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Allgemeine Kaderdiskussion

23.07.2020 - 16:33 Uhr
Allgemeine Kaderdiskussion |#16261
14.07.2026 - 10:10 Uhr
Spannende letzte Beiträge, wobei ich da kein entweder/oder sehe. Du brauchst ja auch nicht "individuelle Qualität" als Abstraktum, sondern die Skills für eine hochstehende Kette. Das ist dann schon schwierig, wenn du keine Spieler mit gutem Speed hast. Gilt ebenso für das DM. Im Moment scheint die Idee zu sein, dass man das dann mit erfahrenen Spielern wie Rasmussen und Kunze über gutes Stellungsspiel ausgleicht, was aber bislang nur so mittelprächtig funktioniert hat. Und es reicht umgekehrt natürlich auch nicht der Speed, wenn sich dann der Gegenspieler in deinem Rücken davonschleicht (s. Elvedi). Du brauchst ein Gesamtpaket für die vom Trainer präferierte Spielidee! Diese ist recht klar, matcht aber nicht die Kompetenzen und die grundsätzliche Qualität unseres aktuellen Personals. Daher habe ich da echt große Bedenken.

Sirchs Leistung war prima und ging runter, als er sich innerlich vom FCK abgewendet hat. Kims Leistung war auch super, wurde aber durch die Verletzung unterbrochen. Und danach war da halt auch die Luft raus, weil das Ende der Leihe nahte. An der individuellen Qualität lag es bei beiden Spielern aber absolut nicht und es würde mir völlig ausreichen, wenn wir dafür ein Äquivalent am Markt erhielten. Mit der Qualität von Spielern wie diesen beiden kannst du durchaus vorne mitspielen.

Ich kann mich dem letzten Beitrag von @Patrol anschließen.

Rasmussen war bislang eine Enttäuschung, ist ziemlich langsam, sollte aber eigentlich die Qualität haben, dies durch intelligentes Stellungsspiel auch hochstehend auszugleichen. Elvedi hat die Speed, es fehlt ihm aber an Überblick; vielleicht hat er diese Defizite inzwischen ja ausgeglichen, in seinen ersten beiden Jahren habe ich die bei ihm auch nicht wahrgenommen und fand ihn sehr zuverlässig (da stand er ja auch fast immer auf dem Platz). Aber der ganze Rest ist Schweigen, die sind m.E. wirklich mit dem erforderlichen Niveau überfordert, wenn wir konstant vorne mitspielen wollen.

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Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 14.07.2026 um 10:21 Uhr bearbeitet
Allgemeine Kaderdiskussion |#16262
14.07.2026 - 11:05 Uhr
Zitat von Newtrial
Rasmussen war bislang eine Enttäuschung, ist ziemlich langsam, sollte aber eigentlich die Qualität haben, dies durch intelligentes Stellungsspiel auch hochstehend auszugleichen. Elvedi hat die Speed, es fehlt ihm aber an Überblick; vielleicht hat er diese Defizite inzwischen ja ausgeglichen, in seinen ersten beiden Jahren habe ich die bei ihm auch nicht wahrgenommen und fand ihn sehr zuverlässig (da stand er ja auch fast immer auf dem Platz). Aber der ganze Rest ist Schweigen, die sind m.E. wirklich mit dem erforderlichen Niveau überfordert, wenn wir konstant vorne mitspielen wollen.

Nach meinem Dafürhalten wollte man mit der Verpflichtung von Rasmussen in der Winterpause vor allem das Ketten- und Defensivverhalten stabilisieren. Die entscheidende Frage ist aber: Hat dieses Profil überhaupt zu den eigentlichen Problemen und zur Spielweise des FCK gepasst?

Wenn wir ehrlich sind: Welcher Ruf eilte Rasmussen aus seiner Zeit in Salzburg eigentlich voraus? Ja, er bringt internationale Erfahrung mit. Ja, er verfügt über ein gutes Stellungsspiel und eine ordentliche Spieleröffnung. Zudem gilt er als kopfballstarker Innenverteidiger und ist/war der offenbar schon so lange gesuchte Linsfuß für die Abwehr. Aber was noch? Gerade die überwiegend kritischen Stimmen vieler Salzburg-Fans, insbesondere im Hinblick auf seine fehlende Dynamik und Endgeschwindigkeit, haben mich damals bereits nachdenklich gemacht, obwohl ich grundsätzlich jedem FCK-Neuzugang zunächst einmal eine faire Chance geben und mir selbst ein Bild von seinen Leistungen machen möchte.

