Fanszene
31.01.2011 - 16:49 Uhr
Zitat von Toto-BSC
Polizei und Justiz.
Habe ich das auch nur ansatzweise angedeutet? Genau das Gegenteil ist der Fall. Finde solche Argumentation immer anstrengend.
Das stimmt einfach nicht. Wenn die Polizei nicht so inkompetent gewesen waere, haette man ALLE Dresdener Platzstuermer dingfest machen koennen. Aber weil die Polizei zu unfaehig ist, sollen Unbeteiligte bestraft werden? Nein danke.
Das ist mMn (!) eine absolut armseelige Argumentation. Weil diejenigen, die sich herausnehmen, als einzige im Land fuer Ordnung sorgen zu duerfen, absolut unfaehig sind, betteln die Leute quasi darum, noch mehr bevormundet zu werden und im Sippenhaft genommen zu werden. Werde ich nie verstehen.
Nein, ist es nicht. Individuelle Verantwortung ist das einzige legitime Mittel. Und wer deckt denn die Taetergruppen und sollte deshalb bestraft werden? Der Vater, der mit seinem 5jaehrigen Sohn daneben steht und den Gewalttaetern die Leviten lesen soll?
Die Polizei und der Staat/Bundesland ist dafuer verantwortlich, dass zu Regeln. Wer darauf besteht, dass die Gewalt beim Staat liegt, muss dann halt dementsprechend handeln.
Polizei und Justiz.
Zitat von 3-Ecken-Elfer
Soll man, wenn so etwas immer wieder vorkommt, und man Kollektivstrafen nicht für gerecht und angemessen hält, einfach gar nichts unternehmen, weil das Individualisieren der Täter oftmals schlichtweg unmöglich ist?
Soll man, wenn so etwas immer wieder vorkommt, und man Kollektivstrafen nicht für gerecht und angemessen hält, einfach gar nichts unternehmen, weil das Individualisieren der Täter oftmals schlichtweg unmöglich ist?
Habe ich das auch nur ansatzweise angedeutet? Genau das Gegenteil ist der Fall. Finde solche Argumentation immer anstrengend.
Zitat von 3-Ecken-Elfer
In der Regel sind die Täter vermummt, sind also nicht zu identifizieren, weil eben u. a. auch eine Personalisierung der Tickets abgelehnt wird, und sie werden von Teilen geschützt, sodass es schlichtweg
unmöglich ist.
In der Regel sind die Täter vermummt, sind also nicht zu identifizieren, weil eben u. a. auch eine Personalisierung der Tickets abgelehnt wird, und sie werden von Teilen geschützt, sodass es schlichtweg
unmöglich ist.
Das stimmt einfach nicht. Wenn die Polizei nicht so inkompetent gewesen waere, haette man ALLE Dresdener Platzstuermer dingfest machen koennen. Aber weil die Polizei zu unfaehig ist, sollen Unbeteiligte bestraft werden? Nein danke.
Zitat von 3-Ecken-Elfer
Im Bereich von Gesetz, Recht und Ordnung ist es halt nun einmal manchmal so, dass Strafen als nicht gerecht angesehen werden. Solange aber eben bessere Alternativlösungen nicht zu finden sind, es außer Ablehnung nichts Gehaltvolles kommt, also keine Lösungsvorschläge, wird man eben dabei bleiben müssen, auch wenn es der Mehrheit bewusst ist, dass es eben nicht perfekt ist, um es vorsichtig zu formulieren.
Im Bereich von Gesetz, Recht und Ordnung ist es halt nun einmal manchmal so, dass Strafen als nicht gerecht angesehen werden. Solange aber eben bessere Alternativlösungen nicht zu finden sind, es außer Ablehnung nichts Gehaltvolles kommt, also keine Lösungsvorschläge, wird man eben dabei bleiben müssen, auch wenn es der Mehrheit bewusst ist, dass es eben nicht perfekt ist, um es vorsichtig zu formulieren.
Das ist mMn (!) eine absolut armseelige Argumentation. Weil diejenigen, die sich herausnehmen, als einzige im Land fuer Ordnung sorgen zu duerfen, absolut unfaehig sind, betteln die Leute quasi darum, noch mehr bevormundet zu werden und im Sippenhaft genommen zu werden. Werde ich nie verstehen.
