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BVB - Taktik-Thread

20.01.2006 - 12:09 Uhr
BVB - Taktik-Thread |#6001
20.01.2026 - 16:46 Uhr
Zitat von Seppinho
Zitat von BVBBC

...

statt diesem hier erst mal eine Chance zu geben, obwohl es Gründe dafür gibt:

--------------------------Kobel----------------------------------
-------------Can--------Anton------Schlotterbeck---------
Couto--Sabitzer--Nmecha-Chukwuemeka--Svensson*
-----------------Beier---------Silva------------------------

...


Sorry für das massive Delay bei der Antwort.

Ich sag es, wie es ist: Dann habe ich dich falsch verstanden, weil ich offensichtlich zu sehr nur auf einen Absatz von dir Bezug genommen und den deswegen fehlinterpretiert habe. Gegen eine Aufstellung wie die deine mit quasi 3 ZMs spricht aus meiner Sicht nichts. Und ich wollte eigentlich wie schon vor dem Bremen-Spiel an der ein oder andere Stelle gesagt nur das hier betonen, nämlich, dass mir diese Aufstellung mit Chukwuemeka als neben Nmecha bei zwei Zentralen...

-----------------Kobel-------------------
-------Anton-Schlotti-Bense--------
Couto-----Chuk-Nmecha----Svens.
--------Brandt-------Beier/Adey-----
-----------------Silva--------------------

... nur sehr Unrecht ist gegenüber Bellingham-Nmecha und Sabitzer-Nmecha, weil ich Felix für WESENTLICH wichtiger für unser Spiel nach vorne sehe als dies bei Carney der Fall ist, aber bei einem Zweier-DM/ZM Felix zwangsläufig häufiger in defensiven Jobs gefangen wäre. Das ginge durchaus auch mal bei Groß-Nmecha, aber mit Chukwuemeka kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass Felix sich nach vorne einschaltet und Carney absichert. Bellingham als eher zweikampffokussierterer Mann und Sabi als genügsamerer Partner von Nemcha sind da in meinen Augen spürbar besser geeignet.

Ich finde, Nmechas Vorteil in der Offensive sind fast nur seine starken Abschlüsse. Da reden wir dann von 2 Toren in 18 Bundesligaspielen; wobei man seine zwei Treffer gegen Kopenhagen und einen gegen Juve nicht unerwähnt lassen sollte.
Ansonsten zeigt Nmecha wenig Präsenz, wenn er vorrückt und hat auch kaum kreative Aktionen.
Gut finde ich aber, wie Nmecha als dynamischer Ballschlepper fungieren kann. Da startet er aus der Tiefe mit Ball. Ob man dafür dann direkt einen Sabitzer daneben braucht?
Sabitzer weicht selber oft aus und ist oft gar nicht im DM, um direkt abzusichern. Chukwuemeka würde da die Raumbesetzung eher verbessern, da er wohl mehr zentral bleiben dürfte. Aber Chukwuemeka hat defensiv mehr Defizite als Sabitzer. Dennoch würde ich darin nicht viel Risiko sehen. Nmecha verliert nicht oft die Bälle und wir haben auch noch die Absicherung durch die Dreierkette. Die paar Ausflüge von Nmecha sehe ich daher nicht als Problem.
Zudem gefällt mir Nmecha nach wie vor als Anspielstation vor der Abwehr am besten. So empfand ich Nmecha unter Shin am stärksten und Kovac hat ihn im Laufe der Saison auch mehr in diese Rolle geschoben. Anfangs wich Nmecha noch oft aus unter Kovac, nun ist er fast immer derjenige, der zentral bleibt.

Ansonsten bringt Chukwuemeka viel mehr für die Offensive mit. Man sieht immer wieder, wie er in Dribblings geht und Kombinationen sucht. Das sind Elemente die uns zentral fehlen und auch Nmecha im ZM oder OM nur selten einbringt.
Aber wir müssten Chukwuemeka wahrscheinlich erst dahin entwickeln, dass er das richtig dosiert. Denn ich würde eine Zeitlang mit einigen Fehlern in der Entscheidungsfindung rechnen. Das Potenzial scheint mir aber groß und die Absicherung ist auch da, um solche Fehler hinzunehmen, meiner Meinung nach.

Ich würde dann ebenfalls noch Brandt in der Aufstellung statt eines Sabitzer wie bei BVBBC sehen wollen. Ansonsten würde mir halbrechts zu viel Kreativität fehlen, damit das Zusammenspiel funktioniert. Ich denke auch, dass sich mehrere Kreativspieler gegenseitig Platz verschaffen, da die Gegner sich nicht auf einzelne konzentrieren können und Kreativspieler eben Räume öffnen, die von anderen (nicht nur) Kreativspielern genutzt werden können. In so einer Aufstellung würde ich deswegen Leistungssteigerungen bei Brandt, Chukwuemeka, Beier und Silva erwarten. Egal wer vorne spielt, er sollte deutlich besser werden mit dieser Kreativität hinter sich. So hätten wir vielleicht wieder ein paar neue Leistungsträger.
Außerdem würde das auch für ordentliche Marktwertsteigerungen sorgen, welche eben vor allem in der Offensive möglich sind.
BVB - Taktik-Thread |#6002
21.01.2026 - 10:30 Uhr
Zitat von prueglbueschl

Zitat von BVBBC

Zitat von prueglbueschl

Zitat von Plussohn

Zitat von BVBBC

Zitat von Doktor_BiH

Für mich keine rote Karte, naja man hätte heute sowieso verloren Tottenham ist uns in allen Belangen deutlich überlegen obwohl sie eigentlich große Probleme haben. Jetzt hat man wenigstens mal wieder die perfekte Ausrede.