Mit zunehmender Spieldauer in der Rückrunde muss ich aber ehrlicherweise gestehen, hat sich diese gesamte Personalie aus verschiedenen Gründen für mich immer weniger erschlossen. Wollte man (in mittlerweile fast schon altbewährter Tradition) der absehbaren England-Rückkehr von Kim zur Sommerpause „vorgreifen“? Oder hat sich man auf dem Wintertransfermarkt, der im direkten Vergleich zur aktuellen Sommertransferphase meiner Meinung nach deutlich drastischer unter dem Faktor „Zeit“ steht ausschließlich auf die Kriterien „Linksfuß“ und „Erfahrung“ beschränkt? Ähnlich wie bei der Verpflichtung von Chernev, bei der der Fokus gefühlt lediglich auf „großgewachsen“ und der daraus abgeleiteten vermeintlichen Kopfballstärke gelegen hat, der durch seine Leihe allerdings glücklicherweise nicht länger als ein halbes Jahr ins Gewicht (bzw. aufs FCK-Konto) fiel.

Irgendetwas wurde hier aus meiner Sicht grundlegend falsch eingeschätzt. Entweder hat man Rasmussen beziehungsweise sein tatsächliches Leistungsvermögen überschätzt oder ihn schlicht nicht lange genug beziehungsweise nicht unter den entscheidenden Gesichtspunkten gescoutet. Genauso gut könnte man aber auch die Annahme des Vereins hinterfragen, dass es dem Trainer gelingen würde, einer größtenteils neu formierten Dreierkette innerhalb weniger Wochen ein funktionierendes Abstimmungs- und Deckungsverhalten zu vermitteln, an dem er bereits ein halbes bis dreiviertel Jahr zuvor ziemlich erfolglos herumgedoktert hat – ohne dass die Defensive und der hohe Gegentorschnitt im Saisonverlauf jemals den Eindruck einer sprichwörtlichen „well-oiled machine“ hinterlassen hätte.

Ich frage mich darüber hinaus, warum man sich mit Rasmussen bewusst für einen Innenverteidiger entschieden hat, dessen Stärken vor allem im Passspiel, in der Spieleröffnung und im Kopfballspiel liegen, wenn die eigene Spielweise dem doch nahezu diametral gegenübersteht. Der FCK agiert seit geraumer Zeit sehr direkt, häufig mit langen (Diagonal-)Bällen und einem hohen Fokus auf zweite Bälle – und vieles deutet darauf hin, dass sich daran auch in der kommenden Saison wenig ändern wird. Wäre unter diesen Voraussetzungen nicht ein athletischerer Innenverteidiger mit klaren Stärken im Eins-gegen-eins, im Verteidigen großer Räume und im Tempo die passendere Lösung gewesen?

Natürlich muss man fairerweise berücksichtigen, dass ein Wechsel mitten in der Winterpause alles andere als einfach ist. Rasmussen kam mehr oder weniger von der Ersatzbank eines internationalen Euro-League-Teilnehmers zu einem ambitionierten Zweitligisten, der sich damals noch berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg machen durfte. Dennoch hätte ich mir sowohl sportlich als auch in puncto Leadership deutlich mehr von ihm versprochen. Gerade seine Führungsqualitäten wurden bei seiner Vorstellung schließlich ausdrücklich hervorgehoben.

Ob der oft zitierte „Schritt nach vorne“ in der neuen Saison tatsächlich noch kommt, bleibt abzuwarten. Stand heute fällt es mir allerdings schwer, daran zu glauben. Das „Missverständnis“ liegt aber hier nicht ausschließlich auf Seiten des Spielers - sondern in einem ganz entscheidenden Maße auch auf Seiten des Vereins - wieder einmal.