Zitat von 3-Ecken-Elfer
Wenn Täter, Einzeltäter, kleine Tätergruppen gedeckt werden, dann ist es letztendlich eine logische Konsequenz daraus, dass es zu Kollektivstrafen kommt. Das mag nicht mit jedwedem Rechtsbewusstsein in Einklang zu bringen sein, ist aber dann ein legitimes Mittel zum Schutze anderer, die eben auch Rechte besitzen.
Wenn Täter, Einzeltäter, kleine Tätergruppen gedeckt werden, dann ist es letztendlich eine logische Konsequenz daraus, dass es zu Kollektivstrafen kommt. Das mag nicht mit jedwedem Rechtsbewusstsein in Einklang zu bringen sein, ist aber dann ein legitimes Mittel zum Schutze anderer, die eben auch Rechte besitzen.
Nein, ist es nicht. Individuelle Verantwortung ist das einzige legitime Mittel. Und wer deckt denn die Taetergruppen und sollte deshalb bestraft werden? Der Vater, der mit seinem 5jaehrigen Sohn daneben steht und den Gewalttaetern die Leviten lesen soll?
Die Polizei und der Staat/Bundesland ist dafuer verantwortlich, dass zu Regeln. Wer darauf besteht, dass die Gewalt beim Staat liegt, muss dann halt dementsprechend handeln.
Ach, weißt du, solche Meinungen mit entsprechender Argumentation, wenn man das so nennen möchte, habe ich schon unzählige Male vernehmen dürfen, denn stets ist da der Tenor, die Schuld läge bei der Polizei, die einfach nicht gut genug arbeiten würde, denn wenn sie das täten, würde dieses Problem nicht existieren bzw. verringert werden können. Das wird eben genau so geglaubt.
In manchen Fällen rennen irgendwelche " ***** en" auf das Feld, aber oftmals finden die Vergehen im Block statt und dann soll die Polizei genau was machen? In den Block gehen, um was zu tun? Das soll bitte schön auch noch vorbildlich und deeskalierend vonstatten gehen.
Was ist aber mit den Tätern, mit dem Verein als denjenigen, der das Hausrecht besitzt und genau was dagegen unternimmt?
Sagen, was falsch läuft und jemanden benennen, der etwas dagegen unternehmen muss, ohne aber zu sagen wie, eine funktionierende und plausible Lösung parat zu haben, bringt uns einfach nicht weiter, weshalb es ja mal für uns alle hier sinnvoll wäre, was du genau vorschlägst, sollte die Polizei, die Justiz unternehmen, um eben solche Vorfälle zu verhindern und wenn sie geschehen, sie machen soll, um jedweden Täter identifizieren und bestrafen zu können, damit keine Kollektivstrafen mehr nötig sind.
In den Block gehen und die dortigen Fans fragen bzw. bitte, die Täter zu lokalisieren, wird hoffentlich nicht dein ultimativer Ratschlag sein, oder, der in jedem Stadion, jedem Fanblock, bei jedem Fanklientel als funktionierend angesehen wird.
Da hier der Verein beteiligt war, würde ich vorschlagen, du unterbreitest Vorschläge, lässt dich entsprechend ausrüsten, und gehst dann mit der Polizei in den K-Block in Dresden, in einer Polizeiuniform. Da wirst du sehen, wenn du es nicht bereits weißt, wie gern gesehen man dort in diesem "Outfit" ist.
Respekt vor Institutionen, vor der Polizei geht immer mehr verloren bzw. war bei gewissen Personen nahezu noch nie vorhanden und deshalb wirst du wenig bis gar nichts erreichen. Du läufst doch auch nicht mit einem roten Tuch auf einen Stier zu, um zu versuchen, ihn zu besänftigen...
Du, ich, wir sind wahrscheinlich vernünftige Menschen, wissen uns zu benehmen und machen das in der Regel auch, aber in den Stadien, vor allem in der heutigen Zeit, hast du leider zum Teil einfach ein anderes Klientel, und diesem Zustand muss man sich zwingend bewusst sein, denn da erreichst du mit den beschränkten Mitteln, die der Polizei zur Verfügung stehen, so gut wie gar nichts, nein, sage wir, wie es ist, gar nichts.