Für mich auch keine rote Karte. Geht nicht im Geringsten zum Gegner, sondern nur zum Ball, wodurch der Gegenspieler ins gestreckte Bein reinläuft und nicht umgekehrt. Gelb hätte gereicht. Eine Ausrede sehe ich trotzdem nicht, sondern Tottenham hat schon in Gleichzahl den BVB vorgeführt. So sehr sind wir diese Saison jedenfalls noch nicht am Schwimmen gewesen. Man würde jedenfalls nicht denken, welche Mannschaft hier in der Krise stecken und welche stabil sein soll. Es ist und bleibt rund um den ballführenden Spieler einfach so, dass es viel zu isoliert ist und kaum Bewegung rund um den Ball gibt. Das war letztendlich auch Ursache des Platzverweises. Svensson isoliert gegen 3, gerade auch in einer nicht besonders breiten Situation, ist keine gute Sache und dann kann so etwas schon mal passieren. Wenigstens der Ballverlust ist so wahrscheinlich. Damit sieht man aber auch nur, wie passiv viele Gegner gegen uns diese Saison eigentlich waren.


Sehe ich auch so mit der roten Karte. Allerdings verstehe ich persönlich nicht, warum unser ballführender Spieler immer so isoliert ist. Falls das mit mehr Bewegung besser werden könnte, dann müsste es doch theoretisch nen einfach Fix für Kovac sein. Bzw sollte man da im Verlauf der Saison doch eine Verbesserung erwarten können oder sehe ich das zu einfach?


Dortmund hat in dieser Saison doch durchgehend starke Laufwerte. Bei Sprints ist man auch oben dabei. Zu wenig Bewegung kann es nicht sein.


Laufwerte besagen aber nicht, ob man sich im Ballbesitz dem ballführenden Spieler kurz anbietet oder weit. Rund um den Ball haben wir so gut wie gar keine Bewegung. Die ist immer weg vom Ball, um möglichst viele Mann in die Box zu bekommen. Hat man schließlich so viele Verteidiger, fehlt es dann halt irgendwo an Personal zum Mitspielen und es ist kein einfacher Fix, weil die Besetzung der Box und die Anzahl der Verteidiger nicht grundlos sind, sondern bislang Kernelemente des Kovac Systems, seit wir 3er Kette spielen.


Ich glaube nicht, dass sich einfach alle nur weg vom Ball bewegen und ich fürchte, das lässt sich auch nicht belegen. Selbst wenn, müsstest du noch stimmig darlegen, dass es genau deshalb zu Problemen kommt.


Kein Problem:

Tottenham

Svenssons Platzverweis ist kein purer Zufall. Wir unterstützen die Schienen kaum, rücken dafür einfach nicht mit genug Mann nach. Die Kette hinten ist fix, soll die Restverteidigung stellen. Aber auch die 6er sind nicht besonders weiträumig angelegt unter Kovac, halten ihre Position mehr, als dass die 3er Kette es ihnen ermöglicht aggressiv nachzugehen oder gar die Tiefe zu suchen. Vorne sind alle 3 potenziellen Anspielstationen einfach zu, mit mehrfachen Deckungsschatten und Begleitung. Einzig Brandt ist offen, aber schon im Abseits, weil er den Ball in die Tiefe nicht bekam, was gestern auch schon unsere einzige Idee war, die Tottenham nicht komplett rausnehmen konnte. Dazu bringt Svensson, wie auch Ryerson, individuell das Problem mit, dass er selten den Raum an der Linie effektiv nutzt, somit sich hier selbst in eine Drucksituation bringt durch seine Positionierung. Wir haben hier keine Breite im Spiel, keine einfache Anspielstation außen, die Tottenhams Zentrum entzerrt. Dadurch kann Tottenham es problemlos eng machen, während der BVB von nirgendwoher Unterstützung bieten kann. Es gibt keine Läufe zum Mann, keine Läufe in anspielbare Freiräume, nichts dergleichen. Es ist daher zwangsläufig, dass Svensson abdrehen muss, wobei Tottenham so aktiv war in der ersten Halbzeit, dass sie im Rücken auch schon einen Mann hatten. Dadurch ist selbst der einfache Ball zurück in die Kette unmöglich.

Um die vollständige Isolation nochmal deutlicher zu machen: https://www.screenshare.de/qp3n-i7f8-mdkx/#key=9yhp-xvv3-5gai-83n8-i2g3-camx-1gcw-wmbz

Pauli I

Gegen Pauli am Wochenende gab es eine andere Szene, die auch nicht untypisch für uns ist. Wir sammeln den langen Ball von Pauli problemlos ein, spielen auf Nmecha ins Mittelfeld. Soweit kein Problem. Im ersten Moment ist der einzig anspielbare Spieler für die Spielfortsetzung dann aber initial nur Brandt, der aber schnellen Pressingdruck fürchten muss und daher den Ball wohl auch nicht bekommt, zumal ihm im Anschluss dann eben auch die Anspielstationen fehlen würden, weil es keine aktive Bewegung zum Ball gibt. Adeyemi versucht sich in den Halbraum abzusetzen, um dort die Tiefe zu bedrohen. Wer soll ihn dort aber anspielen? Brandt müsste mit Gegner im Rücken aufdrehen. Silva ist ballfern raus für den Ball. Svensson ist nicht aufgerückt, wäre vielleicht aber der Einzige, der Adeyemi nach schneller Ablage von Brandt tief schicken könnte. Bellingham macht einen vollkommen sinnfreien Lauf in Nmechas Rücken, weil für den Ball zur Ballsicherung in diese Richtung bereits Schlotterbeck verfügbar ist. Was fehlt, sind progressive Anspielstationen. Nmecha schickt Brandt dann nicht in die Pressingfalle, womit er allerdings sich selbst genau dorthin manövriert, weil er die eine Option, die er überhaupt hat, nicht nutzt. Nicht komplett zu Unrecht, sondern begründbar. Es müssen hier grundsätzlich mehr Spieler etwas anbieten als nur Brandt. Darauf muss sich nicht nur Nmecha verlassen können.