Gruß,
W7
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Wingman_7 am 14.07.2026 um 11:10 Uhr bearbeitet
Allgemeine Kaderdiskussion |#16263
14.07.2026 - 11:05 Uhr
Zitat von Hemdl

Lieberknecht muss jetzt zeigen, dass er das hinbekommt. In anderen Vereinen und Mannschaften gelingt es auch, individuelle schlechtere Spieler besser dastehen zu lassen. Rein über die individuelle Qualität wird und kann es bei uns nicht gehen, dafür fehlt es uns an Mitteln. Ausreden hab es jetzt lange genug, Lieberknecht hatte mehr als eine Saison lang Zeit - jetzt müssen eben auch mal Erfolge sichtbar sein. Wenn wir nun aber erneut quasi ohne existenten Spielaufbau, ohne funktionierendes ZM und mit ähnlichen Abständen zwischen den Mannschaftsteilen agieren wie in der abgelaufenen Saison, dann kannst du auch van Dijk da hinten reinstellen - das Ergebnis wäre nahezu identisch. Lieberknecht muss jetzt liefern. Und sollte sich das spielerisch zu einem ähnlichen Trauerspiel wie letzte Saison entwickeln, braucht man auch keine Wunschspieler zu holen - dann wird er die Saison nicht als Trainer überleben.

Ein Abwehrspieler ist kein monolithischer Block, sondern eine sehr individuelle Zusammensetzung von verschiedenen Skills und Schwächen.

Unsere Gegentorflut und auch die individuellen Fehler liegen zu guten Teilen an einer schlechten Komposition unserer Abwehr und auch der Verschlimmbesserung jener Komposition in der letzten Wintertransferperiode.

Es geht nicht darum, "bessere" Abwehrspieler für uns Budget zu finden, sondern "passendere".

Wer war der "bessere" Abwehrspieler in seiner Prime, Virgil van Dijk oder Fabio Cannavaro?

Du willst Luca Sirch als Abwehrspieler ersetzen? Was soll der Abwehrspieler machen, viele Zweikämpfe führen und gewinnen? Mehr Tackles und Interceptions machen, mehr Kopfbälle gewinnen als Sirch? Die gute Nachricht: Kein Problem, haben wir schon im Kader, kostet nix: Leon Robinson ist in all dem deutlich besser als Luca Sirch. Deutlich.

Wir verlieren mit Sirch und Kim keine 2 monolithischen Abwehrblöcke, sondern gewisse Fähigkeiten. Diese muss man auffangen und spielerische Lösungen finden, im Falle von Sirch braucht es eben andere Ideen für die Progression aus der Abwehr heraus, für das schließen der Lücken zwischen den Reihen, für Überzahlspiel im Mittelfeld, für Offensivstandards etc. Es ist keineswegs gesagt, dass die Abwehr ohne Sirch jetzt mehr Gegentore kassiert und insgesamt instabiler wird, Sirchs Abgang bringt andere Probleme mit sich, was Hengen und Klos aber wissen, daher haben sie im Winter schon Rasmussen geholt, der den Spielaufbau aus der letzten Reihe über Diagonalbälle leiten soll.

In der Komposition mit Sirch und Gymafi war das aber eine Katastrophe, weil du mit Rasmussen und Sirch dann 2 IV hattest, die keine guten Defensiv-Verteidiger sind und viel zu viel an Gyamfi hing, daher hat man auch in der Endphase entschieden, Rasmussen und Sirch nicht mehr gemeinsam zu bringen (Umstellung Viererkette).

Generell kann man den Sirch Verlust schon so auffangen, dass sich Sahin stärker nach hinten fallen lässt um die Bälle zu holen und das Spiel aufzubauen. Das entspricht ohnehin viel eher seiner Spielweise, als die Versuche von TL, ihn immer offensiver einzusetzen. Die Frage ist dann, ob Kunze im Spiel gegen den Ball spritzig genug ist, mehr Gegenspieler/Raum abzudecken um Sahin mehr Freiheiten zu geben.

Wenn wir mit hoch stehender 3er Kette spielen, können wir uns nur einen Rasmussen leisten, wenn die beiden anderen Innenverteidiger sehr schnell, Zweikampf- und Kopfballstark sind. Hier bringt aus dem Trio Gyamfi, Elvedi und Robinson niemand alle 3 Skills zugleich auf wirklich hohem Level mit. Frees kann ich noch nicht einschätzen, die Daten implizieren, dass er trotz seiner Größe nicht so Kopfballstark ist, aber das kann auch täuschen und sich noch entwickeln.
Allgemeine Kaderdiskussion |#16264
14.07.2026 - 11:19 Uhr
Es gab keine Gegentorflut. Wir waren 8. bei den kassierten Treffern, haben acht Tore weniger kassiert als in der Saison davor.

