wird anschließend zurück auf die Innenverteidiger oder den 6er gespielt. Konterchancen aus solchen Spielsituationen werden praktisch nicht gesucht, vertikales Umschaltspiel findet weder auf der läuferischen Ebene noch beim Passspiel statt, wobei ersteres sowieso Vorbedingung dafür ist, dass letzteres Erfolg bringt. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Kommen wir zu
Punkt 2. Ballbesitz als Strategie ist lediglich für Teams erfolgversprechend, die fußballerisch ihren Gegnern deutlich überledgen sind. Real, Bayern und Barca können damit Erfolge feiern. Damit wäre die Liste von Teams, die langfristig erfolgreich auf Ballbesitz und Kurzpassspiel als zentrale Strategie setzen, allerdings bereits abgearbeitet. Die Frage, ob wir als Zweitligist versuchen sollten, uns da einzureihen, wäre mit einem Blick auf die Aufsteiger der letzten Jahre eigentlich bereits beantwortet.
Anders sieht es aus, wenn man Kurzpassspiel lediglich als taktisches Mittel neben anderen einsetzt. Das wäre dann
Punkt 3. Ballbesitz als taktisches Mittel ist anspruchsvoll, stellt den Gegner, wenn man es ausreichend beherrscht, aber vor neue Aufgaben. Ich bezeichne Standards und Konter gerne als das kleine Einmaleins des Fußballs, Kurzpassspiel als die höhere Mathematik. Da kleine Einmaleins muss man beherrschen, die HM baut darauf auf. Leider versuchen wir uns an der HM, obwohl wir mit dem kleinen Einmaleins noch so unsere Probleme haben. Meines Erachtens sollte man auf das Kurzpassspiel vor allem dann zurückgreifen, wenn sich aus dem Gegenpressing heraus keine Gelegenheiten zum Umschalten und Kontern ergeben, wenn also der Gegner das eigene Pressing mittels langem Ball zu überwinden versucht oder man nach einem misslungenen gegnerischen Angriff tief in der eigenen Hälfte kontrolliert in Ballbesitz kommt. Aber auch da kann es nichts schaden, auch den langen Pass und das Spiel auf den zweiten Ball zu beherrschen, weil man auf diese Weise ein starkes Angriffspressing ohne größeres Risiko überspielen kann.
Das praktizieren im Übrigen Teams wie Dortmund, Gladbach oder Wolfsburg haargenau so. Dass der BVB heuer derartige Probleme hatte, lag mitnichten daran, dass man sie ausgeguckt hätte, sondern einerseits an der vor allem in der Hinrunde unfassbar schlechten Chancenverwertung, andererseits an einer ähnlich unfassbaren Verletzungsmisere, die unter anderem genau die Spieler betroffen hat, die für den Spielaufbau von hinten heraus zuständig gewesen wären: Hummels, Gündogan, Sahin, Bender und Kirch. Im Gegensatz zu den Vorjahren war der BVB damit nicht in der Lage, dem eigenen Spiel die notwendige Variabilität zu geben. Im Ergebnis hatten sie mehr Ballbesitz als früher, aber weniger Erfolg, weil sie mit dem Ballbesitz ohne die Kreativität im Rückraum nichts anfangen können.
Mehr dazu gibt es bei den Spielverlagerern.
Mein persönlicher Wunsch zielt denn auch kein bisschen auf eine Rückkehr zum unter Foda zu dessen Leidwesen dauerhaft praktizierten Hoch und Weit auf Idrissou oder einen vergleichbaren Spieler ab, sondern vor allem darauf, bei Ballgewinn im mittleren oder letzten Drittel vermehrt (auch nicht ausschließlich) den diagonalen oder vertikalen Pass zu versuchen und die Laufwege entsprechend zu legen, und den kontrollierten Spielaufbau über Kurzpässe vor allem anzuwenden, wenn man in der eigenen Hälfte in Ballbesitz kommt und der Gegner leidlich formiert ist. Darüber hinaus habe ich eine eklatante Schwäche bei langen Bällen des Gegners ausgemacht. Der erste Kopfball wird zwar oft gewonnen, bei den zweiten Bällen sehen wir aber miserabel aus, wodurch der Gegner recht einfach in unserer Hälfte in Ballbesitz kommen kann.
Beste Grüße
Lullaby
Punkt 1 ist derjenige, an dem du - richtigerweise - schreibst, Kurzpass- und Umschaltspiel schließen sich nicht gegenseitig aus. Das ist natürlich korrekt. In der Lautrer Praxis sieht das leider anders aus. Das FCK-Spiel ist in großem Maß darauf ausgelegt, den Ball nach dem Gewinn sicher zu machen und dann von hinten heraus kontrolliert aufzubauen. Die Ballgewinne aus unserem guten Angriffspressing finden des Öfteren weit vorne statt, der Ball wird anschließend zurück auf die Innenverteidiger oder den 6er gespielt. Konterchancen aus solchen Spielsituationen werden praktisch nicht gesucht, vertikales Umschaltspiel findet weder auf der läuferischen Ebene noch beim Passspiel statt, wobei ersteres sowieso Vorbedingung dafür ist, dass letzteres Erfolg bringt. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Kommen wir zu
Punkt 2. Ballbesitz als Strategie ist lediglich für Teams erfolgversprechend, die fußballerisch ihren Gegnern deutlich überledgen sind. Real, Bayern und Barca können damit Erfolge feiern. Damit wäre die Liste von Teams, die langfristig erfolgreich auf Ballbesitz und Kurzpassspiel als zentrale Strategie setzen, allerdings bereits abgearbeitet. Die Frage, ob wir als Zweitligist versuchen sollten, uns da einzureihen, wäre mit einem Blick auf die Aufsteiger der letzten Jahre eigentlich bereits beantwortet.
Anders sieht es aus, wenn man Kurzpassspiel lediglich als taktisches Mittel neben anderen einsetzt. Das wäre dann
Punkt 3. Ballbesitz als taktisches Mittel ist anspruchsvoll, stellt den Gegner, wenn man es ausreichend beherrscht, aber vor neue Aufgaben. Ich bezeichne Standards und Konter gerne als das kleine Einmaleins des Fußballs, Kurzpassspiel als die höhere Mathematik. Da kleine Einmaleins muss man beherrschen, die HM baut darauf auf. Leider versuchen wir uns an der HM, obwohl wir mit dem kleinen Einmaleins noch so unsere Probleme haben. Meines Erachtens sollte man auf das Kurzpassspiel vor allem dann zurückgreifen, wenn sich aus dem Gegenpressing heraus keine Gelegenheiten zum Umschalten und Kontern ergeben, wenn also der Gegner das eigene Pressing mittels langem Ball zu überwinden versucht oder man nach einem misslungenen gegnerischen Angriff tief in der eigenen Hälfte kontrolliert in Ballbesitz kommt. Aber auch da kann es nichts schaden, auch den langen Pass und das Spiel auf den zweiten Ball zu beherrschen, weil man auf diese Weise ein starkes Angriffspressing ohne größeres Risiko überspielen kann.
Das praktizieren im Übrigen Teams wie Dortmund, Gladbach oder Wolfsburg haargenau so. Dass der BVB heuer derartige Probleme hatte, lag mitnichten daran, dass man sie ausgeguckt hätte, sondern einerseits an der vor allem in der Hinrunde unfassbar schlechten Chancenverwertung, andererseits an einer ähnlich unfassbaren Verletzungsmisere, die unter anderem genau die Spieler betroffen hat, die für den Spielaufbau von hinten heraus zuständig gewesen wären: Hummels, Gündogan, Sahin, Bender und Kirch. Im Gegensatz zu den Vorjahren war der BVB damit nicht in der Lage, dem eigenen Spiel die notwendige Variabilität zu geben. Im Ergebnis hatten sie mehr Ballbesitz als früher, aber weniger Erfolg, weil sie mit dem Ballbesitz ohne die Kreativität im Rückraum nichts anfangen können.
Mehr dazu gibt es bei den Spielverlagerern.
Mein persönlicher Wunsch zielt denn auch kein bisschen auf eine Rückkehr zum unter Foda zu dessen Leidwesen dauerhaft praktizierten Hoch und Weit auf Idrissou oder einen vergleichbaren Spieler ab, sondern vor allem darauf, bei Ballgewinn im mittleren oder letzten Drittel vermehrt (auch nicht ausschließlich) den diagonalen oder vertikalen Pass zu versuchen und die Laufwege entsprechend zu legen, und den kontrollierten Spielaufbau über Kurzpässe vor allem anzuwenden, wenn man in der eigenen Hälfte in Ballbesitz kommt und der Gegner leidlich formiert ist. Darüber hinaus habe ich eine eklatante Schwäche bei langen Bällen des Gegners ausgemacht. Der erste Kopfball wird zwar oft gewonnen, bei den zweiten Bällen sehen wir aber miserabel aus, wodurch der Gegner recht einfach in unserer Hälfte in Ballbesitz kommen kann.