Auch hier nochmal die Verdeutlichtung der Isolation: https://www.screenshare.de/pbrm-s7kn-7mw7/#key=ce2k-z5rp-za7r-nx87-zfqf-dep2-1zf4-gh2v

Pauli II

Wir pressen ganz gut in dieser Situation, sind in der Kette auch so eng am Mann, dass wir hier den langen Flachpass erobern können. Der Ball geht dann ebenfalls gut direkt auf Silva, der dann aber nicht das Tempo hat, um direkt tief zu gehen. Hilfe kann er aber auch nicht erwarten. Dafür sorgen die Laufwege. Adeyemi wäre der Einzige gewesen, der außen schnell hätte unterstützen können, im markierten Raum. Er macht aber den Laufweg zur Mitte, obwohl Brandt dort bereits ist und Nmecha ebenfalls nachrückt. Beide sind dabei vor ihrem Mann, wodurch Adeyemi sogar noch einen Gegenspieler in den Raum reinzieht, während Ryerson keine Chance hat außen zu helfen, auf Grund der Ausgangsposition, selbst wenn er schneller schalten und aggressiver antreten würde. Silva muss also abdrehen, weil er klar in eine Unterzahlsituation isoliert wurde. Er hat dann mit links nur Adeyemi als einfache Anspielstation, zu dem der Ball auch geht. Der Gegenspieler von Adeyemi stand aber schon so, dass der Ball nicht in Adeyemis Lauf gehen konnte, wodurch Tempo aus der Situation genommen werden kann und Pauli genug Zeit bekommt, um wieder Nmechas und Brandts Gegenspieler vor den Mann zu bringen. Pauli somit wieder kompakt hinter dem Ball.

Nmecha kommt dann trotzdem an den Ball und hat um sich herum erst mal keine Optionen. Svensson hat keine Chance eine Option für einen Pass in die Tiefe von außen anzubieten. Dafür kommt er zu spät und sein Gegenspieler könnte das wohl gut aufnehmen, falls nicht sogar den Pass abfangen. Brandt und Adeyemi sind komplett zu in der Mitte und Silva steht außen im Abseits und bewegt sich wieder in die Mitte. Nmecha ist daher im ersten Moment wieder isoliert und muss aufdrehen. Er entscheidet sich wieder für die rechte Seite, bekommt diesmal aber nicht sofort Druck, wodurch er Bellingham als passive Option und Ryerson in halbwegs breiter Position als Anspielstationen bekommt. Für mich steht Ryerson hier bereits zu weit innen, aber er bekommt trotzdem eine Flanke hin, die letztendlich sogar recht gezielt auf Svensson geht, aber zu dicht auf das Tor gespielt ist, während es im angespielten Raum ziemlich eng ist. Vasilj macht dann zwar am Ende den Ball scharf und Brandt bekommt einen guten Abschluss aus dem Rückraum hin, aber es ging ja darum zu zeigen, dass wir rund um den Ball wenig bis gar nicht unterstützen. Das ist in dieser Szene mehrfach aufzeigbar.

Pauli III

Bellingham schiebt breit, effektiv in die Position eines RV in einer 4er Kette. Beide Schienen sind weit aufgerückt, damit quasi OA. Soweit kein Problem, auch wenn mir daran einiges an den resultierenden Besetzungen grundsätzlich nicht gefällt. Als Bellingham dann an den Ball kommt, passiert Folgendes: einzig Ryerson bewegt sich zum Ball. Der Rest bewegt sich in unterschiedlicher Intensität vertikal. Dadurch bleiben Bellingham aber mehrere Optionen, wobei er sich für den Tiefenball auf Silva entscheidet, der sehr komplex zu verarbeiten ist. Zum Tor mitnehmen ist nicht, weil er dafür schon zu weit draußen ist und der Gegenspieler das auch zumacht. Von außen kommt auch schon die Hilfe durch Brandts Gegenspieler. Im Grunde bleibt Silva daher nur die eine Option, die er umsetzt. Ansonsten würde er isoliert werden, wie auch alle anderen, die von Bellingham hätten angespielt werden können. Ryerson hätte für ein Anspiel auf Brandt oder Silva schließlich mit Gegner im Rücken aufdrehen müssen und der Rückpass auf Bellingham wäre zu gewesen, wodurch maximal wohl Adeyemi übrig geblieben wäre, in suboptimaler Position. Der direkte Tiefenball auf Brandt wäre ebenfalls wohl eine Isolation, weil Ryerson Bellingham entgegenkam und somit nicht mal eben wieder Brandt unterstützen hätte können, der noch weniger Chance gehabt hätte zur Mitte zu kommen, wie letztendlich Silva, weil noch weiter außen und ungünstiger Bewegungsrichtung. Es sind daher trotzdem keine guten Optionen für Bellingham, weil alles in der Isolation zu Enden droht, was nur nicht passiert, weil hier mehrfach individuell verdammt viel richtig gemacht wird, obwohl die kollektive Ausgangslage hier kaum hilft.

Pauli IV

Glasklare Isolation von Adeyemi außen. Wir versuchen 4 Mann in die Box zu bekommen sowie 2 Mann in den Rückraum. Es gibt keine Bewegung zum ballführenden Spieler, nur weg davon, zum Tor. Adeyemi muss also flanken oder ins Dribbling. Da der Strafraum aber noch nicht besetzt ist, als Adeyemi an den Ball kommt, bekommt Adeyemis Mann genug Zeit ihn zu stellen, wodurch die Flanke ausscheidet und es auf das Dribbling hinausläuft. So, wie Pauli das Dribbling an der Strafraumkante für den eigenen Abschluss zumacht, weil Bellingham das auch von seiner Positionierung her nicht erschwert, bleibt sogar ganz konkret nur das Dribbling zur Grundlinie. Die einzig verbliebene Passoption ist am Ende daher Can, mit dem das Ganze im Neuaufbau enden würde. Daraus entsteht am Ende Brandts Tor, stark gemacht, aber keine Selbstverständlichkeit, angesichts dessen, wie selten Adeyemi grundsätzlich zur Grundlinie geht und angesichts dessen, dass es dafür eigentlich auch gute Gründe gibt. Die Isolation hat daher in dieser Situation funktioniert, aber gemessen daran, dass es wohl deutlich häufiger nicht funktionieren wird, ist es schon erstaunlich, wie sehr man diese Isolationen forciert und letzten Endes sogar davon lebt. Denn die Grundsituation für diese Isolationen ist keine großartig andere, wenn man Ryerson außen für eine Flanke an den Ball bringt, obwohl der noch seltener ins Dribbling zur Grundlinie gehen wird.

