Taktik(tisch)thread
17.12.2008 - 20:13 Uhr
25.11.2020 - 23:37 Uhr
Mal was anderes: Je länger die Spielzeit so geht, desto mehr frage ich mich, ob wir wirklich in der IV unterbsetzt und auf der 6/8 überbesetzt sind. Rieder hat in der Vergangenheit seine besten Spiele in der IV gemacht, galt dort sogar als Abwehrchef, hat aber auch schon als RV EInsätze gehabt. Bachmann überzeugt auf einmal auch auf auf der IV Position. Im Zentralen Mittelfeld hingegen setzt offensiv außer Ciftci so gar keine Akzente.
Vielleicht sollten wir die Sache einfach von hinten nach vorne aufziehen und die Abwehr einfach umbauen
Rieder-Bachmann-Winkler(Kraus)-Hlousek
Sickinger- Ciftci
Und davor halt die üblichen Offensivkandidanten. Mit den Spielern dürften wir hinten raus brachiale Passqualität haben und Sickinger seh ich aufgrund seiner Pässe in die Spitze im Mittelfeld als deutlich offensivere Variante im Vergleich zu Rieder.
Vielleicht sollten wir die Sache einfach von hinten nach vorne aufziehen und die Abwehr einfach umbauen
Rieder-Bachmann-Winkler(Kraus)-Hlousek
Sickinger- Ciftci
Und davor halt die üblichen Offensivkandidanten. Mit den Spielern dürften wir hinten raus brachiale Passqualität haben und Sickinger seh ich aufgrund seiner Pässe in die Spitze im Mittelfeld als deutlich offensivere Variante im Vergleich zu Rieder.
26.11.2020 - 07:42 Uhr
In der Konstellation würde ich definitiv Sickinger als RV stellen und Rieder im DM.
Ist aber gut, dass wir so viele variable Defensivspieler im Kader haben.
Beste Grüße
Lullaby
Ist aber gut, dass wir so viele variable Defensivspieler im Kader haben.
Beste Grüße
Lullaby
26.11.2020 - 10:12 Uhr
Ich muss sagen, dass ich die ganze Sache gänzlich anders sehe. Ich finde Rieder macht seine Sache auf der sechs richtig gut. Seine Aufgabe ist, Lücken zu stopfen, Zweikämpfe gewinnen und keine Fehlpässe zu spielen. Für die offensiven Momente ist sein Nebenmann zuständig. Das klappt meiner Meinung nach ganz gut.
Auch wenn Hercher zuletzt durchwachsene Leistungen gezeigt habe, sehe ich CS auch auf keinen Fall auf außen. Er ist im defensiven Zentrum für mich nicht ersetzbar, weil er eine unglaubliche Übersicht im Spielaufbau besitzt. Dazu hat er offensiv wie defensiv eine wahnsinnige Spielintelligenz. Die bringt uns auf rechts hinten meiner Meinung nach nicht viel.
Ich muss sagen, dass mir unsere Defensive mit dem aktuell angestammten Personal ziemlich gut gefällt. Vielleicht würde ich mal jemanden aus der U21 als Hercher-Ersatz hochziehen, sollte es da eine Option geben. Ansonsten würde ich tatsächlich nicht zu viel rotieren, was die Defensive angeht.
Auch wenn Hercher zuletzt durchwachsene Leistungen gezeigt habe, sehe ich CS auch auf keinen Fall auf außen. Er ist im defensiven Zentrum für mich nicht ersetzbar, weil er eine unglaubliche Übersicht im Spielaufbau besitzt. Dazu hat er offensiv wie defensiv eine wahnsinnige Spielintelligenz. Die bringt uns auf rechts hinten meiner Meinung nach nicht viel.
Ich muss sagen, dass mir unsere Defensive mit dem aktuell angestammten Personal ziemlich gut gefällt. Vielleicht würde ich mal jemanden aus der U21 als Hercher-Ersatz hochziehen, sollte es da eine Option geben. Ansonsten würde ich tatsächlich nicht zu viel rotieren, was die Defensive angeht.
26.11.2020 - 10:31 Uhr
Rieder könnte als RV durchaus funktionieren. Allerdings fehlt dir dann im DM jemand mit sehr hohem Einsatzradius. Sickinger wäre eine gute Ergänzung zu ihm, kein Substitut. Das ist auch der Grund, weswegen ich zu einer 3er- bzw. 5er-Kette tendiere. Sickinger kann im Aufbauspiel ins Mittelfeld vorrücken und Ciftci wäre als 8er recht frei in seinen Aktionen, was Ritter auch erlaubt situativ auf die Flügel auszuweichen.
Aber nun zum Spiel gestern:
Die defensive Grundordnung stand wie in den letzten beiden spielen auch. In einem 4-2-4 haben wir den Gegner meist kurz vor der Mittellinie erwartet. Redondo hatte in den ersten 20 Minuten häufiger versucht, den gegnerischen 6er zuzustellen, wobei sich dann auf der Aussenbahn Lücken ergaben. Nach rund 30 Minuten wurde das daher verworfen und er orientierte sich wieder an "seinem" nominellen Gegenspieler. Wenn wir etwas höher ins Pressing gegangen sind, konnten die Lübecker unsere erste Linie auf Grund der nummerischen Überlegenheit in ihrer Abwehrreihe meist recht simpel überspielen und die Bälle gelangen dann direkt vor unseren 6er-Raum. Cicfti sollte dann herausrücken, agierte zwar bemüht, aber häufig unglücklich im Abfangen der Bälle. Oft waren es Zentimeter, die er zu spät kam, aber das sah dennoch nicht Stabil aus.
Generell war das Spiel ein Beleg dafür, wie verdammt schwer ein (Angriffs-)Pressing gegen eine 5er-Kette zu spielen ist. Wenn wir uns vor die Mittellinie zurückfallen ließen und der Gegner Optionen finden musste, unsere Reihen zu durchbrechen, kam da nicht viel. Das sieht für den Zuschauer dann zwar sehr statisch und vielleicht sogar ängstlich aus, aber ist taktisch ein probates Mittel. Das Spielgeschehen stützt Saibenes Herengehensweise. Defensivtaktisch spielt es im übrigen keine Rolle, ob wir mit zwei Stürmern oder einem Spielen.
