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Kay Bernstein
Geburtsdatum 30.09.1980
Alter 43
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion ---
Akt. Verein ---

Kay Bernstein [✝]

26.06.2022 - 16:26 Uhr
Kay Bernstein [✝] |#1711
03.06.2023 - 16:43 Uhr
Zitat von bschuss
Zitat von CAPTAINstonie

Im Interview erklärt Bernstein auch, man sei sich sicher, die erforderlichen Unterlagen für die Zweitligalizenz zusammenzuhaben und Handlungsfähigkeit sowie Liquidität nachweisen zu können. „Wir sagen, wir kriegen die Lizenz und starten in der zweiten Liga“, so der Präsident.
Vor zwei Tagen sagte Hertha-Geschäftsführer Thomas Herrich (59) noch im Hertha-TV, „Stand jetzt“ seien noch nicht alle Forderungen erfüllt ...
Fakt ist: Dienstag (7. Juni) muss der Hauptstadt-Klub die Forderungen der DFL erfüllen. Sonst drohen Lizenzentzug und Absturz in die Regionalliga.

Doch die Schuld für das Finanz-Chaos sieht Bernstein nicht nur bei Hertha! „Das System Fußball ist ja nicht darauf ausgelegt, nachhaltig zu wirtschaften, sondern es ist immer die Idee vom maximalen sportlichen Erfolg am Rande der wirtschaftlichen Insolvenz“, sagt er. „Und deswegen sind wir ein Sanierungsfall, weil man das so exzessiv durchexerziert hat.“
Seine Forderung: „Wir müssten dieses System grundsätzlich mal infrage stellen.“ Gehaltsobergrenzen für Spieler müsse man etwas diskutieren, so Bernstein. Und er wünsche sich zudem, dass Funktionäre, ihrer Verantwortung gerecht würden und „nicht dem Erfolg auf Biegen und Brechen“ nachjagen.


Da krieg ich Puls...
zum ersten hier zitierten Absatz: werdet doch bitte verdammt nochmal professionell und SPRECHT EURE AUSSAGEN AB! Kann doch nicht sein, dass die Verantwortlichen hier innerhalb kürzester Zeit wieder nicht einheitlich kommunizieren.
Zum zweiten Absatz: bitte was?! Wir sind ein Sanierungsfall, weil das System Fußball so ausgelegt ist? Wir sind ein Sanierungsfall, weil wir hunderte Millionen Euro, von denen die meisten Vereine, die deutlich besser dastehen als wir, träumen, aus dem Fenster rausgeschmissen haben, und uns dabei gleichzeitig laufende Kosten rangeschafft haben, die wir nicht bedienen können. Weil unsere Finanzverantwortlichen gehandelt haben, als würden wir jedes Jahr garantiert CL spielen, während wir im Abstiegskampf steckten. Und dann maßt sich UNSER VEREIN an, Forderungen an Systemänderungen zu stellen und sich Dinge von anderen Funktionären zu wünschen?

Wie sagt man so schön: wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Klappe halten.


Naja, es ist natürlich keine gute Position aus Bernsteig jetzt argumentiert, aber man sollte das schon differenziert betrachten. Unabhängig davon, dass Hertha miserabel gewirtschaftet hat (inwiefern er jetzt da beteiligt war sei mal dahingestellt), tragen meiner Meinung nach viele seiner Argumente. Die strukturelle Logik des Leistungssport verhindert, dass man ausreichende Überschüsse erwirtschaftet. Du willst ja das absolute Maximum rausholen, da dir sonst der Abstieg oder zumindest Verlust der Einnahmen durch Abrutschen in der Tv Tabelle/fehlende Qualifikationen für das internationale Geschäft drohen. Da kann man es sich nicht leisten, groß Rücklagen zu bilden. Deshalb war es ja für fast alle Bundesligavereine existenziell, während Corona den Spielbetrieb fortzuführen.

