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BVB - Taktik-Thread

20.01.2006 - 12:09 Uhr
BVB - Taktik-Thread |#5981
20.12.2025 - 14:01 Uhr
Zitat von Vampier82
Kovac wünscht sich angeblich, zur neuen Saison laut Spox: einen klassischen 6er, einen IV (verständlich bei den kommenden Abgängen in dem Bereich) und einen weiteren Offensiven. Weiterer Offensiver kann man wohl ignorieren in einer Betrachtung, weil viel zu allgemein.

Aber ein klassischer 6er, keine Box to Box Spieler. Was könnte das für taktische Änderungen bedeuten?


Noch defensiver halt.

Leverkusen spielt ihr 3421 mit einem 8er (Garcia) und einem 10er (Maza) auf der Doppel-6. Wir in Zukunft dann mit einem 6er (Nmecha) und einem "klassischen 6er" (Alvarez)... das wäre doch was.

Für die Halbpositionen und Flügel wird dann der nächste 8er verpflichtet.
BVB - Taktik-Thread |#5982
20.12.2025 - 14:31 Uhr
Zitat von BigDogTinyHome
Zitat von Vampier82

Kovac wünscht sich angeblich, zur neuen Saison laut Spox: einen klassischen 6er, einen IV (verständlich bei den kommenden Abgängen in dem Bereich) und einen weiteren Offensiven. Weiterer Offensiver kann man wohl ignorieren in einer Betrachtung, weil viel zu allgemein.

Aber ein klassischer 6er, keine Box to Box Spieler. Was könnte das für taktische Änderungen bedeuten?


Noch defensiver halt.

Leverkusen spielt ihr 3421 mit einem 8er (Garcia) und einem 10er (Maza) auf der Doppel-6. Wir in Zukunft dann mit einem 6er (Nmecha) und einem "klassischen 6er" (Alvarez)... das wäre doch was.

Für die Halbpositionen und Flügel wird dann der nächste 8er verpflichtet.


das kann nicht mal Kovac wollen, da er auch nicht blöd ist.
BVB - Taktik-Thread |#5983
20.12.2025 - 20:27 Uhr
So wie sich es gerade entwickelt, könnte ich mir vorstellen, dass Silva als sehr spielstarker MS gut mit zwei abschluss-orientierten Spielern wie Beier und Adeyemi funktionieren könnte. Das haben wir am Anfang der Saison ja mal so gespielt, nur halt nur Guirassy was insgesamt nicht so ideal war, weil der halt auch sehr abschluss-fokusiert ist. Vielleicht noch ein ziemlich ausgewogenes ZM wie mir Nmecha und Bellingham potentiell möglich dahinter.
Vielleicht kann ja ein sehr taktisch versierter User wie @BVBBC was dazu schreiben. Hätte das u.U. Potential oder eher nicht?
BVB - Taktik-Thread |#5984
20.12.2025 - 21:08 Uhr
Zitat von Vampier82
Zitat von BigDogTinyHome

Zitat von Vampier82

Kovac wünscht sich angeblich, zur neuen Saison laut Spox: einen klassischen 6er, einen IV (verständlich bei den kommenden Abgängen in dem Bereich) und einen weiteren Offensiven. Weiterer Offensiver kann man wohl ignorieren in einer Betrachtung, weil viel zu allgemein.

Aber ein klassischer 6er, keine Box to Box Spieler. Was könnte das für taktische Änderungen bedeuten?


Noch defensiver halt.

Leverkusen spielt ihr 3421 mit einem 8er (Garcia) und einem 10er (Maza) auf der Doppel-6. Wir in Zukunft dann mit einem 6er (Nmecha) und einem "klassischen 6er" (Alvarez)... das wäre doch was.

Für die Halbpositionen und Flügel wird dann der nächste 8er verpflichtet.


das kann nicht mal Kovac wollen, da er auch nicht blöd ist.


Klassischer Sechser muss insoweit nicht den klassischen Abräumer a la Andrich bedeuten, sondern kann und muss ein Spieler sein, der diese Position deutlich moderner interpretiert. Vermutlich wird es kein Spielertyp Thiago werden, aber hier sollte der BVB zwingend seine Augen gen Mainz richten ubd und dabei Kaishu Sano im Blick haben. Der Junge ist für mich Staubsauger und Antreiber in einem und im letzten Jahr bereits im Schatten von Amiri und Burkardt der Mainzer Schlüssel zum Erfolg gewesen.

Mit Sano hätte man den klassischen Sechser, der weiträumig, zweikampfstark und mannschaftsdienlich agiert, aber gleichzeitig auch mit Ball unter Gegnerdruck nicht hektisch wird und die Situationen mit präzisen Anspielen oder Körpertäuschungen auflöst. Vielleicht wäre er der Spieler, mit dem sich Kovac auch wieder die Viererkette traut, weil er den Raum vor der Kette besser abgesichert sieht.

Couto---Anton---Schlotti----Svensson/X
-----------------------Sano----------------------
----------Nmecha------------Brandt/Chuk--

Für mich definitiv eine Möglichkeit, ohne bei der Beschreibung 'klassischer Sechser' in Schockstarre verfallen zu müssen.

Sanos Arbeitsethos dürfte der Chefetage vermutlich sehr gefallen.

•     •     •

"Nichts ist sicher, außer Tod, Steuern und einem neuen polyvalenten Mittelfeldspieler", Sebastian Kehl
BVB - Taktik-Thread |#5985
20.12.2025 - 21:33 Uhr
Zitat von Finn84
So wie sich es gerade entwickelt, könnte ich mir vorstellen, dass Silva als sehr spielstarker MS gut mit zwei abschluss-orientierten Spielern wie Beier und Adeyemi funktionieren könnte. Das haben wir am Anfang der Saison ja mal so gespielt, nur halt nur Guirassy was insgesamt nicht so ideal war, weil der halt auch sehr abschluss-fokusiert ist. Vielleicht noch ein ziemlich ausgewogenes ZM wie mir Nmecha und Bellingham potentiell möglich dahinter.
Vielleicht kann ja ein sehr taktisch versierter User wie @BVBBC was dazu schreiben. Hätte das u.U. Potential oder eher nicht?