Offensiv hingegen setzten wir auf einen zweiten Stürmer, um Pourié nicht alleine gegen drei IV spielen lassen zu müssen. Der Plan sollte wohl sein, die Überzahl auf der Aussenbahn zu nutzen, dort durchzubrechen und dann Flanken in den Strafraum zu schlagen. Diese Durchbrüche gelangen das ein ums andere Mal sogar wie geplant. Allerdings verpufften die Hereingaben (mit einer Ausnahme) allesamt wirkungslos. Ich schrieb es in der Halbzeit bereits: Gegen diese Abwehr sind hohe Flanken kein Mittel. Wenn wir hingegen flach durch die Abwehr spielten, wurde es prompt gefährlich. Hierzu gleich mehr.
Ciftci und Rieder sollten im Wechsel nach vorne stoßen, wurden jedoch durch geschicktes Zustellen der Lübecker von ihren Passoptionen auf die Aussenstürmer abgeschnitten. Häufig blieb dann der relativ unkontrollierte hohe (Chip-)Ball auf die beiden Stürmer, die jedoch nie gefährlich wurden.
Ich sage es ganz offen: Der Lübecker Defensivplan ging auf, offensiv war das Credo wahrscheinlich auf einen Glückstreffer wie Magdeburg zu hoffen. Erst als wir gegen Ende Räume angeboten haben, entwickelte unser Gegner so etwas wie Offensivdrang.
Zurück zu unserer Offensive. Um die Lücken im OM zu besetzen und sich der direkten Deckung der gegnerischen IV zu entziehen, ließen sich unsere beiden Stürmer im Wechsel fallen. Ich mag nicht direkt in die Einzelkritik gehen, aber es war schon auffällig, wie unsauber Huth in seiner Ballan- und -Mitnahme ist. Ehe er die Kugel unter Kontrolle hatte, wurde er direkt von 1-2 Gegnern angegangen. Mangels Passoptionen war der Ball dann meist verloren. Ja, Huth war bemüht und hatte ein hohes Laufpensum. Aber mit ihm kannst du einfach nicht "spielen". Pourié bietet hier eigentlich mehr an, hatte gestern allerdings auch einen gebrauchten Tag und wirkte nach 60 Minuten ziemlich platt.
Aber, was mir direkt nach seiner Auswechslung aufgefallen ist, waren die unkoordinierten Pressingversuche des FCK. Ritter, Huth und Zuck standen da nebeneinander herum und keiner wusste, wann und wie man herausrücken soll. Pourié scheint der entscheidende Spieler für unser Anlaufen zu sein, der die Pressingsignale an die Mannschaft gibt. In der ersten Hälfte kann ich mich zudem an eine Szene erinnern, in welcher er Redondo und Kleinsorge mit Armbewegungen dazu aufgefordert hatte, den Gegner anzulaufen. Das fehlte nach seinem Ausscheiden komplett. Das ein oder andere Mal konnte man über die Aussenmikrofone "(D)rauf!" hören, aber ich konnte nicht zuordnen, ob diese Rufe vom Feld oder von Ausserhalb kamen.
Was zudem auffällt, er läuft viel klüger an (gut, mit seinen 29 Jahren sollte er die Erfahrung dazu haben). Die anderen drei in der ersten Linie achten oft nicht auf ihren Deckungsschatten und gerade Redondo merkt fast nie, wenn der Passempfänger sich in seinem Rücken wegbewegt und somit wieder anspielbar ist.
Wenn wir situativ in ein Angriffspressing gehen, müssen solche Basics funktionieren, sonst laufen wir schnell Gefahr, riesige Räume anzubieten. Genau das ist gestern ja auch das ein oder andere Mal passiert. Im STT wurden oft die "großen Lücken" angesprochen. Die ergaben sich immer genau dann, wenn wir etwas offensiver gepresst haben. Zum Glück war das selten der Fall, auch wenn uns das dann als Angsthasenfussball ausgelegt wird. Das Trainerteam hat seine Aufgabe also voll und ganz erfüllt, wenn es darum geht, die Stärken des Gegners zu neutralisieren.
Kleinsorge sehe ich nicht ganz so kritisch wie die meisten hier. Er wirkte für mich weder unmotiviert noch lauffaul. Er war schlicht oft orientierungslos. Er irrlichterte über den Platz und wusste nicht, ob er Spieler X besser anlaufen soll oder Spieler Y. Ihm fehlte fast jegliche Bindung. Diese Unsicherheit übertrug sich somit auch auf Hercher, der hier m.E. gefordert gewesen wäre, ihm Orientierung zu bieten. Allerdings ist er bekanntlich kein "Lautsprecher". Dass Kleinsorges defensives Zweikampfverhalten stark ausbaufähig ist: geschenkt. Das ist es bei Redondo auch, der performt allerdings offensiv.
Was mir jedoch Hoffnung macht: Bei Redondo sah das in den ersten Spielen ähnlich aus und heute ist er absoluter Leistungsträger. Und auch Kleinsorge deutete 3x an, wie wichtig er für uns werden kann. Nämlich dann, wenn man ihn mit Tempo flach hinter die Kette schickt. Nur hatten wir gestern in den ersten 60 Minuten niemand auf dem Rasen, der das erfolgsstabil leisten kann. Pourié traue ich das generell zu, es ist ihm ja auch einmal gelungen, jedoch fehlt er dann meist in erster Reihe.
Meine Forderung ist daher, den 10er-Raum mit einem Spieler zu besetzen. Tut mir Leid für Huth, aber er hat (noch) keinen Platz in dieser Mannschaft. Zuck oder Ritter müssten hier aufgestellt werden.
Redondo selbst harmoniert immer besser mit Hlousek und beweist Übersicht und Finesse (achtet bei dem Tor mal nur auf ihn, von der Szene vor dem Ballgewinn bis zum finalen Rückgabe auf Ritter). Die positive Überraschung der Saison bislang.