Und prinzipiell ist die Idee einer Gehaltsobergrenze ja aus mehreren Punkten attraktiv:
Zum einen verhindert sie finanzielle Debakel wie bei Hertha, 1860, Aachen usw. Diese Fälle sind ja nicht nur schlecht für die jeweiligen Standorte, sondern auch für die Ligen. Wenn Hertha dieses Jahr zB keine Lizenz erhält, hat das Auswirkungen auf den Aufstieg bzw. Spielbetrieb in der zweiten Liga. Das macht alles chaotischer und willkürlicher, kann nicht im Interesse der Liga sein.
Zum anderen würde es - je nachdem wie die Obergrenze dann konkret ausformuliert ist - zu mehr Parität führen, da es sich große Vereine nicht mehr einfach so leisten können, Spieler überbezahlt auf die Bank zu setzen.

Insgesamt funktioniert das mit dem salary Cap im amerikanischen Sport ja auch sehr gut. Mittelfristig muss der Fußball sich ja auch mal überlegen, wie er die zunehmende Monopolisierung der nationalen und internationalen Ligen eindämmt. Eine Gehaltsobergrenze wäre da meiner Meinung nach eine der realistischsten Optionen.

Und bevor mir hier jemand mit dem Argument kommt: Nein, niemand hat Hertha gezwungen so kacke zu wirtschaften und wir haben das bekommen, was wir verdient haben. Aber das ändert nichts an meiner Argumentation.
Kay Bernstein [✝] |#1712
03.06.2023 - 16:50 Uhr
Wenn Bernstein sagt, dass wir die Lizenz sicher kriegen, steht fest, dass wir sie nicht kriegen werden.Geschichte wiederholt sich.

•     •     •

Ha Ho He
Kay Bernstein [✝] |#1713
03.06.2023 - 17:26 Uhr
Da lehnt sich Herr Bernstein aber mal sehr weit aus dem Fenster, dass wir die Lizenz bekommen. Wenn dem nicht so sein wird, kann er seinen Persilkoffer auch bitte gleich nehmen. Einen Schwätzer brauchen wir nicht als Präsi.
Kay Bernstein [✝] |#1714
03.06.2023 - 17:55 Uhr
Der gleiche Präsident, der im letzten Jahr schon sagte, dass die kommende Saison durchfinanziert ist.
Auf seine Aussagen würde ich mich eher nicht verlassen.
Kay Bernstein [✝] |#1715
03.06.2023 - 19:47 Uhr
Zitat von

Und prinzipiell ist die Idee einer Gehaltsobergrenze ja aus mehreren Punkten attraktiv:
Zum einen verhindert sie finanzielle Debakel wie bei Hertha, 1860, Aachen usw.
...
Zum anderen würde es - je nachdem wie die Obergrenze dann konkret ausformuliert ist - zu mehr Parität führen, da es sich große Vereine nicht mehr einfach so leisten können, Spieler überbezahlt auf die Bank zu setzen.
...
Insgesamt funktioniert das mit dem salary Cap im amerikanischen Sport ja auch sehr gut. Mittelfristig muss der Fußball sich ja auch mal überlegen, wie er die zunehmende Monopolisierung der nationalen und internationalen Ligen eindämmt. Eine Gehaltsobergrenze wäre da meiner Meinung nach eine der realistischsten Optionen.


Wo hätte denn die Gehaltsobergrenze gelegen, die das Debakel von Hertha verhindert hätte? Die Spanne bei den Gehaltsausgaben zwischen den Vereinen ist riesengross. NIemals hätten Bayern, Dortmund, Leipzig etc. solch einer niedrigen Obergrenze zugestimmt. Wäre die Gehhaltsobergrenze zu hoch, hätte das Hertha nicht gerettet. Und international wäre das genauso. Barca, Real und Atletico würden z.B. in Spanien nicht zustimmen. Es gibt europaweit kein Gremium, das eine Gehaltsobergrenze festlegen könnte.