Im Ansatz bin ich gestern schon etwas drauf eingegangen: https://www.transfermarkt.de/fabio-silva-21-/thread/forum/12/thread_id/806271/page/73#anchor_4759592

Ich denke schon, dass es Potenzial hat, obwohl ich ungern mit 3 Abschlussspielern agieren würde. Wenn allerdings die kreativen Aufgaben gut verteilt werden, kann es schon klappen, selbst wenn man keinen vollwertigen Kreativspieler in der Offensivreihe hat. Im Idealfall ersetzen sie dann zu dritt vielleicht gerade so einen Kreativen, den es eigentlich in der Offensive benötigt. Die Hoffnung hätte ich dabei vor allem, weil die Raumaufteilung sehr variabel angelegt werden könnte, wodurch der Gegner mehr in Bewegung versetzt wird, also zwangsläufig Lücken aufgehen sollten, die man mit Tempo und Antritt attackieren kann. Die Hoffnung bei Silva wäre dann, obwohl er kein vollwertiger Kreativer ist, dass er zumindest so auffassungsschnell und spielstark ist, dass er das Tempo von Adeyemi und Beier gleichermaßen besser kann, während er davon profitiert, dass die Beiden die Tiefe bedrohen und daher Räume schaffen.

Gefahr bleibt allerdings auch, dass wir dahinter halt auch nicht gerade auf Kreativität setzen und daher auch diese Angriffsreihe verhungern kann, obwohl das Spiel mit diesen 3 Spielern längst nicht so flankenlastig sein sollte. Zwar würde ich mir schon erhoffen, dass mehr Direktspiel der Aufrückbewegung hilft und daher grundsätzlich auch der ein oder andere Impuls aus dem Zentrum mehr dabei ist, aber wir stellen das Zentrum eben auch eher defensiv auf, was bei 3er Kette nur einen ZM dafür freigibt, obwohl die 3er Kette eigentlich beide freigeben müsste, wenn sie wirklich defensiv stabil wäre. Dazu müsste man die OA klarer auf der Innenbahn lassen, um die Tiefenläufe zu maximieren. Die Schienen oder AV müssen also konsequenter die Breite halten, was leider Svensson und Ryerson schwerfällt.

Perfekt wäre es also nicht, da eine falsche 9 schon nochmal anders aussieht als Silva und in der Einbindung sind im aktuellen System natürlich einige Dinge suboptimal, die wahrscheinlich auch nicht alle von der Offensivreihe positiv beeinflusst würden. Entsprechend käme es auf den Versuch an, wie viel es besser ist und ob bzw. wie man dann darauf aufbauen kann.
BVB - Taktik-Thread |#5986
20.12.2025 - 23:00 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von Finn84

So wie sich es gerade entwickelt, könnte ich mir vorstellen, dass Silva als sehr spielstarker MS gut mit zwei abschluss-orientierten Spielern wie Beier und Adeyemi funktionieren könnte. Das haben wir am Anfang der Saison ja mal so gespielt, nur halt nur Guirassy was insgesamt nicht so ideal war, weil der halt auch sehr abschluss-fokusiert ist. Vielleicht noch ein ziemlich ausgewogenes ZM wie mir Nmecha und Bellingham potentiell möglich dahinter.
Vielleicht kann ja ein sehr taktisch versierter User wie @BVBBC was dazu schreiben. Hätte das u.U. Potential oder eher nicht?


Im Ansatz bin ich gestern schon etwas drauf eingegangen: https://www.transfermarkt.de/fabio-silva-21-/thread/forum/12/thread_id/806271/page/73#anchor_4759592

Ich denke schon, dass es Potenzial hat, obwohl ich ungern mit 3 Abschlussspielern agieren würde. Wenn allerdings die kreativen Aufgaben gut verteilt werden, kann es schon klappen, selbst wenn man keinen vollwertigen Kreativspieler in der Offensivreihe hat. Im Idealfall ersetzen sie dann zu dritt vielleicht gerade so einen Kreativen, den es eigentlich in der Offensive benötigt. Die Hoffnung hätte ich dabei vor allem, weil die Raumaufteilung sehr variabel angelegt werden könnte, wodurch der Gegner mehr in Bewegung versetzt wird, also zwangsläufig Lücken aufgehen sollten, die man mit Tempo und Antritt attackieren kann. Die Hoffnung bei Silva wäre dann, obwohl er kein vollwertiger Kreativer ist, dass er zumindest so auffassungsschnell und spielstark ist, dass er das Tempo von Adeyemi und Beier gleichermaßen besser kann, während er davon profitiert, dass die Beiden die Tiefe bedrohen und daher Räume schaffen.

Gefahr bleibt allerdings auch, dass wir dahinter halt auch nicht gerade auf Kreativität setzen und daher auch diese Angriffsreihe verhungern kann, obwohl das Spiel mit diesen 3 Spielern längst nicht so flankenlastig sein sollte. Zwar würde ich mir schon erhoffen, dass mehr Direktspiel der Aufrückbewegung hilft und daher grundsätzlich auch der ein oder andere Impuls aus dem Zentrum mehr dabei ist, aber wir stellen das Zentrum eben auch eher defensiv auf, was bei 3er Kette nur einen ZM dafür freigibt, obwohl die 3er Kette eigentlich beide freigeben müsste, wenn sie wirklich defensiv stabil wäre. Dazu müsste man die OA klarer auf der Innenbahn lassen, um die Tiefenläufe zu maximieren. Die Schienen oder AV müssen also konsequenter die Breite halten, was leider Svensson und Ryerson schwerfällt.

Perfekt wäre es also nicht, da eine falsche 9 schon nochmal anders aussieht als Silva und in der Einbindung sind im aktuellen System natürlich einige Dinge suboptimal, die wahrscheinlich auch nicht alle von der Offensivreihe positiv beeinflusst würden. Entsprechend käme es auf den Versuch an, wie viel es besser ist und ob bzw. wie man dann darauf aufbauen kann.


Danke dir für Deine plausible und fundierte Einschätzung! Ich nehme für mich mit, dass es beim aktuellen Kader zumindest eine Variante ist, die eine gewisse Berechtigung hätte.
BVB - Taktik-Thread |#5987
05.01.2026 - 17:33 Uhr
Ich hoffe mein nachfolgender Beitrag gehört in den Taktik-Thread, denke es aber schon.

Ich weiß nicht, wieviele User die PL-Spiele verfolgen, sprich diese regelmäßig ansehen, ich schaue da, relativ viel Spiele.
Speziell in der PL fallen ausgesprochen viele Weitschuss-Tore.
So auch gestern wieder im Spiel Fulham gegen Liverpool.
In einem ausgeglichenen, recht ansehlichen Spiel, gingen die Reds in der 90.+4 glücklich 2:1 in Führung.
Praktisch kurz vor Ultimo hielt ein Fulham-Spieler einfach mal drauf.
Mit einem geilen "Strahl" erzielte er in der 90.+7 den unhaltbaren Ausgleich.

