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Der Krisen-Thread

26.02.2012 - 18:51 Uhr
Der Krisen-Thread |#31
02.03.2012 - 19:19 Uhr
Zitat von Ringo:
Bei uns jedoch ist das nicht das Problem, wir haben daher die Möglichkeit das Konzept passend zum Verein, der Stadt Wolfsburg, dem Umfeld und auch passend zur Marketingstrategie von VW zu erstellen. Das sind traumhafte Voraussetzungen!!!


Die Voraussetzungen sind in der Tat traumhaft für jeden einigermaßen motivierten wie engagierten Fußball-Lehrer wie auch Manager. Denn bei aller Kritik an VW, eines muss man den Konzernvertretern lassen: Sie streben nicht danach, jede Woche ihre Sicht der Dinge öffentlich kundzutun. Da ist ein Hopp z.B. schon ganz anders gestrickt…

Im Grunde hat bisher jeder sportlich Verantwortliche ruhig arbeiten können in WOB, kein Vergleich etwa zu Köln! Schau dir die Lokalzeitungen an bei uns – die Loyalität gegenüber dem Trainer fängt erst jetzt langsam an zu bröckeln. Während sie bisher jeden auch noch so bescheuerten Schritt goutiert und im Sinne des Trainers ausgelegt haben…

Zitat von Ringo:
Der entscheidende Punkt ist eben aus meiner Sicht, dass man jemanden findet, der als Repräsentant des Vereins, der Stadt und auch VW denkt und handelt.


Repräsentant der Stadt ist relativ. Es gibt Leute wie Jürgen Klopp, die tauchen mit jeder Faser ihres Körpers in ihre Umgebung ein, Felix Magath ist das genaue Gegenteil. Der möchte im Optimalfall nicht behelligt werden von seiner Umgebung und geht null Bindung mit ihr ein. Der Rest liegt irgendwo dazwischen…

Zitat von Ringo:
Bei den Bayern klappt das deshalb so gut, weil es ein paar Leute gibt, die fachlich über jeden Zweifel erhaben sind, die Bayern durch und durch sind, quasi Bayern verkörpern und die niemals persönliche Interessen über Vereinsinteressen stellen würden und dies auch aufgrund ihrer finanziell abgesicherten persönlichen Situation nicht müssen. Das ist sicher einzigartig, aber es zeigt, dass es geht.


Das ist die Theorie. In der Praxis gab es da einige Entscheidungen in den letzten Jahren, die den Eindruck nähren, dass man an der Säbener zunehmend kopflos agiert.

Zitat von Ringo:
Ist man besonders clever, kann man Teile des Vereins-Konzept durchaus den Fans nahe bringen, das schafft Akzeptanz und auch mittelfristig Ruhe.


Da sehe ich das geringste Problem, gerade weil die Akzeptanz des VfL (und damit seiner Fans) bundesweit steigen würde. Wer als Wolfsburger von der CL faselt, der tut das nicht zuletzt deshalb, weil ihm diese Einstellung von unseren Granden 1:1 vorgelebt wird – Erfolg so schnell wie möglich, koste es, was es wolle, befeuert durch das Gebaren des Handauflegers.

Problem: García Sanz & Co. haben ERFOLG in Wolfsburg nur in der Art und Weise kennengelernt, wie er von Magath in den Verein gepflanzt wurde. Und solange diese Herren nicht umdenken...

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VfL WOLFSBURG - MÁME DOST!

"Aber er hat ja gar nichts an!" rief zuletzt das ganze Volk.