Die US-Sportligen sind Quasi-Monopolisten, die DFL konkurriert aber mit der Premier League, La Liga, Serie A. In den US-Ligen gilt eine einheitliche Salary Cap für alle Teams. Das funktioniert aber nur, weil alle Teams einen Besitzer haben. Da gibt es kein 50+1. Hätte jede Mannschaft in der DFL einen Scheich als Besitzer der theoretisch unendlich Geld in die Mannschaft pumpen könnte, würde eine Obergrenze Sinn machen. Ausserdem müsste die Champions-League abgeschafft werden, die das ökonomische Gefälle zwischen den Vereinen noch vergrößert hat. In den US-Ligen gibt es sowas nicht.

Laut "Sportico.com" hat jedes NFL-Team in der Saison 2021 gut 345 Millionen US-Dollar an nationalen Einnahmen erhalten, das berichten Liga-interne Quellen. In der Summe enthalten sind nationale Medienrechte, Ligasponsoring sowie geteilte Einnahmen und Lizenzgebühren von verschiedenen Tochtergesellschaften. Die NFL ist das Produkt und wird zentral vermarktet. Unter den Voraussetzungen funktioniert auch ein Salary-Cap.
Kay Bernstein [✝] |#1716
03.06.2023 - 20:25 Uhr
Zitat von Curryeck
Zitat von

Und prinzipiell ist die Idee einer Gehaltsobergrenze ja aus mehreren Punkten attraktiv:
Zum einen verhindert sie finanzielle Debakel wie bei Hertha, 1860, Aachen usw.
...
Zum anderen würde es - je nachdem wie die Obergrenze dann konkret ausformuliert ist - zu mehr Parität führen, da es sich große Vereine nicht mehr einfach so leisten können, Spieler überbezahlt auf die Bank zu setzen.
...
Insgesamt funktioniert das mit dem salary Cap im amerikanischen Sport ja auch sehr gut. Mittelfristig muss der Fußball sich ja auch mal überlegen, wie er die zunehmende Monopolisierung der nationalen und internationalen Ligen eindämmt. Eine Gehaltsobergrenze wäre da meiner Meinung nach eine der realistischsten Optionen.


Wo hätte denn die Gehaltsobergrenze gelegen, die das Debakel von Hertha verhindert hätte? Die Spanne bei den Gehaltsausgaben zwischen den Vereinen ist riesengross. NIemals hätten Bayern, Dortmund, Leipzig etc. solch einer niedrigen Obergrenze zugestimmt. Wäre die Gehhaltsobergrenze zu hoch, hätte das Hertha nicht gerettet. Und international wäre das genauso. Barca, Real und Atletico würden z.B. in Spanien nicht zustimmen. Es gibt europaweit kein Gremium, das eine Gehaltsobergrenze festlegen könnte.

Die US-Sportligen sind Quasi-Monopolisten, die DFL konkurriert aber mit der Premier League, La Liga, Serie A. In den US-Ligen gilt eine einheitliche Salary Cap für alle Teams. Das funktioniert aber nur, weil alle Teams einen Besitzer haben. Da gibt es kein 50+1. Hätte jede Mannschaft in der DFL einen Scheich als Besitzer der theoretisch unendlich Geld in die Mannschaft pumpen könnte, würde eine Obergrenze Sinn machen. Ausserdem müsste die Champions-League abgeschafft werden, die das ökonomische Gefälle zwischen den Vereinen noch vergrößert hat. In den US-Ligen gibt es sowas nicht.

Laut "Sportico.com" hat jedes NFL-Team in der Saison 2021 gut 345 Millionen US-Dollar an nationalen Einnahmen erhalten, das berichten Liga-interne Quellen. In der Summe enthalten sind nationale Medienrechte, Ligasponsoring sowie geteilte Einnahmen und Lizenzgebühren von verschiedenen Tochtergesellschaften. Die NFL ist das Produkt und wird zentral vermarktet. Unter den Voraussetzungen funktioniert auch ein Salary-Cap.