Rücken wir bei der individuellen Betrachtung noch in die letzte Reihe: Unsere Innenverteidigung. Ich bin ehrlich, Bachmann hat mich sehr überrascht. Er wirkte unglaublich cool und abgebrüht. Als gelernter DM ist er es gewohnt, wenig Raum und Zeit zur Entscheidungsfindung zu haben, das hat man gestern bemerkt. Im Gegensatz zu Kraus hat er fast immer eine spielerische Lösung gesucht. Das kann dann zwar auch mal nach hinten losgehen, das ist es gestern zum Glück aber nicht. Und dann sieht die Leistung eben unglaublich souverän aus. Kraus spielt das resoluter, aber es ist, wie ich bereits an anderer Stelle erwähnt habe, unglaublich schwer an ihm vorbeizukommen. Zudem hat er die ganze Defensive organisiert. Was Pourié für unsere Offensive ist, das ist Kraus für die Defensive. Insbesondere in der zweiten Hälfte ist mir aufgefallen, wie er Kommandos gibt und unseren Spielern die Gegenspieler "zuweist". Ist mir in den vorherigen Partien so extrem noch nicht aufgefallen. Ob das an der Binde liegt? Spekulation...
Fazit:
1.) Das Spiel war von den Defensivkonzepten geprägt, welche die gegnerischen Offensivbemühungen im Keim erstickten. Beide Teams fanden kaum Mittel dagegen, sodass viele Fehlpässe erzwungen wurden oder Bälle lang gespielt werden mussten, was das Spiel äußerst unansehnlich machte.
2.) Im klassichen 4-4-2 sind unsere Stürmer isoliert (was man bereits in den ersten beiden Spielen unter Saibene sehen konnte). Wir benötigen einen Spieler im OM, der Bälle verteilen kann. Huth kann das nicht und Pourié fehlt dann in der Spitze.
3.) Kleinsorge benötigt flache Bälle, mit denen er hinter die Abwehr kommen kann (siehe Punkt 2). Zudem fehlt es an Abstimmung mit Hercher. Wenn er die bekommt, wird es gefährlich für den Gegner (gestern sogar mit einer 66%igen Quote
)
4.) Wenn man weiterhin mit 4er-Kette spielt, so bleibt nur eine Rückkehr zum 4-2-3-1 bzw. 4-1-4-1 (mit denen wir unsere besten Spiele abgeliefert hatten).
5.) Bachmanns herausragende Leistung als IV schafft uns zusätzliche taktische Optionen. Eventuell sollte man eine 3er- oder 5er-Kette als Option in Erwägung ziehen um die 11 besten Spielern auf den für sie besten Positionen aufbieten zu können.
6.) Saibenes Wechsel sitzen zu 90%. Ich kritisiere ihn ja immer mal gerne für die ein oder andere taktische Entscheidung, aber ich habe es selten erlebt, dass fast jeder Einwechselspieler auf der ihm zugedachten Position eine Verbesserung bewirkt. Als Spötter könnte ich natürlich die Frage stellen, weswegen das Team nicht bereits von Beginn an in dieser Konstellation aufläuft.
Aber nun zum Spiel gestern:
Die defensive Grundordnung stand wie in den letzten beiden spielen auch. In einem 4-2-4 haben wir den Gegner meist kurz vor der Mittellinie erwartet. Redondo hatte in den ersten 20 Minuten häufiger versucht, den gegnerischen 6er zuzustellen, wobei sich dann auf der Aussenbahn Lücken ergaben. Nach rund 30 Minuten wurde das daher verworfen und er orientierte sich wieder an "seinem" nominellen Gegenspieler. Wenn wir etwas höher ins Pressing gegangen sind, konnten die Lübecker unsere erste Linie auf Grund der nummerischen Überlegenheit in ihrer Abwehrreihe meist recht simpel überspielen und die Bälle gelangen dann direkt vor unseren 6er-Raum. Cicfti sollte dann herausrücken, agierte zwar bemüht, aber häufig unglücklich im Abfangen der Bälle. Oft waren es Zentimeter, die er zu spät kam, aber das sah dennoch nicht Stabil aus.
Generell war das Spiel ein Beleg dafür, wie verdammt schwer ein (Angriffs-)Pressing gegen eine 5er-Kette zu spielen ist. Wenn wir uns vor die Mittellinie zurückfallen ließen und der Gegner Optionen finden musste, unsere Reihen zu durchbrechen, kam da nicht viel. Das sieht für den Zuschauer dann zwar sehr statisch und vielleicht sogar ängstlich aus, aber ist taktisch ein probates Mittel. Das Spielgeschehen stützt Saibenes Herengehensweise. Defensivtaktisch spielt es im übrigen keine Rolle, ob wir mit zwei Stürmern oder einem Spielen.
Offensiv hingegen setzten wir auf einen zweiten Stürmer, um Pourié nicht alleine gegen drei IV spielen lassen zu müssen. Der Plan sollte wohl sein, die Überzahl auf der Aussenbahn zu nutzen, dort durchzubrechen und dann Flanken in den Strafraum zu schlagen. Diese Durchbrüche gelangen das ein ums andere Mal sogar wie geplant. Allerdings verpufften die Hereingaben (mit einer Ausnahme) allesamt wirkungslos. Ich schrieb es in der Halbzeit bereits: Gegen diese Abwehr sind hohe Flanken kein Mittel. Wenn wir hingegen flach durch die Abwehr spielten, wurde es prompt gefährlich. Hierzu gleich mehr.
Ciftci und Rieder sollten im Wechsel nach vorne stoßen, wurden jedoch durch geschicktes Zustellen der Lübecker von ihren Passoptionen auf die Aussenstürmer abgeschnitten. Häufig blieb dann der relativ unkontrollierte hohe (Chip-)Ball auf die beiden Stürmer, die jedoch nie gefährlich wurden.
Ich sage es ganz offen: Der Lübecker Defensivplan ging auf, offensiv war das Credo wahrscheinlich auf einen Glückstreffer wie Magdeburg zu hoffen. Erst als wir gegen Ende Räume angeboten haben, entwickelte unser Gegner so etwas wie Offensivdrang.