Warum schreibe ich das?
Weil Weitschusstore besonders in der PL (aber nicht nur dort) ein gebräuchliches Stilmittel darstellen und sehr häufig auch erfolgreich sind.
Weitschusstore sind aus meiner Sicht für gute Fußballer, somit in erster Linie Profi-Fußballer, ein durchaus wichtiges Stilmittel.
Es kann
- ein Ball unhaltbar top getroffen werden
- von einem Mitspieler oder Gegner unhaltbar abgefälscht werden
- dem Keeper kann im Gewühle die Sicht versperrt sein
- der Keeper kann auf dem falschen Fuß stehen und dadurch nicht an den Ball kommen.
Es kann denn deren viele Möglichkeiten geben, wie man durch einen Weitschuss zum Erfolg kommen kann/könnte.

Taktisch ist das m.M.n. besonders gegen tiefstehende Abwehrreihen ein Mittel zur Torerzielung und dadurch
eine Möglichkeit als "Türöffner" zu dienen.
Es kann dann eine Möglichkeit zur Torerzielung sein, wenn es speziell gegen solche Teams gilt einen Rückstand zu beseitigen.
Es kann letztlich auch der Siegtreffer sein, wenn es so richtig zäh läuft.
Aber auch generell sollte es nicht verboten sein, jede sich bietende Lücke, d.h., Schusschance wahrzunehmen.

Leider sehe ich nichts dergleichen bei uns.
Das seit Jahren, nicht erst jetzt unter Kovac, sondern generell immer weniger werdend!
Wir pflegen bei Kovac das Spiel durch die Mitte, verzichten auf Flügelspieler und somit darauf, das Spielfeld "breitzuhalten", mithin uns dadurch Freiräume zu schaffen.
Wir verengen uns selbst den Raum und versuchen mit, gefühlt 5 Mann auf engsten Raum, mittig in den Strafraum zu kombinieren.
Das ist bei einer solchen Spielweise, bei einer solchen
Herangehensweise, an sich schon sehr schwierig.
Wenn man dann zwar schnelle, aber technisch nicht besonders gut befähigte Spieler (wie es z.B. Adeyemi und Beier auf engem Raum nun einmal sind) hat, nahezu ein Unding und eigentlich nur nach dem Prinzip Zufall erfolgreich
Es würde also das Stilmittel Fernschüsse nicht schaden.
Es ergäbe sich daraus noch der Nebeneffekt, dass der Gegner "heraustreten" muss und sich dadurch hinter ihm, ein kleiner Raum für "Steckpässe" anbietet.
Der Situation angepasst, ergeben sich quasi aus einem Stilmittel die Chance auf zwei
Nur wer schießt oder versucht es bei uns mal?
Hin und wieder Brandt, Adeyemi selten, Nmecha zu wenig, Sabitzer wenn er räumlich weiter vorn agiert.
Groß war bei Brighton dafür bekannt, es auch von der Ferne zu versuchen und hatte oft damit Erfolg.
Übrigens erzielte er in seiner Zeit bei Brighton
Spiele: 261
Tore: 32
Vorlagen: 53
Bei uns gelangen ihm in der
Bundesliga: 41 Spiele
Champions League: 16 Spiele
DFB-Pokal: 4 Spiele
Klub-WM: 5 Spiele
Gesamt: 66 Spiele.
17 Vorlagen und 1 Tor
Kein guter Vergleich.
Fernschussversuche sah man von ihm bei uns kaum.

Ich verstehe es einfach nicht, warum man sich jeweder Schusschance beraubt, diese Möglichkeit kaum bis gar nicht wahrnimmt.
So sehr man die PL verurteilen kann, ist sie die sportlich beste der Welt.
Warum also von den besten nicht das Gute abschauen?
Unsere Spieler sind doch nicht zu blöd dazu.
Warum also der weitestgehend Verzicht auf dieses Stilmittel?
Zumal man dazu nicht einmal besonders filigrane Technik benötigt und selbst in unteren Ligen damit erfolgreich ist.
Wer es nicht versucht, kann bekanntlich nicht treffen.
Mir kommt es manchmal so vor, als wenn man unseren Spielern das untersagt.

Letztlich hätte die Geschichte noch für uns Fans etwas Tolles.
Wir können uns nämlich über eine Menge solcher Tore, geile Schüsse und Torhüterparaden erfreuen.
Das ist bei weitem besser, als dieses tröge Quer- und Zurückgespiele sowie ideenlose langsame Offensivspiel ertragen zu müssen.
Was meint ihr dazu, liege ich da etwa falsch?

•     •     •

EINMAL BVB - IMMER BVB
BVB - Taktik-Thread |#5988
05.01.2026 - 19:02 Uhr
Zitat von leipzig09

Ich hoffe mein nachfolgender Beitrag gehört in den Taktik-Thread, denke es aber schon.

Ich weiß nicht, wieviele User die PL-Spiele verfolgen, sprich diese regelmäßig ansehen, ich schaue da, relativ viel Spiele.
Speziell in der PL fallen ausgesprochen viele Weitschuss-Tore.
So auch gestern wieder im Spiel Fulham gegen Liverpool.
In einem ausgeglichenen, recht ansehlichen Spiel, gingen die Reds in der 90.+4 glücklich 2:1 in Führung.
Praktisch kurz vor Ultimo hielt ein Fulham-Spieler einfach mal drauf.
Mit einem geilen "Strahl" erzielte er in der 90.+7 den unhaltbaren Ausgleich.

Warum schreibe ich das?
Weil Weitschusstore besonders in der PL (aber nicht nur dort) ein gebräuchliches Stilmittel darstellen und sehr häufig auch erfolgreich sind.
Weitschusstore sind aus meiner Sicht für gute Fußballer, somit in erster Linie Profi-Fußballer, ein durchaus wichtiges Stilmittel.
Es kann
- ein Ball unhaltbar top getroffen werden
- von einem Mitspieler oder Gegner unhaltbar abgefälscht werden
- dem Keeper kann im Gewühle die Sicht versperrt sein
- der Keeper kann auf dem falschen Fuß stehen und dadurch nicht an den Ball kommen.
Es kann denn deren viele Möglichkeiten geben, wie man durch einen Weitschuss zum Erfolg kommen kann/könnte.