Beste Grüße
Lullaby
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Lullaby am 15.06.2015 um 15:37 Uhr bearbeitet
15.06.2015 - 15:49 Uhr
Zitat von Hellstroem64
a. mich würde jetzt noch interessieren ob du ohne Abstriche dein Statment auch auf Liga 2 überträgst?
b. eine Kritik an CR muß ja nicht zwingend immer nur an seiner Spielphilosphie ausgerichtet sein; man könnte auch sagen
b.a. Spielphilosophie ist gut aber die Umsetzung von CR ist unzureichend.
b.b. Spielphilosphie ist gut nur leider haben wir nicht alle für die Umsetzung der Taktik notwendigen Spieler, insbesondere der Sturm passt nicht und daher passen kaderplanung und Taktik nicht zusammen
c. ist es nicht besser für jedes Spiel die richtige Taktik zu haben, als jedesmal dem Dogma einer Spielphilosophie nachzulaufen, die man eh nicht erreichen kann.
d. in Liga 2 gewinnt man nicht, wenn man die besere Spielphilosophie hat, sondern die besseren Einzelspieler, insbesondere dann wenn man gesetzter Favorit ist .
Nur denke ich nicht, daß man mit der richtigen Spielphilosphie dann auch zwingend aufsteigt.
Am Ende wird alles relativiert.
a. mich würde jetzt noch interessieren ob du ohne Abstriche dein Statment auch auf Liga 2 überträgst?
b. eine Kritik an CR muß ja nicht zwingend immer nur an seiner Spielphilosphie ausgerichtet sein; man könnte auch sagen
b.a. Spielphilosophie ist gut aber die Umsetzung von CR ist unzureichend.
b.b. Spielphilosphie ist gut nur leider haben wir nicht alle für die Umsetzung der Taktik notwendigen Spieler, insbesondere der Sturm passt nicht und daher passen kaderplanung und Taktik nicht zusammen
c. ist es nicht besser für jedes Spiel die richtige Taktik zu haben, als jedesmal dem Dogma einer Spielphilosophie nachzulaufen, die man eh nicht erreichen kann.
d. in Liga 2 gewinnt man nicht, wenn man die besere Spielphilosophie hat, sondern die besseren Einzelspieler, insbesondere dann wenn man gesetzter Favorit ist .
Nur denke ich nicht, daß man mit der richtigen Spielphilosphie dann auch zwingend aufsteigt.
Am Ende wird alles relativiert.
Sicher wird alles relativiert.
Denn nur weil die letzten 4 Spiele sehr ärgerlich gelaufen sind, muss und sollte man nicht aus Frust alles, was vorher gut war, mit in die Tonne treten und bei 0 Anfangen - auch wenn natürlich der Saisonausklang als bitterer Nachgeschmack für die ganze Sommerpause erhalten bleibt.
Es gilt daran anzuknüpfen was man richtig gemacht hat und die richtigen Lehren zu ziehen. Und das wird gemacht:
Ich für mich habe ja im Trainer-Thread schon ausgeführt, dass ich mit der Tendenz und Entwicklung was die Strategie angeht einverstanden bin.
Die Ausrichtung der Mannschaft auf den "Kurzpassfussball" ist ja nicht nur eine Laune Runjaics.
(zu c)Die defensive Ordnung bzw. das Mauern der Gegner zwingt uns diese Art des Spiels ja geradezu auf.
(zu b.b) Letzten Sommer wurde ein Kader genau für dieses System zusammengetellt. Lakic und Hofmann waren die Stürmer, die es vorne richten sollten, körperlich präsente Anspielstation und erste Verteidiger, kopfballstarke Flankenabnehmer und ins Kombinationsspiel einbindbar. Bei Lakic wusste man, dass man den hat, bei Hofmann hat man es gehofft, aber über Ansätze ist er leider nicht raus gekommen.
Für die Reihe dahinter hielt und holte man technisch beschlagene Spieler, Kombinationsfussballer, die Einkäufe letzte Saison waren ja kein Zufall. Allerdings ergingen diese sich zu oft in dem oben angeprangerten Tiki-Taka oder brotlosen 1:1 Situationen, ob Matmour, Stöger, Younes, Demirbay etc. - Seitenwechsel, Abschlüsse und Zuspiele insb. Flanken waren da Mangelware.
Auch darauf hat man im Winter wieder richtig reagiert: Thommy (über weite Strecken der RR leider verletzt) war ein verfügbarer Spieler, der genau diese Schwachstelle beheben sollte, nämlich aus dem Mittelfeld resp. über den Flügel Zug zum Tor zu entwickeln. Auch der Tausch Lakic gegen Zoller passt ins Bild und zur Erkenntnis, dass Flanken nicht passieren werden. Dafür hat man sich in Zoller einen Knipser erhofft.
Und nun lässt sich auch diese Transferperoide gut an: es verlassen uns wieder genau die Spieler, die das uneffiziente Spiel verkörpern. Dafür kommt mit Halfar ein Spieler, der wiederum genau dies verspricht. Ein Wood, der im Gespräch ist/war, verkörpert das. Von Görtler verspricht man sich das auch für die Zukunft.
Wer auch immer noch kommen wird, ich bin mir sicher, er wird ins Konzept passen.
Und dann haben wir immernoch Spieler, die das schnelle Umschalten drauf haben, wie wir es im Pokal oder gegen mitspielende Mannschaften erfolgreich praktiziert haben, im Kader sein.
Das festhalten an der "Spielphilosophie" letztes Jahr, war leider auch deswegen "alternativlos", weil die Spieler, die auf dem Platz standen (insbesondere das OM), im Kampf um die 2. Bälle schlecht aussahen, womit das Schlagen von Bällen und das Hoffen auf Abpraller zwischen Strafraum und Mittellinie sinnlos war. Spielten wir mit 2 Stürmern, Zoller und Hofmann, standen die sich leider mehr auf den Füssen rum - Jacob machte seine Sache als hängende Spitze von der Anlage besser, aber er hat (noch) nicht die Qualität für die 2. Liga.
(zu a.) Es bleibt die Erkenntnis - und von daher ist der Artikel, den Kohlmeyer vorausstellt, sehr passend - dass wir durch diese dicken Abwehrmauern irgendwie durch müssen. Und das ist für Top-Zweitligisten, für einen solchen halte ich uns, noch schwerer als für einen Top-Erstligisten, der vor die gleiche Herausforderung gestellt wird, der sich aber die Qualität zusammenkaufen kann. Wir dagegen müssen immer Abstriche in Kauf nehmen - sei es in Besitzverhältnissen (Stichwort Leihe), Alter (Erfahrung) oder Qualität (neben der Stärke auch große Schwächen).
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Hegermeister am 15.06.2015 um 15:49 Uhr bearbeitet
15.06.2015 - 15:57 Uhr
Guter, lesenswerter Beitrag Herr Kosmeyer.
Interessant fand ich die Statistik mit den 13 Gegentoren, welche auch gut und gerne im einstelligen Bereich hätten liegen können. Wie ich schon an anderer Stelle schrieb, hat Kosta noch nicht 100 % unsere Balance gefunden. Unter Idrissou und Zoller waren wie offensiv stärker, haben uns hinten aber die Eier gefangen. In dieser Saison haben wir als Mannschaft gut gegen den Ball gearbeitet, Konter meist schnell unterbunden und insgesamt sicherer gestanden. Waren aber leider vorne zu schwach auf der Brust.
Ich finde unser System und unsere Spielweise ebenfalls sehr spannend und für die zweite Liga eher atypisch. Während die Mannschaften vor uns eher auf Kompaktheit und Standardstärke setzten, hier und da ein wenig bevorteilt wurden, möchte Runjaic das Spiel selbst in die Hand nehmen, animiert die Spieler dazu eigene Entscheidungen zu treffen.
Ich möchte damit nicht sagen dass Braunschweigs, Düsseldorfs, Ingolstadts oder Darmstadts Systeme falsch oder gar rückschrittlich waren, aber auf lange Sicht werden wir mit diesem unseren Fussball wettbewerbsfähiger sein.