Zurück zu unserer Offensive. Um die Lücken im OM zu besetzen und sich der direkten Deckung der gegnerischen IV zu entziehen, ließen sich unsere beiden Stürmer im Wechsel fallen. Ich mag nicht direkt in die Einzelkritik gehen, aber es war schon auffällig, wie unsauber Huth in seiner Ballan- und -Mitnahme ist. Ehe er die Kugel unter Kontrolle hatte, wurde er direkt von 1-2 Gegnern angegangen. Mangels Passoptionen war der Ball dann meist verloren. Ja, Huth war bemüht und hatte ein hohes Laufpensum. Aber mit ihm kannst du einfach nicht "spielen". Pourié bietet hier eigentlich mehr an, hatte gestern allerdings auch einen gebrauchten Tag und wirkte nach 60 Minuten ziemlich platt.
Aber, was mir direkt nach seiner Auswechslung aufgefallen ist, waren die unkoordinierten Pressingversuche des FCK. Ritter, Huth und Zuck standen da nebeneinander herum und keiner wusste, wann und wie man herausrücken soll. Pourié scheint der entscheidende Spieler für unser Anlaufen zu sein, der die Pressingsignale an die Mannschaft gibt. In der ersten Hälfte kann ich mich zudem an eine Szene erinnern, in welcher er Redondo und Kleinsorge mit Armbewegungen dazu aufgefordert hatte, den Gegner anzulaufen. Das fehlte nach seinem Ausscheiden komplett. Das ein oder andere Mal konnte man über die Aussenmikrofone "(D)rauf!" hören, aber ich konnte nicht zuordnen, ob diese Rufe vom Feld oder von Ausserhalb kamen.
Was zudem auffällt, er läuft viel klüger an (gut, mit seinen 29 Jahren sollte er die Erfahrung dazu haben). Die anderen drei in der ersten Linie achten oft nicht auf ihren Deckungsschatten und gerade Redondo merkt fast nie, wenn der Passempfänger sich in seinem Rücken wegbewegt und somit wieder anspielbar ist.
Wenn wir situativ in ein Angriffspressing gehen, müssen solche Basics funktionieren, sonst laufen wir schnell Gefahr, riesige Räume anzubieten. Genau das ist gestern ja auch das ein oder andere Mal passiert. Im STT wurden oft die "großen Lücken" angesprochen. Die ergaben sich immer genau dann, wenn wir etwas offensiver gepresst haben. Zum Glück war das selten der Fall, auch wenn uns das dann als Angsthasenfussball ausgelegt wird. Das Trainerteam hat seine Aufgabe also voll und ganz erfüllt, wenn es darum geht, die Stärken des Gegners zu neutralisieren.
Kleinsorge sehe ich nicht ganz so kritisch wie die meisten hier. Er wirkte für mich weder unmotiviert noch lauffaul. Er war schlicht oft orientierungslos. Er irrlichterte über den Platz und wusste nicht, ob er Spieler X besser anlaufen soll oder Spieler Y. Ihm fehlte fast jegliche Bindung. Diese Unsicherheit übertrug sich somit auch auf Hercher, der hier m.E. gefordert gewesen wäre, ihm Orientierung zu bieten. Allerdings ist er bekanntlich kein "Lautsprecher". Dass Kleinsorges defensives Zweikampfverhalten stark ausbaufähig ist: geschenkt. Das ist es bei Redondo auch, der performt allerdings offensiv.
Was mir jedoch Hoffnung macht: Bei Redondo sah das in den ersten Spielen ähnlich aus und heute ist er absoluter Leistungsträger. Und auch Kleinsorge deutete 3x an, wie wichtig er für uns werden kann. Nämlich dann, wenn man ihn mit Tempo flach hinter die Kette schickt. Nur hatten wir gestern in den ersten 60 Minuten niemand auf dem Rasen, der das erfolgsstabil leisten kann. Pourié traue ich das generell zu, es ist ihm ja auch einmal gelungen, jedoch fehlt er dann meist in erster Reihe.
Meine Forderung ist daher, den 10er-Raum mit einem Spieler zu besetzen. Tut mir Leid für Huth, aber er hat (noch) keinen Platz in dieser Mannschaft. Zuck oder Ritter müssten hier aufgestellt werden.
Redondo selbst harmoniert immer besser mit Hlousek und beweist Übersicht und Finesse (achtet bei dem Tor mal nur auf ihn, von der Szene vor dem Ballgewinn bis zum finalen Rückgabe auf Ritter). Die positive Überraschung der Saison bislang.
Rücken wir bei der individuellen Betrachtung noch in die letzte Reihe: Unsere Innenverteidigung. Ich bin ehrlich, Bachmann hat mich sehr überrascht. Er wirkte unglaublich cool und abgebrüht. Als gelernter DM ist er es gewohnt, wenig Raum und Zeit zur Entscheidungsfindung zu haben, das hat man gestern bemerkt. Im Gegensatz zu Kraus hat er fast immer eine spielerische Lösung gesucht. Das kann dann zwar auch mal nach hinten losgehen, das ist es gestern zum Glück aber nicht. Und dann sieht die Leistung eben unglaublich souverän aus. Kraus spielt das resoluter, aber es ist, wie ich bereits an anderer Stelle erwähnt habe, unglaublich schwer an ihm vorbeizukommen. Zudem hat er die ganze Defensive organisiert. Was Pourié für unsere Offensive ist, das ist Kraus für die Defensive. Insbesondere in der zweiten Hälfte ist mir aufgefallen, wie er Kommandos gibt und unseren Spielern die Gegenspieler "zuweist". Ist mir in den vorherigen Partien so extrem noch nicht aufgefallen. Ob das an der Binde liegt? Spekulation...
Fazit:
1.) Das Spiel war von den Defensivkonzepten geprägt, welche die gegnerischen Offensivbemühungen im Keim erstickten. Beide Teams fanden kaum Mittel dagegen, sodass viele Fehlpässe erzwungen wurden oder Bälle lang gespielt werden mussten, was das Spiel äußerst unansehnlich machte.