Werder

Diese Szene gegen Werder möchte ich ebenfalls noch mit reinnehmen, da sie einerseits gut aufzeigen kann, wie problematisch es für unsere Schienen oft ist offensiv in Positionen zu kommen und andererseits die Frage aufwirft, ob man nicht ganz gezielt auf solche Kombinationen verzichtet, wie hier von Chukwuemeka und Silva. Letzteres muss jeder für sich selbst beantworten, aber in der Form ist das mit den Spielern, die in dieser Saison auf den jeweiligen Positionen die meisten Minuten bekommen haben, nicht möglich. Dafür ist individuell zu viel verlangt, was maximal Brandt so noch mitbringt. Entscheidender ist für mich allerdings, wie langsam hier die Schienen und ZM aufrücken, um mitzumachen. Es gibt keinen guten Grund, warum alle Positionen so absichernd agieren müssen, dass man den Angriff effektiv nur mit 3 Mann fahren kann, wovon einer aber gar nicht großartig mitmachen kann, sondern nur zusehen, dass er in eine gute Abschlussposition kommt. Dabei kann man vor allem den Schienen nicht vorwerfen, dass sie zu wenig laufen, aber offensichtlich haben sie oft genug keine Reserven mehr für den Run nach vorne, so wie es verlangt wäre, gerade weil sie eben Schienen und keine AV sind. Dadurch und auch durch die individuelle Besetzung haben wir nie genug Breite im Spiel, sondern stehen meistens zu tief oder zu eng. Somit schaffen es meist nur die Verlagerungen die Schienen wirklich freizuspielen, damit es nicht in der Isolation endet oder sogar schon zuvor, bevor die Schienen überhaupt in Position sind.

Das Spiel kann man auch immer so weitermachen. Man kann hier noch zig andere Spiele dieser Saison rausziehen und wird immer wieder Situationen finden, in denen die Isolation offensichtlich ist. Zwangsläufig funktioniert das auch bislang immer wieder. Offensichtlich, angesichts dessen, dass es genug Situationen in die Highlights schaffen. Grundsätzlich ist es schließlich auch sinnvoll, dass man den Strafraum flutet und die hohe Anzahl an Spielern für die Absicherung und Restverteidigung ist ebenfalls kein Zufall. Das Problem ist nur, dass es sich widerspricht und daher kaum noch Spieler rund um den Ball übrig lässt, die unterstützen könnten, selbst wenn sie wollten. Wir schaffen daher permanente Do or Die Situationen. Entweder die Isolation wird schnell individuell aufgelöst, bevor richtig Druck aufgebaut wird - ob billig mit einer schnellen Flanke oder einem langen Ball in die Tiefe oder anspruchsvoller mit Dribblings - oder die Isolation führt zum Ballverlust, wofür dann die Absicherung greifen muss, was einfacher ist, wenn man den Ball hoch verliert. Dabei sind wir für diese Isolationen alles andere als gut aufgestellt, angsichts des Mangels an Kreativität. Es ist daher keine Selbstverständlichkeit, wie erfolgreich wir damit bislang wegkommen. Denn darin erklärt sich zu einem großen Teil auch, warum wir nicht besonders viele Chancen herausspielen können, sondern uns mehr durch die Besetzung der Box auf qualitativ hochwertige Chancen konzentrieren.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 21.01.2026 um 10:31 Uhr bearbeitet
BVB - Taktik-Thread |#6003
21.01.2026 - 10:53 Uhr
Mir sind die Ursachen für die nahezu desaströse Anfangsphase gegen Tottenham noch nicht ganz klar.
Normalerweise würde man erwarten, dass Kovac in so einem Spiel eine gewisse defensive Stabilität reinbringt. Warum war das überhaupt nicht der Fall?

Hier wurde schon angesprochen, dass wir in der Champions League längst nicht so stabil sind wie in der Liga. So kassierten wir bisher 15 Gegentore in 7 Champions League Spielen, während es in der Liga 17 Gegentore in 18 Spielen sind.
Die hier genannte Begründung, dass die Gegner in der Champions League mehr mitspielen und oft auch Qualität besitzen, scheint mir plausibel.
Dennoch war das gegen Tottenham sehr instabil.

Mein Eindruck war, dass wir unsere Absicherung hauptsächlich im Strafraum hatten. Mit der Dreierkette sind wir dort gut besetzt. So waren wir im Strafraum immer im Überzahl, meine ich.
Allerdings bedeutet eine gute Strafraumbesetzung auch, dass man in anderen Räumen weniger Absicherung hat. Besonders auf den Außen hatten wir dann keine Überzahl mehr, nach meinem Eindruck. Dort drückte Tottenham ordentlich auf das Tempo und unsere Außen offenbarten große Probleme in den defensiven Zweikämpfen und im Stellungsspiel, so dass Tottenham andauernd durchbrach. Das ist dann auch trotz guter Strafraumbesetzung nicht jedes mal souverän zu verteidigen.
Unseren Außen zeigten zwar große Defensivschwächen, aber sie hatten es auch schwer. Tottenham konnte dort mit recht viel Raum anrennen. Das sollte man dann zwar besser verteidigen, aber sattelfest würde das auch nicht mit defensiv besseren Leuten wie Ryerson.
Aus meiner Sicht müssen die Räume enger gehalten werden, um defensiv gut stehen zu können. Das haben wir aus zweierlei Gründen nicht geschafft.
Wir haben uns einerseits nicht einfach hinten reingestellt, um die Räume eng zu halten. Das sollten wir auch nicht tun, aus meiner Sicht. Aber in dem Fall hätte es Tottenham dann deutlich schwerer gemacht.
Andererseits haben wir oft die Bälle schnell verloren. Tottenham machte Druck und gewann die Bälle, entweder direkt oder durch unsere vielen Fehlpässe in diesen Situationen. In der Folge stehen wir dann eben nicht kompakt und mussten außen viel Raum verteidigen. Vielleicht hätte Kovac hier auch die Außen der Dreierkette konsequent zu den Schienenspielern schieben lassen sollen, damit Tottenham nicht durchbrechen kann. Dann wäre unsere Strafraumbesetzung zwar schwächer gewesen, aber es wären dort wahrscheinlich auch viel weniger gefährliche Hereingaben gelandet.