Wir haben jetzt diesen neuen Weg eingeschlagen und sollten ein wenig geduldiger sein, fast hätte es diesen Sommer schon geklappt. Mich stimmen die bisherigen Transfers bzw. die gehandelten Spieler sehr positiv, weshalb ich uns generell auf einem guten Weg wähne. (Hauptsponsorsuche, NLZ und anderes mal ausgenommen)
Ich persönlich brauchte aber auch ein paar Tage um diesen Saisonendspurt zu verdauen und sehe ich mich nun wieder in der Lage das Ganze ein wenig emotionsloser zu bewerten. Nichtsdestotrotz bereiten mir Kostas schwammige Aussagen und eine darauß resultierende mögliche Antriebslosigkeit ein wenig Bauschmerzen. Ich glaube aber auch dass der liebe Runjaic ein sehr eitler Mensch ist und sein ganzes Tun durch die Kritik ein wenig in Frage gestellt sah, das könnte nach ein wenig Urlaub nun auch vorbei sein.
Ich würde aber generell an Kosta festhalten, denn er ist diese Art von Trainer die wir nach Foda forderten. Und nein, er ist kein Hampelmann wie ihn Briegel womöglich herbeirufen möchte, aber er hat einen Plan, welchen er zufriedenstellend auf den Platz bringt und weiter verfolgt. Wenn wir defensiv ähnlich gut stehen wie in der RR 2015 und vorne variabler und beweglicher agieren, können wir auch nächste Saison wieder eine gute Rolle spielen, unabhängig von der Konkurrenz.
Zur Taktik:
Tor: Hier sind wir mit Alomerovic und Müller qualitativ gut besetzt. Natürlich fehlt ihnen irgendwo die Zweitligaerfahrung, aber gerade Alomerovic hat einige Drittligaspiele auf dem Buckel und wird als ehrgeiziger Spieler beschrieben. Beide muss man fördern und fordern, auch mal Fehler machen lassen, aber ich denke hier sind wir gut besetzt.
Abwehr: Die AV bleibt ja Stand heute so wie sie ist. Links Fomitschow und Löwe und rechts wohl Zimmer und Schulze, in welcher Reihenfolge auch immer.
In der IV haben uns mit Orban und Heintz zwei gute junge Spieler verlassen, aber beide sind jetzt auch nicht Maldini und Ferdinand. Orban war Kapitän und Leistungsträger, aber er hat jetzt mit Sicherheit nicht diese Mannschaft geführt. Wahl, Vucur, Heubach und Schindele werden diese Abgänge kompensieren können. Wenn nicht individuell, dann im System und als Mannschaft.
Mittelfeld: Wenn Ring bliebe, hätten wir mit Klich, Ring, Karl und Jenssen ein gutes zentrales Mittelfeld. Zudem können alle bis auf Karl auch auf anderen Positionen eingesetzt werden.
Zentral offensiv haben wir mit Halfar einen guten und wendigen Spieler, der viele gefährliche Situationen heraufbeschwören könnte. Ich denke er brennt und möchte diesem Kapitel FCK ein gutes Ende geben. Er schießt gute Standards und sollte uns bei vorausgesetzter Fitness, großen Imput geben können.
Links haben wir bisher nur relativ junge Spieler im Kader. Aber Thommy, Manni und Gaus müssen hier ihre nächsten Schritt gehen, Kostas Support haben sie allemal. Gerade Thommy zeigte zum Ende hin gute Ansätze und die zweiten Jahre einer zweijährigen Leihe laufen meist besser. Manni war letzte Saison schon sehr nahe am Kader dran.
Rechts plant man wohl mit Görtler, welchem man gutes Potential und hohen Ehrgeiz nachsagt. Es gab vor ihm schon etliche Spieler die diesen Sprung schafften, wieso nicht auch er? Ich würde mich hier trotzdem noch nach einem gestandenen Spieler umsehen.
Im Sturm sehe ich Mugosa momentan vorne, dessen Flexibilität und Beweglichkeit mir gefallen haben. Der ließ sich fallen, war aber auch vorne zu finden, arbeitete gut gegen den Ball. Da Kosta aber auch gerne mal ein 4-4-2 spielen lässt, würde ich neben den Kanten Mugosa/Hofmann, noch einen wendigen Stürmer im Kader sehen. Jacob würde ich ausleihen.
Wir benötigen einfach eine hungrige Mannschaft. Eine Mannschaft, die sich nicht zu schade ist defensiv wie offensiv lange Wege zu gehen, die den FCK als Sprungbrett ansieht. Dann profitieren alle davon. Wir erspielten uns letzte Saison die zweitmeisten Großchancen und lassen immer weniger Tore zu, daran gilt es anzuknüpfen, dann fallen auch vorne die Dinger.
Ich bin jedenfalls überzeugt von dem Weg den wir einschlagen und bin gespannt darauf was sich noch im Kader tun wird.
Ich würde Stand heute wie folgt spielen lassen:
------------------------------ Müller---------------------------
--Zimmer--------Vucur------------Heubach------Löwe------
---------------------Karl--------------------------------------------
-----------------------------------Ring-----------------------------
---Görtler (Mr. X)-------------Halfar------------------Thommy---
----------------------------------Mugosa---------------------------
Das sieht nach Tempo und Hunger aus.
Wahlweise kann man auch auf 4-4-2 umstellen.
--------------------------------Müller----------------------------
---Zimmer----------Vucur--------Heubach----------Löwe----
-----------------------Karl-----------Ring-------------------------
--Mr. X------------------------------------------------Halfar-----------
-------------------Görtler------------------------------------------------
-----------------------------------Mugosa--------------------------------
Wir sollten uns unterm Strich nicht von unserem Fussball abbringen lassen, sondern unseren Weg gehen.
Kapitän: Halfar ;)
Interessant fand ich die Statistik mit den 13 Gegentoren, welche auch gut und gerne im einstelligen Bereich hätten liegen können. Wie ich schon an anderer Stelle schrieb, hat Kosta noch nicht 100 % unsere Balance gefunden. Unter Idrissou und Zoller waren wie offensiv stärker, haben uns hinten aber die Eier gefangen. In dieser Saison haben wir als Mannschaft gut gegen den Ball gearbeitet, Konter meist schnell unterbunden und insgesamt sicherer gestanden. Waren aber leider vorne zu schwach auf der Brust.
Ich finde unser System und unsere Spielweise ebenfalls sehr spannend und für die zweite Liga eher atypisch. Während die Mannschaften vor uns eher auf Kompaktheit und Standardstärke setzten, hier und da ein wenig bevorteilt wurden, möchte Runjaic das Spiel selbst in die Hand nehmen, animiert die Spieler dazu eigene Entscheidungen zu treffen.
Ich möchte damit nicht sagen dass Braunschweigs, Düsseldorfs, Ingolstadts oder Darmstadts Systeme falsch oder gar rückschrittlich waren, aber auf lange Sicht werden wir mit diesem unseren Fussball wettbewerbsfähiger sein.
Wir haben jetzt diesen neuen Weg eingeschlagen und sollten ein wenig geduldiger sein, fast hätte es diesen Sommer schon geklappt. Mich stimmen die bisherigen Transfers bzw. die gehandelten Spieler sehr positiv, weshalb ich uns generell auf einem guten Weg wähne. (Hauptsponsorsuche, NLZ und anderes mal ausgenommen)
Ich persönlich brauchte aber auch ein paar Tage um diesen Saisonendspurt zu verdauen und sehe ich mich nun wieder in der Lage das Ganze ein wenig emotionsloser zu bewerten. Nichtsdestotrotz bereiten mir Kostas schwammige Aussagen und eine darauß resultierende mögliche Antriebslosigkeit ein wenig Bauschmerzen. Ich glaube aber auch dass der liebe Runjaic ein sehr eitler Mensch ist und sein ganzes Tun durch die Kritik ein wenig in Frage gestellt sah, das könnte nach ein wenig Urlaub nun auch vorbei sein.
Ich würde aber generell an Kosta festhalten, denn er ist diese Art von Trainer die wir nach Foda forderten. Und nein, er ist kein Hampelmann wie ihn Briegel womöglich herbeirufen möchte, aber er hat einen Plan, welchen er zufriedenstellend auf den Platz bringt und weiter verfolgt. Wenn wir defensiv ähnlich gut stehen wie in der RR 2015 und vorne variabler und beweglicher agieren, können wir auch nächste Saison wieder eine gute Rolle spielen, unabhängig von der Konkurrenz.
Zur Taktik:
Tor: Hier sind wir mit Alomerovic und Müller qualitativ gut besetzt. Natürlich fehlt ihnen irgendwo die Zweitligaerfahrung, aber gerade Alomerovic hat einige Drittligaspiele auf dem Buckel und wird als ehrgeiziger Spieler beschrieben. Beide muss man fördern und fordern, auch mal Fehler machen lassen, aber ich denke hier sind wir gut besetzt.