Heute schraub ich, morgen bau ich, übermorgen hol' ich den Bembelköppen ihren Jung. Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Radkappstilzchen heiß!
Der Krisen-Thread |#32
02.03.2012 - 20:33 Uhr
Stimme genrell zu. Man darf jetzt nicht reflexartig irgendjemand verpflichten. Aber das Thema Identifikation würde ich nicht so eng sehen. Identifikation kann auch mit der Zeit entstehen, wenn sich jemand wohl fühlt. Beispielsweise kommt ein Thoelke aus Wahrenholz, ist aber Fan des BVB (womit ich ihm aber nicht absprechen will, dass er sich mit dem VfL indetifiziert). Ein Makoto Hasebe kommt aus Japan und sagt von sich aus, dass er in Deutschland für keinen andere Verein als Wolfsburg spielen würde. Auch ein Klopp identifiziert sich wie schon erwähnt mit Dortmund, obwohl er noch nicht so lange dort ist. Aber Identifikation ist in meinen Augen eher eine Sache der Chemie und des Wohlfühlens als des lange irgendwo Wohnens. Ich habe den größten Teil meines Lebens in der Nähe von Wolfsburg gewohnt, außer dem VfL gibt es allerdings nicht sonderlich viel mit dem ich mich in der Region noch identifiziere.

Außerdem haben wir aufgrund unser noch eher jungen professionellen Geschichte einfach wenige Leute, die schon länger beim Verein sind , denen man so eine Aufgabe zutrauen würde. Präger ist eine Identifikationsfigur aber ein intellektuelles Leichgewicht. Thiam kann ich schlecht einschätzen, allerdings dürfte ihm z.B. die Strahlkraft fehlen. Außerdem wohnt er auch seit Ewigkeiten in Berlin, oder?

Es muss natürlich jemand sein, der sich vorstellen kann hier langfristig zu arbeiten und er sollte auch bereit sein in die Region umzuziehen und nicht seine Familie bspw. in München lassen. Ich denke, wenn ein Sportdirektor seine Sache gut macht, gibt es außer den Bayern keinen Verein in Deutschland, bei dem er langfristig ähnliche Möglichkeiten wie beim VfL geboten bekommen würde, insofern denke ich, dass das Abwerbepotential durch andere Vereine eher gering ist, solange sich die verantwortlichen Personen grün sind und der Erfolg da ist. Ein renomierter Verein aus dem Auslanf kann natürlich immer mal anklopfen, aber dagegen kann man natürlich auch nicht immer etwas tun. Wenn ein Kandidat aber von vornherein sagt, dass er nur einen begrenzten Zeitraum bleiben will sollte man dies ablehnen. Aber wer ist denn hier außer Magath in den letzten Jahren freiweillig gegangen?

Der Plan sollte sein einen Sportdirektor zu finden, der langfristig hier arbeiten möchte, Ahnung vom Fußballgeschäft hat, die intellektuelle Fähigkeit besitzt dem Verein einen philosophischen Überbau zu geben, sowie ein tragfähiges Konzept zu entwickeln, das auf Augenhöhe mit den VW-Bossen zu erbeitet wird. Außerdem sollte er auch eine gewisse Strahlkraft für potentielle Trainer, Manager und Spieler bieten um den Verein als Arbeitgeber attraktiv zu machen.

Dann sollten ein Manager und ein Trainer anhand dieses Konzepts ausgewählt werden. Diese beiden Personen sollten dann ungefähr gleichberechtigt sein, damit nicht wieder der Manager dem Trainer irgendwelche Spieler vorsetzt und der dann gucken soll was er damit hinbekommt. Diese Asymmetrie halte ich für den entscheidenden Grund des Scheiterns der Kombi Hoeneß/McClaren und daher halte ich den oberhalb von Manager und Trainer angesiedelten Sportdirektor für wichtig.
Der Krisen-Thread |#33
07.03.2012 - 23:59 Uhr
Nikosia haut Lyon raus! :o Vielleicht könnte man da ein funktionierendes Trainer-Manager-Duo abwerben. Ich bin ja momentan ein bisschen auf dem Risiko-Trip... :D
Der Krisen-Thread |#34
08.03.2012 - 09:21 Uhr
Zitat von pagadeux:
Nikosia haut Lyon raus! :o Vielleicht könnte man da ein funktionierendes Trainer-Manager-Duo abwerben. Ich bin ja momentan ein bisschen auf dem Risiko-Trip... :D


Von Lyon? Ne lass mal lieber ;) Die sollen schön weiter ihre Arbeit machen. Läuft ja nicht wirklich für Lyon in dieser Saison.