Das ist für mich ein Punkt, den man in Kovacs Ansatz hinterfragen muss. Die Absicherung ganz hinten, bedeutet eben, dass man woanders weniger Leute hat, die ins Pressing gehen. Ein guter Gegner mag sich daher bis zu unserem Strafraum recht leicht nach vorne durchspielen. Dann nützt auch eine gute Strafraumbesetzung nicht mehr so viel.

Das andere Problem ist eben der Ballbesitz. Wir können kaum für Entlastung sorgen, die Bälle sind schnell weg. Die Spieler wurden dann auch noch sehr unsicher und spielten einfache Fehlpässe. Ich denke, hier fehlt eben komplett der Ansatz, wie wir unter Druck den Ball behaupten. Kovacs Ansatz ist eben Risiken zu vermeiden und unter Druck schnell den Ball unkontrolliert nach vorn zu spielen, wo Ballverluste weniger wehtun. So kommt der Gegner aber andauernd an den Ball, wenn er uns im Ballbesitz unter Druck setzt. Auch werden unsere Spieler wahrscheinlich nur wenig trainieren, wie man unter Druck die Bälle behauptet. Schließlich sollen sie ja schnell nach vorne spielen. Deswegen wird das Kovac wohl auch so trainieren. Das erklärt dann auch die Unsicherheit unter Druck, wenn das nicht intensiv trainiert wird.
Wir hatten dann auch oft nicht die Möglichkeit, den Ball klar nach vorne zu spielen. Wenn man beispielsweise dem Ball beim Entgegenkommen erhält, muss man erst aufdrehen, um einen klaren Ball nach vorne spielen zu können. In solchen Situationen griffen wir dann beispielsweise auf Querpässe zurück, die oft sehr schwach gespielt wurden, weil Tottenham eben Druck machte.

Ich weiß nicht, ob ich das richtig erfasse. Aus meiner Sicht kamen da ein paar Dinge zusammen, so dass es letztendlich ein Klassenunterschied war (vor der roten Karte). Tottenham machte sehr viel Druck und hat auch mehr Qualität als die meisten unserer Gegner. Kovac wählte seinen üblichen Ansatz. Hier zeigte sich, dass wir keine Kontrolle im Ballbesitz reinbekommen können, die Spieler viele Fehler unter Druck machen und schnell verunsichert waren. Defensiv ist dann Kovacs Ansatz auch nicht mehr gut. Der Gegner bekommt Räume, da wir im Ballbesitz keine Kontrolle und Zeit haben, um uns zu ordnen. Fehlender Druck auf den Ball wir zudem dadurch begünstigt, dass wir die Absicherung ganz hinten haben und wir somit davor weniger Leute haben, um Druck zu machen. Zudem hatten wir gegen den Ball dann auf manchen Positionen auch einfach nicht die Qualität.


In Kovacs Konzept hätte ich als taktische Möglichkeit eigentlich nur gesehen, dass wir insgesamt hätten tiefer verteidigen sollen, um so defensiv kompakt zu stehen. Aber berechtigterweise wollten wir gegen ein in der Krise stehendes Tottenham nicht wie ein Außenseiter-Team agieren. Aber dabei wurden uns unsere Limits klar aufgezeigt.
Da Kovac nun wohl kein Ballbesitzkonzept entwickeln wird, das gegen so einen Gegner Kontrolle im Ballbesitz erzeugt, blieben wohl nur ein noch defensiverer Ansatz oder vielleicht auch ein mutigeres Pressing, in dem man hinten weniger absichert und dafür weiter vorne besser pressen kann. Letzteres könnte aber auch komplett schief gehen.
Im Ballbesitz hätte ich in Kovacs Konzept eben auch nur gesehen, dass wir noch mehr die langen Bälle suchen, um diese vielen Fehlpässe in etwas gefährlicheren Räumen zu vermeiden. Wenn wir tiefer gestanden hätten, hätten wir vielleicht auch öfters diese langen Bälle hinter Tottenhams Abwehr spielen können.

Also, die Weiterentwicklungsmöglichkeiten in Kovacs Spielansatz sehe ich begrenzt, um solche Spiele erfolgreich zu bestreiten. Aus meiner Sicht bliebe eigentlich nur die typische Taktik, die Außenseiter gegen favorisierte Teams wählen. Gegen Tottenham im Krisenmodus, müsste das aber nicht sein, denke ich.
BVB - Taktik-Thread |#6004
21.01.2026 - 14:09 Uhr
Vielleicht wurde es schon angesprochen (kann au zeitgründe gerade nicht die letzten Posts genauer durchlesen)

Nur eine kurze Nachfrage: In der verbesserten zweiten Hälfte haben wir doch gestern recht eindeutig in einer 4-er Kette gespielt oder täusche ich mich da?

Wundert mich nur weil kovac auf der pk von einer 3-er Kette gesprochen hat.
BVB - Taktik-Thread |#6005
21.01.2026 - 14:20 Uhr
Zitat von BVBFK

Vielleicht wurde es schon angesprochen (kann au zeitgründe gerade nicht die letzten Posts genauer durchlesen)

Nur eine kurze Nachfrage: In der verbesserten zweiten Hälfte haben wir doch gestern recht eindeutig in einer 4-er Kette gespielt oder täusche ich mich da?

