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Fanszene

31.01.2011 - 16:49 Uhr
Fanszene |#2981
18.01.2026 - 13:59 Uhr
Reaktionen auf x.com zum Statement der Polizei:

-“Ihr habt am Eingang zur OK nichts zu suchen. Period. Dort gehen ausschließlich Herthaner rein,

-„Ihr seid so ein widerlicher Haufen das glaubt euch doch keiner dass die Gewalt von den Fans ausging“

-“Wenn man keine Probleme hat, macht man sich welche. Rein garnichts rechtfertigt diese unverhältnismäßige Präsenz am Eingang der Ostkurve. Inkompetente Organisation“

-"Am Stadioneingang zur Ostkurve sollen Kolleg." Finde den Fehler 🖕

Wenn ich zudem sehe, dass regelmäßig Sprechchöre gegen die Polizei angestimmt und lautstark gefeiert werden, weiß ich ziemlich genau, von wem die Aggression ausgeht. Solange die „aktive Fanszene“ die Polizei als natürlichen Feind betrachtet und meint, sie dürfe sie jederzeit verbal oder körperlich attackieren, wird es solche Auseinandersetzungen immer wieder geben.

Aber mal ehrlich: Wenn es wirklich so ablief, wie DER WESTEN berichtete, dann war das Szenario doch ziemlich klar.

Ein paar selbsternannte Platzhirsche aus der Ostkurve wollten offenbar ihr vermeintliches „Hausrecht“ und gleich ihr eigenes Gewaltmonopol durchsetzen. Also griffen sie einen provozierenden Schalker an, der es in ihren Augen wohl „verdient“ hatte, natürlich aus purer Respektlosigkeit gegenüber der Kurve, versteht sich.

Danach wollten diese Helden selbstverständlich in aller Ruhe das Spiel genießen. Blöd nur, dass auch die Ostkurve kein rechtsfreier Raum ist. Als die Polizei deshalb einschritt, um die Verantwortlichen zu stellen, wurde der Versuch, die Ostkurve zu betreten, prompt als „Angriff“ auf die Kurve interpretiert. Statt die Täter herauszugeben, entschieden sich die anderen lieber dafür, diese „Respektlosigkeit“ der Polizei mit Gewalt gegen die Einsatzkräfte zu begegnen.

Wer da noch ernsthaft behauptet, die Polizei sei das Problem…
Fanszene |#2982
18.01.2026 - 14:00 Uhr
Ich war gestern "Gast" in der Ostkurve (Dauerkarte ausgeliehen - ja ja, ich weiß, diskussionwürdig ob das jetzt legitim ist, lassen wir das mal außen vor) und dachte, ich schilder einfach mal so als Externer, wie ich das alles so wahrgenommen habe.

Wir sind so 60-70 Minuten vor Anpfiff im Umlauf gewesen und direkt in die Ostkurve. Im Umlauf standen zu diesem Zeitpunkt einzelne Formationen von (ich meine) Bundespolizei, mit aufgezogenem Helm. Ich schätze, dass zu diesem Zeitpunkt die Außeinandersetzung bereits beendet gewesen sein muss, denn: Beim Blockeingang gab es statt dem üblichen ersten Kontrollring eine Mauer aus vermummten Szene-Angehörigen. Für Fans hat das erstmal nichts geändert, weil die keine Anstalten gemacht haben, irgendwen aufzuhalten. War also direkt klar: Das dient einzig und allein dem "Schutz" der Kurve vor Eindringen der Polizei.

Dazu zwei Hintergrundgedanken:

1. Ursprung des gestern eskalierten Konflikts dürfte das Heimspiel gegen Dynamo gewesen sein. Wie den Meisten hier bekannt sein sollte, ist seit den Vorkommnissen dort zwei Stunden vorm Spiel als neue Maßnahme "Usus", dass sich hochgerüstete Polizei-Einheiten bei den Heimspielen im Umlauf formieren. Das schien zuvor im Bereich Ostkurve nicht für notwendig gehalten worden, die Einsatzleitung muss seither zu einer neuen Gefahreneinschätzung gekommen sein und es nicht mehr für ausreichend gehalten haben, den Bereich außerhalb des Einlasses abzusichern.

Wozu dient Polizeipräsenz bei Fußballspielen überhaupt? Klar, fürs Gewährleisten der Sicherheit in Form von Verhindern/Ahnden von Straftaten. Welche Straftaten sind insbesondere gemeint? Körperliche Gewalt in unterschiedlichen Formen. Dafür scheint eine erhöhte Gefahreneinschätzung vorzuliegen.