Grundsätzlich gebe ich dir Recht, was Bernstein jetzt versucht ist, die Schuld auf Umstände, Vorgänger, etc. zu schieben.
Warum man jetzt auf den letzten Drücker aber Geld auftreiben muss, wo er ja schon 13 Monate im Amt ist, das lässt er unerwähnt. Da hat man auch nach Gegenbauer/Schiller und der Geldverbrennung die eigenen Hausaufgaben nicht gemacht, wenn man jetzt noch Gelder auftreiben muss für zB die Anleihe.

Aber, in Spanien gibt es ja eine Gehaltsgrenze seit ein paar Jahren. Aber keine absolute, sondern eine relative in Bezug zu den Einnahmen. Man kann Spieler zwar darüber hinaus verpflichten/anstellen (das kann man ja nicht verbieten), diese aber nicht bei der Liga registrieren also spielberechtigt machen.
Aber das hätte bei Hertha ja auch nur bedingt etwas verändert.

Und es gibt auch nur in der NHL und NFL einen harten SalaryCap.( im Baseball sogar gar keinen, bei letzterem ist das Gehaltgefälle innerhalb der Liga auch riesig und es gibt arme und reiche Teams)
Dass dieser harte Salarycap funktioniert hat aber weder mit der fehlenden Konkurenz, noch mit den Besitzern zu tun. (Im Football hat zB GreenBay keinen Besitzer, also nur fast alle Teams)
Die USA hat ein anderes Rechtssystem und die Spieler sind alle bei der Liga, nicht beim Team angestellt. Deshalb kann die Liga die Jugendspieler dann auch verteilen, weil diese eben quasi beim Verband, nicht beim Team unter Vertrag sind. Deshalb kann man auch gegen den Willen getradet werden. Quasi intern versetzt.
Das alles geht mit EU-Recht halt nicht.
Kay Bernstein [✝] |#1717
03.06.2023 - 22:32 Uhr
Zitat von Curryeck
Zitat von

Und prinzipiell ist die Idee einer Gehaltsobergrenze ja aus mehreren Punkten attraktiv:
Zum einen verhindert sie finanzielle Debakel wie bei Hertha, 1860, Aachen usw.
...
Zum anderen würde es - je nachdem wie die Obergrenze dann konkret ausformuliert ist - zu mehr Parität führen, da es sich große Vereine nicht mehr einfach so leisten können, Spieler überbezahlt auf die Bank zu setzen.
...
Insgesamt funktioniert das mit dem salary Cap im amerikanischen Sport ja auch sehr gut. Mittelfristig muss der Fußball sich ja auch mal überlegen, wie er die zunehmende Monopolisierung der nationalen und internationalen Ligen eindämmt. Eine Gehaltsobergrenze wäre da meiner Meinung nach eine der realistischsten Optionen.


Wo hätte denn die Gehaltsobergrenze gelegen, die das Debakel von Hertha verhindert hätte? Die Spanne bei den Gehaltsausgaben zwischen den Vereinen ist riesengross. NIemals hätten Bayern, Dortmund, Leipzig etc. solch einer niedrigen Obergrenze zugestimmt. Wäre die Gehhaltsobergrenze zu hoch, hätte das Hertha nicht gerettet. Und international wäre das genauso. Barca, Real und Atletico würden z.B. in Spanien nicht zustimmen. Es gibt europaweit kein Gremium, das eine Gehaltsobergrenze festlegen könnte.

