Diskussionsrunde

Regeländerungen- Sinn oder Unsinn?

06.07.2006 - 15:55 Uhr
Regeländerungen- Sinn oder Unsinn? |#11
06.07.2006 - 18:18 Uhr
Ich bin natürlich ebenfalls strikt gegen solche tiefgreifenden Regeländerungen. Fussball hat nunmal viel Tradition - und diese kommt nunmal von der kontinuität in den Regeln. Die Auslegung hat sich ja nur "marginal" verändert. Rückpassregel und neue Abseitsregel haben ja nicht das Wesen des Spiels verändert, sondern nur die Anforderungen an die Spieler.

Das bei dieser WM wenig Tore fallen, liegt nicht an den Regeln, sondern an den Teams und Spielern. Man merkt einfach bei manchen die Müdigkeit, bei vielen Mannschaften sieht man auch, dass das Verständnis auf dem Platz gefehlt hat (im Gegensatz zu Vereinsspielen).

Schaut man also auf den Vereinsfussball, dann sieht man, dass dort in den letzten Jahren wieder mehr Tore fallen - nur bei den Nationalmannschaften bei der WM ist es umgekehrt.

Man muss also die Wertigkeit der Nationalteams wieder stärker hervorheben (das muss man gerade bei dieser WM sehen) - der Vereinsfussball braucht starke Nationalmannschaften (und nicht wie die G14 glaubt, sie wäre die Mutter des ganzen Fussballs).

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Leberwurst-Brot-Suppen
Regeländerungen- Sinn oder Unsinn? |#12
07.07.2006 - 01:06 Uhr
Ich wäre für die Abschaffung des passiven Abseits!
Es kommt zuviel vor, dass die VT die Abseitsfalle "richtig" stellt und ein passiv abseits stehender von der Situation profitiert.

Für die überforderden Linienrichter wäre das sicher auch einfacher und es würde weniger Fehlentscheidungen geben.

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Regeländerungen- Sinn oder Unsinn? |#13
07.07.2006 - 11:25 Uhr
1. bin ich skys meinung, dass ein jetzt künstliches aufbauschen dieser problematik überhaupt nicht notwendig ist. cl-spiele zum beispiel sind immer noch attraktiv wie eh und je, und das niveau dort ist auch eindeutig höher als bei einer wm. nationalmannschaften werden eben nie so eingespielt sein wie klubmannschaften! ich weiß sowieso nicht, was blatter jetzt hier bezwecken will! ist zwar offensichtlich, dass diese wm rein vom fussballerischen her nicht viel zu bieten hat, vor allem in den k.o.-spielen, aber das liegt vielmehr an den mannschaften selber als am regelwerk!

2. könnte ich mir aber sehr wohl kleinere änderungen vorstellen. 2 zusätzliche assisstenten für den strafraum (aus der hintertorperspektive) zum beispiel, aber auch eine bewegungsbegrenzung für den tormann auf innerhalb des 16ers und natürlich den chip, mit dem ein wembleytor zum beispiel unmöglich wäre. dies wären allesamt keine gravierenden änderungen, würden die kontinuität der regelentwicklung nicht stören und hätten alle ihren sinn. auffallend, dass 2 der drei nur zur überwachung der bestehenden regeln dienen, und nur eine die regeln für das spiel selbst ändert.

über abschaffung des abseits wurde ja schon viel diskutiert, bin persönlich strikt dagegen. meiner meinung nach wäre die überwachung des abseits mit technischen hilfsmitteln sicher die bessere lösung, fussball ohne abseits verkäme mMn zu einem kick and rush übelster prägung!

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Shosholoza
Kulezo ntaba
Stimela siphume South Africa
Wen'uyabaleka
Wen'uyabaleka
Kulezo ntaba
Stimela siphume South Africa!
Regeländerungen- Sinn oder Unsinn? |#14
07.07.2006 - 11:56 Uhr
>Ich wäre für die Abschaffung des passiven Abseits!
>Es kommt zuviel vor, dass die VT die Abseitsfalle "richtig"
>stellt und ein passiv abseits stehender von der Situation
>profitiert.

auch wenn ich es nicht gern mach: aber in dieser Hinsicht stimm ich dem Herbert Prohaska auch zu. Das passive Abseits gehört sicherlich überdacht, denn zu oft kommt es zu strittigen Situationen.
Regeländerungen- Sinn oder Unsinn? |#15
07.07.2006 - 12:10 Uhr
Das passive Abseits ist zu komplex, dass man es als Linienrichter immer richtig erkennen kann! Sonst müsste man halt das Schiri-team erweitern!
Es ist aber vor allem auch für die Spieler irreführend und das ist dann einfach schade...

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Regeländerungen- Sinn oder Unsinn? |#16
07.07.2006 - 13:37 Uhr

Ich finde zu dem ganzen Thema Regeländerungen einfach, dass man damit den Fußball runiniert, umso mehr man da mit komischen neuen Regeln herumtüffteln versucht. Meiner Meinung nach ist der Fußball der derzeit geboten wird ja nicht schlecht, und ich muss ja nicht zwangahft versuchen Handball oder Basketballergebnisse zu erreichen.