Taktisch ist das m.M.n. besonders gegen tiefstehende Abwehrreihen ein Mittel zur Torerzielung und dadurch
eine Möglichkeit als "Türöffner" zu dienen.
Es kann dann eine Möglichkeit zur Torerzielung sein, wenn es speziell gegen solche Teams gilt einen Rückstand zu beseitigen.
Es kann letztlich auch der Siegtreffer sein, wenn es so richtig zäh läuft.
Aber auch generell sollte es nicht verboten sein, jede sich bietende Lücke, d.h., Schusschance wahrzunehmen.

Leider sehe ich nichts dergleichen bei uns.
Das seit Jahren, nicht erst jetzt unter Kovac, sondern generell immer weniger werdend!
Wir pflegen bei Kovac das Spiel durch die Mitte, verzichten auf Flügelspieler und somit darauf, das Spielfeld "breitzuhalten", mithin uns dadurch Freiräume zu schaffen.
Wir verengen uns selbst den Raum und versuchen mit, gefühlt 5 Mann auf engsten Raum, mittig in den Strafraum zu kombinieren.
Das ist bei einer solchen Spielweise, bei einer solchen
Herangehensweise, an sich schon sehr schwierig.
Wenn man dann zwar schnelle, aber technisch nicht besonders gut befähigte Spieler (wie es z.B. Adeyemi und Beier auf engem Raum nun einmal sind) hat, nahezu ein Unding und eigentlich nur nach dem Prinzip Zufall erfolgreich
Es würde also das Stilmittel Fernschüsse nicht schaden.
Es ergäbe sich daraus noch der Nebeneffekt, dass der Gegner "heraustreten" muss und sich dadurch hinter ihm, ein kleiner Raum für "Steckpässe" anbietet.
Der Situation angepasst, ergeben sich quasi aus einem Stilmittel die Chance auf zwei
Nur wer schießt oder versucht es bei uns mal?
Hin und wieder Brandt, Adeyemi selten, Nmecha zu wenig, Sabitzer wenn er räumlich weiter vorn agiert.
Groß war bei Brighton dafür bekannt, es auch von der Ferne zu versuchen und hatte oft damit Erfolg.
Übrigens erzielte er in seiner Zeit bei Brighton
Spiele: 261
Tore: 32
Vorlagen: 53
Bei uns gelangen ihm in der
Bundesliga: 41 Spiele
Champions League: 16 Spiele
DFB-Pokal: 4 Spiele
Klub-WM: 5 Spiele
Gesamt: 66 Spiele.
17 Vorlagen und 1 Tor
Kein guter Vergleich.
Fernschussversuche sah man von ihm bei uns kaum.

Ich verstehe es einfach nicht, warum man sich jeweder Schusschance beraubt, diese Möglichkeit kaum bis gar nicht wahrnimmt.
So sehr man die PL verurteilen kann, ist sie die sportlich beste der Welt.
Warum also von den besten nicht das Gute abschauen?
Unsere Spieler sind doch nicht zu blöd dazu.
Warum also der weitestgehend Verzicht auf dieses Stilmittel?
Zumal man dazu nicht einmal besonders filigrane Technik benötigt und selbst in unteren Ligen damit erfolgreich ist.
Wer es nicht versucht, kann bekanntlich nicht treffen.
Mir kommt es manchmal so vor, als wenn man unseren Spielern das untersagt.

Letztlich hätte die Geschichte noch für uns Fans etwas Tolles.
Wir können uns nämlich über eine Menge solcher Tore, geile Schüsse und Torhüterparaden erfreuen.
Das ist bei weitem besser, als dieses tröge Quer- und Zurückgespiele sowie ideenlose langsame Offensivspiel ertragen zu müssen.
Was meint ihr dazu, liege ich da etwa falsch?


Ja, du liegst in meinen Augen falsch und lässt dich vermutlich zu sehr vom Spektakel dieser Tore leiten.

Zum Einen ist es eben so, dass in der PL zwar mehr Tore aus Distanzschüssen fallen als in der Bundesliga, aber in der Bundesliga dafür umgekehrt deutlich mehr Abschlüsse aus der Distanz genommen werden. Es hat daher einiges mit der Qualität der Schüsse bzw. Schützen zu tun, inwiefern Distanzschusstore erfolgreich sind:

Liga | Distanzschüsse | Distanztore | Conversion Rate
PL | 3,89 | 0,21 | 5,3%
Buli | 4,33 | 0,15 | 3,5%

Selbst wenn man allerdings die Qualität für Distanzschüsse hat, bevorzugt man Abschlüsse in der Box. Diese haben eine deutlich höhere Trefferwahrscheinlichkeit. Aktuell gehen in der PL 13,8% aller Abschlüsse in der Box ins Tor, in der Bundesliga sogar 16,0% (es braucht in der Bundesliga also >4,5x so viele Abschlüsse aus der Distanz für ein Tor im Vergleich zu Abschlüssen in der Box). Es ist daher auch keine Überraschung, dass vor allem Teams, denen es schwer fällt gute Chancen herauszuspielen einen hohen Anteil an Abschlüssen aus der Distanz haben. Es ist jedenfalls so, dass in der PL (-0,33) und Bundesliga (-0,21) der Anteil Distanzschüssen und der gesamte xG negativ korrelieren.

Tendenziell gehen also ein hoher Anteil an Distanzschüsse mit niedrigerem xG einher, weil man mehr schlechte Chancen nimmt, statt bessere Chancen herauszuspielen. Somit ist es auch keine Überraschung, dass sich auch ein negativer Korrelationswert für Tore und den Anteil an Abschlüssen aus der Distanz für die PL (-0,34) und die Bundesliga (-0,14) ergibt. Wer überproportional häufig aus der Distanz abschließt verzichtet entweder auf bessere Chancen und daher mehr Tore oder hat Probleme diese überhaupt rauszuspielen.

Schaut man sich das Ganze zum Anderen mal konkret für den BVB an, dann ist das im Saisonverlauf ebenfalls spannend, da wir durchaus als Mannschaft bezeichnet werden müssen, der es schwer fällt sich viele gute Chancen herauszuspielen:

Spieltag | Abschlüsse | Tore | xG | mittlere Distanz Abschlüsse (Yrds) |
5 | 11,4 | 2,2 | 1,96 | 14,5
10 | 12,9 | 1,6 | 1,60 | 16,7
15 | 11,7 | 1,7 | 1,63 | 16,3

Zwischenzeitlich hatten wir eben durchaus mehr Distanzschüsse genommen, um unsere schwache Anzahl Abschlüsse aufzuwerten. Das Ergebnis war allerdings, dass der xG und die Anzahl der Tore deutlich gesunken sind, im Vergleich zum Saisonstart. Das hat sich seit dem Tiefpunkt dieser Entwicklung, rund um den 10. Spieltag, bislang auch nur leicht erholt.