2.) Im klassichen 4-4-2 sind unsere Stürmer isoliert (was man bereits in den ersten beiden Spielen unter Saibene sehen konnte). Wir benötigen einen Spieler im OM, der Bälle verteilen kann. Huth kann das nicht und Pourié fehlt dann in der Spitze.
3.) Kleinsorge benötigt flache Bälle, mit denen er hinter die Abwehr kommen kann (siehe Punkt 2). Zudem fehlt es an Abstimmung mit Hercher. Wenn er die bekommt, wird es gefährlich für den Gegner (gestern sogar mit einer 66%igen Quote
) 4.) Wenn man weiterhin mit 4er-Kette spielt, so bleibt nur eine Rückkehr zum 4-2-3-1 bzw. 4-1-4-1 (mit denen wir unsere besten Spiele abgeliefert hatten).
5.) Bachmanns herausragende Leistung als IV schafft uns zusätzliche taktische Optionen. Eventuell sollte man eine 3er- oder 5er-Kette als Option in Erwägung ziehen um die 11 besten Spielern auf den für sie besten Positionen aufbieten zu können.
6.) Saibenes Wechsel sitzen zu 90%. Ich kritisiere ihn ja immer mal gerne für die ein oder andere taktische Entscheidung, aber ich habe es selten erlebt, dass fast jeder Einwechselspieler auf der ihm zugedachten Position eine Verbesserung bewirkt. Als Spötter könnte ich natürlich die Frage stellen, weswegen das Team nicht bereits von Beginn an in dieser Konstellation aufläuft.
26.11.2020 - 10:36 Uhr
Ich will Rieder auch überhaupt nicht absprechen, dass er seine Sache als defensiver 6er super macht. Das Problem ist nur: Wir können uns eigentlich einen defensiven 6er gerade überhaupt nicht leisten. WIr haben ne Rechte Seite, die meistens ein Totalausfall ist und auch Spieler wie Ritter oder zuletzt Pourie können nicht immer überzeugen.
Mein Kritikpunkt am Kader ist halt schon seit längerem, dass mir spätstens seit den Ausfällen von Bakhat einfach spielstarke 6er/8er fehlen. Daher: Es ist toll, dass wir mit Rieder nen starken defensiven 6er haben, aber das bringt uns halt nix, wenn der defensive 6er und gerade das Offensivspiel weiter schwächt. Im Vergleich zu Hercher denke, dass RIeder als RV defensiv eher die Sache stabiler machen würde. Also mach ich hinten den Laden da erstmal dicht, setz auf Leute, die den Ball gepflegt an die Vorderleute bringen können. Sickinger zieh ich dafür nach vorne. Natürlich fehlt er dann fürs schnelle Umschalten aus der Abwehr heraus, aber ehrlich gesagt seh ich davon eh nicht so viele Situationen, da der Gegner kaum aufmachen muss, solang wie wir nichtmal anfangen Tore zu schießen. Aber er dürfte dem Offensivspiel deutlich mehr Struktur geben.
Mein Kritikpunkt am Kader ist halt schon seit längerem, dass mir spätstens seit den Ausfällen von Bakhat einfach spielstarke 6er/8er fehlen. Daher: Es ist toll, dass wir mit Rieder nen starken defensiven 6er haben, aber das bringt uns halt nix, wenn der defensive 6er und gerade das Offensivspiel weiter schwächt. Im Vergleich zu Hercher denke, dass RIeder als RV defensiv eher die Sache stabiler machen würde. Also mach ich hinten den Laden da erstmal dicht, setz auf Leute, die den Ball gepflegt an die Vorderleute bringen können. Sickinger zieh ich dafür nach vorne. Natürlich fehlt er dann fürs schnelle Umschalten aus der Abwehr heraus, aber ehrlich gesagt seh ich davon eh nicht so viele Situationen, da der Gegner kaum aufmachen muss, solang wie wir nichtmal anfangen Tore zu schießen. Aber er dürfte dem Offensivspiel deutlich mehr Struktur geben.
26.11.2020 - 11:12 Uhr
Zitat von Muh87
Ich will Rieder auch überhaupt nicht absprechen, dass er seine Sache als defensiver 6er super macht. Das Problem ist nur: Wir können uns eigentlich einen defensiven 6er gerade überhaupt nicht leisten. WIr haben ne Rechte Seite, die meistens ein Totalausfall ist und auch Spieler wie Ritter oder zuletzt Pourie können nicht immer überzeugen.
Mein Kritikpunkt am Kader ist halt schon seit längerem, dass mir spätstens seit den Ausfällen von Bakhat einfach spielstarke 6er/8er fehlen. Daher: Es ist toll, dass wir mit Rieder nen starken defensiven 6er haben, aber das bringt uns halt nix, wenn der defensive 6er und gerade das Offensivspiel weiter schwächt. Im Vergleich zu Hercher denke, dass RIeder als RV defensiv eher die Sache stabiler machen würde. Also mach ich hinten den Laden da erstmal dicht, setz auf Leute, die den Ball gepflegt an die Vorderleute bringen können. Sickinger zieh ich dafür nach vorne. Natürlich fehlt er dann fürs schnelle Umschalten aus der Abwehr heraus, aber ehrlich gesagt seh ich davon eh nicht so viele Situationen, da der Gegner kaum aufmachen muss, solang wie wir nichtmal anfangen Tore zu schießen. Aber er dürfte dem Offensivspiel deutlich mehr Struktur geben.
Ich will Rieder auch überhaupt nicht absprechen, dass er seine Sache als defensiver 6er super macht. Das Problem ist nur: Wir können uns eigentlich einen defensiven 6er gerade überhaupt nicht leisten. WIr haben ne Rechte Seite, die meistens ein Totalausfall ist und auch Spieler wie Ritter oder zuletzt Pourie können nicht immer überzeugen.