Abwehr: Die AV bleibt ja Stand heute so wie sie ist. Links Fomitschow und Löwe und rechts wohl Zimmer und Schulze, in welcher Reihenfolge auch immer.
In der IV haben uns mit Orban und Heintz zwei gute junge Spieler verlassen, aber beide sind jetzt auch nicht Maldini und Ferdinand. Orban war Kapitän und Leistungsträger, aber er hat jetzt mit Sicherheit nicht diese Mannschaft geführt. Wahl, Vucur, Heubach und Schindele werden diese Abgänge kompensieren können. Wenn nicht individuell, dann im System und als Mannschaft.
Mittelfeld: Wenn Ring bliebe, hätten wir mit Klich, Ring, Karl und Jenssen ein gutes zentrales Mittelfeld. Zudem können alle bis auf Karl auch auf anderen Positionen eingesetzt werden.
Zentral offensiv haben wir mit Halfar einen guten und wendigen Spieler, der viele gefährliche Situationen heraufbeschwören könnte. Ich denke er brennt und möchte diesem Kapitel FCK ein gutes Ende geben. Er schießt gute Standards und sollte uns bei vorausgesetzter Fitness, großen Imput geben können.
Links haben wir bisher nur relativ junge Spieler im Kader. Aber Thommy, Manni und Gaus müssen hier ihre nächsten Schritt gehen, Kostas Support haben sie allemal. Gerade Thommy zeigte zum Ende hin gute Ansätze und die zweiten Jahre einer zweijährigen Leihe laufen meist besser. Manni war letzte Saison schon sehr nahe am Kader dran.
Rechts plant man wohl mit Görtler, welchem man gutes Potential und hohen Ehrgeiz nachsagt. Es gab vor ihm schon etliche Spieler die diesen Sprung schafften, wieso nicht auch er? Ich würde mich hier trotzdem noch nach einem gestandenen Spieler umsehen.
Im Sturm sehe ich Mugosa momentan vorne, dessen Flexibilität und Beweglichkeit mir gefallen haben. Der ließ sich fallen, war aber auch vorne zu finden, arbeitete gut gegen den Ball. Da Kosta aber auch gerne mal ein 4-4-2 spielen lässt, würde ich neben den Kanten Mugosa/Hofmann, noch einen wendigen Stürmer im Kader sehen. Jacob würde ich ausleihen.
Wir benötigen einfach eine hungrige Mannschaft. Eine Mannschaft, die sich nicht zu schade ist defensiv wie offensiv lange Wege zu gehen, die den FCK als Sprungbrett ansieht. Dann profitieren alle davon. Wir erspielten uns letzte Saison die zweitmeisten Großchancen und lassen immer weniger Tore zu, daran gilt es anzuknüpfen, dann fallen auch vorne die Dinger.
Ich bin jedenfalls überzeugt von dem Weg den wir einschlagen und bin gespannt darauf was sich noch im Kader tun wird.
Ich würde Stand heute wie folgt spielen lassen:
------------------------------ Müller---------------------------
--Zimmer--------Vucur------------Heubach------Löwe------
---------------------Karl--------------------------------------------
-----------------------------------Ring-----------------------------
---Görtler (Mr. X)-------------Halfar------------------Thommy---
----------------------------------Mugosa---------------------------
Das sieht nach Tempo und Hunger aus.
Wahlweise kann man auch auf 4-4-2 umstellen.
--------------------------------Müller----------------------------
---Zimmer----------Vucur--------Heubach----------Löwe----
-----------------------Karl-----------Ring-------------------------
--Mr. X------------------------------------------------Halfar-----------
-------------------Görtler------------------------------------------------
-----------------------------------Mugosa--------------------------------
Wir sollten uns unterm Strich nicht von unserem Fussball abbringen lassen, sondern unseren Weg gehen.
Kapitän: Halfar ;)
15.06.2015 - 16:01 Uhr
Zitat von Lullaby
Mein persönlicher Wunsch zielt denn auch vor allem darauf, bei Ballgewinn im mittleren oder letzten Drittel vermehrt (auch nicht ausschließlich) den diagonalen oder vertikalen Pass zu versuchen und die Laufwege entsprechend zu legen, und den kontrollierten Spielaufbau über Kurzpässe vor allem anzuwenden, wenn man in der eigenen Hälfte in Ballbesitz kommt und der Gegner leidlich formiert ist ...
Beste Grüße
Lullaby
Mein persönlicher Wunsch zielt denn auch vor allem darauf, bei Ballgewinn im mittleren oder letzten Drittel vermehrt (auch nicht ausschließlich) den diagonalen oder vertikalen Pass zu versuchen und die Laufwege entsprechend zu legen, und den kontrollierten Spielaufbau über Kurzpässe vor allem anzuwenden, wenn man in der eigenen Hälfte in Ballbesitz kommt und der Gegner leidlich formiert ist ...
Beste Grüße
Lullaby
Dem schließe ich mich an!
15.06.2015 - 22:41 Uhr
Zitat von Lullaby
...
Mein persönlicher Wunsch zielt denn auch kein bisschen auf eine Rückkehr zum unter Foda zu dessen Leidwesen dauerhaft praktizierten Hoch und Weit auf Idrissou oder einen vergleichbaren Spieler ab, sondern vor allem darauf, bei Ballgewinn im mittleren oder letzten Drittel vermehrt (auch nicht ausschließlich) den diagonalen oder vertikalen Pass zu versuchen und die Laufwege entsprechend zu legen, und den kontrollierten Spielaufbau über Kurzpässe vor allem anzuwenden, wenn man in der eigenen Hälfte in Ballbesitz kommt und der Gegner leidlich formiert ist. Darüber hinaus habe ich eine eklatante Schwäche bei langen Bällen des Gegners ausgemacht. Der erste Kopfball wird zwar oft gewonnen, bei den zweiten Bällen sehen wir aber miserabel aus, wodurch der Gegner recht einfach in unserer Hälfte in Ballbesitz kommen kann...
Beste Grüße
Lullaby
...
Mein persönlicher Wunsch zielt denn auch kein bisschen auf eine Rückkehr zum unter Foda zu dessen Leidwesen dauerhaft praktizierten Hoch und Weit auf Idrissou oder einen vergleichbaren Spieler ab, sondern vor allem darauf, bei Ballgewinn im mittleren oder letzten Drittel vermehrt (auch nicht ausschließlich) den diagonalen oder vertikalen Pass zu versuchen und die Laufwege entsprechend zu legen, und den kontrollierten Spielaufbau über Kurzpässe vor allem anzuwenden, wenn man in der eigenen Hälfte in Ballbesitz kommt und der Gegner leidlich formiert ist. Darüber hinaus habe ich eine eklatante Schwäche bei langen Bällen des Gegners ausgemacht. Der erste Kopfball wird zwar oft gewonnen, bei den zweiten Bällen sehen wir aber miserabel aus, wodurch der Gegner recht einfach in unserer Hälfte in Ballbesitz kommen kann...
Beste Grüße
Lullaby
Für die von dir angedachte Spielweise fehlten letzte Saison leider die Spieler. Einerseits fehlte derjenige, der handlungsschnell und gleichzeitig technisch versiert genug ist um diese Pässe zu spielen. Einer wie Baumjohann, der beides besaß. Halfar könnte den Part übernehmen, das traue ich ihm zu. Andererseits fehlten die Spieler, die mit Speed in die sich bietenden Lücken starten, wir hatten mit Matmour, Younes oder Stöger ( ja sogar Jenssen) eher Spieler, die (überspitzt formuliert) lieber darauf warteten, dass der Gegner sie stellt um ins 1gege1 gehen zu können. Hier haben wir die Lösung des Problems aber im Prinzip sogar schon im Kader, sollten Gaus und Thommy fit sein.
Das mit den zweiten Bällen ist mir auch aufgefallen, ich sah hier das Hauptproblem im DM. Karl ist zu langsam und im Rückwärtsgang in diesen Situationen alleine überfordert, er benötigt Unterstützung des zweiten 6er (bei uns dann eher der 8er). Als Ring in Form war hat er quasi alles weggesaugt, was an zweiten Bällen kam, wie ein Tier. In der RR konnte er das nicht mehr leisten und die Alternative Demirbay stand immer viel zu weit vorne um in diesen Situationen einzugreifen.
Entwerder brauchen wir einen dynamischeren 6er für unser Spiel oder einen wie Ring als 8er. Am besten also Ring halten und hoffen das er wieder zündet :)
24.06.2015 - 12:55 Uhr
Sorry, dass es über eine Woche gedauert hat, bis ich mich wieder zu Wort melde, aber die Diskussion hier geht so ins Detail, dass man sich ihr erst wieder widmen kann, wenn man entsprechend Zeit und Muße dafür hat.