Wir reden hier noch immer über Täter, Tätergruppen, die ein zum Teil enorm gestörtes Verhältnis zu gewissen Institutionen besitzen, die Probleme damit haben, sich an Recht und Ordnung zu halten, die zwar wissen, was sie dürfen und was nicht, es sie aber nicht wirklich tangiert, weil sie sich in den Stadion unter Schutz wähnen, wissen, dass sie in der Regel nicht identifiziert werden können, denn die vermummen sich dann unter Bannern, Flaggen oder sonstigen Gegenständen, tauchen dann auf, machen, was sie auch immer machen, und verschwinden dann wieder in der Menge, einer Menge, die sich deckt und schützt, sodass du eben nahezu keine Mittel hast.
Wir kommen halt einfach nicht weiter, wenn wir permanent den schwarzen Peter der Polizei zuschieben und meinen, die agieren halt schlecht/falsch, denn wenn sie das täten, wäre alles anders, besser. Nur sagen Menschen, Fans wie du nicht, wie das genau gehen soll, aber mit Kritik sind sie immer schnell dabei...
Ein Phänomen, welches wir in unserer Gesellschaft bei diversen Themen "bestaunen" dürfen, denn Schuld sind bekanntlich immer die anderen, wie z. B. auch in der Politik, denn auch da, equivalent zu gewissen Fans in den Stadien, sind nicht Teile der Bürger das Problem, sondern die Politiker, oder eben in diesem Fall die Polizei.
Man soll eine gerechte Politik für 83 Mio Bürger machen, und so soll eben die Polizei in jedweder Situation Probleme lösen können, ohne neue zu schaffen. Dass das aber nicht möglich ist und warum, darauf wird der Fokus zu selten gelegt. Da sollten wir mal anfangen...
Wollen die Fans besser Stadioneingangskontrollen, um gewissen Problemen vorzubeugen?
Wollen die Fans Sitzplätze mit genauerer Zuweisen und persönlichem Ticketing?
Wollen die Fans eine bessere und zielgerichtete Videoüberwachung in den Stadien?
Lassen es die Fans zu, dass die Polizei vorbeugend zielgerichteter arbeiten/agieren kann, durch entsprechende Kontrollen und Aktionen in den Blöcken?
Mir würden noch viele Fragen einfallen, wo die Antwort dieselbe sein dürfte.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von 3-Ecken-Elfer am 09.04.2026 um 15:09 Uhr bearbeitet
@Toto-BSC Die Argumentation bezüglich der Polizei habe ich neulich auch schon einmal ähnlich gehört. Nur wie genau stellt man sich das konkret vor. Sollen die da volle Konfrontation mitten in den Pulk gehen und alle (teils bewaffneten) Hools kampfunfähig knüppeln. Und das vor tausenden Zuschauern und dutzenden Kameras. Überleg doch bitte mal, was für eine zusätzliche Eskalation das bedeutet. Dagegen ist die Geschichte aus dem Olympiastadion ja gar nichts. Und auch da hat man anschließend (womöglich gar nicht zu Unrecht) fast mehr über Polizeigewalt als über Ultra-Entgleisungen diskutiert...
Ich persönlich denke, dass in so einer brisanten Situation primär auf Deeskalation gesetzt werden muss und in Dresden zwar spät aber dann grundsätzlich richtig gehandelt wurde. Vermutlich hätte die Polizei den Rückzug in den Block verhindern können. Nur um welchen Preis?
Aber nochmal zu den Kollektivstrafen: Wo ist es eine übermäßige Gängelung von Unschuldigen, wenn z.B. personalisierte Tickets und strengere Kontrollen durchgesetzt werden. Würde die wenigsten tangieren und im Gegenteil vielleicht sogar eher dazu führen, dass der Vater überhaupt noch mit seinem Fünfjährigen ins Stadion geht. Und bspw in unserer Ostkurve sind Familien nun nicht gerade in der Mehrzahl, zumal es ohnehin noch genügend andere Plätze im Oly gibt. Was tatsächlich leiden wird ist die Stimmung. Aber wenn man das Ganze auf Risikospiele reduziert, sehe ich das in der Abwägung als vertretbar an. Es muss ja auch nicht dauerhaft dabei bleiben, wenn sich die Ultras doch mal lernfähig zeigen.
Ich persönlich denke, dass in so einer brisanten Situation primär auf Deeskalation gesetzt werden muss und in Dresden zwar spät aber dann grundsätzlich richtig gehandelt wurde. Vermutlich hätte die Polizei den Rückzug in den Block verhindern können. Nur um welchen Preis?