Mein Kritikpunkt am Kader ist halt schon seit längerem, dass mir spätstens seit den Ausfällen von Bakhat einfach spielstarke 6er/8er fehlen. Daher: Es ist toll, dass wir mit Rieder nen starken defensiven 6er haben, aber das bringt uns halt nix, wenn der defensive 6er und gerade das Offensivspiel weiter schwächt. Im Vergleich zu Hercher denke, dass RIeder als RV defensiv eher die Sache stabiler machen würde. Also mach ich hinten den Laden da erstmal dicht, setz auf Leute, die den Ball gepflegt an die Vorderleute bringen können. Sickinger zieh ich dafür nach vorne. Natürlich fehlt er dann fürs schnelle Umschalten aus der Abwehr heraus, aber ehrlich gesagt seh ich davon eh nicht so viele Situationen, da der Gegner kaum aufmachen muss, solang wie wir nichtmal anfangen Tore zu schießen. Aber er dürfte dem Offensivspiel deutlich mehr Struktur geben.
Spielstarke 8er haben wir doch mit Ciftci, Zuck, Morabet sowie dem derzeit verletzten Bakhat zur Genüge. Im derzeitigen Matchplan von Saibene gibt es für diese nur keinen Platz.
Rieder ist zwar die defensivere Variante, aber man hat gegen Zwickau und Magdeburg gesehen, was er für einen Aktionsradius haben kann, womit er offensiv durchaus taugt.
Ich gehe mit dir, als RAV könnte er sich auch einbringen, wäre evtl sogar ein Upgrade zu Hercher in der gestrigen Form. Aber Sickinger als einzigen 6er hielte ich für zu gewagt. Ich ziehe gerne nochmal den Vergleich zu Hoffenheim unter Nagelsmann. Da sehe ich Sickinger in einer ähnlichen Rolle wie Vogt. Und der ist auf Grund der Absicherung häufig auch vorne aufgetaucht und sogar zu Abschlüssen gekommen, obwohl er nominell als "Libero" aufgeboten wurde. Sickinger traue ich potentiell sogar mehr Torgefahr zu.
26.11.2020 - 12:25 Uhr
Was seit Jahren auffällt ist, dass es kein echtes Bindeglied zwischen defensiven Mittelfeld und unserer vorderen Angriffsreihe gibt. Gestern konnte man immer wieder beobachten, dass bei Ballbesitz hinten sowohl Sturm, als auch Flügelspieler stur nach vorne laufen statt entgegenzukommen und sich anzubieten. Was bleibt, ist dann ein langer Ball, den aber niemand festmachen kann und daraus resultierend ein Ballverlust.
Da Bachmann in der Innenverteidigung zuletzt ziemlich überzeugte (zumindest mich), bieten sich dahingehend nun doch ein paar interessante Optionen.
Mit Bachmann auf IV kann man Sickinger neben Rieder ins Zentrum stellen, um dort stabil zu stehen und einen halbwegs kontrollierten Ball hinten raus zu spielen. Hikmet Ciftci kann dann weiter nach vorne rücken und eben dieses oben beschriebene Bindeglied sein. Spielerisch traue ich ihm das absolut zu. Auf dem Papier hast du so ein recht spielstarkes Mittelfeld, von dem ich mir in einer offensiven Ausrichtung deutlich mehr Zug nach vorne erhoffe und eine Angriffsreihe, die nicht völlig in der Luft hängt und endlich mal aufhören kann, lang bekloppten Bällen hoffnungslos hinterherzurennen.
Da Bachmann in der Innenverteidigung zuletzt ziemlich überzeugte (zumindest mich), bieten sich dahingehend nun doch ein paar interessante Optionen.
Mit Bachmann auf IV kann man Sickinger neben Rieder ins Zentrum stellen, um dort stabil zu stehen und einen halbwegs kontrollierten Ball hinten raus zu spielen. Hikmet Ciftci kann dann weiter nach vorne rücken und eben dieses oben beschriebene Bindeglied sein. Spielerisch traue ich ihm das absolut zu. Auf dem Papier hast du so ein recht spielstarkes Mittelfeld, von dem ich mir in einer offensiven Ausrichtung deutlich mehr Zug nach vorne erhoffe und eine Angriffsreihe, die nicht völlig in der Luft hängt und endlich mal aufhören kann, lang bekloppten Bällen hoffnungslos hinterherzurennen.
26.11.2020 - 12:58 Uhr
Zitat von guggemool
Spielstarke 8er haben wir doch mit Ciftci, Zuck, Morabet sowie dem derzeit verletzten Bakhat zur Genüge. Im derzeitigen Matchplan von Saibene gibt es für diese nur keinen Platz.
Rieder ist zwar die defensivere Variante, aber man hat gegen Zwickau und Magdeburg gesehen, was er für einen Aktionsradius haben kann, womit er offensiv durchaus taugt.
Ich gehe mit dir, als RAV könnte er sich auch einbringen, wäre evtl sogar ein Upgrade zu Hercher in der gestrigen Form. Aber Sickinger als einzigen 6er hielte ich für zu gewagt. Ich ziehe gerne nochmal den Vergleich zu Hoffenheim unter Nagelsmann. Da sehe ich Sickinger in einer ähnlichen Rolle wie Vogt. Und der ist auf Grund der Absicherung häufig auch vorne aufgetaucht und sogar zu Abschlüssen gekommen, obwohl er nominell als "Libero" aufgeboten wurde. Sickinger traue ich potentiell sogar mehr Torgefahr zu.
Zitat von Muh87
Ich will Rieder auch überhaupt nicht absprechen, dass er seine Sache als defensiver 6er super macht. Das Problem ist nur: Wir können uns eigentlich einen defensiven 6er gerade überhaupt nicht leisten. WIr haben ne Rechte Seite, die meistens ein Totalausfall ist und auch Spieler wie Ritter oder zuletzt Pourie können nicht immer überzeugen.
Mein Kritikpunkt am Kader ist halt schon seit längerem, dass mir spätstens seit den Ausfällen von Bakhat einfach spielstarke 6er/8er fehlen. Daher: Es ist toll, dass wir mit Rieder nen starken defensiven 6er haben, aber das bringt uns halt nix, wenn der defensive 6er und gerade das Offensivspiel weiter schwächt. Im Vergleich zu Hercher denke, dass RIeder als RV defensiv eher die Sache stabiler machen würde. Also mach ich hinten den Laden da erstmal dicht, setz auf Leute, die den Ball gepflegt an die Vorderleute bringen können. Sickinger zieh ich dafür nach vorne. Natürlich fehlt er dann fürs schnelle Umschalten aus der Abwehr heraus, aber ehrlich gesagt seh ich davon eh nicht so viele Situationen, da der Gegner kaum aufmachen muss, solang wie wir nichtmal anfangen Tore zu schießen. Aber er dürfte dem Offensivspiel deutlich mehr Struktur geben.