Ich möchte in erster Linie an die Fragen von Hellström 64 und den Post von Lullaby andocken.
Kann man mein Statement von vor einer Woche auch auf Liga 2 übertragen?
Ich würde sagen, auf Liga 2 sogar noch mehr als auf Liga 1, wo außer dem FCK eigentlich jeder Langer Ball-Zweiter Ball-Pressing als Offensivstrategie spielt, wenn kein schneller Konter nach gegnerischem Ballverlust mehr möglich ist - lediglich im Spiel gegen den Ball gibt es da Variationen.
Und mit Blick auf die drei Mannschaften, die heuer vor dem FCK standen, muss ich in der Tat ergänzen: Ja, der einfache Fußball kann zunächst mal erfolgreicher sein, wenn man ihn konzentrierter und leidenschaftlicher spielt als die anderen. Dann nämlich kann man auch an Mannschaften vorbeiziehen, die auf dem Papier stärker sind.
Womit sich meiner Meinung auch Hellströms These erledigt, am Ende setzten sich stets die Teams mit den besten Einzelspielern durch. Denn:
Wäre das heuer der Fall gewesen, wären Lautern und Leipzig aufgestiegen.
Jetzt kann man natürlich zu dem Schluss kommen: Hätte Lautern mit seinen vergleichsweise guten Einzelspielern einfacheren Fußball, den aber gut gespielt, hätte es mit dem Aufstieg geklappt…
Das kann man so sehen. Bewiesen ist es damit nicht.
Auf der anderen Seite stellt sich die Frage: Ist es darum grundsätzlich falsch, einen anspruchsvolleren Fußball spielen, vielleicht sogar einen eigenen, unverwechselbaren Stil entwickeln zu wollen?
Für Johan Cruyff und seine Jünger war das keine Frage. Erfolgreich Fußball zu spielen, genügt nicht – geliebt werden nur die Mannschaften, die erfolgreich und schön spielen, lautete ihr Credo. Aber sie spielten in einer anderen Liga, sowohl im engeren als auch im übertragenen Sinn.
Ist es für einen Klub, der nach eigenen Angaben nicht einmal mehr zu den Top Five der deutschen Zweiten Liga zählt, zu ehrgeizig, solchen Idealen nachzuhängen?
Ich bleibe dabei: Nein, ist es nicht.
Schon aus dem pragmatischen Grund, den ich bereits im letzten Post genannt habe: Wenn nur noch Mannschaften Platz auf dem Platz stehen, die nur auf Fehler des anderen lauern, und den Ball, sobald der schnelle Konter nicht möglich ist, frühzeitig nach vorne blasen, um zu verhindern, dass sie ihn selbst zu weit hinten verlieren, wird Fußball immer unansehnlicher. Es muss auch Mannschaften geben, die Fußball wirklich „spielen“ wollen, und es macht mich eigentlich stolz, dass der FCK zumindest versucht, zu diesen Teams zu gehören.
Vieles lief in dieser Saison auch gut, war ansehnlich und Einiges wurde auch in den letzten beiden Jahren sukzessive verbessert.
Ich möchte in dem Zusammenhang an die beiden Pokalspiele gegen Leverkusen in den vergangenen beiden Spielzeiten erinnern: Zählt man beide zusammen, hat man da in 240 Minuten gegen eine der anerkannt spielstärksten Mannschaft der Ersten Liga unterm Strich ein 1:1 erreicht – und das eine Gegentor auch noch durch einen ruhenden Ball kassiert. Und das nicht, wie das bei Klein-gegen-Groß-Pokalsensationen normalerweise so ist, mit der Hinten-dicht-und-vorne-hilft-der-liebe-Gott-Taktik, sondern im Runjaic-Stil: mit weit aufgerückter Viererkette und, indem man sich immer wieder Torchancen heraus-"spielte".
Grundsätzlich überfordert uns die Spielidee also nicht.
Natürlich gab es auch andere Spiele und Situationen, aber bevor wir zu denen kommen, möchte ich noch ein bisschen was Positives loswerden.
Das deutlich verbesserte Defensivverhalten habe ich in meinem vergangenen Post bereits angesprochen. Vergessen sollte man auch nicht, dass der FCK über ein Jahr zuhause ungeschlagen war. Auch das vergeigte Heimspiel gegen FC St. Pauli, das die entscheidenden Big Points kostete, bot in Halbzeit 1 eine absolut akzeptable Vorstellung, in dem man den Gegner null Torchancen gestattete, selbst aber drei oder vier heraussspielte. Wenn man dann sieht, wie Pauli auf die Siegerstraße wechselte, mit einem abgefälschten Ball, der zum tödlichen Pass wurde…
Im gleichen Zusammenhang ließe sich das Schlüsselspiel in Ingolstadt nennen: Da hatte man den bis dahin souveränen Tabellenführer über 50 Minuten absolut im Griff und ein klares Chancenplus herausgespielt, als er mit seiner ersten gefährlichen Aktion – ebenfalls ein ruhender Ball – den Führungstreffer markierte und erst daraufhin Oberwasser bekam…
Ich weiß, es ist müßig, immer wieder auf „Pech“ und die Schiedsrichterentscheidungen zu verweisen, aber es lässt sich nunmal nicht leugnen: Von den vielen Willkür- und Zufallsmomenten, die den Fußball eben auch bestimmen, liefen in dieser Saison einfach überproportional viele gegen Lautern.
Und wer Lauterns Auswärtsschwäche anprangert, sollte einmal bedenken: Oft bietet sich dem FCK gar nicht die Gelegenheit, wie ein Auswärtsteam aufzutreten. Viele Heimmannschaften scheinen gar nicht mehr mitspielen wollen, wenn’s gegen Lautern geht. Extremes Beispiel: das 0:0 bei Union Berlin. Die „Eisernen“ gelten zwar nicht als Topteam der Liga, sind aber allgemein dafür bekannt, dass sie vor eigenem Publikum versuchen, jeden Gegner auf die Hörner zu nehmen. Gegen den FCK aber zogen sich 90 Minuten 40 Meter vors eigene Tor zurück und platzten hinterher vor Stolz, dass sie „gegen die spielstärkste Mannschaft der Liga nichts zugelassen hätten“. Andere Teams agierten ähnlich.
Wie soll man einer solchen Einstellung künftig begegnen? Indem man zu einem Hofmann noch einen Proschwitz vorne reinschickt und es mit langen Bällen zu richten versucht? Also, da scheint es mir Erfolg versprechender, die Abwehrblöcke mit schnellen Kurzpässen in Bewegung zu bringen, bis sich eine Lücke auftut.
Es muss nur besser gemacht werden als bislang, auch wenn der Weg dahin länger und beschwerlicher ist, als das Langer-Ball-Zweiter-Ball-Spiel einzustudieren. Und es hätte auch in diesem Jahr besser gespielt werden können, wenn zum Beispiel, die Spieler, die für diese Spielidee prädestiniert waren, ihre Form wenigstens über weite Strecken der Saison gehalten hätten. In dem Union-Spiel etwa hätte meiner Meinung nach ein ordentlich aufspielender Younes eher spielentscheidend sein können als ein Umstellen auf 4-4-2, wie es in den Analysen hier im Forum hinterher gefordert wurde.
Damit ist auch die Frage beantwortet, ob wir denn die geeigneten Spieler für Runjaics Fußballvision hatten. Meiner Meinung nach schon, sie waren nur nicht konstant genug.
Interessanter – und schwieriger zu beantworten – ist Hellströms Frage, ob Runjaic vielleicht eine tolle Spielphilosophie im Sinn hat, im Ganzen aber zu viele Details nicht richtig umsetzt, um schlussendlich Erfolg zu haben.
Ehrlich gesagt: Da bin ich mir auch nach fast zwei Jahren Runjaic noch nicht sicher. Es gibt schon Einiges, das mich zweifeln lässt… Um seine bisweilen merkwürdige Außendarstellung soll es hier aber nicht gehen.
Betrachten wir mal die Schwachpunkte, die Lullaby und diverse andere User im FCK-Spiel ausgemacht haben.
Zunächst mal zu der Theorie, bevor man sich an schwierigen Dingen versucht, sollte man erst einmal die einfachen beherrschen: Klingt gut, ist im Prinzip auch richtig, nur ist das mit Realität des Profifußballs, erst recht in der Zweiten Liga, kaum vereinbar. Selbst mit einer auf mehr Kontinuität ausgerichteten Personalpolitik bekommt man die permanente Personalfluktuation niemals ausgemerzt, die besten Spieler werden immer am Ende der Saison weggekauft, und für sie werden immer Kicker zumeist aus unteren Klassen nachrücken, mit denen immer erst auch mal „Grundschule“ gemacht werden muss. Ein Zustand, in der diese als abgeschlossen anzusehen ist, so dass das die Weiterentwicklung beginnen kann, wird so nie erreicht werden können. Man wird an den kleinen wie an den großen Dingen immer parallel arbeiten müssen.