Aber nochmal zu den Kollektivstrafen: Wo ist es eine übermäßige Gängelung von Unschuldigen, wenn z.B. personalisierte Tickets und strengere Kontrollen durchgesetzt werden. Würde die wenigsten tangieren und im Gegenteil vielleicht sogar eher dazu führen, dass der Vater überhaupt noch mit seinem Fünfjährigen ins Stadion geht. Und bspw in unserer Ostkurve sind Familien nun nicht gerade in der Mehrzahl, zumal es ohnehin noch genügend andere Plätze im Oly gibt. Was tatsächlich leiden wird ist die Stimmung. Aber wenn man das Ganze auf Risikospiele reduziert, sehe ich das in der Abwägung als vertretbar an. Es muss ja auch nicht dauerhaft dabei bleiben, wenn sich die Ultras doch mal lernfähig zeigen.
Die Frage ist halt aber auch, was der Preis ist, wenn keine unmittelbaren Konsequenzen zu spüren sind. Ich wette KEINER von denen, die da quer über das Feld gerannt sind und diverse Straftaten in aller Öffentlichkeit verübt haben, wird irgendeine Konsequenz erfahren dafür, weil sie vermummt waren und somit im Nachhinein nicht identifizierbar.
Was ist denn die persönliche Lehre dieser Leute aus diesem Verhalten - exakt gar keine, denn um den Verein geht es den Leuten doch nur als Mittel zum Zweck und somit sind Strafen gegen den Verein für diese Leute vollkommen egal.
Es gab hier die Chance direkt persönliche Konsequenzen anzuwenden, ohne in einen Block gehen zu müssen. Die hat man nicht genutzt und man kann auch entgegen deiner Argumentation von "vor tausenden Zuschauern" sagen, die Lehre des Ablaufs so wie er jetzt passiert ist, das ein Fußballstadion weiterhin für Teile der Besucher ein rechtsfreier Raum bleibt, wenn sie sich nicht komplett dämlich anstellen und genau das haben tausende Zuschauer in Stadion und Millionen am TV gesehen - ob der Preis ein besserer ist, ich habe da zumindest erhebliche Zweifel dran.
Was ist denn die persönliche Lehre dieser Leute aus diesem Verhalten - exakt gar keine, denn um den Verein geht es den Leuten doch nur als Mittel zum Zweck und somit sind Strafen gegen den Verein für diese Leute vollkommen egal.
Es gab hier die Chance direkt persönliche Konsequenzen anzuwenden, ohne in einen Block gehen zu müssen. Die hat man nicht genutzt und man kann auch entgegen deiner Argumentation von "vor tausenden Zuschauern" sagen, die Lehre des Ablaufs so wie er jetzt passiert ist, das ein Fußballstadion weiterhin für Teile der Besucher ein rechtsfreier Raum bleibt, wenn sie sich nicht komplett dämlich anstellen und genau das haben tausende Zuschauer in Stadion und Millionen am TV gesehen - ob der Preis ein besserer ist, ich habe da zumindest erhebliche Zweifel dran.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von soki1072_2 am 09.04.2026 um 22:18 Uhr bearbeitet
Nochmal: Wie konkret hätte die Polizei das durchsetzen sollen? Und inwiefern hätte das realistisch(!) ein überzeugenderes Bild abgegeben?
Die Zuschauer haben schon vorher eine brisante Konfrontation mit einigen Gewaltszenen erlebt und die direkt Beteiligten waren schon individuell enthemmt und auf Adrenalin sowie kollektiv in einer brisanten Gruppendynamik. Ich glaube, da ist der primäre Instinkt, dass man diese Szenen möglichst schnell und geordnet beendet sehen will, erstmal egal wie. Beim möglichst schnell können wir gerne diskutieren (wobei sich die Polizei ggf auch erst entsprechend ordnen und abstimmen musste).
Beim möglichst geordnet beenden sehe ich aber kaum Luft nach oben.
Stattdessen soll die Polizei dann also mit entsprechender Gewalt ran/ voll rein, die Gruppe (wie?) einkreisen, (wie?) kampfunfähig "machen" und verhaften/ abführen?
Übrigens wusste die Polizei laut Berichten auch, dass je Lager um die 300 gewaltbereite und ca. 80-100
gewaltsuchende Anhänger im Stadion waren. Davon waren auf Berliner Seite bis zu diesem Zeitpunkt ein paar Dutzend in Erscheinung getreten und bei Dresden über 50 aber unter 100. Auch auf dieser Seite war also noch deutlich Potential nach oben. Und im schlimmsten Fall hätten sich beide Lager noch gegen die Polizei solidarisiert, weil ACAB evtl. noch heiliger ist als irgendwelche Fahnen.