2. Aktive Fanszenen in Deutschland betrachten es als eine Art Gewohnheitsrecht, dass die Polizei den aktiven Fanblock (egal ob Heim oder Auswärts) nicht betreten darf. Dieses Recht existiert de jure nicht. Selbstverständlich. Weil das auch die aktiven Fanszenen wissen, versuchen sie es zu einem de facto Gewohnheitsrecht zu formen, indem bei Betreten der Polizei des eigenen Blockbereichs mit massiver kollektiver Gewalt geantwortet wird. Ziel: Die Eskalation so hochschrauben, dass die "Kosten" in Form von Eskalation, Öffentlichkeitswirksamkeit, verletzten Beamt:innen oder gar sich solidarisierenden weiteren Fans derart hoch für die Einsatzleitung ist, dass sie ein solches Vorgehen vermeidet.
Das ist übrigens nicht neu und hat auch nichts mit Putin oder Trump zu tun, wie es hier irgendwer postuliert hat. Derartige Vorfälle gibt es landesweit häufig, bei Hertha dürfte 2018 auswärts in Dortmund noch bei vielen präsent sein.

Warum ist aktiven Fanszenen so wichtig, dass die Polizei ihren Block nicht betritt? Weil die eigene Art des Auslebens von Fandasein zu einem Lebensstil und Lebensinhalt stilisiert wird, in welchem der Block das Wohnzimmer ist. Ist man also in dieser Gedankenwelt drin, ist das Betreten der Polizei von Supportblöcken gleichgesetzt mit dem Betreten der eigenen Wohnung und dementsprechend von hohem emotionalen Wert. Da allen Fanszenen bewusst ist, dass dies juristisch niemals haltbar ist und niemals sein wird, versucht man es durch entweder gewalttätige oder symbolische Aktionen zu einer Art Code of Conduct zu etablieren. Bzw. muss man feststellen, dass dies schon seit Jahren gelungen ist. Die Polizei betritt so gut wie nie Fanblöcke, und wenn doch, dann scheppert's.


Weiter im Text: Die Anwesenheit von Polizeieinheiten im Umlauf ist nun zwar noch nicht ein Betreten des Blocks, kommt diesem aber recht nah und wird dementsprechend als Provokation aufgefasst.

Darf die Polizei da sein? Ja. Warum nicht?
Besteht im Sinne der Verhinderung von Gewalt ein ausreichender Anlass dafür? In meinen Augen nicht. Ich persönlich denke, es ist eine Demonstration, wer am längeren und rechtlich abgesicherten Hebel sitzt: Wir dürfen hier sein, wir haben euch im Blick, ihr habt hier keinen rechtsfreien Raum!


Was ist nun gestern passiert? Da gehen die Beschreibungen auseinander. Außen vor lasse ich mal die Geschichte, dass da ein Schalker langgelaufen sei und der dann was abbekommen hätte, weil es bisher nur ein semi-journalistisches Medium aus NRW berichtet und mir die Story nicht so plausibel zu sein scheint. Sollte sich die Geschichte doch bewahrheiten, sind meine folgenden Ausführungen wertlos.

Mir wurde es von Augenzeugen vor Ort folgendermaßen geschildert, keine Ahnung ob sch das am Ende als haltbar erweist, das möchte ich mal als Disclaimer vorschicken:

Angeblich habe es eine Art Spalier der Polizei beim Betreten der Ostkurve (wohlgemerkt nicht der eigentliche Einlass, sondern der Blockzungang) von großen Teilen der aktiven Fanszene gegeben, bei denen die Mitglieder vereinzelt und ggf. gesuchte Personen rausgezogen werden sollten. Bei der Begründung dieser Maßnahme widersprechen sich die Aussagen, einige sagen, es habe bereits am Einlass geknallt, andere sagen, es sei mit Fotos von Leuten aufgewartet worden sein, die wegen u.a. Graffiti-Vergehen rausgezogen werden sollten. Was auch immer der Grund war: Dieses Vorgehen soll von den Beteiligten nicht gebilligt (wen wunderts) und letztlich ignoriert worden sein, indem man sich insofern widersetzt hat, dass man einfach geschlossen durch ist, ohne sich vereinzeln zu lassen. Dieser Widerstand gegen die Maßnahme der Vollstreckungsbeamt:innen soll dann in eine heftige körperliche Auseinandersetzung gemündet sein, in der es auf beiden Seiten ernsthafte Verletzungen gegeben haben soll. Letzteres wurde nun ja bereits bestätigt.