Ich will Rieder auch überhaupt nicht absprechen, dass er seine Sache als defensiver 6er super macht. Das Problem ist nur: Wir können uns eigentlich einen defensiven 6er gerade überhaupt nicht leisten. WIr haben ne Rechte Seite, die meistens ein Totalausfall ist und auch Spieler wie Ritter oder zuletzt Pourie können nicht immer überzeugen.
Mein Kritikpunkt am Kader ist halt schon seit längerem, dass mir spätstens seit den Ausfällen von Bakhat einfach spielstarke 6er/8er fehlen. Daher: Es ist toll, dass wir mit Rieder nen starken defensiven 6er haben, aber das bringt uns halt nix, wenn der defensive 6er und gerade das Offensivspiel weiter schwächt. Im Vergleich zu Hercher denke, dass RIeder als RV defensiv eher die Sache stabiler machen würde. Also mach ich hinten den Laden da erstmal dicht, setz auf Leute, die den Ball gepflegt an die Vorderleute bringen können. Sickinger zieh ich dafür nach vorne. Natürlich fehlt er dann fürs schnelle Umschalten aus der Abwehr heraus, aber ehrlich gesagt seh ich davon eh nicht so viele Situationen, da der Gegner kaum aufmachen muss, solang wie wir nichtmal anfangen Tore zu schießen. Aber er dürfte dem Offensivspiel deutlich mehr Struktur geben.
Spielstarke 8er haben wir doch mit Ciftci, Zuck, Morabet sowie dem derzeit verletzten Bakhat zur Genüge. Im derzeitigen Matchplan von Saibene gibt es für diese nur keinen Platz.
Rieder ist zwar die defensivere Variante, aber man hat gegen Zwickau und Magdeburg gesehen, was er für einen Aktionsradius haben kann, womit er offensiv durchaus taugt.
Ich gehe mit dir, als RAV könnte er sich auch einbringen, wäre evtl sogar ein Upgrade zu Hercher in der gestrigen Form. Aber Sickinger als einzigen 6er hielte ich für zu gewagt. Ich ziehe gerne nochmal den Vergleich zu Hoffenheim unter Nagelsmann. Da sehe ich Sickinger in einer ähnlichen Rolle wie Vogt. Und der ist auf Grund der Absicherung häufig auch vorne aufgetaucht und sogar zu Abschlüssen gekommen, obwohl er nominell als "Libero" aufgeboten wurde. Sickinger traue ich potentiell sogar mehr Torgefahr zu.
@guggemool
Es würde mich mal interessieren, wie sich die Idee mit der 5er Abwehr Deiner Meinung nach weiter entwickeln würde / sollte, oder würdest Du das auch perspektivisch beibehalten? Wie sähe das ohne Sickinger aus?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von semper_fi am 26.11.2020 um 13:04 Uhr bearbeitet
26.11.2020 - 13:51 Uhr
Das Problem an der 3er Kette ist irgendwie, dass ich offensiv keinen richtigen Vorteil sehe bei unserem Spielermaterial.
Linke Seite: Entweder spoielt Hlousek in als linker IV, dann kann er aber nicht mehr so weit raus oder wir müssen den momentan stärksten offensiv Bereich mit Redondo umgestalten. Für mich würde das nur dann SInn machen, wenn Redondo rechts spielen könnte - da hat er aber bislang kaum Spiele gemacht.
Rechte Seite: Wir haben da entweder Spieler, die kaum offensiv in Erscheinung treten wie Hercher oder aber Leute wie Kleinsorge, die kein gutes Defensivverhalten zu haben scheinen. Mit nem fitten Schad würde die Sache anders aussehen, dem würde ich zutrauen, dass er von ner 3er Kette auch offensiv nochmal profitieren könnten.
Aber unterm Strich müssen wir unsere recht stabile defensive Grundordnung umstellen und gewinnen recht wenig dafür. Klar: WIr haben mit Winkler, Bachmann, Rieder, Sickinger und Hlousek ne Menge Leute, die in der 3er Kette hinten gut spielen könnten, aber die offensive passt irgendwie nicht so richtig dazu. 3-4-3 Ballbesitzsysteme mit einrückenden AVS wie unter Guardiola bei City lass mich bei der Bewertung außen vor *hust*
Linke Seite: Entweder spoielt Hlousek in als linker IV, dann kann er aber nicht mehr so weit raus oder wir müssen den momentan stärksten offensiv Bereich mit Redondo umgestalten. Für mich würde das nur dann SInn machen, wenn Redondo rechts spielen könnte - da hat er aber bislang kaum Spiele gemacht.
Rechte Seite: Wir haben da entweder Spieler, die kaum offensiv in Erscheinung treten wie Hercher oder aber Leute wie Kleinsorge, die kein gutes Defensivverhalten zu haben scheinen. Mit nem fitten Schad würde die Sache anders aussehen, dem würde ich zutrauen, dass er von ner 3er Kette auch offensiv nochmal profitieren könnten.
Aber unterm Strich müssen wir unsere recht stabile defensive Grundordnung umstellen und gewinnen recht wenig dafür. Klar: WIr haben mit Winkler, Bachmann, Rieder, Sickinger und Hlousek ne Menge Leute, die in der 3er Kette hinten gut spielen könnten, aber die offensive passt irgendwie nicht so richtig dazu. 3-4-3 Ballbesitzsysteme mit einrückenden AVS wie unter Guardiola bei City lass mich bei der Bewertung außen vor *hust*
26.11.2020 - 17:11 Uhr
@Muh87 @semper_fi
Ich würde auf den Aussenbahnen Hlousek und Hercher (in Vertretung für Schad) aufstellen.