Und was HABEN die Zuschauer denn nun als Reaktion gesehen und wie wurde es bewertet? Sie haben gesehen, wie die Verursacher geflohen sind und das Spielfeld aber auch die Blöcke zunehmend zur Ruhe gekommen sind (ok das Verbrennen der Fahne war dann nochmal eine letzte, vor allen Augen inszenierte Eskalation). Wie das Spiel geordnet zu Ende gespielt werden konnte. Auch für alle, die einen Spielabbruch gefordert haben: Was macht DAS mit allen Beteiligten inklusive dem Papa mit dem Fünfjährigen.
Kurz: Es gab hier mE drei denkbare Szenarien.
1) Abbruch: maximale Ohnmacht und zugleich hohes Potential für Eskalation (nicht ohne Grund entscheidet man sich meist unabhängig von der genauen Dynamik dagegen)
2) maximale Durchsetzung des staatlichen Gewaltmonopols mit maximalem Potential zur weiteren Eskalation
3) unmittelbare Präsenz mit Fokus auf Deeskalation und allen weiteren Konsequenzen dann im Nachgang
Bei zwei davon besteht Potenzial zur zusätzlichen Eskalation und danach redet niemand mehr über Fußball sowie im worst case ein Großteil über Polizeigewalt (kritisieren wird man diese übrigens immer, weil sie ja zuständig für die Sicherheit ist und es laut Dunning Kruger nicht nur 80 Mio Bundestrainer gibt, sondern auch 80 Mio Einsatzleiter, die es zwar alle je anders aber dennoch alle deutlich besser gelöst hätten).
Ich bleibe dabei, dass man mit Abstand das beste Szenario gewählt hat. Die letztendliche Bewertung wird aber stark davon abhängen, welche Konsequenzen nun im Nachgang tatsächlich folgen. Und auch wenn jetzt viele schon vorsorglich jammern ("aber bloß nicht dieses und keinesfalls jenes"): Viele der diskutierten Maßnahmen würden die Beteiligten mE sehr viel härter treffen als wirklich fußballinteressierte Fans. Das betrifft dann zwar trotzdem alle aber das Ergebnis ist für einige viele unter dem Strich eher zuträglich und für andere wenige eher abträglich für die jeweils gewünschte Show.
Die Beispiele Sicherheitskontrollen am Flughafen oder Waffen- aber auch (etwas kontroverser) Feuerwerksverbotszonen laufen da analog und haben je hohe Zustimmungswerte.
Und nochmal zum Abschluss: Wir leben (zum Glück) immer noch in einer Demokratie, wo in unserem Fall eher eine Mehrheit für umsetzbare Regeln und Verbote als für einen Polizeistaat oder Einsätze des Militärs votieren würden und sich so wenig Gewalt zur Durchsetzung der Ordnung wie nötig statt so viel wie möglich wünschen.
Die Zuschauer haben schon vorher eine brisante Konfrontation mit einigen Gewaltszenen erlebt und die direkt Beteiligten waren schon individuell enthemmt und auf Adrenalin sowie kollektiv in einer brisanten Gruppendynamik. Ich glaube, da ist der primäre Instinkt, dass man diese Szenen möglichst schnell und geordnet beendet sehen will, erstmal egal wie. Beim möglichst schnell können wir gerne diskutieren (wobei sich die Polizei ggf auch erst entsprechend ordnen und abstimmen musste).
Beim möglichst geordnet beenden sehe ich aber kaum Luft nach oben.
Stattdessen soll die Polizei dann also mit entsprechender Gewalt ran/ voll rein, die Gruppe (wie?) einkreisen, (wie?) kampfunfähig "machen" und verhaften/ abführen?
Übrigens wusste die Polizei laut Berichten auch, dass je Lager um die 300 gewaltbereite und ca. 80-100
gewaltsuchende Anhänger im Stadion waren. Davon waren auf Berliner Seite bis zu diesem Zeitpunkt ein paar Dutzend in Erscheinung getreten und bei Dresden über 50 aber unter 100. Auch auf dieser Seite war also noch deutlich Potential nach oben. Und im schlimmsten Fall hätten sich beide Lager noch gegen die Polizei solidarisiert, weil ACAB evtl. noch heiliger ist als irgendwelche Fahnen.