Die US-Sportligen sind Quasi-Monopolisten, die DFL konkurriert aber mit der Premier League, La Liga, Serie A. In den US-Ligen gilt eine einheitliche Salary Cap für alle Teams. Das funktioniert aber nur, weil alle Teams einen Besitzer haben. Da gibt es kein 50+1. Hätte jede Mannschaft in der DFL einen Scheich als Besitzer der theoretisch unendlich Geld in die Mannschaft pumpen könnte, würde eine Obergrenze Sinn machen. Ausserdem müsste die Champions-League abgeschafft werden, die das ökonomische Gefälle zwischen den Vereinen noch vergrößert hat. In den US-Ligen gibt es sowas nicht.

Laut "Sportico.com" hat jedes NFL-Team in der Saison 2021 gut 345 Millionen US-Dollar an nationalen Einnahmen erhalten, das berichten Liga-interne Quellen. In der Summe enthalten sind nationale Medienrechte, Ligasponsoring sowie geteilte Einnahmen und Lizenzgebühren von verschiedenen Tochtergesellschaften. Die NFL ist das Produkt und wird zentral vermarktet. Unter den Voraussetzungen funktioniert auch ein Salary-Cap.


Naja, ganz unmöglich ist es nicht, wie @DrDeDre schon ausführlich beschrieben hat. Das spanische Modell könnte Fälle wie Hertha verhindern, wenn man es denn nur noch strenger als die spanische Liga anwenden würde.

Aber klar, es ist extrem schwer, in Europa eine Gehaltsobergrenze einzuführen, geschweige denn eine, die auch tatsächlich zu mehr Parität führt. Unmöglich ist es aber nicht. Meiner Meinung nach ist es jedenfalls notwendig, darüber mal zu sprechen, statt immer nur über Anstoßzeiten oder wie gerade Eberl größere Tore zu diskutieren. Da bin ich dankbar, dass Bernstein Vorschläge macht, die zumindest theoretisch Lösungen für die drängendsten Probleme sein können.
Kay Bernstein [✝] |#1718
03.06.2023 - 22:46 Uhr
Zitat von AbuDardai
Zitat von Curryeck

Zitat von

Und prinzipiell ist die Idee einer Gehaltsobergrenze ja aus mehreren Punkten attraktiv:
Zum einen verhindert sie finanzielle Debakel wie bei Hertha, 1860, Aachen usw.
...
Zum anderen würde es - je nachdem wie die Obergrenze dann konkret ausformuliert ist - zu mehr Parität führen, da es sich große Vereine nicht mehr einfach so leisten können, Spieler überbezahlt auf die Bank zu setzen.
...
Insgesamt funktioniert das mit dem salary Cap im amerikanischen Sport ja auch sehr gut. Mittelfristig muss der Fußball sich ja auch mal überlegen, wie er die zunehmende Monopolisierung der nationalen und internationalen Ligen eindämmt. Eine Gehaltsobergrenze wäre da meiner Meinung nach eine der realistischsten Optionen.


Wo hätte denn die Gehaltsobergrenze gelegen, die das Debakel von Hertha verhindert hätte? Die Spanne bei den Gehaltsausgaben zwischen den Vereinen ist riesengross. NIemals hätten Bayern, Dortmund, Leipzig etc. solch einer niedrigen Obergrenze zugestimmt. Wäre die Gehhaltsobergrenze zu hoch, hätte das Hertha nicht gerettet. Und international wäre das genauso. Barca, Real und Atletico würden z.B. in Spanien nicht zustimmen. Es gibt europaweit kein Gremium, das eine Gehaltsobergrenze festlegen könnte.

Die US-Sportligen sind Quasi-Monopolisten, die DFL konkurriert aber mit der Premier League, La Liga, Serie A. In den US-Ligen gilt eine einheitliche Salary Cap für alle Teams. Das funktioniert aber nur, weil alle Teams einen Besitzer haben. Da gibt es kein 50+1. Hätte jede Mannschaft in der DFL einen Scheich als Besitzer der theoretisch unendlich Geld in die Mannschaft pumpen könnte, würde eine Obergrenze Sinn machen. Ausserdem müsste die Champions-League abgeschafft werden, die das ökonomische Gefälle zwischen den Vereinen noch vergrößert hat. In den US-Ligen gibt es sowas nicht.