Auch das keine Überraschung, da es ja bekannt ist, dass es die besten Chancen nah am Tor gibt und selten mal ein Distanzschuss einen xG > 0,1 erhält. Mehr Abschlüsse aus der Distanz gehen in der Regel somit mindestens in Summe auf Kosten besserer Abschlüsse und sind eben nicht automatisch zusätzliche Abschlüsse.

Davon abgesehen, ist es auch nicht so, dass wir das Zentrum dominieren, sondern nur sehr viele zentral orientierte Spieler aufbieten, die allerdings im Zentrum nicht alle genug Platz finden und daher nach außen abdriften müssen, wo sie schwächer sind, aber mehr Platz finden. Hier stehen also System und Besetzung nicht im Einklang und in der Folge schafft es das System auch aus Risikovermeidungsgründen nicht das Zentrum zu dominieren, sondern man versucht sehr bewusst und sehr schnell vertikal nach außen zu kommen. Nicht primär zum Zwecke der Torerzielung, sondern zur Torverhinderung.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 05.01.2026 um 19:06 Uhr bearbeitet
BVB - Taktik-Thread |#5989
05.01.2026 - 20:52 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von leipzig09

Ich hoffe mein nachfolgender Beitrag gehört in den Taktik-Thread, denke es aber schon.

Ich weiß nicht, wieviele User die PL-Spiele verfolgen, sprich diese regelmäßig ansehen, ich schaue da, relativ viel Spiele.
Speziell in der PL fallen ausgesprochen viele Weitschuss-Tore.
So auch gestern wieder im Spiel Fulham gegen Liverpool.
In einem ausgeglichenen, recht ansehlichen Spiel, gingen die Reds in der 90.+4 glücklich 2:1 in Führung.
Praktisch kurz vor Ultimo hielt ein Fulham-Spieler einfach mal drauf.
Mit einem geilen "Strahl" erzielte er in der 90.+7 den unhaltbaren Ausgleich.

Warum schreibe ich das?
Weil Weitschusstore besonders in der PL (aber nicht nur dort) ein gebräuchliches Stilmittel darstellen und sehr häufig auch erfolgreich sind.
Weitschusstore sind aus meiner Sicht für gute Fußballer, somit in erster Linie Profi-Fußballer, ein durchaus wichtiges Stilmittel.
Es kann
- ein Ball unhaltbar top getroffen werden
- von einem Mitspieler oder Gegner unhaltbar abgefälscht werden
- dem Keeper kann im Gewühle die Sicht versperrt sein
- der Keeper kann auf dem falschen Fuß stehen und dadurch nicht an den Ball kommen.
Es kann denn deren viele Möglichkeiten geben, wie man durch einen Weitschuss zum Erfolg kommen kann/könnte.

Taktisch ist das m.M.n. besonders gegen tiefstehende Abwehrreihen ein Mittel zur Torerzielung und dadurch
eine Möglichkeit als "Türöffner" zu dienen.
Es kann dann eine Möglichkeit zur Torerzielung sein, wenn es speziell gegen solche Teams gilt einen Rückstand zu beseitigen.
Es kann letztlich auch der Siegtreffer sein, wenn es so richtig zäh läuft.
Aber auch generell sollte es nicht verboten sein, jede sich bietende Lücke, d.h., Schusschance wahrzunehmen.

Leider sehe ich nichts dergleichen bei uns.
Das seit Jahren, nicht erst jetzt unter Kovac, sondern generell immer weniger werdend!
Wir pflegen bei Kovac das Spiel durch die Mitte, verzichten auf Flügelspieler und somit darauf, das Spielfeld "breitzuhalten", mithin uns dadurch Freiräume zu schaffen.
Wir verengen uns selbst den Raum und versuchen mit, gefühlt 5 Mann auf engsten Raum, mittig in den Strafraum zu kombinieren.
Das ist bei einer solchen Spielweise, bei einer solchen
Herangehensweise, an sich schon sehr schwierig.
Wenn man dann zwar schnelle, aber technisch nicht besonders gut befähigte Spieler (wie es z.B. Adeyemi und Beier auf engem Raum nun einmal sind) hat, nahezu ein Unding und eigentlich nur nach dem Prinzip Zufall erfolgreich
Es würde also das Stilmittel Fernschüsse nicht schaden.
Es ergäbe sich daraus noch der Nebeneffekt, dass der Gegner "heraustreten" muss und sich dadurch hinter ihm, ein kleiner Raum für "Steckpässe" anbietet.
Der Situation angepasst, ergeben sich quasi aus einem Stilmittel die Chance auf zwei
Nur wer schießt oder versucht es bei uns mal?
Hin und wieder Brandt, Adeyemi selten, Nmecha zu wenig, Sabitzer wenn er räumlich weiter vorn agiert.
Groß war bei Brighton dafür bekannt, es auch von der Ferne zu versuchen und hatte oft damit Erfolg.
Übrigens erzielte er in seiner Zeit bei Brighton
Spiele: 261
Tore: 32
Vorlagen: 53
Bei uns gelangen ihm in der
Bundesliga: 41 Spiele
Champions League: 16 Spiele
DFB-Pokal: 4 Spiele
Klub-WM: 5 Spiele
Gesamt: 66 Spiele.
17 Vorlagen und 1 Tor
Kein guter Vergleich.
Fernschussversuche sah man von ihm bei uns kaum.

Ich verstehe es einfach nicht, warum man sich jeweder Schusschance beraubt, diese Möglichkeit kaum bis gar nicht wahrnimmt.
So sehr man die PL verurteilen kann, ist sie die sportlich beste der Welt.
Warum also von den besten nicht das Gute abschauen?
Unsere Spieler sind doch nicht zu blöd dazu.
Warum also der weitestgehend Verzicht auf dieses Stilmittel?
Zumal man dazu nicht einmal besonders filigrane Technik benötigt und selbst in unteren Ligen damit erfolgreich ist.
Wer es nicht versucht, kann bekanntlich nicht treffen.
Mir kommt es manchmal so vor, als wenn man unseren Spielern das untersagt.

Letztlich hätte die Geschichte noch für uns Fans etwas Tolles.
Wir können uns nämlich über eine Menge solcher Tore, geile Schüsse und Torhüterparaden erfreuen.
Das ist bei weitem besser, als dieses tröge Quer- und Zurückgespiele sowie ideenlose langsame Offensivspiel ertragen zu müssen.
Was meint ihr dazu, liege ich da etwa falsch?