Und was HABEN die Zuschauer denn nun als Reaktion gesehen und wie wurde es bewertet? Sie haben gesehen, wie die Verursacher geflohen sind und das Spielfeld aber auch die Blöcke zunehmend zur Ruhe gekommen sind (ok das Verbrennen der Fahne war dann nochmal eine letzte, vor allen Augen inszenierte Eskalation). Wie das Spiel geordnet zu Ende gespielt werden konnte. Auch für alle, die einen Spielabbruch gefordert haben: Was macht DAS mit allen Beteiligten inklusive dem Papa mit dem Fünfjährigen.
Kurz: Es gab hier mE drei denkbare Szenarien.
1) Abbruch: maximale Ohnmacht und zugleich hohes Potential für Eskalation (nicht ohne Grund entscheidet man sich meist unabhängig von der genauen Dynamik dagegen)
2) maximale Durchsetzung des staatlichen Gewaltmonopols mit maximalem Potential zur weiteren Eskalation
3) unmittelbare Präsenz mit Fokus auf Deeskalation und allen weiteren Konsequenzen dann im Nachgang
Bei zwei davon besteht Potenzial zur zusätzlichen Eskalation und danach redet niemand mehr über Fußball sowie im worst case ein Großteil über Polizeigewalt (kritisieren wird man diese übrigens immer, weil sie ja zuständig für die Sicherheit ist und es laut Dunning Kruger nicht nur 80 Mio Bundestrainer gibt, sondern auch 80 Mio Einsatzleiter, die es zwar alle je anders aber dennoch alle deutlich besser gelöst hätten).
Ich bleibe dabei, dass man mit Abstand das beste Szenario gewählt hat. Die letztendliche Bewertung wird aber stark davon abhängen, welche Konsequenzen nun im Nachgang tatsächlich folgen. Und auch wenn jetzt viele schon vorsorglich jammern ("aber bloß nicht dieses und keinesfalls jenes"): Viele der diskutierten Maßnahmen würden die Beteiligten mE sehr viel härter treffen als wirklich fußballinteressierte Fans. Das betrifft dann zwar trotzdem alle aber das Ergebnis ist für einige viele unter dem Strich eher zuträglich und für andere wenige eher abträglich für die jeweils gewünschte Show.
Die Beispiele Sicherheitskontrollen am Flughafen oder Waffen- aber auch (etwas kontroverser) Feuerwerksverbotszonen laufen da analog und haben je hohe Zustimmungswerte.
Und nochmal zum Abschluss: Wir leben (zum Glück) immer noch in einer Demokratie, wo in unserem Fall eher eine Mehrheit für umsetzbare Regeln und Verbote als für einen Polizeistaat oder Einsätze des Militärs votieren würden und sich so wenig Gewalt zur Durchsetzung der Ordnung wie nötig statt so viel wie möglich wünschen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Spreedampfer92 am 10.04.2026 um 05:56 Uhr bearbeitet
Schön, wie einfach man es sich machen kann. Ich wette du wärst einer der ersten die wieder irgendwas von Polizeigewalt gefaselt hätten, wenn die nämlich direkt reingestürmt wären und alles weggeknüppelt hätten. Ist aber natürlich auch super easy bei über 100 Leuten aufm dem Feld mal eben alle festzunehmen. Ich liebe solche Experten.
Quelle: Berliner Morgenpost
Nach Eklat in Dresden: Herthas Fanszene äußert sich zu ersten Konsequenzen
Die Ausschreitungen beim Dresden-Spiel waren auch vor dem Duell gegen Kaiserslautern Thema. Was Herthas Ultras dazu sagten.
Vor allem die Ausschreitungen der beiden aktiven Fanszenen wurden thematisiert. Den Krawallen ging unter anderem ein Fahnenklau durch Dresdner Ultras voraus. Nun ziehen die treuen Anhänger der Alten Dame erste Konsequenzen aus den Vorkommnissen – oder zumindest aus der Entwendung der für sie so wichtigen Fahne.
Die Ausschreitungen beim Dresden-Spiel waren auch vor dem Duell gegen Kaiserslautern Thema. Was Herthas Ultras dazu sagten.
Vor allem die Ausschreitungen der beiden aktiven Fanszenen wurden thematisiert. Den Krawallen ging unter anderem ein Fahnenklau durch Dresdner Ultras voraus. Nun ziehen die treuen Anhänger der Alten Dame erste Konsequenzen aus den Vorkommnissen – oder zumindest aus der Entwendung der für sie so wichtigen Fahne.