Ich hatte da so eine Vorahnung...

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Der Krisen-Thread |#35
08.03.2012 - 10:42 Uhr
Zitat von Kaestorfer:
Zitat von pagadeux:
Nikosia haut Lyon raus! :o Vielleicht könnte man da ein funktionierendes Trainer-Manager-Duo abwerben. Ich bin ja momentan ein bisschen auf dem Risiko-Trip... :D


Von Lyon? Ne lass mal lieber ;) Die sollen schön weiter ihre Arbeit machen. Läuft ja nicht wirklich für Lyon in dieser Saison.

Ich hatte da so eine Vorahnung...


nein. von nikosia. lyon ist nicht die kategorie verein von wo man leute nach wolfsburg gelotst bekommt. ein wechsel von nikosia nach wolfsburg hingegen wäre realistisch.
Der Krisen-Thread |#36
08.03.2012 - 13:45 Uhr
@pagadeux

Nikosia ist so ein Beispiel, wo man sagen muss: Die Fußballwelt besteht nicht nur aus Ralf Rangnick oder abgelegten großen Namen à la Bernd Schuster (jetzt im Sinne eines möglichen Nachfolgers für eine Hälfte des doppelten Felix).

Kardinalproblem #1: Die Verständigung! Ich könnte mir sehr gut eine Handvoll internationaler Namen auf der Trainerbank des VfL vorstellen, z.B. Rudi Garcia oder Baryssaus Viktar Hancharenka (bei dem es mich direkt wundert, dass er noch nicht in Russland gelandet ist).

Allerdings erinnere ich mich an die elenden Diskussionen rund um Stevie Wonder und kann Sprachprobleme nicht mit Sicherheit ausschließen. Sollte es also ein neuer Coach aus DIESER Richtung werden, vermutlich müsste er es früh genug wissen, um sich frühzeitig Kenntnisse der deutschen Sprache anzueignen... :(

Wobei man auch sagen muss, dass gerade der VfL Spieler aus aller Herren Länder einsackt, die Deutsch nicht gerade 5 Jahre in der Schule hatten (wie Jirácek), die müssen also auch irgendwie zurechtkommen.

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Der Krisen-Thread |#37
08.03.2012 - 13:50 Uhr
Zitat von pagadeux:
nein. von nikosia. lyon ist nicht die kategorie verein von wo man leute nach wolfsburg gelotst bekommt. ein wechsel von nikosia nach wolfsburg hingegen wäre realistisch.


Die Lyoner haben ihren Co-Trainer zum Chef befördert!

Mal unabhängig von der Sinnhaftigkeit: Je nachdem, wie erpicht man an der Rhone darauf ist, den Neuaufbau mit dem doch eher unerfolgreichen Trainer weiterzuführen, bekäme man den mit einigermaßen gutem Zureden evtl. ziemlich leicht nach WOB gelotst... ;)

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Der Krisen-Thread |#38
08.03.2012 - 17:15 Uhr
Ja, ich denke auch, dass bei uns auch was das Trainer- und Manageramt angeht zu sehr auf Namen geachtet wird. Ich denke sowohl was Spieler, als auch was Verantwortliche angeht, sollte man versuchen aufstrebende Leute zu verpflichten, die sich durchaus schon in irgendeiner Form bewiesen haben, für die Wolfsburg allerdings ein Fortschritt in ihrer Karriere wäre und wo sie die Möglichkeit hätten mit einem größeren finanziellen und besseren strukturellen Rahmen zu arbeiten.

Ich bin ausländischen Trainern gegenüber weiterhin aufgeschlossen. Natürlich mag die Sprache bei McClaren eine Rolle gespielt haben, das kann ich nicht beurteilen. Aber anders als unser Ex-User mit den vielen Namen glaube ich aber nicht, dass das ganze so dramatisch war. Für mich ist McClaren vor allem an dem von Hoeneß unausgegoren und nach dessen eigenen Vorstellungen zusammengestellten Kader gescheitert, bzw. daran, dass er es nicht geschafft hat dieses Problem zu kompensieren.