Wir haben kaum Kontertore kassiert. Hauptprobleme waren individuelle Fehler und schlechtes Abwehrverhalten des Teams im Verbund. Wir verlieren jetzt Sirch, dessen Stärken im Aufbauspiel und der Dynamik in dder Vorwärtsbewegung lagen, der defensiv aber allenfalls durchschnittlich abgeliefert hat und diesbezüglich alles andere als unersetzbar ist, und Kim, der vor allem in der Hinrunde bis zu seiner Verletzung top war, aber insgesamt nur die Hälfte der Spiele mitgemacht hat.

Individuelle Fehler kann man schlecht übers Training abstellen. Die sind ne Frage von Konzentration und individueller Klasse, und wenn Spieler das nicht in den Griff bekommen, muss man sie halt raus nehmen. Was man verbessern kann, ist das Defensivverhalten im Verbund. Das betrifft aber bei weitem nicht nur die Abwehrkette, sondern eben das ganze Team. Wenn im Zehnerraum oder im Halbfeld immer wieder Gegner frei stehen, weil die Staffelung insgesamt nicht passt, wenn die vier Mittelfeldspieler sich die Füße wund laufen und die Räume nich zu kriegen, weil die drei Abwehrspieler hinten stehen bleiben und die drei Offensivspieler vorne, gibt es ne Menge Verbesserungspotenzial, ohne dass man an der individuellen Qualität der Abwehrreihe was drehen müsste. Da muss man ansetzen.

Maglica ist übrigens auch nicht schneller als Rasmussen (Und Kim) und auch aufgrund seiner Statue nicht der ideale Abwehrspieler, um hoch zu stehen.

Beste Grüße
Lullaby
Allgemeine Kaderdiskussion |#16265
14.07.2026 - 13:19 Uhr
Zitat von Lullaby
Es gab keine Gegentorflut. Wir waren 8. bei den kassierten Treffern, haben acht Tore weniger kassiert als in der Saison davor.

Wir haben kaum Kontertore kassiert. Hauptprobleme waren individuelle Fehler und schlechtes Abwehrverhalten des Teams im Verbund. Wir verlieren jetzt Sirch, dessen Stärken im Aufbauspiel und der Dynamik in dder Vorwärtsbewegung lagen, der defensiv aber allenfalls durchschnittlich abgeliefert hat und diesbezüglich alles andere als unersetzbar ist, und Kim, der vor allem in der Hinrunde bis zu seiner Verletzung top war, aber insgesamt nur die Hälfte der Spiele mitgemacht hat.

Individuelle Fehler kann man schlecht übers Training abstellen. Die sind ne Frage von Konzentration und individueller Klasse, und wenn Spieler das nicht in den Griff bekommen, muss man sie halt raus nehmen. Was man verbessern kann, ist das Defensivverhalten im Verbund. Das betrifft aber bei weitem nicht nur die Abwehrkette, sondern eben das ganze Team. Wenn im Zehnerraum oder im Halbfeld immer wieder Gegner frei stehen, weil die Staffelung insgesamt nicht passt, wenn die vier Mittelfeldspieler sich die Füße wund laufen und die Räume nich zu kriegen, weil die drei Abwehrspieler hinten stehen bleiben und die drei Offensivspieler vorne, gibt es ne Menge Verbesserungspotenzial, ohne dass man an der individuellen Qualität der Abwehrreihe was drehen müsste. Da muss man ansetzen.

Maglica ist übrigens auch nicht schneller als Rasmussen (Und Kim) und auch aufgrund seiner Statue nicht der ideale Abwehrspieler, um hoch zu stehen.

Beste Grüße
Lullaby


Also die Füße wundgelaufen hat sich bei uns keiner; im Gegenteil die Laufwerte sind seit Jahren katastrophal und
werden und werden nicht besser. Es ist der Job des Trainers und des Trainerteams in der Saisonvorbereitung dafür
zu sorgen, dass bei allen Spielern eine größtmögliche Fitness vorliegt, damit wir mindestens konkurrenzfähig sind.
Das waren mal Attribute, die früher zur DNA des FCK gehörten.