Ja, du liegst in meinen Augen falsch und lässt dich vermutlich zu sehr vom Spektakel dieser Tore leiten.

Zum Einen ist es eben so, dass in der PL zwar mehr Tore aus Distanzschüssen fallen als in der Bundesliga, aber in der Bundesliga dafür umgekehrt deutlich mehr Abschlüsse aus der Distanz genommen werden. Es hat daher einiges mit der Qualität der Schüsse bzw. Schützen zu tun, inwiefern Distanzschusstore erfolgreich sind:

Liga | Distanzschüsse | Distanztore | Conversion Rate
PL | 3,89 | 0,21 | 5,3%
Buli | 4,33 | 0,15 | 3,5%

Selbst wenn man allerdings die Qualität für Distanzschüsse hat, bevorzugt man Abschlüsse in der Box. Diese haben eine deutlich höhere Trefferwahrscheinlichkeit. Aktuell gehen in der PL 13,8% aller Abschlüsse in der Box ins Tor, in der Bundesliga sogar 16,0% (es braucht in der Bundesliga also >4,5x so viele Abschlüsse aus der Distanz für ein Tor im Vergleich zu Abschlüssen in der Box). Es ist daher auch keine Überraschung, dass vor allem Teams, denen es schwer fällt gute Chancen herauszuspielen einen hohen Anteil an Abschlüssen aus der Distanz haben. Es ist jedenfalls so, dass in der PL (-0,33) und Bundesliga (-0,21) der Anteil Distanzschüssen und der gesamte xG negativ korrelieren.

Tendenziell gehen also ein hoher Anteil an Distanzschüsse mit niedrigerem xG einher, weil man mehr schlechte Chancen nimmt, statt bessere Chancen herauszuspielen. Somit ist es auch keine Überraschung, dass sich auch ein negativer Korrelationswert für Tore und den Anteil an Abschlüssen aus der Distanz für die PL (-0,34) und die Bundesliga (-0,14) ergibt. Wer überproportional häufig aus der Distanz abschließt verzichtet entweder auf bessere Chancen und daher mehr Tore oder hat Probleme diese überhaupt rauszuspielen.

Schaut man sich das Ganze zum Anderen mal konkret für den BVB an, dann ist das im Saisonverlauf ebenfalls spannend, da wir durchaus als Mannschaft bezeichnet werden müssen, der es schwer fällt sich viele gute Chancen herauszuspielen:

Spieltag | Abschlüsse | Tore | xG | mittlere Distanz Abschlüsse (Yrds) |
5 | 11,4 | 2,2 | 1,96 | 14,5
10 | 12,9 | 1,6 | 1,60 | 16,7
15 | 11,7 | 1,7 | 1,63 | 16,3

Zwischenzeitlich hatten wir eben durchaus mehr Distanzschüsse genommen, um unsere schwache Anzahl Abschlüsse aufzuwerten. Das Ergebnis war allerdings, dass der xG und die Anzahl der Tore deutlich gesunken sind, im Vergleich zum Saisonstart. Das hat sich seit dem Tiefpunkt dieser Entwicklung, rund um den 10. Spieltag, bislang auch nur leicht erholt.

Auch das keine Überraschung, da es ja bekannt ist, dass es die besten Chancen nah am Tor gibt und selten mal ein Distanzschuss einen xG > 0,1 erhält. Mehr Abschlüsse aus der Distanz gehen in der Regel somit mindestens in Summe auf Kosten besserer Abschlüsse und sind eben nicht automatisch zusätzliche Abschlüsse.

Davon abgesehen, ist es auch nicht so, dass wir das Zentrum dominieren, sondern nur sehr viele zentral orientierte Spieler aufbieten, die allerdings im Zentrum nicht alle genug Platz finden und daher nach außen abdriften müssen, wo sie schwächer sind, aber mehr Platz finden. Hier stehen also System und Besetzung nicht im Einklang und in der Folge schafft es das System auch aus Risikovermeidungsgründen nicht das Zentrum zu dominieren, sondern man versucht sehr bewusst und sehr schnell vertikal nach außen zu kommen. Nicht primär zum Zwecke der Torerzielung, sondern zur Torverhinderung.


Danke für die Frage leipzig09 und Antwort BVBBC 🙏

Mir kommt da immer wieder die Analyse von 442 über Lucien Favre‘s (einer meiner Lieblingstrainer) Mannschaften in den Sinn.
Wie Favre, ich meine auch bei uns, den xG-Wert overperformte. Ein Tor aus aussichtsreichereren Positionen zu erzielen ist logischerweise naheliegender als aus komplizierteren Situationen, was Weitschüsse natürlicherweise sind.
Deswegen auch hier alles sehr schlüssig nachzuvollziehen.

Was ich mich aber dennoch oft in unseren Spielen Frage ist, weshalb schiesst derjenige Spieler nicht?
Dass man Weitschüsse dosiert einzusetzen hat, versteht sich.
Zur Spieldiversifizierung mMn, wenn cleverer eingestreut, dennoch sehr wertvoll.
Und zwar nicht, weil es aussichtsreicher werde, je öfter man schiesst, sondern dass der Gegner sich nicht so sehr in Sicherheit wiegt, die schiessen von da sowieso nicht sondern wollen sich höchstwahrscheinlich duechkombinieren.

Belegen und weiter ausführen kann ichs nicht wirklich, aber ich hoffe, ich konnte es einigermaßen in Worte fassen, denn gefühlt
A) haben wir wenige dazu prädestinierte Spieler und
B) wird es mMn aber auch recht unclever als Stilmittel eingesetzt.
Will hier eigentlich nicht despektierlich unseren Spielern gegenüber sein oder wenns vom Trainer so instruiert wird, aber dennoch ab und an mal mindestens den Spielplan und sonst die generelle Spielintelligenz anprangern :/

Weitschüsse sollten mMn, in ausgewogenem Masse natürlich, zum Repertoire eines Offensivkonzepts dazugehören und nicht, gefühlt, aufgrund Ideenarmut und reiner Verzweiflung sondern durchaus durchdachter und mit Überzeugung eingesetzt.
BVB - Taktik-Thread |#5990
05.01.2026 - 22:38 Uhr
Zitat von EJJaBVB

Zitat von BVBBC

Zitat von leipzig09

Ich hoffe mein nachfolgender Beitrag gehört in den Taktik-Thread, denke es aber schon.