Wundert mich nur weil kovac auf der pk von einer 3-er Kette gesprochen hat.


sind eher im 531 aus der halbzeit gekommen

Couto Anton Schlotterbeck Bensebaini Ryerson
Bellingham Can Nmecha
Adeyemi

später dann Silva für Adeyemi
Beier für Couto
Chuk für Nmecha


Hatte mir aber eigentlich schon in HZ die Umstellung auf 441 gewünscht, als Ryerson bereitstand hatte ich mir den Wechsel für Brandt gewünscht oder spätestens in der Halbzeit.

Ryerson Anton Schlotterbeck Bensebaini
Couto Bellingham Nmecha Adeyemi
Guirassy

Hätte dann nachgelegt mit

Silva für Guirassy
Beier für Couto
und Can/Chuk für Bellingham

Somit hätten wir zumindest die starken Außen doppeln können und gleichzeitig das Zentrum dichthalten.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Ibipy am 21.01.2026 um 14:22 Uhr bearbeitet
BVB - Taktik-Thread |#6006
21.01.2026 - 14:45 Uhr
Zitat von Ibipy
Zitat von BVBFK

Vielleicht wurde es schon angesprochen (kann au zeitgründe gerade nicht die letzten Posts genauer durchlesen)

Nur eine kurze Nachfrage: In der verbesserten zweiten Hälfte haben wir doch gestern recht eindeutig in einer 4-er Kette gespielt oder täusche ich mich da?

Wundert mich nur weil kovac auf der pk von einer 3-er Kette gesprochen hat.


sind eher im 531 aus der halbzeit gekommen

Couto Anton Schlotterbeck Bensebaini Ryerson
Bellingham Can Nmecha
Adeyemi

später dann Silva für Adeyemi
Beier für Couto
Chuk für Nmecha


Hatte mir aber eigentlich schon in HZ die Umstellung auf 441 gewünscht, als Ryerson bereitstand hatte ich mir den Wechsel für Brandt gewünscht oder spätestens in der Halbzeit.

Ryerson Anton Schlotterbeck Bensebaini
Couto Bellingham Nmecha Adeyemi
Guirassy

Hätte dann nachgelegt mit

Silva für Guirassy
Beier für Couto
und Can/Chuk für Bellingham

Somit hätten wir zumindest die starken Außen doppeln können und gleichzeitig das Zentrum dichthalten.

Ach so habe ich das irgendwie nicht gesehen. Ryerson stand schon sehr wie ein Flügel fande ich und Beier nach Auswechselung von Couto auch. Im Spielaufbau war’s auch etwas anders wie noch die Spiele davor…
BVB - Taktik-Thread |#6007
29.01.2026 - 06:38 Uhr
Gestern beim Spiel gegen Mailand ist in meinen Augen wieder auffällig geworden, wie sehr eine vernünftige Verbindung zur Offensivreihe fehlt. Silva ist der einzige, der in der Lage ist vernünftige Pässe in den Strafraum zu spielen, auch wenn man sieht, dass dies nicht seine hauptsächliche Profession ist. Hinzu kommt, dass weder Guirassy, noch Adeyemi aktuell in der Lage sind, einen Pass zu verarbeiten, wenn denn mal einer kommt.
Die Stürmer müssen sich in der Regel jedoch selber ihren Ball am Mittelfeld abholen und in den Strafraum tragen. Das fuktioniert nur im Regelfall nicht. Weder Beier, noch Adeyemi, noch Guirassy kommen damit durch.
Nur was kann man mit diesen Spielern taktisch da machen? Silva als hängende Spitze oder OM versuchen?
Ist das dann wirklich taktische Vorgabe des Trainers, der betriebsblind ein dysfunktionales System durchzieht oder gibt der Kader tatsächlich nicht mehr her? Da habe ich von Taktik zu wenig Ahnung, um das einzuschätzen.
BVB - Taktik-Thread |#6008
29.01.2026 - 10:55 Uhr
Zitat von djhaax
Gestern beim Spiel gegen Mailand ist in meinen Augen wieder auffällig geworden, wie sehr eine vernünftige Verbindung zur Offensivreihe fehlt. Silva ist der einzige, der in der Lage ist vernünftige Pässe in den Strafraum zu spielen, auch wenn man sieht, dass dies nicht seine hauptsächliche Profession ist. Hinzu kommt, dass weder Guirassy, noch Adeyemi aktuell in der Lage sind, einen Pass zu verarbeiten, wenn denn mal einer kommt.
Die Stürmer müssen sich in der Regel jedoch selber ihren Ball am Mittelfeld abholen und in den Strafraum tragen. Das fuktioniert nur im Regelfall nicht. Weder Beier, noch Adeyemi, noch Guirassy kommen damit durch.
Nur was kann man mit diesen Spielern taktisch da machen? Silva als hängende Spitze oder OM versuchen?
Ist das dann wirklich taktische Vorgabe des Trainers, der betriebsblind ein dysfunktionales System durchzieht oder gibt der Kader tatsächlich nicht mehr her? Da habe ich von Taktik zu wenig Ahnung, um das einzuschätzen.


Das Missverständnis beginnt ja schon damit, dass jetzt die Offensivreihe für die Spielverbindung zuständig sein soll. Das darf eben gar nicht der Fall sein, sondern das ist Aufgabe des Mittelfelds. Das hat aber keine Chance in permanenter Unterzahl und so eng und flach gestaffelt, wie es aktuell der Fall ist. Hier ist es kaum möglich miteinander zu spielen, ohne eine gute Freilaufbewegung und Aufdrehbewegung. Die Spieler, die in einem oder beiden Bereichen nicht gut sind, verstecken sich dann sogar komplett, spielen aber trotzdem oft genug, während so mancher Spieler, der darin gut wäre, offensiver spielen muss, weil defensive Überlegungen auch hier alles überlagern. Wir haben daher taktisch ausgelöst kein Mittelfeld, das der Aufgabe der Spielverbindung nachkommen soll und kann.