Zur Abwehrarbeit. Natürlich ist es richtig, dass man nur im Verbund, auf gleicher Höhe verteidigen kann. Das bedeutet
aber im Umkehrschluss, dass alle in der Kette hoch stehen können und ihren Gegner im 1:1 verteidigen können.
Diese Qualität hatten am Anfang der letzten Saison Kim und Gyamfi. Ende der Saison hatte sie keiner mehr und das
Abwehrverhalten war eher ein ängstliches, tiefes Stehen in der Hoffnung, dass der Gegner nicht die Fähigkeiten hat,
dies auszunutzen. Erfolg oder Misserfolg hingen nicht von der Funktion unserer Abwehrkette ab, sondern vom
Zufall.

Es ist jetzt der Job des Trainers, bzw. des Trainerteams Spieler zu holen, die die Voraussetzungen erfüllen.
Gyamfi hat letzte Saison, vor allem in den Spielen mit Kim, gut hoch verteidigt; am Ende der Saison war
er überfordert und stark fehleranfällig, um es gelinde auszudrücken.
Rasmussen kann nicht hoch Stehen, weil ihm die Geschwindigkeit fehlt. Dass unsere Scouts das nicht gesehen haben,
ist eigentlich unverzeihlich.
Elvedi hat nur auf RV die Qualität hoch zu Stehen und ins 1:1 zu gehen. Er hat zwar die Geschwindigkeit, aber den
Nachteil, dass er nur auf der rechten Seite stark ist, muss er in die Mitte wechseln oder verlässt er die Abwehrlinie,
verliert er schnell die Orientierung.
Freese kann ich nicht einschätzen.

Dieses Verhalten der Abwehrreihe gilt eigentlich nur, wenn man dominant mitspielen möchte. Falls man vorhat
weiterhin tief und sicher zu stehen und das vertikale Spiel, hoch und weit, zu bevorzugen, muss der Abwehrspieler
diese Qualitäten nicht haben. Dann stellt man 4 Riesen hinten rein und verkauft das Mittelfeld.

Deshalb bin ich da auch bei Hemdl, genug geredet. Lieberknecht muss liefern.
Allgemeine Kaderdiskussion |#16266
14.07.2026 - 14:03 Uhr
Zitat von Wingman_7
Zitat von Newtrial

Rasmussen war bislang eine Enttäuschung, ist ziemlich langsam, sollte aber eigentlich die Qualität haben, dies durch intelligentes Stellungsspiel auch hochstehend auszugleichen. Elvedi hat die Speed, es fehlt ihm aber an Überblick; vielleicht hat er diese Defizite inzwischen ja ausgeglichen, in seinen ersten beiden Jahren habe ich die bei ihm auch nicht wahrgenommen und fand ihn sehr zuverlässig (da stand er ja auch fast immer auf dem Platz). Aber der ganze Rest ist Schweigen, die sind m.E. wirklich mit dem erforderlichen Niveau überfordert, wenn wir konstant vorne mitspielen wollen.

Nach meinem Dafürhalten wollte man mit der Verpflichtung von Rasmussen in der Winterpause vor allem das Ketten- und Defensivverhalten stabilisieren. Die entscheidende Frage ist aber: Hat dieses Profil überhaupt zu den eigentlichen Problemen und zur Spielweise des FCK gepasst?

Wenn wir ehrlich sind: Welcher Ruf eilte Rasmussen aus seiner Zeit in Salzburg eigentlich voraus? Ja, er bringt internationale Erfahrung mit. Ja, er verfügt über ein gutes Stellungsspiel und eine ordentliche Spieleröffnung. Zudem gilt er als kopfballstarker Innenverteidiger und ist/war der offenbar schon so lange gesuchte Linsfuß für die Abwehr. Aber was noch? Gerade die überwiegend kritischen Stimmen vieler Salzburg-Fans, insbesondere im Hinblick auf seine fehlende Dynamik und Endgeschwindigkeit, haben mich damals bereits nachdenklich gemacht, obwohl ich grundsätzlich jedem FCK-Neuzugang zunächst einmal eine faire Chance geben und mir selbst ein Bild von seinen Leistungen machen möchte.