Ich weiß nicht, wieviele User die PL-Spiele verfolgen, sprich diese regelmäßig ansehen, ich schaue da, relativ viel Spiele.
Speziell in der PL fallen ausgesprochen viele Weitschuss-Tore.
So auch gestern wieder im Spiel Fulham gegen Liverpool.
In einem ausgeglichenen, recht ansehlichen Spiel, gingen die Reds in der 90.+4 glücklich 2:1 in Führung.
Praktisch kurz vor Ultimo hielt ein Fulham-Spieler einfach mal drauf.
Mit einem geilen "Strahl" erzielte er in der 90.+7 den unhaltbaren Ausgleich.

Warum schreibe ich das?
Weil Weitschusstore besonders in der PL (aber nicht nur dort) ein gebräuchliches Stilmittel darstellen und sehr häufig auch erfolgreich sind.
Weitschusstore sind aus meiner Sicht für gute Fußballer, somit in erster Linie Profi-Fußballer, ein durchaus wichtiges Stilmittel.
Es kann
- ein Ball unhaltbar top getroffen werden
- von einem Mitspieler oder Gegner unhaltbar abgefälscht werden
- dem Keeper kann im Gewühle die Sicht versperrt sein
- der Keeper kann auf dem falschen Fuß stehen und dadurch nicht an den Ball kommen.
Es kann denn deren viele Möglichkeiten geben, wie man durch einen Weitschuss zum Erfolg kommen kann/könnte.

Taktisch ist das m.M.n. besonders gegen tiefstehende Abwehrreihen ein Mittel zur Torerzielung und dadurch
eine Möglichkeit als "Türöffner" zu dienen.
Es kann dann eine Möglichkeit zur Torerzielung sein, wenn es speziell gegen solche Teams gilt einen Rückstand zu beseitigen.
Es kann letztlich auch der Siegtreffer sein, wenn es so richtig zäh läuft.
Aber auch generell sollte es nicht verboten sein, jede sich bietende Lücke, d.h., Schusschance wahrzunehmen.

Leider sehe ich nichts dergleichen bei uns.
Das seit Jahren, nicht erst jetzt unter Kovac, sondern generell immer weniger werdend!
Wir pflegen bei Kovac das Spiel durch die Mitte, verzichten auf Flügelspieler und somit darauf, das Spielfeld "breitzuhalten", mithin uns dadurch Freiräume zu schaffen.
Wir verengen uns selbst den Raum und versuchen mit, gefühlt 5 Mann auf engsten Raum, mittig in den Strafraum zu kombinieren.
Das ist bei einer solchen Spielweise, bei einer solchen
Herangehensweise, an sich schon sehr schwierig.
Wenn man dann zwar schnelle, aber technisch nicht besonders gut befähigte Spieler (wie es z.B. Adeyemi und Beier auf engem Raum nun einmal sind) hat, nahezu ein Unding und eigentlich nur nach dem Prinzip Zufall erfolgreich
Es würde also das Stilmittel Fernschüsse nicht schaden.
Es ergäbe sich daraus noch der Nebeneffekt, dass der Gegner "heraustreten" muss und sich dadurch hinter ihm, ein kleiner Raum für "Steckpässe" anbietet.
Der Situation angepasst, ergeben sich quasi aus einem Stilmittel die Chance auf zwei
Nur wer schießt oder versucht es bei uns mal?
Hin und wieder Brandt, Adeyemi selten, Nmecha zu wenig, Sabitzer wenn er räumlich weiter vorn agiert.
Groß war bei Brighton dafür bekannt, es auch von der Ferne zu versuchen und hatte oft damit Erfolg.
Übrigens erzielte er in seiner Zeit bei Brighton
Spiele: 261
Tore: 32
Vorlagen: 53
Bei uns gelangen ihm in der
Bundesliga: 41 Spiele
Champions League: 16 Spiele
DFB-Pokal: 4 Spiele
Klub-WM: 5 Spiele
Gesamt: 66 Spiele.
17 Vorlagen und 1 Tor
Kein guter Vergleich.
Fernschussversuche sah man von ihm bei uns kaum.

Ich verstehe es einfach nicht, warum man sich jeweder Schusschance beraubt, diese Möglichkeit kaum bis gar nicht wahrnimmt.
So sehr man die PL verurteilen kann, ist sie die sportlich beste der Welt.
Warum also von den besten nicht das Gute abschauen?
Unsere Spieler sind doch nicht zu blöd dazu.
Warum also der weitestgehend Verzicht auf dieses Stilmittel?
Zumal man dazu nicht einmal besonders filigrane Technik benötigt und selbst in unteren Ligen damit erfolgreich ist.
Wer es nicht versucht, kann bekanntlich nicht treffen.
Mir kommt es manchmal so vor, als wenn man unseren Spielern das untersagt.

Letztlich hätte die Geschichte noch für uns Fans etwas Tolles.
Wir können uns nämlich über eine Menge solcher Tore, geile Schüsse und Torhüterparaden erfreuen.
Das ist bei weitem besser, als dieses tröge Quer- und Zurückgespiele sowie ideenlose langsame Offensivspiel ertragen zu müssen.
Was meint ihr dazu, liege ich da etwa falsch?


Ja, du liegst in meinen Augen falsch und lässt dich vermutlich zu sehr vom Spektakel dieser Tore leiten.

Zum Einen ist es eben so, dass in der PL zwar mehr Tore aus Distanzschüssen fallen als in der Bundesliga, aber in der Bundesliga dafür umgekehrt deutlich mehr Abschlüsse aus der Distanz genommen werden. Es hat daher einiges mit der Qualität der Schüsse bzw. Schützen zu tun, inwiefern Distanzschusstore erfolgreich sind:

Liga | Distanzschüsse | Distanztore | Conversion Rate
PL | 3,89 | 0,21 | 5,3%
Buli | 4,33 | 0,15 | 3,5%

Selbst wenn man allerdings die Qualität für Distanzschüsse hat, bevorzugt man Abschlüsse in der Box. Diese haben eine deutlich höhere Trefferwahrscheinlichkeit. Aktuell gehen in der PL 13,8% aller Abschlüsse in der Box ins Tor, in der Bundesliga sogar 16,0% (es braucht in der Bundesliga also >4,5x so viele Abschlüsse aus der Distanz für ein Tor im Vergleich zu Abschlüssen in der Box). Es ist daher auch keine Überraschung, dass vor allem Teams, denen es schwer fällt gute Chancen herauszuspielen einen hohen Anteil an Abschlüssen aus der Distanz haben. Es ist jedenfalls so, dass in der PL (-0,33) und Bundesliga (-0,21) der Anteil Distanzschüssen und der gesamte xG negativ korrelieren.