Laut "Sportico.com" hat jedes NFL-Team in der Saison 2021 gut 345 Millionen US-Dollar an nationalen Einnahmen erhalten, das berichten Liga-interne Quellen. In der Summe enthalten sind nationale Medienrechte, Ligasponsoring sowie geteilte Einnahmen und Lizenzgebühren von verschiedenen Tochtergesellschaften. Die NFL ist das Produkt und wird zentral vermarktet. Unter den Voraussetzungen funktioniert auch ein Salary-Cap.


Naja, ganz unmöglich ist es nicht, wie @DrDeDre schon ausführlich beschrieben hat. Das spanische Modell könnte Fälle wie Hertha verhindern, wenn man es denn nur noch strenger als die spanische Liga anwenden würde.

Aber klar, es ist extrem schwer, in Europa eine Gehaltsobergrenze einzuführen, geschweige denn eine, die auch tatsächlich zu mehr Parität führt. Unmöglich ist es aber nicht. Meiner Meinung nach ist es jedenfalls notwendig, darüber mal zu sprechen, statt immer nur über Anstoßzeiten oder wie gerade Eberl größere Tore zu diskutieren. Da bin ich dankbar, dass Bernstein Vorschläge macht, die zumindest theoretisch Lösungen für die drängendsten Probleme sein können.


Sorry, aber das was Bernstein hier sagt, das sind auch nur die Wiederholung unkonkreter hohler Phrasen.
Das ist erstens nichts, was andere schon öffentlich gesagt haben und es ist zweitens purer Populismus, absolut unkonkret.
Das wirkt auf mich einfach nur, als ob er die Schuldfrage weitweg schieben will, von Hertha, aber auch von sich.

Und unwahr ist es eben auch. Es gibt auch genug Vereine, die eben nicht am Rande der Insolvenz wirtschaften, die eben nicht Jahr für Jahr Verluste einfahren und dazu Werte schaffen, die man bei Krisen eben gegenrechnen, beleihen, verkaufen,etc. kann.
Freiburg oder Gladbach zB hatten keine wirklichen finanziellen, als dsie in diesem Jahrhundert abgestiegen sind.

Und davon ab ist Bernstein ja dr "Chef", er kann/hätte dafür sorgen können, dass hertha zumindest diese Saison nicht solche riesigen Verluste einfährt. Ja, Gewinne waren it der Ausgangslage des Vorgängers kaum möglich, aber er hat ja absolut null gegengesteuert. Sehenden Auges in den Kollaps.
Ohne 777 wäre sehr wahrscheinlich schon dieses Jahr die Liquitität ausgegangen im März. so Kann man doch die Saison nicht planen - bzw. die Planung durchwinken.
(mM auch ein Grund, warum die DFL genau auf uns gucken wird und keine Kompromisse eingehen wird. Türküci München ist während der Saison pleite gegangen und Hertha wäre es ohne 777 auch, dabei soll das Lizensierungverfahren das ja ausschließen, dasss das während einer Saison passiert.)
Kay Bernstein [✝] |#1719
03.06.2023 - 23:03 Uhr
Bernstein meint:
„Wir müssten dieses System grundsätzlich mal in Frage stellen“, forderte Bernstein und stellte eine Gehaltsobergrenze zur Diskussion. Er würde sich wünschen, dass die Vereinsvertreter „nicht dem Erfolg auf Biegen und Brechen“ nachjagen.

Das ist zu wenig konkret. Wie soll die Gehaltsobergrenze aussehen? Wie will er sie umsetzen und in welchem Rahmen? Einfach nur eine Obergrenze zu fordern ist keine Diskussionsgrundlage.