Hiermit endet der spekulative "Hörensagen"-Teil, denn ab danach kann ich von meinen eigenen Beobachtungen berichten:

Am Vorsänger-Podest entwickelte sich eine locker 30-minütige intensive Diskussion. Ab da war klar, dass etwas nicht stimmt und über das Vorgehen beraten wird. Irgendwann wurden dann die im Oberring bereits aufgehängten Zaunfahnen entfernt und die Podeste unten abgebaut. Da hat es sich schon in der Kurve rumgesprochen: Choreo für Kay wird noch durchgeführt, danach ist Abmarsch angesagt.

Das hat dann irgendwann auch Kreisel mit klaren und einfach Worten durchgegeben. Gedächtnisprotokoll (explizit KEIN Wortprotokoll!)

"Heute hat es einen massiven Angriff der Polizei auf unsere Fanszene gegeben. Viele unserer Leute haben Verletzungen erlitten. Heute ist eine Grenze überschritten worden, nach der wir uns nicht mehr in der Lage sehen, normal Support zu machen, weil einfach viele Freunde verletzt sind. Wir haben uns deswegen entschieden, nach der Choreo die Kurve zu verlassen. Wir können alle verstehen, die dableiben wollen und die Mannschaft in diesem wichtigen Spiel unterstützen. Wir haben uns auch sehr darauf gefreut. Wir können aber nicht anders und freuen uns über alle, die sich solidarisieren" (Teile davon waren wegen Musik und einsetzendem support der Schalke-Kurve schwer zu verstehen)

Irgendwann hat man dann gesehen, dass auch Schalke abbaut und sich tatsächlich solidarisieren. Bemerkenswert, da bekanntermaßen eine ausgeprägte Rivalität herrscht. Da wurde deutlich: Den Beteiligten ist da Große Ganze wichtiger als ein einzelnes Spiel. Ein heftiger Schulterschluss unter Rivalen.

Unabhängig davon, was nun wirklich vor dem Spiel vorgefallen ist und wie man es bewertet, kann ich die Reaktion der aktiven Fanszene verstehen. Wenn ich mir vorstelle, ich bin mit einer 10-köpfigen Freundesgruppe unterwegs zum Spiel und irgendwas passiert, wodurch drei davon verletzt werden und einer gar ins Krankenhaus muss, dann ist für mich auch die Freundesgruppe wichtiger als irgendso ein Fußballspiel.
Sicher haben gestern auch andere Denkansätze (Symbolik, wie oben beschrieben) reingespielt, aber ich hab dann auch nach 30 Minuten das Stadion verlassen.

Nach meinem Gefühl vor Ort wurde das Vorgehen von großen Teilen der Ostkurve mit Verständnis bedacht. Nur einzelne Beschwerden habe ich vernommen.

Die Argumentation von Manchen, dass man damit "die eigene Mannschaft im Stich" ließe, kann ich ganz und gar nicht teilen. Wenn man diese Argumentation nämlich konsequent durchziehen und weiterdenken würde, würde jeder Fan, der gesund ist und finanziell durchschnittlich ausgestattet ist und NICHT jedes Spiel von Hertha besucht, auch jedes Mal die Mannschaft im Stich lassen, wenn er /sie nicht zum Spiel gehen würde. Und das ist doch Quatsch.

•     •     •

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Fanszene |#2983
18.01.2026 - 14:05 Uhr
Zitat von riodelaplata
Zitat von knaeckebrot

Zitat von riodelaplata

Zitat von knaeckebrot

Also soll die Polizei bei einer Schlägerei zu gucken und Strafvereitelung im Amt begehen?
Die Strohmänner werden ja immer mehr 😄 Wo habe ich geschrieben, dass die Polizei bei einer Schlägerei zugucken soll? Das Vorgehen an den Toren der Ostkurve, wo die meisten Personen verletzt wurden, war offensichtlich nach der Schlägerei und diente demnach nicht, diese zu unterbinden.


Und das weißt du woher?
Lässt sich ganz gut aus dem Statement der Polizei Berlin auf X ablesen. Dort ist nämlich nirgends die Rede davon, dass der Einsatz erfolgt ist, um eine Auseinandersetzung zwischen Fans zu stoppen. Auch wenn das eine wesentlich legitimere Rechtfertigung gewesen wäre, als die Beleidigungen, die beim Schildern der Geschehnisse und der Aufzählung der Festnahme-Gründe jeweils an erster Stelle genannt werden.