Tendenziell gehen also ein hoher Anteil an Distanzschüsse mit niedrigerem xG einher, weil man mehr schlechte Chancen nimmt, statt bessere Chancen herauszuspielen. Somit ist es auch keine Überraschung, dass sich auch ein negativer Korrelationswert für Tore und den Anteil an Abschlüssen aus der Distanz für die PL (-0,34) und die Bundesliga (-0,14) ergibt. Wer überproportional häufig aus der Distanz abschließt verzichtet entweder auf bessere Chancen und daher mehr Tore oder hat Probleme diese überhaupt rauszuspielen.

Schaut man sich das Ganze zum Anderen mal konkret für den BVB an, dann ist das im Saisonverlauf ebenfalls spannend, da wir durchaus als Mannschaft bezeichnet werden müssen, der es schwer fällt sich viele gute Chancen herauszuspielen:

Spieltag | Abschlüsse | Tore | xG | mittlere Distanz Abschlüsse (Yrds) |
5 | 11,4 | 2,2 | 1,96 | 14,5
10 | 12,9 | 1,6 | 1,60 | 16,7
15 | 11,7 | 1,7 | 1,63 | 16,3

Zwischenzeitlich hatten wir eben durchaus mehr Distanzschüsse genommen, um unsere schwache Anzahl Abschlüsse aufzuwerten. Das Ergebnis war allerdings, dass der xG und die Anzahl der Tore deutlich gesunken sind, im Vergleich zum Saisonstart. Das hat sich seit dem Tiefpunkt dieser Entwicklung, rund um den 10. Spieltag, bislang auch nur leicht erholt.

Auch das keine Überraschung, da es ja bekannt ist, dass es die besten Chancen nah am Tor gibt und selten mal ein Distanzschuss einen xG > 0,1 erhält. Mehr Abschlüsse aus der Distanz gehen in der Regel somit mindestens in Summe auf Kosten besserer Abschlüsse und sind eben nicht automatisch zusätzliche Abschlüsse.

Davon abgesehen, ist es auch nicht so, dass wir das Zentrum dominieren, sondern nur sehr viele zentral orientierte Spieler aufbieten, die allerdings im Zentrum nicht alle genug Platz finden und daher nach außen abdriften müssen, wo sie schwächer sind, aber mehr Platz finden. Hier stehen also System und Besetzung nicht im Einklang und in der Folge schafft es das System auch aus Risikovermeidungsgründen nicht das Zentrum zu dominieren, sondern man versucht sehr bewusst und sehr schnell vertikal nach außen zu kommen. Nicht primär zum Zwecke der Torerzielung, sondern zur Torverhinderung.


Danke für die Frage leipzig09 und Antwort BVBBC 🙏

Mir kommt da immer wieder die Analyse von 442 über Lucien Favre‘s (einer meiner Lieblingstrainer) Mannschaften in den Sinn.
Wie Favre, ich meine auch bei uns, den xG-Wert overperformte. Ein Tor aus aussichtsreichereren Positionen zu erzielen ist logischerweise naheliegender als aus komplizierteren Situationen, was Weitschüsse natürlicherweise sind.
Deswegen auch hier alles sehr schlüssig nachzuvollziehen.

Was ich mich aber dennoch oft in unseren Spielen Frage ist, weshalb schiesst derjenige Spieler nicht?
Dass man Weitschüsse dosiert einzusetzen hat, versteht sich.
Zur Spieldiversifizierung mMn, wenn cleverer eingestreut, dennoch sehr wertvoll.
Und zwar nicht, weil es aussichtsreicher werde, je öfter man schiesst, sondern dass der Gegner sich nicht so sehr in Sicherheit wiegt, die schiessen von da sowieso nicht sondern wollen sich höchstwahrscheinlich duechkombinieren.

Belegen und weiter ausführen kann ichs nicht wirklich, aber ich hoffe, ich konnte es einigermaßen in Worte fassen, denn gefühlt
A) haben wir wenige dazu prädestinierte Spieler und
B) wird es mMn aber auch recht unclever als Stilmittel eingesetzt.
Will hier eigentlich nicht despektierlich unseren Spielern gegenüber sein oder wenns vom Trainer so instruiert wird, aber dennoch ab und an mal mindestens den Spielplan und sonst die generelle Spielintelligenz anprangern :/

Weitschüsse sollten mMn, in ausgewogenem Masse natürlich, zum Repertoire eines Offensivkonzepts dazugehören und nicht, gefühlt, aufgrund Ideenarmut und reiner Verzweiflung sondern durchaus durchdachter und mit Überzeugung eingesetzt.


Ich möchte nur nochmal einen Punkt ergänzen. Dortmund hat sicher keine solch guten Distanzschützen wie es leider Foden gegen den BVB gezeigt hat. Aber Nmecha,Brandt, Sabitzer und Groß haben trotzdem keinen schlechten Schuss. Auch Can, Schlotterbeck und Süle können anständig draufhalten, wenn sie den mal soweit aufrücken das sie die Gelegenheit dazu haben.

Ich denke aber das es auch eine Bedrohung über die Flügel braucht, damit Distanzschüsse aus dem Zentrum effektiv werden. Erst wenn man auf beiden Seiten Flügelspieler hat, die die Abwehr auseinander ziehen, von dort ins Zentrum zurück spielen und trotzdem eine ernste Gefahr ausstrahlen, die es den Abwehrspielern nicht erlaubt einzurücken, ergeben sich im Zentrum die Räume die aus der Distanz effektiv genutzt werden können.
Somit sind Distanzschüsse taktisch eigentlich keine sinnvolle Alternative zum Spiel über die Flügel, sondern eher eine Ergänzung, die umso besser funktionieren kann, je stärker das Spiel über die Flügel ist.
Das gilt besonders für tiefstehende, eingeschnürte Gegner.
Ansonsten wird es das typische hilflose Mittel, welches Mannschaften anwenden, denen andere Qualitäten fehlen und führt zu der erwähnten schlechten Quote. Das Dortmund wenige Tore aus der Distanz erzielt, könnte also auch am allgemein schwachen Offensivkonzept liegen, kann dann aber kaum eine sinnvolle Kompensation dafür ergeben.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Ballzumir am 05.01.2026 um 22:41 Uhr bearbeitet
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