Es ist sicher auch nicht richtig, dass DIE Vereinsvertreter auf Biegen und Brechen dem Erfolg hinterher jagen. Hertha ist da schon ein Extremfall. Es wäre sicher schon ein Fortschritt, wenn einigermassen kompetente Führungskräfte in den Vereinen agieren würden. Und ich bezweifele, dass dies bei Hertha der Fall ist.
Kay Bernstein [✝] |#1720
03.06.2023 - 23:19 Uhr
Zitat von DrDeDre

Zitat von Curryeck

Zitat von

Und prinzipiell ist die Idee einer Gehaltsobergrenze ja aus mehreren Punkten attraktiv:
Zum einen verhindert sie finanzielle Debakel wie bei Hertha, 1860, Aachen usw.
...
Zum anderen würde es - je nachdem wie die Obergrenze dann konkret ausformuliert ist - zu mehr Parität führen, da es sich große Vereine nicht mehr einfach so leisten können, Spieler überbezahlt auf die Bank zu setzen.
...
Insgesamt funktioniert das mit dem salary Cap im amerikanischen Sport ja auch sehr gut. Mittelfristig muss der Fußball sich ja auch mal überlegen, wie er die zunehmende Monopolisierung der nationalen und internationalen Ligen eindämmt. Eine Gehaltsobergrenze wäre da meiner Meinung nach eine der realistischsten Optionen.


Wo hätte denn die Gehaltsobergrenze gelegen, die das Debakel von Hertha verhindert hätte? Die Spanne bei den Gehaltsausgaben zwischen den Vereinen ist riesengross. NIemals hätten Bayern, Dortmund, Leipzig etc. solch einer niedrigen Obergrenze zugestimmt. Wäre die Gehhaltsobergrenze zu hoch, hätte das Hertha nicht gerettet. Und international wäre das genauso. Barca, Real und Atletico würden z.B. in Spanien nicht zustimmen. Es gibt europaweit kein Gremium, das eine Gehaltsobergrenze festlegen könnte.

Die US-Sportligen sind Quasi-Monopolisten, die DFL konkurriert aber mit der Premier League, La Liga, Serie A. In den US-Ligen gilt eine einheitliche Salary Cap für alle Teams. Das funktioniert aber nur, weil alle Teams einen Besitzer haben. Da gibt es kein 50+1. Hätte jede Mannschaft in der DFL einen Scheich als Besitzer der theoretisch unendlich Geld in die Mannschaft pumpen könnte, würde eine Obergrenze Sinn machen. Ausserdem müsste die Champions-League abgeschafft werden, die das ökonomische Gefälle zwischen den Vereinen noch vergrößert hat. In den US-Ligen gibt es sowas nicht.

Laut "Sportico.com" hat jedes NFL-Team in der Saison 2021 gut 345 Millionen US-Dollar an nationalen Einnahmen erhalten, das berichten Liga-interne Quellen. In der Summe enthalten sind nationale Medienrechte, Ligasponsoring sowie geteilte Einnahmen und Lizenzgebühren von verschiedenen Tochtergesellschaften. Die NFL ist das Produkt und wird zentral vermarktet. Unter den Voraussetzungen funktioniert auch ein Salary-Cap.

Grundsätzlich gebe ich dir Recht, was Bernstein jetzt versucht ist, die Schuld auf Umstände, Vorgänger, etc. zu schieben.


Na wer auch sonst ist denn für die aktuelle Misere verantwortlich? Bernstein hat Windhorst nicht in den Verein geholt. Bernstein hat nicht Klinsmann in den Aufsichtsrat geholt. Bernstein hat Klinsmann nicht zum Trainer gemacht. Bernstein hat auch nicht überteuerte Spieler verpflichtet und Corona - das wie ein Brandbeschleuniger gewirkt hat - hat Bernstein auch nicht gezüchtet. Bernstein hat auch nicht Bobic verpflichtet. Kurz gesagt: Dass 374 Windhorst-Millionen jetzt weg sind und Hertha trotzdem finanziell miserabel da steht, kann man an Bernstein nun am allerwenigsten festmachen. Mir wird das Ganze auch zu sehr auf die Person des Präsidenten reduziert, denn er alleine wird keine Entscheidungen durchwinken können, wenngleich sein Wort natürlich Gewicht hat.