Zitat von Jonas Stein
Nach Fahnenklau in Dresden: Ostkurve gibt Banner auf
Beim Heimspiel gegen Kaiserslautern suchte man das „Ostkurve Hertha BSC“-Banner vergeblich. Ein kleiner Teil davon war am vergangenen Samstagabend beim Auswärtsspiel in Dresden geklaut und anschließend verbrannt worden.
Zu den Vorkommnissen und den Folgen gab die aktive Fanszene nun ein erstes Statement ab.
Demnach markiere der Fahnenklau „einen der schwärzesten Tage unserer Geschichte als Fanszene“, hieß es. Der entwendete Doppelhalter mit dem Logo sei nicht nur ein einmaliges Choreoelement, sondern auch als Zaunfahne genutzt worden. Die Fahne habe stets die gesamte Kurve repräsentiert.
Der Verlust habe „auf eigenen Fehlern und letztlich unserem Versagen beruht“, teilten die Ultras aus Westend weiter mit.
Die aktive Fanszene des Vereins habe sich daher dafür entschieden, „die bekannte Fahne ,Ostkurve Hertha BSC' ab sofort nicht mehr über unserer Kurve" aufzuhängen.
Weitere Schlüsse würden intern gezogen. Die gewaltvollen Ausschreitungen oder das Abfeuern von Pyrotechnik auf andere Menschen wurden in dem Statement nicht erwähnt.
Nach Fahnenklau in Dresden: Ostkurve gibt Banner auf
Beim Heimspiel gegen Kaiserslautern suchte man das „Ostkurve Hertha BSC“-Banner vergeblich. Ein kleiner Teil davon war am vergangenen Samstagabend beim Auswärtsspiel in Dresden geklaut und anschließend verbrannt worden.
Zu den Vorkommnissen und den Folgen gab die aktive Fanszene nun ein erstes Statement ab.
Demnach markiere der Fahnenklau „einen der schwärzesten Tage unserer Geschichte als Fanszene“, hieß es. Der entwendete Doppelhalter mit dem Logo sei nicht nur ein einmaliges Choreoelement, sondern auch als Zaunfahne genutzt worden. Die Fahne habe stets die gesamte Kurve repräsentiert.
Der Verlust habe „auf eigenen Fehlern und letztlich unserem Versagen beruht“, teilten die Ultras aus Westend weiter mit.
Die aktive Fanszene des Vereins habe sich daher dafür entschieden, „die bekannte Fahne ,Ostkurve Hertha BSC' ab sofort nicht mehr über unserer Kurve" aufzuhängen.
Weitere Schlüsse würden intern gezogen. Die gewaltvollen Ausschreitungen oder das Abfeuern von Pyrotechnik auf andere Menschen wurden in dem Statement nicht erwähnt.
Sagt halt auch alles über diese Fanszene aus, wenn das einzige, was sie an diesen gesamten Vorkommnissen erstmal interessiert, die geklaute Fahne ist.
Zitat von bschuss
Sagt halt auch alles über diese Fanszene aus, wenn das einzige, was sie an diesen gesamten Vorkommnissen erstmal interessiert, die geklaute Fahne ist.
Sagt halt auch alles über diese Fanszene aus, wenn das einzige, was sie an diesen gesamten Vorkommnissen erstmal interessiert, die geklaute Fahne ist.
Genau das dachte ich mir auch. Aber man sieht ja dass sie immer wieder damit durchkommen. Außer viel warmer Luft in der letzten Woche ist nicht viel passiert..
Offenbar wurden Hertha Ultras gestern auch ein paar Kleidungsstücke (zwei Ostkurvenpullis, Schals, Shirts) von Lautern Fans entwendet.
Zitat von CAPTAINstonie
Offenbar wurden Hertha Ultras gestern auch ein paar Kleidungsstücke (zwei Ostkurvenpullis, Schals, Shirts) von Lautern Fans entwendet.
Offenbar wurden Hertha Ultras gestern auch ein paar Kleidungsstücke (zwei Ostkurvenpullis, Schals, Shirts) von Lautern Fans entwendet.
Sowohl die Jacken/Pullover, als auch Schals, bekommt jedes Mitglied des FKO.
Du musst kein Ultra sein, um die Jacken und Schals zu kaufen.
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