Dass der Mannschaft nach Gegentreffern zu vorgerückter Spielzeit nichts mehr einfällt: Sehe ich auch so. Könnte einerseits ein „Mentalitätsproblem“ sein, das mit den Neuzugängen ja nun behoben werden soll, wenn man Schupps Äußerung zur Ziegler-Verpflichtung nicht als Floskel wertet. Andererseits habe auch ich manchmal den Eindruck, dass Runjaic nichts Rechtes einfällt, um auf Rückstände zu reagieren. Was gerade, wenn er sich tatsächlich als jemand sieht, der von der Barca-Schule inspiriert ist, eine ziemliche Enttäuschung ist: Gerade Guardiola reagiert während eines Spieles immer wieder mit Wechseln, die auch neue Spielformen und -ideen nach sich ziehen.
Dass die Mannschaft beim Spiel gegen den Ball zu viele zweite Fälle verschenkt: War mir in der Tat so noch nicht aufgefallen, insofern danke für die wirklich interessanten Statements. Auch da bleibt abzuwarten, ob das ein erkanntes Problem ist, das beispielsweise mit Ziegler nun behoben werden soll. Ich kann, ehrlich gesagt, mit dem Spieler bislang wenig anfangen, aber das geht wohl hier den meisten so.
Dass die Mannschaft selbst nach Ballgewinnen im vorderen Drittel immer wieder zurückpasst, um sich in einen tranigen Ballbesitzmodus zu begeben: Finde ich insofern interessant, als dass auch Guardiola dieses Problem immer mal bei den Kalibern ausmacht, die er als Mannschaften betreut. Er nennt das „ein U spielen“, wenn der Ball auf einer Seite eigentlich weit vorne gewonnen wurde, dann aber auf der gleichen Seite erst wieder nach hinten gepasst und über die Innenverteidigung zum Verteidiger auf der anderen Seite getragen wird. Das geht dann so lahm vonstatten, dass sich die Defensivformation des Gegners in aller Ruhe mitverschieben kann – und somit gar nichts bringt.
Auch Guardiola fordert in diesen Situationen den frühen Vertikal- oder Diagonalball auf die anderen Seite. Ich denke, dass das auch dem aufmerksamem Runjaic klar ist und er noch entsprechend daran feilen lässt. Im übrigen hat Lautern in der Vergangenheit diese Vertikal- und Diagonalbälle durchaus immer mal gespielt – und auch immer mal ganz gut.
Dass die Mannschaft nach Ballgewinn in der eigenen Hälfte zu früh in den Ballbesitzmodus wechselt und so den sich anbietenden Umschaltmoment verpennt: Ist ohne Frage eine Schwäche. Fragt sich nur, ob das bewusst geschieht, so, wie es bestimmte spanische Mannschaften tun und wie es auch in dem von Lullaby verlinkten Artikel beschrieben ist. Oder, ob hier Runjaic nicht vielleicht doch noch willens ist, schnelles Umschaltspiel da zu forcieren, wo es angebracht ist.
Ich meine, er muss Barca ja nicht 1:1 kopieren wollen. Obwohl: Wenn er Halfar jetzt die „10“ verpasst und als falschen Neuner agieren lässt… Frisur und Statur kommen ja schon ungefähr hin, im Rahmen unserer Möglichkeiten wäre er wirklich ein gutes Double…
Auch ein Guardiola entwickelt seine Spielidee kontinuierlich weiter und auch Enrique fühlt sich zwar der gleichen Kathedrale verpflichtet, variiert aber auch das eine oder andere. Und grundsätzlich zu versuchen, in den ersten zehn Sekunden nach dem Ballgewinn zum Abschluss zu kommen - eben, ehe der Gegner sich formieren kann – ist nun mal ein Gebot, das sich auch statistisch herleiten lässt: So fallen nun mal die meisten Tore aus dem Spiel heraus.
Insofern wäre meine Vision vom idealen Fußball eigentlich der Lullabys recht ähnlich. Wir müssen also nur noch Runjaic überzeugen.
Gruß,
Kohlmeyer
Ich möchte in erster Linie an die Fragen von Hellström 64 und den Post von Lullaby andocken.
Kann man mein Statement von vor einer Woche auch auf Liga 2 übertragen?
Ich würde sagen, auf Liga 2 sogar noch mehr als auf Liga 1, wo außer dem FCK eigentlich jeder Langer Ball-Zweiter Ball-Pressing als Offensivstrategie spielt, wenn kein schneller Konter nach gegnerischem Ballverlust mehr möglich ist - lediglich im Spiel gegen den Ball gibt es da Variationen.
Und mit Blick auf die drei Mannschaften, die heuer vor dem FCK standen, muss ich in der Tat ergänzen: Ja, der einfache Fußball kann zunächst mal erfolgreicher sein, wenn man ihn konzentrierter und leidenschaftlicher spielt als die anderen. Dann nämlich kann man auch an Mannschaften vorbeiziehen, die auf dem Papier stärker sind.
Womit sich meiner Meinung auch Hellströms These erledigt, am Ende setzten sich stets die Teams mit den besten Einzelspielern durch. Denn:
Wäre das heuer der Fall gewesen, wären Lautern und Leipzig aufgestiegen.
Jetzt kann man natürlich zu dem Schluss kommen: Hätte Lautern mit seinen vergleichsweise guten Einzelspielern einfacheren Fußball, den aber gut gespielt, hätte es mit dem Aufstieg geklappt…
Das kann man so sehen. Bewiesen ist es damit nicht.
Auf der anderen Seite stellt sich die Frage: Ist es darum grundsätzlich falsch, einen anspruchsvolleren Fußball spielen, vielleicht sogar einen eigenen, unverwechselbaren Stil entwickeln zu wollen?
Für Johan Cruyff und seine Jünger war das keine Frage. Erfolgreich Fußball zu spielen, genügt nicht – geliebt werden nur die Mannschaften, die erfolgreich und schön spielen, lautete ihr Credo. Aber sie spielten in einer anderen Liga, sowohl im engeren als auch im übertragenen Sinn.
Ist es für einen Klub, der nach eigenen Angaben nicht einmal mehr zu den Top Five der deutschen Zweiten Liga zählt, zu ehrgeizig, solchen Idealen nachzuhängen?
Ich bleibe dabei: Nein, ist es nicht.
Schon aus dem pragmatischen Grund, den ich bereits im letzten Post genannt habe: Wenn nur noch Mannschaften Platz auf dem Platz stehen, die nur auf Fehler des anderen lauern, und den Ball, sobald der schnelle Konter nicht möglich ist, frühzeitig nach vorne blasen, um zu verhindern, dass sie ihn selbst zu weit hinten verlieren, wird Fußball immer unansehnlicher. Es muss auch Mannschaften geben, die Fußball wirklich „spielen“ wollen, und es macht mich eigentlich stolz, dass der FCK zumindest versucht, zu diesen Teams zu gehören.
Vieles lief in dieser Saison auch gut, war ansehnlich und Einiges wurde auch in den letzten beiden Jahren sukzessive verbessert.
Ich möchte in dem Zusammenhang an die beiden Pokalspiele gegen Leverkusen in den vergangenen beiden Spielzeiten erinnern: Zählt man beide zusammen, hat man da in 240 Minuten gegen eine der anerkannt spielstärksten Mannschaft der Ersten Liga unterm Strich ein 1:1 erreicht – und das eine Gegentor auch noch durch einen ruhenden Ball kassiert. Und das nicht, wie das bei Klein-gegen-Groß-Pokalsensationen normalerweise so ist, mit der Hinten-dicht-und-vorne-hilft-der-liebe-Gott-Taktik, sondern im Runjaic-Stil: mit weit aufgerückter Viererkette und, indem man sich immer wieder Torchancen heraus-"spielte".
Grundsätzlich überfordert uns die Spielidee also nicht.
Natürlich gab es auch andere Spiele und Situationen, aber bevor wir zu denen kommen, möchte ich noch ein bisschen was Positives loswerden.