Weil wenn man nur mit 10 Mann spielen würde, würden viele Vereine wahrscheinlich nur mehr mit 1 Stürmer spielen, ich glaub kaum, dass das dann offensiveres Spiel zulassen würde.

Mit den Zeitstrafen seh ich auch nicht sehr positiv, weil Fußball so gehört wie er ist.

Wegen 5m - Regel für den Tormann: Find ich lächerlich, weil es einfach unmöglich wird, dass ein Tormann noch irgendwas macht, wenn einer allein auf ihn zuläuft, oder wenn eine Flanke kommt, kann er doch nie so genau berechnen, ob der jetzt innerhalb von den 5m war oder nicht, und dann kommt es erst recht wieder zu strittigen und falschen Schiedsrichterentscheidungen

Videobweis find ich auch nicht toll, weil wann ist eine Situation strittig und wann nicht? Man kann 11er Situationen 100 mal anschauen und jeder sagt was anderes, wie soll das dann wähernd eines Spieles funktionieren eine eindeutige Entscheidung zu finden? Nochdazu werden die meisten Schiris ihre Entscheidung nicht zurücknehmen wollen.

4. Schiedsrichter: da seh ich das Problem, dass vielleicht beide unterschiedlich streng und genau Pfeiffen, was wiederrum schwer ist, dass man eine einheitliche Regelung findet, weil für den einen ists ein Foul, für den anderen nicht, also ist wieder so eine Streitsache

Ich finde einfach dass der Fußball doch ok ist wie er ist. Klar gibts Spiele die nicht gerade hochklassig oder Szenenreich sind, aber genauso gibts Spiele die hochklassig sind, und genauso ists bei Basketball oder Handball auch und wenn es nur 10 Spieler gibt, wirds genauso mal schlechte Spiele geben, also ich finde die Diskussionen einfach sinnlos, weil Fußball soll Fußball bleiben, gerade so wie er ist, weil das macht die ganze Sache spannend und emotionsreich.

Bezüglich Abseits: über Passives Abseits lässt sich streiten, da könne man eine andere Regelung finden, aber sonst find ich eigentlich das alles sehr ok.

Ich hätte aber eine andere Idee, ich weiß nicht, vielleicht gibts da auch Nachteile, aber ich hab mir schon öfters überlegt, ob es nicht vielleicht interessanter wäre, wenn beim Rückpass zum Tormann der Tormann den Ball NIE in die Hand nehmen dürfte, also egal ob per Kopf der Rückpass kommt oder per Fuß, oder mit der Brust herungergestoppt oder außerhalb oder innerhalb des Strafraums, der Tormwart darf einfach keine Rückpässe mehr in die Hand nehmen. Weil dadurch würde man das ständige rückköpfeln reduzieren, und das Spiel würde auch an Schnelligkeit und Gefährlichkeit gewinnen, weil die Stürmer mehr Chancen haben dem BAll nachzugehen. Aber naja, vielleicht gibts da auch Nachteile, aber ich würd sowas schon interessant finden..
Regeländerungen- Sinn oder Unsinn? |#17
07.07.2006 - 17:41 Uhr
"Das war nur mehr ein Nike-Werbespot und kein Fußball"



Alfred Tatar ist strikt gegen Regeländerungen und übt scharfe Kritik an den herrschenden Zuständen

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Wien - FIFA-Präsident Joseph Blatter ist vor dem Finale zur Überzeugung gekommen, dass über Regeländerungen diskutiert werden sollte (Alle Infos).

Wer das FIFA-Board, dass für den Beschluss zu Regeländerungen verantwortlich ist, kennt, weiß, dass drastische Einschnitte in das bestehende Spiel ziemlich unwahrscheinlich sind.

Sport1 hat mit Alfred Tatar einen der Vordenker im österreichischen Fußball zu diesem Thema und der aktuellen Situation im Fußball allgemein befragt.

Der ehemalige Profi, Trainer und anerkannte Premiere-Experte hat dabei klare Worte gefunden und kritisiert nicht nur die FIFA scharf.

Alfred Tatar über...

...die Qualität der Spiele bei der WM 2006:

"Ich sehe einen gravierenden Klasseunterschied zwischen der EURO 2004 und der WM 2006. Der betrifft die Spitzenmannschaften genauso wie die Underdogs. Die Teams waren einfach schwach - das muss man einmal laut sagen. Mit ein paar Ausnahmen, die man an einer Hand abzählen kann, war das Ganze ein Gemurkse. Das hat mit der allgemeinen Fitness der Spieler zu tun, die zu diesem Zeitpunkt körperlich einfach nicht auf der Höhe sind. Das Tempo, das gespielt worden ist, erinnert mich an 1970. Ich kann den Blödsinn von unseren Fußballern wie Ivanschitz und Co. nicht mehr hören, wenn sie davon reden, dass man am Ball keine Zeit mehr hat und blabla. Das ist doch alles Larifari."