Aber gerade bei einem Kader, in dem vermutlich mehr Spieler Englisch als Deutsch vernünftig sprechen, sollte die Sprache wohl eher ein kleines Problem sein, sofern die mangelnden Kenntnisse bzgl. der Bundesliga durch andere Personen des Trainerteams kompensiert werden. Trotzdem würde ich von einem Kandidaten erwarten, dass er Deutsch lernt.

Die Kandidaten, die du genannt hast, fände ich auch interessant, habe mich allerdings noch nicht genauer mit befasst um mir ein Urteil zu erlauben. Ansonsten würde mir z.B. noch Slaven Bilic (der spricht übrigens schon Deutsch) einfallen oder wenn man mal was ganz Verrücktes probieren will Jorge Sampaoli, der in Südamerika sehr guten und taktisch hochklassigen Fußball spielen lässt. Wenn es doch ein erfahrenerer Mann sein sollte, wäre natürlich Bielsa auch ein Traum (gibt heute sogar nen Artikel über ihn auf Sportal). Wobei der wohl eher unrealistisch wäre, da er auch bei den großen Vereinen im Gespräch.

Gerade für solche Kandidaten, die einfach nicht so einen großen Namen haben (vor allem nicht in Deutschland), wäre ein Sportdirektor von unermesslichem Wert. Dieser könnte zusammen mit VW eine Philosophie, eine Zielsetzung und einen finanziellen Rahmen ausarbeiten und dann mit seiner Fußballkompetenz Kandidaten für Trainer und Manager dahingehend auswählen ob sie zu dieser Philosphie passen und ein Konzept haben, wie diese Rahmenbedingungen zu sportlichem Erfolg genutzt werden können. Quasi als Mittler zwischen Wirtschaftlichem und Sportlichen. Die fachliche Distanz zwischen diesen beiden Aspekten ist mir bei uns momentan noch viel zu groß!

Naja, man wird ja mal träumen dürfen... :p
Der Krisen-Thread |#39
08.03.2012 - 23:24 Uhr
Platz sechs bleibt das Saisonziel

Erstmal nach unten schauen? Mit einem 0:0 in Kaiserslautern zufrieden sein? Die Ansprüche runterschrauben? Viel von dem, was Felix Magath nach den letzten Spielen erklärte, klang nach einem Abschied vom ursprünglichen Saisonziel des VfL. Doch da macht VW nicht mit.

Volkswagen-Vorstand und VfL-Aufsichtsrats-Chef Garcia Sanz geht deutlich auf Konfrontationskurs zu Magath: „Ich will mich von diesem Ziel noch nicht verabschieden. Wir haben noch zehn Spiele, wir können es noch schaffen. Es kann noch viel passieren. Das hat man zuletzt ja auch in der Bundesliga bei Schalke oder auch in Gladbach gesehen.“ Acht Punkte beträgt der VfL-Rückstand auf den sechsten Platz, sieben Punkte auf Rang sieben, der für Europa reicht, wenn‘s im DFB-Pokal günstig läuft.

Garcia Sanz hält das für machbar: „Es wäre jetzt falsch, sich davon zu verabschieden. Der Druck muss weiterhin hochgehalten werden.“ Druck, der auf Magath und seinen Spielern lastet...
VW hält an den Saisonzielen fest. Das überrascht schon ein wenig, weil vermutlich sogar der überwiegende Teil der Fans einfach nur froh wäre, wenn wir uns von den Abstiegsplätzen fernhalten. Sanz' Aussage („Ich will mich von diesem Ziel noch nicht verabschieden.") kommt allerdings nicht mit sehr viel Vehemenz daher. Das klingt eher so nach "noch nicht, aber vielleicht bald". Jedenfalls macht es auf mich nicht den Eindruck, als wenn das Verpassen der Saisonziele weitreichende Folgen hätte.
Der Krisen-Thread |#40
08.03.2012 - 23:37 Uhr
Komischerweise bekommt man den Eindruck, dass der Vorstand keine Ahnung von Fußball hat. :D
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