Das deutlich verbesserte Defensivverhalten habe ich in meinem vergangenen Post bereits angesprochen. Vergessen sollte man auch nicht, dass der FCK über ein Jahr zuhause ungeschlagen war. Auch das vergeigte Heimspiel gegen FC St. Pauli, das die entscheidenden Big Points kostete, bot in Halbzeit 1 eine absolut akzeptable Vorstellung, in dem man den Gegner null Torchancen gestattete, selbst aber drei oder vier heraussspielte. Wenn man dann sieht, wie Pauli auf die Siegerstraße wechselte, mit einem abgefälschten Ball, der zum tödlichen Pass wurde…
Im gleichen Zusammenhang ließe sich das Schlüsselspiel in Ingolstadt nennen: Da hatte man den bis dahin souveränen Tabellenführer über 50 Minuten absolut im Griff und ein klares Chancenplus herausgespielt, als er mit seiner ersten gefährlichen Aktion – ebenfalls ein ruhender Ball – den Führungstreffer markierte und erst daraufhin Oberwasser bekam…
Ich weiß, es ist müßig, immer wieder auf „Pech“ und die Schiedsrichterentscheidungen zu verweisen, aber es lässt sich nunmal nicht leugnen: Von den vielen Willkür- und Zufallsmomenten, die den Fußball eben auch bestimmen, liefen in dieser Saison einfach überproportional viele gegen Lautern.
Und wer Lauterns Auswärtsschwäche anprangert, sollte einmal bedenken: Oft bietet sich dem FCK gar nicht die Gelegenheit, wie ein Auswärtsteam aufzutreten. Viele Heimmannschaften scheinen gar nicht mehr mitspielen wollen, wenn’s gegen Lautern geht. Extremes Beispiel: das 0:0 bei Union Berlin. Die „Eisernen“ gelten zwar nicht als Topteam der Liga, sind aber allgemein dafür bekannt, dass sie vor eigenem Publikum versuchen, jeden Gegner auf die Hörner zu nehmen. Gegen den FCK aber zogen sich 90 Minuten 40 Meter vors eigene Tor zurück und platzten hinterher vor Stolz, dass sie „gegen die spielstärkste Mannschaft der Liga nichts zugelassen hätten“. Andere Teams agierten ähnlich.
Wie soll man einer solchen Einstellung künftig begegnen? Indem man zu einem Hofmann noch einen Proschwitz vorne reinschickt und es mit langen Bällen zu richten versucht? Also, da scheint es mir Erfolg versprechender, die Abwehrblöcke mit schnellen Kurzpässen in Bewegung zu bringen, bis sich eine Lücke auftut.
Es muss nur besser gemacht werden als bislang, auch wenn der Weg dahin länger und beschwerlicher ist, als das Langer-Ball-Zweiter-Ball-Spiel einzustudieren. Und es hätte auch in diesem Jahr besser gespielt werden können, wenn zum Beispiel, die Spieler, die für diese Spielidee prädestiniert waren, ihre Form wenigstens über weite Strecken der Saison gehalten hätten. In dem Union-Spiel etwa hätte meiner Meinung nach ein ordentlich aufspielender Younes eher spielentscheidend sein können als ein Umstellen auf 4-4-2, wie es in den Analysen hier im Forum hinterher gefordert wurde.
Damit ist auch die Frage beantwortet, ob wir denn die geeigneten Spieler für Runjaics Fußballvision hatten. Meiner Meinung nach schon, sie waren nur nicht konstant genug.
Interessanter – und schwieriger zu beantworten – ist Hellströms Frage, ob Runjaic vielleicht eine tolle Spielphilosophie im Sinn hat, im Ganzen aber zu viele Details nicht richtig umsetzt, um schlussendlich Erfolg zu haben.
Ehrlich gesagt: Da bin ich mir auch nach fast zwei Jahren Runjaic noch nicht sicher. Es gibt schon Einiges, das mich zweifeln lässt… Um seine bisweilen merkwürdige Außendarstellung soll es hier aber nicht gehen.
Betrachten wir mal die Schwachpunkte, die Lullaby und diverse andere User im FCK-Spiel ausgemacht haben.
Zunächst mal zu der Theorie, bevor man sich an schwierigen Dingen versucht, sollte man erst einmal die einfachen beherrschen: Klingt gut, ist im Prinzip auch richtig, nur ist das mit Realität des Profifußballs, erst recht in der Zweiten Liga, kaum vereinbar. Selbst mit einer auf mehr Kontinuität ausgerichteten Personalpolitik bekommt man die permanente Personalfluktuation niemals ausgemerzt, die besten Spieler werden immer am Ende der Saison weggekauft, und für sie werden immer Kicker zumeist aus unteren Klassen nachrücken, mit denen immer erst auch mal „Grundschule“ gemacht werden muss. Ein Zustand, in der diese als abgeschlossen anzusehen ist, so dass das die Weiterentwicklung beginnen kann, wird so nie erreicht werden können. Man wird an den kleinen wie an den großen Dingen immer parallel arbeiten müssen.
Dass der Mannschaft nach Gegentreffern zu vorgerückter Spielzeit nichts mehr einfällt: Sehe ich auch so. Könnte einerseits ein „Mentalitätsproblem“ sein, das mit den Neuzugängen ja nun behoben werden soll, wenn man Schupps Äußerung zur Ziegler-Verpflichtung nicht als Floskel wertet. Andererseits habe auch ich manchmal den Eindruck, dass Runjaic nichts Rechtes einfällt, um auf Rückstände zu reagieren. Was gerade, wenn er sich tatsächlich als jemand sieht, der von der Barca-Schule inspiriert ist, eine ziemliche Enttäuschung ist: Gerade Guardiola reagiert während eines Spieles immer wieder mit Wechseln, die auch neue Spielformen und -ideen nach sich ziehen.
Dass die Mannschaft beim Spiel gegen den Ball zu viele zweite Fälle verschenkt: War mir in der Tat so noch nicht aufgefallen, insofern danke für die wirklich interessanten Statements. Auch da bleibt abzuwarten, ob das ein erkanntes Problem ist, das beispielsweise mit Ziegler nun behoben werden soll. Ich kann, ehrlich gesagt, mit dem Spieler bislang wenig anfangen, aber das geht wohl hier den meisten so.
Dass die Mannschaft selbst nach Ballgewinnen im vorderen Drittel immer wieder zurückpasst, um sich in einen tranigen Ballbesitzmodus zu begeben: Finde ich insofern interessant, als dass auch Guardiola dieses Problem immer mal bei den Kalibern ausmacht, die er als Mannschaften betreut. Er nennt das „ein U spielen“, wenn der Ball auf einer Seite eigentlich weit vorne gewonnen wurde, dann aber auf der gleichen Seite erst wieder nach hinten gepasst und über die Innenverteidigung zum Verteidiger auf der anderen Seite getragen wird. Das geht dann so lahm vonstatten, dass sich die Defensivformation des Gegners in aller Ruhe mitverschieben kann – und somit gar nichts bringt.
Auch Guardiola fordert in diesen Situationen den frühen Vertikal- oder Diagonalball auf die anderen Seite. Ich denke, dass das auch dem aufmerksamem Runjaic klar ist und er noch entsprechend daran feilen lässt. Im übrigen hat Lautern in der Vergangenheit diese Vertikal- und Diagonalbälle durchaus immer mal gespielt – und auch immer mal ganz gut.
Dass die Mannschaft nach Ballgewinn in der eigenen Hälfte zu früh in den Ballbesitzmodus wechselt und so den sich anbietenden Umschaltmoment verpennt: Ist ohne Frage eine Schwäche. Fragt sich nur, ob das bewusst geschieht, so, wie es bestimmte spanische Mannschaften tun und wie es auch in dem von Lullaby verlinkten Artikel beschrieben ist. Oder, ob hier Runjaic nicht vielleicht doch noch willens ist, schnelles Umschaltspiel da zu forcieren, wo es angebracht ist.
Ich meine, er muss Barca ja nicht 1:1 kopieren wollen. Obwohl: Wenn er Halfar jetzt die „10“ verpasst und als falschen Neuner agieren lässt… Frisur und Statur kommen ja schon ungefähr hin, im Rahmen unserer Möglichkeiten wäre er wirklich ein gutes Double…
Auch ein Guardiola entwickelt seine Spielidee kontinuierlich weiter und auch Enrique fühlt sich zwar der gleichen Kathedrale verpflichtet, variiert aber auch das eine oder andere. Und grundsätzlich zu versuchen, in den ersten zehn Sekunden nach dem Ballgewinn zum Abschluss zu kommen - eben, ehe der Gegner sich formieren kann – ist nun mal ein Gebot, das sich auch statistisch herleiten lässt: So fallen nun mal die meisten Tore aus dem Spiel heraus.
Insofern wäre meine Vision vom idealen Fußball eigentlich der Lullabys recht ähnlich. Wir müssen also nur noch Runjaic überzeugen.
Gruß,
Kohlmeyer
24.06.2015 - 14:44 Uhr
Wow Kohlmeyer, hab Deinen Ausgangspost erst jetzt gelesen - großes Tennis! Diese ganze Diskussion war mir durch die Lappen gegangen.