Mit zunehmender Spieldauer in der Rückrunde muss ich aber ehrlicherweise gestehen, hat sich diese gesamte Personalie aus verschiedenen Gründen für mich immer weniger erschlossen. Wollte man (in mittlerweile fast schon altbewährter Tradition) der absehbaren England-Rückkehr von Kim zur Sommerpause „vorgreifen“? Oder hat sich man auf dem Wintertransfermarkt, der im direkten Vergleich zur aktuellen Sommertransferphase meiner Meinung nach deutlich drastischer unter dem Faktor „Zeit“ steht ausschließlich auf die Kriterien „Linksfuß“ und „Erfahrung“ beschränkt? Ähnlich wie bei der Verpflichtung von Chernev, bei der der Fokus gefühlt lediglich auf „großgewachsen“ und der daraus abgeleiteten vermeintlichen Kopfballstärke gelegen hat, der durch seine Leihe allerdings glücklicherweise nicht länger als ein halbes Jahr ins Gewicht (bzw. aufs FCK-Konto) fiel.

Irgendetwas wurde hier aus meiner Sicht grundlegend falsch eingeschätzt. Entweder hat man Rasmussen beziehungsweise sein tatsächliches Leistungsvermögen überschätzt oder ihn schlicht nicht lange genug beziehungsweise nicht unter den entscheidenden Gesichtspunkten gescoutet. Genauso gut könnte man aber auch die Annahme des Vereins hinterfragen, dass es dem Trainer gelingen würde, einer größtenteils neu formierten Dreierkette innerhalb weniger Wochen ein funktionierendes Abstimmungs- und Deckungsverhalten zu vermitteln, an dem er bereits ein halbes bis dreiviertel Jahr zuvor ziemlich erfolglos herumgedoktert hat – ohne dass die Defensive und der hohe Gegentorschnitt im Saisonverlauf jemals den Eindruck einer sprichwörtlichen „well-oiled machine“ hinterlassen hätte.

Ich frage mich darüber hinaus, warum man sich mit Rasmussen bewusst für einen Innenverteidiger entschieden hat, dessen Stärken vor allem im Passspiel, in der Spieleröffnung und im Kopfballspiel liegen, wenn die eigene Spielweise dem doch nahezu diametral gegenübersteht. Der FCK agiert seit geraumer Zeit sehr direkt, häufig mit langen (Diagonal-)Bällen und einem hohen Fokus auf zweite Bälle – und vieles deutet darauf hin, dass sich daran auch in der kommenden Saison wenig ändern wird. Wäre unter diesen Voraussetzungen nicht ein athletischerer Innenverteidiger mit klaren Stärken im Eins-gegen-eins, im Verteidigen großer Räume und im Tempo die passendere Lösung gewesen?

Natürlich muss man fairerweise berücksichtigen, dass ein Wechsel mitten in der Winterpause alles andere als einfach ist. Rasmussen kam mehr oder weniger von der Ersatzbank eines internationalen Euro-League-Teilnehmers zu einem ambitionierten Zweitligisten, der sich damals noch berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg machen durfte. Dennoch hätte ich mir sowohl sportlich als auch in puncto Leadership deutlich mehr von ihm versprochen. Gerade seine Führungsqualitäten wurden bei seiner Vorstellung schließlich ausdrücklich hervorgehoben.

Ob der oft zitierte „Schritt nach vorne“ in der neuen Saison tatsächlich noch kommt, bleibt abzuwarten. Stand heute fällt es mir allerdings schwer, daran zu glauben. Das „Missverständnis“ liegt aber hier nicht ausschließlich auf Seiten des Spielers - sondern in einem ganz entscheidenden Maße auch auf Seiten des Vereins - wieder einmal.

Gruß,
W7


Ich wage zu bezweifeln das wir Rasmussens Profil nicht einschätzen konnten.
Marcel Klos hat bereits bei Vitesse Arnheim mit Rasmussen gearbeitet, bzw. kennt ihn von daher. Er sollte also eigentlich genau seine Stärken und Schwächen einschätzen.
Allgemeine Kaderdiskussion |#16267
14.07.2026 - 14:34 Uhr
Zitat von Olivarius

Ich wage zu bezweifeln das wir Rasmussens Profil nicht einschätzen konnten.
Marcel Klos hat bereits bei Vitesse Arnheim mit Rasmussen gearbeitet, bzw. kennt ihn von daher. Er sollte also eigentlich genau seine Stärken und Schwächen einschätzen.