Somit muss es irgendwer anders versuchen und das sind dann konsequenterweise die Offensiven, weil die Schienen meist auch einen so tiefen Schwerpunkt und nicht die Qualitäten in der Spielverbindung haben, um dem Nachzukommen. Wobei die Offensive es auch nicht kann, woran sich meines Erachtens auch nichts ändert, wenn man sie spielstärker besetzt. Wenn man die Offensive schließlich komplett in die Spielverbindung zwingen muss, um darin überhaupt spielstark genug zu sein, zu wem sollen sie dann überhaupt noch das Spiel verbinden? Es gibt dann kaum noch Spieler davor, die man einsetzen könnte. Vielleicht schickt man dann einen Sprinter - die dann auch erst mal gespielt werden müssten, weil in der Regel Guirassy dann schon den Platz dafür besetzt - ein paar Mal auf die Reise, um 1gg2 oder noch schlechterer Ausgangsposition etwas aufzulösen oder man versucht sich mit 2-3 Mann durchzuspielen bis in den Strafraum, aber das ist in der Regel auch gut zu verteidigen, weil man in Unterzahl bleibt, so wie wir nachrücken.

Letztendlich kann man daher sehr klar sagen, dass Kovac die Spielverbindung ziemlich egal ist. Dass wir jetzt in 2 Spielen hintereinander mal wieder - Kovac ist leider nicht der Erste mit der "grandiosen Idee" - 3 Abschlussspieler nebeneinander gesehen haben, die völlig aufgeschmissen sind, was Spielverbindung und kreative Impulse betrifft, kommt nicht besonders überraschend, sondern ist eher Konsequenz des eh schon gewählten taktischen Ansatzes, der schon in der Defensive immer extremer und restriktiver wurde, nun aber auch in der Offensive so wird. Denn Kovac geht es vorne im Wesentlichen um eine gute Strafraumbesetzung. Die Theorie dahinter ist simpel: je mehr Mann ich im Strafraum unterbringe, desto mehr potenzielle Chancen ergeben sich und desto weniger spielt es eine Rolle, ob die Bälle präzise gespielt werden. Irgendwer wird immer irgendwie zum Ball gehen und daher dann auch zu einer Chance kommen können. Da wir gute Abschlussspieler haben, sind das dann sogar gute Chancen, selbst wenn sie nicht gut herausgespielt werden und vor allem eher selten.

Was man dagegen machen kann? Mit diesem Kader leider nicht mehr viel! Uns fehlt der Kreative in der Offensive zu sehr, um ein rundes Ballbesitzsystem hinzubekommen. Dazu hebeln unsere defensiven Anforderungen auf der Schiene die Umstellung auf 5-3-2 aus, um wenigstens das Mittelfeld sinnvoller zu besetzen und vorne konstant den Sprinter in zentrale Räume zu bekommen. Obwohl wir die ganze Saison schon Spieler auf OA spielen, die im Zentrum oder MS besser wären, ist diese Umstellung jedenfalls für Kovac nicht möglich, weil die Schienen vor allem im tiefen Block zu sehr die AIV absichern müssen und daher oft genug ihre Gegenspieler nicht direkt aufnehmen können, wodurch die OA ihnen helfen müssen, indem sie entweder die Schienen aufnehmen oder eben die AV, was bei eigener 3er Kette nicht unbedingt sinnvoll ist, weil man mit ihr die gegnerische Offensivereihe 1gg1 verteidigen können sollte, will man einen ausbalancierten Schwerpunkt.

Hat man auch gestern gegen eine 3er Kette wieder sehr gut gesehen, obwohl oder gerade weil Inter nur 2 Stürmer hatte und einer der IV daher immer wieder den 3. ZM aufnehmen musste (situativ gab es auch andere Zuordnungen): sowohl Ryerson als auch Bensebaini waren oft deutlich zu tief, um ihre natürlichen Gegenspieler auf der Schiene aufnehmen zu können. Das ist keine Ausnahme, sondern taktisch so gewollt, damit die IV aus der Kette rausrücken können und Fehler im 1gg1, die personell bedingt leider nicht unwahrscheinlich sind, nicht so sehr ins Gewicht fallen, weil sie eben abgesichert sind. Wir verstecken daher mit den Schienen oft, dass wir in der IV insgesamt unsere Schwächen haben. Die 3er Kette ist daher nicht individuell bedingt stabil, sondern kollektiv bedingt, indem defensive Verantwortung in der IV abgegeben werden kann, obwohl man einen IV mehr hat als noch mit 4er Kette.

Solange hier nicht gegengesteuert werden kann, sehe ich nicht, wie Kovac die Absicherung der Kette reduzieren kann. Solange das nicht passiert, sind offensive Schienen nachteilhaft für das System und man kann diese defensiv nicht durchgehend aggressiv 1gg1 gegen die gegnerischen Schienen oder AV stellen. Solange man das nicht kann, kann man die Offensive nicht an ihren Idealpositionen ausrichten und vor allem den 3. Mann im Zentrum für die Spielverbindung hinzufügen. Zumindest aus Kovac Sicht und Gewichtung der Prioritäten, ist eine Systemumstellung daher nicht drin und ohne den Kreativen und ohne Breitengeber, ist mittlerweile sogar zu befürchten, dass Kovac dafür gute Gründe (geschaffen) hat, da er keine Chance hat ein rundes Ballbesitzsystem zu etablieren. Die Frage, ob er es taktisch prinzipiell könnte - was sich bezweifeln lässt -, spielt daher mittlerweile keine Rolle mehr: er will nicht und das hat bereits dafür gesorgt, dass es der Kader nicht mehr hergibt.
BVB - Taktik-Thread |#6009
29.01.2026 - 10:59 Uhr
Es fehlt eigentlich gar nicht so viel um im Sommer zurückzukehren zur Viererkette:

IV: Schlotterbeck, Anton, Can, Mane
AV: Ryerson, Prates, Svensson, Neuzugang

--> Man müsste eher IV abgeben statt verpflichten. Süle geht ersatzlos, Bensebaini wäre ebenfalls nach dem Prates Transfer weder auf LIV noch LV gefragt. Einzig ein Konkurrent zu Ryerson fehlt.