Also weißt du es nicht.
Fanszene |#2984
18.01.2026 - 14:12 Uhr
Zitat von Konstanz

Ich war gestern "Gast" in der Ostkurve (Dauerkarte ausgeliehen - ja ja, ich weiß, diskussionwürdig ob das jetzt legitim ist, lassen wir das mal außen vor) und dachte, ich schilder einfach mal so als Externer, wie ich das alles so wahrgenommen habe.

Wir sind so 60-70 Minuten vor Anpfiff im Umlauf gewesen und direkt in die Ostkurve. Im Umlauf standen zu diesem Zeitpunkt einzelne Formationen von (ich meine) Bundespolizei, mit aufgezogenem Helm. Ich schätze, dass zu diesem Zeitpunkt die Außeinandersetzung bereits beendet gewesen sein muss, denn: Beim Blockeingang gab es statt dem üblichen ersten Kontrollring eine Mauer aus vermummten Szene-Angehörigen. Für Fans hat das erstmal nichts geändert, weil die keine Anstalten gemacht haben, irgendwen aufzuhalten. War also direkt klar: Das dient einzig und allein dem "Schutz" der Kurve vor Eindringen der Polizei.

Dazu zwei Hintergrundgedanken:

1. Ursprung des gestern eskalierten Konflikts dürfte das Heimspiel gegen Dynamo gewesen sein. Wie den Meisten hier bekannt sein sollte, ist seit den Vorkommnissen dort zwei Stunden vorm Spiel als neue Maßnahme "Usus", dass sich hochgerüstete Polizei-Einheiten bei den Heimspielen im Umlauf formieren. Das schien zuvor im Bereich Ostkurve nicht für notwendig gehalten worden, die Einsatzleitung muss seither zu einer neuen Gefahreneinschätzung gekommen sein und es nicht mehr für ausreichend gehalten haben, den Bereich außerhalb des Einlasses abzusichern.

Wozu dient Polizeipräsenz bei Fußballspielen überhaupt? Klar, fürs Gewährleisten der Sicherheit in Form von Verhindern/Ahnden von Straftaten. Welche Straftaten sind insbesondere gemeint? Körperliche Gewalt in unterschiedlichen Formen. Dafür scheint eine erhöhte Gefahreneinschätzung vorzuliegen.


2. Aktive Fanszenen in Deutschland betrachten es als eine Art Gewohnheitsrecht, dass die Polizei den aktiven Fanblock (egal ob Heim oder Auswärts) nicht betreten darf. Dieses Recht existiert de jure nicht. Selbstverständlich. Weil das auch die aktiven Fanszenen wissen, versuchen sie es zu einem de facto Gewohnheitsrecht zu formen, indem bei Betreten der Polizei des eigenen Blockbereichs mit massiver kollektiver Gewalt geantwortet wird. Ziel: Die Eskalation so hochschrauben, dass die "Kosten" in Form von Eskalation, Öffentlichkeitswirksamkeit, verletzten Beamt:innen oder gar sich solidarisierenden weiteren Fans derart hoch für die Einsatzleitung ist, dass sie ein solches Vorgehen vermeidet.
Das ist übrigens nicht neu und hat auch nichts mit Putin oder Trump zu tun, wie es hier irgendwer postuliert hat. Derartige Vorfälle gibt es landesweit häufig, bei Hertha dürfte 2018 auswärts in Dortmund noch bei vielen präsent sein.

Warum ist aktiven Fanszenen so wichtig, dass die Polizei ihren Block nicht betritt? Weil die eigene Art des Auslebens von Fandasein zu einem Lebensstil und Lebensinhalt stilisiert wird, in welchem der Block das Wohnzimmer ist. Ist man also in dieser Gedankenwelt drin, ist das Betreten der Polizei von Supportblöcken gleichgesetzt mit dem Betreten der eigenen Wohnung und dementsprechend von hohem emotionalen Wert. Da allen Fanszenen bewusst ist, dass dies juristisch niemals haltbar ist und niemals sein wird, versucht man es durch entweder gewalttätige oder symbolische Aktionen zu einer Art Code of Conduct zu etablieren. Bzw. muss man feststellen, dass dies schon seit Jahren gelungen ist. Die Polizei betritt so gut wie nie Fanblöcke, und wenn doch, dann scheppert's.


Weiter im Text: Die Anwesenheit von Polizeieinheiten im Umlauf ist nun zwar noch nicht ein Betreten des Blocks, kommt diesem aber recht nah und wird dementsprechend als Provokation aufgefasst.