...die exorbitanten Gehälter der Profis:

"Die Spieler haben einfach zu viel Geld - die bekommen aufgrund der exorbitanten Gehälter kein Bein mehr auf den Boden. Die können sich einfach nicht mehr motivieren. Darüber sollte sich der Herr Blatter Gedanken machen. Die Spieler können geistig nicht mehr. Das hat damit zu tun, dass dieser ganze aufgeblasene Marketing-Blödsinn fast den Sport ruiniert hat. Bei Brasilien habe ich phasenweise den Eindruck gehabt, dass das nur mehr ein Nike-Werbespot ist und nicht mehr Fußball. Dem Herrn Blatter gehört ins Stammbuch geschrieben, dass er nicht so deppert sein soll, über Regeländerungen nachzudenken. Es sollte einer Verdienstgrenze geben. Die großen Global-Players dürfen nicht noch mehr unterstützt werden. Das passiert von Seiten der UEFA mit dieser dubiosen Champions League sowieso schon. Auch die WM ist nicht anders - das wird zu einem Riesen-Event aufgeblasen. Der Erfolg gibt ihnen aber recht, die Begeisterung ist grenzenlos. Der Sport kommt aber unter die Räder."

...die Reduzierung von 11 auf 10 Spieler:

"Von elf auf zehn Spieler zu reduzieren, sehe ich überhaupt nicht ein."

...Vergrößerung der Tore:

"Es gibt eine Untersuchung, die besagt: Wenn die Tore vergrößert werden, gibt es für die Außenseiter überhaupt keine Chancen mehr. Da haben sich Leute damit auseinander gesetzt und das Ganze statistisch bewertet. Das Ergebnis war: Wenn die Tore nur marginal vergrößert werden, hieße das, dass man den Underdogs alle Chancen nimmt, Überraschungen zu schaffen. Das läuft wieder in die Richtung, dass die Starken noch stärker und die Schwachen noch schwächer werden."

...die Einschränkung des Tormann auf den Fünfmeter-Raum:

"Außerdem sollte mit zwei Bällen gespielt werden..."

...seinen Gesamteindruck über diese drei Vorschläge:

"Alle drei möglichen Regeländerungen sind sofort wieder zu schubladisieren."

...die Geldströme im Weltfußball:

"Herr Blatter soll sich Gedanken machen, dass er den enormen Gewinn nach Afrika und Südamerika ausschüttet, damit dort infrastrukturell etwas weitergeht. Die Finanzströme gehören umgelenkt. Man muss die Verbände und Vereine dazu bringen, in die Jugendarbeit zu investieren, anstatt diese dubiosen Transfers, die weltweit passieren gutzuheißen. Hat ein Verein überhaupt noch eine Identität? Nein."
http://www.sport1.at/coremedia/generator/id=3413204.html

Der Tatar muss wieder auf die Trainerbank - ein intellektueller Prolet (eigentlich prädestiniert für Austria Wien)

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Leberwurst-Brot-Suppen
Regeländerungen- Sinn oder Unsinn? |#18
07.07.2006 - 17:52 Uhr
>Der Tatar muss wieder auf die Trainerbank - ein
>intellektueller Prolet (eigentlich prädestiniert für Austria
>Wien)

hab den artikel auch gelesen, gefiel mir eigentlich ganz gut, obwohl tatar sonst eigentlich nicht mein typ ist :-) ! vor allem das mit der vermarktung, dass da der fußball eigentlich mit dem von ihm in den marketingabteilung generierten bildern nicht mehr mithalten kann, ist eine sehr gute, treffende beobachtung!

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Shosholoza
Kulezo ntaba
Stimela siphume South Africa
Wen'uyabaleka
Wen'uyabaleka
Kulezo ntaba
Stimela siphume South Africa!
Regeländerungen- Sinn oder Unsinn? |#19
07.07.2006 - 18:19 Uhr
recht hat er der fredl.
und zwar in allen punkten, wieso man in der CL, soviel geld kassieren muss ist mir sowieso schleierhaft
Regeländerungen- Sinn oder Unsinn? |#20
07.07.2006 - 18:24 Uhr
Der Tatar ist schon ein komischer Typ!

Ich glaube nicht, dass die Spiele schlecht sind, weil zuviel verdient wird. Ein Ronaldinho wäre trotzdem gerne Weltmeister geworden , obwohl er Millionen verdient, genauso ein Figo, Beckham usw.

Diese WM ist ingsgesamt sicher nicht hochklassig, aber auf jeden Fall besser als 2002 und sicher auch nicht schlechter, als die letzte EM. Wirklich höher war das Niveau aus meiner Sicht nur bei der EM 2000 und auch bei der WM 98!
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