Meine Verteidigung bildeten Bachmann (Winkler), Sickinger und Kraus.
Rieder im defensiven Mittelfeld, davor Ciftci als Bindeglied zu dem offensiven Trio.
Dies wird gebildet aus Ritter, Pourié und Redondo. Während Ritter hinter den beiden spielt, kann Redondo nach aussen ausweichen oder auch mal mit Geschwindigkeit auf die gegnerische Abwehr zulaufen.
Die Ausführungen von @Muh87 haben mich aber ins Grübeln gebracht, ob Rieder kein Mann für die rechte Aussenbahn sein könnte. Eine Option, falls Winkler fit werden sollte und Bachmann wieder eine Option für das DM würde.
Es steht und fällt mit möglichst stabilen Spielern auf den beiden Aussenbahnen. Hlousek bringt alles dafür mit. Rieder und Hercher dürften gleich laufstark sein, ersterer dafür zweikampfstärker und sicherer in der Entscheidungsfindung...ist ja auch ein paar Jährchen älter.
Bezüglich der Kritik, dem System fehle es an offensiver Durchschlagskraft:
Ein System ist ja immer nur so offensiv, wie du es interpretierst. Gestern hatten wir nominell 5 offensiv denkende Spieler auf dem Platz und trotzdem lief nach vorne nichts. Das lag ganz einfach an der Spielidee.
Ich würde das System durchaus auch perspektivisch sehen. Man muss nicht gleich an die zweite Liga denken, aber gegen ein solches System kannst du dich recht erfolglos zu Tode pressen (wie man gestern gesehen hat).
Zudem erlaubt es viel Variabilität, defensiv wie offensiv. Du kannst das offensiv problemlos in einem 2-3-2-3 interpretieren, was alle Räume nahezu optimal besetzt. Redondo und Ritter können nach aussen ausweichen, Sickinger schiebt eins nach vorne, zwischen die beiden AV und Ciftci und Rieder decken den Bereich vor ihm ab.
Ich will jedoch nochmals erwähnen, dass dies alles nur Gedankenspiele sind. Wie @Muh87 zutreffend schrieb, wird Saibene jetzt nicht mit taktischen Experimenten beginnen und zumindest unsere 4er-Kette ist weitgehend stabil und funktioniert.
Saibene begann die ersten Spiele mit einem flachen 4-4-2 aus dem Lehrbuch. Ganz simpel zu spielen, defensiv recht stabil. Neuer Trainer, verunsicherte Mannschaft, da macht das Sinn.
Dann schob er einen DM eine Position weiter nach vorne, um den Druck etwas früher aufbauen zu können, ein 4-1-4-1. Da Ciftci gerne aus der Tiefe kommt und seine Stärken als sog. Box-to-Box-Spieler hat, zog man ihn wieder etwas zurück und spielte im 4-2-3-1. Das waren m.E. unsere dominantesten drei Spiele. Und bevor ich mich an taktische Experimente wagen würde, täte ich an Saibenes Stelle genau dieses weiter verfeinern.
Ich würde auf den Aussenbahnen Hlousek und Hercher (in Vertretung für Schad) aufstellen.
Meine Verteidigung bildeten Bachmann (Winkler), Sickinger und Kraus.
Rieder im defensiven Mittelfeld, davor Ciftci als Bindeglied zu dem offensiven Trio.
Dies wird gebildet aus Ritter, Pourié und Redondo. Während Ritter hinter den beiden spielt, kann Redondo nach aussen ausweichen oder auch mal mit Geschwindigkeit auf die gegnerische Abwehr zulaufen.
Die Ausführungen von @Muh87 haben mich aber ins Grübeln gebracht, ob Rieder kein Mann für die rechte Aussenbahn sein könnte. Eine Option, falls Winkler fit werden sollte und Bachmann wieder eine Option für das DM würde.
Es steht und fällt mit möglichst stabilen Spielern auf den beiden Aussenbahnen. Hlousek bringt alles dafür mit. Rieder und Hercher dürften gleich laufstark sein, ersterer dafür zweikampfstärker und sicherer in der Entscheidungsfindung...ist ja auch ein paar Jährchen älter.
Bezüglich der Kritik, dem System fehle es an offensiver Durchschlagskraft:
Ein System ist ja immer nur so offensiv, wie du es interpretierst. Gestern hatten wir nominell 5 offensiv denkende Spieler auf dem Platz und trotzdem lief nach vorne nichts. Das lag ganz einfach an der Spielidee.
Ich würde das System durchaus auch perspektivisch sehen. Man muss nicht gleich an die zweite Liga denken, aber gegen ein solches System kannst du dich recht erfolglos zu Tode pressen (wie man gestern gesehen hat).
Zudem erlaubt es viel Variabilität, defensiv wie offensiv. Du kannst das offensiv problemlos in einem 2-3-2-3 interpretieren, was alle Räume nahezu optimal besetzt. Redondo und Ritter können nach aussen ausweichen, Sickinger schiebt eins nach vorne, zwischen die beiden AV und Ciftci und Rieder decken den Bereich vor ihm ab.
Ich will jedoch nochmals erwähnen, dass dies alles nur Gedankenspiele sind. Wie @Muh87 zutreffend schrieb, wird Saibene jetzt nicht mit taktischen Experimenten beginnen und zumindest unsere 4er-Kette ist weitgehend stabil und funktioniert.
Saibene begann die ersten Spiele mit einem flachen 4-4-2 aus dem Lehrbuch. Ganz simpel zu spielen, defensiv recht stabil. Neuer Trainer, verunsicherte Mannschaft, da macht das Sinn.
Dann schob er einen DM eine Position weiter nach vorne, um den Druck etwas früher aufbauen zu können, ein 4-1-4-1. Da Ciftci gerne aus der Tiefe kommt und seine Stärken als sog. Box-to-Box-Spieler hat, zog man ihn wieder etwas zurück und spielte im 4-2-3-1. Das waren m.E. unsere dominantesten drei Spiele. Und bevor ich mich an taktische Experimente wagen würde, täte ich an Saibenes Stelle genau dieses weiter verfeinern.
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