Darf die Polizei da sein? Ja. Warum nicht?
Besteht im Sinne der Verhinderung von Gewalt ein ausreichender Anlass dafür? In meinen Augen nicht. Ich persönlich denke, es ist eine Demonstration, wer am längeren und rechtlich abgesicherten Hebel sitzt: Wir dürfen hier sein, wir haben euch im Blick, ihr habt hier keinen rechtsfreien Raum!


Was ist nun gestern passiert? Da gehen die Beschreibungen auseinander. Außen vor lasse ich mal die Geschichte, dass da ein Schalker langgelaufen sei und der dann was abbekommen hätte, weil es bisher nur ein semi-journalistisches Medium aus NRW berichtet und mir die Story nicht so plausibel zu sein scheint. Sollte sich die Geschichte doch bewahrheiten, sind meine folgenden Ausführungen wertlos.

Mir wurde es von Augenzeugen vor Ort folgendermaßen geschildert, keine Ahnung ob sch das am Ende als haltbar erweist, das möchte ich mal als Disclaimer vorschicken:

Angeblich habe es eine Art Spalier der Polizei beim Betreten der Ostkurve (wohlgemerkt nicht der eigentliche Einlass, sondern der Blockzungang) von großen Teilen der aktiven Fanszene gegeben, bei denen die Mitglieder vereinzelt und ggf. gesuchte Personen rausgezogen werden sollten. Bei der Begründung dieser Maßnahme widersprechen sich die Aussagen, einige sagen, es habe bereits am Einlass geknallt, andere sagen, es sei mit Fotos von Leuten aufgewartet worden sein, die wegen u.a. Graffiti-Vergehen rausgezogen werden sollten. Was auch immer der Grund war: Dieses Vorgehen soll von den Beteiligten nicht gebilligt (wen wunderts) und letztlich ignoriert worden sein, indem man sich insofern widersetzt hat, dass man einfach geschlossen durch ist, ohne sich vereinzeln zu lassen. Dieser Widerstand gegen die Maßnahme der Vollstreckungsbeamt:innen soll dann in eine heftige körperliche Auseinandersetzung gemündet sein, in der es auf beiden Seiten ernsthafte Verletzungen gegeben haben soll. Letzteres wurde nun ja bereits bestätigt.


Hiermit endet der spekulative "Hörensagen"-Teil, denn ab danach kann ich von meinen eigenen Beobachtungen berichten:

Am Vorsänger-Podest entwickelte sich eine locker 30-minütige intensive Diskussion. Ab da war klar, dass etwas nicht stimmt und über das Vorgehen beraten wird. Irgendwann wurden dann die im Oberring bereits aufgehängten Zaunfahnen entfernt und die Podeste unten abgebaut. Da hat es sich schon in der Kurve rumgesprochen: Choreo für Kay wird noch durchgeführt, danach ist Abmarsch angesagt.

Das hat dann irgendwann auch Kreisel mit klaren und einfach Worten durchgegeben. Gedächtnisprotokoll (explizit KEIN Wortprotokoll!)

"Heute hat es einen massiven Angriff der Polizei auf unsere Fanszene gegeben. Viele unserer Leute haben Verletzungen erlitten. Heute ist eine Grenze überschritten worden, nach der wir uns nicht mehr in der Lage sehen, normal Support zu machen, weil einfach viele Freunde verletzt sind. Wir haben uns deswegen entschieden, nach der Choreo die Kurve zu verlassen. Wir können alle verstehen, die dableiben wollen und die Mannschaft in diesem wichtigen Spiel unterstützen. Wir haben uns auch sehr darauf gefreut. Wir können aber nicht anders und freuen uns über alle, die sich solidarisieren" (Teile davon waren wegen Musik und einsetzendem support der Schalke-Kurve schwer zu verstehen)

Irgendwann hat man dann gesehen, dass auch Schalke abbaut und sich tatsächlich solidarisieren. Bemerkenswert, da bekanntermaßen eine ausgeprägte Rivalität herrscht. Da wurde deutlich: Den Beteiligten ist da Große Ganze wichtiger als ein einzelnes Spiel. Ein heftiger Schulterschluss unter Rivalen.