Ich hatte vor ein paar Wochen in einem anderen Thread auch schon mal eine kurze Diskussion mit Lullaby zu diesem Thema, in der er mich nicht davon überzeugen konnte, dass unsere jetzige Spielweise ein perspektivloser Irrweg sei, der nur ein paar Spitzenmannschaften im Weltfußball offenstehe. Ich sehe das in etwa so:
1. Ganz im Sinne von Pep hat Runjaics "Wir müssen höher stehen!" nach Anfangsschwierigkeiten dazu geführt, dass die Mannschaft so eng steht, dass wir kaum ausgekontert werden, obwohl unser Rückraum dem idealen Vakuum ziemlich nahe kommt.
2. Damit verkleinern wir natürlich automatisch das Spielfeld und "verdichten" somit auch die Aufstellung des Gegners. Schnelle Vertikalpässe in die Schnittstellen der gegnerischen Abwehr sind dann oft kein probates Mittel mehr und der Gegner lässt sich nur mehr selten mehr in ungeordneter Aufstellung kalt erwischen.
3. Was wir aber sehr wohl machen, ist der Versuch, den Gegner durch Diagonalpässe und damit einhergehenden Spielverlagerungen von einer auf die andere Seite im Pep'schen Sinne auseinanderzuspielen - und somit dem Sinn des "Ballbesitzes" zu entsprechen. So etwas habe ich bei uns durchaus schon öfter gesehen! Im Idealfall geht der AV (z.B. desöfteren von Löwe gesehen) oder ein OM-Spieler dann bis zur gegnerischen Grundlinie durch und dribbelt entweder in den 16er (in der Matmour'schen Hoffnung, gefällt zu werden und einen Elfer rauszuholen) oder er flankt in den Rücken der Abwehr. Für mich ging das taktisch bei uns häufig durchaus auch auf - allerdings hatten unsere Spieler nicht die nötige Qualität um dann die Flanke oder den letzten Pass präzise zu spielen.
Mir gefällt diese Spielidee gut! Hätten wir mehr wuselige, wendige und schnelle Spieler wie Thommy vielleicht einer ist - und hätten Techniker wie Matmour und Stöger mehr Spielübersicht - dann könnte das alles auch durchaus funktionieren. Ich hoffe, der Kader wird jetzt entsprechend optimiert.
Richtig ist natürlich, dass Schema F im modernen Fußball nie funktioniert. Und wenn man dem Gegner in dessen Vorwärtsbewegung mal den Ball abluchst und die Abwehr ungeordnet erwischt, sollte man selbstverständlich kei "U" spielen, sondern den Ball in die Schnittstelle spielen und hinterhersprinten! Sicher! Aber wie oft hatten wir denn solche Spielsituationen überhaupt?
Mir ist ein System sympathischer, in dem wir aktiv Fußball spielen und das Spiel gestalten wollen, anstatt nur auf Fehler des Gegners zu lauern. Aber letztendlich geht es doch immer um einen intelligenten Mix unterschiedlicher Ansätze, da ja auch nur so ein Überraschungsmoment hinzukommt.
Ich hatte vor ein paar Wochen in einem anderen Thread auch schon mal eine kurze Diskussion mit Lullaby zu diesem Thema, in der er mich nicht davon überzeugen konnte, dass unsere jetzige Spielweise ein perspektivloser Irrweg sei, der nur ein paar Spitzenmannschaften im Weltfußball offenstehe. Ich sehe das in etwa so:
1. Ganz im Sinne von Pep hat Runjaics "Wir müssen höher stehen!" nach Anfangsschwierigkeiten dazu geführt, dass die Mannschaft so eng steht, dass wir kaum ausgekontert werden, obwohl unser Rückraum dem idealen Vakuum ziemlich nahe kommt.
2. Damit verkleinern wir natürlich automatisch das Spielfeld und "verdichten" somit auch die Aufstellung des Gegners. Schnelle Vertikalpässe in die Schnittstellen der gegnerischen Abwehr sind dann oft kein probates Mittel mehr und der Gegner lässt sich nur mehr selten mehr in ungeordneter Aufstellung kalt erwischen.
3. Was wir aber sehr wohl machen, ist der Versuch, den Gegner durch Diagonalpässe und damit einhergehenden Spielverlagerungen von einer auf die andere Seite im Pep'schen Sinne auseinanderzuspielen - und somit dem Sinn des "Ballbesitzes" zu entsprechen. So etwas habe ich bei uns durchaus schon öfter gesehen! Im Idealfall geht der AV (z.B. desöfteren von Löwe gesehen) oder ein OM-Spieler dann bis zur gegnerischen Grundlinie durch und dribbelt entweder in den 16er (in der Matmour'schen Hoffnung, gefällt zu werden und einen Elfer rauszuholen) oder er flankt in den Rücken der Abwehr. Für mich ging das taktisch bei uns häufig durchaus auch auf - allerdings hatten unsere Spieler nicht die nötige Qualität um dann die Flanke oder den letzten Pass präzise zu spielen.
Mir gefällt diese Spielidee gut! Hätten wir mehr wuselige, wendige und schnelle Spieler wie Thommy vielleicht einer ist - und hätten Techniker wie Matmour und Stöger mehr Spielübersicht - dann könnte das alles auch durchaus funktionieren. Ich hoffe, der Kader wird jetzt entsprechend optimiert.
Richtig ist natürlich, dass Schema F im modernen Fußball nie funktioniert. Und wenn man dem Gegner in dessen Vorwärtsbewegung mal den Ball abluchst und die Abwehr ungeordnet erwischt, sollte man selbstverständlich kei "U" spielen, sondern den Ball in die Schnittstelle spielen und hinterhersprinten! Sicher! Aber wie oft hatten wir denn solche Spielsituationen überhaupt?
Mir ist ein System sympathischer, in dem wir aktiv Fußball spielen und das Spiel gestalten wollen, anstatt nur auf Fehler des Gegners zu lauern. Aber letztendlich geht es doch immer um einen intelligenten Mix unterschiedlicher Ansätze, da ja auch nur so ein Überraschungsmoment hinzukommt.
03.07.2015 - 11:35 Uhr
Ich würde mir als System ein 4-1-2-1-2 wünschen, hierfür hätten wir bis auf einen Außen und einen Stürmer auch die Spieler. Was uns letzte Saison gefehlt hat, war das System mit 2 Stürmern, obwohl sich Zoller und Hofmann optimal ergänzten. Auch diese Saison wird wieder gegen uns gemauert werden, da darf man dann nur mit einem Sechser spielen.
Hofmann/MisterX (Deville) Mugosa/MisterX
Halfar/Manni/Görtler
Thommy MisterX
Karl/Ziegler
Löwe Heubach Vucur Zimmer
Alomerovic/Müller
Hofmann/MisterX (Deville) Mugosa/MisterX
Halfar/Manni/Görtler
Thommy MisterX
Karl/Ziegler
Löwe Heubach Vucur Zimmer
Alomerovic/Müller
03.07.2015 - 12:05 Uhr
Zitat von Lautrer
Ich würde mir als System ein 4-1-2-1-2 wünschen, hierfür hätten wir bis auf einen Außen und einen Stürmer auch die Spieler. Was uns letzte Saison gefehlt hat, war das System mit 2 Stürmern, obwohl sich Zoller und Hofmann optimal ergänzten. Auch diese Saison wird wieder gegen uns gemauert werden, da darf man dann nur mit einem Sechser spielen.
Hofmann/MisterX (Deville) Mugosa/MisterX
Halfar/Manni/Görtler
Thommy MisterX
Karl/Ziegler
Löwe Heubach Vucur Zimmer
Alomerovic/Müller
Ich würde mir als System ein 4-1-2-1-2 wünschen, hierfür hätten wir bis auf einen Außen und einen Stürmer auch die Spieler. Was uns letzte Saison gefehlt hat, war das System mit 2 Stürmern, obwohl sich Zoller und Hofmann optimal ergänzten. Auch diese Saison wird wieder gegen uns gemauert werden, da darf man dann nur mit einem Sechser spielen.
Hofmann/MisterX (Deville) Mugosa/MisterX
Halfar/Manni/Görtler
Thommy MisterX
Karl/Ziegler
Löwe Heubach Vucur Zimmer
Alomerovic/Müller
Für die Raute halte ich Erik Thommy nicht für den geeigneten Spieler. Hier könnte man aber auf den Halbpositionen prima mit Jenssen (links) und Ring (rechts) agieren. Davor könnte ich mir Mugosa und Görtler vorstellen.
Cheers
Bahli
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