Das ist natürlich ein berechtigter Einwand. Dann stellt sich für mich allerdings umso mehr die Frage, warum man sich trotz dieser Kenntnisse für genau diesen Spielertyp entschieden hat? Entweder war man überzeugt, dass Rasmussen die vorhandenen Tempo-/Schnelligkeitsdefizite durch Erfahrung, Stellungsspiel und Führungsqualitäten kompensieren kann, oder man hat bewusst in Kauf genommen, dass sein Profil nicht optimal zur Spielweise des FCK passt.

Beides halte ich zumindest für diskussionswürdig – insbesondere auch vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Gesamtkosten, die dieses Transferpaket aller Voraussicht nach verursacht haben dürfte und ohne die (persönliche These) womöglich auch die Personalie Maglica schon weiter fortgeschritten wäre.

Gruß,
W7
Allgemeine Kaderdiskussion |#16268
14.07.2026 - 15:13 Uhr
Bei Rasmussen hat man sich ganz klar vom Namen blenden lassen.

Niederländischer Meister, 2x norwegischer Meister + 1x Pokalsieger, knapp 30 internationale Spiele, Stammspieler in der Erendivisie, Einsätze in der Serie A, Verträge bei Feyenoord und Florenz, zuletzt noch Klub WM mit Salzburg und dort auch lange Stammspieler gewesen.

Das liest sich wie ein absoluter gestandener Innenverteidiger, der eigentlich zu gut für die 2.Liga ist.

Realität sind aber Böcke, die kaum ein Regionalligaspieler geschossen hätte.

Man schiebt das sicherlich auf irgendwelche Gründe und hofft auf den Durchbruch, den man aufgrund seiner Vita erwarten kann.

Bisher sind das aber nur Parallelen zu Karadas, bloß als IV.

•     •     •

Timsson
Allgemeine Kaderdiskussion |#16269
14.07.2026 - 15:21 Uhr
Rasmussen hatte keine gute Rückrunde aber wie hier über ihn gesprochen wird ist so langsam echt jenseits von gut und böse. Wie viele richtig happige Fehler hat er gemacht? 3-4? Er hatte insgesamt genauso viele völlig solide Spiele wie schwache Spiele. Dazu noch mindestens 2 wirklich starke. Reicht das für unsere Ansprüche an ihn? Nein. Rechtfertigt das, ihm hier in zigfacher Ausführung jegliche Qualität und Eignung als Spieler unserer Mannschaft anzusprechen?

Ebenfalls nein.
Allgemeine Kaderdiskussion |#16270
14.07.2026 - 15:40 Uhr
Zitat von Wingman_7
Zitat von Olivarius

Ich wage zu bezweifeln das wir Rasmussens Profil nicht einschätzen konnten.
Marcel Klos hat bereits bei Vitesse Arnheim mit Rasmussen gearbeitet, bzw. kennt ihn von daher. Er sollte also eigentlich genau seine Stärken und Schwächen einschätzen.

Das ist natürlich ein berechtigter Einwand. Dann stellt sich für mich allerdings umso mehr die Frage, warum man sich trotz dieser Kenntnisse für genau diesen Spielertyp entschieden hat? Entweder war man überzeugt, dass Rasmussen die vorhandenen Tempo-/Schnelligkeitsdefizite durch Erfahrung, Stellungsspiel und Führungsqualitäten kompensieren kann, oder man hat bewusst in Kauf genommen, dass sein Profil nicht optimal zur Spielweise des FCK passt.

Beides halte ich zumindest für diskussionswürdig – insbesondere auch vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Gesamtkosten, die dieses Transferpaket aller Voraussicht nach verursacht haben dürfte und ohne die (persönliche These) womöglich auch die Personalie Maglica schon weiter fortgeschritten wäre.

Gruß,
W7


Ohne es jetzt genau zu wissen, würde ich dahin tendieren das Klos einen Kader baut der nicht nur speziell auf unsere Spielweise zugeschnitten ist. Hier sei auch das Beispiel Berisha, Bassette oder aktuell Konaté genannt.
Der Vorteil ist sicherlich das bei einem potentiellen Trainerwechsel man immer noch mit dem Kader arbeiten könnte. Der Nachteil ist eben man holt nicht alles mögliche aus dem Kader heraus (siehe zum Beispiel Rasmussen). Beides hat Vor- und Nachteile und ist im Endeffekt eine Philosophie -Frage. Jedenfalls sieht mir die Transferstrategie nicht nach einem reinen Lieberknecht Kader aus, auch hier Beispiel fehlender Wandspieler.
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