Unabhängig davon, was nun wirklich vor dem Spiel vorgefallen ist und wie man es bewertet, kann ich die Reaktion der aktiven Fanszene verstehen. Wenn ich mir vorstelle, ich bin mit einer 10-köpfigen Freundesgruppe unterwegs zum Spiel und irgendwas passiert, wodurch drei davon verletzt werden und einer gar ins Krankenhaus muss, dann ist für mich auch die Freundesgruppe wichtiger als irgendso ein Fußballspiel.
Sicher haben gestern auch andere Denkansätze (Symbolik, wie oben beschrieben) reingespielt, aber ich hab dann auch nach 30 Minuten das Stadion verlassen.

Nach meinem Gefühl vor Ort wurde das Vorgehen von großen Teilen der Ostkurve mit Verständnis bedacht. Nur einzelne Beschwerden habe ich vernommen.

Die Argumentation von Manchen, dass man damit "die eigene Mannschaft im Stich" ließe, kann ich ganz und gar nicht teilen. Wenn man diese Argumentation nämlich konsequent durchziehen und weiterdenken würde, würde jeder Fan, der gesund ist und finanziell durchschnittlich ausgestattet ist und NICHT jedes Spiel von Hertha besucht, auch jedes Mal die Mannschaft im Stich lassen, wenn er /sie nicht zum Spiel gehen würde. Und das ist doch Quatsch.


Danke für deine ausführlich „Analyse“. Ich hoffe das du wenigstens mit Hertha Utensilien in der Kurve warst und Hertha dementsprechend lautstark unterstützt hast/hättest.😜
Dieser Beitrag wurde zuletzt von CAPTAINstonie am 18.01.2026 um 14:12 Uhr bearbeitet
Fanszene |#2985
18.01.2026 - 14:14 Uhr
Zitat von knaeckebrot
Zitat von riodelaplata

Zitat von knaeckebrot

Zitat von riodelaplata

Zitat von knaeckebrot

Also soll die Polizei bei einer Schlägerei zu gucken und Strafvereitelung im Amt begehen?
Die Strohmänner werden ja immer mehr 😄 Wo habe ich geschrieben, dass die Polizei bei einer Schlägerei zugucken soll? Das Vorgehen an den Toren der Ostkurve, wo die meisten Personen verletzt wurden, war offensichtlich nach der Schlägerei und diente demnach nicht, diese zu unterbinden.


Und das weißt du woher?
Lässt sich ganz gut aus dem Statement der Polizei Berlin auf X ablesen. Dort ist nämlich nirgends die Rede davon, dass der Einsatz erfolgt ist, um eine Auseinandersetzung zwischen Fans zu stoppen. Auch wenn das eine wesentlich legitimere Rechtfertigung gewesen wäre, als die Beleidigungen, die beim Schildern der Geschehnisse und der Aufzählung der Festnahme-Gründe jeweils an erster Stelle genannt werden.

Also weißt du es nicht.
Du (und nicht etwa ich) hast ursprünglich die These aufgestellt, dass es bei dem Vorgehen der Polizei darum ging, eine Schlägerei zwischen Fans zu verhindern. Es gibt nicht mal einen Beweis, dass es diese Schlägerei überhaupt gab und die Polizei behauptet das in ihrer Schilderung der Ereignisse auch nicht. Also ja, ich weiß es in dem Sinne nicht, aber es wäre auch nicht an mir das zu beweisen.
Fanszene |#2986
18.01.2026 - 14:15 Uhr
Zitat von CAPTAINstonie

Danke für deine ausführlich „Analyse“. Ich hoffe das du wenigstens mit Hertha Utensilien in der Kurve warst und Hertha dementsprechend lautstark unterstützt hast/hättest.😜


Mein KSC-Schal wars zwinker Und natürlich, ich möchte kein Schallschlucker sein smile

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Fanszene |#2987
18.01.2026 - 14:24 Uhr
Zitat von AbuDardai

Die Kundgabe des Akronyms ACAB fällt in den Schutzbereich des Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG.
Zitat von Kraule

Zitat von Berlin71

Ich war selber lange genug bei Auswärtsspielen dabei um zu wissen, wie Hertha-Fans da auftreten. Wenn ich heute (nicht mehr auswärts dabei) höre, dass regelmäßig Sprechchöre gegen die Polizei angestimmt und begeistert gefeiert werden, dann weiß ich von wem eher die Aggression ausgeht.
Aber im Grunde passt das zu der Einstellung, dass die Staatsmacht nichts zu sagen hat und man die Polizei angreifen darf, immer und überall. Beleidigen darf.
Natürlich gab und gibt es die Polizisten mit Schaum vorm Mund, die nur auf die Provokation warten. Auch blöde Anweisungen "verlassen sie sofort die Strasse sonst ..." Einschränkend sage ich als KFZ-Fahrer, dass die (Fan-)Fußgänger sich manchmal so verhalten, dass ich wünsche, dass die Polizei eingreift.
So lange die Ultras die Polizei als natürlichen Feind betrachten und entsprechend in der Kurve feiern wird es solche Auseinandersetzungen geben.