Was Bernstein aber grundsätzlich meint, ist wohl, dass das ständige Rattenrennen ein Ende haben muss. Vereine wie Bayern, Dortmund und Leipzig haben sich, teils mit fußballfremden Kapital, teils durch die ungleichmäßige TV-Geldverterteilung bzw der exorbitanten CL-Einnahmen einen großen Wettbewerbsvorteil verschafft, den ein Verein wie Hertha nur schwer aufholen konnte. Dass Leute wie Gegenbauer und Co. sich dann bemüßigt fühlen, diese Lücke zu schließen, indem man einen Investor ins Boot holt, kann man gewissermaßen vielleicht - naja -nachvollziehen. Aber dieses Ansinnen hat den Verein letztlich nicht nachhaltig sondern ruinös handeln lassen. Ich glaube, das sollte der Kern der Aussage sein.

Zitat von DrDeDre

Warum man jetzt auf den letzten Drücker aber Geld auftreiben muss, wo er ja schon 13 Monate im Amt ist, das lässt er unerwähnt. Da hat man auch nach Gegenbauer/Schiller und der Geldverbrennung die eigenen Hausaufgaben nicht gemacht, wenn man jetzt noch Gelder auftreiben muss für zB die Anleihe.


Naja, wie will ein Präsident in 13 Monaten Amtszeit einen kompletten finanziellen hinbekommen, wenn die Verträge schon vorher gemacht wurden und man aus noch immer laufenden Verträgen nicht rauskommt? Die einzige Möglichkeit wäre evtl gewesen, dass das Präsidium gegenüber Bobic mal ein Stop-Schild setzt, was der exzessiven Neueinstellung von immer neuen Mitarbeitern betrifft, die während der Amtszeit des aktuellen Präsidiums eingestellt wurden (weiß ich nicht genau, ob das unter KB noch stattgefunden hat). Aber sonst? Auf die 40 Mio.-Anleihe hatte Bernstein keinen Einfluss. Die hat er nicht auflegen lassen und er kann jetzt nur zuschauen, wie der Termin der Fälligkeit immer näher rückt. Genauso hat er es nicht zu verantworten, dass Hertha Spieler mit überhöhten Gehälter an der Backe hat, deren Verträge vor seiner Amtszeit geschlossen wurden und die man nun nicht mehr los wird. Bei Bobic hat die Vereinsführung die Notbremse gezogen, was womöglich auch nicht für eine finanzielle Entlastung sorgen wird. Die Kosten galoppieren immer weiter und das wird sich erst ändern, wenn die Altverträge - wie auch immer - enden.

Die aktuelle Vereins-Führung hat einfach noch mit den ganzen Fehlentscheidungen zu kämpfen, die uns die Herren Klinsmann, Gegenbauer, Preetz und Bobic eingebrockt haben. Das aktuelle Präsidium, oder von mir aus Kay Bernstein, kann man nur für die Entscheidungen verantwortlich machen, die sie selbst aus freien Stücken getroffen haben. Mit "aus freien Stücken" ist gemeint, dass auch eine alternative (bessere) Entscheidungs-Option möglich gewesen ist und nicht nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Hier kann man gerne die Bobic-Entlassung anführen, weil es möglicherweise besser gewesen wäre, ihn früher zu feuern. Auch an den Entscheidungen pro Weber, Zecke und Dardai wird sich Bernstein bzw das Präsidium messen lassen müssen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Skjelbred-Fan am 03.06.2023 um 23:35 Uhr bearbeitet
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