DM: Neuzugang
ZM: Nmecha, Chukwuemeka, Bellingham, Brandt, Sabitzer

--> verschiedene Anordnung möglich im 433 oder 4231. Einer aus Sabitzer/Brandt wäre sogar überflüssig. Was fehlt ist auf jeden Fall noch ein richtiger 6er.

LA/RA: 2-3 Neuzugänge
MS: Fabio Silva, Guirassy

Schwer hätten es meiner Meinung nach Adeyemi, Beier und Couto in das System integriert zu werden. Dazu bräuchte man bei Abgängen von Schlotterbeck, Nmecha oder Guirassy natürlich entsprechenden Ersatz.

Neben Prates würde ich mir folgende Transfers wünschen:

- RV: ähnliche Kategorie wie Prates
- DM: neuer Chef und Königstransfer
- RA: wieder zurück zum Typ Sancho, Dembele usw.
- LA: siehe RA
- ggf. MS Backup (oder weiterhin Guirassy ODER Beier)

mögliche Abgänge:

- Süle & Özcan (ablösefrei)
- Bensebaini
- Couto
- Sabitzer ODER Brandt
- Adeyemi
- Guirassy ODER Beier

VVL:

- Nmecha
- Schlotterbeck
- Can
- Brandt

Somit könnte man dennoch genug Platz halten um seine Talente zu integrieren:
- Kaba: DM
- Inacio: OM
- Lerma: LA
- Albert: LA
- Duranville: RA/LA

Im Falle von Duranville, Albert und Lerma hätte man sogar wieder ihre ideale Position geschaffen.
BVB - Taktik-Thread |#6010
29.01.2026 - 12:01 Uhr
Zitat von Ibipy
Es fehlt eigentlich gar nicht so viel um im Sommer zurückzukehren zur Viererkette:

IV: Schlotterbeck, Anton, Can, Mane
AV: Ryerson, Prates, Svensson, Neuzugang

--> Man müsste eher IV abgeben statt verpflichten. Süle geht ersatzlos, Bensebaini wäre ebenfalls nach dem Prates Transfer weder auf LIV noch LV gefragt. Einzig ein Konkurrent zu Ryerson fehlt.

DM: Neuzugang
ZM: Nmecha, Chukwuemeka, Bellingham, Brandt, Sabitzer

--> verschiedene Anordnung möglich im 433 oder 4231. Einer aus Sabitzer/Brandt wäre sogar überflüssig. Was fehlt ist auf jeden Fall noch ein richtiger 6er.

LA/RA: 2-3 Neuzugänge
MS: Fabio Silva, Guirassy

Schwer hätten es meiner Meinung nach Adeyemi, Beier und Couto in das System integriert zu werden. Dazu bräuchte man bei Abgängen von Schlotterbeck, Nmecha oder Guirassy natürlich entsprechenden Ersatz.

Neben Prates würde ich mir folgende Transfers wünschen:

- RV: ähnliche Kategorie wie Prates
- DM: neuer Chef und Königstransfer
- RA: wieder zurück zum Typ Sancho, Dembele usw.
- LA: siehe RA
- ggf. MS Backup (oder weiterhin Guirassy ODER Beier)

mögliche Abgänge:

- Süle & Özcan (ablösefrei)
- Bensebaini
- Couto
- Sabitzer ODER Brandt
- Adeyemi
- Guirassy ODER Beier

VVL:

- Nmecha
- Schlotterbeck
- Can
- Brandt

Somit könnte man dennoch genug Platz halten um seine Talente zu integrieren:
- Kaba: DM
- Inacio: OM
- Lerma: LA
- Albert: LA
- Duranville: RA/LA

Im Falle von Duranville, Albert und Lerma hätte man sogar wieder ihre ideale Position geschaffen.


Ich sehe den Bedarf auf OA nicht so groß, dafür in der Kette deutlich größer. Man kann dort definitiv einen der schnellen Abschlussspieler spielen. Erst recht, wenn man sich für Silva im MS entscheidet, kann man das sogar sehr gut und braucht sogar den Abschlussspieler dort. Dann gilt es allerdings sicherzustellen, dass auf der Seite der AV ein vernünftiger Breitengeber ist. Das würde also Svensson oder Ryerson aus der Startelf kegeln, weil sie das nicht sind.

Zumal die AV beide positionell eher langsam sind, wie die gesamte Kette. Das ist auch nicht so einfach mit einem top Abräumer aufzufangen, weil es in der letzten Linie trotzdem 1gg1 zu verteidigen gilt. Daher gilt es in meinen Augen auf 2 Positionen in der Kette schneller zu werden, sonst ist man defensiv nicht so gut aufgestellt, wie es individuell defensivqualitativ aussieht. Es bleibt der dynamische Angriffsvektor, den man aktuell vor allem über den Personalaufwand für die Defensive sowie den tiefen Schwerpunkt kompensiert, der ebenfalls durch den Personalaufwand bedingt ist. Ein Abräumer kann daher Druck vor der Kette rausnehmen, aber nicht genug hinter der Kette, wegen der dynamischen Anfälligkeiten.

Erst recht, wenn dann auch noch am Ball viel vom Abräumer verlangen würde, weil Bellingham und Nmecha offensiv nicht gerade kreativ nach vorne wirken würden und auch in Sachen Stratege vieles noch recht roh ist, während ich beide in der Spielverbindung eher unterstützend empfinde als konstant stark. Es gäbe also vielleicht sogar Bedarf auf der 8-10 eher auf Chuk oder gar einen echten 10er zu setzen, unabhängig davon, dass die Offensive den zweiten Abschlussspieler neben Silva bräuchte, wodurch man dort keine 2 Kreativen positionieren sollte. Somit müsste man die Kette auch so planen, dass Bellingham oder Nmecha statt des neuen 6ers spielbar sind, damit es Sinn macht.
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