Unabhängig von diesem Hintergrund:
Das was sich die Kurve gestern im Anschluß geleistet hat ist unbeschreiblich. Da läßt man die eigene Mannschaft im Stich, geht lieber nach Hause anstatt das Team anzufeuern. Vielleicht sind es die 1 oder 2 % die gefehlt haben für einen Heimsieg, so wie es Leitl etwas dezent auf der PK gesagt hat.
Einmal mehr stelle ich fest, dass man sich von der Dominaz der Ultras verabschieden sollte. Die Kurve hat ja in der 2.Hälfte zaghaft geantwortet. Den Ultras ist der Verein relativ egal, egal was sie behaupten. Die Selbstdarstellung ist wichtig. Die eigenen Regeln, egal was die Stadionordnung oder die öffentliche Ordnung sagt.
Ich erlebe keine Probleme mit der "Ordnungsmacht" im Stadion, ich habe im Ausnahmefall Probleme mit aggressiven Auswärtsfans, die sich Karten in unseren Blöcken holen und dort pöbeln. Auch da wünsche ich mir eher ein Eingreifen der Sicherheitsdienste. Und ich habe Probleme mit den Rauchschwaden, die Ultras produzieren und Spiele behindern, verzögern. Da wünsche ich mir ein Handeln der Vereine, denn mir kann Keiner erzählen, dass Vereine nicht involviert seien, wenn Feuerwerk eingeschleust wird. Aber das ist ein anderes Thema und gestern kein Thema.
Ich fand die Aktion der Ultras gestern vereinsschädigend, wenn man ein Problem mit der Polizei hat(te) sollte man das nicht auf dem Rücken der Mannschaft und aller anderen Zuschauer austragen.

Die aktive „Fan“szene hat gestern gnadenlos die Hosen runtergelassen und gezeigt wie wichtig ihnen der Verein ist.
Die interessieren sich absolut 0,0 für den Verein. Wichtig ist denen nur Macht auszuüben. Choreos sind schön aber schon bei Pyros gehen die Meinungen auseinander.
Und sorry Leute, jeder der regelmäßig im Stadion ist, egal ob Heim oder Auswärts und diesen Einzug der Gladiatoren miterlebt, weiß doch welches Selbstverständnis diese Herrschenden oups Herrschaften haben. Wir sind die Größten uns gehört unsere Kurve, unsere Gesetze.
Ich habe das gestern nur kurz wahrgenommen und mich sofort entfernt, ich wollte damit nichts zu tun haben.
Jeder der denkt, dass er alles diskutieren kann und die Polizei und deren Ansagen nicht akzeptiert, der macht damit schon den ersten Fehler!
Andersrum wundert mich das alles kaum noch, in einer Zeit wo Regeln, Respekt und Werte keinen Wert mehr haben.
Beispiel:
Knallen vor Silvester verboten! Wem interessiert das schon?

Ich möchte heutzutage kein Polizist sein.

Alle die im Stadion, oft ohne jeden Anlass, den Chor regelmäßig mit anstimmen und „alle Bullen sind Schweine“ lauthals singen, sollten bedenken das sie sich damit schon instrumentalisieren lassen! Oder hat die Mehrheit einen Grund diesen Schmähgesang anzustimmen?
Noch gehört der Fußball allen! Jungen Fans, Eltern, Frauen die alleine ins Stadion gehen, Menschen die vielleicht Asthma haben usw.
Wenn wir an dem Punkt angekommen sind wo nur noch Gewaltbereitschaft und Missachtung von Regeln zum Besuch eines Fußballspiels berechtigt, dann ist der Fußball endgültig kaputt.
Ich bin schon etwas länger aus dem Alter raus wo ich mich körperlich beweisen und durchsetzen muss aber ich habe noch nie mit Polizisten oder Ordnern Probleme gehabt. Liegt vielleicht auch daran, dass ich mich Regeln anpassen kann.
Ich trinke in der Kirche auch kein Bierchen und rauche keinen Joint.
Ich bin ein Spießer, ich weiß.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass ich nicht einmal abstreiten möchte, dass wenn eine Situation eskaliert auch ein Polizist Fehler machen kann aber zu unterstellen die Polizei wartet nur darauf um endlich losprügeln zu können, da hört es dann doch auf!!!


Du solltest, wie einige andere User im Forum auch, zur Kenntnis nehmen, dass die Parole ACAB bzw. Ihre deutsche Entsprechung „alle Bullen sind Schweine“ gemäß einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Kontexten, in denen nicht die spezifische Ehre eines einzelnen Polizisten oder einer Einheit angegriffen wird, durch Artikel 5 GG (Meinungsfreiheit) geschützt sind. Demnach wäre das Singen dieser Parolen nur strafbar, wenn man glaubt, Tausende Individuen in der Ostkurve beziehen den Song alle auf eine konkrete Einheit oder Person, statt auf die generelle Institution der Polizei. Wenn sich ein Polizist von diesen Parolen also provozieren lässt, ist er mmn nicht nur extrem dünnhäutig sondern entbehrt dies mindestens mal einer strafrechtlichen Grundlage.

Unabhängig davon sollte eine Person im Staatsdienst ohnehin in der Lage sein, über gewisse Dinge im Rahmen einer Professionalität hinwegzusehen. Man stelle sich vor, ein Lehrer würde jede Äußerung eines Schülers oder Elternteils persönlich nehmen oder ein Finanzbeamter würde sich von der Parole „Steuern sind Raub“ angegriffen fühlen.

Noch absurder wird es dann, wenn hier die aktive Fanszene kollektiv abgewertet wird, während man sich das gleiche Vorgehen gegenüber Polizisten verbietet. Eine realistische Einschätzung wäre eher, das es wohl auf beiden Seiten sowohl schwarze Schafe als auch verantwortungsvolle und deeskalierende Personen gibt. Das würde aber bedeuten, dass auch Polizisten im Dienst Fehler machen und Situationen falsch einschätzen können, möglicherweise sogar Auseinandersetzungen provozieren können. Eine Tatsache, die man bei den Ultras ja als gegeben akzeptiert.

Danke für deinen Kommentar.
Das zeigt einmal mehr das dumme Selbstverständnis einiger die ich ansprach.
Wie kann man auf die Idee kommen dieses „Lied“ grundlos anzustimmen. Versteh ich nicht.
Oder rennt man einfach mal so durch die Gegend und diffamiert andere Berufsgruppen?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Kraule am 18.01.2026 um 14:25 Uhr bearbeitet
Fanszene |#2988
18.01.2026 - 15:23 Uhr
Polizei Berlin

Wer kein X hat, kann diesen offiziellen Bericht der Polizei Berlin zur Kenntnis nehmen.
Fanszene |#2989
18.01.2026 - 15:32 Uhr
Zitat von Fuump

Polizei Berlin

Wer kein X hat, kann diesen offiziellen Bericht der Polizei Berlin zur Kenntnis nehmen.


Dann muss ich den "Hörensagen"-Teil meines Erfahrungsberichts insofern korrigieren, dass es zwar wohl wirklich eine Art Spalier gegeben hat, aber das Hindurchgehen nicht zur Eskalation geführt hat. Sondern das später, durch einen möglichen Vorfall mit einem Schalke-Fan ausgelöste, Betreten des Blockzugangs zur Ostkurve seitens der Polizei, was dann aus den oben geschilderten Hintergründen zu Gewalt führte.

Noch eine Einordnung: Wenn die Polizei von einer Gewalthandlung (in diesem Fall potentiell gegenüber einem Schalke-Fan) erfährt, gibt es für die Polizei keinen Ermessensspielraum zum Eingreifen, da es sich um eine potentielle Straftat handelt. Das heißt: Irgendwie handeln muss die Polizei. Dabei muss sie Verhältnismäßigkeit wahren - ich denke, in letzterem Punkt wird dann die Interpretation auseinander gehen.

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von Konstanz am 18.01.2026 um 15:35 Uhr bearbeitet
Fanszene |#2990
18.01.2026 - 15:33 Uhr
Zitat von Fuump
Polizei Berlin

Wer kein X hat, kann diesen offiziellen Bericht der Polizei Berlin zur Kenntnis nehmen.


Dein Link funktioniert irgendwie nicht. 🤔

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Vielen Dank Lucien Favre und Harry Gämperle für eine geile Zeit bei Hertha BSC!!!!

Heimatverein: FSV Zwickau

Sympathie für den 1. FSV Mainz 05!

"Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie gern behalten"!!!!
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